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Full text of "Papers on Diptera"

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kaiserl. Museum in Wien, 










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Von : Sree 
 Eviedrich Fiendel a 
¥ ES in Wien. — 
Fie (Mit Tafel 1, e 
druck aus der ,, Wiener Entomologischen Zeitung“; 
_- XXVI. Jahrgang 1907, 
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WIEN, 1907. ; | oa 


Hofer & Benisch in Wr.-Neustadt. 





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53)\ one on Diptera 


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Neue und interessante Dipteren aus dem kaiserl. 
Museum in Wien. 


(Ein Beitrag zur Kenntnis der acalyptraten Musciden.) 


Von Friedrich Hendel in Wien. 
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(Hiezu Tafel I.) 


Im Folgenden gebe ich die Beschreibung der Typen  jener 
neuen Lauxaninen-Gattungen, welche ich in den Wytsmanschen 
»Genera Insectorumé« ausftihrlicher beschreiben und abbilden 
werde, ferner schheBbe ich daran Mitteilungen tiber einige andere 
neue oder wenig bekannte Acalyptraten-Formen, welche ich nur 
nebenbdei beim Suchen nach Lauxaninen in den reichen Schatzen 
des Wiener naturhistorischen Hof-Museums in die Hand bekam. 

Den Herren Direktor Ganeglbauer und Kustos Handlirsch 
des Museums spreche ich hier meinen Dank aus, die im wohlver- 
standenen Interesse der Wissenschaft den Zweck von Museums- 
sammlungen nicht darin erblicken, reiches Material binter Glas zu 
thesaurieren, sondern es der Forschung dienlich zu machen. Man 
besucht gerne das Wiener Museum! 


Subfam. Lauxaninae. 


1. Camptoprosopella nov. gen. 


Diese Gattung ist mit Paroecus Beck » Sapromyzidae: 
Berl. entom. Zeit. 1895, 252 dadurch verwandt, daB zum Unter- 
schiede von Physogenia Macqu. der Clypeus nicht buckelartig gewélbt 
ist. Die Wangen und Backen sind sehr breit, das dritte Fiihlerglied 
lang und schmal, die Arista ist auf der Oberseite lang und dicht 
gefiedert. Sie unterscheidet sich aber von allen Lauxaninen- 
Gattungen durch den geraden, zuniichst zurtickweichenden Clypeus, 
der dann iiber dem Mundrande unter einer Querfurche wieder 
vorspringt; durch die nach unten nicht divergierenden, sondern 
etwas konyergierenden Aste der Stirnspalte, wodurch die Wangen 
eben so breit werden und der Clypeus an der Querfurche verengt 
erscheint. 


Wiener Entomologische Zeitung, XXVI. Jabere., tlett Vil, Vill und IX (20, August 1907), 


294 Friedrich Hendel: 


Von Paroecus Beck. unterscheiden sie noch folgende Merkmale: 
1. Das dritte Fithlerghed ist nicht zugespitzt, sondern linear. 
2. Das vordere Orbitalborstenpaar ist einwiarts und vorwirts gebogen 
und steht nahe vor dem oberen Paare. ; 
3. Praeapicale sind an allen Schienen yorhanden, Sternopleurale 
nur eme, 


|. Camptoprosopella melanoptera n. sp. 

Koérperlange 5 mm. — Fltigellange 45 mm. — Q; 
Puebla, Mexico (leg. Bilimek 1871, Juni). 

In der allgemeinen Korperfarbung Physogenia vittata Macqu. 
so ahniich, dab sie mit derselben in den Sammlungen hiufig ver- 
menet worden zu sei schemt. Kopf und Brustkorb glanzend rotgelb. 
Stirne mit eimem schwarzyvioletten linglichen Fleck yom Ocellen- 
hécker bis zur Mitte, welcher als eine Fortsetzung der ebensolchen 
Mittelstrieme des Thoraxriickens erschemt, aber nur als Schatten 
auf das nackte, ebene Schildchen tibertritt. Der Anfang emer Seiten- 
strieme ist vorne in der Lime der Intraalaren sichtbar. Zwischen 
Fihlerwurzel und Auge ein dunkler Wisch (Wangendreieck). Ftihler 
rotgelb, das dritte Glied gegen die Spitze zu schwarz. Arista schwarz- 
haarig. Noto- und Sternopleuralnaht schwarz gesaiumt. Hinterleib 
einfarbig schwarzbraun. Beine gelbrot. Die vordersten mit Ausnahme 
des Ixnies ins Pechbraune ziehend, auben intensiver als an der 
Innenseite. An den hinteren Beinen sind die Schienen und Tarsen 
gegen das Ende zu dunkler. Riissel braun, Taster an der Spitzen- 
halfte schwarz. Fltigel rauchig hyalin, am ganzen Vorderrande auf- 
fallend lang und breit schwarzbraun gesiumt. Dieses Braun ist 
zwischen Costa und zweiter Lingsader am intensivsten und nimmt 
dann an der Fliigelspitze gegen die vierte Lingsader allmahlich ab. 
Die beiden Queradern und die ftinfte Liingsader ebenfalls deutlich 
braun gesiumt. Die Adern sind schwarz. Schwinger gelb. 


2. Camptoprosopella xanthoptera n. sp. 
Kérper- und Fliigellange 3°5 mn. Q. — Peru, Callanga. 
In der Coll. Wiedemann, kais. Mus. Wien und im ungar. National- 
Museum. 
Diese Art weicht von der yorigen, die den Typus der Gattung 
bildet, dadurch emigermaben ab, dab der Clypeus unten nicht so 
charakteristisch vorspringt, sondern fast gerade ist. Hs bleiben aber 


Neue und interessante Dipteren aus dem kaiserl. Museum in Wien. 225 


immer noch die tibrigen Merkmale, die zur Einreihung in diese 
Gattung ndétigen. 

Auber folgenden Unterschieden gleicht diese Species ganz der 
vorigen: 


1. Der Brustkorb ist einfarbig rotgelb. —— 2. Das Wangen- 
dreieck fehlt. — 3. Beine gelbrot, alle Tarsen und auch die vor- 


dersten Schienen gegen die Spitze etwas dunkler werdend. — 
4. Fliigel gelblich tingiert mit gelben Adern, am Vorderrande etwas 
intensiver gelb. 


3. Camptoprosopella albiseta n. sp. 


Koérper- und Fliigellange 4 mm. oQ. -—- Java, Mons 
Gede, 8000’ (VII, 1892, leg. Fruhstorfer); k. k. Museum. 

Diese dritte Art der Gattung hat wie die vorhergehende 
nur hyaline Fliigel, ebenfalls gelblich tingiert. Im Geader besteht 
aber der Unterschied, dafi der letzte Abschnitt der vierten Langs- 
ader ungefaihr doppelt so lang ist als der vorhergehende, wahrend 
er bei den yvorhergehenden Arten blob anderthalbmal so lang ist. 

Die mir vorliegenden Stticke sind aber alle mehr weniger 
verschimmelt, so dai meine Farbenbeschreibung vielleicht nicht 
ganz genau sem wird. 

Das Gesichtsprofil ahnelt durch den vorspringenden Mundrand 
schon mehr wieder der C. melanoptera, nur steht das schwarze 
Praelabrum noch stirker vor. Kopf rotgelb, glanzend, die Stirne scheint 
matt zu sein und hat tiberdies schwarze Scheitelplatten, auf denen 
die Borsten stehen. Ocellare fehlen oder sind rudimentar. Die 
beiden ersten Fiihlergheder sind relativ linger als bei den anderen 
Arten, rotgelb; ebenso die Wurzel des sonst schwarzen, linearen 
dritten Gliedes. Die Arista, soweit ich durch die Schimmelbedeckung 
sehe, ist gelb und etwas ktirzer und zwar weil gefiedert. Der ganze 
tibrige Korper ist mit Ausnahme der gelben Schultern und ebenso 
gefarbten Notopleuralnaht glanzend schwarz. Der dicke Riissel und 
die fadenférmigen Taster hellbraun. Die Beine sind rotgelb. An den 
vordersten ist das Spitzendrittel der Schenkel, Schienen und Fibe 
schwarz, das Knie jedoch gelb. An den Hinterschenkeln ist die 
Wurzel mehr weniger stark geschwarat. 

Diese Art hat vier Dorsocentrale, ranthoptera 2, melanoplera 
2—3; es kommt niamlich eime kleinere Borste vor den hinteren 
zwei starkeren manchmal vor. 


Wiener Entomologische Zeitung, XX VI. Jahrg , Weft VII, VILL and 1X (20. August 1907). 


226 Friedrich Hendel: 


Ii. Physoelypeus nov. gen. 
Diese Gattung ist der anonymen, von Becker in seinen 
Sapromyzidae«, Berl. ent. Zeit. 1895, Tafel I, Fig. 12 abge- 
bildeten Gattung, fiir deren Typus ich die Saprom. tera Wied. 
in litt. aus Brasilien ansehe und die vielleicht mit XNasgelina Walk. 
identisch ist, in der Iopfform sehr ahnlich. 

Zu ihr gehért auch nach Williston die Physogenta nigra 
Will, Trans. ent: Soc. Lond. 1899, 397.) Ply XuLl 133) ==s keane: 
Univ. Quart. VI, S aus West-Indien und Brasilien. 

Physoclypeus weicht aber yon diesen Arten durch die breiteren 
Backen, die auffallend grobe Mundéffnung, welche einen massigen 
Rtissel emschhebt, und dureh die nackte Arista ab. Der Kopf hat 
Ahnlichkeit mit gewissen Ephydrinen. Das Schildchen hat eine Liings- 
rinne. — Wesenthch fiir die Gattung ist also der buckelartig ge- 
wolbte Clypeus wie bei Physogenta Macqu. Von dieser Gattung 
trennt sie aber das scheibenfOrmige dritte Fthlerglied, die ebene 
Stirne, die nach hinten gebogene, nicht einwirts gertickte erste 
Orbitalborste. Beide Gattungen haben aber nur eime Sternopleurale. 
Die breiten Scheitelplatten erinnern an Lavrania, sind aber noch 
schmiiler als die dazwischenliegende Stimnstrieme. 


Typus: 
4. Physoclypeus flavus Wied. 
Chlorops flavus Wied. AuB. Zweifl. Ti, 595, 4. 


) 


Kérperlange 2°8 mm; Fligellange 3-5 mm. — Monte- 
video, Coll. Wied. und Winth., kais. Museum. 

Ich habe der Wiedemannschen Beschreibung nur hinzu- 
zutiigen, dai die Fliege in allen ihren Teilen honiggelb ist, auch 
die Fliigeladern. Kopf und Thorax glainzen. 


lll. Pseudogriphoneura nov. gen. 

Ich habe dieser Gattune obigen Namen gegeben, weil sie 
durch die Kopfbildung auf gleiche Weise wie Griphoneura Schin. 
von Sapromysa abweicht. Der Kopf ist namlich stark von vorne 
nach hinten zusammengedrtickt, die Stirne springt gar nicht vor 
die Augen yor und ist vorne sehr stark abschtissig, fast lotrecht 
abfallend, wihrend sie bei Sapromysa immer sanfter geneigt ist. 
Auch ist die Stirnfliche dadureh auffallend gewélbt. Die Breite 
derselben ist zwischen den Augen nur einer Augenbreite gleich. 


Neue und interessante Dipteren aus dem kaiserl, Museum in Wien. IT 


Die Augen sind nicht oval wie bei Sapromysa, sondern unten 
spitzig ausgezogen und am Hinterrande ausgeschweift. Saprouysa 
hat zwei, Psendogriphoneura nur eine Sternopleurale. Der Clypeus 
hat auf seiner seichten Wo6lbung einen flachen Mittelkiel.  Dritte 
und vierte Liingsader konvergieren nicht, sondern laufen parallel. 
Beim = sind die Genitaltergite (7-8) groB und kolbig, abnlich 
wie bei Seiomyxa, bei Sapromysa gewodhnlich Klein. Die beiden 
Arten sind neotropisch. 

Vielleicht ist auch Saprom. varia Coquil. Proc. ent. Soc. 
Washingt. VI, 1904, 94, aus Central-Amerika, verwandt. Ich nenne 
sie rariata, da varia cine altere Art ist, von Kertesz aus Neu- 
Guinea beschrieben. 


‘Typus: 
5. Pseudogriphoneura cinerella 1. sp. 

Korper- und Fliigellange + mm. — Venezuela (Lindig 
1S64, kais. Museum). 

Stirne und Hinterkopf aschgrau, erstere mit emer braunen 
Querbinde, auf welcher an den Wurzeln der oberen Orbitalborsten 
zwei noch dunklere Flecke hervortreten. Untergesicht auf rotbraunem 
Grunde dicht weibgrau bestaiubt. Am unteren Augenecke ein schwarz- 
brauner Fleck. Fiihler rotbraun, Taster und Riissel dunkelbraun. 
Thoraxriicken dunkel aschgrau, mit zwei braunen Lingslinien in der 
Mitte und Linienrudimenten an den Seiten. Schildchen nackt, oben 
flach, einfarbig. Pleuren rotbraun, aber dicht hellgrau  bestiubt, 
dichter als gewohnlich behaart. Am Prothoracalstigma fallt ein weifer 
Fleck der Bestaubune auf. Hinterleib @linzend braun, mit breiten, 
sibererauen Seementrindern. Schwinger gelb. Schienen und Tarsen 
weibgelb, mit seidenweihen Harchen bedeckt. Schenkel hellbraun, 
an der Oberseite, namentlich bet den vordersten, pechbraun. Knie 
hell. Fliigel glasartig, mit gelben Adern. 

Hieher auch: Laerania fuscipennmis Wied. in litt. aus Brasilien 
(nec. Lair. fusctpennis Wulp. Term. Tiiz, XX, 1897, 141, Ceylon). 

Ich nenne sie: 


6. Pseudogriphoneura cormoptera n. s). 
Koérperlange 55 mm; Fliigellinge 5 mim. 
Kopf und Thorax sind aschgrau, die einfairbige Stirne, das 
Schildchen und der Thoraxriicken erdfarben bestaubt: letzterer mit 
den Linien wie bei cnerella. Ebenso Fiihler, Riissel und Taster, 


Wiener Entomologische Zeitung, XXVI. Jahrg., [left VI, VILL und IX (20, August 1907), 


DIK Friedrich Hendel: 


Pleuren, Untergesicht mit dem Flecke und die Beine wie bei dieser 
Art. An den Beinen sind jedoch die Schienen mehr gelb als bei 
cinerella, Der Hinterleib einfarbig glinzend pechbraun; nur das 
erste Genitaltergit des of (7. Segm.) rot. Fliigel rauchig getriibt, 
am Vorderrande hinter der Miindung der ersten Liingsader und 
an der Fliigelspitze abnehmend bis gegen die vierte Langsader 
itensiv braun. Die hintere Querader und die fiinfte Liingsader 
sind schwach gesiumt, die kleine Querader jedoch ist frei. Auf- 
fallend scheint mir das plétzliche Abnehmen der Triitbung unter 
emer in der Unterrandzelle verlaufenden Konkavfalte und zwar 
uber der kleinen Querader. 


IV. Poecilohetaerus noy. gen. 

Von Sapromyxa abweichend durch die einwirts gebogene 
erste Orbitale, durch das unten vorgezogene, aber gerade Unter- 
gesicht, das spitz vorspringende Praelabrum. Die blasig aufgetriebenen 
Labellen sind wahrscheinlich nur ein Zufall der Konservation. Auch 
die Backen sind breiter als bei Sapromy:a. Praeapicale kommen 
an allen Schienen yor, deren vordere keulenfOrmig sind. 


Typus: P.Sehineri nom. nov. 
ftir Saprom. y. decora Schin. Novara-Dipt. 277, 1868 (nee. Loew, 
Cent. V, 96, 1864). 

Das Schinersche Original-Stiick des kaiserl. Museums stammt 
aus Neu-Seeland. AuBerdem sammelte Bird 1900 ein Stiick in 
Sydney (N-S.-Wales), das sich im Besitze des ungar. National- 
Museums befindet. Letzteres besitzt aber eine dunkel sepiabraune 
Stirnstrieme, sepiabraunen Thorax und dunkelbraunen Hinterleib 
und Vorderschenkel. Trotzdem liegt aber sicher nur eine Art vor. 


V. Chaetocoelia Gigl. Tos. 

Die Gattung gleicht habituell in Gestalt und Farbung sehr 
gewissen Arten der Bombyliden-Gattung Anthrax. Alle bis jetzt 
hieher gehérig bekannten Arten haben vorherrschend tief schwarz- 
braune Fliigel mit glasartigen Stellen von verschiedener Zahl, Form 
und Grobe, einen auffallend kKleinen Kopf und einen hinten dunklen, 
vorne an der Basis hellgelben Hinterleib. Eigenttimlich ist auch die 
relative Schlankheit des Leibes im Verhaltnis zu den groben Fliigeln, 
welche, wie Schiner sagt, keulenformig sind, weil die Spitze stumpf 
und breit ist, der Wurzelteil aber schmiler wird. Das wesentlichste 


Neue und interessante Dipteren aus dem kaiserl, Museum in Wien. 229 


Merkmal scheinen mir aber die drei oder vier Warzchen oder 
Hoéckerchen an den Orbiten zu sei, die auch schon Williston 
»Diptera of St. Vincent 1896, p. 381« bemerkt hat. Auf den 
awel oberen stehen die Orbitalborsten, das unterste, mteressanteste, 
liegt am Stirnwinkel zwischen Fiihler und Auge, ein viertes, nicht 
immer deutiiches, bildet die Insertionsstelle der inneren Scheitel- 
borste. Sonst gleicht die Gattung ziemlich Sapromyxa. 
Typus: Ch. palans, Gigl. Tos, 
Die vier bis jetzt bekannt gewordenen Arten gehoren alle dem neo- 
tropischen Gebiete an und lassen sich folgendermafen unterscheiden : 
Das Schwarzbraun des Fliigels ohne helle Fenster, mit Aus- 
nahme des Fleckchens knapp tiber der vierten Liingsader, das 
eine Fortsetzung der glasigen Stelle aus der zweiten Hinterrand- 
zelle ist und das alle Arten haben. Der eréfte Flaichenteil der 
zweiten Hinterrandzelle und des ganzen Fliigellappens unter der 
fiinften Langsader hyalin, der Rest braun. Die zwei schwarzen 
Punktflecken im Untergesichte undeutlich, verwischt. I 6rper- 
und Fligellange 6 mm (Orizaba, Mexico, leg. Bilimek 1871) 


Tafel I, Fig. 2. palans Giel. Tos. 
Das Schwarzbraun auberdem noch mit hellen Fenstern. 
Clypeus mit zwei deutlichen schwarzen Punkten .. . i 


1. Der grébte Flachenteil der zweiten Hinterrandzelle und des Hinter- 
fliigels unter der fiinften Liangsader braun. Zu beiden Seiten der 
kleinen Querader und oben an der hinteren Querader liegen zu- 
sammen drei runde glasige Flecken. Kérper- und Fligellange 
5mm. (Venezuela, leg. Lindig 1864). Tafel I, Fig. 1.(Novara-Dipt. 
280, 1868. distinetissima Schiner = (vergens Gigl. Tos.) 

Deriierovere? Der éticolashell 2 Swy Osa lp Mons aie 

2. Das Braun des Vorderfliigels wird zwischen der zweiten bis vierten 
Langsader und in der Discoidalzelle von zahlreichen hellen, un- 
regelmabigen Fenstern unterbrochen. Von den vier Arten die eim- 
zige, welche an den Wurzeln der Marginalbérstchen des Abdomens 
keine schwarzen Punktwiirzchen besitzt. Iérper- und Fliigel- 
lange 5 mm. (Mexico). Tafel I, Fig. 3. 8. ecaloptera n, sp. 

Mit zwei runden hellen Flecken an der Fliigelspitze zu 
heiden Seiten der dritten Liingsader, einem solehen an der hinteren 
(Juerader und einem gréferen hellen Flecke in der Discoidalzelle. 
Koérper- und Fligellainge 3:25—4 mm. (St. Vincent, West- 
Indien). Trans. ent. Soe. Lond. 1896, 381, Pl. XPM, 134. 

angustipennis Williston. 


Wiener Entomologische Zeitung, XXVI. Jahrg., Heft VII, VIIL und IX (20. August 1907). 


230 Friedrich Hendel: 


VI. Siphonophysa uwov. gen. 

Gekennzeichnet durch den hinten ausgeschweiften Augenrand 
und durch die nur auf der Oberseite lang gefiederte (gekimmte) 
Arista. Der Riissel und namentlich die Labellen sind blasig aufge- 
trieben, was vielleicht auch nur ein Zufall ist; das Untergesicht ist 
im Profile gerade, die Backen sind schmal, die vordere Orbitalborste 
ist weit nach vorne gertickt. Nur eine Sternopleurale. Die Praapicalen 
an den Schienen sind sehr schwach. 

Vielleicht besser nur als Subgenus zu Sapromyxa aufzufassen. 


9. Siphonophysa pectinata un. sp. 

Kérperlinge 45 mm: Fliigellange 455 mm. — Brasilien, 
Coll. Wiedem., kais. Museum. 

Kopf und Thorax ockergelb, durch Bestaubung matt. Die 
Stirnstrieme sticht durch satteres Gelb von den Scheitelplatten ab. 
An der Wurzel der vorderen Orbitalborste leet je ein eiférmiger, 
samtschwarzer Fleck, mit der Spitze nach einwarts und vorwarts 
gerichtet. Untergesicht und Backen seidenweif. Fiihler gelb, an der 
Unterseite der Spitze und die Arista schwarz. Das dritte Glied ist 
langlich oval und zweimal so Jang als die ersten zwei zusammen. 
Taster diinn, braun; Riissel weifgelb. Ocellarborsten fehlen. Auf dem 
Thoraxriicken verlaufen in der Linie der Dorsocentralen zwei breite 
ascheraue Liangsstriemen, die zwischen sich nur einen schmalen 
Raum der Grundfarbe freilassen, sich hinten vereinen und etwas 
auf die Mitte des oben vollkommen flachen und nackten Schild- 
chens tibertreten. Die Meso- und Sternopleuren zeigen oben und 
hinten einen hellbraunen Fleck. Hinterleib etwas dunkler als die 
Pleuren, mehr braun, am vorderen AuBenecke des vierten bis sechsten 
Tergits mit einem hellen, matt weifgelben Dreiecke- geziert. Beine 
weiBgelb. Mittel- und Hinterschienen tiber den Knien mit einem dunk- 
leren Ringe, Tarsen etwas intensiver gelb. Grundbehaarung des Thorax 
dichter als gewohnlich. Vorne mit acht Reihen Acrosticalbérstchen, 
inklusive derjenigen in der Dorsocentrallinie. Fliigel weiBlich mit 
braunen Flecken: an den beiden Queradern, an den zwei aufwarts- 
gehenden Aderanhangen der zweiten Lingslinie und dem abwarts ge- 
richteten der vierten Liingsader, dann vor der Mtindung der ersten Langs- 
ader, zwischen der Wurzel der dritten und vierten Langsader und 
endlich ein Spitzensaum zwischen der zweiten und vierten Langsader. 

Hieher gehért auch wahrscheinlich Sapromyxa sordida (Wied.) 
Willist. Dipt. St. Vincent, 1896, 383, 7. 


Neue und interessante Dipteren aus dem kaiserl. Museum in Wien. 23] 


Vil. Paranomina nov. gen. 

Diese Gattung zeichnet sich durch ihre abnorme Ixopftorm 
aus. Der horizontale Kopfdurchmesser ist namlich etwas gréBer als 
der vertikale. Der Kopf erscheint im allgemeinen fast kugelig. 
Ferner weicht der vollkommen gerade und ebene Clypeus. stark 
gurtick, wodurch die Mundéffnung weiter nach riickwarts gertickt 
wird. Kennzeichnend ist ferner der ftir seine Linge ziemlich schmale 
Hinterleib, der vielmehr an die Sciomyzinen’ erinnert, namentlich 
durch die GréBe der beiden Genitaltergite (7-+-8) des oF. 

Sonst fallen auf: Der lange, schmale Flitigel, der volumindése 
Riissel, die rudimentiren Ocellarborsten, die einwiarts gebogenen 
vorderen Orbitalen, zwei Sternopleurale, Praeapicale an allen Schienen. 
Das dritte Fthlergled ist fast scheibenformig, die Arista nackt, das 
Schildchen oben flach. 


Typus: 
10. Paranomina unicolor n. sp. 

Kérperlange 5°55 mm; Fligellange 5 mm. — Kap-York, 
Australien, leg. Thorey, 1868; kais. Museum. 

Die Flege ist durchaus rotgelb gefarbt. Die Stirnstrieme 
mattgelb. Das Untergesicht ist weiB bereift, die Pleuren schwiicher. 
Die Fihler sind dunkler, mehr braun zu nennen. Die Arista ist 
schwarz, der Fliigel gelblich hyalin, am Vorderrande intensiver, die 
Adern sind gelb. 


VI. Rhagadolyra nov. gen. 


Auch dieses Genus ist an seimer auffallenden Kopfform leicht 
zu erkennen. Die Stirn springt namlich so stark tiber die Augen 
vor, daf die Breite des vorragenden Teiles fast gleich ist dem 
horizontalen Augendurchmesser. Dadurch mu anderseits das Unter- 
gesicht stark zurtickweichend gebildet sein. Im Profile erscheint 
dabei der Clypeus sanft S-formig geschwungen, am Mundrande 
zwar nicht vorspringend, aber dickwulstig. Betrachtet man den Kopf 
von yorne, so erscheinen die die Stirne begrenzenden Augenrander 


stark eingebuchtet, konkavy — bei allen anderen mir bekannten 
Sapromyzinen-Gattungen gerade — die Stirnspaltenaste verlaufen 


um die Fiihler herum leierférmig geschwungen. Die verengte Stelle 
des eingeschlossenen Clypeus liegt an der seichten Querfurche, 
welche eimen langlichen Hocker zwischen und unter den Fiihlern 


Wiener Entomolotgische Zeiung, XX V1. Jahrg., Heft VII, VIII und IX (20, August 1907). 


239 Friedrich Hendel: 


vom wulstigen Mundrande trennt. Ferner weicht die sechste Lings- 
ader des F'liigels dadureh von den anderen Sapromyzinen- 
Gattungen ab, da sie nicht wie bei diesen des ganzen Verlaufes 
nach gleich dick ist, héchstens die Linge der Basalzellen hat und 
dann stumpf, wie abgeschnitten endet, sondern dab sich an dieses 
Stiick ei ebenso langes, fein auslaufendes anschlieBt, wodurch sie 
doppelt so lang als die Basalzellen wird und dennoch ziemlich weit 
vor dem Fliigelrande endet.  Fliigel lang und schmal, Riissel dick, 
Ocellarborsten fehlen, zwei nach riickwirts gebogene Orbitalborsten, 
eine Sternopleurale, Praeapicale an allen Schienen. Ftihler yon 
Kopfeslange, wagrecht vorgestreckt, das dritte Glied linear, vorne 
abgerundet, dreimal so lang als die beiden ersten zusammen, mit 
basaler, nackter Arista. Schildchen gewélbt, oben nicht abgeflacht. 
Hinterleib oval, breit, wie bei allen Sapromyzinen im Allgemeinen. 


Typus: 
11. Rh. Handlirsehi nov. sp. 


Koérperlange mit den Fiihlern 8 mm; Fligellinge 7 mm, 
— Q. Sydney, Australien, leg. Thorey, 1864, kais. Museum. 

Vorherrschend glinzend rotgelb gefarbt, nur der Hinterleib 
wird yom zweiten Ringe an immer dunkler, dann pechbraun, nach 
hinten zu wieder rot. Vielleicht ist es nur eine Nachdunkelung. 
Die zwei Genitaltergite (7-8) klein, rundlich. Thorax mit  ftinf 
braunen Linien und zwar mit einer Mittellinie vorne, zwei durch- 
gehenden Striemen in der Linie der Dorsocentralen und je einer 
ebensolchen, nur hinten sichtbar, in der der Intraalaren. Schildchen 
einfarbig gelb, nackt. Wangen und Augenring seidenweib, die ersteren 
knapp neben und unter den Augen mit einer groBen, runden samt- 
schwarzen Makel. Pleuren sehr dtinn weiblich bestiéiubt. Das dritte 
Fithlerghed wird yon der Borste bis zur Spitze immer dunkler, 
braun, die Arista ist nur an der Wurzel gelb. Riissel und Taster 
braun. Vorderbeine auf dem Sehenkel mit emmem braunen Liangs- 
wische an der AuBen- und Innenseite, die Schienen und Tarsen 
derselben werden gegen die Spitze dunkler. Die hinteren Beine gelb. 
Fliigel intensiv gelb tingiert, mit gelben Adern. Schwinger gelb, 
Schiippchen hell gewimpert. 

Ich benenne diese interessante Australierin zu Ehren des Herrn 
Kustos A. Handlirseh. 


Neue und interessante Dipteren aus ctem kaiserl. Museum in Wien. 235 


IX. Hypagoga nov. gen. 

Die typische Art dieser Gattung ist Heteromy xa apicalis Schin. 
Novara-Dipteren, 232 (1868). In seiner gediegenen » Revision der 
Helomyziden« hat Czerny im Jahrgang 1904 dieser Zeitung, S. 208 
darauf hingewiesen, daB die Schinersche Art keine Helomyzide ist; 
er hat aber mangels genauerer Notizen kein weiteres Urteil tiber 
die systematische Stellung dieser Gattung abgegeben. 

Nun wird es Wunder nehmen, da ich dieselbe Fliege, die 
Schiner fiir eine Helomyzide hielt und die sogenannte »Iknebel- 
borsten« besitzt, zu den Lauxaninen bringe. Eimgehendere Aus- 
einandersetzungen hiertiber muB ich mir aber hier versagen und 
dieselben auf die »Genera Insectorum« verschieben. 

Die Gattung unterscheidet sich leicht von allen tibrigen 
Lauxaninen-Genera dadureh, dab die Gesichtsleisten, ohne eine 
Vibrissenecke wie bei den Helomyzinen zu bilden, unter dem Auge 
eine Reihe von 5—7 langen, einwirts und abwarts gebogenen Borsten 
besitzen, wie solche in der Ein- oder Zweizahl auch bei anderen 
Gattungen dieser Gruppe, wie auch bei Ephydrinen, vorkommen. 
Die Backen sind breit und hinten herabgesenkt, der Clypeus im 
Profile lotrecht und gerade, von vorne gesehen fast eben. Der 
Riissel ist voluminés, der Fligel em typischer Lauxaninenfliigel 
mit divergierender dritter und vierter Liingsader. Das  eiférmige 
Schildchen hat eine konkave Oberflache wie von einem Eindrucke 
herrithrend. Schienen mit Praeapicalen. Beborstung: Dorsocentrale 
2-+-1, Humerale 1, Notopleurale 2, Supraalare 3, Praescutellare 2, 
Praesuturale 0, Scutellare 4, divergierend. — 1 Prothoracale, 1 Meso- 
pleurale, 2 Sternopleurale. Kopfhorsten wie bei Sapromyxa. 


X. Seciasmomyia nov. gen. 

Diese und die folgende Gattung gehéren in jene Verwandt- 
schaftsgruppe, deren Untergesicht (Clypeus) stark buckelartig auf- 
getrieben ist, also in die Nahe von Physogenia Macqu., Prosopomyra 
Loew, Pachycerina Macqu., Physoclypeus Hend. und Cestrotius Loew. 

Von Cestrotus unterscheidet sie das Fehlen des turmartigen 
Stirnhéckers, von Physogenia und Pachycerina die ovale, fast 
scheibenformige Gestalt des dritten Fiihlergliedes, sowie die Richtung 
der beiden Orbitalborsten, welche nach hinten gebogen sind, von 
Physoclypeus die viel steiler abfallende, gewélbte Stirne, die viel 
breiteren Backen und der weiter herabgesenkte Clypeus, sowie 
das stark vortretende Praelabrum und die hedeutendere Breite der Stirne. 


Wiener Entomologische Zeitung, XXVIJ. Jahrg., Heft VII, VIIL und 1X (20, August 1907). 


234 Friedrich Hendel: 


Frosopomyra ist you allen Gattungen die nachststehende. Thr 
Clypeus ist aber mehr héckerartig aufgetrieben, wihrend bei Seas- 
momyra derselbe sich im Profile kreisformig gebogen darstellt. Auch 
ist das Praelabrum bet Prosopomyta nur schwach entwickelt und 
das Gesicht yon yvorne gesehen viel schmaler. Xangeléna Walk. 
oder die Beckersche Gattung hat schmilere Backen, welche bei 
unserer Gattung fast so breit sind wie der vertikale Augendureh- 
messer. 

Von allen angefiihrten Gattungen laibt sie sich aber auch 
durch die Fligelhaltung unterscheiden, welche die gleiche wie bei 
Peplomyxa Hal. ist, ferner durch das Vorhandensein einer inneren 
Reihe von vier Dorsocentralborsten neben der aiuberen von gleicher 
Anzahl. Die Fliigel zeigen Langsreihen yon Punkten und Hufeisen- 
Heckchen, entweder hell auf dunklem Grunde oder umgekehrt. Die 
eine Art besitzt auch zwei lange einwirts gebogene Borsten unter 
dem Auge, die Vibrissenborsten ihneln. Priiapicale an allen Schienen 
vorhanden. Zwei Sterno-, eine Mesopleurale. 


12. Sciasmomyia Meijerei’) n. sp. 

Korper- und Fligellange 7 mm. ~-- 2 Q, Tong-King 
Hinterindien, 23000’; April-Mai, leg. Fruhstorfer; kais. Museum 
in Wien. 

Von hell ockergelber Grundfarbe des ganzen Leibes. Runde 
seplabraune Flecke legen am Ocellenhécker, an den Orbitalborsten 
und der inneren Scheitelborste. Das Wangendreieck ist schwarz- 
braun. Durch die tiefer braune Farbung der Stirnstrieme erscheint 
neben den hellen Scheitelplatten ein bis nach yorne reichendes 
ebenso helles Ocellendreieck abgegrenzt. Ocellare und Verticale stark 
entwickelt. Fthler rotgelb, relativ kurz: Arista basal, mittellang, 
fein, fast wollig gefiedert. Clypeus mit einer braunen Mittelstrieme 
und seitlichen Y-artigen Zeichnungen. Unter dem Auge ein dunkler 
Fleck. Die Spitze des Praelabrumus und der Taster etwas gebraunt. 
Alle Thoraxborsten stehen auf runden braunen Flecken, auch die 
Harchen auf braunen Piinktchen. In der Mitte des Riickens legen 
vier Liingsreihen von je fiinf solcher Flecke, deren hintere vier die 
Dorsocentralborsten tragen. Schildechen mit einem basalen Hufeisen- 
fleck und zwei gréBeren schwarzen Fecken an der Spitze, wo die 
Borsten parallel stehen und zwei kleineren an den Wurzeln der 

1) Ich widme die Fliege dem verdienstyollen hollindischen Forscher, dem 
griindlichen Kenner der Entwicklung der Dipteren. 


Neue und interessante Dipteren aus dem kaiserl. Museum in Wien. PO) 


lateralen Borsten. Pleuren braunfleckig. Hinterleib ockergelb, mit 
dunkleren Hinterrandsaumen. Schwinger gelb, Schiippchen braun 
gewimpert. Schenkel an der Wurzel und vor der Mitte verwaschen 
dunkler braun, duBerstes Knie braun, Schienen mit zwei deutlichen 
braunen Ringen in den Dritteln der Linge, Metatarsus an der 
Basis braun, Tarsen gegen das Ende zu dunkler werdend.  Fligel 
auf dunklerem Grande mit hellen Flecken. Zu beiden Seiten der 
zweiten Liingsader 7—S8 runde Flecke, ebensoviele ungefahr an der 
dritten und vierten Lingsader, aber mit hufeisenformigen gemischt, 
Weniger legen an der fiinften.  Hinterrand der Fltigel  heller, 
mehr hyalin. 


13. Seiasmomyia dichaetophora n. sp. 


Koérperlinge 3 mn, Fliigellinge 4 mm. — 2 Q; Amur- 
eebhiet, lee. Schrenk, kais. Museum Wien. 


Diese Art unterscheidet sich von der vorhergehenden dureh 
die bedeutend geringere Grobe, durch die zwei langen Borsten unter 
dem Auge und dureh die dunkle Fliigelzeichnung auf hellem Grunde. 
Die Grundfarbe ist ebenfalls ockergelb, der Kérper glanzt aber etwas 
fettig und ist nicht ganz matt wie bei der ersten Art. Auch die 
braune Zeichnung aller Teile ist mehr verwaschen und lange nicht 
so markiert. Die Stirne hat die gleichen drei Seitenflecke an den 
Borsten und auch den Ocellenfleck; vor demselben ist das  spitze 
Ocellendreieck aber nicht hell, sondern hier dunkler braun als die 
seitliche, helle Seitenstrieme. Fiihler und Untergesicht wie bei der 
ersten Art, nur ist die Zeichnung des letzteren verwischt. Dasselbe 
gilt auch yon der Riickenzeichnung. Das Schildchen und der hintere 
Teil des Riickens elinzen bei dieser Art sogar sehr auffallend. Die 
schwarzen Flecke des Schildchens haben eine noch gréfere Aus- 
dehnung. Der Hinterleib hat dunkle Wurzelpunkte an den Borsten 
der Segmentriinder. Nur an den Hinterschenkeln sehe ich vor der 
Spitze einen yverwischten dunkleren Ring; ebenso zeigen blob die 
hintersten Schienen zwei braune Ringe, die beiden vorderen haben 
bloB den unteren Ring. Die Fiibe sind hell. Fligel auf hellem 
Grunde mit dunkleren, braunen Tupfen und hufeisenformigen Flecken. 
Je eine Lingsreihe von 8-9 solcher Flecke in der Subcostal-, Cubital- 
und ersten Hinterrandzelle. Die hinteren Zellen der Fltigel armer 
getleckt. Alles tibrige wie bei der vorigen Art. 


Wiener Kutomologisehe Zeitung, XXVI. Jahrg., ett VU, VILL und [X (20, August 1907). 


226 Friedrich Hendel: 


XI. Cerataulina noy. gen. 

Vortrefflich charakterisiert durch die tiberkopflangen, vorge- 
streckten Ftihler, deren auffallende Linge aber nicht durch das 
dritte Fithlerglied, sondern durch die beiden Basalglieder heryor- 
gerufen wird. Das erste Glied ist das laingste, etwas weniger als 
die Halfte der ganzen Fiihlerlinge lang. Es ist an der Wurzel dtinner 
als gegen das zweite Ftihlerglied zu, oben und unten beborstet. Das 
aweite Gled ist die Halfte des ersten lang, etwas ktirzer als das 
kegelf6rmig zugespitzte dritte; gleichfalls oben und unten Borsten 
tragend. Die Arista steht medial und ist beiderseits dicht gefiedert. 

Die Gattung gehort auch zu denjenigen, deren Clypeus hécker- 
artig aufgetrieben ist und zwar hat sie von allen den am stiirksten 
gvekriimmten Clypeus, der ziemlich weit tiber die Augen vorsteht 
und steil zum Mundrande und zur Stirne abfallt. Das Praelabrum 
steht etwas vor. Von den zweiten Orbitalborsten sind die unteren 
vorwirts und eimwarts gebogen. Ocellare fehlen. Riissel und Taster 
sind normal, ebenso der Fliigel wie bei der ganzen Gruppe gewohnlich 
geadert. Beborstung: D.-C. 2--1; Praescut. 1 Paar; 1 Praesuturale, 
| Hum., 2 Notopleur., 3 Supraal.; 1 Meso- und 1 Sternopleur. — 
1 Prothoracale. --- Praeapicale an allen Schienen. Schildchen sehr 
lang, die Halfte des ganzen Thorax, eif6rmig spitz, oben flach und 
nackt, mit vier Borsten, die an der Spitze divergieren. 


14. Cerataulina longicornis nh. sp. 

Koérperlainge ohne Fiihler und Fligellange 3 mm. — 
Neu-Guinea, Friedrich Wilhelms-Hafen, leg. Bir6é, 1900. Ungar 
National-Museun. 

Die Grundfirbung des ganzen Leibes ist ein unscheinbares 
weibliches Gelb, mit ziemlich starkem Glanze. Stirne in der oberen 
Halfte hellbraun. Gleich unterhalb der vorderen Orbitalborste hegt 
ein ovaler samtschwarzer Fleck, der den ganzen Raum = zwischen 
Fiihlerwurzel und Auge ausfiillt und mit seiner unteren Halfte auf 
den Wangen liegt. Der Clypeus ist dunkelbraun, glanzend, die 
Wangen und Backen aber weibgelb. Taster gelb, nur an der Spitze 
schwarzlich. Die Fiihler sind gelblich, gegen die Spitze zu hellbraun. 
Die Arista ist éuBerst dicht und mehr anliegend mittelmabig gefiedert, 
die Fiederhaare sind dunkelbraun. Der Thoraxriicken und das Schild- 
chen sind im Vergleiche zu den lichten Pleuren hellbraun. In der, 
Linie der Dorsocentralen sind verwaschene, dunklere Lingsstriemen 
erkennbar. Undeutliche Lingsstriemen sind auch tiber und unter 


Io 
9 
=~! 


Neue und interessante Dipteren aus dem kaiserl. Museum in Wien. 


der Sternopleuralnaht sichtbar. Das Abdomen ist hellbraun, ohne 
auffallende Beborstung. Die Beine sind weifgelb. An den vordersten 
sind die Schenkelspitzen, die Schienen und noch mehr die Tarsen 
verdunkelt, braun. Die Fliigel sind véllig glashell, mit lichten 
Adern. Schwinger gelblich. Die Praeapicalborsten an den hintersten 
Schienen sind nur sehr klein. 


Pachycerina javana Macquart. 

Diptéres exotiques, 8./4, 274, 20. — Ceylon (Natterer), Java 
und Darjeeling (Fruhstorfer). Kaiserl. Museum. 

Dem Macquartschen Stticke fehlten die Fithler, weshalb er 
die Gattung nicht erkannte. Die Art zeigt folgende Unterschiede 
von seticornis Fallén, wie sie Becker in seiner Monographie be- 
schrieben hat: 

Das dritte Fiihlerglied ist schmaler, der Clypeus mehr blasig 
aufeetrieben und die Mundéffnung daher gréber, die Taster sind 
nur an der Spitze schwarz, der Ocellenhécker ist flacher, der Riicken 
und das Schildchen sind glinzend rostgelb, ersterer mit vier abge- 
kiirzten braunen Striemen in der Vorderhalfte, die zwei mittleren 
in der Dorsocentralreihe, die zwet auBeren tiber die Schultern ver- 
laufend, und zwei ebensolchen in der Hinterhilfte, in der Linie der 
Intraalaren. Hinterleib rostgelb, sechstes Tergit mit zwei schwarzen 
runden Flecken. Fliigel gelblich hyalin, ohne jedwede dunklere 
Sdumung und Tribune. 


Subfam. Milichinae. 
Leptometopa Becker. (Tafel I, Fig. 5.) 

Diese Milichinen-Gattune war Becker, als er sie in den 
Aegyptischen Dipteren, 1903, p. IS88 beschrieb, nur im weiblichen 
Geschlechte bekannt, auBerdem in wenig gut konservierten Stiicken. 
Da mir nun auch Mannchen aus Aden in Arabien (leg. Simony, 
XII, 1898. Kaiserl. Museum Wien) vorliegen, bin ich in der Lage, 
diese interessante Gattung besser kenntlich zu machen. 

Da mir anfangs meine Fliegen wegen einiger Abweichungen 
in der Beschreibung von Lept. raufifrons Beck. verschieden zu sein 
schienen, schrieb ich an Herrn Becker um Aufklarung. Derselbe 
teilte mir mit, daB nur eine Art vorliege, die er spater auch noch 
in Biskra (Algerien) fing und auch aus Tibet erhielt. Die Abweichungen 
in der Beschreibung beruhen auf den angefiihrten Griinden und 
beziehen sich auf folgendes: 


Wiener Entomologische Zeitung, XX VI. Jabrg., Left VII, VILL und IX (20, August 1907). 


238 Friedrich Hendel: 


Supraalare drei; statt Mesopleurale soll es heiben Pteropleurale 
1—2; Taster sind vorhanden und zwar sind dieselben lang, gegen 
das Ende etwas keulig und gelb. Das Schildchen ist unbehaart, 
die aiuBbersten zwet Borsten desselben sind gekreuzt. Die Orbital- 
borsten zerfallen in drei einwarts gebogene »untere« und zwei aus- 
wirts gebogene »obere«<, von denen die vordere vorwirts, die hintere 
rickwiirts gebogen ist. Die Verticalborsten sind stark entwickelt, 
konvergierend, fast gekreuzt. Auf der Stirnstrieme, ohne besondere 
Chitinleisten, stehen zwei Reihen feiner Kreuzbérstchen; am vordersten 
Stimrande tiber den Fthlern vier zarte Borsten. Am auffallendsten 
sind die beim Mannchen stark erweiterten Hinterschienen, wie solche 
auch bei Desmometopa latipes Meigen und sordida Fallén,) bei 
letazterer Art nach emer Mitteilung Beckers, vorkommen. 

Vollig unaufgeklirt ist nattirlich die biologische Bedeutung 
dieser Schienenerweiterung beim co. Am ehesten scheint es mir 
ein Sammelapparat zu sein, wie em solcher ja ahnlich bei den 
Sammelbienen ausgebildet ist. Die Aubenseite der Erweiterung ist 
nimlich vertieft, so dab eine veritable Grube gebildet wird, welche 
unbehaart und unbeborstet ist, aber eime feine, aus Punkten und 
tillen gebildete Skulptur besitzt. Parallel damit sind die Metatarsen 
(ler Vorder- und Hinterbeine mit steifen Borstenhaaren biirstenartig 
besetzt, so dab also eme gewisse Analogie mit dem »Kérbchen« 
und dem »Btirstchen« der Honigbiene gegeben erschemt. Auch der 
lange geknickte Riissel deutet auf den Besuch von Bliiten hin. 
Interessant ist ferner auch die Vorliebe des Tieres fiir Wiisten; 
sie wurde an der Sahara, an der arabischen Wiste und in Tibet 
gefangen. 


XI. Horaismoptera nov. gen. 


Am niichsten verwandt mit JJeonewra Rond., von der sie sich 
durch den mit weitliufigen Borsten besetzten Fliigelvorderrand und 
die konvergierenden, an der Fligelspitze stark genaherten Lings- 
adern zwei und drei auf den ersten Blick unterscheidet. Bei starkerer 
VergréBerung zeigt es sich aber, daB die Costa nicht hinter der 
dritten Lingsader abbricht, sondern sich, wenn auch viel dinner, 
bis zur Mtindung der vierten Liingsader fortsetzt. 

1) Die Notiz Wahlbergs in Zetterstedt, Dipt. Scand. VII, 2785  iiber 
Madixa palpalis 2% in litt. bezieht auch schon Wulp in Tijdsch. vy. Entom. ser. 
Hl, 6, p. 197 (1871) auf sordida Fallen. 


Neue und interessante Dipteren aus dem kaiserl. Museum in Wien. 239 


Von Desmometopa Loew, Madixa Fall. und Leptometopa Beck. 
unterscheidet sie sich dadurch, dai der fleischige Riissel nicht halig 
umgeschlagen ist und dab die Mesopleuren nicht nackt sind, sondern 
unter rauher Behaarung eme aufwarts gebogene Borste am Ober- 
rande und eine nach hinten gerichtete an der Mesopleuralnaht 
tragen. 

Vom Verwandtschattskreise der Gattung Mdchia Meig. trennen 
sie die nahe beisammenstehenden Queradern und das Fehlen eines 
vorspringenden Lappens am Fliigelvorderrande. 

Die Gattung Husephona Coqu. scheint mit Leptometopa Becker 
sehr nahe yerwandt zu sein und hat einen korperlangen, geknieten 
Riissel. 

Rhodesiella Adams hat divergierende Scutellare und am Schild- 
chen »spmous tubercles on sides near apexs. 

Aphaniosoma Becker, yom Autor zu den Geomyzinen gestellt, 
scheint mir auch yvyerwandt zu sein, unterscheidet sich aber in der 
Chatotaxie und durch den nackten Fliigelrand. Auffallend ist auch 
bei dieser Gattung die Convergenz der zweiten und dritten Liingsader. 

Der Kopf ist so breit als der Thorax, seine Form von vorne 
und im Profile sind aus der Zeichnung ersichtlich. Die Stirne ist 
auber den Borsten mit rauher Behaarune bedeckt. Unter den 
Fiihlern befindet sich eme halbkugelige, grubenartige Vertiefune. 
Die Beborstung zeigt ebenfalls die Tafel. Hinterkopf sanft ausge- 
hohlt. Praelabrum nicht vorstehend. Fiihler kurz, anliegend, erstes 
Glied undeutlich sichtbar, zweites die Halfte des fast kreisformigen 
dritten lang, haarig, an der Innenseite mit zwei nach auben gebogenen 
dornartigen Borsten besetzt. Arista an der Basis dicker, gegen die 
Spitze zu auberst zart pubeszent. Taster keulenformig. Thorax mabig 
gewolbt, im Profile oben ziemlich gerade. Humerale zwei, eine davon 
nach innen und aufwirts gebogen, zwei Notopleurale, Supraalare 
zwei oder mehr, da einige Haare borstenartig sind, Dorsocentrale 5---1, 
ein Praescutellarpaar, eine Praesuturale. —- An den Pleuren: eine Pro- 
thoracale, zwei Mesopleurale wie oben angegeben, eine Sternopleurale. 


z 


Schildchen breit, eif6rmig, oben eben, nur an den Seiten der Ober- 
fliche behaart, mit vier. Randborsten, diejenigen an der Spitze 
gekreuzt. Schtippchen fast rudimentir. Hinterleib linglich oval: die 
ersten ftinf Segmente deutlich entwickelt. Das zweite so lang wie 
das dritte und vierte zusammen, die letzten vier mit Randmacro- 
chaeten. Das sechste und siebente Tergit bilden beim co die kugelige 
Umhiillune der Genitalien, die mittelgrof sind. Schenkel verdickt, 


Wiener Entomologische Zeitung, XX VI. Jahrg , Heft VII, VIL und LX (20, August 1907). 


24() Friedrich Hendel: 


yorderste mit Borstenreihen auBen, oben und unten, mittlere auf 
der Vorderseite beborstet, hintere mit einer Reihe langerer Borsten 
auf der Unterseite. Schienen gekriimmt, keulenformig, die mittleren 
und hinteren am Ende an der Innenseite mit langem sichelformigem 
Sporne. Hinterschienen an der Aubenseite wimperartig beborstet. 
Vorderhiiften yorne mit Borsten. Fliigel vorne zugespitzt, hinten mit 
breitem Hinterlappen, wie die Abbildung zeigt, geadert. Der letzte 
Abschnitt der fiinften Lingsader geht in eine Falte tiber. Sechste 
Lingsader und Analader faltenformig. Basalzellen fehlen vollstindig. 


15. Horaismoptera vulpina n. sp. ot (Tafel I, Fig. 9—11). 

Koérper- und Fligellange 25—3 mm. — Ab-del-Kan, 
Arabien, leg. Prof. O. Simony. Jiainner 1899; kaiserl. Museum. 

Stirnstrieme, Fthler, Wangen bis hinunter zum Unterrande 
des Kopfes gelbrot, Scheitelplatten, Hinterkopf, Backen und Clypeus 
zwischen den Borstenreihen aschgrau. Dasselbe Grau zeigt der ganze 
Brustkorb und der Hinterleib; letzterer sogar einen Stich ins Violette. 
Die rauhe Behaarung, womit der ganze Korper hedeckt ist, zeigt 
eine fuchsrote Farbung, was dem Tiere ein eigenes Colorit gibt 
Auch die Borsten sind zumindest in ihrer Endhiilfte fuchsrot. Die 
Beine sind kurz und stark, von rotbrauner Farbe, die Schenkel 
dunkler und mehr weniger grau bestiubt, mit Ausnahme der Spitze. 
Die Tarsen sind breitgedriickt, das letzte Glied dunkel. Die Adern 
der Fliigel sind rotgelb, was besonders an der Fliigelwurzel auf- 
fallend ist. 

XI]. Hypaspistomyia n. gen. 

Diese Gattung steht Desmometopa Loew sehr nahe und kénnte 
sonst mit keer anderen Gattung verwechselt werden. Es gilt ftir 
sie alles, was ich in dieser Zeitung, Jahrgang 1903, Seite 251 
iiber Desmometopa geschrieben habe. Die wesentlichsten Unterschiede 
liegen in der Gesichtsbildung. Die Fiihler (siehe Tafel I, Fig. 5) 
werden an der Wurzel durch die keilformige Lunula ausemander- 
eedrinet und daran leet sich das vorstehende Praelabrum, das von 
vorne gesehen einem Schildchen gleicht und den auBbergewohnlich 
hohen Ausschnitt des Mundrandes erfiillt. Bet Desmometopa Loew 
ist der Mundrand bedeutend weniger hinaufgezogen und verschmelzen 
die hier getrennten Fiihlergruben in eine gemeinschaftliche. AuBer- 
dem zeigt bei der neuen Gattung der fiinfte Hinterleibsring eine 
abnorme Liinge, indem er beinahe die Hialfte des Abdomens an 
Lange erreicht. 


Neve und interessante Dipteren aus dem kaiserl. Museum in Wien. 2a 


Der Kopf ist so breit als der Thorax, seine Form in’ beiden 
Ansichten, sowie seine Beborstung zeigt die Tafel. Die Kveuzborstchen- 
reihen auf der Mitte der Stirne, neben einem schmalen Ocellen- 
dreieck, sind auBerst zart und fein und stehen nicht auf besonderen 
Chitinleisten. Die ganze Beborstung tiberhaupt viel schwacher als 
bei den typischen Desmometopa-Arten. Die Fiihler sind kurz und 
anliegend. Das erste Glied nicht sichthbar, das zweite halb so lang 
als das dritte, dieses kugelf6rmig, nicht blob scheibenformig. Das 
zweite Glied trigt oben eine abstehende Borste. Arista gegen die 
Wurzel stirker werdend, kaum wahrnehmbar pubeszent. Taster keulen- 
formig, Riissel mit verlangerten, knieférmig zurtickgeschlagenen La- 
bellen. Thorax mibig gewolbt. Humerale 1, Notopleurale 2, Supra- 
alare 3; vorne keine Dorsocentrale; durch den hinteren Riticken 
geht die Nadel, weshalb ich die Beborstung nicht wahrnehmen 
kann. Pleuren nackt und fast unbeborstet. Wie bet Desmometopa 
nur eine schwache Prothoracale und eine Sternopleurale. AuBerdem 
sehe ich hier eine Pteropleurale. Das Schildchen ist auber den vier 
Randborsten, von denen die an der Spitze gekreuzt sind, nackt, an 
der Oberseite schwach gewoélbt. Hinterleib lainglich oval, mit. fiinf 
deutlich sichtbaren Segmenten, wovon das zweite so lang wie das 
dritte und vierte zusammen und das fiinfte fast so lang als der 
halbe Hinterleib ist. Beine wie bet Desmometopa ohne auffallende 
3eborstung. Schenkel dick, Schienen keulenférmig, besonders die 
hintersten flach. Ich vermute, dab das 3% erweiterte Hinterschienen, 
fihnlich wie bei Desmometopa latipes Mg. besitzt. Den Fliigel zeigt 
das Bild besser als Worte ihn beschreiben kénnen. Der erste Costa- 
abschnitt ist hier so zart behaart, dafb er wohl kaum_ beborstet 
genannt werden kann. Hinter der zweiten Langsader wird die Costa 
viel diinner, ahnlich wie bei Desmometopa Loew. Die Basalzellen 
sind nur sehr wenig entwickelt, rudimentiir. 


16. Hypaspistomyia Coquilletti’) n. sp. 
Koérperlange 2°5 mm, Fligellange 2 mm. — Arabien, 
Aden. Dezember 1898, leg. Prof. O. Simony: kaiserl. Museum. 
Stirnstrieme mattschwarz. Ocellentleck, Hinterkopf, Scheitel- 
platten und der beborstete Mundrand aschgrau bestiiubt. Ebenso 
erscheint mir die keilformige Lunula. Bis zur Stirnmitte reicht ein 
spitzes, glanzendschwarzes Stirndreieck nach vorne. Backen glanzend 


1) Gewidmet dem umfassenden Kenner der amerikanischen Dipteren-Fauna. 


Wiener Entomologische Zeitung, XX VI. Jahrg., Heft VIJ, VIII und 1X (20, August 1907). 


240 Friedrich Hendel: 


schwarz, sehr fein gerillt; desgletchen der von yorne sichtbare Schild 
des Praelabrums. Die Fiihler sind braunschwarz, die Taster hell- 
braun namentlich an der Spitze. Der Thoraxriicken ist blaulich 
ascherau bestiubt, mit schwachem Glanze auf dem schwarzen Grunde 
und mit schwarzen Wurzelpunkten an der kurzen Behaarung. Schild- 
chen glinzend schwarz. Als Fortsetzung der glanzend schwarzen 
Farbe der Backen .erscheint diejenige der ganzen Pleuren und des 
Seitenrandes des Abdomens. Die ersten vier Hinterleibsringe sind 
oben schwach grau bereft, der fiinfte glanzt schwarz. Alle Schenkel 
und Sechienen, auch die Vordertarsen, schwarz, die mittleren und 
hinteren Tarsen weibgelb. Schwinger gelb. Fltigel etwas milchig, 
mit ganz lichten Adern. 


Desmometopa Loew. 


Herr Th. Becker hat in dieser Zeitung, Seite 1—5 eine 
Auseinandersetzung der palaearktischen Desmometopa-Arten gebracht. 
Bis jetzt sind folgende acht Arten bekannt geworden; 


1. D. halteralis Coquillett, Proced. Unit. Stat. Mus. XX, 267 (1900). 
Porto-Rico. 

2. D. latipes Meigen (= annulitarsts Zett. et Roser; = annuli- 
neana Ros.). 

3. D. luteola Coquillett, Journ. New York entom. Soc., X, 188 (1902). 
Arizona. : 

4. D. minutissima Wulp., Termész. Fiizetek, XX, 611, 1897, als 
Agromyxa-Art aus Neu-Guinea. 

Da dies ein Nomen bis lectum ist, nenne ich die von 
Mik, Wiener ent. Ztg., 1898, 150 neu beschriebene Art Desm. 
Weatpi. 

5. D. M-nigrum Zetterstedt (= niloticum Beck.). 

6. D. sordida Fallén (= M-atrum Meigen). 

7. D. tarsalis Loew, Dipt. Amer. sept. ind., Cent. VI, 96 (1865). 
Mit dieser Art ist auch D. séngaporensis Kertész, Termeész. Ftzetek 
XXII, 194 (1899), dessen Typen im k. k. Museum vorhanden 
sind, identisch, so daB diese Art kosmopolitisch ist. Man kennt 
dieselbe aus Cuba, Aegypten, Arabien (Aden, leg. O. Simony, 
k. k. Museum), Kamerun (Meijere, Zeitsch. f. Hymenopt. u. Dipt., 
1906, 342) und Singapore. 

8. D. simplicipes Becker, |. ¢. 


Neue und interessante Dipteren aus dem kaiserl. Museum in Wien. Bids 


Subftam. Thyreophorinae. 


Diese von Macquart in den Suites a Buffon If, 495 aut- 
gestellte Gruppe der »Acalyptraten« wurde von Schiner adoptiert 
und auch von den folgenden Dipterologen angenommen. Im Jahr- 
gange 1902 der Zeitschrift fiir Hymenopt. und Dipterolog., S. 126 
habe ich der einzigen, bis dahin bekannten Gattung Thyreophora 
Meigen mit dem Typus cynophila Panzer eine zweite Gattung hinzu- 
gettigt: Centrophlebomyia mit dem Typus furcata Fabr. 

Die Berechtigung der Trennung einer Gattung hinet aber 
nicht von der Artenzahl derselben ab, sondern von dem Werte der 
Charaktere. (J. W. Yerbury, Trans. ent. Soc. London, 1903, LX.). 

Die bis jetzt bekannten Formen lassen sich folgendermafen 
auseinanderhalten : 


I. Costa nur wimperartig behaart, Thorax und Schildchen langzottig, 
ohne deutlich erkennbare Einzelborsten; Augen klein, rund; Hinter- 
kopf auBerordentlich aufgeblasen: Thyreophora Meigen. 

Th, cynophila Panzer, Europa. 
Th. anthropophaga R.-D. Europa. 
(Essai sur les Myodaires 623. »Long. 1 ligne. Tout-a-fait 
petite: lineaire; dun rougeatre mélé de brun; ecusson prolongé 
et biépimeux.«) 


II. Costa auber den Haaren mit einer Reihe Stachelbérstchen besetzt: 
Thorax und Schildchen kurzhaarig, mit deutlichen Macrochaeten; 
Augen relativ gréber, wagrecht oval; Hinterkopf schwach gepolstert. 

Centrophlebomyia Hendel. 

a) Fiihler schwarz, Thorax und Kopf rostfarben, Abdomen 
glanzend schwarz. C. antipodium Osten-Sacken. 
(Ent. Month. Mag. XVII, 25, 1881. Tasmanien). 

6) Fiihler rostfarben, Thorax dunkelgrau oder schwarz. Hine 
Orbitale, 54-1 Dorsocentrale, 0 Humerale. Leib aschgrau. 

C. furcata Panz. Europa. 
Zwei Orbitale, 3--2 Dorsocentrale, 2 Humerale, nach oben 
divergierend. Thorax und Hinterleib glinzend schwarz, letz- 
terer violett schimmernd. Linge 4 mm. 
17. C. orientalis n. sp. 
(Indien: Darjeeling, Juni; am Himalaya, leg. Fruhstorfer; 
k. k. Museum). 


Wiener Entomologische Zeitung, XXVI. Jahrg., Heft VII, VILL und IX (20, August 1907). 


DA. Friedrich Hendel: 


Sublam. Trypetinae. 
Toxotrypana (iersticker. (Taf. I, Fig. 7.) 

Die systematische Stellung dieser Gattung bei den 7rypetinae 
und nicht bei den Ortalidinae diirfte doch jetzt eme gesicherte 
sein. Ich kann nur die Ausftihrungen Snows (Kans. Univ. Quart., 
TV, 117, mit Abbild., 1895) bestatigen und billigen, der auch die 
friiheren Literaturangaben macht. Nach ihm (1898) hat aber Wulp 
in der Biologia Centr-Amer. (II, 379, Tafel X, 2, 2a) die Art 
wieder zu den Ortalidinae gestellt, was bei dem Vorhandensein 
sunterer« Orbitalborsten nicht richtig: ist. 

Mikimyia Bigot, Bull. Soe. ent. France, 1884, XXTX, ist, wie 
Mik dargetan hat, synonym mit Toxrotrypana Gerst. Ob aber die 
Art M. fureifera Big. mit der Gerstackerschen 7. curvicauda 
zusammenfallt, méchte ich nicht unbedingt als richtig bezeichnen. 

Mir liegt ein Weibchen von Toxotrypana aus Rio Grande do 
Sul (leg. Stieglmayer, kaiserl. Museum) vor, das mit keiner der 
tiber die Fhege gemachten Beschreibungen tibereistimmt, am ehesten 
noch mit den Angaben Réders in der Wien. ent. Zeit., X, 32 (1891) 
tiber ein brasilianisches Weibchen. Seine Mabe sind: Koérper- und 
Fligellange 12 mm, Legeréhre 18 mm. 

Die Abweichungen beziehen sich auf folgende Umstande: 


1, Der Mundrand ist nicht leicht aufgebogen, der Clypeus ist viel- 
mehr yollstiindig eben, ohne am Mundrande im Profile etwas 
vorzustehen. 

2. Die zweite Liingsader miindet ungefahr in der Mitte zwischen 
der ersten und dritten Liangsader, wahrend die Abbildungen 
(Grerstickers und Snows den Costa-Abschnitt 1—2 ungefaihr 
doppelt so lang erscheinen lassen als den zwischen zwei und drei. 


3. Die Gabelzinke der zweiten Liingsader geht nicht nach vorne 
zur Costa, sondern nach hinten zur dritten Liingsader und zwar 
auf beiden Fliigeln in véllig gleicher Weise. Nun scheint mir 
freilich auf diese Zinken der zweiten Liingsader kein besonderes 
Gewicht gelegt werden zu sollen, da vy. d. Wulp in seiner Ab- 
bildung neben dem Gabelast zur Costa auch em Rudiment zur 
dritten Langsader auf dem eimen Fliigel abbildet und auch 
Snow dergleichen erwahnt. Immerhin scheint mir aber die 
Regelmabigkeit der Querader zwischen der zweiten und dritten 
Langsader bei memer Fliege bemerkenswert zu sein. 


Neue und interessante Dipteren aus dem kaiserl. Museum in Wien. DAD 


4, Farbungsunterschiede: Der Scheitel zeigt tiber die Ocellen  ver- 
laufend ein schwarzes Querband. Die vordere Stirnhalfte ist 
samtartig braunschwarz, bogenartig nach oben begrenzt. Die 
zwei Mittelstriemen des Thorax verlaufen gleich breit bleibend 
bis zum Schildchen, vor welchem sie ei Querbiandchen bilden. 
Die zwei Seitenstriemen hinter der Quernaht gerade, nach hinten 
divergierend. Metathorax mit vier schwarzbraunen Striemen, der 
Raum zwischen den zwei mittleren etwas verdunkelt. Nur «te 
Meso- und Pteropleuren mit emer braunen Strieme. Der Fliigel 
zeigt wohl die goldgelbe Tingierung in der Ausdehnung wie sie 
Gersticker 1. ¢ beschreibt, aber nicht den braunen Wisch 
an der dritten Liangsader, welcher auch in v. d. Wulps Ab- 
bildung sichtbar ist. Der schwarze Mundrand bildet mit der 
schwarzen Mittellinie des Clypeus eine Kreuzzeichnung. 

Von Borsten sind nur entwickelt: zwei sehr kleme parallele 
Postyerticale, die Innere, convergente Scheitelborste etwas stirker, 
und vorne einige haarformige »untere« Orbitalborsten. Am Thorax 
die hintere Notopleurale, ferner am Schildchen zwei kleine auf- 
rechte und gekreuzte an der Spitze und je eime haarformige 
Borste an den Seiten. 

Da mir kein weiteres Materal vorliegt, will ich nur auf dieses 

Exemplar aufmerksam gemacht haben. 


Erklarung der Tafel 1. 


Figur 1: Fliigel von Chaetocoelia distinctissima Schiner. 


3 We » pdlans Gigl. Tos. n. sp. 
Boa ty » cdloptera n. sp. 

by at Ae » Hypaspistomyia Coquilletty n. sp. 

» 5: Kopf von » » >» » 

ye the » » » > » 


» F: Toxotrypana-Species, Q. 
>» 8: ot von Leptometopa rufifrons Becker. 
>» 9: Kopf von Horatsmoplera vulpina n. sp. 


See ae))s » » » » y 
» 11: Fltigel von > > » » 


Wiener Entomologische Zeitung, XXVI, Jahrg., Heft VII, VIII und IX (20. August 1907), 








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Friedrich Hendel: 
Tatel I. - Neue Dipteren aus dem kars. Museum. 


Wien.Entomol. Zeitung 
XXVL. Jahryang 1907. 


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FHendel fec. Lith.u.Kunstdruck v.Th.Bannwarth Wien 








Figur 1. 


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13. 


PFLANZENOKOLOGISCHE BEOBACHTUNGEN AUF SUD-LUSSIN, 137 


Anmerkung. 


im ungarischen Texte stellt vor: Quercus llex-Macchia bei der Bocca falsa. 

Olea europaea aus dem Val oscuro bei Lussin-grande. 

Olea europaea bei der Privlaka nachst Lussin-piccolo. 

Theil eines Querschnittes durch das Blatt von Olea europaea. Es fiillt auf 
das dichte Chlorophyllgewebe, die mehrreihige Palissadschicht, das 
palissadartige Aussehen der untersten Zellreihe im Schwammgewebe, 
die vielen Sklereiden, die dickwandige Epidermis und die iiber den 
Spaltéffnungen sich ausbreitenden Schuppenhaare. Schwache Ver- 
grosserung. 

Spaltoffnung und Schuppenhaar in der untern Epidermis des Blattes von 
Olea europaea. Stiirkere Vergrésserung. 

Querschnitt aus dem Blatte von Quercus Ilex. Theilweise schematisch. Es 
fallen auf die Haarbildungen an der untern Epidermis, dieselben be- 
decken die Spalt6ffnungen; ferner der dichte Bau des Chlorophyll- 
gewebes und die intensiv entwickelten Stereombtindel, die jeden diinn- 
sten Mestomzweig begleiten und selbe sowohl mit der untern als auch 
mit der obern Epidermis verbinden. 

Querschnitt aus dem Blatte von Cistus villosus. Schematisch. Es wird 
ersichtlich die Welluug der Blattspreite, die dichte Behaarung und die 
die Mestombtindel umfangenden, beiderseits bis zur Epidermis reichen- 
den Stereombiindel. 

Spaltéffnungen von vuniperus Oxycedrus. 

Spaltéffnung von Trichonema Bulbocodium. 

Quercus llex bei der Bocca falsa, ausserhalb der Macchia gestanden. 

Im Gestriippe gewachsener Juniperus Oxycedrus-Strauch. 

In Laub-Hochwald gewachsener Juniperus Oxycedrus-Strauch, aus der 
Gegend von Orehovieza (Kroatien). 

Fruchttragender Zweig von Myrtus communis. 


. Fruchttragender Zweig von Viburnum Tinus. 
5 
. Zick-zackf6rmiger Zweig von Smilax aspera. 
oD D 


(Separatim editum est die 15. Aprilis L901.) 


XXIV. _ TERMESZETRAJZI FUZETEK. 1901. 





ZUR KENNTNIS DER TETANOCERINEN (DIPT.). 


Von Frieprich Henpen in Wien. 


Herr Dr. Kertrész war so freundlich, mir das Tetanocerenmaterial 
des ungarischen National Museums zur Durchsicht zu iibersenden. Gemiiss 
der Fauna Regni Hungariae: Diptera von Prof. THatHammer (Budapest, 
1899) sind nach dieser Collection neu fiir Ungarn: Limuia trivittata Lw. 
= Manni Scutx. und Telanocera punctifrons Ronp. 

Auch eine neue Art der Gattung Tetanocera aus Transbaikalien fand 
sich darin vor. 


Tetanocera Kertészii nov. spec. 


Slirne wenig vorstehend, ihr Rand, die Lunula deckend, bis zu den 
Fiihlerwurzeln reichend und dort kaum ausgebuchtet. Stirnstrieme matt- 
gelb. Mittelleiste vorne nicht verktirzt, glinzend; der Ocellenhécker und 
vorne zwei liingliche Randflecken der Mittelleiste glanzend schwarzbraun. 

Wangenscheitelplatten wachsglinzend, von der Farbe des Hinter- 
kopfes; sie reichen weiter nach vorne als bei den tibrigen Tetanoceraarten 
s. str., indem sie ?/s der weissschimmernden Augenrinder einnehmen, 
wihrend dieselben bei den tibrigen Arten blos in der oberen Halfte liegen. 
Daher stehen die beiden Orbitalborsten nicht oben eng bei einander, wie 
bei ferruginea Fauu., sondern in den Dritteln des Augenrandes. 

Ganz abweichend von allen anderen verwandten Arten zeigt diese 
Art, wie die sehr nahe stehende Tel. puictifrons Ronn. beim & einen 
sammtschwarzen Fleck auf dem sonst silberschimmernden Wangendrei- 
eck and ferner einen schwarzen Wurselpunkt an der vorderen Orbital- 
borste. 

Hinterkopf matt ockergelb, mit einem schwarzen, von unten hufeisen- 
formig weissschimmernd umgebenen Flecke auf dem Cerebrale. 

Gesicht im Profile etwas zuriickweichend, schwach coneav, seiden- 
artig gelblichweiss glanzend. Backen ca. !/2 des Augendurchmessers breit. 

Augen einfarbig und rund, wie bei ferruginea Faun. 

Fiihler so lang wie die Stirne bis zu den Ocellen, rothgelb ; drittes 
Glied 11/2-mal so lang wie das zweite, von der im ersten Drittel stehenden, 
eanz tiefschwarzen und ebenso lang und abstehend gefiederten Borste an 
zu einer abgerundeten Spitze concav abfallend. 

Thoraxriicken u. Schildchen rostgelb; ersterer matt gelblichweiss 


ZUR KENNTNIS DER TETANOCERINEN (DIPT.). 139 


bestaubt, was nach hinten zu und auf dem Schildchen in einen Wachs- 
glanz iibergeht. Uber die Riickenmitte zichen durchgehend 2 schmale, ge- 
naherte rothbraune Liangslinien, die nur in schrager Richtung sichtbar 
werden. Die seitlichen unbehaartan Lingsvertiefungen des Thoraxriickens 
lichtweisslich bestiubt und unten von einer lings der Notopleuralnaht 
von der Schulter bis zur Fliigelwurzel ziehenden braunen Binde begrenzt. 

Pleuren u. Hiiften rothgelb, erstere mehr gelblich, letztere weiss 
bereift. Hinterleib einfirbig rostgelb. 

¢: 5-ter Tergit unverktirzt, 6-ter kugelig und tiberragt etwas den 
unter der wagrechten Trennungsnaht liegenden kleineren 7-ten. | 

2: unbekannt. 

Randmacrochaeten blos am 5-ten Ringe vorhanden, aber auch da 
blos seitlich und schwach; am 4-ten ganz fehlend. 

Beine rostgelb, blos das Tarsenendglied etwas gebriunt. Beborstung 
normal. /liigel fast gleichmassig schwach gelblich-hyalin: Queradern kaum 
dunkler gesiiumt; hintere etwas schief und schwach doppelt geschwungen. 


Anmerkung : Diese Art gehort zur Gattung Tetanocera s. str., wie ich sie 
in meiner Arbeit tiber die europiischen Vetanocera-Arten (Verh. d. zool. bot. Ges. 
Wien, 1900. p. 335.) charakterisirte, und passen alle dort erwiihnten Kennzeichen 
mit folgenden Ausnahmen auf sie: 

1. Die Orbitalborsten stehen in den Dritteln des Augenrandes (conf. Punkt 
A. a. 1c. p. 325.); 

2. das @ zeigt ein schwarzes Stirndreieck und die Orbiten schwarze Punkte 
(l. c. p. 336. al. 12 von oben). 

Durch letzteres Merkmal wird eine eigene Gruppe in der Gattung Tetano- 
cera gebildet, zu der ausser dieser Art noch Tet. punctifrons Ronp. Atti. Soc. ital. 
Mil. 1868. p. 222. No. 11. gehért. 

Von der Rondani’schen Art, yon der ich loc. cit. p. 358 irrthiimlich sagte, 
dass das 2-te Fiihlerglied linger als das 3-te sei, was umgekehrt der Fall ist, 
unterscheidet sich Tet. Kertészv durch das Fehlen des Wurzelpunktes an der obe- 
ren Orbitalborste, durch den einfairbig rostgelben Hinterleib, durch die rostgelben 
Fiisse, die bei punctifrons am vorderen Beinpaare sammt der Schienenspitze, an 
den hinteren Paaren tiber die Hilfte schwiarzlich sind, durch das Fehlen der Rand- 
macrocheten am 4-ten Ringe, durch die entfernt stehenden Orbitalborsten, durch 
die hyalinen Fliigel, wihrend Rondani von seiner Art sagt: Alae fusco-flavidae ; 
costa intra venas duas primas (1. Liangsader und Hilfsader) flavidae, extra fus- 
censcente, venis transversis nigricante marginatis. 


Das typische Exemplar befindet sich im ungarischen National-Mu- 
seum und stammt aus Burdokova in Transbaikalien. (Exped. Zicny, legit 
CsIK1.) 

Ich widme die Art dem bekannten ungarischen Dipterologen Dr. Con. 
KERTESZ. 

* 


140 FRIEDRICH HENDEL. 


In der Sammlung des ungarischen National-Museums befinden sich 
ferner 2 % einer echten J'elanocera-Art, welche ich fiir die Ronpanr’sche 
punctifrons halte. 

Das ¢& besitzt ein schwarzes Wangendreieck, an der Wurzel beider 
Orbitalborsten je einen schwarzen Wurzelpunkt und 2 schwarzbraune 
Seitenflecke an der Stirnmittelleiste. Die Abdominalsegmente sind oben 
breit schwarzlich und nur seitlich und hinten, sowie an den Aftergliedern 
rostgelb. Auch die Fliigelzeichnung gleicht der von Rondani angegebenen 
und stimmt mit einer intensiveren von /erruginea, nur sind die Liings- 
adern nicht wie bei dieser zum gréssten Theil gelb, sondern schwarz. 

Die Farbung der Fiisse habe ich oben erwahnt. Die Hinterschenkel 
besitzen vor der Spitze aussen und innen einen schwarzen Punkt. 

Der 4-te und 5-te Hinterleibsring tragt eine Reihe deutlicher Rand- 
macrocheten. 

Die Orbitalborsten stehen in der oberen Augenrandhialfte. Alles 
ubrige wie bei ferruginea. 

Fundorte : Rakos-Csaba und Herkulesfiird6é. (Dr. Kerrisz.) 

Nachfolgend gebe ich eine Ubersicht der mir bekannten Tetanocerenfor- 
men, welche wegen der Unkenntnis zahlreicher Low’scher Typen kein abschlies- 
sendes Urtheil darstellt. 

A) Schildchen mit 2 Borsten; Humerale, Presuturale, inneres und vor- 
letztes fiusseres Dorsocentralpaar fehlend; Hinterschenkel verlingert, linger als 
der Hinterleib ; Thorax lang und schmal; Lunula unbedeckt, frei; Pleuren ohne 
Macroch:eten. 

I. 1 Orbitalborste ; 2. Fiihlerglied 2-mal so lang als das 3-te, griffelformig 
schmal; Stirne eingesattelt, Augen vorgequollen; Hinterschenkel verdickt ; 
hintere Querader schief nach einwirts gestellt; kleine Querader hinter der 
1. Liangsader. . De ea a Skee as _ Sepedon Latr. 

(sphegeus Fas.) 

II. 2 Orbitalborsten ; 2. Fuhlerglied so lang wie das 3-te und auch so breit 
wie dieses, nicht griffelformig ; Hinterschenkel nicht verdickt ; hintere Querader 
gerade gestellt; kieine Querader der Miindung der 1. Liingsader gegeniiber. 

Cylindria BR. D. 
(obliterata Fan.) 

B) Schildchen mit 4 Randborsten; Humerale stets vorhanden ; Hinter- 
schenkel normal; Thorax gedrungen; Lunula frei oder bedeckt; Pleuren mit 
oder ohne Macrochaten. 5 

I. Borste des vorne stielformigen 3. Fiihlergliedes griffelartig ; Prasuturale 
vorhanden; 4 nach vorne kiirzer werdende iiussere Dorsocentralborsten ; 2 Orbi- 
talborsten ; Pleuren unbeborstet; Stirnmittelleiste oben breiter, trapezformig ; 
Hinterschenkel ohne Borsten ; kleine Querader vor der Miindung der 1. Liingsader. 

Ectinocera ZErr. 
(borealis Zert.) 


ZUR KENNTNIS DER TETANOCERINEN (DIPT.). 141 


i II. Arista des vorne nie stielartig verlingerten 3. Fiihlergliedes nicht griffel- 
artig dick ; héchstens 2 postsuturale aussere Dorsocentralborsten ; Stirnmittel- 
leiste bandférmig; Hinterschenkel beborstet; kleine Querader der Miindung der 
1. Lingsader gegeniiber. 

1. Arista nackt oder anliegend licht pubescent; die Fiederfliche immer 
schmiiler als die Breite des 3-ten Fiihlergliedes ; 2 Orbitalborsten. 

a) Presuturale, inneres und vorletztes fiusseres Dorsocentralpaar fehlend; 
alle Pleuren behaart; Augen 2-bindig ; Lunula frei; hintere Querader in der 
Mitte bajonnettartig gebrochen. SARS 2) LS tone. Hari, 

(eueulane L. und rufa Panz.) 

b) Obige Borsten stets vorhanden. 

a) Arista fast nackt; 3. Fihlerglied ohne Borsten an der Spitze; hin- 

tere Querader ziemlich schief und stark S-formig geschwungen. 
Chione R. D. (Hlgiva Ma.) 
* Lunula zum Theil frei; Vallarborsten vorhanden; alle Pleuren 
behaart; Augen mit 2 Binden. — . — Subgen.: Elgiva Ma. 
(albiseta Scop. und lineata Fan.) 
** Lunula bedeckt; Vallarborsten fehlend; nur die Sternopleuren 
behaart ; Augen einfirbig. — .. Subgen.: Hydromyia R. D. 

; (dorsalis Fas.) 

(2) Arista deutlich pubescent, zum Theil gefiedert zu nennen; hintere 
Querader nicht stark schief und nicht stark geschwungen, meist blos 


bauchig ; Augen mit 2 Binden. _. .. Limnia (R. D.) Scutn. 
* 3. Fihlerglied am Ende nicht beborstet ; Untergesicht nicht auf- 
fallend zuriickweichend. — — | 2 Limmnia R. D. s. str. 


(rufifrons Bun: und unguicornis Scop.) 
** 3. Fiblerglied am Ende beborstet ; Untergesicht auffallend zuriick- 
weichend. ths ie: Coremacera Ronn. 
(marsinate Fas., catenata Lw., trilineata Lw.)* 
2. Arista lang und abstehend gefiedert; die Fiederfliche so breit wie das 
d-te Fihlerghed; Fiedern schwiirzlich (excl. Lunigera Henn.) (ef. Verh. zool.- 
bot. Ges. 1900.). 


* teste Low = Manni Scuin. Diese Art gleicht ausser der Beborstung des 
dritten Fihlergliedes und den gebiinderten Augen im ganzen Habitus, in der Kér- 
per- und Fliigelzeichnung, der Verktirzung der Abdominalsegmente, der dunklen 
Bewimperung der Schiippchen, der Lunula, in der ziemlich lang und abstehend 
gefiederten Fihlerborste so auffallend der Lunigera chaerophylli F., dass man das 
von der Beborstung des dritten Fiihlergliedes hergenommene Merkmal nicht als 
generisch ansehen und die Art lieber zu Lunigera stellen méchte. 

Prof. Mik, dem ich ein Separatum meiner Arbeit tiber die europiischen Arten 
der Gattung Tetanocera tberschickte, bemingelte den hybriden Namen Renocera 
und den «Triviamamen» Lunigera. In Ubereinstimmung mit der Meinung Rondanis 
(Prodr. IV. p. 6): «Nomina sunt signa, non definitiones», finde ich mich nicht ver- 
anlasst diese beiden Namen zu emendiren. 


f 


142 FRIEDRICH HENDEL. 

Zur geographischen Verbreitung der dort erwihnten Arten wire nach- 
zutragen: Verrat: A List of British Diptera, London 1888.— Gosrrr : Catalogue 
des Diptéres de France, Caen 1887. 


Tetan. silvatica Me. — Osterr. Schlesien (Krrrisz); Goprrr ; VERRaL. 
Tetan. unicolor Lw. — Mihren (Kerrisz). 

Tetan. laevifrons Lw. — Goer. 

Tetan. ferruginea Fati. — Russland, Kasan (leg. Cstxr); Verran; GosBert. 
Tetan. elata F. — Osterr. Schlesien (Kerrisz); Verrat, GoBERT. 
Lunigera chaerophylli F. — Verrau, Gosert. 

Pherbina coryleti Scop. — Russland, Kasan (leg. Csrx1); Verrat, Goer. 


Pherb. punctata F.— Mihren und Ungarn (ung. Nat. Museum, zahlr. Ex.). 

Pherb, vittigera 5. — Ungarn, zahlr. Exempl. (ung. Nat. Mus.); Goszrr. 

Irypetopt. punctulata Scor. — Russland, Sibirien, Caucasus (ung. Nat. 
Mus.). — Osterr. Schlesien (KEerrisz); VERRAL, GoBErt. 

Monochaetophora umbrarum L. — Vurrau, GoBErt. 


(Separatin, editum est die 15, Aprilis 1901.) 


261 


Ueber die systematische Stellung der Dipteren- 
gattungen PseudopomyzaStrobl u. Rhicnoéssa Lw. 
Von Friedrich Hendel in Wien. 

(Mit 3 Figuren im Texte.) 

Diese Gattung wurde vom Herrn P. Strobl im Jahr- 
gang 1893 dieser Zeitung Seite 284 beschrieben und erhielt 
dort ihren Platz Im Systeme bei den Drosophiliden oder frag- 
lich Geomyziden. 

Da ich sowohl die Type der Gattung, als auch das Stiick 
des Herrn P. Thalhammer*) durch die Freundlichkeit 
dieser Herren untersuchen konnte, bin ich in der Lage, dariiber 
meine Ansicht mittheilen zu kénnen. 

Die Chatotaxie ist richtig folgende:**) Orbitale 3, von 
eleicher Grésse, in einer Linie in den Augenranddritteln stehend 
und nach riickwirts gebogen; Ocellare 2, stark, nach vorne 
gekriimmt; 2 lange Verticale jederseits und 2 kleine zekreuzte 
Postverticale nicht weit hinter den Ocellen. 

Aeussere Dorso-Centrale 3+1. Die inneren stehen in drei 
Reihen, sind deutlich schwacher und so viel ich sehen kann, 
unregelmissig. Praescutellare fehlen. Prothoracale 1, Hume- 
rale 1, nach hinten gebogen, Praesuturale 1 und gleich hinter 
der Naht, etwas einwarts von voriger Borste noch 1 starke 
Intraalare. 2 Notopleurale, Supraalare undeutlich 3. 

1 starke Mesopleurale in der Richtung der senkrechten 
Naht und darunter noch eine kleinere. Pleuren sonst nackt. 

Schildchen mit 4 Borsten. die 2 apicalen viel linger. 

Vorderhiiften unter der Mitte mit 2 Borsten. Mittelschienen 
an der Spitze unten einen Dorn der in der Langsrichtung der 
Schiene nach abwarts geht. Praapicale 0. Hinterschenkel aussen 
an der Spitze einige Bérstchen, Vorderschenkel in der Spitzen- 
halfte unten mit einer Borstenhaarreihe. Der Stirnvorderrand und 
die Periorbiten reichen biszu denFiihlerwurzeln vor, die 
Lunula ist ganz bedeckt. Die Fliege ist also schizomet ops 

Fulcrum nicht vortretend, Mundéffnung aber ziemlich gross. 
Der Riissel liegt in der Ruhe ziemlich wagrecht, die Labellen 
sind dick und fleischig, zuriickgeschlagen. 

*) Aliquajde Fauna Dipterologica Transsilvaniae, Coloczae 1902, pag. 24. 

**) Die Type Strobl’s zeigt diese Chatotaxie nicht so, weil sie minder 
gut erhalten. 

Wiener Entomologische Zeitung, XXI. Jahrg., X. Heft (10. December 1902). 


962 Friedrich Hendel: 


Die Fiihler sind nicht scheibenférmig, sondern fast kugelig, 
da sie von der Seite her kaum comprimirt sind.*) Stirne von 
vorne gesehen fast so breit wie beide Augen neben den Fiihlern, 
unten kaum verengt. 


Das Abdomen hat 5 Segmente, wovon das 1. so lang wie 
die 2 folgenden ist, und die Legeréhre. Die Borsten der Rander 
sind kurz. 

Nun iiber die Verwandtschaft dieser Fliege. 


Strobl stellt seine Gattung zu den Drosophiliden mit 
Riicksicht auf das Fliigelgeader. Betrachtet man den Fliigel allein, 
so ist das Thier allerdings eine Drosophilide, denn die Costa 
ist eine Fortsetzung der ersten Langsader und vor der Miindung 
der letzteren abgebrochen, die Basalzellen fehlen oder sind 
rudimentir, — ich konnte eine angedeutete Analzelle entdecken 
— die Hilfsaderfalte hat ahnlichen Verlaut. 

Betrachtet man aber das ganze Thier eingehend, so kommt 
man zu einem ganz anderen Resultat. 

Die Drosophiliden sind nie schizometop, wenn auch 
die Periorbiten oft ziemlich weit nach vor reichen. Die meist 
aus der Reihe herausgestellte, nach vorne gebogene Orbitale, 
welche auch fiir die kaum von den Drosophiliden zu trennenden 
Geomyziden**)charakteristisch ist, fehlt bei Pseudopomyza, ebenso 
wie die fiir die vorgenannten Gruppen eigene starke Kriimmung 
des yvorderen Thoraxriickens und die mehr weniger deutliche 
Wolbung des Untergesichtes. Ebenso ware die Bildung der 
Legeroéhre fiir diese Gruppen eine ganz ungewohnliche. 

Die vorhin erwahnte Aehnlichkeit des Fliigeladerverlaufes 
zwischen Drosophiliden und Psewdopomyza muss aber zuriick- 
stehen, wenn wir letztere mit Desmetopa Lw. vergleichen. Hier 
sehen wir vollstandiges Uebereinstimmen des Aderverlaufes bis 
auf den Unterschied, dass eben die beiden Basalzellen bei Des- 
metopa nicht radimentiir sind. Die Costa setzt sich bei beiden 
Gattungen aus der 1. Lingsader fort, verdickt sich dann auf- 
fallend und verdiinnt sich dann plétzlich hinter der 2. Liangs- 
ader. Der 1. Abschnitt der vor der 1. Lingsader abgebrochenen 
Costa ist auch hinter der Wurzelquerader scheinbar abgebrochen 


*) Aehnlich wie es bei Actora, Canace ete., minder bei Clusia 
das Fall ist. 
**) Siehe v. d. Wulp, Tijdschr. voor Entomol., 1871, pag. 199. 


System, Stellung der Dipt.-Gatt. Pseudopomyza Strobl u. Rhienoéssa Lw. 963 


und trigt mehrere Borsten. Die Queradern sind stark genihert, 
die 6. Lingsader fehlt bei beiden Gattungen ebenfalls, es ist nur 
die Axillarfalte sichtbar. Durch das Abweichen der 5. Lings- 
ader nahe der Fliigelwurzel von ihrer Richtung bei Psewdo- 
pomyza sind auch ausserdem schon die Anlagen der Wurzel- 
zellen gegeben. 

Ferner ist Desmetopa ebenfalls schizometop; die Perior- 
biten reichen bis nach, vorne. Die Fiihlerbildung gleich tfrappirend 
der von Pseudopomyza. Das 3. Glied ist ebenfalls kugelig, die 
Borste ebenfalls wie bei Limosina, wie Strobl sagt. 

Der Riissel ist gleichfalls vorgestreckt, wagrecht. Der 
Thorax und Beinbau ist der gleiche. Die Legeréhre von Pseudo- 
pomyza ist fiir Agromyzinen nichts Abweichendes. 


> 5 





Ferner hat auch Pseudopomyza wie Lesmetopa die kleinen 
aufgestellten Bérstchen am Backenrande neben den Vibrissen. 

Hs ist also kein Zweifel mehr, dass Pseudopomyza zu den 
Agromyzinen (incl. Milichinen) zu stellen ist. 

Die nachst verwandte Gattung von Desmefopa ist aber nicht 
wie gewohnlich angenommen wird Agromyza, sondern Rhicnoéssa Lw. 

Obwohl Loew bereits in der Berl. Ent. Ztschr., 1872, 
pag. 124, im Index der Centurien Rhicnoéssa zu den Agro- 
myzinen (incl. Milichinen) stellte, finden wir diese Gattung bei 
Verrall, Strobl und anderen Autoren bei ganz fremden Se- 
ctionen, wie Opomyziden und Geomyziden. Nur Bezzi weist 
ihr in seinen Contribuzioni etc. Bull. Soc. ent. ital., 1895, 
pag. 29 sep. den rechten Platz an. 


Wiener Entomologische Zeitung, XXI. Jahrg., X. Heft (10. December 1902). 


964 F. Hendel: Dipt.-Gatt. Pseudopmyza Strobl und Rhicnoéssa Lw. 


Vergleicht man namlich Desmetopa und Rhicnoéssa ein- 
gehend, so muss einem bei der grossen Verwandtschaft beider 
tiberraschen, dass Loew dieselbe nicht erkannte, da er Rhi- 
cnoéssa zur Verwandtschaft Milichia, Desmetopa jedoch zu Agro- 
myza stellte. 

Rhicnoéssa hat denselben Aderlauf wie Desmetopa (Costa, 
6. Lingsader etc.). Beide sind schizometop wie alte 
Agromyziden, haben 4 Orbitale, denselben wagrechten 
Riissel, mit hakig zurtickgeschlagenen, verlan- 
gerten Labellen, die Reihe aufgestellter Bérstchen am 
unteren Backenrande, die kugeligen Fiihler, ja selbst die gleiche 
Bildung der Stirnstrieme: Form eines M. 

Vom Ocellendreieck ziehen namlich 2 beborstete Chitin- 
leisten, die nach vorne hin convergiren oder sich selbst ver- 
einigen, in der Stirnstrieme herab und lassen so einen mehr 
weniger deutlich M-férmigen Theil derselben frei, der bei Desme- 
topa schwarz gefarbt und daher auffalliger ist als das gelbe 
M von Rhicnoéssa. 

Diese beiden beborsteten Leisten findet man auch bei 
Lobioptera*). Pseudopomyza Str., Desmetopa und Rhienoéssa Lw. 
sind also die nachsten Verwandten und sind zu den Agromyzi- 
den, resp. Milichinen zu stellen. 

Was endlich die Benennung der typischen Art von Pseudo- 
pomyza Str. anbelangt, so glaube ich, dass nitidissima Str. nichts 
anderes ist als Opomyza atrimana Mg., Syst. Beschr. VI., pag. 106. 

Meigen beschreibt zwar die Fiihler und Mittelbeine als 
gelb, wahrend das 3. Fiihlerglied und die Mittelschenkel an 
der Spitze bei nitidissima Str. etwas gebraunt sind. 

Das sind aber auch die einzigen Unterschiede. Die ganze 
tibrige Beschreibung Meigen’s passt vollkommen auf nitidis- 
sima Str. und auf keine andere bis jetzt bekannte Fliege. So 
namentlich das tiber die Stirne, die Fiihler, die Borste und tiber 
die ,lange schwarze Legerdéhre* am elliptischen Hinter- 
leibe Gesagte. 


*) Auch bei Limosina. 


Kritische Bemerkungen zur Systematik der 
Muscidae acalypteratae. 
Von Friedrich Hendel in Wien. 


I. Ueder die Sectio Milichinae. 

Diese Gruppe wird von den verschiedenen Autoren teilweise 
oder auch ganz zu den Agromyxinen gezogen. Nur fiir letzteres 
lassen sich Griinde aufbringen, die durch gewisse synthetische Formen, 
wie z. B. Meonenra Rond., gegeben werden. Typische Milichinen aber, 
wie Desmometopa Lw., Phyllomyxa Vall.. Madixa Fall. den Agro- 
myzinen oder Piophilinen zuzugesellen und andererseits die echte 
Agromyzinengattung Milichia Schin. aliorumque nec. Meig. = Odinia 
Rnd., Coquill. bei den Milichinen zu belassen, ist ein absolutes syste- 
matisches Unding. 

Ich bin nun auch fiir eine Trennung beider Gruppen. Die Milichinen 
lassen sich durch folgende nattirliche Merkmale sondern: Das Kopf- 
profil erinnert mehr an die hdheren Musciden. Die Reduktion der Inter- 
frontalia ist in der Weise vor sich gegangen, da auber dem Ocellen- 
dreieck noch 2 auf der Stimmitte gelegene, mit Kreuzborstenreihen*) 
versehene Chitinleisten + deutlich tibriggeblieben sind, die bei keiner 
Agromyzine vorkommen. Die Postverticalborsten sind bei den Milichinen 
convergent oder gekreuzt, bei den Agromyzinen aber divergent, nur 
bei Meonewra fast parallel. Die Analader fehlt allen Milichinen; 
die beiden Wurzelzellen sind klein und haben die Neigung zu ver- 
schwinden, d. h. die vorne abschlieBenden Queradern fehlen individuell 
oder sind nur rudimentiir oder aber sie fehlen constant. Die Costa ist 
zweimal unterbrochen: hinter der Wurzelquerader und vor der ersten 
Lingsader. Letztere Unterbrechung ist bei den typischen Milichinen 
besonders autfallend, weil die beiden Costateile tiberemandergreiten, 
wodurch, wie bei gewissen Ephydrinen, ein spitzer Lappen am Fligel- 
vorderrande entsteht. Russel oft mit verlingerten, hakig zuriick- 
geschlagenen Labellen. 

Dadurch halte ich die Trennung der Melichinae von den Agro- 
mysxinae tix berechtigt. 

Die beiden folgenden 2 neuen Gattungen gehdren in die Unter- 
abteilung der Milichinen, welche einwiirts gebogene Orbitales inferiores, 


1) Kreuzborsten finden sich wie bekannt auch bei Anthomyiden, Heteroneurinen, 
Borborinen, Ephydrinen und gehéren immer den chitinigen Interfrontalien oder 
deren Rudimenten an. Sie sind systematisch sehr wichtig! 


Wiener Entomologische Zeitung, XXII. Jahrg., Heft X (20. Dezember 1903). 


250 Friedrich Hendel: 


einen spitzen Lappen am Fliigelvorderrande, deutliche Kreuzbérstchen 
tragende Interfrontalrudimente, einen silberschimmernden Hinterleib 
mindestens beim Gt haben und deren letzter Discoidaladerabschnitt 
héchstens zweimal so lang als der vorhergehende ist. 

Sie unterscheiden sich von Melichia Mg. (Es kénnte auch Argyrites 
Latr. bleiben, da die Lepidopterengattung Argyr7tis Hbn. heibt.) wie folgt: 
A. Riissel und Labellen nicht verlingert; Taster loffelf6rmig ver- 

breitert, vorstehend; Mesopleuren nackt, 3 Sternopleuralborsten, 

I. Augen behaart, unter den Fiihlern nicht genahert; Unter- 
gesicht daher wenig schmaler als beide Augen zusammen. Stirne 
im Profil vorstehend; Wangen deutlich sichtbar, behaart; Vibrissen- 
ecken vorstehend; Fthler fast unter der Augenmitte stehend; 
Orbitales superlores 2-++1. Milichia Me. (Type speciosa Me.) 

Il. Augen nackt, unter den Fiihlern genihert; Untergesicht 
stark verengt, fast nur */, emes Auges breit. Stirne und Vibrissen- 
ecken nicht vorstehend; Vibrissenborsten aufsteigend. Wangen 
fehlen; Fthler tiber der Augenmitte. Orbitales superiores 1---1. 

D fdlh Lanna Wie, = (etamaiauntiie nov. gen) (Type Tvefic Miks artpyars ain 
B. Riissel und Labellen stark verlangert und’ verdtinnt; letztere fen. 
fast so lang als der Mittelteil des Riissels, knieartig zuriick- 
geschlagen. Taster fadenartig, kurz, nicht vorstehend. 3 Meso- 
pleuralborsten, 2 Sternopleurale. 

Augen behaart, unter den Fiihlern genahert. Untergesicht 
verengt, schmaler als 1 Auge, unter den Fiihlern grubenartig 
vertieft. Wangen fehlen. Stirne nicht, Mundrand etwas vorstehend. 
Fiihler etwas tiber der Augenmitte. Orbitales superiores 2-+-1. 

Rhynchomilichia nov. gen. (Type argyrophenga Schin.) 
Zur selben Abteilung wie obige 3 Gattungen, aber dadurch 
verschieden, dafi die Costaenden an der Unterbrechung in einer Ebene 
liegen, —- weshalb kein yorspringender Lappen entsteht — dah das 
Abdomen nicht silberschimmernd ist, der letzte Abschnitt der 4. Liangs- 
ader immer mehr als zweimal, mindestens dreimal so lang als der 
vorletzte ist und dafi die kleine Querader dem Costaschlitze nicht 
gegentiberlegt, sondern vorher steht, gehéren folgende 4 Genera. 
A. Costa reicht bis zur Mtindung der 4. Lingsader; Mesopleuren 
nackt; Riissel und Labellen verlangert, hakig; letzter Diskoidal- 
abschnitt 3—31/, mal so lang als der vorletzte; Basalzellen 
eewOhnlich vorhanden, wenn auch klein. 

I. Scutellare divergirend; 3 Orbitales superiores: drittes 

Antennenglied des stark erweitert, fast viereckig. Augen behaart. 


Kritische Bemerkungen zur Systematik der Muscidae acalypteratae. 25] 


Palpen auSerordentlich verlaingert, breit, vorstehend. 4 Supraalare ; 
Fiihler ober der Augenmitte. 
Phyllomyza Fall‘) (Type seceuricornis Fall.) 
IL. Scutellare gekreuzt; 2 Orbitales superiores; 3. Fiihler- 


glied des $ nicht vergréBert; Augen nackt oder fast nackt; 

3 Supraalare; Fihler unter der Augenmitte. 

a) erster Costaabschnitt beborstet; der ganze Koérper (Stirne) 
matt; Kreuzborsten kraftig; die 2 oberen Orbitalen nach 
auben gebogen. 

Desmometopa Lw. (Type W-atrum Me. (2=Madixa sordida Fall.) 

b) erster Costaabschnitt nicht beborstet; der ganze Koérper 
elinzend, nackt, punktirt; Kreuzbérstchen der Stirne 
zart; eme Orbitale nach oben, eine nach vorne gebogen. 

Madiza Fall.2) (Type glabra Fall.) 
B. Costa reicht nur bis zur 3. Liingsader; Mesopleuren behaart und 
mit 1 Borste; Riissel und Labellen nicht verlingert, nicht hakig; 
letzter Diskoidaladerabschnitt gegen das Ende zu obliterirt, circa 

13 mal so lang als der vorige. 

Meoneura Rond. (1856) (Type obscurella Fall.) 

Diese interessante und gute Gattung des groBen Italieners wurde 
seither von niemandem mehr erkannt; wohl deshalb, weil jener sie zu 
den Oscinina stellte. Er mag hiezu, ebenso wie bei (Gymnopa Fall.) = 
Mosillus Latr., einer unzweifelhaften Ephydrine, durch das wohlent- 
wickelte, glinzende Ocellendreieck verleitet worden sein. Die Kopf- 
und Fltigelbildung allein schon Jat dies nicht zu. 

Meonewra Rond. wurde in jiingster Zeit auch von Meister Becker 
verkannt und in dessen Aegyptischen Dipteren, 1903, Seite 191 als 
Psalidotus n. gen. beschrieben und abgebildet. 

Wie oben schon angedeutet, steht Meonewra an der Grenze 
zwischen Milichinen und Agromyzinen. Ich ziehe sie aber wegen der 
eroBen Verwandtschaft mit Desmometopa Lw. zur ersteren Gruppe. 

1) Diese Gattung wurde yon Strobl (Programm 1880) mit Agromyxa ver- 
mengt, indem derselbe fiir Agromyxa grossicornis Lett. 2 neue Phyllomyxa-Axrten 
aufstellte. Denselben Fehler scheint Czerny (Wien. ent. Z. 1903, pg. 62) gemacht 
zu haben, da er Phyllomyxa divergente Postverticale zuschreibt und sie zu den 
Agromyzinen stellt, wiihrend schon Schiner Ll. ¢. IL p. XIV. Note die Gattung 
systematisch erfabt hat. 

2) Diese Gattung kann man bei niiherer Untersuchung gar nirgends anders- 
wohin stellen als neben Desmometopa Lw. 


8) Die Arten bediirfen erst einer Revision. 


. 


Friedrich Hendel: 
Kritische Bemerkungen zur Systematik der Muscidae acalypteratae. 


bo 
On 
i] 


II. Ueber eine neue Agromyzinengattung. 

Nach dem, was ich schon eingangs tiber Agromyzimen und 
Milichinen gesagt habe, ist Odinia R. D. 1830 (Rondani 1875, 
Coquillett, Journ. New-York Ent. Soc. 1902, 185) mit ihren starken, 
weit divergirenden Postverticalen, der sonstigen Kopfbildung, mit ihrer 
einmal unterbrochenen Costa und der deutlchen Analader, sowie 
der Riisselbildung halber eine echte Agromyzine. 

Beziiglich der Nomenclatur kann ich mich nur Rondani und 
Coquillett und nicht Low anschlieben, der wie Schiner maculata 
Mg. als die Type von Mehchia Mg. ansieht, wihtend die Beschreibung 
dieser Gattung besser auf speciosa Meg. pabt und Odenra R. D. mit 
der Type trinotata = maculata Mg. sec. typ. Coll. Winth. tiberdies in 
demselben Jahre (1830) wie die Meige n’sche Gattung beschrieben wurde. 

Von den mir bekannten Odznia-Arten maculata Me. und boletina 
Zett. unterscheidet sich (Mlchia) Odinia formosa Lw. so stark, dab 
ich darauf eme neue Gattung griinde. 

Odinia R. D. Neoalticomerus nov. gen. 


Type: maculata Mg. 49. 
Mesopleuren nackt. 
Postverticale stark und kraftig 


Type: formosus Lw. 32 
Mesopleuren behaart, mit zwei 
Borsten, deren obere stirker ist. 


entwickelt. =" ify iee “yl GREG: 
Dorsocentrale 5, Praescut. 2, Dorsocentr. 4, Intraal. 1, sonst 
Hum. 1, Praesut. 1, Notopl. 2, | gleich. 
Supraal. 2-+-1 (1), Intraal. 2; 
Scutellare 4, die apicalen gekreuzt. 
Prothoracale stark; Sternopleu- 
rale 3—4 nebeneinander. 
Nur die Mittelschienen mit AuBer dem Endsporne an den 
einem Kranze von Endspornen. | Mittelschienen haben alle Schienen 
Mannchen mit bis auf die Halfte | Praeapicale. 
der Lange reducirten Hinterbeinen. J und Q haben gleich geformte, 
Deren Schenkel sind stark ver- | normale Hinterbeine. 
dickt, die Schienen wnd Tarsen 
plattgedriickt. 

Die vorhiegende Studie wurde auf Grundlage der reichen Samm- 
lungen des k. k. Hofmuseums in Wien ausgearbeitet, welche ich Dank 
der Liebenswiirdigkeit des Herrn Hofrates Dr. Friedrich Brauer 
unbeschrankt und ohne Vorbehalt bentitzen konnte. Dafiir, daf mir 
mein lieber Freund Herr J, Bischof abermals zahlreiche Stunden 
opferte, sei ihm herzlichst gedankt. 





o 


Bryol.-florist. Mitth. aus Oesterr.-Ung., der Schweiz, Montenegro, Bosnien u, d. Herceg. 197 


P. pulchellwm. — Schw. Berner Alpen, c. fr. (Bamberger). 

P. depressum. — V. Unterer Fuchstobel und ,,Weisse Reute“ bei Bregenz, in 
dem Substrate fest angepressten sterilen Rasen (Blum., October 1900). 

Amblystegium subtile. — V. Kennelbach (Blum.). — T. Ried bei Sterzing und 
am Héttingerberge bei Innsbruck, auf Buchen (Baer). — Mit Kapseln. 

A, filicinum. — Bos. Zwischen Brachythecium rivulare am rechten Vrbas-Ufer 
bei Jaice, steril (Kneucker). 

A. varium. — T. Wilten—Amras, auf Mauern, c. fr. (Murr, H. B.). 

Hypnum Halleri. — T. Bei der Capelle im Ehrenbachgraben bei Kitzbithel 
(Niessl). Lechthal: Vor Steeg auf Kalk (Baer). — V. Arlberg, Drei- 
schwesternberg, 2100 m (Rompel). — S. Laidalpe bei Hofgastein (Preuer). 
— St. Felsen im Hartelsgraben im Gesiuse (Steidler, 1900). — Schw. 
Niederbauen-Kulm ad Seelisberg (Degen). — Immer fruchtend. 

H. chrysophyllum. — Mon. Diinovoberg bei Cettinje, auf Kalk, 800m (Kneucker). 

— VY. Achbett bei Kennelbach (Blum.). — Nur steril. 

. protensum. — T. Gschnitzthal und Trins, ¢. fr. (v. Kerner, W. U.). 

vernicosum. — T. Pitzthal bei Wenns, 1000 m, steril (Baer). 

Wilsom. — G. In uliginosis inter Jeziorki et Syczynam apud Chrzanowem, 

ce. fr. (Schliephacke, 16./VI. 1865). 

. fluitans var. faleatum. T. Schwarzsee bei Kitzbihel, steril (Niess}). 

. decipiens. — T. Blaser (2000 m) in den Stubaieralpen, in schénen, sterilen 

Rasen (Baer). 

. commutatum. — U. Zwischen Mehadia und Herkulesbad, steril (Schierl). 
— Bos. Zwischen Jaice und Jezero, steril (Kneucker). — D. Felsen bei 
den Kerkafallen, steril (Dr. Pavlicsek, 1894). — O.-Oe. Gmunden: Im Auf- 
stiege zum ,Franzl im Holz‘, c. fr. (1898, !). — St. Liezen, c. fr. (Niessl). 
— T. Kitzbithel (Niessl). Wenns im Pitzthale (1000 m) und Sistrans, 
steril (Baer). Altenburg bei Kaltern nachst Bozen, steril (Pfaff). Poro 
bei Trient, auf Melaphyr, c. fr. (Michael de Sardagna, W. U.). — V. 
»Weisse Reute* bei Bregenz (Blum.). 


ms eR RE 


H. irrigatum. — N.-Oe. Im I. Theile fehlt der genauere Fundort: Seeabfluss 
zu Lunz, steril, 600 m (Keissler). 

H. incurvatum. — T. Bei den Sillschluchten nachst Innsbruck, c. fr. (Benz, 
1880). 

H. Lindbergii. — Bos. Trebeviéberg bei Sarajevo, steril (Schierl). 

H. palustre var. subsphaericarpon. — Kt. Abfluss des Raibler Sees, c. fr. (Dr. 


Graef, 1884). — T. Innsbruck: Kirchebnergarten in der Sillgasse, steril 
(Benz, 1880). 
. palustre var. gulaceum. — T. Padasterjoch bei Trins, c. fr. (Degen). 
dilatatum. — T. Lisens (Selrain), am Gletscherbache, steril, 1700 m (Baer). 
. giganteum. — T. Bei Sterzing, steril (Pfaff). 
. sarmentosum. — 'T. Rosskogl bei Innsbruck, steril (v. Kerner). 
Hylocomium loreum. — Viller Weg bei Innsbruck, schén fruchtend (Graf Sarn- 
thein, W.U.). Kitzbithel: Seidlalpe, ca. 980 m, c. fr. (Niessl). 


RRA 


198 Franz Matouschek. Bryologisch-floristische Mittheilungen aus Oesterr.-Ung. etc. 


H. rugosum. — T. Siidseite des Lanserkopfes bei Innsbruck (Baer). — O.-Oe. 
Oberhalb Steyregg und bei Ramsau beim Gmundener See (!). Konigsweg 
bei Urfahr und Katzbach bei Linz auf einem Dache (Stadlmann). — 
Schw. Seelisberg: Niederbauen-Kulm (Degen). — Bos. Felsen an der 
Strasse bei ,Da Riva‘ nachst Sarajevo (Schierl), — Steril. 


Anmerkung. Im I. Theile (vgl. diese ,Verhandlungen“, Jahrg. L, 1900, 
S. 219—254) sind einige unliebsame Druckfehler unterlaufen: Statt ,,Felsenau“ 
steht manchmal ,Helsenau“, statt der Meereshdhe 2100 m (Dreischwesternberg 
in Vorarlberg) nur 2000 m; S. 236 bei Splachnum sphaericum soll statt , Albula- 
pass in der Schweiz“ stehen: ,Albunapass bei Arlberg“; statt ,Kennelbach* wurde 
einige Male ,Kemelbach*, statt ,Amerlugen“ wurde ,Amerliigen“ und statt 
»Amras* auf den ersten Seiten ,Ambras“ stehen gelassen. 


Ueber einige neue oder weniger bekannte europaische 
Muscaria schizometopa. 


Von 


Friedrich Hendel. 


(Eingelanfen am 12. Janner 1901.) 


I. Ueber Lomacantha Rond., Pseudolomacantha nov. gen. und deren 
systematische Stellung. 


Dass diese Gattung wegen einer Verwechslung der Type Rondani’s von 
Lomacantha parra R. den Bearbeitern der , Muscaria schizometopa* unbekannt 
war und die in den ,,Vorarbeiten“ erwahnte Gattung Lomatacantha R. (emend.), 
P. I, p. 98 und P. III, p. 124, zu EHggeria gehért, erwihnt Brauer in seinen 
»Nachtrigen zu den Vorarbeiten etc.“ (Sitzungsber. der kais. Akad. der Wissensch. 
in Wien, Bd. CVII, S. 522) und gibt dort auch eine Beschreibung der wirklichen 
Type Rondani’s. 

Die einzige bis jetzt bekannte Art ist L. parra Rond. aus Parma (Italien). 

Im Sommer 1900 fing ich in Bisamberg bei Wien zwei Fliegen, von 
denen die eine sicher zu Lomacantha R. gestellt werden kann und mit den von 
Brauer, lL. ¢., aus Niederésterreich erwihnten Exemplaren tibereinstimmt, wihrend 
die zweite blos verwandt mit dem Genus Lomacantha erscheint. 

Alle drei Arten zeigen folgende Merkmale: Augen behaart, Backen 
schmal, hichstens */, der Augenhéhe, Vibrissen bis 4/3 oder 1/2 der Gesichtshéhe 
aufsteigend, apicale Schildchenborsten fehlend. 


Ueber einige neue oder weniger bekannte europdische Muscaria schizometopa. 199 


Parra Rond. und Braueri nov. spec. besitzen tibrigens beide einen sehr 
starken und langen Randdorn am Fliigel und platte Vordertarsen beim Weibchen. 


Die Arten unterscheiden sich in folgender Weise: 


A. (Lomacantha R.) Randdorn stark, Backen 1/,—1/, der Augenhihe, 
zweites Borstenglied nicht verlingert, Arista allmalig diinner wer- 
dend, Stirnborsten unten naher den Leisten als dem Auge, drei post- 
suturale Dorsocentralborsten, Hinterschienen ungleichborstig, Spitzen- 
querader gerade. 


I. Zweites Fihlerglied kirzer als die Halfte des dritten, Taster schwarz, 
Vibrissen bis zur Halfte des Gesichtes aufsteigend, Backen fast 4/3 
der Augenhohe breit. Stirnborsten bis zur Aristawurzel herab- 
SUGIGONG ey sos o parra, homd. 


II. Zweites Fihlerglied ?/, ne dritten ee Taster braun, an der 
Spitzenhalfte rothgelb, Vibrissen bis zum Drittel aufsteigend, 
Backen 1/4 der Augenhohe breit. Stirnborsten kaum bis zum Ende 
des zweiten Fithlergliedes herabreichend. Braweri nov. spec. 


B. (Pseudolomacantha.) Randdorn rudimentar, Backen 1/, der Augenhéhe 
breit, Fiihler deutlich ttber der Augenmitte sitzend, Stirnborsten 
unten naher dem Auge als den Leistenborsten, vier aiussere Dorso- 
eentralborsten hinter der Quernaht, Hinterschienen gekimmt, Spitzen- 
querader wenig concav ..... . . pectinata nov. spec. 


Lomacantha Braueri nov. spee. Q. 


Scheitel von Augenbreite, Augenriinder von vorne gesehen nach abwirts 
fast parallel, Stirnstrieme schwarz, 7/3; so breit als die unter den Macrochaeten 
sehr spirlich behaarten Orbiten. Gesichtsrand im Profil convex und dann concav, 
indem die nackten Wangen von der missig vorstehenden Stirne nach unten zu 
fast linear werden; Backen 7/, der Augenhdhe breit, unten gerade, Kopfborsten 
alle ausserordentlich gross und kraftig, Stirnborsten einreihig, nicht ganz bis 
zum Ende des zweiten Fiihlergliedes herabgehend, unten den Leisten genihert. 
Zwei Orbitalborsten, zwei Paare Scheitelborsten, das mittlere Paar nicht gekreuzt; 
Ocellarborsten stark, nach vorne gebogen; die ersten zwei Stirnborsten von oben, 
namentlich die zweite, stark und aufwarts gebogen. Circa sechs Borsten steigen 
auf den Vibrissenleisten bis */; der Hohe auf. Vibrissen stark, gekreuzt, un- 
mittelbar neben dem Mundrande und in gleicher Héhe mit dem unteren 
Backenrande. 


Die schwarzen Fihler der Augenmitte gegeniiber, fast unter derselben 
sitzend; drittes Fihlerglied 1*/,mal so lang wie das stark verlingerte zweite, 
Borste langer als die Fithler, allmalig diinner werdend, gebogen, deren zweites 
Glied deutlich sichtbar, jedoch nicht verlingert. 


3 postsuturale innere und dussere Dorsocentralborsten, 1 Intraalare vor 
und 3 hinter der Quernaht, 3 Sternopleuralborsten. 


200 Friedrich Hendel. 


6 Schildchenborsten am Rande; die zwei dussersten marginalen neben der 
Spitze sehr lang und stark, divergiren und reichen nach riickwirts bis iiber das 
zweite Abdominalsegment hinaus. 

Hinterleib kegelférmig wie bei Hutachina; erster und zweiter Ring mit 
zwei Borsten am Rande, dritter mit vollstindiger Reihe; zweiter und dritter 
Ring mit zwei Discalmacrochaeten. Beine schwarz, ungemein lang und stark 
beborstet, wie tiberhaupt alle Borsten des Thieres von aussergewéhnlicher Linge 
und Stiirke sind. Hinterschienen ungleichborstig. Vordertarsen des Q etwas 
erweitert und platt. Bauchsegmente ganz verdeckt. 

Fliigel hyalin, Randdorn lang und stark, Spitzenquerader ganz gerade, 
Beugung stumpfwinkelig, weit vor der Fliigelspitze miindend. Hintere Querader 
niher dem Winkel. Dritte Liingsader nur am Grunde beborstet. 


Korper schwarz, dicht gelbgrau bestiiubt. Riicken mit vier schwarzen 
Striemen, die mittleren linear, gehen etwas hinter die Quernaht; die seitlichen, 
an der Quernaht unterbrochen, sind doppelt so breit und gehen fast bis zum 
Schildchen, dieses ohne Roth, wie der Riicken bestiubt. Hinterleib: Erster Ring 
und Mittellinie matt schwarz, die tibrigen Ringe am Hinterrande glanzend 
schwarz. 

Bisamberg bei Wien, September, auf Pastinaca sativa. — Kronstein und 
Weidlingau in Niederésterreich (Becher). 


Pseudolomacantha pectinata nov. spec. oj. 


Scheitel fast von Augenbreite, Augenrainder von vorne gesehen nach ab- 
wirts fast parallel; Stirnstrieme schwarz, wenig schmiler als die unter den 
Borsten dicht behaarten Orbiten. Gesicht im Profile wie bei Lom. Brauert, 
Backen weniger als ein Sechstel der Augenhohe breit, unten gerade. Stirnborsten 
einzeilig, nicht ganz bis zum Ende des zweiten Fiihlergliedes herabreichend, 
unten dem Augenrande genahert. Orbitalborsten fehlen, zwei Paare Scheitel- 
borsten (<') vorhanden, Ocellarborsten abgebrochen, Leistenborsten bis circa ein 
Drittel aufsteigend; Vibrissen gekreuzt, stark, unmittelbar neben dem Mundrande 
und in gleicher Héhe mit dem unteren Backenrande. Taster schwarz. 


Die Fithler schwarz, deutlich itber der Augenmitte inserirt. Drittes Fihler- 
glied etwas mehr als zweimal so lang wie das zweite, Borste bis tiber die Mitte 
verdickt und dann plotzlich diinner werdend, zweites Glied derselben dreimal so 
lang als breit. 

Hinter der Quernaht des Riickens 3 innere und 4 Aussere Dorsocentral- 
borsten und 8 Intraalarborsten, 1 prasuturale Intraalare, 3 Sternopleuralborsten. 


6 Schildchenborsten am Rande; die zwei fussersten neben der Spitze 
reichen bis zum Hinterrande des zweiten Abdominalsegmentes. Subapicale un- 
deutlich. 

Hinterleib kegelférmig. Randmacrochaeten wie bei Lom. Braueri; die 
Discalmacrochaeten in der Mitte des zweiten und dritten Ringes stehen ungeordnet. 
Bauchsegmente unsichtbar. 


Ueber einige neue oder weniger bekannte europiische Muscaria schizometopa. 201 


Beine schwarz, Klauen des <j etwas linger als das letzte Tarsenglied; 
Hinterschienen aussen von oben bis unten mit gleichen und ziemlich langen 
Borsten gekimmt, in der Mitte der Reihe steht eine stiirkere Macrochaete. 

Fligel graulich hyalin, Randdorn rudimentiir, fehlend; Spitzenquerader 
etwas concav, weit vor der Fliigelspitze miindend; sonst wie bei Lom. Brauert. 

Korper schwarz, schwach bliulichweiss bestiubt. Riicken mit vier gleich- 
breiten schwarzen Striemen, von denen die mittleren blos bis zur Quernaht 
gehen, die seitlichen dort unterbrochen sind. Schildchen schwarz. Hinterleib 
am 2.—4, Ringe mit Ausnahme der Mittellinie vorne weisslich bestaubt. 

Bisamberg bei Wien, August. 

Anmerkung. Braweri und pectinata haben bis zum Drittel der Gesichts- 
héhe aufsteigende Vibrissen, gehéren also nicht mehr zu Myxexorista B. et B., 
II, S. 331,1) da bei dieser Gattung die Borsten mindestens bis zur Gesichtsmitte 
aufsteigen, sondern zu der Gruppe der Sectio Masicera B. et B. mit behaarten 
Augen und fehlenden apicalen Schildchenborsten (Bavaria B. et B.). 

Trotz der behaarten Augen zeigen aber Lomacantha R. und Pseudo- 
lomacantha m. die nachsten Beziehungen zu den mit Dewodes machairopsis B. 
et B. zunichst verwandten Arten dieser Gattung Brauer-Bergenstamm’s, 
welche sich namentlich auf die aufsteigenden Vibrissen und das Fehlen der apicalen 
Schildchenborsten griinden. Die Augen dieser Dewodes-Species sind aber nackt 
oder héchstens pubescent, nie behaart. Besonders Pseudolomacantha pectinata m. 
hat im Habitus auffallende Aehnlichkeit mit Dexwodes machairopsis B. et B., 
wozu noch die verlingerten Klauen des <j, die gleiche Abdominalchaetotaxie und 
die doppelten Scheitelborsten des <'*) kommen. Sie unterscheidet sich aber leicht, 
abgesehen von der Augenbehaarung, der Scheitelbreite, der Aristaform, durch die 
unten geraden Backen, in deren Hoéhe auch die Vibrissen stehen, welch’ letztere 
bei Dexodes immer deutlich hinaufgeriickt sind, und durch vier aussere Dorso- 
centralborsten. 

Mit Pseudolomacantha nahe verwandt ist auch Bavaria mirabilis B. et 
B., I, 8S. 88; ID, 8. 114, und zwar durch Folgendes: Apicale Schildchenborsten 
fehlend, Leistenborsten circa 4/3; aufsteigend, Augen behaart; Vibrissen dicht 
am Mundrande, Fiihlerborste bis zur Mitte dick, dann fein (Sectio Masicera). 
Abweichende Merkmale von Bavaria sind: Zweites Borstenglied kurz, Backen 
1/, der Augenhohe, drittes Fiithlerglied viermal so lang als das zweite, Backen 
etwas unter die Vibrissen herabgehend, Klauen des <j‘ nicht verliangert. 

Lecanipa patellifera Rond., II, p. 156 (B. et B., I, Taf. 3, Fig. 49) weist 
ebenfalls keine apicalen Schildchenborsten auf und scheint auch in der Kopf- 
bildung ahnlich (Sectio Phorocera B. et B.). 

Lomacantha Rond. erinnert durch die beim 9 platten Vordertarsen und 
die aufsteigenden Vibrissen an die Gattung Aporomyia R., welche fast rudi- 


1) Conf. Zenillia R. D. (1830), p. 153; (1863) I, p. 471, mit libatrix als Type. — Ferner gehort 
zu Myxexorista B. et B. auch Nilea R. D. (1863), p. 275, mit innowia R. D., wahrscheinlich = 
fauna Rond, 

2) Vergleiche weiter unten die Anmerkung bei Dexodes murinus. 


202 Friedrich Hendel. 


mentire, haardiinne Kreuzborsten am Schildchen zeigt. Die Klauen des <j sind 
aber kurz. — Argyrophylax B. et B. zeigt blos Randmacrochaeten und vier 
Sternopleuralborsten, sowie nackte Augen. 


II. Dexodes murinus (,) nov. spec. 


Scheitel ?/; eines Auges breit, Augenrander von vorne gesehen nach ab- 
warts missig divergirend, Augen nackt, Stirnstrieme schwarz, etwas schmialer als 
die in Lingsreihen behaarten Orbiten; Gesicht im Profile gerade, Backen +/4 der 
Augenhéhe breit, unten fast gerade; Vibrissen etwas tiber dem Mundrande stehend. 
Stirnborsten einreihig, mit einer Borste sogar unter die Aristawurzel und unten 
den Augen genihert auf die Wangen herabreichend. Orbitalborsten fehlend, ein 
Paar Scheitelborsten, die obersten zwei Paare der Stirnborsten stark und nach 
hinten gebogen. Leistenborsten 7/, aufsteigend, Taster gegen das Ende etwas 
verdickt, rothgelb mit dunklerer Basis. 


Fiihler schwarz, tiber der Augenmitte sitzend; drittes Fiihlerglied viermal 
so lang wie das zweite. Arista lang, gerade und abstehend, kaum bis zur Mitte 
verdickt, zweites Glied derselben sehr kurz. 

Hinter der Quernaht des Riickens 3 innere und 4 aussere Dorsocentral- 
borsten und 8 Intraalarborsten, 1 prasuturale Intraalare, 4 Sternopleural- 
borsten. 

8 Schildchenborsten am Rande, die apicalen stark und gekreuzt, die 
nichststehenden marginalen lang und divergirend; zwei Subapicale stark und 
nach riickwarts gebogen. 

Hinterleib kegelfdrmig, erster Ring mit zwei, zweiter mit sechs, dritter 
mit einer Reihe von Randmacrochaeten; die Discalmacrochaeten sind deutlich 
kiirzer und ungeordnet, sie gleichen verstirkten Haaren. 

Beine schwarz, Klauen und Pulvillen deutlich verlingert, Hinterschienen 
ungleichborstig. 

Fliigel gelblich hyalin, an der Basis deutlich gelb, Randdorn rudimentar. 
Spitzenquerader fast gerade, ziemlich weit vor der Fligelspitze, dritte Lingsader 
nur basal mit 2—3 Borsten. 

Riickenschild schwarz, blauweisslich bestiubt, mit vier schwarzen Langs- 
linien; Schildchen rothgelb, nur an der Basis schmal schwarz. Hinterleib ganz 
dicht und einfirbig gelblichgrau bestiubt, nur die Hinterrander bilden feine 
braune Linien. Seiten des Abdomens réthlich. Hypopyg eingezogen. 

Nabresina, an der Adria, August 1900. 


Anmerkung. Deaodes murinus unterscheidet sich von den bekannten 
Dexodes-Species durch die vier Sternopleuralborsten, welche blos noch 
interrupta R. Girsch., Entom. Nachr., 1899, 8. 185, hat, den einfarbig miause- 
grauen Hinterleib und die etwas unter die Aristawurzel herabreichenden Stirn- 
borsten. Nach der Beschreibung zeigt einige Aehnlichkeit: Xylotachina ligni- 
perdae B. et B., II, S. 342. Diese Art besitzt aber eine platte, nicht vorstehende 
Stirne, je ein Paar starke Discalmacrochaeten und nicht unter die Arista herab- 


Ueber einige neue oder weniger bekannte europiische Muscaria schiozmetopa. 203 


reichende Stirnborsten. Ihre Chaetotaxie ist mir unbekannt. Dewodes interrupta 
R. Girsch. unterscheidet sich durch weniger herabreichende Stirnborsten, schwarzes 
Schildchen, andere Abdominalfirbung, bildet aber mit murinus m. eine eigene 
Gruppe, die sich durch vier Dorsocentral- und vier Sternopleuralborsten, sowie 
durch starke apicale Schildchenborsten von derjenigen des D. machairopsis B. 
et B. unterscheidet und sich dadurch Argyrophylax B. et B. nahert. 

Anschliessend méchte ich bemerken, dass mir Dexodes machairopsis B. 
et B. als Mischart erscheint. Unter den unbedingt in den Umfang der erwahnten 
Art gehérigen Individuen finden sich Mannchen sowohl mit zwei Paaren als 
auch mit einem Paare Scheitelborsten, die auch in den, wenn tiberhaupt vor- 
handenen, immer feinen apicalen Schildchenborsten variiren, die gekreuzt und 
parallel sein kénnen. Lophyromyia clausa B. et B., IV, 8. 616 kommt hierbei 
nicht in Betracht. 


III. Allophorocera noy. gen. 


Die Stellung des Dexodes auripilus B. et B. bei dieser Gattung scheint 
mir nicht natiirlich. Er ist vielmehr in die nachste Verwandtschaft der Gattung 
Paraphorocera B. et B., die eine gut begrenzte ist (Brauer, Girschner), zu 
bringen. 

Ich stelle hiefiir die Gattung Allophorocera auf. 

Diagnose: Augen nackt oder héchstens pubescent, Leistenborsten bis zur 
Gesichtsmitte mehrreihig aufsteigend, mehrere gleich starke Vibrissen iibereinander 
stehend. Scheitel beim © und Q breit, beide Geschlechter zwei Paare Scheitel- 
borsten, nur das Q zwei Orbitalborsten. Backen breit (?/, Augenhdhe) und wulstig, 
ebenso die Vibrissenleisten. Arista bis tiber die Mitte gleich stark verdickt, dann 
diinn; drittes Fithlerglied lang (viermal zweites), apicale Schildchenborsten ge- 
kreuzt, halb aufgerichtet, aber nach riickwarts gebogen, drei Sternopleuralborsten, 
Macrochaeten discal und marginal. Klauen des <j so lang als das letzte Tarsen- 
glied. Hypopyg. kugelig dick vortretend. 

Paraphorocera B. et B.*) ist im Habitus sehr ahnlich, hat schmilere 
Backen, vier Sternopleuralborsten, aufgerichtete, nach vorne gebogene apicale 
Schildchenborsten, runde Haarflecke am dritten minnlichen Bauchringe, kiirzere 
Klauen und langere Fiihler. 

Allophorocera auripila B. et B. hat nach der Beschreibung verlingerte 
Klauen, ein kurzes zweites Borstenglied und eine graue Farbung mit den gewohn- 
lichen Zeichnungen. Ich hielt daher meine Minnchen vom Stilfserjoch in Tirol 
fiir eine neue Art (Paraphorocera Braueri i.1.), da die Klauen derselben nicht 
verlangert sind, das zweite Aristaglied 2—3mal so lang als breit und die 
Kérperfarbung vorherrschend glinzend schwarz ist. Nach Ansicht der typischen 
Stiicke im kais. Museum in Wien sah ich aber, dass meine Minnchen mit denen 
von auwripila iibereinstimmen, obwohl bei letzteren das dritte Fithlerglied bei 
einigen Stiicken unten eine Ecke aufweist, das zweite Aristaglied kiirzer ist und 


*) Vergleiche weiter unten die dipterologische Anmerkung Nr. 12, 


204 Friedrich Hendel. 


der Aderanhang fehlt. Die 9 haben auf dem stirker bestiiubten Riickenschild 
deutliche Liingsstriemen und ein kurzes zweites Aristaglied. 

Ich lasse hier die Beschreibung eines ( als Erginzung zu Brauer et 
Bergenstamm, l. c, I, 8. 316, folgen: Augen nackt, Scheitel °/, des Auges 
breit, Augenrander von vorne gesehen nach unten ziemlich divergirend; Stirn- 
strieme dunkel rothbraun, so breit wie die Orbiten am Scheitel. Backen hinten 
herabgesenkt und unten stark beborstet. Stirne vorstehend, Wangen ?/, des hori- 
_zontalen Augendurchmessers breit. Hinterkopf hinter den Augen unten wulstig 
vortretend, greishaarig. Stirnborsten ungeordnet und den Leisten unten genahert 
bis zur Aristawurzel herabsteigend, die ersten drei oben stiirker und nach auf- 
wirts gebogen. Ocellarborsten nach vorne gebogen, stark. Fiithler schwarz, hoch 
tiber der Augenmitte inserirt. Drittes Fithlerglied am Aussen- und Innenrande 
convex, daher fast lainglich-eiférmig. Arista fast gekniet, bis 2/3 ihrer 
Linge verdickt, dann plotzlich haardiinn; zweites Glied derselben dreimal so 
lang als breit. Taster diinn, cylindrisch, rothgelb. 

3 innere, 4 dussere Dorsocentralborsten, 3 Intraalare hinter, 1 vor der 
Naht. Erster und zweiter Abdominalring mit zwei Randmacrochaeten, dritter 
mit vollstindiger Reihe; zweiter und dritter Ring mit mehreren Paaren unge- 
ordneter Discalmacrochaeten. 

Fliigel glashell, erste Hinterrandzelle schmal offen, nicht weit vor der Fliigel- 
spitze. Spitzenquerader concavy, Beugung stumpfwinkelig; dieselbe tragt beider- 
seits schrig nach abwarts einen gleich langen Aderanhang. Hintere 
Querader ?/; von der kleinen entfernt. Beine schwarz, Schienen ungleichborstig. 
Kérper glanzend schwarz, Schultern etwas weisslich bestaiubt, von Lingsstriemen 
des Riickens kaum eine Spur. Vorderrinder des 2.—4. Segmentes mit Ausnahme 
der Mittellinie bis zur Segmenthilfte weisslich bestiubt. 


IV. Eupogona Rond., Atti Soc. It. Sc. Nat. di Milano, 1868, p. 588. — 
B cteBo Mk, lays os 


Die einzige Art (Masicera setifacies Rond., Prodr., IV, p. 30, 18) wird von 
Rondani in der synoptischen Tabelle nicht mit erwihnt, kann daher leicht tiber- 
sehen werden. 

Die Fliege ist meines Wissens bis jetzt nur aus Italien (Parma, Ron- 
dani), der Schweiz (Meyer-Dir) und Ungarn (Thalhammer, Faun. Reg. 
Hung., Budap., 1899, p. 44, 14) bekannt. Hiezu kommt noch Niederésterreich: 
Bisamberg bei Wien, wo ich sie im September 1900 fing. 

Gezogen wurde sie von Rogenhofer, Wulp und Brischke (Schriften 
der naturf. Gesellsch. zu Danzig, 1885, Bd. VI, S. 20, Tachina Papilionis) aus 
Papilio Machaon U.") 

Das Insect ahnelt, wie schon Brauer, der die Gattung zuerst ausfiihrlich 
beschrieb und abbildete (1. c., Taf. I, Fig. 14, ( und Q), erwaihnt, im Habitus 


1) Vergl. Brauer et Bergenstamm, 1. c., IV, 1894, S. 552. 


* 


Ueber einige neue oder weniger bekannte europdische Muscaria schizometopa. 205 


sehr einer Miltogramma (Metopodia), besitzt aber keinen verengten Clypeus, 
keine Zinkenfalte, keine fein behaarten, sondern beborstete Wangen. 
Dadurch unterscheidet sie sich auch von Chaetomyia B. et B., von Chaetolyga 
Rond. und von Winthemyia R. D., von letzterer ferner durch drei Sternopleural- 
borsten. 

Apicale Schildchenborsten zart, gekreuzt, nach hinten gerichtet, 3 innere 
und dussere Dorsocentralborsten, 3 Intraalarborsten hinter, 1 vor der Naht. 
Erster und zweiter Abdominalring mit zwei Randmacrochaeten, dritter mit voll- 
stindiger Reihe. 

Hinterleib ausser der Lingslinie einfirbig mausegrau wie auch der ganze 
Korper. 

Die Hinterschienen sind bei meinem Q entschieden gewimpert zu nennen, 
denn ausser den Schienenenddornen und der stirkeren Mittelborste sind alle 
ibrigen Borsten aussen von gleicher Linge. 

Ob der Bewimperung der Hinterschienen itiberhaupt ein so hoher syste- 


‘matischer Werth beizumessen ist? Ich fand sie oft bei einer Art und dann bei 


beiden Geschlechtern variirend. 


Dritte Lingsader nur an der Basis mit 2—3 Borsten, miindet nicht weit 
vor der Fliigelspitze. Hintere Querader circa ?/; vom Cubitus der vierten Lings- 
ader entfernt. 


V. Parexorista tinctipennis (,') nov. spec. 
? cornuta Zett., Dipt. Scand., III, p. 1121, 118. 


Scheitel #/, der Augenbreite, Augenrander von vorne gesehen nach unten 
wenig divergirend, Stirnstrieme schwarz, so breit wie die Orbiten, diese unter 
den Borsten ziemlich behaart, Stirne ziemlich vorstehend, Gesicht im Profile 
geradrandig, Wangen nach unten schmiler werdend, unten itiber die Backen mit 
wulstigem Rande vorstehend, Vibrissenleisten bis zu diesem Wulste mit wenigen 
Borsten besetzt; Backen 1/, der Augenhdhe breit, unten gerade. Stirnborsten 
einreihig, den Leisten unten genihert, bis zur Borstenwurzel herabreichend; ein 
Paar aufrechte Scheitelborsten,') erstes Stirnpaar oben stark, aufwirts gekriimmt. 
Chaetotaxie wie bei Parexorista iiberhaupt. Fiihler schwarz und anliegend, 
deutlich tiber der Augenmitte sitzend, drittes Glied mehr als sechsmal so lang 
wie das zweite. Borste so lang wie die Fihler, fast bis zur Mitte verdickt; zweites 
Glied derselben kurz, nicht verlingert; die Wurzel der Borste sitzt auffallend 
weit an der Aussenseite des dritten Fiithlergliedes, so dass dieses an der Basis 
im Profile iiber die Aristawurzel und die Verbindungsstelle mit dem zweiten 
Gliede convex vorragt, zumal auch das dritte Glied am Vorderrande schwach 
concay ist. Taster schwarz, cylindrisch. Drei Sternopleuralborsten. 


1) Alle mir bekannten Parexoristen haben beim G nur ein Paar Scheitelborsten. — Hxorista 
(erinita Rond.) unterscheidet sich ausser den breiten Backen noch dadurch von Parexorista, dass sie 
beim CG zwei Paare Scheitelborsten aufweist, wie zum Bei ele auch die Mannchen der Gattung 
Masicera sens. B. et B. und viele andere. 


206 Friedrich Hendel. 


Hinterleib kegelférmig. Macrochaeten marginal und discal; erster und 
zweiter Ring mit einem Paare, dritter mit einer vollstandigen Reihe von Rand- 
borsten, zweiter und dritter Ring mit zwei Paaren Discalborsten hintereinander. 
Beine schwarz, Hinterschienen unter gleich langen mit vielen laingeren Borsten 
besetzt. 

Koérper glinzend braunschwarz, Riicken spirlich weiss bestiubt, mit fiinf 
schwarzen Lingsstriemen, die dussersten breiter, die mittleren drei genihert und 
nur bis zur Naht reichend. Schildchen ohne Roth, glinzend; Abdomen am 
2.—4. Ring in der Vorderhilfte mit Ausnahme der Mittellinie weisschillernd. 

Fliigel am Vorderrande und an den Lingsadern intensiv gelblichbraun; 
dritte Lingsader nur basal bedornt, Randdorn fehlend, Spitzenquerader stark 
concav nach der rechtwinkeligen Beugung. 

Bisamberg bei Wien, September, auf Gebiisch. 

Anmerkung. Nach der Synopsis der Arten in Brauer-Bergenstamm, 
II, 8. 318, kame man auf mitis Mg., eine mir aus Niederésterreich wohl bekannte 
Art, deren drittes Fithlerglied viel kiirzer ist und deren Wangen ganz oben etwas 
behaart sind. Nach Stein (Ent. Nachr., 1900, 8. 15, Sep.) wire diese Art iden- 
tisch mit Westermanni Zett., III, p. 1120, 117. Da aber Zetterstedt, 1. c., 
seiner Art ein sechsmal so langes drittes Fiihlerglied als das zweite zuschreibt, 
so kann ich mich mit dieser Synonymie nicht einverstanden erkliren (conf. auch 
Stein, Entom. Nachr., 1888, S. 214 und Mik, Wien. ent. Zeit., 1889, S. 166, nach 
dem sie mit temera Mg. zusammenfallen diirfte). Westermanni Zett. unterscheidet 
sich von oben beschriebener Art durch einen gelblichgrauen Hinterleib und blos 
vierstriemigen Thoraxriicken. Ein stark verlingertes drittes Fihlerglied besitzen 
noch linearicornis Zett., II, p. 1118, 115, 9 (drittes Fiithlerglied viermal so lang 
wie das zweite, Riicken vierstriemig: nigra, subnitida), Bondsdorfi Zett., XIII, 
p. 6111, 117—118 (drittes Fihlerglied finfmal so lang wie das zweite, Riicken 
vierstriemig, aber Schienen und Schildchen roth), cornuta Zett., III, p. 1121, 118 
(drittes Fihlerglied fiinfmal so lang wie das zweite, Riicken fiinfstriemig: nigra, 
submitida) und spernenda Zett., III, p. 1122, 119, kaum von cornuta verschieden. 

Mit mitis Mg. verwandt und durch langeres drittes Fihlerglied aus- 
gezeichnet (viermal so lang als das zweite) ist magnicornis B. et B., II, 8S. 820, 
welche aber wie mitts einen viel breiteren Scheitel aufweist (?/;—%/, des Auges) 
und nach Brauer und Strobl (Dipt. v. Steiermark, 1894, S. 21) fraglich das 
d' von mitis ist. Die Fithlerlinge scheint iiberhaupt nicht blos nach dem Ge- 
schlechte allein variabel zu sein. 

Von allen angefithrten Arten wire blos die Beschreibung Zetterstedt’s 
seiner cornuta ohne viel Widerspruch passend. Da aber Zetterstedt die Borste 
biarticulata nennt und die auffallende Tingirung der Fliigel nicht erwihnt, be- 
nenne ich die Art neu. 

Als eine Art, deren drittes Fiihlerglied sechsmal so lang als das zweite 
ist, méchte ich noch die von Stein (Ent. Nachr., 1900) beschriebene heraclei Mg. 
erwahnen, zu welcher aber Meigen’s Beschreibung (IV, p. 339, 172) nicht stimmt 
(drittes Fihlerglied fast dreimal so lang wie das zweite). Sie zeigt ein rothes 


Ueber einige neue oder weniger bekannte europiische Muscaria schizometopa. 207 


Schildchen. Stein’s Beschreibung dieser Art stimmt fast vollkommen mit der 
von vwax Rond., Atti Soc. Sc. Nat. di Mil., XI, 1868, p. 88. Parma. 


VI. Blepharidea unguiculata (<) nov. spec. (? Pseudophorocera B. et B.). 


Scheitel ?/; der Augenbreite, Backen weniger als 1/, der Augenhdhe, unten 
fast gerade; Vibrissen */, der Hohe aufsteigend, Orbitalborsten fehlend, ein Paar 
Scheitelborsten; drittes Fithlerglied schwarzbraun, dreimal so lang wie das zweite. 
Arista bis vor die Mitte verdickt, zweites Glied derselben so lang wie breit. 
Sechs Stirnborsten von der Fithlerwurzel an reichen deutlich unter die Arista- 
wurzel herab, unten doppelreihig, oben einfach. Die ersten zwei Stirnborsten 
stark, aufwirts gebogen. 

Blos drei innere und drei fiussere Dorsocentralborsten (die anderen Arten 
zeigen vier fiussere) hinter der Naht. Chaetotaxie sonst wie bei Bl. vulgaris Fall. 
(charakteristische Stellung der apicalen Schildchenborsten, drei Sternopleurale etc.). 

Taster und Schildchen durchscheinend rothgelb. Koérperfairbung und Fligel 
sonst wie bei BI. vulgaris Fall. Die Klauen sind aber linger als das letzte Tarsen- 
glied. Randdorn des Fligels klein, aber sichtbar, nicht ganz rudimentiéir wie 
bei Bl. vulgaris. Dritte Lingsader nur basal bedornt. 

Liezen, Steiermark, August. 

Anmerkung. Vergleiche hiezu B. et B., I, S. 88 und 92; II, S. 338; III, 
8. 117 und 118, ferner Rondani, Prodr., I, p. 67, Note. Fraglich wire auch die 
Varietat von Bl. vulgaris Fall., Meade, ,Annotad list of British Tachinidae“ 
(Ent. Mont. Mag., 1891, p. 326: ,the palpi are often testaceous at their ends“) 
hieher zu ziehen. 

Durch die entschieden verlingerten Klauen wird die Stellung dieser Art 
bei der Gruppe Blepharidea B. et B. (Rond.) eine isolirte, obwohl auch Subgen. 
Ceratochaeta B. et B. in beiden Geschlechtern etwas verlingerte Klauen zeigt. 


VII. Blepharidea (Anoxycampta Big. == Pseudoperichacta B. et B.) hirta 
Big., Bull. Soc. ent. Fr., V, 10, p. XL. 


oO (trotz der sehr kurzen Klauen und Pulvillen und der zwei Scheitel- 
borsten): Scheitel °/, des Auges breit, Stirnstrieme oben fast so breit wie der 
Scheitel, verjiingt sich nach vorne deutlich, roth; Orbitalborsten fehlen. 
Aeussere Stirnborstenreihe nur haarfoérmig und in der Mitte deutlich, 5—6 Stirn- 
borsten unter der Fiihlerwurzel reichen deutlich unter die Arista herab; Backen 
ca. */; der Augenhoéhe breit, Fiihler anliegend. 

Drittes Fithlerglied 5—6mal so lang wie das zweite, Borste bis zu ?/s 
verdickt, zweites Glied fast zweimal so lang wie breit. Taster schwarz, 
keulig. Schildchen am Rande roth. 

Kérper wegen der dichten Bestiubung kaum glinzend, Abdomen seitlich 
durchscheinend roth. Beine schwarz. Hinterschienen aussen fast gleichmissig 
ziemlich dicht gewimpert, nicht mit den langen starken Borsten wie bei vulgaris 


208 Friedrich Hendel. 


Fall. unregelmiassig besetzt. Vibrissen bis iiber die Halfte des Gesichtes auf- 
steigend. 

Bisamberg, August. — Livland (Sintenis). 

Anmerkung. Brauer (Sitzungsber. d. kais. Akad. d. Wistensch: in Wien, 
1898, 8. 505) stellte oben angefiithrte Synonymie nach der Type Bigot’s fest, 
mit der Ausnahme blos, dass er major B. et B. nur fiir ,,vielleicht gleich hirta 
Big.“ halt. Da aber die Héhe des Aufsteigens der Vibrissen namentlich bei den 
Blepharidea-Arten nicht allzu constant ist, glaube ich beide Arten fiir identisch 
halten zu miissen. Auch oben beschriebene forma rufoscutellata halte ich vor- 
laufig fiir specifisch nicht verschieden, obgleich das zweite Aristaglied etwas 
verlingert, das Schildchen am Rande roth ist und die Hinterschienen gewimpert 
erscheinen. An. hirta wire nach der Beschreibung Bigot’s allein nie zu er- 
kennen gewesen. 


VIII. Dipterologische Anmerkungen. 


1. Hurigaster Macq., sens. Rob.-Desv., Ann. Soc. entom. France, 1848, 
p. 435; Hist. nat., 1863, I, p. 595, deckt sich mit Pexopsis B. et B., I, 8. 88. 

2. Catagonia nemestrina Egg., B. et B., II, 8. 348 (non Meig.), ist 
das Minnchen von Exorista aberrans Rond., Prodr., III, p. 147, 88 (Parexorista 
ead., B. et B., II, 8. 324). 

Vergl. auch Girschner (Entom. Nachr., 1899, 8. 178, 10). Die Art ist in 
Bisamberg nicht selten. 

Das © weicht im Habitus insoferne vom Q ab, als sein Thorax glinzend 
und nicht so stark bestiubt ist als beim 9, bei dem die Langsstriemen bei 
weitem deutlicher sind. Die Taster des 9 sind keulig, die des °{ blos cylindrisch. 
Das Schildchen des letzteren ist gewéhnlich schwarz, doch kann der Rand auch 
++ roth sein, wie einige Exemplare beweisen. cj und Q besitzen zwei Paare 
Scheitelborsten; apicale Schildchenborsten nach vorne gekriimmt, aufgerichtet; 
vier Sternopleuralborsten. 


3. Labidogaster’) forcipata Meig. unterscheidet sich durch den Be- 
sitz von drei Sternopleuralborsten von den anderen zwei von Brauer mit ihr 
vereinigten Subgenera Phaniomyia (biguttata Meig.) und Clawrvillia (ocypte- 
rina §.), welche blos zwei solche Borsten haben. Die Gattung Phania besitzt 
gar nur eine Sternopleurale. 

Das © von Clairvillia ocypterina 8. kenne ich aus Bisamberg (August 
1898) und aus der kais. Sammlung (B. et B., III, Note 107). Es hat verlaingerte 
Klauen und Pulvillen. 

o'. Drittes Fiihlerglied zweimal so lang als das zweite, Taster cylindrisch, 
Fliigel auffallend heller als beim Q; Backen linear, unten fast ganz gerade, 
Vibrisse kaum etwas héher als der Backenunterrand. Fiihlerwurzel deutlich tiber 


1) Labidogaster: Setae ocellares recurvatae, conf. Brauer, Sitzungsber. der kais. Akad. der 
Wissensch. in Wien, 1898, 8.519. Ferner fehlen die inneren Dorsocentralborsten vor und hinier der 
Naht. Bei Clairviliia S. steht ferner die kleine Querader fast hinter der Miindung der ersten Lingsader. 


Ueber einige neue oder weniger bekannte europiische Muscaria schizometopa. 209 


die Augenmitte hinaufgertickt. Zwei Paare Scheitelborsten, Scheitel */s der Augen- 
breite; Stirne von vorne gesehen fast parallel (biguttata Meig., Q': Hin Paar 
Scheitelborsten, Scheitel 1/, der Augenbreite, Augenrinder von vorne gesehen 
nach unten stark divergirend und s-formig geschwungen). 

Q. Drittes Fiihlerglied mit dem zweiten fast gleich lang, kaum linger; 
Taster keulig, wie bei den meisten Formen der Sectio Phania B. et B.; Fliigel 
wie Schiner beschreibt. Backen schon von der Vibrisse an convex herabgehend, 
hinten schmal. Fiihlerbasis der Augenmitte gegentiber. 

Die Verschiedenheit der Fiihlerlange und der Tasterform bei den Ge- 
schlechtern einer Art steht nicht vereinzelt da. Sollte das cj dennoch einer 
anderen Art angehéren, mag sie longicornis heissen. 

4. Meigenia incana Fabr., coll. Zett., teste P. Stein = egens Egg., 
Verh. der k. k. zool.-bot. Ges. in Wien, 1861, 8.213; B. et B., II, 8.310 (? = muta- 
bilis Fall., Meig., IV, 8. 403, 285). Fiir diese Art a das nicht mehr, was 
Rondani, Prodr., III, p. 111 von seiner Gattung Spylosia, die schon Schiner 
erkannte, sagt: ,scutellum apice setis duabus intermediis erectis et non decus- 
satis.“ Die apicalen Schildchenborsten sind wohl aufgerichtet und nach vorne 
gebogen, kreuzen sich aber ganz an der Spitze und bleiben nicht parallel, wie bei 
den anderen Arten. Der Scheitel des ist ?/;—*/, des Auges breit (bei bisignata 
J Io, bei floralis 1/3) und trigt zwei Paare Scheitelborsten (die anderen Arten 
nur ein Paar). 

Hinterleib einfirbig miusegrau (/ und 9) mit schwarzen Wurzelpunkten 
an den Macrochaeten. Meine Exemplare (die Art ist in Bisamberg bei Wien nicht 
selten) zeigen aber alle nur (o' und Q) ein Paar Discalmacrochaeten auf jedem 
Ringe. 

Vier deutliche Sternopleuralborsten. Erste Hinterrandzelle bei einigen 
Stiicken am Rande geschlossen. Die Pubescenz der Augen ist bei manchen Exem- 
plaren sehr deutlich. 

Auch die Fihlerwurzel sitzt bei egens Egg. hoch iiber der Augenmitte, 
wihrend sie bei den anderen Arten der Mitte fast gegeniiber steht. 

5. Myiocera ferina Fall. S. hat vier fiussere Dorsocentralborsten und 
drei Intraalarborsten hinter der Naht, Myiocera carinifrons Fall., 8. je eine 
Borste weniger. 

6. Frontina laeta Meig. und Roeselia antiqua Fall. zeigen an 
Stelle des gewéhnlichen Hypopleuralborstenfichers blos zwei einfache Borsten. 

7. Das & von Hrigone consobrina Meig. (Brauer, Sitzungsber. der 
kais. Akad. der Wissensch. in Wien, 1898, S. 534, 6) besitzt blos zwei Sterno- 
pleuralborsten, das 9 und beide Geschlechter von radiwm Fall. und connivens 
Zett. zum Beispiele drei solche Borsten. 

8. Myiospila meditabunda Fall. var. alpina (Stilfserjoch in Tirol): 
Vier Sternopleurale, wie forma genwina; Thorax und Schildchen glainzend schwarz, 
nur lings der Dorsocentralreihe schmale weissliche Binden. Hinterleib: Erster 
Ring fast ganz schwarz; die zwei Mittelflecken des zweiten Ringes sehr breit, 
sie lassen seitlich nur schmiilere Theile des Tergits frei, als sie breit sind; die- 

Z. B. Ges. Bd. LI. 14 


210 Friedrich Hendel. 


jenigen des dritten Ringes sind schmiler. Fliigel am Grunde mit intensiv schwarz- 
braun gesiumten Adern. (Vergl. E. Pokorny in diesen , Verhandlungen“, 1887, 
S. 382.) 

9. Fir Parexorista confinis Fall. hat Robineau-Desvoidy (Hist. 
nat., 1863, I, p. 458) den Gattungsnamen Aplomyia gebraucht; Subgenus zu 
Parexorista B. et B.: Stirnborsten unter die Arista herabgehend, zweites Borsten- 
glied und drittes Fiihlerglied verlangert; Macrochaeten des Abdomens nur mar- 
ginal, vier Sternopleuralborsten, Hinterschienen gekriimmt, Cubitus der vierten 
Langsader ohne Zinkenfalte. (j': Ein Paar Scheitelborsten, apicale Schildchen- 
borsten gekreuzt, nach hinten gebogen. — Rondani stellte spiter (Atti Soc. Se. 
nat. di Mil. 1868, p. 588) die Art zu seiner Gattung Tricholyga. 

10. Gonia flaviceps Zett., Dipt. Seand., I, p. 1196 = interrupta Rond., 
Prodr., III, p. 32 = flaviceps Schin., F. A., I, p. 443 = ead. Kowarz, Wr. Ent. 
Zeit., VII, 8. 1. Gonia flaviceps Zett. hat schwirzliche Taster (nach Kowarz 
sogar schwarze) und besitzt keine Discalmacrochaeten am dritten Abdominalring. 
G. interrupta Rond. zeigt aber gelbe Taster und Discalmacrochaeten am dritten 
Segmente. 

Ein © (Hohe Salve, August, Tirol), welches vollkommen mehreren <j von 
G. flaviceps Zett. des kais. Museums in Wien gleicht, weist nun keine Discal- 
macrochaeten, dagegen gelbliche Taster auf, bildet also den Uebergang. Das 
Vorhandensein oder Fehlen von nicht paarigen Discalmacrochaeten am dritten 
Ringe ist bei Tochinarien ein wenig constantes Merkmal. Es bleibt also blos 
die Farbe der Taster. Da dieselbe von Kowarz schwarz, von Zetterstedt 
schwarzlich genannt wird, da sie bei meinen Stiicken graugelb, bei Rondani 
»testaceus* ist, so scheint mir auch hier der Uebergang angedeutet. 

Den von mir erwihnten Miannchen fehlen die weissen Randsiume am Ab- 
domen ganz, das <j des Kowarz hatte schmale weissliche Hinterrandbinden, 
wihrend dieselben bei anderen Stiicken + breit sind. Auch das <j des Zetter- 
stedt hatte einen einfairbig glinzend schwarzen Hinterleib: (7, Q) nigra, mtida, 
in @ vestigio vittarum albarum im thoracis antico et fasciarum 3 cinerascentium 
in abdomine. 

11. Parexorista grossa B. et B,, Il, 8. 323 ist eine echte Parexorista 
mit vorstehender Stirne, drei Sternopleuralborsten und kegelférmigem Abdomen. 
Sie kann daher nicht gleich sein Sisyropa glauca Meig., wie Stein, Entom. 
Nachr., 1900, 8. 154, sagt. 

12. Masicera senilis Meig., VII, S. 241, 8 = Andrina senilis R.-D. 
(1863), I, p. 886, und ist nicht identisch mit der Art Rondani’s, daher auch 
Andrina R.-D. nicht als Synonym zu Paraphorocera zu ziehen ist. Senilis Meig. 
hat die dritte Lingsader bis zur kleinen Querader beborstet und die erste Hinter- 
randzelle gestielt. Meigen stellte die Art nach Robineau-Desvoidy spiter 
zu seiner Gattung Clista. 

13. Avihospita Hend., Wr. Ent. Zeit., 1901, ist eine todtgeborne Gattung, 
da sie zu Protocalliphora Hough, Entom. News Philad., 1899, synonym ist. Die 
Ursache ist ein bedauerlicher bibliographischer Fehler meinerseits. — Herrn P. 


Ueber einige neue oder weniger bekannte europiiische Muscaria schizometopa. O11 


Fr. Konow hat es gefallen, in Nr. 2 seiner jiingst creirten Zeitschrift anlisslich 
eines Referates tiber meine Arbeit seiner ganz subjectiven Anschauung itber 
Nomenclatur eine die Grenzen objectiver Kritik iiberschreitende Bemerkung bei- 
zufiigen, die ich fiir meine Person hiermit zuriickweise. Beziiglich des ja wirk- 
lich schlecht gebildeten Namens , Avihospita* mag sich Herr Konow aus dem 
oben citirten Grunde trésten. Den belehrenden Hinweis auf Mik’s Ansichten 
muss ich dankend ablehnen, da ich diese aus langem persénlichen Verkehre mit 
dem Verstorbenen selbst kenne, jedoch — wie ich auch unlingst in den Termész. 
Fiizet., 1901 bemerkt habe — nicht immer mit ihnen tibereinstimme. 


Kine neue Homopterenart aus I[strien. 
ot Von 
Dr. L. Melichar. 
(Mit zwei Abbildungen im Texte.) 


(Eingelaufen am 4. Februar 1901.) 


Zyginella Graeffei nov. spec. 


Korper gelblichgriin. Scheitel, Pronotum und Schildchen gelblichgriin. 
Scheitel vorne stumpf abgerundet, um ein Viertel kiirzer als das Pronotum, 
letzteres vorne bogig gewélbt, hinten gerade, glatt, glinzend. In der Mitte des 
Schildchens eine vertiefte Querlinie. Gesicht gelblichgriin, Augen schwarz. 
Fligeldecken gelblichgriin, im unteren Drittel meist hyalin, der Clavus bis 
auf seine Spitze zinnoberroth. Der Aussenrand der Deckfliigel unterhalb der 
Wurzel beginnend bis zur Mitte schmal schwarz gesiumt, vom unteren Ende der 





Umsiumung fiihrt eine schiefe schwarze Linie in das Corium. Vier Apicalzellen,” 
die Apicalnerven braun gesiiumt, der dussere Apicalnerv gegabelt, in der Mitte 
der dreieckigen Zelle nahe dem inneren Aste ein schwarzer Punkt. In der Mitte 
der ausseren Apicalzelle geht vom Bogenrande ein schwarzer Strich fast bis zum 
gegabelten Apicalnerven und bildet einen falschen Quernerven. An dem idusseren 
Quernerven befindet sich eine grosse viereckige schwarze Makel. Fliigel milchig- 
weiss, von weisslichen Nerven durchzogen. Hinterleib unten griinlichgelb, mit 
einer schwarzen Lingsmakel in der Mitte, oben schwarz, die Riickensegmente 
schmal gelb gesiumt. Beine blassgriin, die Klauen braun. 
14* 


242 L. Melichar. Eine neue Homopterenart aus Istrien. 


oO. Genitalklappe fehlt. Genitalplatten schmal, nach hinten ver- 
schmilert, aneinandergeschlossen, das Ende aufwarts gebogen. Letztes Riicken- 
segment schwarz, dessen Seitenlappen nach hinten und unten verschmalert, stumpf 
zugespitzt, kiirzer als die Genitalplatten. Afterréhre blassgelb. Linge 3°5 mm. 

Diese durch die Randmakeln der Fliigeldecken gekennzeichnete Art wurde 
von meinem Freunde Dr. E. Graeffe, welcher um die Erforschung der Homo- 
pterenfauna des Istrianer Gebietes sich grosse Verdienste erworben hat, bei Triest 
(Proseco) auf einer Lichenenart entdeckt. 


% s * 
Die drei bekannten Arten sind nach der nachstehenden Tabelle leicht zu 
bestimmen : 

1. Auf den Fliigeldecken ein am dusseren Quernerven anliegender grosser, fast 

viereckiger Randfleck. Linge 3°55 mm. Istrien . Z. Graeffei nov. spec. 

— Auf den Fliigeldecken kein schwarzer Randfleck; in der ausseren Apicalzelle 

zwei nach innen convergirende schwarze Randstriche . . : 2 

2. Stirne beim © einfarbig griin oder gelb, beim @ dicht fiber 5a Fihlern 

eine von einem Auge zum anderen ziehende schwarze, etwas nach oben aus- 

gebogene Querlinie. Clypeus schwarz. Clavus der Fliigeldecken zinnoberroth. 

Lange (o’, 9) 35mm. Niederésterreich . . . . . . Z pulchra Low 

— Stirne bei beiden Geschlechtern einfarbig griin oder gelb. Clypeus gelb. 3 
3. Clavus der Fliigeldecken gelb. Linge 2°75 mm. Croatien. 

Z. albifrons Horv. 

— Clavus der Fliigeldecken, Hinterrand des Pronotum und ein Mittelfleck roth. 

Croations: 4 ,aiaadvidiicn odoiee® cateifen®  oatnerubescenseiony 


Baris Gudenusi nov. spec. 


Beschrieben von 


August Schultze 


in Detmold. 


(Eingelaufen am 25. Janner 1901.) 


In sectionem Baridis cuprirostris Fabr. pertinens, ab omnibus vero spe- 
ciebus propinquis statura peroblongo-ovali, valde differre videtur. 

Ovali-elongata, coeruleo-violacea, subnitida, antennis pedibusque nigris. 
Rostro subtenui, Q fere thoracis longitudine, aequabile curvato, supra subti- 
lissime et sparsim, ad latera densius et paulo seriatim ruguloso-punctato, 3’ 
breviore, crassiore, lateribusque grossiore punctato, in utroque sexu nigro, sae- 
prusque in basi metallescente. Prothorace subconico, lateribus ad apicem pau- 
lulo curvatim coangustato, subtiliter et minus ecrebre, sat profunde punctato, 


Timia-Arten. 1 





(Aus der Zeitschrift fiir Hymenopterologie und Dipterologie. 
1908. . Heft 1.) 


Synopsis der bisher bekannten 
Timia-Arten. (ip) 
Von Friedrich Hendel in Wien. 


Herr 7h. Becker hat in der Wiener entomol. Zeitung 
1907 p. 108—118 eine Arbeit tiber die Gattung /imia 
Wied. publiziert, in welcher er zu den damals bekannten 
5 Arten noch 7 neue hinzufiigt. Da ich nun in der Lage 
bin, noch weitere 7 Arten als neu zu beschreiben, habe 
ich die von Becker |. c. gegebene Bestimmungstabelle 
erweitert und unter obigem Titel herausgegeben. Die neuen 
Arten stammen alle aus Transkaspien. Ich erhielt die- 
selben mit Ausnahme 3 Arten, welche sich im K. K. Mu- 
seum unter einer Dipterenkollektion von Herrn EF. Reitter 
aus Turkmenien befand, von Herrn Alex. von Jakowlew 
aus Jaroslawl. 


Beziiglich der von Becker |. c. p. 109 und 110 an- 
gegebenen Beborstung bei der Gattung méchte ich er- 
wahnen, dass manche Arten eine, wenn auch schwache 
Orbitalborste besitzen und alle von mir beschriebenen 
Arten nur eine hintere Dorsalborste am Riicken tragen. 


1. Stirn gelb, mehr oder weniger punktiert, mit 2 von 
den Fiihlergruben bis zum Scheitel durchlaufenden 
rotbraunen Streifen. Thoraxriicken von glanzend 
schwarzer Grundiarbe, mehr oder weniger grau be- 


Pea eMH CMe UNNIEN 10 a aia eS 2. 
— Stirn ohne die beiden rotbraunen Langsstreifen 9. 
2. Schildchen ganz schwarz. Jakowlewi n. sp. Q. 
—ouhidcien sanz oder teilweise gelb-" . ..-. . -3. 


3. Hinterleib stark punktiert. Fltigel wasserklar, aber 
Wurzel, Randmal und Spitze braunlich gefarbt. Hinter- 
leib glanzend schwarz, letzter Ring wenig langer als 
der vorhergehende. Schildchen gew6lbt und etwas 
punktiert, an der Wurzelhalfte schwarz, Spitze gelb- 
braun. Beine glanzend schwarz, Kniee und Meta- 
tarsen gelblich. 5,5 mm lang. — Tibet. 


punctulata Becker o. 
Wien. entom. Zeit. 1907 p. 112. 


Friedrich Hendel. 


— Hinterleib nicht PHD F ee wasserklar mit ae 


4. 


AGG:  s. * ; 4, 


Schildchen elinzend gel gewolb iahie Punk 
tierung . 


Schildchen eee ane apeentattet noone ri 
tiert, an der Wurzel schwarz. Hinterleib erzfarbig 
griin, glanzend; letzter Ring wenig langer als der 
vorletzte. Legerdhre schwarz. Beine rotgelb; Hiiften, 
Spitze der Hinterschienen und letzte Tarsen gebraunt. 
5,5—-7,5 mm lang. — Tibet. 

protuberans Becker SB. 

Wien. entom. Zeit. 1907 p. 113. 


Mesopleuren weisslich bestaubt. Vorderhiiften und 

Vordertarsen schwéarzlich. Hinterschienen gekriimmt 

und verdickt, unten (innen) lang gewimper). 
hirtipes n. sp. &9. 


Mesopleuren Saree schwarz. Hinterschienen 
Nota wire was ; i), eaetoa oad HOS 


Stirn Pahalinieneeae: flach egrets Gesicht 
mindestens um das anderthalbfache des horizontalen 
Augendurchmessers vortretend. Beine vorwiegend 
schwarz gefarbt. Fiihler rotgelb. Hinterleib metallisch 
griin. Hinterkopf gelb. Stirn ohne Querfurche. Lange 
6 mm. — Alai-Gebirge, Siid-Sibirien. 

monticola Becker o. 

Wien. entom. Zeit. 1907 p. 114. 


Stirn steil abfallend. Gesicht héchstens um die Lange 
des horizontalen Augendurchmessers vorspringend 7. 


Stirn in der Mitte mit einer Querfurche. Beine vor- 
Wiegend schwarz gefarbt. Hinterleib schwarz, ebenso 
der Hinterkopf. Lange 3,5 mm. parva n. sp. o. 


Stirn ohne Querfurche. Beine vorherrschend gelb 8. 


Fiihler, Taster, Hinterkopf und Vorderhiiften schwarz. 
Letzter Hinterleibsring nicht verlangert. Lange 4—4,5 
mm. nigriceps n. sp. o. 


Fihler, Taster, Hinterkopf und Vorderhiiften rotgelb. 
Letzter Hinterleibsring verlangert. Lange 6—7 mm. — 


Tibet. turgida Becker Q. 
Wien. entom. Zeit. 1907 p. 114. 
Thoraxriicken glanzend, ohne Bestéubung . . . 10. 


Thoraxriicken bestéubt und punktiert . . . . 17. 


10. 


Timia-Arten. 3 


Thorax und Hinterleib rotgelb bis rostgelb . . 11. 
Se LNOrak. uncividintenelb: schwarz « %... 4... Te. 
MMe RORIZ ECCI 64 Wish el sictp nn ME Roe ety eile. 


it. 


12; 


15. 


Erstes und zweites Fiihlerglied schwarz, das dritte 
gelb. Stirn gelb, wachsglanzend. Hinterleib rost- 
gelb mit auf der Mitte unterbrochenen braunen Vorder- 
randbinden. Hinterriicken glanzend schwarz. Fliigel 
farblos mit blassgelben Adern, Stirn mit einer flachen 
Querfurche, unpunktiert. Lange 3 mm. — Kaschgar. 


dimidiata Becker ©. 
Wien. ent. Zeit. 1907 p. i115. 


Hinterleib mit breitem schwarzen mittleren Langs- 
streifen. Stirn grob querrunzelig. Fliigel schwach 
braunlich getriibt. 7 mm. — Kaschgar. 


mellina Becker o. 
Wien. entom. Zeit. 1907 p. 116. 


Der ganze K6rper glanzend rostgelb. 7—8 mm. — 


Zentral-Asien. testacea Portschinsky &@. 
Hor. Soc. ent. Ross., XXVI. 1891, p. 211. 


Fliigel wasserklar mit gelben Adern . . . . 14. 
heme! nicht wWwaSSerklar  ... « « «< . » .« .«, 16: 


Stirn mit einer Querfurche. Schildchen schwarz. 
Beine pechschwarz, Kniee und Tarsen gelb. Lange 
3,5 mm: 

Reitteri n. sp. o'9. 


Stirn ohne Querfurche. Schildchen gelb. . . 15. 


Kopf sehr stark aufgeblasen, Stirn 4 mal so breit 
als ein Auge, vorn mehr als um den horizontalen 
Augendurchmesser vorstehend. Riickenschild stark 
punktiert. 8—10 mm lang. 

Klugi n. sp. og. 


Kopf weniger aufgeblasen, Stirn daher nur 2 mal so 
breit als ein Auge, vorn weniger vorstehend als 
der horizontale Augendurchmesser betragt. Rticken- 
schild sehr sparlich punktiert. 5 mm lang. 
carbonaria n. sp. o. 


Schenkel unten fein bedornt. Beine rotgelb: Hiiften 
und Spitze der Schienen schwarz. Fliigel weiss- 


4 Priedrich Hendel. 


gelblich mit brauner Costa und braunlichem Saum 
langs derselben. — Siid-Russland. 
erythrocephala Wiedemann &9. 
Aussereur. Zweifl. Ins., I]. 564. 1830. 

— Schenkel unbedornt. Hiiften und Schenkel schwarz, 
Schienen und Tarsen pechbraun, Kniee rostgelb. 
Fliigel gebraéunt, an der Wurzelhalfte gelblich, langs 
der Costa starker verdunkelt. Adern schwarzbraun, 
an der, Basis: gelbi? ‘ohne egerohre “smn. — 
Turkmenien. nigripes Mik. 9. 

Wien. ent. Zeit., VIII. 201. 1889. 
17. Fliigel glashell mit gelben Adern, ohne braune 
Telecine tite een sa spb : ; A SG: 


— Fliigelvorderrand schmal braunlich gesdumt bis zum 
Spitzenfleck. Schulterbeule nebst vorderem Brust- 
stiick rot. Hinterleib glanzend schwarz mit rotgelben 
Hinterrandsd4umen. Legerédhre und Beine rotgelb ; 
ohne Legeréhre 9 mm lang. — Persien. 

pulcira Roder 9. 
Wien. ent. Zeit., VIII. 186. 1889. 

18. Thorax glanzend schwarz mit grauer Bereifung. 
Hinterleib und Legeréhre glanzend schwarz. Fihler 
rotbraun. Grosse Art von 9—10 mm Lange. — 


Turkmenien. Komarowi Mik. 39. 
Wien. ent. Zeit., VII]. 200. 1889. 


— Thorax glanzend gelb mit weisslicher Bereifung. 
Hinterleib und Legeréhre glanzend rostgelb. Fiihler 
schwarz; kleine Art von 4,5—5 mm Lange. — Tibet. 


canaliculata Becker 3. 
Wien. entom. Zeit. 1907. 117. 


1. Timia hirtipes n. sp. 9. 

2 9 3 & aus Transkaspien, leg. Anger. Jakowlew’s und meine 
Sammlung. 

Kopf wachsgelb mit sehr steil abfallender Stirn. Das 
Untergesicht springt etwas weniger als die Hialfte des 
wagrechten Augendurchmessers vor. Die Augen sind 
doppelt so hoch als lang, lotrecht gestellt. Die Stirn ist 
sehr breit, ?/, der Kopfbreite, ohne Querfurche ; die Grund- 
firbung derselben ist glanzend rotgelb, welche Farbe 
aber durch eine dichte weisse Bestéubung verdeckt ist. 
Aus dieser Bestéubung treten 2 unbestaubte, nach oben 
hin etwas convergierende Streifen hervor, welche mit 
breiter Basis iiber den Fiihlerwurzeln beginnen, nach oben 
hin gegen den schwarzen Ocellenhécker sich verjiingen 


Timia-Arten. 5 








und dort mit einer ebensolchen unbestaubten Querbinde, 
welche die Stirn vom Hinterkopf trennt und von einem 
Auge zum anderen geht, zusammenlaufen. Zwischen und 
seitlich von diesen Stirnstriemen tritt die Grundfarbung 
nur in Form kleiner und sehr dicht nebeneinanderstehender 
Piinktchen an den Wurzeln der schwarzen, kurzen Be- 
haarung zu Tage. Die Stirnseiten sind gerade so breit 
wie der von den Striemen eingenommene Mittelteil. Die 
Fiihler und die Borste sind gelb, das 3. Fiihlerglied 
manchmal braun. Die Fiihlergruben nicht verdunkelt. Der 
zwischen den letzteren liegende leistenférmige Teil des 
Clypeus ist tiber dem Mundrande etwas e-ngedriickt und 
tritt wenig vor. Der Riissel ist voluminés, schwarz. 
Die Taster sind léffelférmig, an der Spitze breiter und 
behaart, ganz gelbrot. Das Fulcrum tritt wenig vor, ist 
schmal und gelbrot. — Im durchfallenden Lichte ist der 
ganze Hinterkopf rotgelb. Im auffallenden ist der Mittel- 
teil um den Hals herum matt kastanienbraun, ein breiter 
Kreisring rund herum neben den Augen weiss bestaubt. — 
Thorax von glanzend schwarzer Grundfarbe, am ganzen 
Riicken und an den Mesopleuren dicht weissgrau_be- 
staubt und stark punktiert. Die Punktierung zeigt eine 
streifenartize Anordnung. Hinterriicken auch bestaubt. — 
Das glanzend gelbe Schildchen ist stark gewd6lbt und 
zeigt nur am Seitenrande weisse Bestéaubung mit Punkten. 
Nur 2 apicale, kurze Borsten. Schiippchen schneeweiss, 
Schwinger gelb. — Der Hinterleib ist metallisch griin, 
hell erscheinend und hat fast keine wahrnehmbare Punk- 
tierung. Alle Segmente ziemlich gleich lang, nur beim & 
ist der letzte Ring langer. Die Legeréhre des 9 ist 
schwarz und 11/, mal so lang als das letzte Segment. 
Die Beine sind alle hell rotgelb; die Vorderhiiften sind 
elanzend schwarzbraun, die Vorderschienen gegen das 
Ende gebraunt und die Vordertarsen schwéarzlich. Bei 
einigen Stiicken zeigt sich auf der Hinterseite der Vorder- 
schenkel ein dunkler Wisch. Die Hinterschienen sind 
auffallend gekriimmt und verdickt und auf der Unter- 
(Innen) Seite mit langen, schwarzen Haaren dicht ge- 
wimpert. Ebensolche Haarwimperreihen finden sich oben 
an der Spitzenhalfte der Hinterschenkel ziemlich dicht, 
dann posteroventral und anteroventral an den Mittel- 
schenkeln, schwacher ventral an den Hinterschenkeln, 
Die starkste Borstenreihe steht posteroventral an den 
Vorderschenkeln. Die Behaarung des ganzen K6rpers 
ist schwarz und kurz. Die Fliigel sind wasserklar mit 


6 Friedrich Hendel. 


gelben Adern. — K6rperlange 6—8 mm; Fliigel: 5,5 bis 
6,5 mm. 


Anmerkung: Timia hirtipes unterscheidet sich von protuberans 
Becker 1. durch die stark bestaubte, auch in der Mitte punktierte Stirn, 
2. durch eine andere Farbung des Hinterkopfes, 3. durch bestaubte Schultern 
und Mesopleuren, 4. durch das gewdlbte, ganz gelbe Schildchen, 5. durch 
die Behaaruug der Hinterschienen. — Von 7imia turgida Becker unter- 
scheidet sie sich 1. durch die bestéubten Mesopleuren, 2. durch das am 
Rande punktierte Schildchen, 3. durch den helleren Hinterleib, dessen letzter 
Ring beim 2 nicht verlangert ist, 4. durch schwarze Vorderhiiften und dunkle 
Vordertarsen, 5. durch andere Riickenpunktierung, 6. durch die Behaarung 
der Hinterschienen. 


2. Timia Jakowlewi n. sp. 9. 

3 2 aus Transkaspien, leg. Re/tter, 1894. Kaiserl. Museum in Wien. 

Kopf wachsgelb mit etwas weniger steil abfallender 
Stirn. Das Untergesicht springt aber dennoch nur um die 
Halfte des wagrechten Augendurchmessers vor. Die 
lotrecht gestellten Augen sind nur 1'/, mal so hoch als 
lang. Die Stirn ist kaum die Halfte des Kopfes breit, 
mit einer wenigstens angedeuteten Querfurche in der 
Mitte; die Grundfarbung derselben ist glanzend rotgelb, 
welche Farbung aber durch weisse Bestéubung zum Teile 
verdeckt ist. Die Behaarung der Stirn ist auffallend lang 
und rauh.*) Die unbestaubten Stirnstreifen der Mitte laufen 
parallel von den Fiihlern zum Ocellenhécker und sind in 
der Mitte am schmalsten, oben und unten breiter. Der 
Zwischenraum zwischen denselben ist weiss, unpunktiert, 
die Stirnseiten aber, welche schmaler sind. als die von 
den beiden Striemen eingenommene Flache, sind ziemlich 
dicht punktiert. Der Ocellenhécker und zwei Flecke der 
Stim am oberen Augeneck sind glanzend schwarz. Fiihler 
samt Arista sind schwarz. Die Fiihlergruben sind ver- 
dunkelt. Der zwischen denselben liegende, leistenférmige 
Clypeusteil hat die Form wie bei firtipes. Der Riissel 
ist gross, schwarz; die l6ffelf6rmigen Taster sind auch 
schwarz. Das Fulcrum ist starker entwickelt als bei 
hirtipes und glanzend schwarz. Der ganze Hinterkopf 
ist mit Ausnahme des gelben Cerebrales glanzend me- 
tallisch griinschwarz. Der ganze Thorax samt Schildchen 
ist von glanzend metallisch griinschwarzer Grundfarbe. 
Der Riicken ist matt bereift, auch die Schultern. Aus 
der Bereifung heben sich ungefahr 4 Punktlangsreihen in 
der Mitte und eglanzende Léangsstreifen an den Seiten 
deutlich ab. Auch der Hinterriicken ist matt. Die Pleuren 
sind mehr tiefschwarz als griin. Das glanzende Schild- 


*) Daher besser bei Empyelocera, Loew. 


Timia-Arten. a 





chen ist stark gew6lbt und hat 4 lange Randborsten. 
Schiippchen weiss, Schwinger gelb. Der Hinterleib und 
die Legeréhre sind metallisch griin, dunkel, ohne wahr- 
nehmbare Punktierung. Der erste Teil der Legeréhre ist 
ungefahr so lang wie das letzte der ziemlich gleichlangen 
Abdominalsegmente. An den Beinen sind die Hiiften 
und die Schenkel mit Ausnahme der Kniee glanzend schwarz, 
die Schienen gelbrot, die Tarsen, namentlich die vorderen, 
gegen das Ende zu braun. Die Hinterschienen sind weder 
verdickt noch gewimpert. Mittelschenkel posteroventral 
und anteroventral mit Haarwimpern besetzt. Vorder- 
schenkel posteroventral mit einer Borstenreihe. Hinter- 
schenkel oben nur mit einigen Haaren. Die Filtigel sind 
wasserklar mit gelben Adern. — K6rperlange: 5 mm. — 
Pliigel: 4 mm. 


Anmerkung: Diese Art ist von allen Arten mit den 2 rotgelben 
Stirnstriemen leicht durch das schwarze Schildchen kenntlich. Ich widme 
dieselbe Herrn A. von Jakow/ew in Jaroslawl. 


3. Timia nigriceps n. sp. ov. 

2 aus Transkaspien, leg. ANnger. ,/akow/ew’s und meine Sammlung. 

Kopf wachsgelb, mit noch etwas weniger steiler Stirn 
als bei 7imia Jakowlewi. Das Untergesicht springt nur 
um die Halfte des wagrechten Augendurchmessers vor. 
Die lotrecht gestellten Augen sind ein und einhalbmal so 
hoch als lang. Die Stirn ist die Halfte des Kopfes breit, 
ohne Querfurche, und ziemlich gewd6lbt; ihre Qrund- 
farbung ist rotgelb. Die beiden Langsstreifen sind vorn 
iiber den Fiihlern sehr breit, verjiingen sich nach oben 
und laufen dort mit einer ebenfalls roten Querbinde — 
wie bei Zim. hirtipes — zusammen. Die bestaubten 
und dicht punktierten Stirnseiten sind nur die Halfte des 
von den Striemen eingenommenen Mittelteiles breit. Der 
Zwischenraum zwischen den Striemen ist unpunktiert 
weiss. Der Ocellenhécker ist dunkler als die Querbinde 
am Scheitel. Die Fiihler und der verdickte Wurzelteil der 
Borste sind schwarz. Die Fiihlergruben sind bei dem 
einen Stiicke verdunkelt. Der zwischen letzteren lie- 
gende Clypeusteil ist leistenférmig, iiber dem Mundrande 
etwas konkav und tritt massig vor. Der Riissel ist 
schwarz, die Labellen rot; die Taster sind schwarz, an 
der Spitze etwas verbreitert. Das Fulcrum tritt etwas 
vor, ist schmal und gelbrot. Der ganze Hinterkopf ist 
mit Ausnahme des roten Cerebrales tief schwarz. — Thorax 
von glanzend schwarzer Grundfarbe. Der ganze Riicken 
ist matt gelbgrau bestaubt und reihenweise punktiert. Die 


8 Priedrich Hendel. 


Pleuren glanzen. — Das Schildchen ist gewé6lbt, un- 
punktiert, gelb, nur die adusserste Basis ist schwarz. Es 
glanzt nur in der Mitte etwas und hat 4 lange schwarze 
Borsten. Schiippchen weiss, Schwinger gelb. Der Hinterleib 
ist glanzend metallisch griin ohne wahrnehmbare Punk- 
tierung. Alle Segmente von ziemlich gleicher Léange. 
Die Beine sind rotgelb, die Hiiften schwarz. Die Vorder- 
tarsen sind etwas gebraunt und die Mittelschenkel postero- 
und anteroventral gewimpert. Die Borstenreihe der Vorder- 
schenkel ist deutlich entwickelt. Die Fliigel sind wasser- 
klar mit gelben Adern. — Lange: 4—4,5 mm; Fliigel: 
355) 4 ET: 


Anmerkung: Jimia nigriceps steht der turgida Becker am 
nachsten, hat aber Hinterkepf, Fiihler und Taster schwarz, tiberdies eine ge- 
ringere Grésse. Empyelocera Camillae Mik hat bestiaubte Pleuren. 


4, Timia parva n. sp. o. 
1 Oo aus Transkaspien, leg. AAnger. Meine Sammlung. 


Kopf wachsgelb. Die Stirn ist von den hier neu 
beschriebenen Arten am wenigsten steil. Das Untergesicht 
springt daher ungefahr um die Lange des_ horizontalen 
Augendurchmessers vor. Die lotrecht gestellten Augen 
sind wenig lang gestreckt, nur 1'/; mal so hoch als Jang. 
Die Stirn ist die Halfie des Kopfes breit und hat ebenso 
wie Jakowlewi eine angedeutete Querfurche in der Mitte. 
Die roten Langsstreifen derselben laufen ziemlich parallel 
und sind nur vorn etwas verbreitert. Wie bei nigriceps 
sind die Scheitelquerbinde und der Ocellenhécker gefarbt. 
Die bestaéubten und sp4arlich punktierten Stirnseiten sind 
nur die Halfte des von den Striemen eingenommenen 
Mittelteiles breit. Der Zwischenraum ist unpunktiert weiss. 
Fiihler und Arista sind hell rotgelb. Der leistenférmige 
Clypeus ist iiber dem Mundrande konkav und _ springt 
oben ziemlich tiber die Augen vor. Der Riissel ist schwarz, 
die Taster sind dunkel rotbraun. Das gebraunte Fulcrum 
ist nur wenig sichtbar. Der ganze Hinterkopf ist mit 
Ausnahme der schmalen roten Augenrander und des Ce- 
rebrales schwarz. — Der Thorax ist von glanzend 
schwarzer Grundiarbe und nur auf dem Riicken méassig 
dicht weisslich bereift. Riickwarts g@lanzt der Riicken 
zum Teile. Seine Punktierung ist reihenweise angeordnet. 
Die Schulterbeule ist nicht bestaubt.— Das Schildchen ist 
gewoOlbt, unpunktiert, glanzend gelb und hat 4 lange 
schwarze Randborsten. Schiippchen weiss, Schwinger 


Timia-Arten. 9 





gelb. — Der Hinterleib ist metallisch schwarz, kaum 
griinschimmernd, unpunktiert. Beine gelbrot, nur die 
Hiiften und Basalhalften der Schenkel schwarz. Der 
Fliigel ist glashell mit gelben Adern. — Lange 3,5 mm. — 
Fitigel: 2,5 mm. 


Anmerkung: Zum Teile schwarz gefarbte Schenkel hat nur noch 
Tim. monticola Becker, deren Clypeus aber bedeutend weiter vorspringt 
und deren Augen viel héher sind. Ausserdem hat diese Art einen gelben 
Hinterkopf und einen metallisch griinen Hinterleib. — 7imia punctulata 
Becker hat keine wasserhellen Fliigel. Ebenso 7im. nigripes Mik, deren 
Stirn iiberdies keine roten Langsstreifen zeigt. 


5. Timia Reitteri n. sp. o9. 
1 oO 1 & aus Transkaspien, leg. AAnger. Meine Sammlung. 


Kopf gelbrot; Stirn ziemlich steil abfallend, stark 
wachsglanzend, unbestéubt und unpunktiert, in der Mitte 
mit einer deutlichen Querfurche. Oben am Augeneck 
vor den Scheitelborsten je ein glanzend schwarzer Fleck. 
Ebenso ist der ganze Hinterkopf glanzend schwarz. Die 
Breite der Stirn kommt der halben Kopfbreife gleich. Eine 
Behaarung derselben ist kaum sichtbar. Der leistenartige 
Clypeus ist unten etwas konkav und springt oben nur 
um den halben wagrechten Augendurchmesser iiber die 
Augen vor. Am Mundrande ist er glanzend schwarz 
oder gelb und nur das Praelabrum schwarz. Riissel und 
die relativ kurzen und fadenfO6rmigen Taster schwarz. 
Die Fiihler dagegen sind samt der Arista rotgelb. Die 
Augen sind lotrecht oval, rundlich, nicht viel hdher als 
lang. — Thorax, Schildchen und Hinterleib glanzend me- 
tallisch schwarz. Der Riicken ist unbestaéubt, hat aber 
durch eine ausserst feine Skulptur wenig Glanz. Eine 
deutliche Punktierung zeigt kein K6rperteil. Das Schildchen 
ist stark gewolbt und hat 4 lange Randborsten. Der 
Hinterleib hat nur geringen griinlichen Schimmer. Das 
letzte Segment ist bei o und @ ungefahr 1'/, mal so lang 
als das vorhergehende. Der Basalteil der Legeréhre 
ist mit dem letzten Segmente gleich lang. Die Beine sind 
pechschwarz, die Kniee und die Tarsen gelbrot. Letztere 
gegen das Ende zu etwas verdunkelt. Die Fliigel sind 
vollig wasserhell und haben gelbe Adern. — Lange 3,5 
mm. — Fliigel 3 mm. 


Anmerkung: Ich widme diese Art Herrn Redakteur FE. Reftter in 
Paskau, der seinerzeit eine ganze Serie neuer U/idinen in Transkaspien 


10 Priedrich Hendel. 





sammeln liess. Dieselben befinden sich teils in der Collectio M/k, teils im 
K. K. Hofmuseum. — 7im. Reitteri gehért in die Verwandtschaft von ery- 
throcephala Wied. und nigripes Mik, unterscheidet sich aber von beiden 
sofort durch die ganz wasserhellen Fliigel mit den gelben Adern, iiberdies 
durch das schwarze Schildchen, von ersterer durch die viel ausgedehnter 
schwarz gefarbten Beine. 


6. Timia Klugi n. sp. (Wiedem. in litt.) 9. 
Aus der Mongolei, leg. Leder. K. K. Museum u. Coll. Winthem. 


Ganz von der Grésse und Gestalt der 7imia Ko- 
marowi Mik, aber von derselben durch den unbestaubten 
Thoraxrtcken, die breiteren Backen, die weiter vor- 
stehende und auffallend runzelige Stirn merklich ver- 
schieden. Der ganze Kopf ist rotgelb und sehr stark 
aufgeblasen. Die Stirn steht um den horizontalen Augen- 
durchmesser vor den Augen vor, ist 4 mal so breit als 
ein Auge und nackt, glanzend. Ihre Flache zeigt nament- 
lich seitwarts starke Langsrunzeln, welche von feinen 
Querlinien geteilt werden, und in der Mitte eine grubig- 
runzelige Skulptur. Die Backen sind dem _ lotrechten 
Augendurchmesser an Breite gleich. Die Augen sind 
1*/. mal so hoch als lang. Der Ocelleahécker ist schwarz. 
Die etwas gebraunten Fihler sitzen dem unteren Augen- 
rande gerade gegentiber. Der Rissel ist schwarz, die 
Taster sind braun und ziemlich breit, das Fulcrum schmal 
und gelb. — Der ganze Thorax und der Hinterleib sind 
glanzend metallisch blauschwarz; das Schildchen ist 
glanzend gelb, konvex und tragt nur 2 kurze Borsten. 
Der Ricken ist dicht mit Stichpunkten versehen, das Ab- 
domen jedoch ganz glatt. Schiippchen weiss, Schwinger 
gelb. Die Hinterleibssegmente sind ziemlich gleich lang; 
die Legerdhre ist so lang wie die letzten 2 Segmente 
zusammen und von der Farbe des Abdomens. — Die 
Beine sind rotgelb, die Hiften schwarz. Die Spitzen 
der Vorder- und Hinterschienen, sowie die Fisse aller 
Beine sind braunschwarz. Nur die Mittelferse ist heller. 
Alle Schenkel sind unten kurz gedornt. Fligel vollig 
glasartig mit gelben Adern. — Lange: 8—10 mm, ohne 
Legerohre. — Breite des Kopfes 3,5 mm. — Fligel: 
6—8 mm. 


7. Timia carbonaria n. sp. o. 
Aus dem Kaukasus, Araxesthal. Reitter. K. K. Museum. 


Kopi ganz rotgelb bis auf die Schlafen an der oberen 
Augenecke und den Ocellenfleck. Die Stirn springt um 


11 





die Halfte des wagrechten Augendurchmessers vor, ist 
doppelt so breit als ein Auge, stark gewolbt, nackt, glan- 
zend und dicht mit runzeliger Skulptur bedeckt. Die 
Backen sind etwas breiter als die Halfte des lotrechten 
Augendurchmessers. Die Augen sind etwas hoher als 
lang. Die Stirnrunzeln setzen sich bis auf die Backen 
fort. Die Fithler sind rotgelb, die Taster ebenfalls. Der 
Rissel dagegen ist schwarz. — Der ganze Thorax und 
der Hinterleib sind glanzend schwarz. Nur der erstere 
zeigt wenige und zerstreute Stichpunkte. Schippchen 
gelblichweiss, Schwinger gelb. Die Abschnitte des Hinter- 
leibes zeigen bis auf den letzten, welcher den vorher- 
gehenden um dessen Lange ubertrifft, gleiche Lange. — 
Die Beine sind pechbraun. Die Knie sind breit rotgelb, 
ohne scharfe Grenze. Die Fiisse sind mit Ausnahme 
des dunklen letzten Gliedes gelbrot. Fliigel wasserklar 
mit gelben Adern. — Lange: 5 mm. — Flugel: 4 mm 


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Separat-Abdruck aus den ,, Verhandlungen“ 
der k. k. zoologisch-botanischen Gesellschaft 
in Wien (Jahrgang 1908). 





Meigen, Nouvelle classification des mouches 4 deux ailes (Diptera L.). 43, 


Nouvelle classification des mouches a deux 
ailes (Diptera L.). 


D’aprés un plan tout nouveau 
par 


J. G. Meigen, Paris, an VIII (1800 v. s.). 


Mit einem Kommentar herausgegeben von Friedrich Hendel (Wien). 


(Eingelaufen am 11. Juni 1907.) 


Diese Erstlingsarbeit Meigens gehért wohl zu den gréften 
Seltenheiten der dipterologischen Literatur und ist mir gegenwiartig 
aufer dem Exemplare Osten-Sackens und meinem eigenen kein 
anderes zur Kenntnis gekommen. Dies mag auch die Ursache sein, 
daB sie den Fachkollegen bisher ganz unbekannt blieb und daB 
die darin beschriebenen Gattungen spiiter gar nicht beriicksichtigt, 
ja nicht einmal von Nomenklatoren zitiert wurden! Ein weiterer 
Grund scheint mir auch das Vorgehen Meigens selbst zu sein, 
der seine Arbeit fernerhin nie mehr erwihnt und die darin be- 
schriebenen Gattungen drei Jahre spiter im II. Bande von Illigers 
»Magazin* zum gréften Teile umtauft. Da aber nach den Regeln 
der zoologischen Nomenklatur nach den Beschliissen des VI. inter- 
nationalen Zoologenkongresses in Bern 1904 eine solche eigen- 
michtige Abinderung ohne Grund auch dem Autor nicht zusteht, 
hat diese seltene Erstlingsarbeit Meigens héchstes nomenklatorisches 
Interesse, da diejenigen Gattungsnamen derselben akzeptiert werden 
miissen, welche klar und deutlich das Genus erkennen lassen. 

Ich komme daher, schon mehrfach von Fachkollegen gedringt, 
meinem in der Wiener Entom. Zeit., 1903, 5.58 gegebenen Ver- 
sprechen nach und gebe hier aus meinem Exemplare, das Meigen 
Chevrolat dedizierte, eine Reproduktion aller Gattungsbeschrei- 
bungen mit den Deutungen derselben nach unserer heutigen 
Nomenklatur. 

Prof. Bezzi in Turin bin ich zu groBem Danke verpflichtet, 
denn er war es, der den Schiliissel der Deutungen in Meigens 


44 Fr. Hendel. 


zweiter Arbeit, jener in Illigers Magazin, fand. Vergleicht der 
Leser die in dieser Schrift gegebenen Beschreibungen mit jenen in 
der Nouvelle Classification, so kann er sich in den meisten Fiillen 
schon durch den fast gleichen Wortlaut von der Richtigkeit der 
von Bezzi und mir gegebenen Synonymie iiberzeugen. 

Ich habe zu diesem Zwecke unter jede Diagnose der Nou- 
velle Classification an erste Stelle die Gattung mit der Nummer 
und Seitenangabe aus Illigers Magazin gestellt und die dort an- 
gefiihrten typischen Arten, welche der Erstlingsarbeit fehlen, darunter 
gesetzt. Erst an zweiter Stelle lieB ich dann andere Synonyma folgen. 


Jene Gattungsnamen, welche meiner Anschauung nach heute 
zu Recht bestehen, sind fett gedruckt. Wie der Leser sich aber 
aus folgendem iiberzeugen wird, entsteht durch die Annahme der 
alten Meigenschen Namen eine villige ,,Revolution“ in der diptero- 
logischen Nomenklatur, die wohl sehr zu bedauern, aber leider 
nicht zu vermeiden ist. Fiat iustitia, pereat mundus! Ich kann 
mich dem Inhalte der Osten-Sackenschen Arbeit: ,,Prioritét oder 
Kontinuitiit’ (Wiener Entom. Zeit., 1882, S. 193) nicht anschliefen. 


In der Nouvelle Classification sind nicht oder nur zweifelhaft 
folgende Gattungen aus Illigers Magazin, II, 1803 enthalten: 


2. Corethra, p. 260 (Tipula culiciformis Deeg.). 

26. Hexacantha, p. 264 (Stratiomys clavipes und 6-dentata 
Fab.) == Beris Latr., 1802. 

32. Nemotelus, p. 265 (Nem. uliginosus Fab.). 

34. Pachygaster, p. 266 (Nem. ater Panz.). 

35. Acrocera, p. 266 (S. globosus Panz.). 

36. Henops, p. 266 (S. gibbosus Fab.) == Ogcodes Latr., 1796. 

38. Heptatoma, p. 266 (Tabanus Schaeff., Icon., Tab. 72, 
Fig. 6—8). Anmerkung 22. 

42. Tanyglossa, p. 267 (Tab. haustellatus Fab.) = Pangonia 
Latr., 1794. 

44, Phthiria, p. 268 (Bomb. pulicaris Mikan). 

45. Conophorus, p. 268 (Bomb. mawrus Mikan) = Ploas Latr. 

46. Cytherea, p. 268 (Cyth. obscura Fab.) = Mulio Latr., 1796. 

56. Dioctria, p. 270 (Asil. oelandinus, linearis, hyalipennis ete. 
Fab.). 


Meigen, Nouvelle classification des mouches 4 deux ailes (Diptera L.). 45 


58. 
64. 
67. 
13. 
76. 
83. 
84. 
85. 
88. 
90. 
93. 
96. 
98. 
99. 


101. 
102. 
103. 
104. 
107. 
108. 
109. 
rit. 


Toxophora, p. 270. 

Atherix, p. 271 (Rhagio diadema et cinctus F.). 

Satyra, p. 272 (Musca ungulata F.). Anm. 7. 

Heliophilus, p. 273 (Syrph. sylwarum ete. F.). 

Doros, p. 274 (S. conopseus F. et coarctatus Panz.). 

Microdon, p. 275 (Mulio mutabilis F.). 

Chrysotozum, p. 275 (Mulio arcuatus et bicinctus F.). 

Loxocera, p. 215 (Mulio ichneumoneus F.). 

Trineura, p. 276. 

Thyreophora, p. 276 (Musca cynophila Panz.). 

Platystoma, p. 277 (Musca seminationis F.). 

Chamaemyia, p. 278. 

Psila, p. 278. 

Macrochira, p. 278 (Musca manicata F.) = Ochthera Latr., 
1803. 

Melanophora, p. 279 (M. grossificationis F.). 

Leucostoma, p. 279. 

Eriothrix, p. 2179 (M. lateralis F.). Anm. 19. 

Cylindromyia, p. 279 (M. brassicaria F.). Anm. 20. 

Metopia, p. 280 (M. leucocephala Panz.). 

Exorista, p. 280 (M. larvarum F.). Anm. 21. 

Miltogramma, p. 280. 

Anthomyia, p. 280 (M. meditabunda, pluvialis ete. F.). 


Welche Gattungen aus der Nouvelle Classification spiter im 
»Magazin“ nicht mehr enthalten sind, ist aus der folgenden Uber- 
sicht selbst zu entnehmen. 


1. Flabellifera. (S. 13.) 


Antennes 4 treize articulations: la premiére cylindrique; la 
seconde sphérique; la troisicme un peu alongée; les suivantes avec 
des appendices en forme de peigne (le male), ou presque sphéri- 


ques (la femelle). — Ailes 4 demi-étalées, lancéolées. — Les vers 
vivent dans les trones d’arbres pourris. 
4 espéces. 


= 15. Ctenophora Meig., p. 263. 
Arten: Tip. pectinicornis, bimaculata, atrata, flaveolata ete. Fab. 


46 Fr. Hendel. 


2. Tipula. (S. 14.) 


Antennes 4 treize articulations: la premiére cylindrique; la 
seconde sphérique; les suivantes cylindriques, hérissées de poils a 


la base. —— La téte alongée par devant. — Les jambes longues. 
— Les ailes 4 demi-étalées. — Les vers vivent dans la terre. 


14 espéces. 


=—— 12, tipula Ii. p. 202. 
Arten: 7. sinuata, lunata, hortorum, cornicina, crocata ete. Fab. 


3. Polymeda. (S. 14.) 


Antennes 4 seize articulations velues: la premiére cylindrique; 
les suivantes ovoides, diminuant en grandeur. — Les jambes _ 
longues. — Les ailes panachées, croisées. 

11 espéces. 

= 10. Hrioptera Meig., p. 262. 

Kein Typus. 

4, Liriope. (S. 14.) 


Antennes 4 seize articulations, velues et legérement hérissées 
de poils: la premicre petite, cylindrique; la seconde sphérique; la 
troisitme longue, cylindrique; les suivantes ovoides. 

2 espéces. 

== 14, Ptychoptera Meig., p. 262. 

Arten: Tip. contaminata, albimana. 


5. Pales. (S. 14.) 


Antennes 4 dix-neuf articulations: la premiére cylindrique; la 
seconde eyathiforme; la troisiéme cylindrique; les suivantes réni- 
formes; vers l’extrémité presque cylindriques, hérissée de poils. 

1 espéce. 

= 13. Nephrotoma Meig., p. 262. 

Art: Tip. dorsalis Fab. 


6. Orithea. (S. 15.) 


Antennes 4 quinze articulations: la premiére cylindrique; les 
autres sphériques. — Les jambes trés longues, sans piquans. 
1 espéce. 


Meigen, Nouvelle classification des mouches 4 deux ailes (Diptera L.). 47 


7. Amphinome. (S. 15.) 


Antennes 4 seize articulations hérissées de poils: la premicre 
eylindrique; la seconde presque sphérique; les suivantes ovoides. 
— Les jambes longues. — Les ailes croisées. 

5D espéces. 

= 11. Limonia Meig., p. 262. 

Arten: Tip. tripunctata, 6-punctata, 4-maculata, replicata, 
rwosa ete. Fab. 

= Limnobia Meig., 1818. 

Anm. 1. 

8. Petaurista. (S. 15.) 


Antennes sétacées, Iégérement velues; les deux premicres arti- 
culations grosses, presque sphériques; les suivantes oblongues, d’un 
nombre indéterminé. — Les ailes croisées. — Les ieux lissent 
manquent. 

2 espéces. 

= 9. Trichocera Meig., p. 262. 

Art: Tip. hiemalis Deeg. 


9. Huphrosyne. (S. 16.) 


Antennes deux fois longues comme le corps, trés deliées, 
velue: la premiére articulation sphérique; les suivantes cylindriques, 
dun nombre indéterminé. — Les ailes croisées. — Les ieux lisses 
manquent. 

1 espéce. 

= 8. Macrocera Meig., p. 261. 

Art: Tip. longicornis ? 

Anm. 2. 

10. Phryne. (S. 16.) 


Antennes 4 seize articulations velues: la premiére cylindrique; 


les suivantes presque sphériques. — Sur le sommet de la téte, trois 
ieux lisses. — Les ailes croisées. 


5D espéces. 


= 21. Anisopus Meig., p. 264. — Kein Typus. 
= Ihyphus Latr., 1804. 


48 Fr. Hendel. 


il. Zelmira. (8. 16.) 


Antennes 4 seize articulations presqu’égales, légérement velues. 
— Les jambes garnies 4 l’extrémité du tibia de deux piquans. — 
Trois ieux lisses sur la téte, et d’inégale grandeur. — Les ailes 
croisées. 

3 espcces. 

= 20. Platywra Meig., p. 264. 

Kein Typus. 


12. Fungivora. (S. 16.) 


Antennes 3 treize articulations: les deux premiéres hérissées 


de poils roides; les suivantes velues. — Le tibia des jambes du_ 
milieu et postérieures armé de piquans. — Les ieux lissent man- 
quent. — Le corps comprimé. — Les ailes croisées. — Les vers 
vivent dans les champignons. 

6 espéces. 


= 16. Mycetophila Meig., p. 263. 
Arten: Tipula fungivora, agarici Deeg. 


13. Lycoria. (S. 17.) 


Antennes 4 seize articulations, Iégérement velues: les deux 
premicres plus grdsses que les suivantes qui sont cylindrique. — 
Les ieux 4 réseau réniformes. — Trois ieux lisses sur le sommet. 
— Les ailes croisées. 

6 espéces. 


= 19. Sciara Meig., p. 263. 
Art: Hirtea Thomae F. 
14. Tendipes. (8. 17.) 


Antennes filiformes: celles du male garnies de longs poils en 
forme de céne; celles de la femelle 4 six articulations, qui (4 l’ex- 


ception de la derniére) sont hérissées de poils 4 leur base. — Les 
ieux & réseau réniformes. — Les ieux lisses manquent. — Les 
jambes antérieures étendues. — Les ailes portées en toit. — Les 


vers (du moins en partie) vivent dans l’eau. 
20 espéces. 


Meigen, Nouvelle classification des mouches 4 deux ailes (Diptera L.). 49 


= 3. Chironomus Meig., p. 260. 
Arten: Tip. plumosa, motitatrix, vibratoria ete. Fab. 
15. Pelopia. (S. 18.) 


Antennes du male filiformes, garnies de longs poils en forme 
de cdne; celle de la femelle 4 quinze articulations qui sont sphéri- 


ques, seulement la derniére est plus grésse et oblongue. — Les 
ieux & réseau réniformes. — Les ieux lisses manquent. — Les 
ailes portées en toit. 

3 espéces. 


= 4. Tanypus Meig., p. 261. 
Arten: Tip. cincta F. et maculata Deeg. 


Anm. 3. 
16. Helea. (S. 18.) 


Antennes filiformes 4 treize articulations, dont les premiéres 
sont sphériques et les suivantes oblongues: celle du male garnies 
de longs poils en forme de pinceau; celles de la femelle velues. — 
Les ieux 4 réseau réniformes. — Les ieux lisses manquent. — Les 
ailes portées en toit. 

11 espéces. 

= 5. Ceratopogon Meig., p. 261. 

Art: Tip. barbicornis F. 


17. Phalaenula. (S. 18.) 


Antennes filiformes en grains: les deux premiéres articulations 
oblongues, grésses, glabres; les autres enfilées, hérissées de poils. 
— Les ailes velues, larges, portées en toit. 

2 espéces. 

= 1. Trichoptera Meig., p. 261. 

Arten: Tip. phalaenoides et hirta F. 

== Psychoda Latr., 1796. 


18. Itonida. (S. 19.) 


Antennes longues a vingt-quatre articulations, enfilées, hérissées 
de poils: la premiére grésse, glabre. | 
2 espéces. 
Z.B. Ges. 58. Ba. 4 


50 ° Fr. Hendel. 


== 6. Cecidomyia Meig., p. 261. 
Art: Tip. pint Deeg. 


19. Culex. (S. 19.) 


Antennes filiformes, composées d’un grand nombre d’articu- 
lations plumeuses (le mile), ou hérissées de poils 4 la base (la 
femelle). — La trompe perpendiculaire. — Les ieux lisses man- 
quent. — Les ailes croissées, garnies d’écailles. — Les vers vivent 
dans l’eau. 

6 espéces. 

— ie Culex 1, p.-200. 

Arten: Cul. pipiens, annulata F. 


20. Polyxena. (8. 19.) 


Antennes 4 douze articulations, cylindriques, obtuses. — Les 
jambes longues. — L’extrémité du tibia armée de deux piquants. 
— Les ailes croisées. 

1 espéce. 


= 17. Cordyla Meig., p. 262. 
Kein Typus. 


21. Melusina. (S. 19.) 


Antennes en forme de fuscau, & onze articulations. — Les 
ieux lisses manquent. 
1 espéce. 


= 18. Atractocera Meig., p. 263. 
Art: Tip. regelationis. 
—= Simulium Latr., 1802. 


22. Amasia. (8. 20.) 


Antennes filiformes 4 onze articulations. — Les ieux 4 réseau 
ovales. — Sur le sommet trois ieux lisses. 
1 espéce. 


— 22. Penthetria Meig., p. 264. 
Kein Typus. 


Meigen, Nouvelle classification des mouches 4 deux ailes (Diptera L.). dl 


23. Scathopse. (S. 20.) 


Antennes 4 onze articulations. — Les ieux A réseau réni- 
formes. — Sur le sommet trois ieux lisses. — Les ailes croisées. 
3 espéces. 


= 23. Scathopse Geoffr., p. 264. 
Art: Tip. latrinarum Deeg. 


24. Hirtea. (S. 20.) 


Antennes 4 neuf articulations. — Le tibia des jambes anté- 
rieures garni 4 l’extrémité d’un piquant. — Trois ieux lisses sur 
le sommet. — Les ailes croisées. — Les vers vivent en terre. 


9 espéces. 

= 24. Hirtea Meig., p. 264. 
Arten: Hirt. marci, pomonae ete. F. 
= Bibio Geoffr., 1764. 


25, Philia. (S. 20.) 


Antennes 4 neuf articulations. — Le corselet armé de deux 
rangs de piquants. — Le tibia des jambes antérieures armé a |’ex- 
trémité de sept piquans en forme de rayons. — Trois ieux lisses 
sur le sommet. -— Les ailes croisées. 

3 espéces. 


= 25. Dilophus Meig., p. 264. 
Kein Typus. 


26. Erinna. (8. 21.) 


Antennes cylindriques 4 trois articulations: la premicre cylin- 
drique; la seconde cyathiforme; la troisicme légérement divisée en 


huit piéces qui diminuent en longueur. — Ecussons sans piquans. 
— Les ailes croisées. — Les vers vivent dans les trones d’arbres 
pourris. 

2 espéces. 


= 37. Xylophagus Meig., p. 266. 


Art: Nemotelus cinctus Deeg. 
4* 


52 Fr. Hendel. 


27. Sicus. (S. 21.) 


Antennes en forme de fer d’aléne 4 trois articulations: la 
premiére cylindrique; la seconde cyathiforme; la troisiéme légérement 


divisée en huit piéces, diminuant en grosseur. — LEcussons avec 
deux piquans. — Les ailes croisées. 
3 espéces. 


= 27. Sicus F., p. 265. 
Art: Sic. ferrugineus Fabr. 
== Coenomyia Watr., 1796, 


28. Eulalia. (S. 21.) 


Antennes cylindriques a trois articulations: les deux premiéres 
de méme grandeur, hérissées de poils; la troisiéme longue, légére- 
ment divisée en cing picces. — Ecusson armé de deux piquans. 
— Les ailes croisées. — Les vers vivent dans |’eau. 

5 espéces. 


= 29. Odontomyia Meig., p. 265. 
Arten: Strat. furcata, tigrina, hydroleon F. 


29. Stratiomys. (S. 22.) 


Antennes 4 trois articulations: la premiére longue, cylindrique; 
la seconde petite, cyathiforme; la troisicme longue, plate, légére- 


ment divisée en cing piéces. — Keusson armé de deux piquans. 
— Les ailes croisées. — Les vers vivent dans l'eau. 
5 espéces. 


= 28. Stratiomys Geoffr., p. 265. 
Arten: Strat. strigata, chamaeleon ete. Fabr. 


30. Potamida. (8. 22.) 


Antennes en forme de fer d’aléne 4 trois articulations: les 
deux premiéres petites, d’égale grandeur, hérissées de poils; la 
troisiéme longue, nue, divisée légérement en sept picces. — Corselet 
et écusson armés de piquans. — Les ailes croisées. 

1 espéce. 


Meigen, Nouvelle classification des mouches 4 deux ailes (Diptera L.). Da 


= 80. Clitellaria Meig., p. 265. 
Art: Strat. ephippiwm Fab. 
= Ephippium Latr., 1809. 


31. Hermione. (S. 22.) 
Antennes 4 trois articulations: la premicre longue, cylindrique; 
la seconde en cdne renversé; la derniére avec un poil latéral simple. 


— Keusson armé de deux petits piquans. — Les ailes croisées. 
3 espéces. 


= 31. Oxycera Meig., p. 265. 
Arten: Strat. hypoleon et trilineata F. 
== Hypoleon Dumeril, 1801 (sec. O.-S.). 


32. Ceria. (S. 23.) 

Antennes fléchués en coude a trois articulations: la premicre 
longue, cylindrique; les deux autres applaties, élargies; la dernicre 
se termine en pointe aigué. 

1 espéce. 

ma Ceria i. 1. 2.01. 

Art: Cer. clavicornis F. 


33. Chrysops. (S. 23.) 


Antennes cylindriques 4 trois articulations: les deux premiéres 
dégale longueur, hérissées de poils; la troisicme légérement divisée 


en plusieurs piéces. — Les ieux a réseau d’un beau vert doré, 
tachetés. — Trois ieux lisses sur le sommet. — Les ailes 4 demi- 
étalées. 

5 espéces. 


== 39. Chrysops Meig., p. 267. 
Art: Tab. caecutiens F. 


34. Chrysozona. (5. 23.) 


Antennes en forme de fer d’aléne 4 trois articulations: la 
premiére oblongue; la seconde trés-petite, cyathiforme; la troisiéme 
avec quelques incisions trés-légéres vers l’extrémité. — Les ieux 


54 Fr. Hendel. 


4 réseau verds avee des bandes ondées. — Les ieux lisses man- 
quent. — Les ailes 4 demi-étalées. 
2 espéces. 


= 40. Haematopota Meig., p. 267. 
Art: Tab. pluvialis F. 


30. Tabanus. (8. 24.) 


Antennes 4 trois articulations: les deux premiéres cyathi- 


formes; la troisiéme échanerée, articulée 4 |’extrémité. — Trompe 
perpendiculaire. — Les ailes 4 demi-étalée. — Les vers vivent 
en terre. 

9 espéces. 


= 41. Tabanus L., p. 267. 
Arten: Zab. bovinus, morio, autumnalis, tropicus, bromius ete. F. 


‘ 


36. Bibio. (S. 24.) 


Antennes en forme de fer d’aléne a trois articulations: la 
premiére cylindrique; la seconde sphérique; la troisiéme conique. 


— Trois ieux lisses sur la téte. — Ecusson sans piquans. — Les 
ailes 4 demi-étalées. — Les vers vivent dans les trones d’arbres 
pourris. 

5 espéces. 


= 48. Bibio F., p. 268. 
Arten: B. nobilitata, anilis, lugubris ete. F. 
== Thereva luatr,, 1796. 


37. Dionnaea. (8. 24.) 


Antennes en forme de fer d’aléne a trois articulations: la 
premiéres oblongue; la seconde sphérique; la troisiéme conique. — 
Trompe perpendiculaire. — Les ailes croisées, trés-larges. 

2 espéces. 

= 49. Platyptera Meig., p. 269. 

Arten: Empis borealis et platyptera Panz. 

Anm. 4. 


Meigen, Nouvelle classification des mouches 4 deux ailes (Diptera L.). Dd 


38. Hmpis. (8. 25.) 


Antennes en forme de fer d’aléne a cing articulations: la 
premiére cylindrique; la seconde presque sphérique; la troisicme 
conique; les deux derniéres petites. — Trompe perpendiculaire. — 
Les ailes croisées. 

24 espéces. 


==). Empis L., p. 269. 
Arten: FE. pennipes, livida ete. F. 


39. Asilus. (S. 25.) 


Antennes en forme de fer d’aléne A cing articulations: la 
premicre cylindrique; la seconde cyathiforme; la troisiéme longue, 
applatie, élargie au milieux; les quatricme et cinquiéme petites, en 


forme de poil roidi. — Trompe presque horizontale. — Les ailes 
croisées. — Les vers vivent en terre. 
7 espéces. 


== 54 Asilus L., p. 269. 
Arten: As. craboniformis, barbatus, germanicus. 


40. Lapria. (S. 25.) 


Antennes 4 trois articulations: la premiére cylindrique, longue; 
la seconde cyathiforme; la troisitme en forme de massue plate. — 
Trompe presque horizontale. — Les ailes croisées. — Les vers 
vivent en terre. 

5D espéces. 


= 57. Laphria Meig., p. 270. 
Arten: As. gibbosus, gilvus, flavus, ephippium, violaceus, mar- 
ginatus ete. Fabr. 
Anm. 5. 
41. Erax. (8. 26.) 


Antennes & quatre articulations: la premiére cylindrique, 
longue; la seconde cyathiforme; la troisiéme longue, plate; la der- 
niére petite. — Trompe presque horizontale. — Les ailes croisées. 

10 espéces. . 


56 Fr. Hendel. 


= 55. Dasypogon Meig., p. 270. 
Arten: As. teutonus, diadema ete. Fab. 


42. Conops. (S. 26.) . 

Antennes 4 trois articulations: la premiére cylindrique; les 
deux autres en forme de massue, terminée par une pointe articulée. 
— Trompe presque horizontale. — Les ailes croisées. 

3 espéces. 

== 59. Conops L., p. 270. 

Arten: C. macrocephala, aculeata, vittata, flavipes ete. Fab. 


43. Myopa. (S. 26.) 


Antennes cylindriques 4 trois articulations: la premicre petite; 
la seconde cylindrique, velue; la troisitme sphérique ou un peu 


ovoide, garnie d’un petit poil articulé. — Trompe presque hori- 
zontale. — Téte gonflée. — Les ailes croisées. 


9 espéces. 
—— 61. .Myopa kp. 2 (ls 
Arten: M. ferruginea, testacea F. 
44. Coryneta. (S. 27.) 


Antennes a deux articulations: la premiére petite, hérissée de 


poils; la seconde conique, terminée par un poil barbu. — Trompe 
perpendiculaire. — Cuisses des jambes du milieu enflées. — Le 
tibia armé a l’extrémité d’un piquant. — Les ailes croisées. 


3 espéces. 

== 52. Tachydromia Meig., p. 269. 
Arten: Musca cursitans, cimicoides Fab. 
Anm. 6. 


45. Noeza. (8. 27.) 


Antennes 4 deux articulations: la premiére petite, hérissée de 
poils; la seconde conique, terminée par un poil barbu. — Trompe 
horizontale. — Les ailes croisées. 

3 especes. 


' 
Meigen, Nouvelle classification des mouches 4 deux ailes (Diptera L.). 57 


—= 51. Hybos Meig., p. 269. 
Kein Typus. 
46. Iphis. (8. 27.) 


Antennes & trois articulations: la premiére ovoide; la seconde 
eyathiforme, hérissée de poils; la troisiéme applatie, de figure 
variable, terminée par un poil légérement barbu. — Téte hémi- 
sphérique. — Jambes alongées. — Tibia garni de petits poil roides 
du coté intérieur. — Les ailes croisées. — Les vers vivent en terre. 

6 espéces. 


= Dolichopus Latr., 1796. 
Anm. 7. 
47. Sargus. (8. 28.) 


Antennes 4 trois articulations: les deux premiéres courtes, 
hérissées de poils roides; la troisitme en forme de palette avec 
trois incisions, terminée par un poil un peu barbu a la base. — 
Les ieux chatains, bandés de violet. — Les ailes croisées. — Les 
vers vivent dans les bouses de vaches. 

5D espéces. 


— 33. Sargus Fab., p. 266. 
Arten: S. cuprarius, auratus ete. Fab. 
48. Rhagio. (8. 28.) 


Antennes a trois articulations: les deux premi¢res sphériques; 
la troisiéeme conique, terminée par un poil long, recourbé et barbu. 


— Téte presque hémisphérique. — Les ieux sans bande. — Ailes 
a demi-étalées. — Les vers vivent en terre. 
7 espéces. 


= 00. Ienapio i. Vid sp. 2b, 
Arten: Ith. scolopaceus, tringarius ete. Fab. 
= Leptis Fab., 1805. 
Anm. 23. 
49. Anthrax. (S. 28.) 


Antennes 4 trois articulations: la premicre cylindrique ou un 
peu oblongue; la seconde sphérique; la troisiéme conique, terminée 


58 . Fr. Hendel. 


en pointe droite. — Téte sphérique. — Corps velu. — Les ailes 
étalées. 
7 espéces. 


= 47. Anthrax Scop., p. 268. 
Arten: A. maura, morio, hottentotta ete. F. 
50. Oestrus. (S. 29.) 


Antennes placées en deux cavités presque sphériques, a trois 
articulations: la derniére garnie 4 l’extrémité d’un poil simple. — 


Les ailes un peu étalées. — Les vers vivent dans le corps ou 
sous la peau des quadrupédes. 
3 espéces. 


= 69. Oestrus L., p. 272. 
Arten: Oestr. bovis, haemorrhoidalis ete. F. 


51. Bombylius. (S. 29.) 


Antennes 4 trois articulations: la premicre cylindrique; la 
seconde sphérique; la troisitme longue, plate, terminée en pointe. 
— Trompe horizontale, trés-longue. — Téte sphérique. — Les ailes 
étalées. | 

6 espéces. 


— 43. Bombylius L., p. 267. 
Arten: B. discolor, concolor, sinuatus ete. F. 


52. Omphrale. (8. 29.) 


Antennes inclinées 4 deux articulations: la premiére cyathi- 
forme; la seconde presque cylindrique, obtuse. — Le corps applati. 

1 espéce. 

= 10. Hypselura Meig., p. 273. 

Art: Musca senilis ¥F. 

—= Scenopinus Latr., 1803. 


53. Clythia. (8. 30.) 


Antennes 4 trois articulations: les deux premiéres cyathi- 
formes, hérissées de poils; la troisieme en palette, terminée par un 


Meigen, Nouvelle classification des mouches 4 deux ailes (Diptera L.). 59 


poil simple. — Tarses des jambes postérieures élargies. — Ailes 
obtuses, croisées. 
I espéce. 


= 65. Platypeza Meig., p. 272. 
Kein Typus. 


54. Musidora. (8. 30.) 


Antennes 4 trois articulations: les deux premicres cyathi- 
formes, hérissées de poils roides; la troisitme en palette, terminée 
par un poil barbu. — Jambes longues, minces. — Ailes lancéolées, 
croisées. 

2 espéces. 


= 66. Lonchoptera Meig., p. 272. 
Kein Typus. 


55. Cleona. (S. 30.) 


Antennes & trois articulations: les deux premiéres cyathi- 
formes, hérissées; la troisitme conique, terminée par un poil barbu. 
— Ailes lancéolées, croisées. 

1 espéce. 

?= Callimyia Meig., 1804. 

Anm. 8. 

56. Cypsela. (8. 31.) 


Antennes 4 deux articulations: la premicre petite, hérissée de 
poils; la seconde en palette ronde, garnie 4 la base d’un poil 
barbu. — Ailes croisées. — Tarses des jambes postérieures élargis. 
— Les vers vivent dans les excrémens et les cadavres. 

4 espéces. 


= 89. Borborus Meig., p. 276. 
Kein Typus. 


57. Dorilas. (S. 31.) 


Antennes a deux articulations: la seconde inclinée, garnie 
a la base dun poil simple. — Téte hémisphérique. — Ailes croi- 
sées, obtuses. 

1 espéce. 


60 Fr. Hendel. 


= 11. Microcera Meig., p. 273. 
Kein Typus. 
= Pipunculus Latr., 1802. 


58. Atalanta. (8. 31.) 
Antennes & trois articulations, en forme de cdne, terminées 
par un poil barbu, recourbé. — Ailes croisées, obtuses. 
1 espéce. 
= 62. Clinocera Meig., p. 271. 
Kein Typus. 


59. Tylos. (8S. 31.) 


Antennes 4 deux articulations: la premicre petite; la seconde 


en palette ronde, avec un poil long et barbu a la base. — La téte 
prolongée en cone. — Jambes minces. — Les ailes croisées. 
1 espéce. 


== ?86. Micropeza Meig., p. 276. 
Art: Musca corrigiolata Fab. 


60. Rhingia. (8. 32.) 


Antennes 4 trois articulations: la derniére en palette, avec 


un poil simple 4 la base. — La bouche prolongée en cdne qui 
recoit la trompe articulée. — Les ailes croisées. 
1 espéce. 


= 12. Rhingia Scop., p. 273. 
Art: Rh. rostrata. 


61. Chrysogaster. (S. 32.) 


Antennes & trois articulations: la troisicme en palette, avec 
un poil simple 4 la base. — Le front crénelé. — L’abdomen plat, 
ovale. — Les ailes croisées. 

4 espéces. 


= 80. Chrysogaster Meig., p. 274. 
Arten: Syrph. coemiteriorum, metallinus, umbrarum Fab. 


61 


Meigen, Nouvelle classification des mouches 4 deux ailes (Diptera L.). 


62. Antiopa. (S. 32.) 

Antennes inclinées 4 trois articulations: les deux premiécres 
petites, hérissées; la troisiéme longue, presque prismatique, garnie 
4 la base d’un poil long, barbu. — Balanciers nus. — Corps presque 
glabre. — Ailes croisées. 


3 espéeces. 
?= 84. Chrysotoxum Meig., p. 275 (Bezzi). 


63. Thereva. (S. 33.) 


Antennes petites, perpendiculaires, 4 deux articulations de 
méme grandeur, cylindriques: la seconde avec un poil simple a la 
base. — Ailes larges. —- Balanciers couverts d’une écaille. 

6 espéces. 

== 91. Thereva Fab., p. 2717. 

Arten: Th. hemiptera, affinis ete. F. 

= Allophora R. D., 1830. 


64. Syrphus. (S. 33.) 

Antennes a trois articulations: la derniére en palette avec un 
poil simple 4 la base. — Balanciers couverts d’une petite écaille. 
— Ailes croisées. — Les vers vivent de pucerons. 

45 espéces. 


— ol, syrppus L., p: 20D. 
Arten: S. pyrastri, ribesit, ruficornis, nectareus ete. Fab. 


65. Tritonia. (S. 33.) 


Antennes trois articulations cylindriques: la troisitéme un 
peu comprimée avec un poil simple 4 la base. — Ailes croisées. 
— Corps nu. 

4 espéces. 

= 14. Spilomyia Meig., p. 273. 

Arten: S. diophthalmus et vespifornis F. 

Anm. 9. 


62 Fr. Hendel. 


66. Zelima. (S. 34.) 


Antennes 4 trois articulations: la derniére en palette ob- 


longue, garnie d’un poil simple 4 la base. — Cuisses des jambes 
postérieures armées d’un rang de piquans. — Ailes croisées. 


2 espéces. 
= 15. Eumeros Meig., p. 273. 
Arten: S. segnis, pipiens F. 
= Xylota Meig., 1822. 
Anm. 10. 
67, Lampetia. (S. 34.) 


Antennes & trois articulations: la derniére en palette, garnie 


a la base d’un poil simple. — Cuisses des jambes postérieures 
enflées, armées 4 l’extrémité d’une dent. — Les ailes 4 demi-étalées. 


3 especes. 
= 17. Merodon Meig., p. 274. 
Arten: S. equestris, curvipes F. 


68. Tubifera. (S. 34.) 


Antennes 4 trois articulations: la dernicre en palette garnie 
i la base d’un poil ou simple, ou un peu barbu. — Cuisses des 
jambes postérieures un peu comprimées. — Ailes 4 demi-étalées, 
resplendissantes. — Les vers vivent dans l’eau et les immondices. 
(Vers & queue de rat. Réaumur.) 

12 espéces. 

= 78. Hlophilus Meig., p. 274. 

Arten: S. tenax, nemorum, floreus, pendulus Fab. 

= Hristals Latr., 1804. 

Anm. 11. 

69. Cinxia. (S. 35.) 


Antennes & trois articulations: la derni¢re en palette, garnie 


i la base d’un poil plumeux. — Ailes croisées. 
4 espéces. 


== 79. Sericomyia Meig., p. 274. 
Arten: S. mussitans et lapponum F. 
Anm. 11. 


Meigen, Nouvelle classification des mouches 4 deux ailes (Diptera L.). 63 


10. Penthesilea. (S. 35.) 


Antennes 4 trois articulations: la derniére en palette ovale, 


garnie 4 la base d’un poil simple. — Cuisses des jambes_poste- 
rieures enflées, sans piquans. — Ailes croisées. 

1 espéce. 

= Criorrhina Meig., 1822. 

Anm. 12. 


71. Trepidaria. (S. 35.) 


Antennes 4 deux articulations: la seconde oblongue, obtuse, 


garnie 4 la base d’un poil Iégérement barbu. — Téte presque 
sphérique. — Front large. — Ailes redressées. — Corps cylin- 
drique, glabre. 

3 espéces. 


= 87. Calobata Meig., p. 276. 
Arten: Musca calobata Panz. et petronella F. 


= Ceyx Dumeril, 1801 (see O.-5.). 


12. Titania. (S. 35.) 

Antennes 4 deux articulations: la seconde oblongue, obtuse, 
garnie 4 la base d’un poil barbu. — Front large. — Ailes croisées. 
— Corps glabre, plat. 

7 espéces. 

= 97. Chlorops Meig., p. 278. 

Kein Typus. 

Anm. 13. 


73. Scopeuma. (S. 36.) 


Antennes 4 deux articulations: la seconde prismatique, un 


poil barbu 4 la base. — Front large. — Téte sphérique. — Corps 
velu. — Ailes croisées. — Les vers vivent dans les excréments. 
7 espéces. 





= 95. Scatophaga Meig., p. 277. 
Art: Musca merdaria ¥. 


64 Fr. Hendel. 


74, Statinia. (S. 36.) 


Antennes 4 deux articulations: la seconde échancrée, avec un 
poil plumeux 4 la base. — Téte sphérique. — Front large. — 
Ailes croisées, réticulées. 


3 espéces. 
= 92. Dicitya Meig., p. 277. 
Arten: WM. cucullaria, umbrarum F. 


== Tetanocera Dum., 1798, sens. lat. 
Anm. 24. 


75. Euribia. (8. 36.) 


Antennes 4 deux articulations: la seconde oblongue, avec un 


poil légérement barbu a la base. — Front large. — Ailes croisées, 
tachetées et bandées. — Tarriére de la femelle longue, corneuse. 
— Les vers vivent dans les semences ete. 

18 espéces. 


= 94, Trypeta Meig., p. 277. 
Arten: MW. arnicae, cerasi, urticae, artemisiae ete. F. 
Anm. 14. 


76. Apivora. (S. 37.) 


Antennes 4 deux articulations: la seconde prismatique, garnie 


i la base d’un poil long, trés-plumeux. — Bouche prolongée. — 
Corps velu. — Les vers vivent dans les nids des bourdons et 
abeilles sauvages. 

5 espcces. 


== 82. Pierocera Meig., p. 275. 
Arten: S. inanis, pellucens, inflatus, bombylans ete. F. 


= Volucella Geoffr., 1764. 


77. Musca. (8. 37.) 


Antennes 4 deux articulations: la seconde prismatique, garnie 
i la base d’un poil plumeux ou barbu. — Corps hérissé de poils. 
— Balanciers couverts d’une écaille. — Les vers vivent dans les 
cadavres, le fumier ete. 

70. espéces. 


Meigen, Nouvelle classification des mouches 4 deux ailes (Diptera L.). 65 


dO! Musca Lp. 238. 
Arten: MM. domestica, carnaria, caesar ete. F. 


78. Salpyga. (S. 37.) 


Antennes a trois articulations: la derni¢re oblongue, avec un 
poil trés-peu barbu a la base. — Balanciers couverts d’une écaille. 
— Corps hérissé de poils roides. — Ailes 4 demi-ctalées. 

6 espécces. 

19. Titta. (S. 38.) 


Antennes petites, 4 trois articulations, ovoides, de méme 


grandeur: la derniére avec un poil simple a la base. — Corps 
hérissé de poils. — Ailes 4 demi-étalées. 
1 espéce. 


80. Salmacia. (8. 38.) 


Antennes 4 deux articulations: la seconde longue, prismatique, 


garnie 4 la base d’un poil simple, fléchi en coude. — Balanciers 
couverts d’une écaille. — Corps hérissé de poils roides. 
1 espéce. 


= 106. Gonia Meig., p. 280. 
Kein Typus. 


81. Echinodes. (S. 38.) 


Antennes 4 trois articulations: la derniére plate, élargie, avec 


un poil simple 4 la base articulé. — Corps hérissé de poils. — 
Ailes & demi-étalées. — Les vers vivent dans les bouses des vaches. 
5D espéces. 


= 103. Eriothrix Meis., p: 219. 
Art: Musca lateralis F. 
= Oliviera R. D. 
Anm. 19. 
82. Larvaevora. (8. 38.) 


Antennes 4 deux articulations: la seconde prismatique avec 
un poil simple 4 la base. — Corps hérissé de poils roides. —- 
Ailes 4 demi-étalées. — Les vers vivent dans les chenilles ete. 

25 espéces. 

Z.B. Ges. 58. Bd. 5 


66 Fr. Hendel. 


== 105. Tachina Meig., p. 280. 
Arten: I. grossa, fera, lwrida ete. F. 
Anm. 16. 


83. Rhodogyne. (5. 39.) 


' Antennes inclinées 4 trois articulations: la premiére petite; 
la seconde longue, hérissée de poils; la troisiéme lancéolée, obtuse, 
avec un poil simple 4 la base. — Le corps glabre. — Ailes a 
demi-étalées. 

2 espéces. 


= 100. Gymnosoma Meig., p. 278. 
Art: M. rotundata F. 


84. Crocuta. (8. 39.) 


Antennes 4 deux articulations: la seconde longue, comprimée, 
obtuse, un poil simple 4 la base. — Trompe horizontale, articulée. 
— Ailes 4 demi-étalées. 

1 espéce. 


== 113. Siphona Meig., p. 281 = Bucentes Latr. 
Anm. 15. 


85. Calirrhoe. (S. 39.) 


Antennes 4 deux articulations: la seconde prismatiques, un 
poil plumeux 4 la base. — Trompe horizontale. — Jeux ovales. 
— Ailes & demi-étalées. 

1 espéce. 


== Prosena St. Farg. et Serville, 1825. 
Anm. 17. 


86. Stomoxys. (S. 40.) 


Antennes 4 deux articulations: la seconde prismatique, un 
poil plumeux a la base. — Trompe horizontale. — leux réniformes. 
— Ailes ’ demi-étalées. 

1 espécce. 


== 112-sStomoxys,-p. 251 


Meigen, Nouvelle classification des mouches 4 deux ailes (Diptera L.). 67 


87. Hippobosca. (S. 40.) 


Antennes trés-petites, filiformes. — Trompe droite, filiforme. 
— Corps plat. — Ailes un peu étalées. 
3 espéces. 


= 114. Hippobosca L., p. 281. 


88. Cyanea. (S. 40.) 
Sans antennes. 
1 espéce. 
Anm. 18. 
Anmerkungen. 


1. Amphinome Meigen ist durch Amphinoma Brug., Encycl. méth., 1789 
(Vermes), priiokupiert, da nach den Regeln Schlu8-y gleich ist «. 

2. Diese Synonymie scheint mir persdnlich nicht ganz sicher zu sein. 

3. Tipula cincta ist eine Rhyphus-Art. 

4. Empis platyptera gehort zu Rhamphomyia Meig., 1822. 

5. Lapria wird wohl nur ein Druckfehler sein fiir Laphria. 

6. Musca cursitans gehért zur Gattung Platypalpus Macqu., 1827. 

7. Bezzi schreibt: ,,Jphis kann sowohl 67. Satyra wie 68. Rhamphomyia 
sein. Jedenfalls ist es aber ein Synonym zu Dolichopus.“ 

8. Bezzi sagt hier: ,Kann nur Callimyia sein. Diese Gattung fehlt 
in Illigers Magazin und ist erst 1804 in der Klassifikation zu finden.“ 

9. Tritonia ist schon von Cuvier, Tabl. élém., 1798, an ein Mollusken- 
genus vergeben. 

10. Zelima ist gleich Humerus Meig., 1803 und nach den angefiihrten 
typischen Arten auch gleich Xylota Meig., 1822 + Syritta St. Farg. et Serv., 
1825. Humerus Meig., 1822 enthiilt keine der zwei Arten Syrphus segnis und 
pipiens F. und miifte eigentlich neu benannt werden, da Humerus 1803 unter 
die Synonyme fillt. Nach obigem hat aber auch Xylota Meig., 1822  tiir 
Syritta St. Farg. et Serv., 1825 einzutreten. Beachte auch den Sinn der fol- 
genden Anmerkung. 

11. Belifkt man den Meigenschen Namen Helophilus fiir die Arten 
Syrphus floreus und pendulus, obwohl Tubifera = Hlophilus mit gleichem Um- 
fange, so miiBte dann auch konsequenterweise (Anm. 4) Platyptera Meig., 
1803 fiir Rhamphomyia Meig., 1822 (Anm. 6), Tachydromyia Meig., 1803 fiir 
Platypalpus Macqu., 1827, Sericomyia Meig., 1803 fiir Arctophila Schin., 1860 
gesetzt werden, was meiner Ansicht nach nicht richtig wiire, da eben die 
Namen in Illigers ,Magazin“ mit Unrecht gegeben, d. h. umgeiindert wurden 
und bloB Synonyme zu den iilteren der Klassifikation sind. 

12. Bezzi schreibt: ,?=73. Heliophilus. Kann nur Criorrhina rufi- 
cauda sein.“ 

5* 


68 Fr. Hendel. 


13. In Illigers Magazin spricht Meigen von einer nackten Borste, 
was den Tatsachen entspricht. Ich behalte daher den Namen Chlorops bei. 

14. Der Meigensche Gattungsbegriff Huribia = Trypeta umfabt eigent- 
lich die ganze Subtamilie Trypetinae, weshalb es sehr schwer ist, einen so 
alten Namen einer heutigen Gattung ohne gewisse Bedenken zu geben. Die 
angefiihrten typischen Arten gehédren der Reihe nach in folgende heutige 
Genera: Tephritis, Rhagoletis, Ceroxys (Anacampta), Spilographa, woraus er- 
sichtlich ist, da8 die Gattung Zrypeta, wie wir sie heute auffassen, keine 
dieser vier Arten enthiilt. Da aber Meigen nach den vier Arten — etc, — 
setzt, so kénnte man diesem Umstande nicht allzuviel Wert beilegen, sich 
Loews Vorschlag anschliefSen und fiir die Arten mit gegitterten Fliigeln 
dann Tephritis Latr., 1804 beibehalten, fiir die Arten mit nicht gegitterten 
Fliigeln jedoch, welche ja auch unter den vier von Meigen bei Trypeta an- 
gefiihrten Typen die Mehrzahl bilden, den Namen Hwuribia (= Trypeta) an- 
nehmen. Die Subfamilie hiefSe dann statt Zrypetinae jetzt nach Macquart 
Tephritinae. Trupanea Schrank, 1803 oder vielmehr nach Schiner von 
Guéttard, Mém. de l’acad. Paris (171, Nr. 4) kommt wegen der Jahreszahl ~ 
1756 nicht in Betracht. 

15. Ich kann mich der Ansicht Speisers (Zeitschr. fiir wissensch. 
Insektenbiologie, 1905, S. 461) nicht anschlieBen und Siphona fiir Haematobia 
R. D. setzen, denn die Beschreibung Meigens in Illigers Magazin von einer 
»nackten* Arista und von einem ,wagrecht vorgestreckten, gebrochenen 
Riissel* pabt nur auf die bekannte Tachinidengattung, welche gleich ist mit 
Bucentes Latr., und nie auf Stomoxys stimulans Mg. oder eine andere Stomoxys- 
Art. Die von Meigen als Typus angefiihrte Stomoxys irritans F. ist eben 
nicht gleich der spiiteren St. stimulans, sondern ist eine Art der Gattung 
Stphona = Bucentes! 

Auch Griinberg, ,Die blutsaugenden Dipteren“, 8. 160, Jena, 1907, 
gebraucht Siphona irrtiimlich fiir Haematobia R. D. 

Bezzi, der nach seiner schriftlichen Mitteilung im Katalog der palii- 
arktischen Dipteren, III, ebenfalls Speiser folgte, teilt jetzt meine Ansicht. 


16. Larvaevora deckt sich mit Tachina im Umfange ganz, denn beide 
Genera enthalten fast die ganze Gruppe der Tachiniden. Die Musca grossa L. 
wird Larvaevora grossa heifsen miissen. 

17. Die Gattung Callirrhoe findet in Illigers Magazin kein Analogon. 
Ich halte sie aber mit Bestimmtheit fiir zugehdrig zur Art Stomoxys siberita 
Fab., welche sich eben von den anderen Stomoxys-Arten, welche ,,nieren- 
formige* Augen haben, durch die ovale Form der Netzaugen auszeichnet. 
Meigen hat spiiter seine Anschauung geindert und die Arten in einer Gat- 
tung belassen. Prosena fiillt daher unter die Synonyme. 

18. Diese Gattung fehlt in Illigers Magazin. Bezzi meint, daB es 
sich vielleicht um Nycteribia oder Melophagus handelt. 

19, Nach Bezzi vielleicht gleich Hriothrix Meigen, welcher Name fiir 
Oliviera R. D. zu setzen ist. 


Meigen, Nouvelle classification des mouches a deux ailes (Diptera L.). 69 


20. Cylindromyia Meigen hat vor Ocyptera Latr., 1804 den Vorrang. 

21. Exorista Meigen, 1803 hat also einen ganz anderen Umfang als im 
7. Bande der ,Systematischen Beschreibung* und hat fiir Hutachina Brauer- 
Bergenst. einzutreten. 

22. Meigen hat diesen Namen im 2. Bande seiner Systematischen Be- 
schreibung, 1820 in Hexatoma abgeiindert, also einen schon von Latreille 
1809 vergebenen Namen unstatthafter Weise in Verwendung genommen, dafiir 
statt Hexatoma Latr. Anisomera Hffgg., 1818 gesetzt. 

23. Fabricius entscheidet in der Systema antliat., Index, p. 19 véllig 
ohne jedes Recht: ,Rhagio, nomen genericum, ne cum Rhagium 
Eleutheratorum confundetur, in Leptis mutatum est.“ Bezzi, der 
im Katalog der paliarktischen Dipteren, II, Rhagio fiir Psammorycter (Ver- 
mileo) gebrauchte, schrieb mir, da$ er es nun auch fiir richtiger halte, Rhagio 
fiir Leptis zu setzen. 

24. Den Namen Dictyia Meig., 1803 hat Becker im Katalog der pali- 
arktischen Dipteren, IV, fiir meine Gattung Monochaetophora gemif meiner 
Anregung angenommen. Ich halte aber nun meinen Genusnamen aufrecht, 
da sich Dictya und Statinia nur als Synonyme zu Tetanocera darstellen. 





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‘itschriit fiir Hymenopterologie und Dipterologie 
1908. Heit 2.) | 


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104 


Friedrich Hendel. 


Ueber die bisher bekannten Doryeera-Arten. 


(Dipt.) 
Von Friedrich Hendel in Wien. 


Fiihler sehr lang und dtinn, langer als die halbe. 
Kopiling@e: 3. Se ee ee 
Fiihler relativ kiirzer und breiter, deutlich kiirzer als 
die halbe Kopflange; 2. und 3. Fiihlerglied héchstens 
zweimal so lang als breit. Percnomatia Loew. 


3. Fiihlerglied ungefaihr 3mal so lang als das 2. und 
Stark sabeliérmig zugespitzt; das zweite Glied ist 
nur 1% mal so lang als breit. Machaerocora Rond. 


Dorycera-Arten. 105 





— 3. Fiihlerglied ktirzer als das zweite oder hdchstens 
so lang wie dieses; das zweite Antennenglied ist 
stielformig diinn und langer als seine 3fache Breite. 

Dorycera Meig. 


|. Machaerocera Rond. 


Typus und einzige Art: M. grandis Rond. — Italien 
und Siidfrankreich. 1 9; Lange ohne Fiihler 9 mm. — 
Fliigel-L. 8 mm. 


Augen rund. Stirn eben, um den Durchmesser der 
Augen vor dieselben vorspringend, im Profile geradlinig, 
fast wagrecht. Kopf langer als hoch. Backen so breit 
wie das Auge, hinten ohne Querbinde. Thorax und Hinter- 
leib schmal; letzterer ohne Legerdhre ca. 3mal so lang 
als breit, paralletrandig. — Filtigel milchig weiss; in der 
vorderen Halfte mit ausgedehnten braunen Zellkernen 
zwischen den Langsadern. An der Fltigelspitze liegen 
an den Enden der 2.—4. Langsadern mehr oder weniger 
zusammeniliessende braune Endsdéume. Die beiden Quer- 
adern und die 5. Langsader sind braun umsdaumt. 


Il. Dorycera Meigen. 


1. Letzter Abschnitt der 4. Langsader deutlich aufwarts 
gebogen, mit dem vorletzten einen stumpfen Winkel 
bildend; erste Hinterrandzelle daher an der Spitze 
auffallend verengt. Augen rund. Stirn eben, um den 
Durchmesser der Augen vor dieselben vorstehend, 
im Profile geradlinig, fast wagrecht. 2. Ftihlerglied 
3 mal so lang als das 3., das allmahlich in eine 
stumpfe Spitze iibergeht. Arista hinter der Mitte. 
Kopf so lang wie hoch. Backen so breit wie das 
Auge, hinten mit einer schwarzen Querbinde. — 
Thorax und Hinterleib schmal; letzterer ca. 2 mal 
so lang als breit und fast parallelrandig. Beim & 
glanzend schwarz mit grauer Mittellinie, beim @ 
ausser der Mittellinie noch am 2.—5. Ringe mit 
grauen Querbinden an der Vorderhalite der Segmente, 
welche von der Mittelbinde bis zum Seitenrande 
reichen. — Fliigel beim o& glashell, in der Spitzen- 
halite mit Ausnahme eines hellen Fleckens unten in 
der 1. Hinterrandzelle schwarzbraun ; beim @ zeigt der 
Fliigel zwischen allen Langsadern dunkle, streifen- 
artige Langskerne zwischen den Adern in den Zellen 
und einen kleinen Spitzenfleck an der Miindung der 
2. Langsader. Nur die kleine Querader merklich 
gesdumt. — Mehrere oO und 9. — Lange ohne Fiihler 


106 Friedrich Hendel. 





10mm. — Fliigel-L. 8 mm. — Klein-Asien, Brussa, 
[Mann/, Varna [Loew] *). 
D. maculipennis Macquart. 


— Letzter Abschnitt der 4. Langsader mit dem vorletzten 
fast in einer Geraden laufend, erste Hinterrandzelle 
daher nicht oder kaum merklich verengt. . . 2. 


2. Hinterleib (9) mit schwarzen Querbinden gezeichnet. 
Es sind namlich der erste und 2. Ring ganz, der 
3. —5. an der Basis grau bestaubt, welche Bestaubung 
hinten in eine Spitze ausgezogen ist. Das dritte 
Fihlerglied ist etwas kiirzer als das zweite, verdiinnt 
sich gegen die Spitze zu nur allmahlich und ist im 
Profile lanzettf6rmig zugespitzt. Kopf und Augen wie 
bei D. graminum. — Lange 9 mm. — Fliigel: 7 
mm. — Spanien. D. scalaris*™) Loew. 


— Hinterleib ohne Querbinden, entweder glanzend 
schwarz mit einer grauen Mittellinie oder ganz grau.(Q)3. 


3. Fiihlerglied dem 2. ungefahr an Lange gleich; es 
verdiinnt sich pl6étzlich jenseits der Arista vor der 
Mitte und geht dann spitzig in fast gleicher Breite 
bis zum Ende. — Augen rund. Stirn eben, im Profile 
gerade und fast wagrecht, um den Augendurchmesser 
vorstehend; Kopf so hoch wie lang. Backen fast 
so breit wie ein Auge, hinten ohne Querbinde. — 
Thorax und Hinterleib schmal, letzterer ca. 2mal so 
lang als breit. — Fliigel in der Vorderhalfte mit 
dunklen Laéngskernen in den Zellen und einem 
Spitzenflecke an der 2. Langsader. Von den Quer- 
adern ist nur die kleine merklich gesdumt. Diese 
Zeichnung ist beim co intensiver als beim 9. — 
Lange: 5—9 mm. — Filtigel-L. 4—-7 mm. 

D. graminum Fab. 


— 3. Fithlerglied bedeutend kiirzer als das zweite, nur 
allmahlig -in’ die. Spitze. tibergehend: . .° 2. 4. 


4. Augen rund, Stirn um den Augendurchmesser iiber 
die Augen vorstehend. Kopf so hoch wie lang. 2. 
Fiihlerglied fast doppelt so lang als das 3. — Fliigel- 


WwW 


*) Das von Becker in seinem Kataloge angefiihrte Citat: Ortalis ma- 
culipennis Latr. bei L. Dufour, Ann. Soc. Ent. France, 1850, p. i45, 
Pl. 6. fig. 8 gehdrt nicht hierher, da die Abbildung eine echte, mit formosa 
Panzer verwandte Ortalis-Art darstellt. 


**) Die mit einem Sternchen bezeichneten 3 Arten lagen mir nicht zur 
Untersuchung vor. 


Dorycera-Arten. 107 


zeichnung ahnlich jener von D. graminum Fab. — 
Lange 6,5—7,5 mm. — Fliigel 6—7 mm.— Varna. 
D. hybrida*) Loew. 


Augen langlich oval; Stirn weniger vorstehend; Kopi 
kiirzer als hoch, Arten mit breiterem Thorax und 


- 


bmterieibe 5 ww ke Ce cos PO eT ehL eos My aye 


Beine des o& fast ganz Lara utes des 9 
schwarz gefleckt. Stirn vorn tiber den Fiihlern eben, 
nur mit einer glanzenden Stelle. 2. Fiihlerglied 2mal 
so lang als das 3.; dieses mit abgestutzter Spitze 
und mit der Arista auf der Mitte. — Die Thorax- 
striemen wachsglanzend; Hinterleib bei o& und @ 
mit einer ziemlich breiten grauen Langsstrieme. Beim 
© auch je eine Seitenstrieme an den umgeschlagenen 
Randerm, die beim & nur vorn erkennbar ist. — 
Fliigel graulich, mit sehr ausgedehnten und intensiven 
Langskernen in den Zellen, namentlich am Vorder- 
rande, und einem Spitzenfleck an der 2. Langsader. 
Beide Queradern gesdéumt. — Lange 9—10 mm. — 
Fliigel 7—8 mm.— Griechische Inseln. D. brevis Loew. 


Beine gelb. Stirn vorn, tiber und neben den Fiihlern 
mit einer glanzend-schwarzen Beule, welche auch 
im Profile deutlich vortritt. — 2. Fiihlerglied fast 
2mal so lang als das 3.; dieses hat eine abgerundete 
Spitze und die Arista etwas hinter der Mitte. — 
Die Thoraxstriemen glanzen auffallend, wodurch sich 
diese Art von allen andern sofort unterscheidet. — 
Der ebenfalls stark glanzende Hinterleib hat blos 
eine schmale und nur aus Makeln zusammengesetzte 
Mittelstrieme. — Fliigel o'¢@ glasartig, in der Vorder- 
halfte braungelb und an der Miindung der 2. Langs- 
ader mit einem braunen Spitzenfleck von ziemlicher 
Ausdehnung. Die bei der Gattung gewdhnlichen 
Langskerne in den Zellen fehlen hier ganzlich. — 
Lange 8—9 mm. — Fltigel-L. 7--8 mm. — Corfu 
(Schmiedeknecht.) D. tuberculosa n. sp. 


Ill. Percnomatia Loew. 


Fliigel grau mit braunen Kernstreifen in den Zellen 
und einer Triibung der Spitze. Hinterleib glanzend 
schwarz, mit schmaler graugelber Mittellangslinie 
und ebensolchen Seitenstriemen am umgebogenen 
Rande. — Lange 6,5 mm. Fliigel 4,45 mm. — Algier. 

Perc. griseipennis*) Becker §. 


108 Friedrich Hendel. 





— Fliigel glashell, ohne dunkle Langsstreifen zwischen 
den Adern. Abdomen oben ohne Langsstriemen. 2. 


2. Hinterleib einfarbig gelbgrau bestaubt. Die Stirnseiten 
sind fast bis zu den Fiihlern hin weisslich bereiit. 
— Augen langlich oval. Stirn nur wenig und zwar 
beiliufig die Halite des horizontalenAugendurchmessers 
iiber die Augen vortretend. Sie hat ahnlich wie 
Dorycera tuberculata jederseits eine, wenn auch 
kleinere Beule, die namentlich beim o& deutlich erkenn- 
bar ist. Das 2. und das 3. Fiihlerglied sind ungefahr 
gleich lang, ca. 14mal so lang als breit; das 3. ist 
allmahlich zugespitzt, vorn stumpf. Die Arista sitzt 
etwas vor der Mitte. — Lange 9—10 mm. — Fliigel 
7—9 mm. — Corsica (Mann.) Perc. inornata Loew. 


— Hinterleib gelberau bestéubt mit glanzend schwarzen, 
ziemlich breiten Hinterrandsaéumen an den Segmenten. 
Die grauen Querbinden erweitern sich in der Mitte 
nach hinten zu einer Léangsstrieme, die iiber den 
ganzen Hinterleibsriicken verlauft. Die Stirnseiten 
sind nur oben am Scheitel neben den Augen weiss- 
lich bereift, vorn glanzend gelb. — Die Stirn steht 
weiter vor als bei znornata Loew und besitzt vorn 
keine Beulen. — Alles Uebrige wie bei P. inornata 
Loew. -- Lange 10 mm. — Fltgel 8,5 mm. og. — 
Jerusalem (Scimiedeknecht). Perc. judaea n. sp. 


Anmerk.: Ueber die Arten Robineau-Desvoidy’s, welche Becker 
ohnehin im Katalog anfiihrt, und iiber die fragliche Dorycera conspersa 
Walker aus Columbien weiss ich nichts anzugeben. 

Das bei dieser kleinen Uebersicht beniitzte Material stammt aus dem 
k. k. Hofmuseum in Wien. 


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ee FRIEDRICH HENDEL, _ 


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DIE GATTUNG BUXESTA, 


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VI. ANNALES MUSEI NATIONALIS HUNGARICL 1909. 








UBER DIE GATTUNG EUXESTA, LOEW. (Drer.) 


Von FrigpricH HENDEL. 


Im Folgenden miéchte ich nicht etwa eine Monographie der Kuxesla- 
Arten bringen, weil es mir hiezu im gegenwirtigen Augenblicke an Zeit 
und Material gebricht, sondern bloss eine Hilfstabelle zum Bestimmen 
der zahlreichen Arten, wie ich sie mir zur Determination des mir vor- 
liegenden Materiales zurecht legte, sowie die Beschreibung der neuen 
Arten, welche mir aus dem Budapester und Wiener Museum, ferner aus 
der Sammlung des Herrn W. Scunuse zur Verfiigung standen. Mit der 
Bestimmungstabelle glaube ich eine momentane Liicke bis zur kiinftigen 
monographischen Bearbeitung der Arten ausgefiillt und die Einreihung 
der neu von mir beschriebenen Species erleichtert zu haben. 

Die von Scuinrer in den Novara-Dipteren beschriebenen Arten 
wurden nach den Typen neuerdings untersucht, ihre Beschreibung er- 
ginzt und ihre eventuelle Synonymie festgestellt. Scminer’s Gattung 
Amethysa, Macau. entspricht den Lorw’schen Genera /Luxesta plus 
Chaetopsis. Da ich nicht die Uberzeugung habe, dass die afrikanische 
Fliege Amethysa fasciata eine FHEuaxesta-Art ist, musste ich den 
Lorw’schen Namen annehmen. 

Beziiglich der generellen Merkmale und der Fligelabbildungen der 
neuen Arten vergleiche man aus Wyrsman’s «Genera Insectorum» die 
von mir bearbeitete Subfamilie Ulidinae. 


I BESTIMMUNGSTABELLE DER ARTEN. 


Fliigel ganz milchigweiss, ohne dunklere Flecke oder Binden. 
No. 1. Hux. lactetpennis, n. sp. 


Fliigel nie gan milchigweiss oder hyalin. 1. 
1. Fliigel mit 4 dunkelbraunen Querbinden von perechiedenes Morr und 
MEE ees Lk oe Leer A See gg As 
Fligel mit 2—4 dunklen Flecken am Vorderrande.! ae Meio 
Fligel zum gréssten Teile dunkelbraun, von verschiedenen hellen Fenstern 
durchbrochen, die nie eine durchgehende Querbinde bilden.. .. — 2 


1 Diese Arten stehen durch die gerade Subcosta, den stirker vorspringenden 
Zipfel der Analzelle, die Fliigel- und Thoraxzeichnung den Acrosticta-Arten nahe 


152 


bo 


Or 


CO 


21 


10. 


. Hinterleib ganz oder teilweise gelb oder rotbraun. 


FRIEDRICH HENDEL 


. Fliigel braun, mit einer glashellen Bogenbinde vor der Spitze, einem eben- 


solchen Streifen von der Miindung der Subcosta bis zur kleinen Querader 
und einem glasigen 8-er-férmigen Fleck vor der Miindung der Postical- 


aden fo eee se ee NO. 9. Hie. “tanaia sp: 
Fliigel mit idecnea idlage once fonsterdiian becrnert. SN ea ne a eae 


. Schildchen, Beine und Hinterleib gelb. *Kucx. fenestrata,? Coquinuerr. 


Korper metallischeriin, 2:14)? 2: eas No. 3. Hus. geminata, n. sp. 
Lunula samtschwarz. oS ebb ars ll ee eae See eae 5. 


Lunula ohne samtschwarzen Fleck. pia hy oS en Te 


. Die dritte und vierte Fliigelbinde an der Costa in der Marginalzelle durch 


einen milchigweissen Fleck getrennt. — — _ Et apenas tees 
Die dritte und vierte Querbinde an der Goata. ereateee ey milchig- 
weisse Fleck fehlt hier. . . . — No. 4. Bua. stigmatias, Lorw.? 
Vorderrand der Stirne iiber den Fiihlern wulstig und stark glinzend. 
Fihler schwarzbraun, an der Basis abgesetzt hellrot. Die zweite Fligel- 
querbinde reicht deutlich tiber die vierte Langsader hinab. 

No. 6. Hua, stigma, n. sp. 
Stirne vorne eben und matt. Fihler einfarbig rostrot. Die zweite Fliigel- 
binde ist schon unter der Subcostalzelle verwaschen. 

No. 5. Eux. eluta, Loxw. 1 
ae 8. 
Hinterleib einfirbig dunkel, meist metallisch glinzend. = = = ss. 
Beine ganz gelb; Gesicht, Schildchen, die ersten zwei Segmente des 
Hinterleibes und die Basis des dritten gelb. Die symmetrisch an der 
Fliigelspitze liegende Binde schliesst mit der sehr schmalen dritten einen 
dreilappigen hellen Zwischenraum ein. No. 7. Hux. juncta, toon 
Beine nicht ganz gelb; K6rper anders gefarbt,.::.2> 2 us Ue 2 Y. 
Die glashellen Zwischenriitume zwischen den Ouse des Pines sind 
breiter als die Binden selbst. Hinterleib rotbraun, die letzten Segmente 
glinzend schwarz.  . swt jt heyy hot py be OL A OOS VE 
Die Zwischenriume sind ‘Gamisves ai die danbients: Fligelbinden. — 10. 
Die glashellen Zwischenriume zu beiden Seiten der 3-ten Fliigelquerbinde 
bogig begrenzt, schiefliegend. Die hintere Querader liect inmitten der 
dritten Querbinde. ee sin hl Eux. abdominalis, Lorw. 
Die glashellen Zwischenriume zu aH ae Sein der dritten Querbinde 
geradlinig, parallel begrenzt, senkrecht auf der Costa stehend. Die hintere 
Querader liegt an der inneren Grenze der dritten Querbinde. 

No. 8. Hua. Schineri, nom. nov. 


11.2 Beine gelb oder rot oder rotbraun. — . — wep LD 


Beine vyorherrschend schwarz. _. ae Eee ees 17. 


! Die mit einen * versehenen Arten kenne ich nicht aus Autopsie. 
2 Hieher kime man auch nach der Beschreibung der Ortalis punctifvons 


TuHomson, Eugenies. Resa, Dipt::p. 573. ; a3 


: 3 Hier ist es: angezeigt nacheinander beiden Alternativen zu folgen! 


13. 


UBER DIE GATTUNG EUXESTA, LOEW. 153 


Costa in der Mitte nach vorne gewolbt. Radialader besteht aus zwei flachen 
Bogen, die in der Mitte unter einer nach vorne gerichteten Spitze zu- 
sammenstossen, .  — event sete ears NOE eee. CULE, Os Spe 
Costa und Radialader nora oe bis tec 13. 
Thorax und Hinterleib phnnead PSunloeRenacl wine “Geen ‘iad Beine: izelb. 

*Mua. scariacea, Lorw. 
Thorax, Hinterleib und Gesicht metallisch griinlich oder blau. .. — 14. 


14.1 Die dritte und vierte Fliigelquerbinde an der Costa getrennt von ein- 


16. 


ander. vay! ae ~~ ~ ~ 15. 
Die dritte und Se Plagelqueesae? an ae Costa merimatlent idritto 
Binde gleichbreit. sis See aA 


. Dritte braune Querbinde den Pligels: winien Senbtenictt der glashelle 


Zwischenraum hinter derselben schief und etwas gebogen. Die Queradern 
sind beinahe die doppelte Liinge der hinteren Querader von einander ent- 
fernt. °' *Eux. latifasciata, Woue. 
Dritte Querbinde gleichbreit; der glashelle Zwischenraum hinter derselben 
gerade und senkrecht auf der Costa. Der Abstand der beiden Queradern 


ey i der Lange der hinteren Querader gleich. 


8 No. 9. Fux. latifascia, Scuner. 
Die braune Spitzenbinde des Fliigels breiter als der dayvorliegende parallel- 
randige, senkrechte glashelle Zwischenraum. Discoidalzelle fast bis ae 
Wurzel dunkelbraun. 2 2° "2222 2 No. 10" Eu: Schnusei, un. sp.” 

Die Spitzenbinde ist Memeo nie der ae orliegende glashelle Zwischen- 
raum, der sich nach unten hin verbreitert.. Discoidalzelle im Wurzelviertel 
glashelli x6 “20- hs 2 L *Eux. conserta, Wure.* » 


. Radialader mit einer anGH vorne ~lgerichteton Spitze in der Mitte. 


No. 11. Euz. acuta, Mes Spe 


- Radialader ohne diese Spitze. = =. “ eek O 


18. 


¥9. 


Gesicht und Scheitel aschgrau. Thorax, Sohaldchen al ipdurien: schwarz. 
Dievierte Fliigelbinde ist ein Fleck, der weder die Fliigelspitze, noch die 


~ Discoidalader erreicht.. OTB OE Leg ecans, Ww ULE. 
~- Gesicht und’ Scheitel me talniaon. “Fligel mit einer vollstiindigen Spitzen- 
werquenbinde.” a. ~. ae ee e acl St 
Die dunklen Querbinden dus Fligels indie an der Couta aicht mit einan- 

- der verbunden....  _ By aye Be ae eee eS 
Die dritte und vierte Mupelquerbiaé hangen vorne zusammen. _- 22. 


20. 


Zipfel der Analzelle schlank, gleichbreit, dann zugespitzt, so lang wie die 


‘“Analzelle und langer als der restliche Teil der Analader. 


No, 12." Rua Babmeks, 1. sp; 


1 Hier ware auch Ortalis spathulata, THOMSON, Eugenies Resa, Dipt. p. 574, 


mit gelbem Kopf und gleichfiirbigen Fiihlern und Beinen zu erwihnen. 


2 Nicht mit der seh ahnlichen Eua. Schineri (= basalis, Scntver) Zi. ver- 


wechseln! 


* Vergleiche mit Mux. Annonae, Fas. 


154 FRIEDRICH HENDEL 


Zipfel der Analzelle keilf6rmig, dreieckig, kiirzer als die Analzelle und 
nur einen kleinen Teil der restlichen Analader lang. .~ . — W 20a. 
20a. Die zweite Fligelquerbinde ist unter der Discoidalader sabe verwaschen 
und iiberschreitet die Posticalader nur etwas. Die Spitzenquerbinde liegt 
schief oben an der Spitze, reicht bis zur Discoidalader, ist nur schmal 
und von der dritten Binde an der Costa nur schmal getrennt. 
No. 13. Eux. Macquarti, Scutner. 
Die zweite Fliigelquerbinde geht bis zum Hinterrande des Fliigels. 21. 
21. Fligelwurzel ganz schwarz. Fusswurzeln schwarzlich, nicht heller. Stirne 


nicht auffallend behaart. Epistom ziegelrot... . Kua. atripes, Lorw. 
Fliigelwurzel glashell. Fusswurzeln heller, rot. Stirne rauhhaarig. Epistom 
Stabila. Beek: a stanue. 7 fen Eur. alternans,’ Lorw. 
22. Die vierte Pavan Querbinde des ‘Fligels liegt symmetrisch an der 
Spitzen ss peas Poe: ake ¥ silos 
Die ateeahende: ‘at, aaieht peeneecela seleeate ce iene ee auf- 
wirts geriickt oder unter der Spitzenmitte aufgelést..0 0 _ 26. 


23. Discoidalzelle doppelt so lang als der letzte ee der Disoainaladoe 

No. 14. Hua. acuticornis, n. sp. 

Discoidalzelle nicht oder nur wenig langer als der letzte Abschnitt der 

VIOTICN, Tiinesadere st be ea aed ade 5 te oh Das 

24. Die hintere Querader liegt ees der fiittens baron Gites edie me- 
tallisch blaue Art. Schwinger kreideweiss. 

No. 15. Eux. Wettsteini, n. sp. 

Die hintere Querader liegt an der inneren Grenze der dritten Querbinde. 25. 

25. Die zweite braune Fligelquerbinde ist ein hinten breiter werdender, nach 

aussen stark conyexer Bogen. Costal- und Subcostalzelle ganz dunkelbraun. 

No. 16. Hua. arcuata, n. sp. 

Die zweite Querbinde ist senkrecht, sehr breit und gerade, die Costalzelle 

nur an der Spitze braun. Loy ee (> apNo,, 40, eae Schnusetets spi 

26. Die dritte braune Nee eae ist ie woh schmal, unten ausserordentlich 

stark erweitert. In der braunen Spitzenhilfte des Fliigels liegt eine schmale 

glashelle Bogenbinde, die schief von oben und weiter innen nach unten 


und aussen zieht. — .. Ere. eh 2. 
Die dritte braune Querbinde “=H vee om fetter aden sogar clara er 
als oben. ot; O8. 


27.7 Die hoe Spitzenhinds ae heeue ies ie der Sialic Tae sehieauagiat 
dayor. Aussenrand der zweiten braunen Querbinde convex. 
Euz. sororcula, WiIEDEMANN. 


1 Mit dieser Art fallt Amethysa propinqua, Scuiner, Novara Dipt. p. 283. 
155. (1868) von Venezuela zusammen. 

? Ob die hieher gehérenden zwei Arten: Ortalis obliqua, THomson, Eugenies 
Resa, Dipt., p. 574 und Herina decisa, WALKER, Trans. Ent. Soc. London, n. ser. IV. 
p. 227 (1856—1858) eigene Arten oder Synonyma sind, kann man nach der Be- 
schreibung allein nicht entscheiden. 


28. 


30. 


31. 


32. 


UBER DIE GATIUNG EUXESTA, LOEW. 15 


Die Spitzenbinde ist breiter als der glashelle Zwischenraum davor. Aussen- 
rand der zweiten Querbinde concay. No. 17. Eux. obliquestriata, n. sp. 
Fligelwurzel schwarz. Kleine Querader auffallend weit vor der Mitte der 
Discoidalzelle; diese viel kiirzer als der letzte Abschnitt der Discoidal- 
ader. Die zweite und dritte Fliigelquerbinden sind schmale scharf be- 
grenzte schwarze Streifen, die nach hinten stark divergieren. Schwinger 
und Schiippchen schwarzlich. — .. . No. 18. Kuz. insolita, n. sp. 
Ausserste Fliigelwurzel glashell. Kleine Querader jenseits der Mitte der 
Discoidalzelle, welche linger als der letzte Abschnitt der Discoidalader ist. 
Schwinger und Schiippchen weisslich. = — — W— as D9) 


. Die zweite braune Querbinde erreicht den iarapeliginierennd aiehts und ist 


ziemlich gleich breit. Die dritte Querbinde ist oben schmaler als der 
davorliegende glashelle Zwischenraum... — —. Kua. Annonae, Fasrictvs. \ 
Die zweite Querbinde erreicht ganz oder fast ganz den Fliigelhinterrand. 
Die dritte Querbinde ist oben breiter als der glashelle Zwischenraum 


MTEC Ren ret bce. Eee | sai wesc SE: asptaak 30 
Die ae Gaennde Porirottert cick stark Pee hinten zu, atic ance ist 
vorne schmialer als hinten.. . . . —  *Hue. fascipennis, Wutp. ‘ 
Die zweite Querbinde ist ziemlich gleich breit, die dritte vorne breiter 
Mis hiniens es ~ «= om .*Hux. Thomae, Loew. \ 
Am Fliigelvorderrande hegen vier cee Pilsckee b>, tO eae, aes 
Am Fligelvorderrande liegen nur 2—3 Flecke.. . — —  ~ 33. 


Fliigelwurzel glashell; der zweite Costafleck Scien unten bis in ae “te 
Basalzelle hinein; der dritte Fleck liegt weit jenseits der Miindung der 
Subeostas. 2. 3 . .  *Eux. quaternaria, Lorw. 
Fliigelwurzel eee den paeie ‘Costafleck rezeht nicht in die Basalzelle 
hiniiber; der dritte Fleck liegt an der Miindung der Subcosta. 

Eucx. calligyna, Biaor. 


33.1 Fliigel am Vorderrande mit zwei fleckenartigen Querbinden; die bis zur 


34, 


35. 


36. 


37. 


Discoidalader herabreichen; eine von der Subcostalzelle herabgehend, die 


andere vor der Fliigelspitze gelegen.  . — — *Kua. binotata, Loxw. 
Am Vorderrande des Fliigels hegen 2—3 Fideke, a nie weit nach hinten 
reichen und nie das Aussehen von Querbinden haben. — — — W— 934. 
Hinterleib teilweise gelb gefirbt.. . 0. WW rs ene 28 3D. 
Abdomen einfarbig glinzend Chie oder feaiinscteran oder blan. 40. 
Biensrstabi battle: wir. ny gler) Sopa ne Lidia 14-.he Eee dh. 
Mispeus,und) beieugel, 29 CIOV OR) BICQRMsS oh. ia: peat 1) 89: 
imnnla, samitschiward,.. 2... -2...<t:.1.,.No. 20. Lux..maculata, mn. sp. 
Lunula von der Farbe des Clypeus, weisslich bereift.. . — .. — 37. 


Costalzelle in der Mitte glashell. Beine metallisch schwarz, Knie und 


1 Hieher kime man auch bei der mir unbekannten Kuxesta (Ortalis) basalts, 


Waker, Insect. Saunders., Dipt. Vol. IV. p. 373 (1852): Nigro-cyanea; caput ful- 
vum; antenne lutee; abdomen basi ferrugineum, 2 apice luteum attenuatum ; 
pedes fulvi; ale hyaline, basi fulve, vitta antica interrupta fusca. — United States. 


156 FRIEDRICH HENDEL 


Fusswurzeln rot. Endhialfte des letzten Hinterleibsabschnittes des 2 und 


Basis der Legeréhre gelb. — — ‘= - Hux. notata, WIEDEM. 


Costalzelle ganz braun. — & ites Se PRA 
38. Hiiften und Schenkel gelb, Banteaen “seh death. “pone eee erstes 
Glied des Ovipositors an der Wurzel gelb. *Kux. apicalis, WiLIston. 


Hiiften und Beine schwarz, Metatarsen briunlich. Das vierte und fiinfte 

Tergit des Abdomens: und | das ganze Basalglied des Ovipositors gelb. 
*Hux. pulchella, Cresson. 
39. Costal- und Subcostalzelle schwarz. Die ersten zwei Abdominaltergite gelb. 
*Kux. Willistoni, Coquituett. 
Costalzelle in der Spitzenhalfte glashell. Die Hinterrinder des dritten und 
der foleenden Tergite gel ioe AE OO Ee TOO, Oe 
40. Beine gelb. 2 i: EO ELT SS Seer ahd ae tee eee 
Beine vorherrschend Sehwaeaiel : eS = Ear eee 
41. An den schwarzen Vorderfiissen ist der Areiatarsus mit Ausnahme der 
Spitze gelb. Vorderschenkel an der Spitze mit einem schwarzlichen Fleck. 
No. 19. Fuca. spoliata, Lorw. 

Vorderfiisse ganz schwarz. Vorderschenkel an der Wurzel schwarz. 

*Eux. laticeps, Wore. 
42. Unmittelbar vor der Fliigelspitze liegt ein schwarzer kleiner Fleck, 
~der vom Vorderrande bis etwas iiber die Cubitalader hinabreicht, die 
Spitze der Marginalzelle bedeckt, die der Submarginalzelle aber ganz frei 


TaSsh Oe yee _ .. *Eux. pusio, Lorw. 
Der schwarze Hipeaichia® aoe Fiigels pedeviet Se die Spitze der Sub- 
marginalzelle. prot Chbnrbad es mA SAAT. tae ete tS: 


43. Der Apicalfleck des Fligels ist Bone @Toss ane fast so 5 akg wie gee letzte 
Abschnitt der Discoidalader. An die schwarze Subcostalzelle schliesst sich 
unten ein bis zur Discoidalader pelea gee Fleck an. 

Eux. costalis, Faprictvs. 
hres klein, kaum die Halfte des letzten Discoidaladerabschnittes 
lang. Das schwarze Randmal kaum nach hinten zu verlingert. 

| | Kua. nitidiventris. LoEw. 


Il. BESCHREIBUNG DER ARTEN. 


1. Euxesta lacteipennis, n. sp... 


1 ¢@ aus Bolivien (Mapiri; Janner); Coll. ScHNUSE.” 

Stirne rotbraun, in der Mitte glinzend, am Augenrande weisslich, 
vor den Ocellen etwas konkav, sehr kurz und spirlich bebaart. Lunula, 
Clypeus und, Prelabrum griin, unter den Fihlern weisslich bereift. 
Backengrube rotbraun, oben und unten feinweiss. gerandet, in der Mitte 
mit einem weissen Querstrichlein. Fiihler rotgelb. Oberer’ Hinterkopf 
blaugriin, unterer weiss bestiiubt. Riissel und Taster braunlich. Thorax 


UBER DIE GATTUNG EUXESTA, LOEW. 157 


und Schildchen dunkel bliulichgrun. Riicken vor der Quernaht stiarker 
bereift. An den Quernahtisten liegen dunklere Querbinden. Pleuren 
auch etwas bereift. Hinterleib schwarzlichgriin, glanzender als der Thorax. 

Vorderhiiften hellgelb, weisslich bereift. Schenkel mit Ausnahme 
der gelben Knie schwarz, blaugriinschimmernd; Vorder- und Hinter- 
schienen ebenso, die mittleren am Ende breit gelb. Vorderfiisse schwarz, 
jene der beiden hinteren Paare rotgelb. 

Fliigel einfairbig milchigweiss, mit hellen Adern. Subkosta gerad- 
linig miindend. Kleine Querader deutlich jenseits der Mitte der Discoidal- 
zelle. Fliigeladerung wie bei den Arten mit bloss gefleckter Kosta. 

Korperlinge 4 mm. — Fliigel 3 mm lang. 


9. Euxesta lunata, n. sp. 


1 ¢ aus Peru (Meshagua; November); Coll. Scunust. 

Dunkel stahlblau. Rotbraun sind: die wachsglanzende Stirn- 
strieme, die an der Spitze etwas dunkleren Fiihler, die Taster und der 
Riissel, ausserdem die schmalen Backengruben (Wangen). Scheitel stark 
glinzend, blau. Obere Hiilfte des Clypeus deutlich weiss bereift. Be- 
haarung der Vorderstirme schiitter, aber am Rande ziemlich lang. Riicken 
und Schildchen kaum bestiiubt, glinzend, mit einem Stiche ins Stahl- 
griine; Pleuren mehr blau. Hinterleib einschliesslich des Ovipositors 
einfairbig glinzend schwarz mit violetten Reflexen. 

Beine rotlich pechbraun; die fussersten Kniespitzen, die Gegend 
um die Schenkelringe und die Fiisse etwas heller rotbrann. Metallischer 
Schimmer fehlt yollstindig. 

Fliigel dunkelbraun. Fliigelbasis mit Ausnahme einer braunen 
Wurzelquerbinde tiber der Schulterquerader glashell. Im Braunen des 
Fliigels liegen 3 glashelle Flecke: ein spitz trapezformiger hinter der 
Miindung der Subcosta bis hinab an die vierte Lingsader — seine 
innere Grenze liuft senkrecht nach abwiirts, gerade tiber die kleine 
Querader — ein bogen- oder mondférmiger vor der Fliigelspitze, welche 
braun bleibt, und endlich ein ovaler, der zur Hialfte in der Discoidal.-, 
zur anderen Hilfte in der dritten Hinterrandzelle liegt. Die kleine Quer- 
ader liegt weit vor der Mitte der Discoidalzelle und die erste Hinter- 
randzelle ist fast vollkommen parallelrandig. | 

K6rper 3°5 mm, Fliigel 2°56 mm lang. 


158 FRIEDRICH HENDEL 


3. Euxesta geminata, n. sp. 


5 & 9, Peru (Meshagua; September, Oktober); Coll. Scunuse. 

Nur mit Huaxesta fenestrata, Coquinterr vergleichbar. Kérper 
metallisch griin. Stirne etwas schmiiler als ein Auge, nur an den grtn- 
lichen Augenrindern langer behaart, Strieme und Backengruben hell 
rotbraun. Scheitelplatten und Ocellendreieck gliénzend metallisch grin; 
yon gleicher Farbe der auf seiner ganzen Flaiche massig weisslich be- 
stiiubte Clypeus. Peristomalien in gewisser Beleuchtung hell bereift und 
am Rande relativ lang beborstet. Fiihler und Taster rot, erstere an 
der Wurzel und am Oberrande verdunkelt. Drittes Ftihlerglied mit ab- 
serundeter Spitze und etwas concavem Oberrande. 

Ricken und Schildchen ziemlich glinzend, mit zartem rotfarbigem 
Tomente bedeckt. 

Hinterleib schwirzlich, matter als der Thorax-Riicken, mit schwachem 
blauen oder sogar violetten Schimmer in der Mitte. Das erste Glied des 
Ovipositors ist gleichfarbig, von der Gestalt eines Dreiecks, das etwas 
spitzer als ein gleichseitiges ist. 

Hiiften, Knie und Fiisse rotbraun. Schenkel und Schienen dunkel- 
pechbraun, mit deutlichem Metallschimmer an der Oberseite. 

Fliigel mit Ausnahme der gelblich hyalinen Basis, die nur an der 
Wurzelquerader eine Verdunkelung zeigt, schwarzbraun. 

Die Discoidalzelle und der darunter liegende Fliigelteil erscheinen 
nur vor dunklem Hintergrunde hellbraun, in durchfallendem Lichte 
dagegen gleichfalls gelblich hyalin. Bei ersterer Beleuchtung treten aus 
der Fliigelflache neun kreisrunde, milchigweisse Flecke hervor. Je ein 
Paar liegt an der Radialader, in der Verlangerung der hinteren Quer- 
ader; dann in der Mitte des letzten Discoidaladerabschnittes und endlich 
an dem Ende der Posticalader, noch vor der Querader. Die zwei Kreis- 
punkte liegen immer tibereinander und werden durch die betreffende 
Lingsader von einander getrennt. Ausser diesen sechs Flecken liegen 
noch drei gerade untereinander und zwar der erste unmittelbar hinter 
der Miindung der Subkosta in der Marginalzelle, der zweite in der Sub- 
marginalzelle und der dritte hinter der kleinen Querader in der ersten 
Hinterrandzelle. Im durchfallenden Lichte ist diese Zeichnung viel un- 
deutlicher wahrzunehmen. 

Schiippchen und Schwinger gelblich. Kérper ohne Legeréhre 4 mm, 
Fligel 3 mm lang. 


Anmerkung. Eua. fenestrata, Coqu. hat Schildchen, Beine und Hinterleib 
gelb, ist aber nebst unserer Art die einzige mit gefensterter Fligelzeichnung. 


UBER DIE GATTUNG EUXESTA, LOEW. 159 


4. Euxesta stigmatias, Lorw. 
Berlin. Ent. Zeit., Vol. XI. p. 310. 12. (1867). 


Zu den schon bekannten Fundorten kann Peru (Callanga), Paraguay 
(Asuncion) und Bolivien (Mapiri) hinzugeftigt werden. (Ungar. National- 
Museum). Die Lorw’sche Abbildung des Fligels 1. c. Fig. 18 zeigt den- 
selben im durchfallenden Lichte. Gegen dunklen Hintergrund gehalten 
erscheinen in den glashellen Zwischenréiumen zu beiden Seiten der 
dritten schwarzen Querbinde schmalere milchigweisse Bander, die den 
Fligelhinterrand nicht erreichen. Zipfel der Analzelle kraftig. 


5. Euxesta eluta, Lorw. 
Berlin. Ent. Zeit., Vol. XI. p. 312. 13. (1867). 


Mit dieser Art ist die Amethysa Annonae, Scuiner, Novara-Dipt. 
p. 283, 154, wie die Typen des k. k. Hofmuseum ausweisen, identisch. 
Mir liegt die Art auch aus Argentinien (Lules; Ungar. National-Museum), 
Bolivien (Cordilleren, 2—3000 m, Mai; Coll. Scunusn) und Peru vor. 
Die Lorw’sche Fliigelzeichnung zeigt die milchigen Teile des Fliigels, 
wie sie gegen dunkleren Hintergrund gesehen werden kénnen. Im durch- 
fallenden Lichte sind bloss die dunkler braun gezeichneten Partien vom 
hyalinen Teile unterscheidbar. Zipfel der Analzelle schlank. 


6. Euxesta stigma, n. sp. 


2 ¢ 9 aus Peru (Urubambafluss; Oktober); Coll. Scunuse. 

Der Hux. eluta, Lonw sehr nahe stehend. Vorderrand der Stirne 
uber den Fihler wulstig, konvex und stark glanzend rotbraun. Clypeus 
und Prelabrum griinlich blau, ersterer oben weisslich bereift. Zwischen 
den Fiihlerwurzeln ein samtschwarzer Fleck, der unten quadratisch be- 
grenzt ist. Backengruben weiss schimmernd, mit einer dunklen abstechen- 
den Mittelbinde, parallel zum Augenrande. Ftihler schwarzbraun; Wur- 
zel des dritten Gliedes abgesetzt rotgelb. Unterer Hinterkopf weiss 
bereift. 

Pleuren griinlich und stahlblau. Hinterleib dunkel. Erstes Glied 
des Ovipositors gleichfarbig mit dem Hinterleib, ein- und einhalbmal 
so lang wie breit. Die dunklen Teile der Beine violett schimmernd. 
Basis der Vorderschenkel gelb. Mittelschienen ganz dunkel. 

Im iibrigen gilt Lozw’s Beschreibung der Hux. eluta. 

Die Fliigelzeichnung, welche nur sichtbar wird, wenn man gegen 
einen dunklen Hintergrund sieht, gleicht fast jener von EF. eluta. Die 


160 FRIEDRICH HENDEL 


zweite, breite Querbinde reicht aber weiter nach abwirts, etwas tiber 
die vierte Langsader hinaus, wahrend sie bei elufa mehr einem breiten, 
nach hinten verwaschenen Costalflecke gleicht. Die darauf folgende 
milchige Querbinde ist bei stigma oben breiter, verschmialert sich nach 
hinten zu und liegt mehr schief als bei eluta. 


7. Kuxesta juncta, Coquinusrt. 
Proc. Ent. Soc. Wash., Vol. VI. p. 95 (1904), 


! 9 aus Peru (Meshagua; September); Coll. Scunussz. 

Zur Beschreibung CoqutLuetr’s méchte ich noch Folgendes hinzu- 
fiigen: Riicken der geringen Bestéubung halber ziemlich glinzend. Der 
metallisch dunkle Teil des Hinterleibs, sowie das erste Glied des Ovi- 
positors, welches schlank dreieckig ist, glinzen metallisch violett und 
zeigen keinen Reif. Die zweite Fligelquerbinde beginnt oben mit der 
Breite der Subcostalzelle und zieht sich erweiternd bis zum Hinterrande. 
Thre innere Grenze ist gerade, ihre fussere unter der Subcosta eben- 
falls und beriihrt die kleine Querader. Beide stehen auf der Costa schief. 
Die dritte Binde ist schmal, gleichbreit, durchgehend, steht senkrecht 
und hat die hintere Querader an der Innengrenze. Die symmetrisch an 
der Fligelspitze liegende vierte Binde hingt mit der dritten oben kaum, 
am Hinterrande aber deutlich, wenn auch etwas verwaschen zusammen 
und ist schmiler als der davorliegende glashelle Zwischenraum, der sich 
an der dritten Liingsader am weitesten gegen die Fligelspitze aus- 
streckt. Die Analzelle hat eine fast kaum sichtbar vortretende, sehr 
kleine Spitze. 


8. Euxesta Schineri, nom. nov. 
Amethysa basalis, Scurnrr, Novara-Dipteren, p. 284. 157 (nec WALKER). 


Die Scuiner’schen Stiicke stammen aus Venezuela. In der Coll. 
ScHNusE sind Stiicke aus Bolivien (Mapiri; Jaénner, April) und Peru 
(Meshagua; Oktober). 

Der Scuiner’schen Beschreibung wiire Folgendes hinzufiigen : Stirne 
merklich schmiler als ein Auge, ganz matt rotbraun, weisslich bestaubt. 
Augenriinder weiss. Behaarung der Strieme ziemlich 1auh und lang. 
Scheitelplaiten metallisch blau. Clypeus stahlblau, oben weiss bestaubt. 
Taster rot. Thoraxriicken ziemlich dicht weisslich bereift. Schildchen 
auch bei den zwei Typen nicht rostgelb, sondern mit dem Riicken 
gleichfarbig. Die Hinterleibsbasis ist oft nur sehr schmal gelb gefirbt. 
Die Vorderbeine sind heller rotbraun als die hinteren Paare. Hiiften 


UBER DIE GATTUNG EUXESTA, LOEW. 161 


rot. Das erste Glied des Ovipositors ist wie der Hinterleib glanzend 
violettschwarz. 

Euxesta Schineri steht der Hua. Schnusei sehr nahe. Man ver- 
gleiche die Anmerkung bei letzterer Art. 


9. Euxesta latifascia, Scniner. 
Scuiner, Novara-Dipteren, p. 283. 156 (1868). — Venezuela. 


Die beiden Typen-Stiicke sind ziemlich verschimmelt. Die Stirne 
der Art ist merklich schméler als ein Auge, hell rotbraun und schiitter 
behaart. Die eng zusammengedraingten Scheitelplatten und Ocellendreieck 
metallisch blau. Fiihler und Taster gelbrot. Das dritte Antennenglied 
dunkler. Clypeus metallisch blau. 

Thorax und Schildchen metallischgriin, Riicken etwas braunlich 
bereift. 

Hinterleib glanzend blauschwarz, an der Wurze]. und am ersten 
Gliede des Ovipositors durchscheinend rétlich. Dies hat aber seinen 
Grund in der Unreife der zwei Stticke. 

Beine rotbraun, Schenkel und Schienen in der Mitte ausgedehnt 
dunkler braun, Fiisse heller, mehr gelbrot. 

Fligel mit vier braunen, ganz isolierten und durchgehenden Quer- 
binden. Man kénnte auch sagen: Fliigel jenseits des glashellen Wurzel- 
teiles bis zur Fliigelspitze dunkelbraun mit zwei gleichbreiten glashellen 
Querbinden in der Mitte dieser Flache. Die basale geht zwischen den 
beiden geniherten Queradern durch, beriihrt die kleine deutlich und 
die hintere fast. Die distale Querbinde ist nur durch einen braunen, 
senkrechten Parallelstreifen von der ersten getrennt, der schmialer als 
die glashellen Zwischenréume ist. Scuiner schreibt irrttimlich, dass die 
dritte und vierte braune Binde am Vorderrande zusammenhangen, was 
nicht der Fall ist. Man vergleiche meine Abbildung in den Genera 
lnsectorum, Subfam. Ulidinae. 


10. Euxesta Schnusei, n. sp. 


6 ¢ @ aus Peru (Meshagua; Oktober-November); Coll. Scunuss. 

Steht in der Fligelzeichnung am nachsten der Hur. basalis, Scan. 
Stirne so breit wie ein Auge, ziemlich gewo6lbt, lang und rauh behaart. 
Die rote Strieme ist auf emem Léingsstreifen in der Mitte und am 
Augenrande weisslich bereift, matt, dazwischen streifenformig wachs- 
glanzend. Scheitelplatten und Ocellendreieck hell stahlblau. Fiibler, 
Backengruben, manchmal auch der ausserste Mundrand, ferner.die Mitte 


Annales Musei Nationalis Hungarici. VIL. 11 


162 FRIEDRICH HENDEL 


des Prelabrums und die Taster rostrot. Clypeus stahlblau, unter den 
Fiihlern weiss bestiubt. Thorax und Schildchen dunkel blaugriin, an 
den Pleuren glinzend, auf dem Riicken durch ein schiitteres fuchsrotes 
Toment wenig glanzend. Hinter den Quernahtisten ein brauner Wisch. 
Von allen mir bekannten Arten hat diese den schlankesten K6rperbau, 
sind Thorax und Hinterleib am schmalsten. Dadurch erinnert Hux. 
Schnusei an die Chaetopsis-Arten. 

Hinterleib glanzend schwarzlich, mit etwas griinlichem Schimmer. 
Das erste Glied des Ovipositors herzformig, ziemlich breit, etwas linger 
als breit. 

Hiften rotgelb, vordere an der Aussenseite etwas griinlich schim- 
mernd. Beine pechbraun, Schenkel an der Wurzel und an der Spitze 
oft ziemlich breit rot; manchmal auch nur die dussersten Knie rot. 
Metallglanz an denselben sehr gering. Fiisse rot, die vordersten oft 
verdunkelt. 

Fligel mit 4 breiten, braunen durchgehenden Querbinden. Die 
zwelte ist die breiteste. Ihre aussere Grenze ist eine Linie von der 
Miindung der Subcosta tiber die kleine Querader zum Hinterrande; 
ihre innere Grenze geht hart an den Basalzellen voriiber. Die 3. und 
4. Binde erfiillen die ganze Fligelspitze jenseits der hinteren Querader, 
die an der inneren Grenze liegt, und lassen nur einen glashellen Streifen 
in der Mitte frei, der senkrecht auf den Adern steht, so breit wie die 
3. Binde, aber schmiler als die 4. ist und oben nur die 2. Langsader 
beriihrt; seine untere Grenze ist braunlich verwaschen. 

Schiippchen braunlich, Schwinger gelb. 

Korper 5—6 mm, Fligel 4—5 mm lang. 

Anmerkung. Eugesta (basalis Scuiner) = Schinert nom. nov. hat einen 
an der Wurzel gelben Hinterleib und plumperen Korperbau. Ihre Backen und Stirne 
sind schmiler, das Epistom weniger convex und weniger vorspringend. Der glas- 
helle senkrechte Zwischenraum zwischen der 2. und 3. Binde ist streifenformig 
gleichbreit, schmaler als die dritte und die gleichbreite 4. Binde. Bei Fux. Schnusei 
ist obiger Zwischenraum oben merklich breiter als unten, so breit als die dritte 
Binde, welche wieder schmiler als die 4. ist. 

Der Zipfel der Analzelle springt bei letzterer deutlich iiber die Zelle vor, 
wahrend er bei Fux. Schineri nicht starker als der obere convexe Teil der Anal- 


zelle vortritt. Diese Art ist auch konstant etwas kleiner und hat kiirzere, brei- 
tere Fligel. 


11. Euxesta acuta, n. sp. 


1 # aus Peru (Callanga); Ungar. National-Museum. 
Stirne schmiler als ein Auge; spirlich und auch an den Seiten 
wenig auffallend behaart. Strieme, Fiihler und Backengruben matt rot- 


UBER DIE GATTUNG EUXESTA, LOEW. 163 


gelb; Scheitelplatten und Ocellendreieck wie der obere Hinterkopf glin- 
zend metallisch blau. Clypeus und das grosse Prelabrum, sowie die 
Taster hellgelb, seidenartig glanzend. Thorax und Schildchen schwirz- 
lich, mit geringem metallisch griinen Schimmer. Riicken von einem 
braunlichen Tomente ziemlich matt. Der Hinterleib erscheint nur glin- 
zend schwarz oder pechbraun. Beine einfarbig pechbraun mit geringem 
Metallglanz, Hiiften und Knie etwas heller, mehr rotbraun. Fiisse nicht 
lichter. — Aderung sehr charakteristisch. Costa in der Mitte merklich 
verdickt und convex vorgewolbt. Radialader aus zwei flachen Bogen be- 
stehend, die in der Ader unter einer nach vorne gerichteten Spitze zu- 
sammenstossen. Fliigel braéunlich hyalin mit 4 dunkleren, verwaschenen 
Querbinden, deren Grenzen sehr undeutlich sind. Die zweite beginnt 
mit der braunen Subcostalzelle und geht senkrecht und gerade nach 
hinten, sich merklich verbreiternd. Die dritte geht tiber die hintere 
Querader, ist ziemlich gleichbreit und etwas nach aussen convex; sie ist 
schmal und durchgehend. Die vierte Binde haingt mit der dritten vorne 
nicht zusammen, liegt mehr tiber als an der Spitze, reicht bis unter 
die Discoidalader herab und hat eine sehr verwaschene innere Grenze. 
Schiippchen braun, Schwinger gelb. 
Korper und Fliigel kaum 3 mm lang. 


12. Kuxesta Bilimeki, n. sp. 


1 &, Mexico (Quadalup), leg. Brriwex; k. k. Museum Wien. 
Auf diese Art stimmt das, was Lorw iiber die Kuxesta Annonae, 
Fas. schreibt. Der Thoraxriicken hat aber eine braunliche Bestiiubung. 
Der wichtigste Unterschied liegt in der Fliigeladerung und -zeichnung. 
Durch den langen, schlanken Zipfel der Analzelle ist unsere Art von 
allen anderen charakterisiert. Dieser Zipfel ist so lange wie die Anal- 
zelle selbst und linger als der bis zum Fliigelhinterrande gehende Rest 
der Analader. Er ist scharf abgesetzt, gleichbreit, schlank, dann zuge- 
spitzt und durch eine rechtwinkelig gebogene Querader mit der Anal- 
zelle vorne verbunden. 
Die Fliigelzeichnung besteht aus 4 isolierten braunen Querbinden. 
Die zweite liegt unter der schwarzbraunen Subcostalzelle, wird nach 
hinten breiter und lichter, erreicht den Hinterrand des Fliigels nicht 
ganz, da sie hinter der Posticalader verwaschen wird. Sie ist innen 
convex, aussen gerade und senkrecht auf die Costa begrenzt. Letztere 
Grenze berihrt fast die kleine Querader. Die dritte Querbinde ist an 
der Discoidalader ebenso breit wie die zweite. die vierte oder Spitzen- 
binde wenig schmialer. Die glashellen, milchig schimmernden Zwischen- 
11% 


164 FRIEDRICH HENDEL 


riume sind in ihrer Mitte nur ein Geringes schmialer als die braunen 
Binden. Die dritte braune Querbinde ist an der Costa etwas schmiler 
als an der 4. Langsader; die hintere Querader liegt schief inmitten 
dieser Binde. Die Spitzenbinde ist vollstandig isoliert und liegt fast 
symmetrisch; sie ist nur etwas mehr nach oben geschoben. 
Schiippchen weisslich, Schwinger gelb. 
kKorper 5 mm, Fligel 4 mm lang. 


13. Euxesta Macquarti,’ Scuiner. 


Scutner, Novara-Dipt. p. 282. 152. (1868). — Venezuela. 

Stirne wenig schmiiler als ein Auge. Strieme gelbrot, etwas glan- 
zend, lang und rauh behaart, am Augenrande weisslich. Scheitelplatten 
hell metallisch blau. Fiihler, Backengruben, Epistom, Prelabrum und 
Taster gelbrot, der obere Teil des Clypeus metallisch blau, etwas 
weisslich bereift. Thorax von hellerem metallischen Griin, auf dem 
Riicken und dem Schildchen etwas rétlich bereift. Hinterleib schwarz- 
griin, ziemlich glanzend. 

Huften und! Beine rotbraun. Schenkel in der Mitte zum grodssten 
Teile, Schienen in geringerem Masse schwarzlich, metallisch griin schim- 
mernd. Tarsen gegen die Spitze zu dunkler. | 

Zu dem iiber die Fligelzeichnung schon in der Tabelle Gesagten 
ist hinzuzuftigen: Die 2. braune Querbinde ist oben sehr schmal und 
wird unten doppelt so breit wie oben. Die 3. Binde ist ganz gerade, 
senkrecht, gleichbreit, sehr schmal und nur die Halfte des davorliegen- 
den glashellen Zwischenraumes breit. Die Spitzenquerbinde ist auf einem 
sehr schmalen Raum an der Costa deutlich von der dritten Querbinde 
getrennt. Die Miindungen der Mediastina und. Subcosta liegen so nahe 
beisammen, dass diese Adern dort zusammenfliessen. Kleine Querader 
auf der Mitte der Discoidalzele. Erste Hinterrandzelle durch die bauchig 
aufgebogene Discoidalader an der Spitze ziemlich stark verengt. Die 
hintere Querader liegt inmitten des dritten braunen Querbandes. Discoidal- 
zelle langer als der letzte Abschnitt der Discoidalader. Ziptel der Anal- 
zelle schlank und spitz, so lang wie die halbe Zelle. Bei Lue. Annonae 
ist er gerade so lang, aber stumpfer. . 

Schwinger und Schiippehen rotgelb, : 

Korper 5 mm, Fliigel 4 mm lang. 

1 Im Falle als die Urophora aenga, Maquart, Dipt. exet., 1-(3) p. 2299;-tah, 


30, fig. 7 wirklich diese, Art ist, miisste der, ScHiner’sche Name weichen. Sicher 
ist es keineswegs ! 


UBER DIE GATTUNG EUXESTA, LOEW. 165 


14. Euxesta acuticornis, n. sp. 


1 9 aus Paraguay (Asuncion); Ungar. National-Museum. 

Stirne so breit wie ein Auge, rotbraun, ziemlich rauh behaart. 
Ocellendreieck und Scheitelplatten stark glinzend, schwarz. Ebenso ist 
der Hinterleib samt Legerdhre und der Thorax mit dem Schildchen 
schwarz, selbst letzterer nur mit einem kaum merklichen griinen 
Schimmer. Wangen, Backengruben und Taster rostrot. Desgleichen die 
Fiihler, deren drittes Gled aber oben und an der Spitze braun ist und 
eine ziemlich merkliche scharfe Ecke oben an der Spitze aufweist. Der 
Clypeus ist glanzend blauschwarz, unter den Fiihlern weiss bereift. Die 
Fiibler sitzen unter der Augenmitte. 

Der Riicken glinzt weniger als die Pleuren. Hiiften rostrot. Beine 
mit Ausnahme der roten Knie glinzend schwarzbraun. 

Hinterleib mit wenig Glanz. Erstes Glied des Ovipositors sehr 
breit und stumpf, so lang wie der halbe Hinterleib, aber nicht viel 
langer als breit. 

Fliigel mit 4 Querbinden. Die zweite ist ausserordentlich breit und 
erfillt den ganzen Fliigelraum ungefaihr von den Basalzellen an bis zur 
kleinen Querader und vom Vorder- bis zum Hinterrande des Fliigels. 
Diese Binde ist umso breiter, als die Discoidalzelle hier ausserordentlich 
verlingert und die Halfte des Fltigels lang ist und die kleine Querader 
erst im letzten Drittel dieser Zelle steht. Costalzelle glashell. Die 
3. Querbinde ist gleichbreit, etwas schmiler als der dayorliegende helle 
Zwischenraum, aber von gleicher Gestalt wie dieser, naémlich nach aussen 
etwas convex. Die 4. Querbinde liegt symmetrisch an der Spitze des 
Fliigels, hangt am Vorder- und Hinterrande mit der 3. Querbinde, an 
deren Innenrande die hintere Querader liegt, zusammen und lisst einen 
schmaleren, isolierten glashellen Zwischenraum mit der vorhergehenden 
Binde frei. Zipfel der Analzelle kurz und stumpf. 

Schtippchen briunlich, Schwinger gelblich. 

Korperlinge ohne Legerdhre 4 mm., Fligellinge 3 mm. 


15. Kuxesta Wettsteini, n. sp. 


4 ¢9 aus Brasilien (Exped. Werrstein). Hofmuseum Wien und 
Ungar. National-Museum. 

Aus der nachsten Verwandtschaft von Hux. Annonae F. und 
fascipennis, Wuup. 

Der ganze Kérper blau, mehr weniger dicht weisslich bereift, ohne 
jedes Griin. Stirne schmiiler als bei den verwandten Arten, streifen- 


166 FRIEDRICH HENDEL 


formig. Strieme, Fthler, Backengruben und Taster hell rotbraun. Be- 
borstung wie bei EKux. Annonae, F. Clypeus unter den Fihlern etwas 
weisslich bestaubt. Riicken und Hinterleib mit wenig Glanz. Auf letzte- 
rem zeigt sich in gewisser Beleuchtung auch noch ein violettbrauner 
Reif. Thorax hellblau. Erstes Glied des Ovipositors mit dem Abdomen 
gleichfarbig, so lang wie breit. 

Beine von der Korperfairbung. Hitften teilweise, dann auch die 
Knie roétlich. Hie und da, besonders an den Schienen und den Fuss- 
wurzeln tritt eine rotbraune Grundfarbung unter dem metallisch Blauen 
hervor. 

Fliigel mit 4 dunkelbraunen, scharf abgesetzten Querbinden, die 
bis an den Hinterrand reichen und dort kaum lichter werden. Die 
Zeichnung gleicht mehr der von Hux. fascipennis, Wuip als jener von 
Eua. Annonae, F. Die zweite Binde ist hinten stark. verbreitert. Der 
Zwischenraum zwischen ihr und der nichsten Querbinde ist unten stark 
verschmialert. Die dritte Binde selbst ist fast gleichbreit, geradlinig be- 
grenzt und steht vollkommen senkrecht, nicht schief wie bei fascipennis. 
Die vierte oder Spitzenquerbinde liegt nicht oben an der Spitze, son- 
dern genau am dussersten Ende und symmetrisch um die Cubitalader. 
Der helle Zwischenraum vor derselben ist nicht breiter als diese Binde 
und in der Mitte am breitesten. Zipfel der Analzelle kurz, aber schlank, 
die schliessende Querader stark hineingebogen. 

Schiippchen hell braunlich, Schwingerkopf kreideweiss. 

K6érper ohne Legeréhre und Fliigel 4 mm lang. 


16. Euxesta arcuata, n. sp. 


29 aus Peru (Urubambafluss; November und {Dezember); Coll. 
SCHNUSE. 

K6érper pechbraun, teilweise glinzend, nur an den Scheitelplatten 
metallisch blau schimmernd. Stirne fast so breit wie ein Auge, kurz- 
haarig, wie die Wangen und Backengruben rotbraun; an den Augen- 
randern und oben am Clypeus, unter den Fiihlern, weiss bereift. 

Fiihler dunkelbraun, an der Wurzel etwas heller. Drittes Glied 
mit geradem Oberrande und ziemlich deutlicher scharfer Ecke oben an 
der Spitze. Epistom auch etwas metallisch schimmernd. Ricken und 
Schildchen ziemlich matt, mit einem Stich ins Olivengriine. 

Hinterleib ebenfalls nur wenig glainzend. Erstes Glied des Ovipo- 
sitors mit dem Abdomen gleichfarbig, von der Gestalt eines gleich- 
seitigen Dreiecks. Beine und Htiften pechbraun, Knie kaum heller. 

Fligel glashell mit vier braunen Querbinden. Costal- und Sub- 


UBER DIE GATTUNG EUXESTA, LOEW. 167 


costalzelle ganz dunkelbraun. Die zweite Querbinde hat eine halbkreis- 
formige Gestalt, beginnt schmal und dunkel unter der Miindung der 
Mediastina, biegt bis zur Bertthrung mit der kleinen Querader nach 
aussen und wendet sich nun, immer breiter und etwas heller werdend, 
zum Hinterrande. Sie geht gerade durch die Mitte der Discoidal- 
zelle. Die dritte Querbinde ist sehr schmal, ziemlich, gleichbreit, senk- 
recht auf die Costa und geht den Fliigel hindurch; an ihrer Innen- 
grenze liegt die hintere Querader. Der symmetrisch gelegene Spitzensaum 
ist an seiner breitesten Stelle an der Spitze nur ein Drittel des davor- 
liegenden gerade halbkreisférmigen glashellen Zwischenraumes breit 
und hangt oben und unten sehr schmal mit der dritten Querbinde zu- 
sammen. 

Schiippchen braun. Schwingerkopf dunkelbraun. 

Korper ohne Legerébre und Fligel 3°5 mm lang. 


Anmerkung. Diese Art und Eux. acuticornis zeichnen sich durch ein schar- 
fes drittes Antennenglied aus und bilden gleichsam einen Ubergang zu Chaetopsis. 
Die Arten dieser Gattung uuterscheiden sich aber ausserdem durch die viel schlan- 
kere Gestalt des Leibes, waihrend die Huxesta-Arten einen mehr plumperen LEin- 
druck machen. 


17. Euxesta obliquestriata, n. sp. 


6¢@ 9? aus Brasilien, Bolivien und Paraguay. Ungar. National- 
Museum, Wiener Hofmuseum, Coll. ScHNuse. 

Der Hux. sororcula, Wiev. und Hux. latifasciata, Wune ausserst 
nahe stehend und leicht mit ihnen zu verwechseln. Von der ersten Art 
unterscheidet sie der immer etwas konkave nicht konvexe Aussenrand 
der zweiten braunen Fltigelquerbinde, die Form der dritten Querbinde, 
welche unten viel breiter wird und die hintere Querader fast in der 
Mitte, nicht am Innenrande, enthalt und die viel breitere Spitzenquer- 
binde, die stets breiter als der vorhergehende schmale, helle Zwischen- 
raum ist. 

Bei sororcula ist der Zwischenraum zwischen der zweiten und 
dritten Binde schiefer und so gebogen, dass seine Concavitaét innen liegt. 
Der Costalsaum ist schmiiler als der davorliegende Zwischenraum. 

Kus. latifasciata, Wuur unterscheidet sich nach der Beschreibung 
und Abbildung durch hinten rotes Schildchen und rote Beine, wihrend 
die neue Art in allen sonstigen Higenschaften mit der Lozw’schen Be- 
schreibung der Kua. sovorcula harmoniert. Die Fligelzeichnung der 
Wotpr’schen Art stimmt so ziemlich auf unsere Art, bis auf die Form 
des vor der Fliigelspitze liegenden glashellen Bandes, welches seine 
Concavitaét aussen statt innen hat. 


168 FRIEDRICH HENDEL 


K6érper ohne Ovipositor und Fligel 4—5 mm lang. 


Anmerkung. Euz. sororcula, Winp. hat ScHNusE auch in Bolivien gesam- 
melt. Desgleichen Eux. Annonae, Fas. 


18. Euxesta insolita, n. sp. 


1¢, Peru (Vileanota); Ungar. National-Museum. 

Hine durch Fliigeladerung und -Zeichnung einzige Art dieser Gattung. 

Stirne etwas schmiler als im Auge. Strieme rotbraun, wachs- 
glinzend, nur vorne und am Augenrande mit einigen langeren Borsten. 
Scheitelplatten und Ocellendreieck dunkel metallischgriin. Fiihler, Wangen, 
Taster und Backengruben dunkelrot. Drittes Antennenglied gegen die 
Spitze zu dunkler, zweimal so lang wie breit, oben ziemlich gerade. 
Clypeus, Prelabrum und Riissel dunkel, schwarzgriin; Clypeus oben 
nur etwas weisslich bereift. : 

Thoraxschildchen schwarz, etwas griinlich metallisch schimmernd, 
Riicken wenig glanzend. 

Hinterleib schwarz, kaum etwas glanzend, fast matt. 

Hiiften und die ganzen Beine einfirbig, pechbraun. 

Radialader fast gerade, nur tiber der hinteren Querader mit einer 
schwachen Welle und an der Mindung etwas herabgebogen. Erste 
Hinterrandzelle fast parallel, kaum etwas verengt an der Spitze. Die 
kleine Querader steht auffallend weit vor der Mitte der Discoidalzelle. 
Diese selbst ist betriichtlich kiirzer als der letzte Abschnitt der Discoidal- 
ader. Der Winkel der hinteren Querader mit der Posticalader ist ein 
spitzer. 

Fliigelwurzel, mit Ausnahme eines schiefen Spitzenfleckes der Costal- 
zelle und der Basalzellen, ganz schwarzbraun. Uber die Fliigelmitte 
ziehen zwei schmale, scharf begrenzte und gerade Querbinden, die nach 
hinten divergieren. Die erste geht vom schwarzen Randmale schief nach 
unten und einwirts, hat die kleine Querader an der dusseren Grenze 
und kreuzt die Analader in der Mitte. Die zweite Querbinde steht da- 
gegen senkrecht auf der Costa, schliesst die hintere Querader ein und 
teilt den Fliigel in zwei Hiilften. Mit ihr hingt vorne an der Costa 
eine schmale Spitzenbinde zusammen, die bis zur vierten Lingsader 
reicht und gegen die Fligelspitze hin wenig breiter wird. 

Schwinger und Schtippchen schwarzbraun. 


K6rper- und Fligellinge wenig tiber 5 mm. * 


UBER DIE GATTUNG EUXESTA, LOEW. 169 


19. Kuxesta spoliata, Lonw. 


Loew, Berl. entomol. Zeit., Vol. XI. p. 298. (1867). 

5% 9 aus Brasilien (Exped. Werrsrein) und Argentinien; Ungar. 
National-Museum. 

Lorew’s Beschreibung ware zu ergainzen: Bei einigen Stiicken sind 
auch die sonst griinlichbraunen Scheitelplatten ganz gelb. Die glanzende 
Stirne hat in der Mitte eine deutliche Querfurche. Kopf von vorne be- 
trachtet zweimal so breit wie hoch. Der Augenrandwinkel neben den 
Fihlerwurzeln fast ein rechter. Clypeus weisslich bereift, Backengruben 
seidenartig weiss schimmernd. Die braune Spitze der Mittel-, seltener 
auch der Hinterschenkel fehlt manchmal. Seite 299, Zeile 3 der oben 
zitierten Beschreibung Lorw’s soll es statt «Hinterschienen», «Vorder- 
fiisse» heissen. Die Mittel- und Hinterfiisse sind rotgelb, gegen die Spitze 
za dunkler. 

Das erste Glied des Ovipositors ist mit dem Hinterleibe gleich- 
fairbig, viel schmaler als derselbe, an der Wurzel wenig breiter als an 
der Spitze, in der Mitte etwas verbreitert und zweimal so lang als 
dort breit. 

Nur die Spitze der Subcostalzelle braun. Auf den Spitzenfleck passt 
wohl die Beschreibung, nicht aber die Abbildung Lorw’s. 

Korper 4 mm, Fligel 3 mm lang. 


20. Euxesta maculata, n. sp. 


49 aus Bolivien (Mapiri; Dezember und Janner) und Peru (Me- 
shagua; Oktober, November); Coll. Scunusr. 

Stirne wenig schmiler als ein Auge. Strieme glanzend rotgelb, 
nach oben oft etwas dunkler, zerstreut, kurz behaart, in der Mitte mit 
einer seichten Quermulde; am Augenrande, an den Wangen sind die 
sonst roten Backengruben weiss bereift. Scheitelplatten goldgriin, ebenso 
der Clypeus und das Prelabrum. Lunula samtschwarz. Taster rot- 
braun. Fihler leuchtend rotgelb. 

Thorax, Schildchen und Hinterleib metallisca griin, glinzend, nur 
auf dem Thoraxriicken durch schwachen Reif von geringerem Glanze, 
Hinten in den Quernahtisten am Prialarcallus schwach violettschwarz. 
Der Hinterleib glinzt am stiirksten und schimmert bei einigen Stiicken 
oben in der Mitte violett. Erstes Glied des Ovipositors violettschwarz. 

Hiften und Beine glinzend schwarz, etwas metallisch; nur die 
Wurzeln der zwei hinteren Beinpaare rotlich. 

Fligel glashell. Wurzel und Subcostalzelle gelblich. Kin kleiner 


170 FRIEDRICH HENDEL 


schwarzbrauner Fleck in und unter der Spitze der Costalzelle. Hin 
schwarzbrauner Fleck an der Fligelspitze, so lang wie die Halfte des 
letzten Discoidaladerabschnittes. Er erfillt die Spitzen der Marginal- 
und Submarginalzelle, hat am Innenrande an der Radialader eine recht- 
winkelige Stufe und reicht nur bis in die Mitte der ersten Hinterrand- 
zelle. -— Schiippchen und Schwinger gelblich. 

K6érperlange ohne Legerdhre 4 mm. — Fligel 3 mm lang. 


Fragliche oder mir unbekannte Huxesta-Arten. 


1. EHuxesta argentina, Brirans, An. Mus, Buen.-Aires, (3) IV. 
p- 342 (1904). Herrn Dr. Kerrisz verdanke ich die mir unzuginglich 
gewesene Beschreibung dieser Art, deren lateinische Diagnose lautet: 

«Nigra; antennis ferrugineis, capite, coxis, metatarsisque obscure 
ferrugineis, alis fuscis, 4-fasciato-albis: fasciis 2® 3® que marginem 
versus paulatim amplioribus, fascia 4° ante apicem ale sita, leniter 
curvata, costam marginemque haud attingente. Long. corp.: 4'/s mm.» 

Nach dieser Diagnose und der etwas zu klein geratenen Fligel- 
abbildung der Art, Fig. 4, kame man bei Bentitzung meiner Tabelle auf 
Punkt 22. Da nicht mit Gewissheit zu sagen ist, ob die braune Spitzen- 
querbinde des Fliigels symmetrisch gelegen ist oder nicht, wiren also 
die Arten Eux. Wettsteini, Schnusei, sororcula und obliquestriata zu 
vergleichen. Von allen diesen unterscheidet sich aber argentina dadurch, 
dass die glasshellen Zwischenriume zwischen den braunen Querbinden 
1 bis 3 nach hinten breiter werden und dass die 2. braune Querbinde 
ungefiihr die Breite der sie begrenzenden, eben vorhergenannten glas- 
hellen Bander besitzt, wahrend sie bei obigen 4 Arten bei weitem breiter 
ist.. Bréraes vergleicht seine Art nur mit Hux. abdominalis, Lorw, 
deren Fliigelzeichnung sehr ahnlich ist. Die hellen Zwischenréume sind 
aber bei dieser Art schmiler als die dunklen Querbinden und der Hinter- 
leib ist an der Basis stets ockergelb. 

2. Huxesta (Ortalis) basalis, WatKrR, in der Note bei Punkt 33 
der Tabelle erwahnt, wurde von CoquinneTr, Journ. N. Y. Ent. Soc., 
Vol. VIII, p. 24 (1900) wieder in Nord-Amerika aufgefunden, aber nicht 
eingehender beschrieben. 

3. Herina decisa, Watker, in der Fussnote bei Punkt 27 der 
Tabelle zitiert, ist sicher eine Kuxesta-Art. Ob sie ein Synonym zu 
Eux. sororcula, Wrep. oder obliquestriata oder eine eigene Art ist, 
kann nach der Beschreibung allein nicht entschieden werden. 

« ?: Blackish green; head ferruginous; antenne reddish; abdomen 


UBER DIE GATTUNG EUXESTA, LOEW. 171 


black; legs black; knees and tarsi ferruginous; wings black, white at 
the base and with 3 white bands; one near the base, the 2. just within 
the discal, transverse vein, the 3. oblique and subapical; halteres whitish. 

L. of the body 2 lin. — Wings 5 lin.» Brasilien. 

4. Herina intrudens, WauKer, Trans. Entom. Soc. Lond., n. ser. IV, 
p- 228 (1856—1858). 

«2: Bluish black; head dark blue; ferrugineous in front; abdomen 
attenuated at the tip; legs black; tarsi testaceous at the base; wings 
white, with 4 bands which are blackish along the costa, pale grey hind- 
ward; 3. and 4. bands connected on the costa; halteres whitish. 

L. of the body 17/4 lin. — 2'/2 lin. Valley of the Amazon.» 

Wabhrscheinlich dieselbe Art wie Kuaxesta Annonae, Far. 

5. Ortalis leucomelas, Wauxer, Trans. Ent. Soc. Lond., n. ser. V, 
p- 325 (1860). 

«Blackish-green; antenne and legs black; tarsi piceous, wings 
white, with 4 black bands; first band near the base; 2. broad, much 
dilated hindward; third narrow, also dilated hindward; 4. costal, joiming 
the 3. at much beyond half the length of the costa and extending 
thence to a little beyond the tip of the wing; discal transverse vein 
parted by one-fourth of its length from the border, and by more than 
twice its length from prebrachial transverse vein; halteres white. 

L. of the body 2'/2 lin. — Wings 4 lines. South-America.» 

Hochst wahrscheinlich eine Humesta-Art! 

6. Amethysa intermedia, Lyncn-ARrRBaLzaaa, Stett. Entomol. Zeitg. 
Vol. 42, p. 191 (1881). 

«A, Macquartt et propinquae, Scuin. maxime affinis, sed differt 
prima pedibus nigris et 2. fascia obscura, 3. alarum cum 4. s. apicali 
antice conjuncta. Long. ¢ 3, ¢ 45 mm. 

Caput obsolete albo-pruinosum ; frons obscure ferruginea, nigro- 
setosa, vertex epistomaque viridi-nigra, nitida; antenne ferrugine, arti- 
culo tertio cum stylo fusco. Thorax viridi-nigra, leviter chalybescens 
interdum parum auratus, obsolete albopruinosus, breviter nigro-setosus ; 
pedes nigro-picei, nitidi, breviter nigro-setulosi, femoribus anticis extus 
viridescentibus, trochanteribus genibusque perparum ferrugineis, meta- 
tarsis posterioribus testaceis; ale limpide, venis fuscis, fasciis 4 nigro- 
fuscis ornate ; prima subbasali, 2. omnibus latiore, completa, inter basin 
et nervulum transversum primum ista, siti contigua, postice amplicata 
et satis dilutiore, in margine postico ale cum sequenti anguste con- 
juncta, 3. quoque completa, nervulum transversum 2. includente, ad 
marginem costalem cum 4. anguste conjuncta, quarta apicali; halteres 
ferruginei. Abdomen nigrum, nitidum, breviter nigro-setulosum.» 


172 FRIEDRICH HENDEL 


Diese aus Rio-Colorado, Patagonien, beschriebene Art scheint der 
EKux. Annonae, Fas. sehr nahe zu stehen. Dieser Artenkreis ist tiber- 
haupt noch lange nicht vollstindig bekannt. 

7. Ortalis platystoma, THomson, Eugenies Resa, Dipt. p. 572, 
239 (1868). — Wuotp, Biolog. Centr.-Amer., Dipt. Vol. II, p. 397. 

Aus Panama. — Ich halte diese Art fiir identisch mit Hux. spo- 
liata, Lorw. 

8. Ortalis obliqua, THomson, Eugenies Resa, Dipt. p. 574, 241 
(1868). Von dieser Art gilt das Gleiche, was ich von Herina decisa, 
WALKER gesagt habe. Sie stammt aus Peru. 

9. Ortalis punctifrons, THomson, 1. c. p. 573, 240 (1868) und 

10. Ortalis spathulata, THomson, 1. ¢ p. 574, 242, beide aus 
Puna, Indien. 

Ich halte beide Arten fiir echte Huaxesta-Arten und vermute des- 
halb, dass die Vaterlandsangabe Puna ein Irrtum ist. Aus dem asia- 
tischen Faunengebiete ist bisher keine echte Kuaesta-Art bekannt ge- 
worden. Auch 

11. Husxesta prima, Osten-Sacken, Ann. Mus. Gen., Vol. XVI, 
p- 470 (1881) aus Celebes und Neu-Guinea, siehe Kerrrisz, Termész. 
Fiiz., Vol. XXII, p. 188 (1879), ist eine von Huaesta verschiedene, 
wenn auch nahestehende Ulidinen-Gattung. Desgleichen ist 

12. Kuxesta parvula, Wuup, Termész. Fiiz. Vol. XX, p. 141 (1897) 
aus Ceylon keine Husesta-Art, tiberhaupt keine Ortalidine, sondern eine 
Tephritine, wie sie von MriseRE auch in der Tijdschr. v. Entom., Vol. 51, 
p. 126 (1908) aus Semarang angefiihrt wird. Sie gehért in das Genus 
Acidia im Sinne Lorw’s und ist den zwei afrikanischen Arten Acidia 
melania, Buzzi und Acidia (Ortalis) Sanctae-Mariae, Breor nahestehend. 
Ich sah die Wutp’sche Type aus dem Ungar. National-Museum. 








(Sonderabdruck aus dem »Zoologischen Anzeiger« Bd. XXXIV. Nr. 20/21 
vom 10. August 1909.) 


Revision der Chrysomyza-Arten (Dipt.). 
Von Friedrich Hendel, Wien. 
(Mit 8 Figuren.) 

Yu allererst wurde diese Gattung von Fallén in seiner »Nova 
Diptera disponendi methodus«, Lundae 1810 p. 11. Nr. 33 als Phys?- 
phora beschrieben und den Syrphiden zugesellt. Im Jahre 1817 inderte 
Fallén in seinen Dipteris Sueciae Namen und systematische Stellung 
der Gattung, taufte sie wegen Vergebung des Namens Phystphora in 
Chrysomya um und stellte sie nun neben das Genus Scenopinus. 

Was nun die nomenclatorische Seite dieser Frage, die ja allein nur 
mehr in Betracht kommt, anbelangt, so gibt es nach C. C. Sherborns 
Index Animalium, 1902 vor Fallén weder ein Genus Physiphora, noch 
ein Genus Physophora, wie die richtige Schreibweise lauten wiirde, son- 
dern nur eine Coelenteraten-Gattung. Physsophora P. Forskal, Descr. 
Animal. 1775. 119, welche in allen andern Nomenclatoren und zoologi- 
schen Handbiichern emendiert als Physophora Forsk. mit ungenauen 
Angaben zitiert wird. Auch Poche macht in seinem Supplement zu C. 
O. Waterhouses Index Zoologicus (Zool. Annalen, IT. 8. 322, 1908) 
auf die urspriingliche Schreibweise aufmerksam und zitiert: Physsophora 
Forskal, Descr. Animal., 1775 p. X XV (cf. p. 112). Da aber die be- 
kannte Rohrenquallengattung ihren Namen nur von qivoa, Blase und 
pooéw erhalten haben kann, folglich richtig geschrieben ebenfalls wie 
die Fallénsche Gattung Physophora heifit, mu unsre Dipteren-Gat- 


4 , € 
ire Ee ee a 


613 


tung Chryxomyxa genannt werden, es wollte denn jemand Phystphora 
bestehen lassen. 

Der viel jiingere Name Chlorza Schiner, der hier und da auch heute 
noch gebraucht wird, hat aus den schon von Loew einmal im Jahrb. 
der k. k. gelehrt. Gesellschaft in Krakau 1870 S. 13 fiir den Gebrauch 
des Namens Anthomyxa geltend gemachten Griinden keine Berechtigung. 

Ich gehe nun gleich auf die Beschreibung der Arten iiber, weil ich 
eine genaue Charakteristik der Gattung, sowie Mitteilungen iiber die 
Biologie derselben ohnehin fiir die Genera Ulidinarum vorbereite. 


Bestimmungstabelle. 


Erste Hinterrandzelle vor dem ee geschlossen, oder deut- 


heh westrelt =. Se - ee Sere 

Erste Hinterrandzelle offen oder er st am Rande peccliGneen Sno 

1) Hinterleib ausgedehnt gliinzend gelb gefiirbt. Erste Hinterrandzelle 
nicht gestielt 9 -.) 2 |. = =. 8. Chr planes sesame 
Hinterleib einfarbig metallisch griin oder blau. . . . . . 2) 

2) Epistom, Prilabrum und Taster schwarz. Scheitelplatten griin oder 
Ladin Gees. 3 oa 1) Chreaenea Mabricms 
Kpistom , Pralabenn ade aries gelb. Scheitelplatten gelb, nie 
metallisch. 2 uive.7 js ati sua oh 2 CW africana sp 

3) Vorderfiifke ganz schwarz. . . rte sc ee came 
Metatarsus der Vorderfiife fast ganz weibeh Sa dans ant ee ee 


4) Radial- und Cubitalader schwach, aber merklich gebogen; der letzte 
Abschnitt der Discoidalader bis zur Miindung ganz gleichmiibig 
gebogen. Schildchen kurz, oben deutlich gewolbt, an der Spitze 
abgerundet . . . so ine i. Chr. ehalybes nosp, 

2. und 3. Liingsader eats mee fast gerade; der letzte Abschnitt 
der 4. Liingsader hinter der Querader ausgebaucht, dann aber 
bis zur Miindung gerade. Schildchen linger, oben etwas abge- 
flacht, an der Spitze kantig. . . 6. Chr. smaragdina Loew. 

5) Kopf ganz schwarz, ohne Rot. Fiihler fast so lang wie das Unter- 
gesicht; 3. Glied gut zweimal so lang wie breit, oben gerade. 6) 

_ Kopf ganz oder zum groften Teil rotgelb. Fiihler kurz, 3. Glied oval, 
ein und einhalbmal so lang wie breit, oben konvex. Riicken 
matt ziseliert . . . . . . 4. Chr. demandata Fabricius: 

6) Riicken gliinzend, wie poliert. Von den 4 Stirnlingsleisten iiber 
der Querfurche sind die iuferen merklich linger als die zwei 
mittleren. Schildchen gewolbt. Stirn vorn ohne Punkte. 

8. Chr. longicornis n. sp. 

Riicken matt. Alle 4 Stirnleisten von gleicher Liinge. Schildchen 
abgeflacht. Stirn vorn punktiert. 5. Chr. tarsasa Macquart. 


. 


614 


Anmerkung: Ulidia smaragdi Walker, List. Dipt. Brit. Mus., 
Vol. 4 p. 1059, aus unbekanntem Vaterlande, gehért in die Verwandt- 
schaft der Chrys. demandata Fab. Die Beschreibung bietet keine An- 
haltspunkte, sie als besondere Art zu unterscheiden, ja gestattet die 
Identifikation mit emer dunkelképfigen Form der Fabriciusschen 
Art. Sicherheit kann natiirlich nur eine Untersuchung der Type in 
London bringen. 

1. Chrys. aenea Fabricius. 


Musca aenea Fabricius, Ent. Syst. LV. p. 335. 98 (1794). 
Sarcus aeneus Fabr., Syst. Antl. p. 257. 5 (1808). 
Jlidia aenea Wiedemann, AuBereur. zweifl. Ins. Bd. II. p. 566. 2 (1830). 

- c¢lausa Macquart, Dipt. exot. II. 3. p. 251, Pl. 33. 9 (1843). 
Chloria clausa v. d. Wulp, Tijdschr. v. Entom. XXIII. p. 180. 41. Pl. 11. 3. 
Ulidia melanopsis Walker, List. Dipt. Brit. Mus. Pt. 4. 1058 (1849). 

-  divergens Walker, Dipt. Saund. Pt. IV. p. 397 (1852). 

- fulviceps Walker, Trans. Entom. Soc. Lond. n. ser. IV. p. 227 (1857). 
Chloria clausa de Meijere, Tijdschr. v. Entom. LI. p. 125 (1908). 


Scheitelplatten, Ocellenhécker und oberer Hinterkopf goldgriin, 
Cerebrale und der iibrige Kopf glinzend rotgelb. Stirn so breit wie ein 
Auge, selten dunkler, mehr rotbraun, hiufiger noch mit deutlichem 
blauen oder griinlichem Metallschimmer. Alle Ubergangsniiancen vom 
hellen Gelb bis zum dunkleren Rot, vom Fehlen des Metallglanzes bis 
zum Vorherrschen desselben treten in der Stirnfiirbung auf. Stirn- 
augenriinder vor den Scheitelplatten von einem nach vorn keilformig 
zugespitzten weibbestiiubten Streifen begrenzt; derselbe wird nur neben 
den Fiihlerwurzeln schmal unterbrochen und setzt sich an den Wangen 
als feine weife Linie um die Augen herum fort. Uber der in der Stirn- 
hialfte gelegenen Querfurche der Stirn liegen vor und zwischen den 
Scheitelplatten vier ungefihr gleichlange und gleichgrofe erhabene 
Liingsleisten, die sich deutlich und scharf abheben. Ein Borstchen 
jederseits am Augenrande, noch vor den griinen Scheitelplatten, und 
1 Ocellarbérstchen sehr schwach entwickelt. Scheitel- und Postvertikal- 
paar normal. Clypeus im Profil gebrochen — der untere Teil — Hpi- 
stom — nicht stiirker als der obere vortretend. Epistom in der Mitte 
in verschiedener Ausdehnung, aber immer merklich glanzend schwarz 
oder schwarzbraun. Der obere Clypeus, iiber der Querfurche und unter 
den Fiihlern dicht weifi bestiubt. Lunula gliinzend gelb. Prilabrum, 
Taster und Riissel dunkelbraun bis schwarz. Augenbandierung nach 
Figur 4. 

Fiihler rotgelb, merklich kiirzer als das Untergesicht. Drittes An- 
tennenglied manchmal am Oberrande gebriiunt, von elliptischer Gestalt, 
1!/,mal so lang wie breit. 

Thorax hell goldgriin, nie stark verdunkelt, mit rétlichem oder auf 
dem Riicken und auch den Pleuren blauem Schimmer. Riicken ziem- 


615 


lich glinzend, aber nicht poliert, sondern durch eine feine Ziselierung 
etwas matt. Das rétlich schimmernde Schildchen oben etwas gewolbt. 

Hiiften und Beine rotgelb. Alle Schenkel mit einem dunkelbraunen 
Wisch in der Mitte, oder nur das eine oder das andre Paar gefleckt oder 
alle ganz gelb. Vorderschienen in verschiedener Ausdehnung von der 
Wurzel her dunkel braun gefirbt. Vorderfiif%e mit Ausnahme des weib- 
gelben Metatarsus schwiirzlich. Vorderschenkel unten in der Spitzen- 
hilfte mit fiinf schwarzen Dornchen besetzt. 

Erste Hinterrandzelle vor dem Rande geschlossen und gestielt. 
Dieser Stiel erscheint als eine Fortsetzung der Discoidalader und bildet 
mit der Costa einen ungefiihr rechten Winkel. Der letzte Abschnitt 
der Discoidal- sowie der Cubitalader sind ziemlich gleichmifig und 
gleichstark bis zur Vereinigung gebogen. Radialader sehr schwach, aber 
doch merkbar gebogen. Schiippchen und Schwinger weiflich bis gelblich. 

Hinterleib glinzend goldgriin, an den Seiten und auf dem etwas 
verlingerten 5. Tergit schwach ziseliert, in der Mitte glatt poliert. In 
der Mitte herrscht blauer und violetter Schimmer vor, an den Riaindern 
rotlicher. Erstes Glied des Ovipositors kurz trapezformig, kiirzer als 
breit, violett schimmernd. Hypopyg und letztes Sternit des <j rotgelb. 
K6rper ohne Legerdhre 4—6 mm, Fliigel 3,5—4,5 mm lang. 

Geogr. Verbreitung: Mir liegen Stiicke vor aus Java, Hinter- 
und Vorderindien, Formosa, Borneo und Mauritius. 

Ich habe im Wiener Hofmuseum den Sargus aeneus Fab. der 
Wiedemannschen Sammlung, sowie 2 Typen von Bigot der Ulidia 
clausa Macquart gesehen. 

Die drei oben angefiihrten Walkerschen Arten halte ich nach den 
Beschreibungen fiir ziemlich sichere Synonyma. 


2. Chrys. africana n. sp. 

Chrysomyxa clausa Karsch, Berl. Kntom. Zeit. XX XI. 8. 379 (1887). 

- -  Bezzi, Bull. Soc. Ent. Ital. XX XIX. p. 132 (1907). 

Ocellenhécker metallisch griin, Scheitelplatten jedoch immer wie 
das Cerebrale gliinzend rotgelb. Oberer Hinterkopf goldgriin. Stirne 
wie der ganze Kopf gliinzend rotgelb, bei keinem der mir vorliegenden 
21 Stiicke verdunkelt oder mit Metallschimmer versehen. Die weifibe- 
stiiubten Stellen wie bei acerca F., auch die Unterbrechungsstelle an 
den Wangen neben den Fiihlerwurzeln erscheint wie ein dunkler Punkt. 
Die vier erhabenen Liingsleisten in der oberen Stirnhilfte sind viel 
weniger scharf differenziert und heben sich wenig deutlich von der 
Stirnfliche ab; dasselbe gilt von den Gesichts- und Backenleisten. 
Clypeus relativ stiirker gekielt als bei aenea, oben in gleicher Weise be- 
stiubt, unten aber immer, ebenso wie Prilabrum und Taster hell 


616 


rotgelb. Im Profil tritt die Stirn und der Clypeus etwas stiirker vor die 
Augen hervor, als dies bei aenea der Fall ist; auch die Backen sind 
etwas stirker aufgeblasen. Fithler hell rotgelb, in der Liinge und Form 
wie bei aenea. Augenbandierung nach Fig. 8. 

Thorax und Schildchen hell goldig griin, nie merklich verdunkelt, 
mit mehr oder weniger ausgebreitetem blauen Schimmer. R6tlicher 
Metallglanz fehlt stets, wodurch sich diese Art von aenea, deren Schild- 
chen stets rétlich glanzt, auch unterscheidet. Das Schildchen ist oben 
ganz eben abgeflacht. 

Hiiften und Beine hell rotgelb, nur die Vorderschienen an der 
Wurzel etwas gebriunt. VorderfiiBe mit Ausnahme des weiflichen 
Metatarsus schwirzlich. Vorderschenkel wie bei aenea bedornt. 

Erste Hinterrandzelle geschlossen und gestielt. Der Stiel steht auf 
der Costa senkrecht. Der letzte Abschnitt der Discoidal- und Cubital- 
ader fiir sich gleichmifig, aber beide nicht gleichstark gebogen, da die 
Ausbauchung der letzteren Ader etwas stiirker gekriimmt ist. 

Hinterleib glinzend goldgriin, in der Mitte mit stiirkerem Glanze, 
wie poliert, und blauem Schimmer. Erstes Glied des Ovipositors 
kurz trapezformig, kiirzer als breit, dunkel schwarzblau. Hypopyg und 
letztes Sternit des -j metallisch griin. 

K6érper ohne Legeréhre 5—6 mm, Fliigel 4—4,5 mm lang. 

Geogr. Verbreitung: Ostafrika, Assab. 


3. Chrys. flavipes Karsch. 
Chrysomya flavipes Karsch, Berl. ent. Zeit. Vol. XX XI. S. 380 (1887). 
- -  Bezzi, Bull. Soc. Ent. Ital. Vol. 39. p. 138. 207 (1908). 

Karsch sagt von dieser Art nur folgendes: » Das Berliner Museum 
besitzt eime zweite afrikanische, noch kleinere Chrysomyxa-Art vom 
Senegal: Chr. flavipes in litt. Bei dieser ist die erste Hinterrandzelle 
nicht gestielt, sondern es biegt die Vorderrandader vor der Fliigelspitze 
in die Fliigelfliiche ein und trifft so mit der Spitze der ersten Hinter- 
randzelle zusammen, da der Fliigelrand iiber die Zelle frei vorragt. « 

Da diese kurze Charakteristik auf meine Art zutrifft, glaube ich 
obigen Namen annehmen zu diirfen. 

Kopf in bezug auf Form und Firbung wie bei africana, nur er- 
scheinen mir die Augen etwas rundlicher. Augenbandierung nach 
Figur 7. 

Ebenso ist der Thorax mit dem Schildchen wie bei dieser Art ge- 
fiirbt. Das Schildchen ist oben aber nicht so stark abgeflacht. 

Hiiften und Beine hell rotgelb. Vorderschienen an der Spitze 
braun; VorderfiiBe schwarz, deren Ferse weiBlich. Vorderschenkel mit 
meist fiinf kurzen schwarzen Dornen unten in der Spitzenhilfte. 


617 


Zweite und 3. Lingsader fast ganz gerade. Die 4. Langsader biegt 
allmahlich zur dritten auf und vereinigt sich mit derselben, eine stumpfe 
abgerundete Spitze der ersten Hinterrandzelle bildend, in demselben 
Punkte, wo die vom hiiutigen Fliigelrande etwas abgeriickte Costa mit 
der Cubitalader zusammenstéBt. Die 1. Hinterrandzelle ist also wohl 
vor dem Rande geschlossen, aber eigentlich nicht gestielt, da hier der 
Stiel die Fortsetzung der Costa ist und mit dieser keinen Winkel bildet 
wie bei den zwei andern Arten. 

Hinterleib glinzend rotgelb mit schwachem griinen Metallschimmer. 
Drittes und 4. Tergit nur seitlich oder ganz goldgriin, fiinftes wieder 
rotgelb, manchmal aber stark griin schimmernd. 1. Gled des Oviposi- 
tors kurz trapezférmig, hellgelb. Hypopyg und Bauch gelb. 

Kérper ohne Legeréhre und Fliigel 3 mm lang. 

Geogr. Verbreitung: Senegal (Karsch), Agypten (Schmiede- 
knecht), Ostafrika, Assab. 4 o Q. 

Bez zi loc. cit. schreibt: »Una femmina colle tibie rosse, ma coi 
femori neri, percid @ dubbio se appartenga veramente a questa specie. « 


4. Chrys. demandata Fabricius. 
Musca demandata Fabricius, Entom. Syst. Suppl. p. 564 (1798). 
Ulidia demandata Meigen, System. Beschr. Vol. 5. S. 386. 1 (1826). 
Chrysomya splendida Fallén, Dipt. Suec. Scenop. p. 4. 1 (1817). 
Chloria demandata Schiner, Fauna Austr. Vol. 2. p. 86 (1864). 

Ausfiihrlichere Zitate siehe in Genera Insectorum, Subfam. 
Ulidinae. Eime Ulidea bicolor Macquart gibt es nicht! 

Kine in der Farbung sehr variable Art. Da aber verschieden ge- 
farbte Tiere am gleichen Standort gefunden werden, kann man von 
geographischen Varietiiten nicht sprechen. 

Am Kopfe ist der obere Hinterkopf, die Scheitelplatten und der 
Ocellenhécker immer heller oder dunkler metallisch griin. Der iibrige 
Teil des Kopfes, wie Cerebrale, Stirn, Untergesicht, Backen usw., ist 
bei den hellsten Stiicken rotgelb, auch die Fiihler kénnen ganz hell 
rotgelb sein, um in allen Ubergiingen und Abstufungen gelbrot, rot, 
rotbraun bis fast schwarzbraun zu werden. Im letzteren Falle treten 
an den verdunkelten Stellen meist auch metallisch griine Schimmer oder 
Reflexe auf. Die Verdunkelung beginnt gleichzeitig im oberen Teile 
der Stirn und dann auf dem Epistom und kann verschiedene Ausdeh- 
nung annehmen. An dieser Verdunkelung nehmen auch die Fihler 
Anteil. Das 3. Glied ist am Oberrande meist etwas gebriiunt, kann aber 
ausgedehnt braun erscheinen. Hs ist kurz oval. 

Stirn fast etwas breiter als ein Auge. Die 4 Lingswiilste tiber der 
Querfurche der Mitte sind nicht sehr deutlich differenziert, nur flach. 

Die seitlichen reichen etwas weiter nach vorn als die zwei mittleren, 


618 


undeutlich voneinander getrennten. Die weile Bestiiubung der Stirn 
und Wangen ist die gleiche wie bei aenea Fabr. Das Profil des Clypeus 
zeigt eine gebrochene oder konkave Linie, abnlich jener von aenea Fab. 
Auch hier tritt der Mundrand nicht oder kaum iiber die Insertionsstelle 
der Fiihler vor. Der Teil des Clypeus iiber der Querfurche ist dicht 
weil bestiiubt, die Lunula jedoch gliinzend. Wangen und Backengruben 
in der Regel mindestens rétlich. Prilabrum rotgelb bis schwarz. Taster 
nie hellrot, dunkelrot bis schwarzbraun. 

Thorax und Schildchen smaragdgriin, goldig schimmernd, sogar 
oft blau, dann in verschiedenen Niiancen bis ins dunkle Olivengriin, ja 
ins metallisch Schwarzbraune iibergehend. Der Riicken ist nie gliinzend 
poliert, sondern immer iuferst fein ziseliert, daher etwas matt. Das 
Schildchen ist oben abgeflacht. Bei den meisten Stiicken ist der Riicken 
vor dem Schildchen in der Mitte oder seitlich etwas eingedriickt. Die 
feinen Punktreihen in der Linie der Dorsocentralborsten, durch feine 
Hirchen hervorgerufen, treten bei den hellgriinen Exemplaren als rote 
Langslinien hervor. Auch in der Mitte zwischen beiden liegt dann ge- 
wohnlich eine hinten abgekiirzte, breitere rote Lingsstrieme. 

Hiiften und Beine glinzend dunkel rotbraun bis schwarz, meist 

‘mit deutlichem violetten Metallschimmer, namentlich an den Schenkeln. 
Die FiiBe der hinteren Beinpaare weiblich gelb, die des vorderen Paares 
schwarz, mit Ausnahme des gelblich weifen, nur an der Spitze schwar- 
zen Metatarsus. Vorderschenkel unten in der Spitzenhilfte mit ge- 
wohnlich sechs kurzen schwarzen Borstchen besetzt. 

Erste Hinterrandzelle an der Miindung fast geschlossen. Radial- 
und Cubitalader schwach, aber deutlich gebogen. Der letzte Abschnitt 
der Discoidalader ist vor der Mitte ausgebaucht, dann aber bis zur 
Miindung hin fast gerade. 

Hinterleib glanzend schwarzgriin bis schwarz. Das 1. Glied des 

Ovipositors und meist auch das letzte Abdominalsegment schwarz, oft 
violett schimmernd. Hypopyg schwarz. — Kéorper 4—5 mm, Fliigel 
3—4 mm lang. 
_ Geogr. Verbreitung: Mir liegen Stiicke vor aus Europa, 
Agypten, Ostafrika, Kapland, Vorderindien. — Zitiert wurde die Art 
aus ganz Europa, Nord- und Ostafrika, Kanar. Inseln, Seichellen und 
Nordamerika. Es ist also kein Zweifel, daB wir es mit einer iiber den 
ganzen Erdball verbreiteten Art zu tun haben. 


5. Chrys. tarsata Macquart. 
Macquart, Diptéres exotiques, Suppl. 4. p. 301 (1850). 
Kopf glinzend schwarz, mit violettem Metallschimmer. Stirn etwas 
breiter als ein Auge, mit vier ganz gleichgroBen und gleichlangen 


619 


Lingswiilsten iiber der Querrinne der Mitte. Die Vorderhilfte der 
Stirn, besonders der Vorder- und Seitenrand, deutlich fein punktiert. 
Die weife Bestiubung am Augenrand und an den Wangen wie bei 
aenea Fab. Clypeus im Profil kaum etwas konkavy, fast ganz gerade, in 
der oberen Hilfte mit Ausnahme der glinzenden Lunula weif bereift. 
Backengruben und Cerebrale etwas rétlich durchscheinend. Prilabrum 
und Taster auch schwarz. — Fiihler fast so lang wie das Untergesicht, 
schwarzbraun. Drittes Glied liinglich, gut zweimal so lang wie breit, 
oben fast gerade. Augenbandierung nach Figur 2. 

Thoraxriicken und Schildchen blaugriin, durch Ziselierung ganz 
matt, nicht gliinzend. 3 Liingsstriemen sind angedeutet. Schildchen 
oben flach. Mesopleuren heller matt griin, nur an den Nihten glainzend. 

Hinterleib einfarbig glinzend schwarz. Erstes Glied des Oviposi- 
tors von gewohnlicher Form, violettschwarz. 

Beine und Hiiften gliinzend metallisch schwarz. Vorderfiibe 
schwarz, Metatarsus mit Ausnahme der Spitze gelblichweiB. Die Fiibe 
der beiden hinteren Beinpaare roétlich gelblich, an der Spitze dunkler. 

Erste Hinterrandzelle am Rande stark verengt, aber deutlich offen, 
nicht so stark wie bei demandata Fab. verjiingt. Radial-, noch mehr. 
aber die Cubitalader gerade gestreckt. Der letzte Abschnitt der Dis- 
coidalader ist der ganzen Liinge nach fast gleichmaBig stark gebogen 
und nur vor der Mitte kaum merklich stiirker bauchig. 

Korper ohne Legeréhre 5 mm, Fliigel 4 mm lang. 

Geogr. Verbreitung: 1 Q aus Kapland von Dr. Brauns ge- 
sammelt. Macquart erwihnt die Insel Bourbon als Fundort. 


6. Chrys. smaragdina Loew. 


Loew, Sitzber. Akad. Berlin 1852. S. 661. Nr. 33 (Ulidia). 

— Peters Reise, Mosamb Zool. Vol. V. 8. 32 (1862) (Ulidia). 

—— “Zeitschr. f. ges. Naturw. V. 42. 8. 109 (1873) (Chrysomyxa). 

Syn. Ulidia rufifrons Walker, Kntomologist, Vol. V. p. 345. 84 (Ulidia) (1871). 
Bezzi, Bull. Soc. Ent. Ital. V. 39. p. 138. 208 (1908). 





Im Aussehen der demandata abniicher als der gleichfalls schwarz- 
fiibigen chalybea. Stirn, Lunula, Wangen und Backengruben rotbraun, 
bald heller, bald dunkler. Scheitelplatten und Ocellendreieck metallisch 
griin, wie der obere Hinterkopf; der untere ist glinzend braunschwarz. 
Der Quereindruck der Stirn und die vier fast gleichgrofen erhabenen 
Lingsleisten iiber demselben ziemlich deutlich ausgepriigt. Unter den 
Scheitelplatten auf der Stirn jederseits ein keilformiger weifbestiubter 
Fleck, der sich nach unten verjiingt, als feine weifie Linie um die Augen 
herumliiuft und neben den Fiihlerwurzeln einen oben und unten durch ein 
weibes Querstrichlein begrenzten dunklen Punkt einschlieBt. — Clypeus 
glinzend pechbraun, auf dem Epistom metallisch griin schimmernd, 


620 


itiber der in der Mitte legenden Querfurche, unter den Fiihlern, weil 
bestiiubt, im Profil unten nicht stiirker als die Stirn vorspringend, miifig 
konkay gebrochen. Prilabrum, Riissel und Taster dunkel, schwarz- 
braun. Augenbandierung nach Figur 3. 

Fiithler rotbraun; das 3. Glied derselben verdunkelt, bald mehr, 
bald weniger; in Grofe und Form wie bei demandata Fab. 

Thorax und Schildchen heller oder dunkler smaragdgriin, wie bei 
der Fabriciusschen Art durch Ziselierung ziemlich matt. Manchmal 
auf dem Riicken und Schildchen vorherrschend blau; ersterer immer 
mit drei griin oder rotschimmernden Liingslinien in der Mitte, letzteres 
oben etwas abgeflacht aber nicht ganz eben wie bei demandata. 

Hinterleib gliinzend griin- oder blauschwarz, oder vorn mit oliy- 
griinem, weiter hinten dann mit blauem Schimmer. 1. Glied der Lege- 
rohre meist blauschwarz, kurz trapezfoérmig, breiter als lang. Bauch 
und Hypopyg schwirzlich. 

Hiiften und Beine, auch der Metatarsus der Vorderfiifie schwarz- 
braun, ohne Metallschimmer oder nur mit Spuren desselben an den 
Schenkeln; die iufersten Knie rotlich; die Fiibe der hinteren Beipaare 
sind gelb. 

Erste Hinterrandzelle am Rande fast geschlossen. Radial- und 
Cubitalader schwach gebogen. Der letzte Abschnitt der Discoidalader 
hinter der Querader stark ausgebaucht, dann aber bis zur Miindung 
fast ganz gerade. 

Korper ohne Legerdhre 4—5 mm, Fliigel 3—4 mm lang. 

Geogr. Verbreitung: Mosambik (Loew), Agypten (Walker); 
7 of © aus Ostafrika — Katona — und Kapland liegen mir vor. 

Anmerkung: Die Synonymie mit der Walkerschen Art stellte 
Loew am angegebenen Orte in der Zeitschr. f. ges. Naturw. fest. Dort 
sagt er auch: »Chrysom. smaragdina steht der demandata Fabr. sehr 
nahe, unterscheidet sich von derselben aber durch die ganz und gar 
schwarzen Vorderfiife, wiihrend bei allen Abiinderungen der Chrys. 
demandata das 1.Glied derselben nur an der Spitze schwarz gefiirbt ist. « 


7. Chrys. chalybea n. sp. 


Kopf glinzend braunschwarz, nur die Vorderhilfte der Stirn, die 
Wangen und die Backengruben rotbraun. In der Mitte des Stirnaugen- 
randes und neben den Fiihlerwurzeln an den Wangen ein weil} bereifter 
kleiner Fleck. Von den gewohnlichen vier erhabenen Liingsleisten iiber 
dem Quereindruck auf der Stirnmitte ist kaum eine Spur wahrzunehmen. 
Charakteristisch fiir diese Art ist besonders das Gesichtspro fil. 
Die Querfurche des Clypeus befindet sich iiber der Mitte und der dar- 
unter befindliche Teil, das Epistom, springt viel stirker als bei allen 


621 


andern Arten, das heift ein merkliches Stiick iiber die Fiihlerwurzeln 
vor. — Fiihler rotbraun, 3. Glied, namentlich am Oberrande verdunkelt, 
ziemlich schlanker als bei demandata F., am Oberrande weniger abge- 
rundet. Priilabrum, Riissel und Taster schwarzbraun. Augenbandierung 
nach Figur 6. 

Thorax und Schildchen schwarz, stahlgriin bis stahlblau schim- 
mernd.  Riicken etwas matt ziseliert, Schildchen deutlich gewolbt. 

Hiiften und Beine, auch der Metatarsus der Vorderbeine, pech- 
braun, ohne Metallschimmer. Die Fiife der zwei hinteren Beinpaare 
sind gelb, deren Knie rotbraun. 

Die 1. Hinterrandzelle ist am Fliigelrande selbst geschlossen. Die 
3. und 4. Liingsader stoBen unter sehr spitzem Winkel in einem Punkte 
an der Costa zusammen. Radial- und Cubitalader schwach, aber deut- 
lich gebogen. Der letzte Abschnitt der Discoidalader ist fast ganz ge- 
rade oder seiner ganzen Liinge nach gleichmibig schwach gebogen, 
nirgends stiirker ausgebaucht. , 

Hinterleib schwarz, stark gliinzend, meist dunkelblau, seltener 
stahleriin schimmernd. Erstes Glied des Ovipositors gleichfarbig, tra- 
pezférmig, fast so lang wie breit. Bauch und Hypopyg pechbraun. 

Kérper ohne Legeréhre 4 - 4,5 mm, Fliigel 3,5 mm lang. 

Geogr. Verbreitung: 5 o @ aus Sary Yasy (Marz) in Turk- 
menien. 

Anmerkung: Diese Art unterscheidet sich von smaragdina Loew 
durch die Form und Linge des 3. Fiihlergliedes, die fast glatte Stirn, 
den gréBeren Glanz des Riickens, den Verlauf des letzten Discoidalader- 
abschnittes, namentlich aber durch das gréfere und stiirker vorsprin- 
gende Kpistom hinliinglich. 


8. Chrys. longicornis n. sp. 


Kopf ganz glinzend schwarz. Stirn etwas breiter als em Auge, 
bliiulich oder violett metallisch schimmernd. Stirnaugenriinder und 
Wangen wie bei aenca Fab. weib gesiiumt und mit dem gleichen oben 
und unten weil} eingefaften dunklen Fleckchen zwischen den Fiihler- 
wurzeln und Auge. Von den vier erhabenen Liingsleisten in der Stirn- 
mitte sind die mittleren verkiirzt, die seitlichen nach vorn hin etwas ver- 
liingert. Clypeus in der Form wie bei aenea, aber im Profile sehr wenig 
konkav. Lunula und Backengruben etwas roétlich. Clypeus unter den 
Fiihlern weif bestiiubt. Unter der Lunula zeigt sich ein Y-formiger weib- 
bestiubter Fleck. 

Prilabrum, Taster und Riissel gliinzend schwarz. Augenbandie- 
rung nach Figur 1. 


622 


Fiihler dunkel rotbraun, fast so lang wie das Untergesicht, lang 
oval, gut zweimal so lang wie breit, oben gerade. 

Thorax dunkel schwarzgriin, auf dem Riicken gliinzend, wie poliert, 
oft blau oder violett schimmernd. Schildchen und 1. Glied des Ovipo- 
sitors immer violettschwarz, ersteres oben deutlich gewolbt.. 

Hiiften und Beine glinzend violettschwarz, FiiBe weiflichgelb, 
VorderfiiBe schwarz, die Ferse derselben mit Ausnahme der iufersten 
Spitzen gelblichweiB. Vorderschenkel in der Spitzenhilfte mit meist 
vier kurzen, gebrechlichen, keineswegs dornenartigen Borstchen besetzt. 

Erste Hinterrandzelle an der Fliigelspitze fast geschlossen. Radial- 
und Cubitalader auffallend gerade, erstere vor ihrer Miindung merklich 
nach aufwiirts zur Costa gebogen, wodurch die Submarginalzelle dort 
erweitert erscheint. Der letzte Abschnitt der Discoidalader ist hinter 
der hinteren Querader stark ausgebaucht, dann aber bis zur Miindung 
fast gerade. 

Hinterleib glinzend schwarzgriin, dunkel, wie der Thorax. Die 
Oberseite oft in der Mitte stellenweise blau oder violett schimmernd. 
Das 1. Glied des Ovipositors ist etwas herzférmig, stumpf, breiter als 
lang. Bauch und Hypopyg gliinzend schwarz. 

Korper 4—5 mm, Fliigel 3— 4 mm lang. 

Geogr. Verbreitung: 25 of © aus Formosa und Ceylon. 





Augenzeichnung der Arten; links ist die Vorderseite der Augen. 
Fig. 1. longicornis n. sp. Fig. 2. tarsata Macqu. Fig. 3. smaragdina Loew. 
Fig. 4. aenea Fab. Fig. 5. demandata Fab. Fig. 6. chalybean. sp. 
Fig. 7. flavipes Karsch. Fig. 8. africana n. sp. 


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85 


Drei neue holometope Musciden aus Asien, 


Von Friedrich Hendel in Wien. 


1. Trigonometopus monochaeta n. sp. 


5 gd, Formosa (Takao; April, Mai). Ungar. Nationalmuseum. 

Die Unterschiede von Tr. frontalis Meig. sind folgende: Nur 
eine Frontorbitalborste ; Postvertikalborsten fehlen. Der vordere Stirn- 
rand tritt nicht tiber die Augen vor; dagegen springt der Clypeus, 
der die Gestalt eimes scharfen Lingskieles hat, stark zwischen und 
unter den Fiihlern vor und zeigt im Profile eine sanft S-formig ge- 
schwungene Linie. Die Augen sind breiter und vorne nicht zuge- 
spitzt, sondern abgestutzt. JU. frontalis hat zwei Orbitalborsten, 
ein Postvertikalpaar; der vordere Stirnrand springt ein ziemliches 
Stiick tiber die Augen vor, der fast flache Clypeus weicht dann in 
einer im Profile geraden Linie zuriick. 

Sehr auffallend ist auch die Fliigelzeichnung. Der Fliigel ist 
milchig weili; hievon heben sich die schwarzbraunen Lingsadern 
3 und 4 sowie die ebensolchen Queradern deutlich ab. Vor der 
Fliigelspitze geht ein schiefliegender brauner Wisch von der zweiten 
bis zur vierten Lingsader. Zwischen diesen Adern ist der iubere 
Saum desselben konkav ausgerandet. Die kleine Querader liegt 
jenseits der Mitte der Diskoidalzelle, die himtere vor der Mitte der 
letzten zwei Diskoidaladerabschnitte, die keinen Aderanhang zeigen. 

Der Korper der Fliege ist hell matt-ockergelb. Das Ozellen- 
dreieck ist schwarz. Scheitelplatten weiblich bestiiubt. Vorne an der 
Stirne zwei gréfere, hinten neben dem Ozellendreieck zwei kleinere 
braune Flecke. Neben den Fiihlerwurzeln ein kleines braunes Wangen- 
dreieck. Rinnen des Clypeus gebritunt. Thoraxriicken in der Zentral- 
region und auf dem Schildchen etwas weiflich bereift. Uber die 
Mitte des Riickens laiuft eine braune Doppellinie, die nach hinten 
etwas konvergiert und sich auf dem Schildchen vereinigt. Seiten des 
Riickens braéunlich. 

Die Hinterleibstergite sind an der Basis dunkler als am Hinter- 
rande. 


Sternopleuralnaht dunkel gesiumt. — Schwinger und Schiipp- 
chen gelb. 
Korperlinge 3°5 mm. — Fliigellinge 3 mm. 


Wiener Entomologische Zeitung, XXVHI. Jahrg., Heft i1f (15. April 1909). 


86 Friedrich Hendel: Drei neue holometope Musciden aus Asien. 


2. Tetanocera amurensis n. sp. 


1 ©, Amurgebiet, Chelasso; leg. Schrenk. K. k. Museum. 

In der von mir publizierten ,Synopsis der palaarktischen Tetano- 
cera-Arten“, Zeitschr. fiir Hymenopt. und Dipterologie, 1903, pag. 35 
bis 37, aft sich diese Art neben Tet. hyalipennis Ros. (laevifrons 
Loew) unterbringen. 

Aufier mit letzterer Art wiirde 7. amurensis nur noch mit 7. 
silvatica Meig. zu vergleichen sein. 7. hyalipennis hat eine in ihrer 
eanzen Ausdehnung glinzend gelbe Stirne; bei 7. sdlvatica hebt sich 
ein scharf begrenztes, mattgelbes Viereck in der Mitte ab, welches 
einen glinzenden Vorderrand und ebensolche Augenrinder auf der 
Stirnfliche freilibt. V7. amurensis zeigt auf der glinzenden Stirne 
nur jederseits neben den Ozellen eine kleine, dreieckige, aber deut- 
lich wahrnehmbare matte Stelle, deren Spitze nach vorn gerichtet 
ist. Uber die neue Art gilt mit einigen Ausnahmen dasselbe, was ich 
in den ,,Verh. der Zool. Botan. Gesellschaft, Wien, 1900, pag. 338, 
iiber 7. laevifrons Loew. geschrieben habe. 7. amurensis hat aber 
ein angedeutetes braunes Wangendreieck und stiirker glinzenden und 
deutlicher gestriemten Thoraxriicken als jene Art. Koérperlinge ohne 
Fiihler 8 mim, Fliigel 75 mm. 


3. Sepedon violaceus n. sp. 


1 Q, aus Hongkong, lege. Frauenfeld 1867. K. k. Museum. 

Von allen bisher aus der Region bekannten Arten die einzige, 
welche durch die Firbung dem Sepedon sphegeus Fab. ahnlich sieht. 

Diese beiden Arten sind sogar auf den ersten Blick ziemlich 
leicht zu verwechseln, da sie in den meisten Punkten tibereinstimmen 
und sich nur durch Folgendes mit Bestimmtheit unterscheiden : 

Bei S. sphegeus sind die Fliigel schon von der Wurzel an ziem- 
lich gleichmaébig braungelb tingiert, was allmaéhlich in den diinkleren 
Schatten der Fliigelspitze tibergeht. Bei S. violaceus ist jedoch die 
Wurzelhalfte des Fliigels glashell, die Spitzenhélfte jenseits der kleinen 
(Juerader plotzlich rauchbraun. S. violaceus hat ferner das erste 
Fiihlerglied nicht schwarz, sondern rot und die Beine heller gelb, 
nie so satt rot wie S. sphegeus. 

Korperlinge ohne Fiihler und Fliigellinge 7 sm. 


49 


Uber eine Dipterengattung mit turmartigem 
Scheitel, Traginops Coquillett, 


Von Friedrich Hendel in Wien. 
Mit zwei Figuren im Texte. 

Wir sind durch H. Loew bereits mit zwei Fhegengattungen 
bekannt gemacht worden, die ebenfalls einen turmartigen Hocker in 
der Ozellengegend aufweisen. Es sind dies die in Siidafrika und 
Ostindien verbreitete Gattung Cestrotus Loew und die seither nicht 
wieder aufgefundene Drepanephora horiida Loew aus Ceylon. Beide 
Genera gehédren in die Acalyptratengruppe der Lauxaninae und 
wurden von mir in den Genera Insectorum, Fasc. 68 auf Tatel 3. 
Fig. 33, und Tafel 1, Fig. J, abgebildet. Hiezu kommt noch als 
3. Gattung: Pyrgometopa Kert., eim Drosophilinengenus aus Peru, 
beschrieben in den Termész. Fiiz., Vol. 24, pg. 419 (1901). 

Vergleicht man die hier beigefiigten Figuren mit dem Bilde 
von Cestrotus, so glaubt man auf den ersten Blick nahe Verwandte 
vor sich zu haben. Bei genauerer Untersuchung stellt sich jedoch 
heraus, dafi die von Coquillett aufgestellte Gattung Traginops eine 
echte Agromyzine ist, also in die unmittelbare Nahe unserer heimischen 
Gattungen Odinia KR. D., Neoalticomerus Hend., Agromyza Fall., 
Phytomyza Fall. und Cerodonta Rond.*) gehirt. 

Coquillett hat seine Gattung in den Entomoligical News 
1900, p. 429, beschrieben und sagt dort von ihr, nearest related to 
Milichia. Damit wire Milichia im Schinerschen Sinne aufgefabt 
und nicht in unserem heutigen. Ich habe in meinen ,,Kritischen 
Bemerkungen zur Systematik* der Milichinen und Agromyzinen 
(Vergl. diese Zeitg., Jahrgang 1903, p. 249) die Griinde angefiihrt, 
welche mich zur Trennung beider Gruppen bewogen haben. Wenn 
diesbeziiglich auch in neueren Arbeiten, wie z. B. in Williston, 
Manual of N. Amer. Diptera, 3. Ed. 1908, eine Scheidung der 
Gattungen nach diesem Prinzipe nicht durchgefiihrt wurde, so ist 
wohl im allgemeinen blofi eine mangelhafte Durcharbeitung der be- 
trettenden Materie daran schuld oder die wngentigenden Charakteri- 
stiken der Gattungen, welche eine Kinreihung unméelich machten, 

Traginops Coquillett fehlen die Interfrontalrudimente, die Kreuz- 
borstchen der Stirne, die hakig zuriickgeschlagenen Labellen der Mi- 


*) Cerodonta Rond., Dipt. Ital. Prodr. IV, p. 10 (1861), hat vor Cerato- 
myza Schiner, Wien. ent. Monatsch. VI, p. 484 (1862), die Prioritit. Bisher 
gebrauchte man immer den Schinerschen Namen! 


Wiener Entomologische Zeitung, XXVIII. Jahrg., Heft If (1. Marz 1909). 


50 Friedrich Hendel: 


lichinen; dagegen sind die Postvertikalborsten stark divergent und 
die Analader deutlich vorhanden; alles Kennzeichen der echten 
Agromyzinen. 

Zur Charakteristik der Gattung moéchte ich noch hinzuftigen : 
Stirne so breit wie ein Auge, fast parallelrandig, vorne nur wenig 
schmiler und dort fiir die Lunula stark bogig ausgerandet. Die 
Scheitel- und Wangenplatten hiingen zusammen, die Fliegen sind 
also wie alle Agromyzinen schizometop. An den Periorbiten sind ein 
Paar einwirts gebogene untere und zwei Paare aufwarts gebogene 
obere Frontorbitalborsten zu sehen. Der turmartig erhobene Teil ist 
das Ozellendreieck(Interfrontalia R. D.). Es trigt vorne eine Ozelle 
und in ziemlicher Entfernung davon seitlich am Hicker je eime der 
beiden anderen. Am Gipfel, hinter der vordersten Ozelle, sitzt das 
starke, nach vorne gebogene und divergierende Ozellarborstenpaar. 
Die Stirnstrieme schiebt sich oben jederseits als schmaler Ast zwischen 
die streifenférmigen Periorbiten und den Ozellenhécker bis zum 
Scheitel empor. Ein Paar konvergierende innere und ein Paar diver- 
gierende futiere Scheitelborsten. Postvertikalpaar kraftig, stark diver- 
ojerend, in ziemlicher Entfernung hinter den Hocker imseriert. — 
Lunula grof. Stirnspalteniiste stark divergierend, dem Augenrande 
genihert, von den Gesichtsleisten (Facialia) entfernt. Diese begrenzen 
einen oben unter den Fiihlern etwas ausgehdhlten und dazwischen 
sanft erhabenen Klypeus, dessen Mundrand (Epistom) anderseits wieder 
vorspringt. Die nackten konkaven Backengruben (Mediana R. D.) 
sind oben von den anfangs durch die Stirnspalteniste geschiedenen 
und dann unten um die Augen herumbiegenden Wangen, unten von 
den behaarten und am Rande gerade unter den Augen mit zwei nach 
aufwirts gekriimmten Borsten versehenen, vom Hinterkopf hervor- 
biegenden Peristomalien deutlich abgegrenzt. Die Peristomalien (Backen- 
leisten) vereinigen sich mit den Fazialien unter scharfem Winkel 
unmittelbar neben dem Mundrande (Vibrisseneck) und tragen dort 
einige (2—3) gegeneinander gebogene Vibrissen. Die hinten etwas 
herabegesenkten Backen sind zwei Drittel des lotrechten Augendurch- 
messers breit und hinten mit einer fast lotrechten Reihe von mehreren 
herabgebogenen Borsten besetzt. Der obere Hinterkopf ist oben fiir 
den Thorax konkav ausgehohlit. 

Die Fiihler sind kurz, geneigt. Erstes Glied sehr kurz; zweites 
etwas linger, oben mit einer deutlich abstehenden Borste; drittes 
fast scheibenrund, kiirzer als breit, mit einer von der Basis des dritten 
Gliedes etwas entfernten, geneigten, pubeszenten oder kurz gefiederten 
Arista. 


Uber eine Dipterengattung mit turmartigem Scheitel, Traginops, Coquillett. 51 


Riissel mittellang. Labellen kurz, nicht verlangert und hakig 
zuriickgeschlagen. Die Taster scheinen mir etwas verbreitert zu sein. 
Sie sind unten beborstet. Pralabrum aufiergewohnlich grofi und stark 
vortretend. Mundrand in die Hohe gezogen. 

Thorax etwas linger als breit, viereckig, oben mabig gewdélbt, 
vorne abschiissig. Grundbehaarung des Riickens kurz und zerstreut, 
nicht in Lingsreihen geordnet. Quernahtiste vor den Seitenmitten, 
nach oben und vorne aufsteigend, in der Mitte breit getrennt. Pleuren 
allmihlich gewélbt. — Beborstung: Humeralcallus mit drei verschieden 
gerichteten Borsten; Notopleurale 2; 1:1 Supraalare 4; Prasuturale 1; 
Dorsozentrale 3 -+-1; 1 Priskutellarpaar. — Schildchen fast die Halfte 
des Riickens lang, eif6rmig, oben behaart und ziemlich abgeflacht, 
mit vier fast parallelen oder auch gekreuzten Randborsten. — Pleuren 
nackt, ohne Grundbehaarung. Nur die Sternopleuren, die am Ober- 
rande drei starke, nach aufwiirts gebogene Borsten in gleichen Ab- 
stinden nebeneinander tragen, haben einige zerstreute Bérstchen. 
Eine (vielleicht abnormal zwei) starke Prothorakalborste. 

Hinterleib breit eiférmig, mit sechs gleichlangen  sichtbaren 
Ringen bei und ©. Zahlt man den letzten Ring des ¢ zum 
folgenden kugeligen Teil als Hypopyg, so hat das <j nur fiinf Ringe. 
Ovipositor nicht sichtbar. Behaarung kurz. Randborsten kurz, seitlich 
etwas verlingert, unauffallig. 

Beine von normaler Liinge und Stirke. Vorderhiiften auch vorne 
etwas beborstet. Vorderschenkel posterodorsal und posteroventral mit 
einer Reihe langer Borsten. Praapikalborsten der Schienen kurz, aber 
deutlich. Mittelschienen innen nur mit einem langeren Sporn. 

Fliigel mit dunklerer Fleckenzeichnung. Kosta vor der Miindung 
der Subkosta etwas verdickt und dort durch ein Randborstchen ver- 
ziert; hinter dieser Verdickung zusammengeschniirt und dann wieder 
an der Miindung der ersten Lingsader autffallend verdickt. Sie reicht 
bis zur Diskoidalader, ist aber hinter der Kubitalader schon sehr 
diinn. Die Mediastina ist fein und diinn und verschwindet vor ihrer 
Miindung in die Kosta; sie liegt eng neben der Subkosta. Diese 
Lingsader ist sehr stark und miindet in einer Verdickung im ersten 
Fliigeldrittel, noch. vor der kleinen Querader. Die iibrigen Lings- 
adern fast gerade, wie das Bild zeigt. Kleine Querader etwas schief, 
der hinteren genihert, in der Nahe der Fliigelmitte. Hintere Quer- 
ader gerade oder etwas bauchig gebogen. Wurzelzellen deutlich ab- 
georenzt. Analzelle vorne bauchig. Analader deutlich. Axillarfalte fehlt. 

Die beiden Arten lassen sich wie folgt unterscheiden : 

1. Arista pubeszent, fast nackt. Lunula weil, ungefleckt. Riicken 
punktiert. Die Fliigelzeichnung besteht aus isolierten, gréferen und 


Wiener Entomologische Zeitung, XXVIII, Jahrg., Heft Il (1 Marz 1909). 


52Q Friedrich Hendel. Uber eine Dipterengattung mit turmartigen Scheitel. 


kleineren runden grauen Flecken. Pleuren mit zwei braunen Lings- 
binden. Nordamerika (Georgia). 7. wrorata Coquillett. 

2. Arista gefiedert. Lunula mit einem schwarzen Mittelfleck. 
tiicken grobgefleckt. Die Fliigelzeichnung besteht aus einer mit- 
einander zusammenhingenden, gitterartig durchbrochenen grauen Zeich- 
nung, Pleuren in gelben Ringen braun gefleckt. 7. clathrata n. sp. 

\ Stidamerika. 

Mir liegen beide Arten vor. 


er ae Fewest 





Traginops clathrata Hendel. 


Traginops clathrata n. sp. 1 QO aus Peru, Vilcanota und 
Paraguay (Ungar. Nat.-Museum). 

Stirnstrieme dunkelbraum, vorne rot. Periorbiten und Ozellen- 
dreieck ockergelb. Der Hicker schwarz. An den Wurzeln aller Kopf- 
borsten schwarze Flecke. Lunula weili mit samtschwarzem Mittelfleck. 
Kin hufeisenformiger Fleck am Mundrande dunkelbraun, daneben 
ockergelb. Ebenso Wangen und Backen. Augen purpurnviolett, 
mit zwei hellgriinen Querbinden in der Mitte. Am Augenunterrand 
ein grober brauner Fleck. Ebenso ist das Vibrisseneck braun. Unterer 
Hinterkopf grau, Fiihler gelbrot, am Vorderrande des dritten Gliedes 
manchmal gebriiunt. Arista braun. Taster und Labellen rotbraun. 

Thorax und Schildchen dicht ockergelb bestiubt. Riicken in 
der Mitte mit einer dunkelbraunen Lingsstrieme, die sich gabelnd 
aut das Schildchen tibertritt. Daneben jederseits eine Liingsreihe von 
vier grofien dunkelbraunen Flecken an den Wurzeln der vier Dorsozen- 
tralborsten. Die vorletzten dieser Flecke hiingen mit der Mittelstrieme 
zusammen. Noch weiter auswirts je ein Lingsfleck und eine Makel 
hinter der Quernaht in der Richtung der Intraalaren. AuBerdem noch 
Flecke, an den Borsten seitlich am Thorax und einer tiber dem Hume- 
raleallus. Schildchenborsten der Spitze gekreuzt. Pleuren braun gefleckt. 
Hinterleib pechbraun, wachselinzend. Hinterriinder der Tergite an den 
Seiten weifgrau gesiitumt; ausgedehnter am 4. und 5. Tergit. Beine: 
Schenkel braun, an der Spitze rotgelb. Schienen und Tarsen rotgelb, 
erstere mit zwei braunen Ringen. Fliigel weiflich, mit grauem 
Gitterwerk. — Schwinger gelb, Schiippchen braun gewimpert. Kérper- 
linge: 4 mm, Fliigellinge: 4 mm. 


ais 

Ao 
a6 
ee) 


Meigens Erstlingsarbeit tiber Dipteren. 
Von Friedrich Hendel in Wien. 

Seit der kommentierten Wiederver6ffentlichung der .Nouvelle 
Classification (1800) in den Verhandlungen der k. k. Zool.- 
bot. Gesellschaft in Wien (1908), in welcher ich die Reaktivierung 
der iltesten Meigenschen Namen im Sinne der Prioritiét verlangte, 
hat sich noch wenig Gelegenheit ergeben, die Stellunenahme der 
dipterologischen Fachkollegen hiezu kennen zu lernen. 

Dabs Prof. M. Bezzi, der Verfechter der strengsten Prioritit, 
fiir die Wiederannahme eintrat, ist wohl selbstverstindlich. 

Eine gewichtige und wirksame Tat ftir die Aufnahme der 
1800 Namen hat Dr. Kértesz vollbracht, indem er im dritten Bande 
des Catalogus Dipterorum die hiebei in Betracht kommenden 
Genera der ,Nouvelle Classification* akzeptierte. 

Aus brieflichen Mitteilungen anderer Autoren habe ich teils 
Zustimmune, teils Mibvergniigen, teils Ablehnung konstatieren kénnen. 

Wir miissen also die dipterologische Literatur der nichsten Zu- 
kunft abwarten, um zu erkennen, wofiir sich die Mehrzahl der Diptero- 
logen entscheidet, 0b fiir Kontinuitdt oder fiir Prioritdét. Hotten wir, 
dali sich die Erkenntnis allgemein Bahn bricht, dai die Stabilitaét der 
Nomenklatur nur durch konsequente Durchfiihrung der Prioritét er- 
lanet werden kann. Dieses Prinzip hatte ich im Auge, als ich sagte: 
Fiat justitia, pereat mundus!“ 

Justice to whom, or to what?“ fragt namlich Prot. Aldrich 
im ,,Canadian Entomologist“, pag. 373 (1908). Hier die Antwort! 

Pereat nuuidus! — Ks ist begreiflich, dai man Namen, die 
einem in Fleisch und Blut tibergegangen sind, nicht leichten Herzens 
iiber Bord wirft und iiber die Notwendigkeit, eine ganze Reihe neuer 
Namen annehmen zu miissen, nicht entziickt ist. Mein langjihriges 
Zogern mit der Wiederveroffentlichung der , Nouv. Classification™ illu- 
striert ja dieses Gefiihl des Mifbehagens, dali die Menschen bei 
Stérungen in altgewohnten Gebriiuchen beschleicht, zur Geniige und 
jeder wird ein Beharrungsvermégen im alten Zustande menschlich 
begreiflich finden. Ich handelte aber im Sinne obigen Zitates, als 
ich die Erstlingsarbeit Meigens wieder der Offentlichkeit iibergab, 
ohne Riicksicht darauf, ob ich Dank ernten werde oder nicht. 

Prof. Williston wendet sich nimlich in der dritten Edition 
seines Manual of N. Amer. Diptera (1908) pag. 590 folgendermatfien 
an mich: ,Mr. Hendel would have deserved the thanks of a long 
suffering public had he withheld these copies instead of republishing.“ 


Wiener Entomologische Zeitung, XXVHI. Jahrg., Heft 1 (1. Februar 1909). 


34 Friedrich Hendel: 

Der erste, der die Ablehnung der 1800er Namen mit Griinden 
motiviert, ist Prof. Aldrich. Derselbe hat im Oktoberheft des 
Canadian Entomologist“, nachdem er seiner subjektiven Unlust. tiber 
mein Postulat kriftig Ausdruck gegeben hat — wortiber ich ihm 
aber aus obenerwihntem Grunde gar nicht bése bin — _ objektiv 
Folgendes gegen die Annahme der alten Meigenschen Namen vor- 
eebracht: Die Gattungsnamen seien ungiltig, denn sie waren unter 
Bedingungen gegeben worden, welche gegen die internationalen 
Regeln der zoologischen Nomenklatur verstofen. 

Der von Aldrich herangezogene Artikel 25 der ,,Regein* 
(6. Kongref, Bern 1904) lautet: .,Giltiger Name eimer Gattung oder 
Art kann nur derjenige Name sein, mit dem sie zuerst bezeichnet 
worden ist, unter der Bedingung, 

a) dali dieser Name in Begleitune einer Kennzeichnung § ver- 
offentlicht worden ist und ~) da® der Autor den Grundsitzen der 
biniren Nomenklatur folgte. 

Prof. Aldrich meint nun, die 1800er Gattungsdetinitionen 
entsprichen weder dem Punkte « noch dem Punkte 6. 

Dem Punkte « nicht, weil sie formlich nomina nuda seien. 

Ich hatte die Mehrzahl der Gattungen erst mit Hilfe der Arbeit 
Meigens aus dem Jahre 1803 deuten kénnen. Dem Punkte @ nicht, 
da Meigen nur Gattungen beschreibe und keine Arten, also die 
binire Nomenklatur nicht befolge. 

Dem ist Folgendes zu entgegnen : 

Meigen beschreibt in der ,, Nouvelle Classification” 88 Genera. 
Davon sind 24 solche von alteren Autoren — Meigen respektiert 
also die Linné sche Regel — und drei schon heute giiltige M eigen- 
sche. Es bleiben also 61 neue Gattungsnamen. 

Wer von aufmerksamen Lesern der Reimprimation wiirde aber 
nicht sofort aus der Beschreibung allem die Gattungen Hrinna 
Eulalia, Potamida, Chrysozona, Cypsela, Tubifera, Scopeuma, Statinia, 
Kuribia erkennen, wer wiirde Apivora, Larvaevora, Rhodogyne und 
Crocuta fiir nomina nuda erkliren ? 

Diese 13 Gattungen sind ein Drittel der 39  Brachyceren- 
Gattungen, welche also sofort ex descriptione erkannt werden kénnen. 
Andere Genera sind vielleicht schwerer erkennbar, immerhin aber 
deutbar, andere wurden erst im Vergleiche mit der Arbeit in Illigers 
Magazin gedeutet oder waren nicht erkennbar. Aber auch letztere 
bleiben eben bis jetzt unerkannte Gattungen und keineswegs nomina 
nuda! Die Kennzeichnung fehlt nicht. 


Meigens Erstlingsarbeit iiber Dipteren. 35 


Dafi die Arbeit vom Jahre 1803 zur Deutung beniitzt wurde, 
kann um so weniger als Hindernis der Anerkennung betrachtet werden, 
als die Methode, durch welche ich zum Ziele gelangte, einwandfrei 
ist und indirekte Deutungen schon des 6fteren gemacht wurden. 
Oder sind die Gattungsdiagnosen der von Aldrich anerkannten 
Arbeit des Jahres 1803 klarer? Wurden viele derselben nicht erst 
spiter durch die ,Systemat. Beschreibung“ uns niher gebracht? 
Weisen wir vielleicht jene Artnamen zuriick, welche erst durch Typen- 
untersuchungen gedeutet werden konnten? In wievielen Fallen ist 
die Deutung gar nur eine traditionelle! 

Meiner Uberzeugung nach ist dem Punkte « des Artikels 25 
in der ,,Nouv. Class.“ also vollkommen Geniige geleistet worden. 

Artikel 2 der Regeln heilit: ,,Die wissenschaftliche benennung 
der Tiere ist fiir die Untergattung und alle tibergeordneten Gruppen 
uninominal, fiir die Art binominal, fiir die Unterart trinominal.* 

Da Meigen nur Gattungen beschreibt, die Arten nur der Zahl 
nach angibt und in der Vorrede seine kleme Arbeit nur als Prodro- 
mus, die Gattungen enthaltend, eines angekiindigten spiiteren Werkes 
bezeichnet, kann man doch nicht behaupten, er hitte dabei die binaére 
Nomenklatur, die sich ja blof auf Arten beziehen kann, aulieracht 
gelassen! Daii Gattungsnamen auch ohne Angabe des Typus in 
Betracht gezogen werden miissen, ist aus dem Ratschlag « des 
Artikels 28 ersichtlich. 

Damit glaube ich auch den zweiten objektiven Einwand, den 
Prof. Aldrich in Bezug auf die internationalen Regeln der Nomen- 
klatur machte, geniigend widerlegt zu haben. 

Die Gattungen der ,, Nouvelle Classification“ entsprechen den in 
den Regeln aufgestellten Bedingungen und haben die Prioritit — 
folglich miissen sie angenommen werden. Wenn Meigen spiiter die 
Namen eigenmichtig umiinderte, so handelte er gegen die Regeln, 
geradeso wie es gegen die Regeln verstébt, diese grundlos abge- 
dinderten Namen weiter beizubehalten. 

Kin anderer, von manchen Dipterologen gemachter Eimwand ist 
der, dai die , Nouvelle Classification“ ja nur in zwei Exemplaren 
bekannt sei, die Gattungen eigentlich nicht publik geworden wiiren. 

Ich bin tiberzeugt, dafi ebenso wie Herr Prof. Heyden ein 
Iixemplar in seiner Bibliothek entdeckte, wovon er mir freundlich Mit- 
teilung machte, noch manche andere Fachkollegen diese freilich seltene 
Schrift in Museen oder anderen Bibliotheken auffinden werden. Durch 
welche Zahl wird denn das Minimum der Auflage einer Abhandlung 


Wiener Entomologische Zeitung, XXVHI. Jahrg., Heft I (1. Fepruar 1909). 


36 Friedrich Hendel: Meigens Erstlingsarbeit ttber Dipteren. 


angegeben, damit die darin beschriebenen Formen als mit Recht 
»publiziert* gelten konnen? 

Zum Schlusse méchte ich noch einen Irrtum des Herrn Prof. 
Aldrich berichtigen, der in einem zweiten Artikel, im November- 
hefte des .,Canadian Entomologist® 1908, zum Ausdruck kommt. 

Aus einer Bemerkung des Herrn Prof. Bezzi, welche derselbe 
bei einer Rezension des dritten Bandes des Catalogus Dipterorum in 
dieser Zeitschrift machte, glaubt Herr Aldrich annehmen zu diirfen, 
Bezzi akzeptiere wohl die 1800er Namen, obgleich auch er die nicht 
vollige Ubereinstimmung derselben mit den internationalen Regeln 
konstatiere. Eine briefliche Mitteilung Prof. Bezzis an mich korri- 
giert diese falsche Auffassung dahin, dafi sich obige Bemerkung keines- 
wegs auf die Gattungen der ,, Nowvelle Classification“ bezieht, die auch 
nach Bezzis Anschauung den Regeln entsprechen, sondern auf andere 
Tatsachen, die Schreibung der Artnamen betreffend u. s. w. 

Hiemit schlieBe ich meine Verteidigung, indem ich weiterhin 
in Ruhe die Entscheidung der Zukunft tiberlasse. Vielleicht ent- 
scheidet schon die lebende Generation! Alea jacta est! 

Wiihrend der Drucklegung dieses Artikels sind Auferungen 
zweier hervorragender Dipterologen tiber unseren Gegenstand erfolgt, 
die ich nicht iibergehen méchte. 

Herr D. W. Coquillett widerlegt in einem Autsatze ,, Mecigen’s 
first paper on Diptera* vom Dezember 1908, Canad. Entomol., die 
Aldrichschen Argumente gegen die Anwendung der 1800er Namen 
als irrtiimliche aus den Gesetzen des internationalen Kodex selbst 
und tritt damit an die Seite der Prioritatsanhanger. 

Herr G. H. Verrall dagegen bleibt bedauerlicherweise auf 
seinem konservativen Standpunkte und erklért im soeben erschie- 
nenen zweiten Bande seines wahrhaft monumentalen Werkes ,, British 
Flies“ p. 772, ,,that none of the genera (1500) were founded 
in accordance with binomial law“. Aulierdem glaubt er (p. 285), jeder 
Autor habe das sonderbare Recht, eine, ja sogar zwei nomenklato- 
rische Friihgeburten desselben Themas zu machen, um dann spiter 
die erste durch die zweite und diese endlich durch ein nun gliicklich 
ausgereiftes Werk zu ersetzen. Ist das nicht das Ende der Prioritat 
und der Kontinuitat ? 


' 


= 111 
Friedrich Hendei 


Biirgerschullebrer 


Ein verschollener Asilus Centraleuropa’s. 
(Ein dipterologischer Beitrag.) 
Von Friedrich Hendel in Wien. 


Ob man die von Loew in seiner Monographie der Asiliden 
zur Erleichterung der Artbestimmung der zahlreichen europai- 
schen Arten aufgestellten und von anderen Autoren und ihm 
selbst spiter ohne Riicksicht auf die geographische Verbreitung 
neu als Gattungen hinzugeftigten Gruppen der Gattung Asilus 
s. str. als natiirliche Auflésung in engere selbstaindige Genera 
auffasst oder nicht, scheint ziemlich gleichgiltig dem Umstande 
gegeniiber, dass ihr Bestand — und wenn er auch vorlaufig 
nur manchmal auf ein einziges und selbst wieder nur dem einen 
Geschlechte zukommendes, ausgezeichnetes Merkmal basirt ist, 
und demgemass von keinem natiirlich trennenden Gattungs- 
criterium die Rede sein kann — bei Thieren von solcher Gleich- 
artigkeit im Koérperbaue eine genauere Fixirung der Formen 
ermoéglicht, indem unterscheidende Merkmale in der Beschrei- 
bung beriicksichtigt werden miissen, die bei der weiteren Be- 
erenzung des Gattungsbegriffes verloren gingen. 

Wenn Loew*) die Zusprechung des Gattungsrechtes in 
der Zukunft an seine Gruppen voraussah, so erfiillte er spater 
selbst seine Vorhersehung. Ihm folgten dann Schiner**) 
nach seiner Fauna und seinem Katalog und zahlreiche andere 
Autoren. 
Halt man aber daran fest, dass eine natiirliche Gattung 
nur ,eine Reihe von Arten umfasst, welche durch Fehlen von 
Zwischenformen aus der Verbindung mit anderen Artenreihen 
getreten ist“,***) dann kénnen viele Loew’sche Gruppen als 
solche nicht betrachtet werden. 

So sagt z. B. Loew selbst: ,,Es ist nicht ganz leicht, 
eine scharfe Grenzlinie zwischen diesen (den buntbeinigen Dys- 
machus-Arten) und den buntbeinigen Hutolmus-Arten zu ziehen. “ 


*) Linnaea Entomol. II. pag. 400. 
*#%) \Verzeichniss der bis jetzt publicirten Asiliden.“ Verh. Zool.- Bot. 
Gesellsch. Band XVI. pag. 695 sq. 
#**) Prof. Dr. F. Brauer: ,Vorarbeiten zu einer Monographie de 
Muscaria sehizometopa.“ Pars.I. Denkschr. k. Ak. math. nat. Cl. Bd. LVI. pag. 70. 


Wiener Entomologische Zeitung, XVIII. Jabrg., 1Y. Ileft (30. April 1899). 


ne Friedrich Hendel: 


Die Lage der Endlamellchen der Legeréhre stimmen bei beiden 
Gattungen iiberein, und in der Beborstung und Behaarung des 
Thoraxriickens weichen eben nur die typischen Formen ab. 

Den 1848 als Dysmachus (Lophonotus) apiculatus beschrie- 
benen Asilus stellt er 1871*) zu Eutolmus als scheinbar passen- 
der untergebracht; HEutolmus graecus ,scheint* ihm kein Dys- 
machus zu sein. Die von Schiner als Tolmerus corsicus**) 
beschriebene Art ,diirtte‘ nach Loew trotzdem, dass Behaa- 
rung und Beborstung des Thoraxriickens sehr derjenigen eines 
Dysmachus gleichen, ,,vielleicht* besser in die Gattung Hutolmus 
untergebracht sein. 

In der Wirklichkeit gibt es eben Zwischenformen zwischen 
den Gattungen Hutolmus und Dysmachus, tiber deren Stellung 
man absolut im Zweifel ist. Beide Gattungen bilden sichtbar 
eine ununterbrochene Artenreihe, die in der Gattung Machimus, 
deren Stellung nur auf die Lage der Endlamellen der Lege- 
réhre des © begriindet ist, ihre Fortsetzung findet. — Schiner 
hatte beide Gruppen in seiner Fauna vereinigt; spiter fihrt 
er sie getrennt und schliesslich wieder als Gattungen auf.***) 

Ohne das Q kann kein Asilus zu Eutolmus oder Machimus 
gestellt werden. Die fiir die & beider Gattungen als charak- 
teristisch bezeichnete zipfelartige Verlingerung oder Behaarung 
des 8. Hinterleibsabschnittes ist bei einigen Arten (z. B. api- 
catus) kaum zu sehen, wahrend Asilus inconstans % einen Zipfel 
besitzt, aber trotzdem zu Epistriptus gestellt werden muss, 
und Asilus (Dysmachus) bimucronatus dort eine schopfartige 
Behaarung aufweist. 

Was ferner As. (Mochtherus) farinosus anbelangt, so hat 
er durch anliegende kurze Behaarung bedeckte Beine und 
musste deshalb zu Hpitriptus gestellt werden. 

Man erinnert sich da unwillkiirlich an den von Darwin 
mehrfach citirten Satz Linn é’s, dass die Merkmale nicht die 
Gattung, sondern die Gattung die Merkmale geben sollen. 

Aus allem aber geht hervor, dass gewisse, bis jetzt als 
Gattungen aufgefasste Gruppen keine solchen sind, sondern 


*) Dr. H. Loew: ,Beschreibungen europ. Dipteren“ Bd. II. pag. 143. 
kK) Neue oder weniger bekannte Asiliden des k. Zool. Hofkabinets zu 
Wien “ Verh. Zool.-Bot. Gesellsch. Bd. XVI. pag. 409. 
*##) Verzeichniss der bis jetzt publicirten Asiliden.“ Verh. Zool.-Botan. 
Gesellsch. Bd. XVI. pag. 695 sq. 


Kin verschollene: Asilus Centraleuropa’s. 3 


nur Artengruppen, die auf solche typische Grundformen*) basirt 
wurden, welche die meisten Merkmale jeder Gruppe zeigen, um 
welche sich die Arten aber nicht unterbrochen, und oft 
auch nicht natiirlich reihen. ,In einer bestimmten Zeitperiode 
aber kénnen Gattungen etc. nur dann festgehalten werden, 
wenn sie nicht durch lebende Zwischenformen in ihren Charak- 
teren verbunden werden.“**) ,Denn erst das Erléschen von 
Zwischenformen macht die scharfe Charakteristik einer Gruppe 
moglich.“**) 

Die nachtragliche Auffassung der Gruppen als Gattungen 
geht aus dem Bestreben hervor, hier ebenso wie andernorts 
die grossen Genera in engere aufzulésen, was aber bis jetzt 
noch nicht gliicklich durchgefiihrt werden konnte. Die Auf- 
lésung geschah nicht etwa deshalb, weil man neue Verschieden- 
heiten entdeckt hatte, sondern weil zahlreiche neue Arten hin- 
zukamen, welche die alte Gattung anderen gegentiber zu 
gross erscheinen liess. 

Die Gleichartigkeit im fusseren Korperbau, die geringen 
Abweichungen in nur untergeordneten, uns nicht sonderlich in 
die Augen springenden Merkmalen bei grosser Arten- und 
Individuenzahl nebst allgemeiner geographischer Verbreitung 
beweist in dieser sonst ziemlich scharf umrissenen Gattung 
eben nur deren entwicklungsgeschichtliche Jugend, ihre jetzige 
Bliithezeit. Die sich entwickelnden Extreme sind noch nicht 
‘isolirt, die Mittelformen noch vorhanden. 


Asilus apicatus Lw. Linn. Entomol. II]. Bd., 1848, pag. 464 
spec. 14, Gruppe des Asilus rufibarbis. Eutolmus &. 
Asilus apicatus Lw., Schin, Fauna Austr. I. pag. 149, o.— Gruppe: 
Eutolmus und Machimus Lw. 
Asilus apicatus Lw, Schin., Catal. system. Dipt. Eur. pag. 34. — 
Gruppe: Hutolmus. 
Eutolmus apicatus Lw., Schin., Verzeichniss der bis jetzt publicirten 
Asiliden. — Verh. Zool.-Bot. Ges. Wien, Bd XII. pag. 718. — 
Gattung: Hutolmns. 
*) Cf. Darwin, 14. Cap. 
**) Prof. Dr. Fr. Brauer: ,Systemat. zool. Studien“, Sitzber. d. k. 
Ak. d. W. math. nat. Cl Bd. LCI. I. Abth, pag. 255 et 250. 


Wiener Entomologische Zeitung, XVLII. Jahrg., 1V. Heft (8°, April 1899). 


114 Friedrich Hendel: 


Asilus apicatus Lw., Palm, Beitrag zur Dipteren-Fauna Tirols, — 
Verh. Zool.-Bot. Ges. Wien, Bd. XIX. pag. 416. — Gruppe: 
Eutolmus. 

(Asilus apicatus Walk. = Laphria Reinwardti Wied. nach Van 
der Wulp, Tijdschr. Ent. 2, VII.) 


Loew, der nur das o& kannte, gibt als Vaterland dieser 
Art Tirol und die Schweiz an. Schiner war die Art unbe- 
kannt. Eine weitere Erwahnung der Art geschieht endlich 
durch Palm iiber ihr Vorkommen in Tirol, leider ohne Angabe, 
ob auch das Q gefangen wurde. Seitdem war dieser Asilus 
verschollen. 

Ich fing die Art in beiden Geschlechtern Ende Juli bis 
Anfang September im ,Schindergraben“® am Bisamberg bei 
Wien, wo sie nach Art des Astlws albiceps Meig. immer am 
Boden sass. Sie ist sehr scheu. Ein 9, das eine Sarcophaga 
in den Klauen trug, liess sich erst recht weit treiben, bevor 
ich es erhaschen konnte. Die Exemplare fallen durch ihr 
dunkles Colorit auf. 

Loew’s Beschreibung stimmt in allen Punkten mit meinem 
einzigen, etwas abgeriebenen Minnchen iiberein. Der 8. Hinter- 
leibsring ist an der Unterseite ganz deutlich glanzend schwarz; 
sein Unterrand ist kaum erweitert, nur mit schwarzen und 
wenigen rostgelben Haaren schwach gewimpert. Das mittel- 
grosse Hypogygium ist glinzend schwarz. Die Behaarung des- 
selben mit Ausnahme der Oberseite nur rostgelblich. 

Ich lasse nun zum Vergleiche die Beschreibung des bis- 
her unbekannten Weibchens etwas ausfiihrlicher folgen: 

Der stark vortretende Gesichtshécker nimmt etwa 3/, der 
Gesichtslinge ein. Der ihn bedeckende Knebelbart iusserst 
stark und dicht, aus borstenartigen Haaren von der Liinge der 
gréssten Thoraxborsten bestehend; er ist fast ganz schwarz 
an der Ober- und Vorderseite des Héckers, unten aber rost- 
gelblich (bei meinem co’) bis brennend rostroth (bei einigen Q). 
Backenbart und Behaarung des Hinterkopfes von derselben 
Farbe, wie die jeweilig unterste Behaarung des Hickers. Be- 
haarung der Stirn und der beiden ersten l'iihlerglieder schwarz. 
Das 1. Fiihlerglied bei frischen Exemplaren gleich dem Unter- 
gesichte mit goldgelbem Tomente besetzt. Die Borsten am 
hinteren Augenrande sind zahlreich und schwarz. Die Behaa- 
rung der Taster ist auffallend lang, stark und schwarz. 


Kin verschollener Asilus Centraleuropa’s. 115 


Behaarung und Beborstung der Oberseite des Mesothorax ist 
verhaltnissmissig fein und fast durchwegs schwarz. Die Borsten 
sind nur schwarz, auf der Lingsmitte in zwei regelmassigen, 
am Rande der Mittelstriemen verlaufenden Reihen geordnet, 
welche nach vorn etwas tiber die Quernaht hinausgehen. Die 
zarte Behaarung der Brustseiten und des Schildchens ist schwarz 
und eelb gemischt. Das letztere am Rande mit zahlreichen 
schwarzen Borsten besetzt. — Beleuchtet man den Thorax- 
riicken ganz von vorn, so zeigt sich die deutliche, scharf- 
begrenzte, nach hinten wenig verschmalerte Mittelstrieme, mit 
einer ebenso deutlichen gelb bestaubten Halbirungslinie ihrer 
ganzen bis zum letzten Thoraxdrittel reichenden Lange nach. 
Seitenstriemen bei gleicher Beleuchtung weniger dunkel als die 
Mittelstrieme, aber deutlich. Von dem vordersten der drei 
Flecken nur ein keilférmiges Fleckchen tibrig. Der dritte 
endigt in der Héhe der Mittelstrieme. Die Bestéubung des 
iibrigen Thorax ist eine graugelbliche oder weissgraue. — 
Hinterleib von hinten betrachtet matt schwarz. Die scharf 
abgesetzten Hinterrandsinme und die Seitenrinder mit weiss- 
lichem oder gelblichem Schimmer, so dass auf jedem Ringe 
ein fast halbkreisformiger dunkler Discus tibrig bleibt. — Der 
Bauch ist matt schwarzgrau. — Die Behaarung des Hinterleibes 
kurz. Die Discalbehaarung, sowie die bedeutend langere aber 
zarte Behaarung des Bauches auf den vorderen Ringen gelblich, 
auf den hinteren schwarz und viel kiirzer. — Die ersten drei 
Ringe sind an den Seiten und am Bauche ziemlich lang und 
fein rostgelb behaart. Die Marginalborsten sind sckwarz und 
nehmen nach hinten zu an Grdésse ab, bis sie von der tibrigen 
Behaarung kaum mehr zu unterscheiden sind. — Die glanzend 
schwarze Legeréhre ist etwas langer als die letzten zwei 
Hinterleibssegmente zusammen ; sie ist der ganzen Lange nach 
zusammengedriickt, schmal und sabelférmig spitzig. Der Ober- 
rand des ersten Oberstiickes ganz gerade, das Unterstiick unter 
der Grenze des zweiten Oberstiickes schwach S-férmig ge- 
schwungen. Das zweite Oberstiick und die freien, griffel- 
formigen, grobpunktirten Lamellen schwach abwarts gebogen. 
Die Lamellen von der Linge des zweiten Oberstiickes, dieses 
kaum die Halfte des ersten lang. Letzteres deutlich quer- 
runzelig. Die Behaarung der Legeréhre deutlich, ziemlich lang 
und schwarz, diejenige der Lamellen réthlich, — Die Beine 


116 Friedrich Hendel: Kin verschollener Asilus Centraleuropa’s. 


sind ganz schwarz. Die Harchen erscheinen mir aber mit Aus- 
nahme derjenigen an der Innenseite der Schienen rostgelblich 
und nicht schwarz. Die gewodhnlichen Schillerstellen sind 
leuchtend rothfilzig. Die Hiiften, namentlich die vorderen, 
haben eine sehr dichte Behaarung, die gelbweiss bis brennend 
rostroth ist. Diese Behaarung dehnt sich auch auf die Unter- 
seite der vorderen Schenkel aus; nur sind derselben an den 
Vorderschenkeln gegen die Spitze hin gleich lange schwarze 
Haare beigemengt. Unterseite der Vorderschenkel wie beim 7 
ohne Stachelborsten. Solche finden sich nur an der Oberseite 
der Vorder- und der Vorderseite der Mittelschenkel in sparlicher 
Anzahl und von schwarzer Farbe. — Die Fliigel sind glasartig, 
an der Spitze braunlichgrau abgegrenzt getriibt und reichen 
fast bis zum Hinterleibsende. Die Triibung reicht an der 
Fliigelspitze, indem sie sich den Adern vollkommen anschliesst, 
nicht ganz bis zur Wurzel der zweiten Unterrandzelle, erstreckt 
sich in den beiden vor ihr liegenden Zellen streifenartig viel 
weiter, fiillt die zweite Hinterrandzelle etwa zu 2/, aus und 
lasst um die dritte und fiinfte deutliche helle Siume. Die Adern 
sind dunkelbraun. 

Anmerkung1. Die auf der Aussenseite der Hiiften stehende Borste, 
ebenso die oberste Hypopleuralborste schwarz oder gelbweiss; manchmal bei 
demselben Individuum an den beiden Hiften verschieden. Metapleuralborsten- 
kranz schwarz und gelb gemischt Kdorperlinge des 5 17, des Q 16—20 mm. 

Anmerkung 2. Nach der Gestaltung der weiblichen Legeréhre muss 
diese Art nun in die Nahe von dAsilus modestus Lw. zur Gruppe Machimus 
gestellt werden. Die Beschreibung, die Loew (Linn. Entom. Bd. IV. pag. 51) 
von einem einzigen schlecht conservirten 9 als Asilus lugens gibt, passt fast 
ganz auf das Q yon apicatus, nur wird der Knebelbart unten bloss gelblich- 
weiss, die lange Behaarung der Vorderschenkel unten ganz schwarz angegeben, 
As. cyanopus Lw., pag. 53, (nach 1 co aus Oesterreich beschrieben) unter- 
scheidet sich nach der Beschreibung durch den weiter hinaufreichenden Hocker 
des Untergesichtes, den glinzend schwarzen 8, Hinterleibsring und die fast 
metalliseh blauschwarzen Beine; As. modestus Lw., pag. 55, durch die glanzend 
schwarzen Seitenflecke des dritten und folgenden Hinterleibsringes, durch zahl- 


reiche weisse Haare am ersten Fiihlergliede und weisse Behaarung des 
Schildchens. 














Ubersicht 
der bisher bekannten Arten der Pterocallinen. (Dipt.) 


Von Friedrich Hendel, Wien. 


Nach der Bearbeitung der Pyrgotinen als eines Teiles der 
grofsen Aciphoreen-Gruppe der Diptera acalyptrata (79. Fascic. 
Genera Insectorum, 1908) habe ich jene der Pterocallinen-Gattungen 
begonnen. 

Das iiberaus reiche Studienmaterial, das mir diesmal wider 
Erwarten zu Gebote stand, verdanke ich fast ausschliefslich einer 
einzigen Person — Herrn Wilhelm Schnuse in Dresden, der 
mir alle seine in Bolivia und Peru gesammelten und, wie sich 
merkwiirdigerweise herausstellte, zu ?/, aus Pterocallinen bestehenden 
Ortalidinen in selbstloser Weise zur Bearbeitung tiberliefs. Seinem 
Sammeleifer ist es hauptsachlich zu danken, dafs die Zahl der 
bekannten Arten und Gattungen und damit unsere Formenkenntnis 
dieser Gruppe so stark vermehrt wurde. Aber auch im ungarischen 
National-Museum fanden sich viele neue Arten. 

Wir karnten bisher 6 Gattungen mit 19 Arten, mit Aus- 
nahme der Gattung Psaeroptera, welche ich nicht hierher rechne 
und die wahrscheinlich mit dem neu von Cresson errichteten 
Hiatus zusammenfallt. Die folgende Arbeit gibt aber schon eine 
Ubersicht tiber 18 Gattungen mit 86 Arten. 

Mit Ausnahme dreier palaarktischer und ein paar nearktischer 
Formen gehoéren alle itibrigen Arten dem neotropischen Faunen- 
gebiete an. 

Vorliegende Arbeit enthalt die Auseinandersetzung aller Arten 
der Pterocallinen und bildet somit die Basis und nétige Er- 
ganzung zur Bearbeitung und Abbildung der Gattungen, welche 
in Wytsmans Sammelwerk erscheinen wird. Da dort ohnehin 
alle Zitate und Synonyme aufgezahlt werden, habe ich diese Arbeit 
nicht damit beschwert, deren Zweck ja die leichte Bestimmung 
dieser in Farben und Formen so prachtigen Fliegen ist. 

Dafs ich in den Verwaltern der Dipterensammlungen des 
Wiener und des Budapester Museums, den Herren A. Hand- 
lirsch und C. Kértesz, die dankenswerteste Unterstiitzung 
fand, ist ja selbstverstandlich. 


Analytische Ubersicht der Gattungen. 


1. Beide Queradern sind schief und laufen parallel; die hintere 
bildet mit der Discoidalader einen stumpfen Winkel 2. 
Deutsche Entomol. Zeitschrift 1909. Beiheft. 1 


to 


or 


10. 


Deutsch. Ent. Zeitschr. 1909, Beiheft. 


Die Queradern nicht parallel; die hintere bildet mit der 
Discoidalader einen spitzen, mit der Posticalader einen 


stumpfen Winkel . . . 6. 

. Kleine Querader jenseits der Mitte ee Discosdalzelles naher 
der Fliigelspitze. . . : 3. 

Kleine Querader vor der Mitte dee Diecomlalvolias mules der 
Wurzel_ = ape 

. Stirne gekérnt. i cuheaste vor aes Macuigne plétzlich steil 
zur Costa aufgebogen . . . IL. Chondrometopum n. g. 

Stirne glatt. Subcosta allmahlich unter sehr spitzem Winkel 
in die Costa miindend. . . . 2 Cell te Fen 

. Der spitze Zipfel der Analzelle neues die hintere Basal- 
zelle nicht. . 13 tere ae anaiueeae Wulp. 

Der spitze Zipfel aon enelineite tiberragt deutlich die hintere 
Basallzelle .. 2. .'. . 3 TEN. Myennts -Rob.=Desv: 


. Dritte und vierte Liangsader gegen die Miindung zu diver- 


gierend. Subcosta vor der Miindung zuerst abwarts, dann 
steil aufwairts gebogen. Stirne glatt. I. Megalaemyia n. g. 


. Kleine Querader auf oder vor der Mitte der Discoidalzelle. 7. 


Kleine Querader deutlich jenseits der Mitte der Discoidal- 
Zeuley Kola Wee wy el aston mye Oe 


. Erste Eintemtandelie in AS Mitte ah zitronenformig er- 


weitert, so breit wie der halbe Fliigel, gegen die Spitze 

zu aber wieder verjiingt. Die Discoidalzelle ist dadurch 

so stark nach abwirts gebogen, dafs die hintere Querader 

als eine unmittelbare Fortsetzung der Posticalader erscheint 
und dem Fligelhinterrande fast parallel lauft. 

XIII. Hlapata n. g. 

Erste Hinterrandzelle normal, Discoidalzelle nicht gekriimmt. 8. 


. Kopf in der Langsachse a epee nt Sake Augen daher lot- 


recht, Oneal eileen 9. 
Kopf im Profile so hoch wie ieee rahe. aueaiied deeded ee 
Augen langer als hoch . XVII. Ophthalmoptera n. g. 


. Mundrand ohne Vibrisse. Die Frontorbitalborsten stehen schief 


nebeneinander. Kandmal des o stark erweitert. 
VI. Dasymetopa Loew. 
Mundrand mit einer kraftigen Vibrisse. Orbitalborsten hinter- 
einander. Subcostalzelle des o” nicht gréfser als beim 9. 
VII. Rhyparella n. g. 
Analzelle in eine auffallend schmale Spitze ausgezogen, die 
mindestens so lang wie die Analzelle selbst ist . 11. 
Analzelle ohne Spitze oder nur mit einem kurzen, keilférmigen 
Lipial so.) 2, (ey oeegewns Menkes ee Ce ee Se ee 


Hendel, Ubersicht der bisher bekannten Arten der Pterocallinen. 3 


11. 


12. 


13. 


14. 


16. 


aie 


18. 


Fligelvorder- und -Hinterrand parallel. VIII. Pterocalla Rond. 
Vorder- und Hinterrand des Fliigels nie parallel . . 12. 
Stirne mit einer Grube vor den Ocellen. Die verengte Spitze 
der ersten Hinterrandzelle ist aufwirts gebogen. 
XV. Bothrometopa n. g. 
Stirne ohne Grube. Erste Hinterrandzelle gerade. 
X. Callopistromyia Hend. 
Anallappen des Fliigels mit einer auffallenden Ecke vorspringend. 
Thoraxriicken mit einer breiten Langsgrube in der Mitte. 
XVIII. Goniaea n. g. 
Anallappen abgerundet, normal. Thoraxriicken ohne Grube. 14. 
Clypeus im Profile mit konvexem Buckel zwischen und unter 
den Fiihlern vortretend. Dritte und vierte Lingsader vor 
der Miindung aufwarts gebogen. XIV. Cyrtomostoma n. g. 
Clypeus ohne Buckel. Dritte und vierte Liingsader nicht auf- 
warts gebogen . . Pye ra. 


. Arista lang und eae oes penaded: Analzelle 


bauchig begrenzt. Erste Hinterrandzelle an der Spitze 
verengt. Trweite Langsader zweimal wellig geschwungen. 
XI. Pterocerina n. g. 
Arista nie gefiedert, nackt oder héchstens behaart. . 16. 
o: Vorderschenkel unten héckerartig erweitert; Vordertarsen 
verkiirzt. 2: Das basale Doppelsegment des Hinterleibes 
so lang wie der halbe, das Wurzelglied der Legeréhre so 
lang wie der ganze Hinterleib und so breit wie dieser. 
XVI. Coscinum n. g. 
o: Vorderbeine normal. @: Legeréhre kiirzer und schmiler 
als der Hinterleib, dessen Wurzelsegmente nicht verlingert 
sig: “Sa 4!" on ks 17. 
Analzelle bauchig eerene Pedzaleder am Ende wellig auf- 
wirts gebogen. Fligel gegittert. 
XII. Paragorgopsis Gigl. Tos. 
Analzelle mit kurzer, aber deutlicher Spitze. Radialader nicht 
aufwarts gebogen. Fliigel mit Querbinden . . . 18. 
Kopf kuglig, hinten ausgehéhlt. Augen rund. Drittes Fiihler- 
glied fast kreisrund . . IX. Pseudotephritis Johnson. 
Kopf flach, hinten stark ausgehéhlt. Augen lotrecht oval. 
Drittes Fiihlerglied langlichrund. V. Terpnomyia n. g. 


I. Genus: Megal/aemyia 0. g. 


. Der Rand an der Fliigelspitze schwarz. Hintere Basalzelle 


oben geradlinig begrenzt . . . . mer 
Ein sichelférmiger Rand an der Wineelantae eieenell Hintere 
Dasalzelle sOBeCHmer Welter tite: Varies To yee) se a Os 


4 Deutsch. Ent. Zeitscar. 1909, Beiheft. 


2. Analzelle dunkel, mit einem glashellen Punkte in der Mitte. 3. 
Analzelle ganz glashell. Spitzenhalfte des Fligels glashell, 
mit einer geraden Querbinde tiber die hintere Querader und 
einem Costalsaume as . . 6. M. costalis n. sp. 
3. Hinterleib mit gekérnter Oberfliiche SO ge) anes 
Hinterleib glatt , poliert. Thorax glainzend schwarz, mit 2 
weifsen Langsstriemen in der Mitte. 3. M. albostriata n. sp. 
4. Riicken auf grauer Bestaiubung schwarz punktiert. Fliigel hinter 


der Posticalader glashell . . . 5. 
Riicken des Thorax niche punktiert. Fligel famed der Pastel: 
ader noch braun") ae 2 a a Siisae teens 


5. Der glashelle Teil der Suleeeineteue mit 2 braunen Quer- 
bandchen, die bis an die Gubitalader herabreichen. 

2. M. punctulata n. sp. 

Obige 2 Querbinden fehlen. Der braune Costalsaum geht 
‘um die ganze Fliigelspitze herum . *M. radiata n. sp. 
6. An der kleinen Querader ein helles Fenster. . Te 

An der kleinen Querader kein Fenster. Von der Basalhiilfte 

der Discoidalzelle zieht eine bogenférmige Binde in die 
dritte Hinterrandzelle hintiber . . 4. M. bestifer n. sp. 

7. Untergesicht mit einem weifsen Querbande. Fliigel hell nufs- 
braun . . . + 5. M. fenestellata n. sp. 
-Untergesicht einfarbig dodiedInetan: Fliigel schwarzbraun. 
*M. marginata n. sp. 


1. Megalaemyia Elsae n. sp. 


6 2, Bolivia (Mapiri, Sarampioni; Februar und Marz). 
Peru (Urubambaflufs, September). Coll. Schnuse. 

Stirnstrieme hell rotbraun bis schwarzbraun, oder das Rot 
ist nur lings der Mitte sichtbar; mit Fettglanz und kurzer, aber 
ziemlich rauher, an den Orbiten etwas langerer Grundbehaarung. 
Ocellendreieck und Scheitelplatten glainzend schwarz, weifslich be- 
staubt. Die Augenrander um das ganze Auge herum weifsschim- 
mernd. Clypeus heller oder dunkler braun, ebenso wie die rét- 
lichen Wangen und Backen weifs bereift, besonders beim Q. 
Mundrand manchmal heller gefiirbt. Hinterkopf schwarzlich. Augen 
einfarbig hell rotbraun. 

Fiihler dunkel braunrot. Pralabrum schwirzlich. Die Taster 
und der Riissel, mit Ausnahme des gliinzend schwarzen Kinnes, 
rotbraun bis dunkelbraun. 

Thorax und Schildchen glinzend braunschwarz. In gewisser 


* Die Beschreibung der mit einem Sternchen versehenen Arten folgt 
im Anhange. 


Hendel, Ubersicht der bisher bekannten Arten der Pterocallinen. 5 


Beleuchtung erscheint das Schildchen und der Riicken vor der 
Quernaht in rotbraunem Schimmer, der Riicken hinter der Naht 
mit gelblichen Reflexen, was durch ein feines Toment hervor- 
gebracht wird. 

Die Pleuren haben tiber der Sternopleuralnaht einen milchig- 
weifsen Schimmer. 

Hiiften und Beine glanzend braunschwarz. Fiifse leuchtend 
hell gelbrot. 

Hinterleib glinzend pechbraun oder schwarz, mit winzigen 
Griibchen, die dicht nebeneinander stehen und teilweise zusammen- 
fliefsen, tiber und tiber bedeckt, wodurch die Oberflache ein granu- 
liertes Aussehen erhalt. Der Hinterrand des dritten Tergits ist 
an den Seiten etwas verktirzt oder ausgeschweift, so dafs zwischen 
dem dritten und vierten Tergit ein seitliches, unten durch die 
weiche Bindehaut begrenztes Griibchen entsteht, welches mit einer 
weifslichen oder gelben wachsahnlichen Masse, klumpenartig ge- 
hiiuft, erfiillt ist. Erstes Glied der Legeréhre kurz und nicht 
breit, von der Form eines gleichseitigen Dreiecks. 

Von den 2 Arten, deren Fliigelspitzensaum auch noch schwarz 
ist, unterscheidet sich diese Art in der Fligelzeichnung durch 
Folgendes: Die braunschwarze Farbe herrscht weitaus vor. Vor 
der Miindung der Mediastina liegen an der Costa 3 helle, trapez- 
formige Flecke, nicht blofs einer. 

Die erste Hinterrandzelle ist vor der Spitze verengt und 
dann erst wieder erweitert. In den braunen, gegen die Fliigel- 
spitze heller werdenden Hinterrandzellen 1 und 2 liegt hinter der 
hinteren Querader je eine helle schiefe Querbinde. Bei den anderen 
Arten sind diese Zellen glashell. Der Fliigel ist auch hinter der 
Posticalader noch ausgedehnt braun gefairbt. Das Ende der dritten 
Laingsader ist nach aufwarts gebogen. 

Schiippchen hell braunlich. Schwinger weifsgelb. 

Kérperlinge o7 4 mm, 9 4,5 mm. Fliigel 4 mm. 


2. Megalaemyia punctulata n. sp. 


2 2, Bolivia (Mapiri, Januar). Coll. Schnuse. 

Stirnstrieme rotbraun; Stirne im tibrigen wie bei JM. Elsae. 

Das Untergesicht gleicht mit seiner silberweifsen Querbinde 
jedoch M. albostriata. Augen bliulich metallisch griin, oben und 
unten, sowie 2 wagrechte Querbinden tiber die Mitte verlaufend, 
purpurviolett. 

Fithler rostrot, desgleichen die Taster, deren Spitzen braun 
sind. Riissel und Pralabrum dunkler braun. 

Thorax und Schildchen glainzend schwarzbraun, an den 
Pleuren lichter. Der Riicken ist mit einer weifsgrauen Bestiubung, 


6 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1909, Beiheft. 


welche in gerade Lingsreihen geordnete schwarze Punkte der 
Grundfarbe freilafst, dicht bedeckt. Pleuren oben mit einem 
milchweifs schimmernden Lingsbande. 

Hinterleib glainzend schwarzbraun, mit granulierter Ober- 
fliche. Die Skulptur wird aber nicht wie bei M. Hlsae durch 
Vertiefungen, sondern durch winzige halbkuglige Konvexititen er- 
zeugt. Erstes Glied der Legeréhre wie bei der zuletzt genannten Art. 

Hiiften und Beine wie bei M. albostriata gefirbt. 

M. punctulata unterscheidet sich in der Fligelzeichnung von 
den beiden zum Vergleiche herangezogenen Arten durch das Fehlen 
der glashellen Punkte in der Rand- und Unterrandzelle, sowie durch 
die ganz glashelle dritte Hinterrandzelle. Das Ende der dritten 
Langsader ist nach aufwarts gebogen. 

Da sich die Fliigel aller Megalaemyia-Arten nicht so gut be- 
schreiben wie abbilden lassen, verweise ich auf die von mir aus- 
gefiihrten Tafeln der Genera Insectorum, Subfam. Pterocallinae. 

Schiippchen braungelb. Schwinger hellgelb. 

K6rper- und Fligellange ungefaihr 4 mm. 


3. Megalaemyia albostriata n. sp. 

6 o7 9, Bolivia (Mapiri, Januar—Marz); Peru (Meshagna, 
September). Coll. Schnuse. 

Stirnstrieme dunkelbraun, oben vor den durch Bestéubung 
und Glanz hell erscheinenden Scheitelplatten und Ocellendreieck 
schwarz, vorne in der Mitte mit weifslichem Schimmer. Behaarung 
kurz und fein. Orbiten rund herum weils eingefafst. Ebenso ist 
das ganze Untergesicht unter den Augen, dann quer tiber dem 
Mundrande silberweifs. Die unteren Backen, sowie der Hinter- 
kopf jedoch sind glainzend schwarz. Der Clypeus ist matt braun. 
Augen wie bei M. punctulata. 

Fiihler dunkel braunrot. Das dritte Glied derselben meist 
noch dunkler. Riissel und Taster wie bei M. Elsae. Desgleichen 
auch der Thorax und das Schildchen. Auf dem Riicken sind 
aber aufserdem, wenn derselbe von riickwirts betrachtet wird, 
zwei hinten abgektirzte, weifsschimmernde Liingsstriemen in der 
Linie der Dorsozentralen zu sehen. 

Hiiften und Schenkel dunkelbraun, Schienen allméhlich heller 
rotbraun, Fiifse noch heller, gelbrot. 

Hinterleib pechbraun, glatt poliert, stark glianzend, beim o7 
mit ahnlichen Gruben wie bei J. Elsae. Erstes Glied der Lege- 
rohre spitz dreieckig, linger, aber nicht breiter als bei M. Elsae. 

Im Fliigel unterscheidet sich diese Art von den 2 niichst- 
verwandten Arten dadurch, dafs zwischen der ersten und zweiten 
Langsader an der Costa 2 dreieckige helle Flecke liegen und 


Hendel, Ubersicht der bisher bekannten Arten der Pterocallinen. 7 


dafs von der aufgebogenen Radialader ausgehend nur eine dunkle 
Querbinde die Cubitalader beriihrt!). Schiippchen braun, Schwinger 
hellgelb. 

K6érperlange 3—4 mm. — Fliigel 3,5—4 mm. 


4. Megalaemyia bestifer n. sp. 


4 o, Peru (Meshagna, Urubambaflufs; September), Coll. 
Schnuse. 

Stirnstrieme dunkel rotbraun, wenig glinzend und kurz 
schwarz behaart. Scheitelplatten und oberer Hinterkopf, ebenso 
der Clypeus dunkelbraun, wachsgliinzend. Wangen, Backen und 
unterer Hinterkopf rétlich braun. Fihler noch dunkler rotbraun 
als die Stirne. 

Arista mit Ausnahme des etwas verdickten Wurzeldrittels 
fein und kurz, aber deutlich behaart. Augen einfarbig dunkel 
stahlgrin. 

Riissel mit seinen Anhéngern dunkelbraun, Taster etwas rétlich. 

Thorax und Hinterleib dunkelbraun, nur wachsglanzend. 

Riicken mit einem diinnen rotbraunen Tomente gleichmiifsig 
bedeckt. 

Hiiften und Beine dunkel rotbraun, Schienen heller, noch 
mehr aber die Tarsen. 

Die Behaarung des Hinterleibes ist hellgelb. 

Fliigel schwarzbraun. Kleine Querader ohne helles Fenster, 
héchstens selbst glashell. Von der dunklen Wurzelhilfte der 
Discoidalzelle zieht ein bogenférmiges Band bis zur Miindung der 
Analader herab. Erste Hinterrandzelle vor der Spitze etwas ver- 
engt, dann wieder erweitert. 

Schiippchen braunlich. Schwinger gelb. 

Alle 4 Stiicke, die mir vorliegen, sind mehr oder weniger 
élig geworden! Die Beschreibung bedarf daher noch der Er- 
ganzung. 

Korperlange und Fliigel 2,5— 3 mm. 

Anmerkung: Diese, die folgende Art und I. marginata unter- 
scheiden sich von den vorhergehenden aufser in der Fliigelzeichnung 
noch durch einige andere Merkmale, so dafs ihr Verbleiben in der 
Gattung Megalaemyia nur ein provisorisches ist. Thre Mediastina ist 
vor der Miindung abgebrochen und geht nur als Falte zur Costa, 
welche an dieser Stelle etwas verdiinnt erscheint. Dadurch entsteht 


1) Die hintere Querader bildet mit der Discoidalader wohl einen 
stumpfen Winkel, jedoch mit der Posticalader keinen spitzen, sondern 
auch wieder einen stumpfen Winkel, was daher kommt, dals sie eben 
nicht gerade, sondern in der Mitte bauchig gebogen ist. Das Ende der 
dritten Lingsader ist nach abwiirts gebogen. 


8 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1909, Beiheft. 


eine Ahnlichkeit mit den Tephritinen. Aufserdem besitzen sie 2 
Paare Dorsozentralborsten und aufgerichtete, gekreuzte Borsten an 
der Schildchenspitze, wihrend die anderen Arten nur 1 Paar Dorso- 
zentralborsten und parallele oder etwas divergierende Schildchen- 
borsten haben. Mit Tephritinen haben wir es deshalb nicht zu 
tun, weil untere Frontorbitalborsten vollstindig fehlen. Fliigel- 
aderung und -Zeichnung, Kopfbau und die sonstige Organisation 
bringen diese Fliegen im tibrigen in die unmittelbare Nahe der 
typischen Megalaemyiaarten. 


5. Megalaemyia fenestellata n. sp. 


1 9, Mexico (Orizaba, November). K. K. Museum in Wien 
(leg. Bilimek). 

Stirnstrieme rot, fein und kurz behaart. Der untere Teil 
der Backen und des Hinterkopfes gelbrot. Die weifse Querbinde 
des Untergesichts und die tibrige Kopffarbung wie bei M. albostriata. 

Fithler rotbraun, das dritte Glied am dunkelsten. Arista 
wie bei JM. bestifer. Die Augen scheinen einfarbig rotbraun 
zu sein. 

Riissel mit seinen Anhingen rostrot. 

Thorax und Schildchen dunkel rotbraun, der Riicken mit 
Ausnahme der Seiten jedoch schwarzbraun und etwas graulich 
bereift. 

Hiften und Beine rotgelb. Schenkel gegen die Knie zu 
mehr braun werdend. 

Hinterleib schwarzbraun, an der Wurzel etwas roétlich. Die 
Oberflachenskulptur fhnelt jener der J. Hlsae. Das erste Glied 
des Ovipositors ist sehr kurz, stumpf dreieckig und von rétlicher 
Farbe. 

Fliigel nufsbraun. An der kleinen Querader liegt ein helles 
Fenster. Die Discoidalzelle ist ganz glashell und die dritte Hinter- 
randzelle ebenfalls. Die erste Hinterrandzelle ist jenseits der 
hinteren Querader tiberall gleich breit. 

Schtippchen bréunlich. Schwinger ? 

K6érperlinge und Fliigel 3 mm. 


6. Megalaemyia costalis n. sp. 


1 2, Bolivia (Mapiri, Januar). Coll. Schnuse. 

Da mir nur 1 einziges, etwas fettig gewordenes 2 vorliegt, 
kann ich ganz verlifsliche Farbenangaben nicht machen. 

Kopf samt den Fiihlern gelbrot. Eine weifsschimmernde 
Binde quer tiber das Untergesicht scheint mir vorhanden zu sein. 
Augen ? 

Auch Pralabrum, Riissel und Taster sind hell rostrot. 


Hendel, Ubersicht der bisher bekannten Arten der Pterocallinen. 9 


Thorax und Hinterleib glanzend pechbraun. Schulterbeulen 
und Schildchen rotbraun. Der Riicken des Thorax ist von einer 
ockrigen Bestéubung etwas matt. 

Hiiften und Beine rotbraun; letztere gegen das Ende zu 
immer heller werdend. Das erste Glied der Legeréhre ist schlank 
und spitz dreieckig und fast so lang wie der ganze Hinterleib. 

Im Fligelgeider weicht diese Art nicht unbetrachtlich vom 
Gattungstypus ab. Bei allen Arten ist die Radialader auffallend 
wellig geschwungen oder doch vor der Miindung bogig nach auf- 
wiirts gebogen; hier ist sie jedoch ganz gerade und macht nur 
vor dem Ende eine kaum merkliche Biegung nach unten. Nur 
auch noch bei M. fenestellata sind die Endabschnitte der dritten 
und vierten Lingsindern fast gerade und parallel, sonst in ver- 
schiedener , charakteristischer Weise gebogen. Die hintere Quer- 
ader ist wie bei der albostriata bauchig gebogen. Der in der 
Tabelle erwahnte Costalsaum geht von der Miindung der auf der 
Costa senkrecht stehenden Querbinde bis zur Miindung der Dis- 
coidalader. Die Querbinde hiaingt am Fliigelhinterrande mit der 
Spitze eines braunen rechtwinkligen Dreiecks zusammen, dessen 
Katheden die Costa von der Wurzel bis zur Miindung der Sub- 
costa und von dort eine Linie im rechten Winkel nach abwarts 
sind, und dessen Hypotenuse eine geschwungene Linie bildet, 
welche die Basalzellen, die Wurzel der Discoidalzelle und die 
Wurzelhalfte der dritten Hinterrandzelle noch glashell lafst. Ein 
glashelles Dreieck liegt im Randmale, ein heller Fleck in der 
Costalzelle. 

Die kleine Querader steht auf der Mitte der Discoidalzelle, 
bei allen anderen Arten vor derselben. 

Schiippchen und Schwinger rotbraun. 

KGrperlinge 4 mm. Fliigel 3 mm. 


II. Genus: Chondrometopum n. g. 
7. Chondrometopum arcuatum n. sp. 


1 2, Peru (Pichis, Pto. Bermudes, Dezember). Coll. Schnuse. 

Die auffallend breite, gekérnte Stirne ist rotbraun, mit kaum 
merklicher Grundbehaarung. Die Scheitelplatten und der obere 
Hinterkopf erscheinen noch dunkler. Der ganze untere Kopfteil 
ist von glainzend gelber Grundfirbung, am Clypeus, an den 
Wangen und an den vorderen Backen jedoch dicht weifs bereift. 
Augen einfarbig smaragdgriin, mit schwachem rétlichen Schimmer. 

Fithler und Taster gelbrot. Praelabrum kaum_ sichtbar. 
Riissel braun. 

Der ganze Thorax und der Hinterleib dunkel pechbraun, mit 


10 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1909, Beiheft. 


Wachsglanz, an manchen Stellen rétlich durchscheinend. Lege- 
rohre hellgelb, das erste Glied derselben kurz trapezformig. 

Beine von der Farbe des Thorax. Die Schienen gegen die 
Spitze zu und die Tarsen rotgelb. 

Fliigel glasig, mit einem bogenformigen, schmalen schwarzen 
Bande an der Spitze, welches vom Fligelhinterrande tiber die 
schiefe hintere Querader zur Costa und lings derselben bis tiber 
die Miindung der Discoidalader hinauslauft. Ebenfalls schwarz 
ist die Fliigelbasis tiber der Discoidalader bis zu der mit obigem 
' Ringbande parallelen Grenze, die von der Miindung der Subcosta 
bis knapp hinter die kleine Querader verlauft. In diesem schwarzen 
Felde liegt ein ovaler glasheller Fleck wenig hinter dem Ursprung 
der Radialader in der Unterrandzelle und ein dreieckiger , eben- 
solecher Fleck im Randmale, mit der Spitze gegen die kleine 
Querader zu. 

Schwinger gelblich weifs. 

Kérperlinge mit Legeréhre (erstes Glied) 4,5 mm. Fliigel 
4 mm. 


III. Genus: Myennis Rob.-Desv. 
Essai sur les Myodaires p. 717 (1830). 


1. Erste und zweite Liingsader sind tiber der kleinen Querader 
durch eine schiefe Querader verbunden. . . . . 6. 
Obige Querader fehlt . . . POSE I Oe 
2. Beide Queradern sind ungefahr die Danae ee hinteren Quer- 
ader voneinander entfernt. Erste Hinterrandzelle in der 


Mitte verengt. . . . . . 14. M. scutellaris Wied. 
Queradern viel stirker genihert. Erste Hinterrandzelle in 
der Mitte nicht verengt . . . hes Jee 2 


3. Glanzend schwarze Arten, mit schwanaen Flagelquerbindén. 


Arten von nicht glanzend schwarzer Grundfarbe und mit 


hellbraunen Fltigelquerbinden:. -. .. . jf) 7s) Wee: 
4. Gesicht grau, mit 3 braunen Querlinien. Der Apicalfleck des 
Fligels isoliert . . . . 11. M. sibirica Portschinsky. 


Gesicht einfarbig weifs. Der Apicalfleck des Fliigels ist an 
der Costa mit den tibrigen Querbinden verbunden. 
10. M. nigra n. sp. 
In der Randzelle liegt ein isolierter brauner Fleck. Schenkel 
verdunkelt. Stirne grau. Hinterleibsbasis hellbraun. 
8. M. octopunctata Coqueb. 
Der Randzellenfleck bildet die unmittelbare Fortsetzung der 
Spitzenbinde. Schenkel und Stirne hellgelb. Hinterleibs- 
basis’ “Grangerot © 202 lo). 390 UM aricolop. iessp: 


Or 


Hendel, Ubersicht der bisher bekannten Arten der Pterocallinen. 11 


6. Die beiden dunklen Saéume der Queradern bilden eine einzige 
Querbinde, weil die Adern fast tibereinander stehen. Thorax 
langsgestriemt. . . . JSPR inatinatt Shee 

Die Siume der beiden seni dontei sn diet entfernten Quer- 
adern bilden zusammen keine Querbinde. Thorax quer- 
gestriemt . . . we ee NS Me zebra: n=" sp: 

7. Hinterleib glanzend cierereencs 

12. M. appendiculata n. sp. 
Hinterleib metallisch blau und violett. 
* M. cyaneiventris n. sp. 


8. Myennis octopunctata, Coquebert 
[= Myennis fasciata Fabricius, Syst. Antl. p. 210. 19 (1805)). 


Loew hat schon in den Monogr. N. A. Dipt., Vol. VIII, 
p. 58 darauf hingewiesen, dafs die von Coquebert in der 
Illustratio iconographica Insectorum, Decas tertia, Paris 1804, 
p- 110 (Tab. XXIV, Fig. 17abc) beschriebene und abgebildete 
Musca octopunctata sehr wahrscheinlich mit unserer Myennis fasciata 
Fab. zusammenfallt. Er nimmt diese Synonymie jedoch nicht an, 
weil der namengebende Charakter nicht existieren soll. Coque- 
bert schreibt: .. . . thorace macula dorsali grisea quadrata, puictis 
OOD THATIGE 6 ws ses »Thorax antice linea recta utrinque brevi, 
nigra; macula grisea quadrata in area nigra, punctis octo nigris in 
lineas 2 transversas, paralleles dispositis.* 

Ich kann nur sagen, dafs diese Beschreibung vollstandig auf 
M, fasciata Fab. pafst, welche Art vor dem Schildchen jenen 
quadratischen grauen Fleck und auf demselben 6—8 schwiirz- 
liche Wurzelpunkte an den Borsten in 2 Querreihen zeigt. 

Was mich aber vollends bestimmt, obigen Namen anzunehmen, 
ist die treffliche und so charakteristische Abbildung der Fliigel- 
zeichnung Coqueberts, welche den auch schon in der Be- 
schreibung erwahnten braunen Fleck in der Randzelle deutlich 
zeigt. Man vergleiche nur die Photographie Loews in dessen 
,Bohrfliegen*, Tafel XVI, 3. 

Auch Rondani hat in seinem Prodromus den Namen Myeniis 
octopunctata Coqueb. schon angenommen. 

Die Augen dieser Art sind im Leben grtin mit violettem 
Schimmer. 


Qa Myennis tricolor i: sp. 


8 o7 2 aus Sary Yasy in Turkmenien. K. K. Museum in Wien. 
Kopf matt hellrot, nur Hinterkopf an den Seiten und das 
kleine Ocellendreieck weifsgrau. Untergesicht weifslich bestaubt. 
Stirne deutlich mit kurzen, schwarzen Haaren bedeckt, so breit 


12 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1909, Beiheft. 


wie ein Auge. Clypeus im Profile konkav. Fihler und Taster 
rotgelb, ebenso der Riissel. Arista nackt. Taster, etwas ver- 
breitert. Riissel rotbraun. Augen smaragdgriin mit blauem und 
violettem Schimmeyr. 

Thorax glinzend schwarz, dicht grau bestéubt. Der Ricken 
ist innerhalb der Linien der Dorsozentralborsten auf einer breiten 
Strieme von vorne bis hinten hellgrau, seitlich davon abgesetzt 
sepiabraun, welche Farbung nach unten heller wird und hinten 
in der Supraalargegend die glinzend schwarze Grundfarbung hervor- 
treten lafst. 

Schulterbeulen rétlich, grau bestiaubt ; ebenso sind die Pleuren 
mit grauer, minder dichter und nach riickwaérts noch dinner 
werdender Bestiubung bedeckt. Hinterriicken glanzend schwarz. 
Schildchen glanzend gelb, an den Seiten breit schwarz und nur 
oben schwach bestéubt. 

Hinterleib dreifarbig: orange, weifs, schwarz. Das erste und 
zweite Tergit sind orange, ziemlich gliinzend, die folgenden von 
glinzend schwarzer Grundfirbung, die aber in der Hinterhalfte 
des zweiten und der vorderen des dritten silberweifs, sowie am 
ganzen fiinften Segmente grauweifs, dazwischen matt sepiabraun 
bestiubt ist. Der dritte und noch mehr der vierte Ring lassen 
aber seitlich das glanzende Grundschwarz hervortreten. 

Erstes Glied der Legeréhre des 2 fast so lang wie der Hinter- 
leib, gelbrot, breit lanzettférmig. Genitaltergite des o7 rot und 
klein, kuglig. 

Schiippchen weifs, Schwinger gelb. — Beine und Hiiften 
ganz gelb. 

Fliigel rein glashell, mit 4 hellbraunen, schiefen, parallelen, 
durchgehenden Querbinden. Die beiden ersten hangen an der 
Costa zusammen; die erste verliuft tiber die Basalzellen und die 
Analader; die dritte, isolierte, beginnt im Randmale und geht 
iiber die beiden Queradern, die zweite liegt in der Mitte zwischen 
der ersten und dritten Binde, die vierte liegt an der Fliigelspitze. 

o: Kérper- und Fliigelliinge 4,5 mm, — 2: 5 mm. Lege- 
rohre 2 mm. 


10. Myennis nigra n. sp. 

1 o7, Peru (Meshagna, Urubambaflufs, September). Coll. 
Schnuse. : 

Stirne matt hellrot, mit kurzer, schwarzer, abstehender 
Grundbehaarung. Clypeus mit Prailabrum seidenartig weils. Backen 
unter dem Auge kastanienbraun. Hinterkopf dunkelgrau, an den 
Orbiten weifs schimmernd. 

Fiihler und die verbreiterten Taster gelbrot, Rtissel schwarz. 


Hendel, Ubersicht der bisher bekannten Arten der Pterocallinen. 13 


Im Vergleiche mit MM. octopunctata Coqueb. ist der Kopf viel stirker 
zusammengedriickt ; die Augen sind daher viel héher und kiirzer 
im Durchmesser. Auch das Profil des Clypeus ist nur wenig 
konkav und die Spitzenhalfte der Arista deutlich pubescent. Augen 
hell olivengriin, am Vorderrande dunkel purpurn schimmernd, nach 
hinten verwischt. 

Thorax, Hiiften, Beine und Abdomen von glinzend pech- 
brauner Grundfirbung. Am Riicken ist der Teil vor der Quer- 
naht, mit Ausnahme des Humeralcallus, und eine Querbinde etwas 
vor dem Schildchen weifs bereift. Dieser weifse Reif zieht auch 
auf die Pleuren herab und tiberzieht den Vorderteil der Meso- 
und Sternopleuren. 

Der Hinterrand des zweiten und der vordere des dritten 
Abdominaltergits sind ebenfalls schmal weifs bestéubt. 

An den Beinen sind die Knie rétlich, die Schienen heller 
braun als die Schenkel, und die Tarsen sogar rostrot. 

Fliigel glashell mit 4 schiefen schwarzbraunen Binden. Die 
erste lauft langs der Costa von der Wurzel bis zur Miindung der 
Discoidalader und ist nur an der Subcosta etwas zusammen- 
geschniirt. Die zweite, die tiber die beiden genaiherten Queradern 
fiihrt, entspringt aus der ersten vom Randmale her, oder besser 
gesagt, ist die eigentliche Fortsetzung des Costalsaumes von der 
Wurzel her. Die dritte Binde lafst die hintere Basalzelle noch frei, 
wird aber dann unten von der Posticalader begrenzt, welche sie 
erst hinter der Mitte tiberschreitet. An der Miindung dieser Liings- 
ader stofsen die zweite und dritte Binde fast zusammen. Als 
vierte Binde kann man den verdunkelten Fliigelteil hinter der 
Langsfalte der Axillarzelle auffassen. — Die Subcosta miindet 
nicht geradlinig unter sehr spitzem Winkel, sondern in einem 
steilen Bogen, wodurch das Randmal noch gréfser wird. Die beiden 
Queradern sind wie bei M. octopunctata geniihert. Die hintere ist 
aber in der Mitte gebogen. Dritte und vierte Lingsader gegen 
die Miindung zu parallel. Spitze der Analzelle nur kurz. 

Schiippchen schneeweils, Schwinger gelbweifs. 

K6rper- und Fliigellinge 4,5 mm. 


11. Myennis sibirica Portschinsky. 
Horae Soc. Ent. Ross., V. XXVI. p. 213, T. 1 fig. 10 (1892). 


Ich kenne die Art nicht. Die Beschreibung lautet : 

2. Nigra, nitida; fronte lata fuscescenti-grisea, vitta trans- 
versa fusca, faciei griseae lineis tribus transversis fuscis, genis 
antennisque fusco-rufescentibus; thorace in medio lateribusque 
griseo-micante; scutello nigro, nitido, setis 4 marginalibus in- 
structo; abdomine nigro, nitido, segmentis: secundo basi late 


14 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1909, Beiheft. 


tertioque anguste griseo-micantibus ; oviducto lato, nigro, nitido, 
longitudine segmentis duobus ultimis subaequali; pedibus fusco- 
nigris, tibiis pallidioribus tarsisque sordide flavidis; alis hyalinis, 
costa basi latissime, macula apicali fasciisque tribus obliquo- 
transversis atris. 

Long. 6,5 mm. — Patria: Sibirica. 


12. Myennis appendiculata n. sp. 


5 of, Brasilien (Rio Grande do Sul). K. K. Hof-Museum 
Wien. — Paraguay. Ungar. National-Museum. 

Kopf matt gelbrot, Clypeus heller, seidenglanzend; Stirne 
manchmal ins Rotbraune verdunkelt. Letztere an den Augen- 
randern, auf einer schmalen, sich verjiingenden Mittellinie vom 
schwarzen Ocellenhécker bis zum Vorderrande und beiderseits des 
Ocellenhéckers selbst goldgelb bestéubt. Grundbehaarung der- 
selben schwarz und kurz. Augen am Vorder- und Hinterrande 
dunkel violettpurpurn, in der Mitte als ovaler Liingskern griin. 

Fiihler rostrot; drittes Glied derselben oft dunkler braun. 
Arista nackt. Im Vergleiche mit MJ. octopunctata und M. nigra 
steht die Art in bezug auf Konkavitaét des Clypeus, Flachheit 
des Kopfes und Form der Augen zwischen denselben. 

Backen unter dem Auge mit einem dunkelbraunen Fleck. 
Die verbreiterten Taster, das Prilabrum und die Labellen rostrot ; 
der Riissel jedoch sonst glinzend schwarz. Hinterkopf rotbraun, 
oben dunkler, an den Orbiten goldig bestiubt. 

Thorax von glainzend dunkel rotbrauner Firbung, die an den 
Pleuren heller wird. Von derselben wird auf dem Riicken von 
einer goldgelben dichten Bestaéiubung folgende dunkle Langsstriemen- 
zeichnung freigelassen: eine feine Mittellinie hinter der Quer- 
naht; seitlich davon dann je eine breitere, durchgehende, nur 
ganz vorne doppelte Langsstrieme in der Linie der Dorsozentral- 
borsten; noch weiter seitlich davon je ein Punkt und ein gréfserer 
Fleck hinter dem Humeralcallus und vor der Naht, und _ hinter 
derselben eine vorne zusammenhingende, U-formige Doppelstrieme 
bis zum Schildchen. Letzteres ist unbestiubt oder fast so. 

Hinterleib glinzend schwarzbraun. Das erste Glied der Lege- 
réhre ist stumpf trapezférmig und halb so lang wie der Hinterleib. 

Beine dunkel rostbraun, Knie und Tarsen heller. 

Fliigel glasig durchsichtig, mit schwarzen, schmalen Quer- 
binden: Aufserste Wurzel schwarzbraun. Eine Bogenbinde lauft 
von der Costa einerseits bis zur Miindung der Discoidalader, 
anderseits in gleicher Kriimmung itiber die Miindung der Mediastina 
und die Queradern der Basal- und Analzelle. Eine Querbinde 
endlich geht iiber die beiden Queradern zum Randmal und schliefst 


Hendel, Ubersicht der bisher bekannten Arten der Pterocallinen. 15 


unter demselben auch die iiberzihlige Querader zwischen der ersten 
und zweiten Lingsader ein. Beim o ist das Randmal (Subcostal- 
zelle) durch eine konvexe Ausbiegung der Costa stark erweitert 
und in der Mitte heller gefirbt. Die dritte und vierte Lings- 
ader konvergieren etwas gegen die Miindung zu. Der Zipfel der 
Analzelle ist nur kurz. Die zweite Lingsader ist bei dieser und 
der folgenden Art vor dem Ende viel weiter nach aufwirts ge- 
bogen als bei den iibrigen Spezies. — Schiippchen schwarz ge- 
randet und gewimpert. Schwinger gelb. 
K6rper- und Fligellange 5—5,5 mm. 


13. Myennis zebra n. sp. 


1 9, Brasilien (Rio Grande do Sul). K. K. Hof-Museum Wien. 

Kopf braunrot. Stirne oben mit 2 breiten, ungefahr huf- 
eisenférmigen dunkelbraunen Flecken, die sich in der Mitte fast 
za einer Querbinde vereinigen. Grundbehaarung derselben und 
Kopfbau wie bei der vorigen Art. Backen unter dem Auge mit 
einem dunkelbraunen Fleck. Hinterkopf unten und auf dem Cere- 
brale rostrot, sonst dunkelbraun. 

Fihler rostrot, Arista nackt. Pralabrum und die verbreiterten 
Taster rostrot; der Riissel schwarzbraun mit glanzendem Kinne. 
Augen griin, mit purpurnem Unterrande und 2 breiten wagrechten 
Purpurbinden in der Mitte. 

Grundfarbe des Thorax glanzend schwarzbraun, an den Pleuren 
heller, mehr ins Rotbraune gehend. Der Riicken und die Meso- 
pleuren sind von einer dichten goldgelben Bestiubung bedeckt, 
welche eine dunkelbraune, matte Querstreifung, aus drei hufeisen- 
formigen Binden gebildet, hervortreten lafst. Die Mitte des ersten 
Bogens liegt ganz vorne, hinter dem Kopfe, und seine Schenkel 
laufen mit Uberspringung des Humeralcallus iiber die Notopleural- 
naht. Die zweite Bogenbinde lauft genau iiber die Quernaht, und 
der dritte Hufeisenbogen liegt parallel mit den vorderen und im 
gleichen Abstande hinter dem zweiten. Seine Schenkel beriihren 
die Seiten der Schildchenbasis. Schildchen glinzend schwarz- 
braun, kaum_ bestaubt. 

Hiiften und Beine pechbraun. Séhenkelwurzeln und Knie 
rostbraun, Tarsen viel heller, rostgelb. 

Hinterleib mit Ausnahme der gelbroten Wurzel und des eben- 
solchen Vorderrandes des zweiten und dritten Tergits glinzend 
pechbraun. Eine weifs bestiubte Mittellinie ist angedeutet. Die 
dunklen Stellen sind von einem zarten weilsen Reife bedeckt, der 
eine dichte Punktierung der Grundfarbe hervortreten liafst. Lege- . 
rohre heller, rotbraun, herzférmig und kiirzer als der halbe 
Hinterleib. 


16 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1909, Beiheft. 


Fliigelzeichnung und Aderung wie bei der vorigen Art, nur 
dafs die iiber die Queradern laufende Binde an der Discoidalader 
wegen der Entfernung der beiden Queradern, welche gréfser ist 
als die Lange der hinteren, breit unterbrochen ist. Diese gréfsere 
Entfernung der beiden Queradern wird zum Unterschiede von allen 
Myennis-Arten dadurch hervorgebracht, dafs die hintere Querader 
schief nach auswiarts geneigt ist, wodurch der Abstand von der 
kleinen an der Discoidalader gréfser, der Winkel mit dieser Ader 
jedoch kleiner wird. Trotzdem also der untere Winkel der Dis- 
coidalzelle daher ein stumpfer ist, kann diese Art doch in keine 
andere Gattung gebracht werden, weil sie in allen tibrigen Punkten 
eine echte Myennis-Art darstellt. 


Korper- und Fliigellange 6 mm. 


IV. Genus: Xanthacrona Wulp. 
Biologia Centr. Amer., Dipt. I, p. 392 (1899). 


15. Xanthacrona bipustulata Wulp. 
Biologia Centr. Amer., Dipt. II, p. 393. T. X. 29 (1899). 


25 o7 9, Peru (Meshagna, Urubambaflufs, August bis November), 
Bolivia (Mapiri, Janner). Coll. Schnuse. — Paraguay. Ungar. 
National-Museum. Brasilien. Hof-Museum in Wien. 

Unter dem mir vorliegenden Materiale lassen sich 2 Varie- 
taten unterscheiden. Die erste hat die Fliigelquerbinde tiber die 
beiden Queradern und den Costalsaum von der Wurzel bis iiber 
die Miindung der Discoidalader hinaus von hellbrauner Farbe und 
einen ausgedehnten rotgelben Lingswisch in der Randzelle und 
dartiber hinaus bis zur Fligelspitze. Die andere Varietét hat 
oben genannte Fliigelzeichnung tief schwarzbraun, ohne jedes Gelb 
oder nur mit Resten derselben darin. Zugleich ist zu beobachten, 
dafs das grofse, aufgeblasene Schildchen bei der ersten Varietit 
durch eine Lingsfurche deutlich in 2 kuglige Hilften geteilt 
wird, was bei der zweiten Varietét kaum angedeutet ist. Bei 
manchen Stiicken tragt oft noch jede Halfte aufgetiirmte warzen- 
artige Beulen. Solche wurden von Cresson, Entomol. News, 
1908 p. 97, Pl. 6, Fig. 2—3, fiir eine eigene Art, X. tuberosa 
aus Paramaribo, gehalten. Da aber allmahliche Uberginge vor- 
handen sind und beide Formen in Copula gefangen wurden, kann 
von einer Trennung nicht die Rede sein. 

Der Hinterleib ist manchmal ganz glainzend schwarz, manch- 
mal an der Basis in verschiedener Ausdehnung gelb, oder auch 
an den folgenden Tergiten in verschiedener Breite in Form von 
Querbinden oder unregelmiifsig gelb. 


Hendel, Ubersicht der bisher bekannten Arten der Pterocallinen. 17 


Auch die Pleuren und die sonst gelben Beine kénnen in 
verschiedenem Grade gebriunt sein. 

Die Augen sind im Leben smaragdgriin, am Hinterrande 
dunkelblau oder violett schimmernd. 

K6rperlange 4—6 mm. Fliigel 5—6 mm. 

Schildchenborsten sind 4 vorhanden, nicht 2, wie von Wulp 
und als Unterscheidungsmerkmal in Willistons Manual of 
W. A. Diptera, 3. Ed. 1908, p. 277 angegeben wird. Von dem 
Autor ist diese Gattung nicht erkannt worden, denn er bildet 
p. 283 Fig. 13 den Fliigel eines o” unter anderen Tephritinen 
ab, trotz der bei dieser Gruppe ganz anders verlaufenden Mediastina. 


*Xanthacrona phyllochaeta n. sp., siehe Anhang ! 


V. Genus: Jerpnomy/a n. g. 
16. Terpnomyia angustifrons n. sp. 

6 o7 9, Bolivia (Mapiri, Januar), Peru (Pichis, Pto. Yessup, 
Dezember und Januar). Coll. Schnuse. 

Kopf von vorne betrachtet mit langer schmaler Stirne und 
gleichbreiten schmalen, hohen Augen. Stirne kurz und art, 
aber ziemlich dicht behaart, in der Mitte wachs- bis rotgelb, 
vorne und hinten gesittigter, an den Orbiten breit seidenartig 
weifs, sowie auch die Wangen, der Clypeus, das Prailabrum und 
der hintere Teil der Backen respekt. der untere Hinterkopf. 
Cerebrale gelblich, oberer Hinterkopf ganz dunkel, aber hell asch- 
grau bestiubt. Backen unter dem Auge mit einem rotbraunen 
Fleck. Clypeus im Profile fast ganz gerade und lotrecht. Augen 
hellgriin mit rotem oder violettem Schimmer, namentlich am 
Vorderrande. 

Fihler hell rétlich gelb. Arista fast nackt. Drittes Fiihler- 
glied langlich oval und erreicht fast mit seiner Spitze den 
Mundrand. 

Taster verbreitert, rotgelb. Riissel gelbbraun. 

Thorax, Schildchen und Hinterleib von glinzend pechbrauner 
Grundfarbe. Der Riicken, der Prothorax, die Mesopleuren und 
der vordere Teil der Sternopleuren hell aschgrau bestiubt. Von 
der glainzend braunen Beule des Riickens hinter dem Quernahtast 
(Praalarcallus) zieht sich ein rotbrauner Reif zur Riickenmitte 
empor. Schildchen ebenfalls bereift. 

Hiifte und Beine gelbrot, mit etwas verdunkelten Schienen- 
spitzen, oder rotbraun, mit helleren Knien und Tarsen. 

Die Wurzel des Hinterleibes ist manchmal etwas rétlich. 
Die Hinterrinder des ersten und zweiten Ringes gelb. Beim o7 

2 


18 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1909, Beiheft. 


ist der dritte Ring etwas linger als einer der tibrigen. Das 
erste Glied der Legeréhre ist so lang wie der halbe Hinterleib, 
an der Wurzel herzférmig, von spitzdreieckiger Gestalt, 

Das Randmal des o7 ist durch sanfte Biegungen der Costa 
und Subcosta deutlich erweitert. Radialader zweimal wellig ge- 
schwungen. 

Die Fliigelzeichnung besteht zunachst aus einer auffallenden 
\V-formigen braunen Binde, deren Scheitel an der Miindung der 
Posticalader legt. Der basale Arm des V zieht iiber die Wurzel- 
halfte der Discoidalzelle nach oben hinauf zur Fliigelbasis, der 
distale Schenkel itiber die hintere Querader senkrecht zur Costa, 
biegt dort um und lauft als Costalsaum bis zur Discoidalader- 
miindung. Beim o ist das Randmal und 1 Teil des Costalsaumes 
gelb, beim @ alles braun. Von der Miindung der Subcosta kann 
sich die Farbung des Randmales als Querbinde bis auf die kleine 
Querader herabsenken oder schon friiher abbrechen. Auch der 
Axillarlappen ist braun. Schitippchen hellbraun. Schwinger gelb. 

K6rperlange 4,5—6 mm. Fltigel 4,5—5,5 mm. 


17. Terpnomyia latifrons n. sp. 

4 9, Bolivia (Mapiri, Januar bis Marz), Peru (Urubambafluls, 
November). Coll. Schnuse. 

Kopf von vorne betrachtet viel breiter als hoch, mit vor- 
gequollenen Augen. Stirne doppelt so breit wie ein Auge, sehr 
zerstreut kurz behaart. Uber den Fihlern eine halbkreisférmig 
nach oben begrenzte Konvexitét, welche wie die Scheitelplatten 
glanzend schwarzbraun ist und ein gelbes Mittelband triet. 

Der vertiefte Teil der Stirne matt rotgelb. Hinterkopf oben 
jederseits glanzend schwarzbraun. Das ganze Untergesicht hell 
wachsgelb, mit 2 parallelen schwarzen Querbinden. Die obere, 
viel breitere liegt unmittelbar unter den Fiihlern und geht von 
Auge zu Auge, die untere zieht als Bogen vom unteren Augen- 
rande des einen Auges tiber die Backen und den Mundrand bis 
wieder zum anderen Auge und wird nur an den Gesichtsleisten 
und in der Mitte iiber dem Mundrande schmal unterbrochen. 
Auch das Pralabrum ist oben schwarz. Im Profile ist der Clypeus 
stark konkay, der Mundrand daher vorstehend. 

Fiithler rostrot, drittes Glied etwas dunkler. Arista fein 
und kurz behaart, pubescent. Die verbreiterten Taster rostrot. 
Riissel braun. Augen griin, mit purpurnem Unterrande und 2 
etwas schiefen purpurnen Querbinden in der Mitte. 

Thorax, Schildchen und Hinterleib glanzend pechbraun. 
Riicken in der Zentralregion der ganzen Linge nach seidenartig 
graugelb bestiiubt. 


. 


Hendel, Ubersicht der bisher bekannten Arten der Pterocallinen. 49 


Nur hinter der Quernaht zeigt sich ein rotbrauner Schimmer, 
der vor dem Schildchen aber wieder verschwindet. Aus dieser 
Bestaéubung treten 3 hinten abgekiirzte Langslinien der dunklen 
Grundfarbe hervor. Die helle Bestiubung zieht sich nur als 
schmales Querband vorne im Quernahtaste herab, wahrend die 
Riickenseiten unbereift bleiben. 

Pleuren und: Vorderhiiften schiitter weifsgrau bereift, daher 
hell und dunkel schillernd. Am Vorderrande der Tergite 3—5 
liegt eine weifsgraue matte Binde, welche in der Mitte spitzen- 
artig auf den Hinterrand des vorhergehenden Tergites vorgezogen 
ist. Manchmal fehlt sie auf den hinteren Ringen. Das erste 
Glied des Ovipositors ist ungefaihr zweimal so lang als breit, fast 
so lang wie der Hinterleib und schlank zugespitzt. 

Hiiften, Knie und Fiifse rotbraun; der Rest der Beine 
schwarzbraun. 

Radialader gerade, schief nach aufwarts gehend. Erste 
Hinterrandzelle an der Spitze etwas verengt, bei 7. angustifrons 
parallelrandig. Wahrend bei dieser Art die hintere Querader 
kaum ihre eigene Linge von der kleinen entfernt ist, betragt der 
Abstand bei 7. latifrons die doppelte Lange der hinteren Querader. 
Der Zipfel der Analzelle ist bei 7’. latifrons so kurz, dafs er leicht 
tibersehen werden kann, wiihrend er bei J! angustifrons kriftig als 
Spitze vorspringt. 

Die Fliigelzeichnung ist dieselbe wie beim 2 der vorher- 
gehenden Art. Der proximale Schenkel der V-férmigen Binde ist 
aber steiler aufgebogen, so dafs er schon vor der Fltigelwurzel die 
Costa an der Miindung der Mediastina erreicht, sich aber dort 
in 2—3 Flecke auflést. Der distale Schenkel und der Costasaum 
sind viel breiter als bei 7. angustifrons. 

Das Randmal ist glashell. Nur von der Miindung der Sub- 
costa geht eine schmale Querbinde senkrecht nach abwiarts und 
schliefst die kleine Querader ein. Uber die Analader zieht ein 
brauner Wisch, der auch die Analzelle erfiillt. Schwinger und 
Schiippchen weifsgelb. 

K6rperlange 7 mm. Fliigel 5 mm. 

Anmerkung: Ich habe diese Art mit der vorhergehenden in 
einer Gattung vereint, weil sie die gleiche Fliigelzeichnung und 
einen, wenn auch schwachen Zipfel an der Analzelle besitzt und 
die Radialader am Ende nicht aufwiirts gebogen ist. Ich mufs 
aber gestehen, dafs der ganze Kopfbau dieser Art (die breite ver- 
tiefte Stirne, die vorgequollenen Augen, deren Unterrand fast 
wagrecht ist, die breiten Backen, der konkave Clypeus) der Gat- 
tung Paragorgopsis entspricht und nicht jenem von Terpnomyia 
angustifrons. 

9* 


20 


Deutsch. Ent. Zeitschr. 1909, Beiheft. 


Zu diesem Vorgehen bestimmte mich die leichtere Deter- 


minierung der Art bei der Gattung Verpnomyia. Ihre Stellung 
hier ist aber nur eine kiinstliche und provisorische. 


3 weitere Arten und die Tabelle siehe im Anhang. 


VI. Genus: Dasymetopa Loew. 
Berl. Ent. Zeit. Vol. XI. p. 285 (1867). 


. Fliigel glashell, mit 2 schwarzen Liingsbinden lings der ersten 


und vierten Liingsader in der Wurzelhilfte und 2 schwarzen 
Querbinden, von der Miindung der Subcosta einerseits zur 
hinteren Querader und anderseits lings der Costa zur 
Miindung der Discoidalader. Randmal gelb. 
24. D. stigma n. sp. 
Fliigel nicht glashell, sondern vorherrschend braun oder 
gelblich, ohne schmale schwarze Querbinden . . . 2. 


. Fliigel ohne gelbe Farbung, grau hyalin mit ausgedehnten 


rauchbraunen Liingswischen. Unmittelbar hinter der Miin- 
dung der Subcosta ein runder glasheller Fleck. 
19. D. fumipennis n. sp. 
Flugel teilweise gel efarbts.0%. "5 12)" Sees 


. Fliigel vorherrschend gelb, verwaschen, mit glasigen Stellen 


und braunen Flecken an der Spitze des Fliigels, in der 
Costal- und Subcostalzelle, am letzten Abschnitt der Dis- 
coidalader, an den Queradern, dann in der Marginal- und 


Discordalzelle  . 2. 3, DY Tuteipennts isp. 
Fliigel aufser den gelben Stellen mit Sane braunen, nie 
blofs puniktartioen Partien: 7. Med ae . Az 


Costalzelle ohne dunklen Kernfleck. ie der Magers der 
Radialader ist der Fliigelrand hell. Hinter der Postion: 
ader ist kein Braun mete zu sehen. 

18. D. ochracea n. sp. 

Costalzelle mit dunklem Kernflecke. Der Fliigel ist an der 
Miindung der Radialader und noch jenseits der Postical- 
ader dunkelbraun (17-5 Ge An ce) set ot ee 


. Fligel mit scharf begrenzten, regelmifsig angeordneten glas- 


hellen Fenstern in der Spitzenhalfte . . . . . 6. 
Fliigel unregelmifsig gelb- und braunscheckig, ohne geordnete 
helle. Fenster... jr) 4 asso) pee Molten ee 


. Zwischen den Fiihlerwurzeln ein samtschwarzer Punkt. 


Stirne gelb mit einer roten Querbinde. 
23. D. nigropunctata n. sp. 
Lunula unpunktiert. Stirne einfarbig gelb . . . . 7. 


Hendel, Ubersicht der bisher bekannten Arten der Pterocallinen. 2 4 


~l 


. Fliigel mit 7 hellen Fenstern in keilformiger Anordnung. 
20. D. septempunctata n. sp. 
Fliigel mit 10 hellen Fenstern, ein streifenformiges Querband 
bildend . Ky Pah hs Sone) oCOusvencsiraid, masp. 
8. Discoidalzelle in der Mitte ae unmittelbar neben der hinteren 
Querader braun, sonst gelblich. 21. D. lutulenta Loew. 
Discoidalzelle ganz braun, ohne gelb. 
22. D. sordida n. sp. 


18. Dasymetopa ochracea n. sp. 

2 o7, Bolivia (Mapiri, Januar), Peru (Meshagua, Oktober). 
Coll. Schnuse. 

Kopf des o7 stark verbreitert, viel breiter als der Thorax, 
flach gedriickt. Stirne vorne qupefibe 11/, mal so breit wie ein 
Auge, oben etwas breiter; in der Mitte stark konkav, dicht und 
fein mittellang, peaerer il behaart. 

Der ganze Kopf matt goldockergelb, nur der Clypeus weils 
schimmernd. 

Ocellarborsten nach vorne gebogen. Untere Augenrander 
fast wagerecht; der Augenwinkel neben den Fiihlern ein rechter. 
Augen smaragdgriin, mit tiefem und leuchtendem ultramarinblauen 
Schimmer. 

Fiihler rotgelb. Arista fast nackt. Das schmale Pralabrum, 
die verbreiterten Taster und der Riissel gleichfarbig mit dem 
iibrigen Kopfe. 

Thorax und Schildchen mit Ausnahme der rétlichen Schultern 
und des Schildchenrandes von dunkelbrauner Grundfarbe, iiberall 
dicht goldockrig bestaéubt. Pleuren vorne und unten gelbgrau 
bereift. Von hinten betrachtet treten auf dem Riicken 2 dunkle 
Linien in der Richtung der Dorsozentralborsten und dazwischen 
noch 3 ebensolche, hinten aber abgektirzte Linien auf. 

Hiiften und Beine ockergelb. Vorderhiiften und Vorderfiifse 
verkiirzt. 

Hinterleib glanzend sepiabraun. Der dritte Ring verlangert, 
langer als die matten und dunkleren folgenden 2 Segmente zu- 
sammen, welche, wie auch schon das dritte Tergit, an den Seiten 
und am Hinterrande lang und dicht bewimpert sind. 

Randmal (Subcostalzelle) des co? aufserordentlich stark er- 
weitert und lang. Die Subcosta miindet ungefaihr der hinteren 
Querader gegentiber. Die Radialader ist nicht wellenférmig ge- 
schwungen, sondern nur allmahlich bogenférmig zur Costa auf- 
gebogen. 

Der Fliigel ist gelb hyalin. Die Spitzenhilfte rauchbraun ; 
nur ein trapezformiger Fleck beiderseits der Miindung der Radial 


292 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1909, Beiheft. 


ader und von demselben eine gewundene schmale Binde herab 

bis in die dritte Hinterrandszelle gelb. Ein schmaler brauner 

Langswisch schliefst die kleine Querader ein und erfiillt den gréfsten 

Teil der Discoidalzelle von der Wurzel an. Die Grenzen der 

braunen Zeichnung sind verwischt. Schwinger und Schiippchen gelb. 
Korper- und Fliigellinge 6 mm. 


19. Dasymetopa fumipennis n. sp. 


1 o, Peru (Pichis, Januar). Coll. Schnuse. 

Kopf in Form und Farbe wie bei VD. stigma. 

Thorax , Schildchen und Hinterleib von dunkler Grundfarbe, 
dicht ockergelb bestiubt. Hinterleib leider verschrumpft. 

Hiiften und Beine rotgelb. 

Fliigel in der Aderung wie bei YD. ochracea, nur dafs die 
Radialader tiber der kleinen Querader einen schwachen Bug nach 
unten hat. Der Fligel ist zum gréfsten Teile rauchbraun, nur 
an der Wurzel, am Hinterrande und auf einem zentral in der 
Mitte gelegenen Wische grau hyalin. Hinter der Subcosta liegt 
am Vorderrande des Fliigels ein runder heller Fleck. Das hellere 
Grau und das dunklere Braun gehen allmahlich ineinander iiber. 

Schiippchen und Schwinger gelblich. 

K6rper- und Fliigellinge 3,5 mm. 


20. Dasymetopa septempunctata n. sp. 


6 9, Peru (Meshagua, September, Oktober). Coll. Schnuse. — 
Bolivia. Ungar. National-Museum. 

Kopf bei allen 6 Stiicken flach und verbreitert, breiter als 
der Thorax. Stirne so breit wie 1 Auge, vorne nur etwas ver- 
engt. Konkavitaét derselben seicht. Ocellarborsten nach vorne 
gebogen. Hiarchen zentripetal gerichtet, gegen die Mitte zu. 
Kopf gelb. Der Clypeus und das ganze Untergesicht weifs 
schimmernd. Unterrand der Augen wie bei D. ochracea. 

Alle tibrigen Kérperteile wie bei D. variegata gefirbt. Das 
erste Glied des Ovipositors ist aber langer, spitz dreieckig. 

Fligel gelb hyalin, jenseits der Wurzelzellen zum gréfsten 
Teile schwarzbraun, mit 7 regelmifsig angeordneten gelben 
Flecken von fast rechteckiger Gestalt. Einer in der Marginal- 
zelle, 2 in der Submarginal- und in der ersten Hinterrandzelle, 
2 unter der Discoidalader zu beiden Seiten der Querader. Der 
helle Fleck, der die Miindung der Mediastina umgibt, reicht als 
heller Zipfel in die Marginalzelle hinein. Costalzellenfleck wie 
bei D. variegata. Radialader kaum merklich wellig geschwungen. 
Schwinger und Schiippchen gelb. 

Koérper 7 mm. Fliigel 6 mm. 


Hendel, Ubersicht der bisher bekannten Arten der Pterocallinen. 23 
21. Dasymetopa lutulenta Loew. 
Berl. Ent. Zeit. Vol. XI. p. 285. T. II. Fig. 1 (1867). 


3 o7 9, Peru (Meshagua, Pichis; September, Oktober, Januar). 
Coll. Schnuse. — Surinam, Loew. 

Wie wenig die Stirnbreite resp. die Verbreiterung des Kopfes 
konstant ist, beweist uns diese Art in gleicher Weise wie die 
Paragorgopsis-Arten. Ja hier machen wir die sonderbare Beobach- 
tung, dafs von den 3 Stiicken gerade 1 2 einen verbreiterten 
Kopf besitzt, waihrend das o7 normalképfig bleibt. 

Der Kopf dieses 2 ist breiter als der Thorax und _ flach- 
gedriickt. Seine Stirne ist zweimal so breit als 1 Auge und 
parallelrandig, in Behaarung und Farbung gleich jener von 
D. ochracea, nur dafs die Ocellarborsten nach hinten gebogen 
sind. Die Konkavitaét ist seichter. Die unteren Augenriander sind 
stirker geneigt und bilden, nach der Stirnmitte hin verlaingert, 
einen rechten Winkel. Bei der schmalstirnigen, normalképfigen 
Art ist die Stirne schmiler als ein Auge und vorne etwas ver- 
engt, sonst aber in allem gleich. Clypeus ockergelb. 

Thorax, Schildchen, Beine wie bei PD. ochracea. Riicken un- 
gestriemt. 

Hinterleib gelblichgrau, etwas glinzend, mit rotbraunen, in 
der Mitte nach vorne erweiterten Hinterrandsitumen an den Ter- 
giten. Der Hinterleib des einen co ist vertrocknet. Das erste 
Glied der Legeréhre hat ungefihr die Gestalt eines gleichseitigen 
Dreiecks und ist einfarbig dunkelbraun. 

Fliigel gelblichhyalin, braun gescheckt. Costalzelle ungefihr 
in der Mitte mit einem braunen Flecke an der Costa, der sich 
als Wisch schief nach abwarts bis in die vordere Basalzelle 
hinabzieht. Spitze des Randmales (= Subcostalzelle) schwarz- 
braun, ebenfalls etwas nach unten ausgewischt. Fliigelspitze breit 
braun. In der Mitte der Discoidalzelle ein breiter brauner, oben 
die kleine Querader einschliefsender Fleck, weiter auswirts ein 
gleichgrofser an der hinteren Querader, welcher sich nach oben 
streifenartig bis an die Radialader fortsetzt. Beide Flecke sind 
durch das Braun der dritten Hinterrandzelle miteinander verbunden. 

Randmal des © ist wie bei D. ochracea erweitert. Die Radial- 
ader zeigt aber eine deutliche wellenartige Biegung. 

Schwinger und Schiippchen gelb. 

Ko6rper 5—6 mm, Fliigel 5 mm. 


22. Dasymetopa sordida n. sp. 
1 o&, Bolivia (Mapiri; Januar). Coll. Schnuse. 
Kopf des einen Stiickes nicht breiter als gewéhnlich, mit 
schmaler Stirne. Letztere ist vorne schmiiler als ein Auge, in 


24 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1909, Beiheft. 


der Mitte deutlich konkav, wie bei den anderen Arten behaart 
und von graugelber Farbe. Augenrander und Scheitel mehr grau. 
Das ganze Untergesicht (Clypeus, Wangen und Backengruben) 
silberweils schimmernd. Augen ? 

Fihler rostrot, drittes Glied oben braun. Arista fast nackt. 
Taster ockergelb, Riissel braun. 

Der ganze Koérper von dunkelbrauner Grundfarbe. Thorax 
und Schildchen gelbgrau bestiiubt. Hinterleib nur wachsglinzend. 
In der Richtung der Dorsozentralborsten des Riickens erscheinen 
dunkle Langslinien. 

Hiiften und Beine ockergelb. Schenkel stellenweise gebraunt. 


Fliigel nur unter der Liingsfalte (sulcus, Girschn.) der dritten 
Hinterrandzelle glashell, sonst oben gelblich und unten braun, 
welche beiden Farben im allgemeinen durch die Cubitalader ge- 
trennt werden. Ein kleiner brauner Kern liegt in der Costal- 
zelle. Spitze der Subcostalzelle dunkelbraun, ebenso die Fliigel- 
spitze. Vor der Braunung der letzteren zieht sich ein unregel- 
mafsiger hellerer Wisch der Grundfarbe von der Miindung der 
Subcosta bis zum Fliigelhinterrande herab. Analzelle wieder gelb. 
Subcostalzelle des co stark erweitert. Radialader flach wellig 
geschwungen. 

Schiippchen und Schwinger gelblich. 


K6érper- und Fliigellinge 4 mm. 


23. Dasymetopa nigropunctata n. sp. 


2 9, Bolivia (Mapiri; Februar). Coll. Schnuse. — Peru. 
Ungar. National-Museum. 

Kopf flachgedriickt, etwas breiter als der Thorax. Stirne 
vorne etwas verengt und wenig schmiiler als ein Auge, gelb, vor 
den grauen Scheitelplatten mit einer breiten rostroten Querbinde 
zwischen den Augen, die sich in der Mitte etwas nach vorne in 
eine Spitze auszieht. 

Lunula zwischen den Fihlern mit einer kreisrunden, samt- 
schwarzen Makel. Untergesicht gelb, Clypeus etwas verdunkelt. 
Cerebrale gelb, oberer Hinterkopf grau. 

Fithler und Taster gelb, Prilabrum etwas grau, Riissel braun. 

Thorax, Schildchen und Hinterleib von dunkelbrauner Grund- 
farbe, aber dicht gelblichgrau bestéiubt. Die 2 feinen Langs- 
linien des Riickens nur undeutlich sichtbar. Dagegen ist die 
Noto- und Mesopleuralnaht verwaschen braun gesiumt. Schildchen 
am Rande rétlich. 

Hiiften und Beine rétlich gelb. 

Hinterleib mit dunkler graubraunen schmalen Hinterrand- 


Hendel, Ubersicht der bisher bekannten Arten der Pterocallinen. 25 


siumen an den Tergiten 3—5. Erstes Glied des Ovipositors 
dunkelgraubraun, wachsglanzend, etwas linger als breit. 


Fliigel gelblich und grau hyalin, braun gefleckt. Als Fort- 
setzung des braunen Kernes der Costalzelle erscheint eine breite, 
kurze Querbinde bis zur Discoidalader nach abwarts. Der braune 
Saum der kleinen Querader zieht sich, breiter werdend, durch die 
Mitte der Discoidalzelle hindurch bis tiber die Posticalader hinaus. 
Der braune, schmale Saum der hinteren Querader hangt durch 
eine an Breite immer zunehmende gebogene Querbinde mit dem 
Spitzenfleck der Subcostalzelle zusammen. Diese Querbinde schliefst 
in der Unterrandzelle ein quadratisches helles Fenster ein. Ein 
gleiches Fenster liegt durch ein braunes Quadrat getrennt etwas 
weiter distalwairts in derselben Zelle, dann gleich darunter in der 
ersten Hinterrandzelle und endlich tiber obigem braunen Quadrat 
in der Marginalzelle. Fliigelspitze braun. 

Schwinger und Schiippchen gelb. 


K6rperlinge 6 mm, Fligel 5 mm. 


24. Dasymetopa stigma n. sp. 
1 o, Bolivia (Mapiri; Februar). Coll. Schnuse. 


Kopf kaum breiter als der Thorax, jedoch immer noch breiter 
als hoch und flachgedriickt. Stirne schmiler als ein Auge, vorne 
sehr wenig verengt, sehr kurz und fein behaart. Ocellarborsten 
nach riickwarts gebogen. Kopffarbung, Winkel der Augenrander, 
Fiihler und Taster wie bei D. lutulenta. Augen hellgriin, mit blauem 
und rétlichem Schimmer. 


Thorax, Schildchen und Hinterleib pechbraun. Riicken und 
Schildchen dicht braungrau bestéubt. Hinterleib des einen Stiickes 
etwas verschrumpft. Prothorax und Pleuren vorne schwach weilslich 
bereift. 

Hiiften und Beine rotgelb. Schienen und Schenkel der beiden 
hinteren Paare pechbraun; ebenso deren Tarsen gegen das Ende 
zu verdunkelt. 

Fliigel glashell. Von der Fliigelwurzel gehen zwei schmale 
sich verjiingende schwarzbraune Laingsbinden neben der Subcosta 
und Discoidalader bis zur Fliigelmitte. Von der Miindung der 
Subcosta zieht eine ebensolche Querbinde tiber die hintere Quer- 
ader zum Hinterrande und ein schmaler Costalsaum bis zur 
Miindung der Discoidalader. Die durch eine starke Ausbauchung 
der ersten Lingsader nach unten erweiterte Subcostalzelle ist gelb 
gefarbt. Die Radialader ist etwas wellig geschwungen. Die 
kleine Querader liegt naher der Fliigelwurzel als’ bei den anderen 
Arten. Die erste Hinterrandzelle ist gegen die Spitze hin all- 


26 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1909, Beiheft. 


mihlich stark verjiingt; die hintere Querader einfach gebogen. 
Die Spitze der Analzelle ist nur klein. 

Schippchen braun gerandet und gewimpert. Schwinger 
hellgelb. 

K6rper- und Fligellinge 5 mm. 


VII. Genus: Rhypare//a n. g. 
25. Khyparella decempunctata n. sp. 


4 oQ, Bolivia (Marpiri; Januar). Coll. Schnuse. 


Stirne rotgelb, rauh schwarzhaarig. Die Haare an den Stirn- 
orbiten vor den Frontorbitalborsten sind fast borstenahnlich ent- 
wickelt (tephritinenartig). Ocellendreieck und Scheitelplatten 
gelbgrau. 

Clypeus hell gelbgrau, ebenso Wangen und Backen. 


Fihler rétlich gelb, drittes Glied derselben am Oberrande 
manchmal gebraunt. Arista fast nackt. Augen einfarbig smaragd- 
ertin, violettschimmernd. 


Thorax, mit Ausnahme des rétlichen Schildchens, und Hinter- 
leib von dunkelbrauner Farbe. Riicken, die oberen Pleuren und 
das Schildchen dicht ockergelb bestaéubt. In der Richtung der 
Dorsozentralborsten tritt je eine feine dunkle Linie auf. Pleuren 
unten und vorne gelbgrau. 

Hiiften und Beine rétlich gelb. 


Hinterleib dunkelbraun, wachsglinzend, kaum sichtbar be- 
stéubt. Erstes Glied des Ovipositors etwas linger als breit, mit 
herzformiger Wurzel. 


Fligel im Wurzeldrittel glashell, sonst schwarzbraun. An 
der Miindung der Mediastina liegt ein viereckiger glasheller Fleck 
und je ein gleichgrofser darunter in der Marginalzelle, sowie auch 
in der Discoidalzelle. 7 gleiche viereckige glashelle Flecke liegen 
in der Fliigelspitze. Einer knapp hinter der Miindung der Sub- 
costa, einer unmittelbar darunter in der Submarginalzelle und 
einer weiter auswiirts in derselben Zelle. Zwischen die beiden 
Flecke der Submarginalzelle fallt jener der ersten Hinterrandzelle, 
der tiber der hinteren Querader liegt, wahrend ein zweiter weiter 
gegen die Wurzel hin geriickt ist. Je ein Fleck liegt dann zu 
beiden Seiten der hinteren Querader. 


Schtippchen bréaunlich, Schwinger gelb. 
K6rper- und Fligellinge 4 mm. 


*Rhyparella novempunctata n. sp., siehe Anhang. 


Hendel, Ubersicht der bisher bekannten Arten der Pterocallinen. 927 


or 


VIII. Genus: Pteroca//a Rondani. 
Esame Ditteri Brasiliani, p. 238, Torino 1848. 


Analzelle mit kurzer breiter Spitze. Vorder- und Hinterrand 
des Fliigels nicht parallel. Augen einfarbig. (Subgenus: 
Peaulopterocalla 1 SUR Nace Re | 4 bobs. bciy aul 

Analzelle in eine lange, schmale ie ausgezogen, welche 
so lang wie die Analzelle selbst ist. Vorder- “und Hinter- 
rand des Fliigels parallel. Augen bandiert. (Subgenus: 


eenOCHUU MROMGCr Ge SPT a= (& ex ty a) fo le el ae ah on Se 
Spitzenteil des Fliigels honiggelb. Radialader an der Miindung 
Dame dmnblenpNleck «sow es sss wees. waa) et /)fiin be aie 


Fliigelspitze nicht honiggelb. Radialader an der Miindung 
mit dunklem Randfleck. Zu beiden Seiten der kleinen 
Querader liegt je ein Augenfleck. 

26. Pterocalla obscura Wiedem. 


Die gelbe Fliigelspitze ohne Augenflecke ; je ein solcher liegt 
zu beiden Seiten der kleinen Querader. Vordere Basal- 
zelle ohne hyaline Flecken. 27. Pterocalla scutellata Schin. 

Die gelbe Fliigelspitze mit 3 Augenflecken, einer tiber und 2 
unter der Cubitalader. Vordere Basalzelle mit einer Reihe 
hyaliner Flecken . . 28. Pterocalla fenestrata Wulp. ') 


. Fliigel an der Spitze mit sternf$rmig angeordneter dunkler 


Zeichnung -.. . Se be eee radiate anassp: 
Fliigel eine solche Facute antigens be Aa AP 


. Discoidalzelle ohne dunklere Punkte oder eae 5. 


Discoidalzelle mit dunkleren Punkten oder Querstreifen. 9. 


Hinterleib mit Ausnahme des dicht ockergelb bestiubten 
zweiten Tergits glanzend pechbraun. 
* Pt. nitidiventris n. sp. 
Hinterleib ganz matt bestaiubt . . . Aes si 5/0: 
Radialader an der Miindung ohne dunklen Fleck. Die Postical- 
ader bildet vor der hinteren Querader die Grenze zwischen 
dem braunen und dem hyalinen Teil des Fliigels . 8. 
Radialader mit dunklem Fleck an der Miindung. Der braune 
Teil des Fliigels reicht vor der hinteren Querader weit 
tiber die Posticalader hinaus und erreicht fast den Fliigel- 
Per GEUE AM OlAlery tie team ee lestitt) Copel esl col) MEE. hat’ vw lke 


. Pleuren tief dunkelbraun, mit einer grell goldgelben, breiten 


Liingsbinde. Miindung der Radialader um mehr als 90° 
aufgebogen. . . . . . 36. Pterocalla striata n. sp. 


1) Biol. Centr. Amer., Dipt. II. p. 394, T. X. 30 (1899) Mexico. 


28 


10: 


11. 


Deutsch. Ent. Zeitschr. 1909, Beiheft. 


Pleuren rétlichbraun, unauffallig ockrig gefleckt oder die 
Mesopleuren mit 2 graugelben Lingsstreifen. Mindung 
der Radialader um weniger als 90° aufgebogen. 

37. Pterocalla quadrata Wulp. 


. Radialader mit einem glashellen Flecke an der Miindung. 


Fliigelspitze mit 4 Augenflecken in 2 Reihen. 2 untere, 
entfernt voneinander in der ersten Hinterrandzelle stehend, 
und 2 obere in der Cubitalzelle, so genihert, dafs sie 
zwischen die 2 unteren fallen. Fliigel nur in der vorderen 
Basalzelle mit dunkleren Flecken. 
38. Pterocalla bella Gig]. Tos. *) 
Radialader ohne hyalinen Fleck. Fliigelspitze mit 5 Augen- 
flecken in 3 Reihen: 2 obere in der Cubitalzelle durch 
einen augenlosen Fleck getrennt, 3 untere in der ersten 
Hinterrandzelle, wovon 2 in einer Reihe liegen, aber gegen 
die 2 oberen um halbe Distanz nach aufsen geriickt sind, 
wahrend der dritte untere Fleck unter dem fufsersten der 
vorhergehenden Reihe liegt. Ein Fligelgitter ist in allen 
Zellen zwischen der ersten bis vierten Lingsader erkennbar. 
39. Pterocalla oculata n. sp. 


. Radial- und Cubitalader gerade. Fliigel ohne Augenflecke. 


35. Pterocalla strigula Loew. *) 
Obige Liingsader wellenartig geschwungen. Fliigel mit Augen- 
flecken. uo eats 7s) et, 2 Ge, ees Ey Dea ee 
Riicken mit 4 Querreihen grofser dunkelbrauner Flecken, die 
hinten am gréfsten und pantoffelférmig (2) sind oder ganz 
zusammenfliefsen (o7); Punkte fehlen dazwischen. © mit 
gefiederten Hintertarsen und durch Herabbiegen der Sub- 
costa aufsergewéhnlich erweitertem Randmale. 
34. Pterocalla plumitarsis n. sp. 
Riicken nur mit kleinen Flecken, welche die helle Grundfarbe 
vorherrschen lassen, und dunkleren Punkten dazwischen. 
o ohne: gefiederte “Hiniterfilse’ °°...) 2. 2 eae 
Radialader mit dunklem Miindungsfleck . . . . 12. 
Radialader ohne dunklen Miindungsfleck. oo: Fliigel in 
der Mitte mit einem breiten, hellen, rostgelben Liangs- 
wisch, Hintertarsen verbreitert, die letzten 2  silber- 
schimmernd. Fliigel bei o und 2 mit 4—5 Augenflecken: 
2 in der Cubitalzelle, durch einen augenlosen Fleck ge- 
trennt, und 3 darunter in der ersten Hinterrandzelle. 
33. Pterocalla tarsata Schiner. 


1) Ditteri del Messico, P. IV. p. 39, Pl. fig. 11 (1895) Mexico. 
2) Monogr. Dipt. N. Am., P. III. p. 133, T. VIII. 30 (1873) Georgia, 


N. Amer. 


Hendel, Ubersicht der bisher bekannten Arten der Pterocallinen. 929 


12. Fliigel mit 5 Augenflecken. liner in der Randzelle unter 
dem glashellen Miindungsflecke der Subcosta, einer in der 
Cubital- und 3 in der ersten Hinderrandzelle. Der Fliigel 
erscheint als hellgefleckt auf dunklem Grunde. 

32. Pterocalla reticulata n. sp. 
Fliigel nur mit 3 Augenflecken, wovon nie einer in der Rand- 
Zoe stent rire cows ie . rita 2. Lest apdeeys 


13. Fliigel viermal so lang wie breit. Kleine ees und Miindung 
der Subcosta liegen erst im dritten Viertel des Fligels 
gegen die Spitze zu. Die 2 Augenflecke der ersten Hinter- 
randzelle liegen beide jenseits der Mitte des Oberrandes, 
der erste der beiden genau unter dem Auge der Unter- 
randzelle . . . . 30. Pterocalla angustipennis n. sp. 

Fliigel héchstens dreimal so lang wie breit. Kleine Quer- 
ader und Miindung der Subcosta liegen im zweiten Drittel 
des Fliigels. Die 2 Augenflecke der ersten Hinterrandzelle 
liegen in den Dritteln der Zelle, jener der Unterrand- 
zelle tiber der Mitte des Abstandes der beiden letzt- 
Senanmien ss) a Yr, PT ee eens Re nt mere LE 


14. Cubitalzelle ohne runde schwirzliche nee hinter dem Augen- 
fleck. Das Braun des Fliigels erscheint dunkelgefleckt. 

Beine einfarbig gelb. Costa des o in der Mitte beim 
Randmale gerade . ete: Saget eas 2g LO: 

Cubitalzelle mit 3 dunklen Flecken femaciie des Augenfleckes. 

Das Braun des Fliigels erscheint genetzt. Schenkel und 

Schienen gefleckt. Costa des o? am Randmale konvex 


\ 


ausgebuchtet . . . . 31. Pterocalla costalis Wulp. *) 


15. Dritte Hinterrandzelle fast ganz braun, unter der Postical- 
ader dunkler gefleckt . . . . 29. Pt. ocellata Fab. 

Hinter der Posticalader nur ein schmaler brauner ganz unge- 
Heekter CaUM Gi ee hts al Pe punctate mn. sp. 


26. Pterocalla obscura Wiedemann. 
Aufsereurop. Zweifl., I. p. 499. 35 (1830). 


7 oQ, Bolivia (Mapiri, Januar bis Februar), Peru (Urubamba- 
flufs, September, Vilcanota). Coll. Schnuse. Ungar. National- 
Museum. 

Stirne vorne verschmalert und dort deutlich schmiiler als 
-ein Auge. Die Strieme derselben kupferrot schimmernd. Der 
ganze Kopf sonst einfarbig matt rostrot oder rotbraun. Auf dem 
Clypeus jederseits tiber dem Mundrande ein glinzendes Héckerchen. 


1) Biol. Cent. Amer., Dipt. Il. p. 396, Pl. XI. 5 u. 6 (1899) Mexico. 


30 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1909, Beiheft. 


Drittes Fiihlerglied dunkler braun. Riissel und Anhange 
haben die Farbe des Kopfes. Augen smaragdgriin, mit blauem 
Schimmer. 

Thorax und Schildchen rétlich kaffeebraun. Ricken unregel- 
mifsig mit dunkleren Wurzelpiinktchen bedeckt. Schildchen mit 
je einem grofsen schwiirzlichen Fleck seitlich zwischen den 2 
Borsten und mit 2 parallel liegenden braunlichen, eif6rmigen oben 
auf dem Riicken. 

Hinterleib (Q) glinzend rotbraun. Vom dritten Tergit an 
mit glinzend schwarzem Seiten- und Hinterrand, mit dem auch 
3 rundliche, glinzend schwarze Flecken verbunden sind, welche 
eine Querreihe bilden. Erstes Glied des Ovipositors glanzend rot- 
braun, herzférmig, ziemlich schmal und wenig langer als breit. 
Der Hinterleib des einzigen o ist verschrumpft; doch ist eine 
Verlaingerung des letzten Tergites deutlich zu erkennen. 

Hiiften und Beine etwas heller als der Thorax; Fiifse noch 
lichter. 

Das Randmal des © ist nur wenig durch ein schwaches, kaum 
merkliches Abwirtsbiegen der Subcosta erweitert. Die Radialader 
ist vor der Miindung auffallend stark wellig oder S-férmig ge- 
schwungen und vor der Miindung ganz steil aufgebogen. Erste 
Hinterrandzelle an der Spitze verengt. Hintere Querader ziemlich 
schief, nur etwas geschwungen, manchmal fast gerade und nur 
ungefihr ?/, ihrer eigenen Liinge von der kleinen Querader ent- 
fernt, vor welcher die Discoidalader stark nach abwirts ge- 
bogen ist. 

Fliigel einfarbig kaffeebraun, mit einem grofsen schwirzlichen 
Fleck vor der Miindung der Radialader, je einem Augenflecke in 
gleichem Abstande jederseits der kleinen Querader und einem 
schwirzlichen runden Punkt vor der Miindung der Cubitalader. 
Diesem Punkte liegt ein noch kleineres Pitinktchen, gerade an der 
Biegung der Discoidalader zur Verengung der ersten Hinterrand- 
zelle, gegentiber. Zweite Hinterrandzelle braun, nur mit einem 
hellen Punkte am Fliigelrande. Das Braun des Fliigels reicht 
tiberall tiber die Posticalader hinaus. 

Schiippchen dunkelbraun, heller gewimpert. Schwinger rot. 

Kérper 5—6 mm. Fliigel 6—7 mm lang, weniger als die 
Halfte davon breit. 


27. Pterocalla scutellata Schiner. 
Novara Dipteren p. 286 (1868). 
13 o7Q, Bolivia (Mapiri, Januar bis Marz, Snapi), Peru 
(Meshagua, Oktober; Callanga). Coll. Schnuse. Ungar. National- 
Museum. 


Hendel, Ubersicht der bisher bekannten Arten der Pterocallinen. 31 


Die Schinersche, auf 1 @ begriindete Beschreibung bedarf 
der Erginzung. Kopf und Thorax genau wie bei Pt. obscura Wied. 
beschrieben. Die Pleuren sind aber bei den meisten Stiicken 
dunkelbraun und dann gleichfalls die Hiiften und Beine mit Aus- 
nahme der hellen Fiiflse. 

Schildchen vorherrschend glainzend schwarz. LErstes Glied 
des Ovipositors schmal, herzférmig, wenig linger als breit. Es 
erscheint wie bei P#. obscura vom Hinterleibe abgesetzt. 

Beim @ glainzt der ganze Hinterleib. Beim o zeigen die 
gleichlangen dritten und vierten Tergite mit Ausnahme eines 
glinzenden, manchmal vertieften Mittelquerstreifens eine aufserst 
feine nadelrissige Skulptur. Das fiinfte Tergit ist nicht verlangert. 
Die Wurzeltergite sind unter dem Schildchen etwas eingedriickt. 

Augen smaragdertin, hinten mit tiefblauem Schimmer. 

Die honiggelbe Spitze des Fliigels liegt jenseits einer Linie 
von der Miindung der Subcosta tiber die Spitze der Discoidalzelle 
zam Hinterrande. Der Aderverlauf gleicht vollkommen dem von 
Pt. obscura Wied. 

Bei keinem Exemplare kann ich jedoch ein ,braunes Fleckchen 
im gelben Spitzendrittel des Fliigels“ finden. 

Koérper 5—6,5 mm. Fliigel 5—6,5 mm lang, die Hilfte 
davon breit. 


29. Pterocalla ocellata Fabricius. 
Syst. Antl. p. 330. 1 (1805). 


12 o7 2, Bolivia (Mapiri, Marz), Peru (Urubambaflufs, September 
bis November; Vilcanota, Callanga), Argentinien (Tucuman, No- 
vember). Coll, Schnuse. Ungar. National-Museum. 

Unter den mir vorliegenden Stiicken kann ich 2 Varietiiten 
unterscheiden. 

Bei der ersten ist die Stirne bei o7 und 2 oben viel schmiler 
als ein Auge, vorne nur die Hilfte eines Auges breit. Der Riicken 
des o hat 4 dunkelbraune Lingsstriemen; die iufseren, in der 
Linie der Dorsozentralen, sind an der Quernaht unterbrochen, die 
beiden mittleren, in der Linie der inneren Dorsozentralborsten ver- 
laufenden, sind hinten abgekiirzt. Der Riicken und das Schildchen 
zeigen aufser den Wurzelpunkten der Haare und Borsten keine 
anderen Punkte. Beim @ sind die Lingsstriemen nur angedeutet 
und liegt an der Unterbrechungsstelle der iiufseren Binde ein 
brauner Punkt. 

Bei der zweiten Varietiit ist die Stirne oben so breit wie 
ein Auge, vorne neben den Fiihlern schmiiler als ein solches. Der 
Riicken des o” zeigt nur den Teil der aufseren Lingsbinden hinter 
der Quernaht, jener des ? keine Lingsbinden, sondern 2 Quer- 


32 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1909, Beiheft. 


reihen von 4 und 2 braunen runden Punkten, an der Quernaht 
und dann weiter hinten. Diese Punktreihen kénnen auch beim 
o vorkommen. Das Schildchen hat meist 2 braune Flecke auf 
der Mitte. 

In allen tibrigen Punkten stimmen beide Varietiten voll- 
kommen tiberein. Die Stirne ist wie bei Pt. angustipennis gezeichnet, 
nur dafs die 2 konvergierenden Striche der Stirnmitte sehr wenig 
oder gar nicht wahrnehmbar sind. Augen griin mit blauem 
Schiller. Etwas tiber der Mitte eine schmale hellgriine wagerechte 
Querbinde. 

Auch sonst gleicht P?. ocellata Fabr. ganz obengenannter Art, 
so dafs ich nur die Unterschiede beider hervorhebe : 

Den Tergiten des Hinterleibes fehlt der Mittelfleck am Hinter- 
rande und die Punktierung am Vorderrande der Wurzelsegmente. 
Das erste Glied der Legeréhre hat die Gestalt eines gleichseitigen 
Dreiecks. Beim o” ist nur das zweite Segment linger als eines 
der tibrigen. 

Im Fliigel tiberschreitet das Braune als breiter Saum die 
ganze Linge der Posticalader und erreicht den Hinterrand. An 
der Grenze desselben gegen den viel kleineren hyalinen Teil der 
dritten Hinterrandzelle liegt ein runder heller Punkt. Die hintere 
Querader liegt schief, ist fast gerade und nur ihre eigene Liinge 
von der kleinen Querader entfernt. Das Randmal des o ist nicht 
merklich vergréfsert. 

Koérperlinge 5—7 mm.  Fliigellinge 7—8 mm, Fliigelbreite 
2,5—3 mm. 


30. Pterocalla angustipennis n. sp. 


1 9, Bolivia (Songo). Ungarisches National-Museum. 

Stirne so breit wie ein Auge, fein und kurz behaart, matt 
hell goldockrig bestiiubt, an den Orbiten wenig heller. Aufser 
je 3 runden dunkelbraunen Flecken jederseits am Augenrande, 
wovon die 2 oberen an den Wurzeln der Orbital- und Scheitel- 
borste liegen, noch ein Paar schiefer, nach unten konvergierender 
Striche in der Stirnmitte. Das ganze Untergesicht rostbraun, hell 
goldockrig bestaubt, stellenweise von dunklen Schillerflecken unter- 
brochen, besonders an den Backen. Augen wie bei der vorher- 
gehenden Art gefirbt. 

Fiithler hell rostgelb, Taster und Pralabrum rostbraun, Riissel 
dunkler braun. 

Thorax, Schildchen, Hinterleib von dunkel rotbrauner Grund- 
farbe, itiberall dicht ockergelb bestéubt. Da der Riicken meines 
einzigen Stiickes fettig geworden ist, so sehe ich nur runde 
braune Wurzelpunkte an den riickwartigen Borsten. Schildchen 


Hendel, Ubersicht der bisher bekannten Arten der Pterocallinen. 33 


aufser den Punkten an den Borsten noch mit 2 runden Flecken 
auf der Mitte. 

Hinterleib mit Wurzelpiinktchen an den Haaren und je einer 
Querreihe von 4 braunen runden Flecken am Vorderrande der 
Tergite 2—6. Aufserdem haben die Ringe 3—5 einen kleineren 
Mittelfleck am Hinterrande. 

Das erste Glied der Legeréhre ist ockrig und braun punk- 
tiert und ist ktirzer als breit. 

Hiiften und Beine rotgelb. Schenkel etwas punktiert und 
unten mit 2 dunkleren Schillerflecken. 

Der Fliigel ist auffallend lang, schmal und parallelrandig ; 
braun mit Querreihen dicht nebeneinanderstehender, quergestellter 
dunklerer Striche zwischen der ersten bis zur fiinften Langsader 
und noch jenseits der letzteren. Das Braune des Fliigels lafst 
den gréfsten Teil der dritten Hinterrandzelle frei und iiberschreitet 
die Endhalfte der Posticalader nur durch kurze Zihne, nicht aber 
als ein den Hinterrand erreichender Saum. Das Helle der zweiten 
Hinterrandzelle beschrankt sich auf 2 kleine Flecke, die am 
Fliigelrande nur schmal kommunizieren. Die Lage der 3 Augen- 
flecke gibt bereits die Tabelle an. Die Radialader ist gegen das 
Ende zu deutlich wellig geschwungen und vor der Miindung, die 
ein breiter brauner Fleck einsiumt, steil aufwirts gebogen. Die 
hintere Querader liegt schief, ist nur schwach S-férmig ge- 
schwungen und */, mal ihre Linge von der kleinen entfernt. 

Schiippchen und Schwinger wie bei Pt. oculata. 

K6rperlange 5 mm. Fliigel 8 mm lang, 2 mm breit. 


32. Pterocalla reticulata n. sp. 

2 2, Peru (Vilcanota), Paraguay (S. Bernardino, Marz). 
Ungarisches National-Museum. 

Stirne ebenso breit wie ein Auge, vorne schmiiler, ziemlich 
rauh behaart; in der Mitte mit 2 durch eine feine gelbe Mittel- 
linie getrennten rotbraunen Langsbinden, neben welchen die Orbiten 
auch wieder gelb bestaéubt sind. Scheitelplatten grau. An der 
Wurzel der Orbitalborste und weiter vorne am Augenrande ein 
dunkelbrauner, rundlicher Fleck. Untergesicht wie bei Pt. oculata, 
aber dunkler bestéubt. 

Fiihler rotbraun, an der Wurzel heller. Ebenso Riissel und 
Taster rotbraun. Augen griin, mit blauem Schimmer zu beiden 
Seiten einer wagrechten hellgriinen Querbinde. Man kénnte auch 
sagen: griin, mit 2 blauen Querbinden. 

Thorax, Schildchen und Hinterleib von rétlich brauner Grund- 
farbe, tiberall dicht ockergelb bestaubt. An den Wurzeln der 
Borsten und Haare dunkelbraune Punkte und Piinktchen. Auf 

Deutsche Entomol. Zeitschrift 1909. Beiheft. 3 


34 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1909, Beiheft. 


dem Thoraxriicken vor den Dorsozentralborsten 3 Querreihen aus 
je 4 oder 6 (die mittlere Reihe) runden dunkelbraunen Punkten. 
Auf der Mitte des Schildchens 2 runde Flecke. 

Hinterleib auf den Tergiten gleichmafsig fein punktiert und 
am Vorderrande derselben, vom zweiten angefangen, mit einer 
Querreihe von 4 dunkelbraunen Flecken geziert. Erstes Glied des 
Ovipositors kaum so lang als an der herzférmigen Wurzel breit, 
ockergelb und dicht braun punktiert. 

Hiiften und Beine gelbrot. Schenkel punktiert, unten mit 
2 braunen Flecken. 

Radialader deutlich geschwungen, vor der einen dunkelbraunen, 
runden Fleck tragenden Miindung steil nach aufwarts gebogen. 
Hintere Querader wenig schief und kaum gebogen, */, ihrer eigenen 
Lange von der kleinen Querader entfernt. 

Fliigel mit Ausnahme eines kleinen Teiles vor und hinter der 
Analader dunkelbraun und unter der Subcosta auf dem ganzen 
Fliigel mit Liingsreihen dicht nebeneinanderstehender dunkelbrauner 
Punkte, die nur an der Fliigelspitze fehlen, besetzt. Zwischen 
den dunklen Flecken ist aber die Grundfarbe heller als an den 
ungefleckten Stellen vorne und an der Spitze, wodurch der Fligel 
das Aussehen erhilt, als ob er hell gefleckt wire. Noch hinter 
der Analader stehen 2 kleine braune Punkte. Die zweite Hinter- 
randzelle zeigt am Fliigelrande nur 2 kleine weifse runde Flecke. 
Das Braune des Fliigels reicht tiberall tiber die Posticalader hin- 
iiber und erreicht sogar den Fligelhinterrand der dritten Hinter- 
randzelle, die dort an der Grenze des Braunen einen runden weifsen 
Fleck zeigt. Die 5 Augenflecke, deren dunkle Umrandung ziemlich 
verwaschen ist, haben folgende Stellung: einer in der Randzelle, 
einer in der Unterrandzelle weiter abwarts und drei in der ersten 
Hinterrandzelle, deren aufserster mit den 2 vorbezeichneten Flecken 
in einer Geraden liegt, wahrend der innerste unter den Rand- 
zellenfleck fallt und der dritte weiter unten im Zwischenraume 
zwischen den beiden oberen Augenflecken derselben Zelle steht. 

Schiippchen braun, heller gewimpert. Schwinger gelb. 

Korperlinge 3,5—4 mm, Fliigel 4—5 mm. 


33. Pterocalla tarsata Schiner. 
Novara-Dipteren p. 287, o7 = Pt. Rondanii Schiner 2, ibidem. 


11 o7Q, Peru (Meshagua, Unini, Oktober; Laristal 2—3000 m, 
August; Callanga); Bolivia (Mapiri, Februar; Songo). Coll. Schnuse. 
Ungarisches National-Museum. 

Stirne schmaler als ein Auge, hell rotbraun. Ein Fleckchen 
seitlich neben den Fihlerwurzeln und die ganze Stirne mit Aus- 
nahme des braunen Vorderrandes sonst weifslich bereift. Ocellen- 


Hendel, Ubersicht der bisher bekannten Arten der Pterocallinen. 35 


dreieck und die breite Umrandung der Scheitelplatten, manchmal 
auch nur ein Querbandchen vor jeder Platte, rot- bis schwarz- 
braun. Ein Querband unter den Fiithlern dunkelbraun. Der ganze 
darunter liegende Teil des Untergesichts samt den Backen silber- 
weifsschimmernd. Augen wie bei Pt. ocellata Fab. 

Fiithler heller oder dunkler rot; ebenso die Taster. 

Die dichte Bestéiubung des Thorax und Schildchens ist ocker- 
gelb bis gelbgrau. Auf dem Riicken finden sich unter den feinen 
dunklen Wurzelpiinktchen der Haare und den gréfseren Punkten 
an den Borsten noch 4 Querreihen von je 4 rundlichen, ungefihr 
gleichgrofsen Flecken; die zweite Querreihe allein hat 5 Flecke. 
Uber die Pleuren geht von der Vorderhiifte an ein oben und unten 
dunkelbraun gesiumtes, gelb bestaubtes Langsband. 

Der mit dem Thoraxriicken gleichfarbige Hinterleib hat viele 
braune Piinktchen und vom dritten Tergite an am Vorderrande je 
eine Querreihe von meist 6 dunkelbraunen Flecken. Das zweite 
Tergit traigt nur 2 Flecke. Das erste Glied des Ovipositors ist 
auch punktiert und hat die Form eines gleichseitigen Dreiecks. 
Das vierte Tergit des o ist viel langer als die vorhergehenden, 
fast so lang wie der halbe Hinterleib. 

Hiiften und Schenkel dunkelrotbraun, Knie und Schienen 
heller, noch heller die Tarsen. An den hintersten Fiifsen des 07 
ist die lichte Ferse lang und schmal; die folgenden 4 Glieder 
sind etwas verbreitert und samtschwarz, die zwei letzten davon 
silberschimmernd. 

Fliigel braun, mit Laingsreihen dunkler Flecke zwischen den 
Liingsadern 1—5. In der Unterrandzelle befinden sich jenseits 
der kleinen Querader 5 rundliche schwarzbraune Flecke in einer 
Reihe, von welchen der erste tiber der Querader und der fiinfte 
an der Fliigelspitze am kleinsten sind, der zweite und vierte haben 
ein helles Auge, welches beim © oft dem zweiten runden Fleck 
fehlt; der Mittelfleck ist elliptisch und immer augenlos. In der 
ersten Hinterrandzelle liegen 3 Augenflecke; 2 oben, 1 unten. 
Der schmale helle Raum am Rande der zweiten Hinterrandzelle 
wird durch den Zahn des Braunen nicht vollstandig in 2 Teile 
getrennt. Jenseits der Mitte der Discoidalzelle greift das Braune 
nur als ein schmaler Saum, mit einem kurzen Zahn, tiber die 
Posticalader hinaus. 

Das Randmal des o ist sowohl durch eine Konvexitit der 
Costa, als auch durch ein Abwirtsbiegen der Subcosta erweitert, 
aber bei weitem nicht so stark wie bei P#. plumitarsis. 

Der zentrale Teil des Braunen im Fliigel wird beim o7 durch 
eine rotgelbe oder braunliche Farbe verdriingt. Die Radialader ist 
schwach wellig geschwungen und vor der fleckenlosen Miindung 


2% 
vo 


36 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1909, Beiheft. 


nach aufwirts gebogen (45°). Die hintere Querader steht sehr 
schief, ist sehr wenig gebogen und um 11/, ihrer eigenen Linge 
von der kleinen Querader entfernt. 
Schiippchen dunkelbraun, rot gewimpert. Schwinger gelb. 
KGérperlange 4—5 mm, Fliigel 5—5,5 mm. 


34. Pterocalla plumitarsis n. sp. 

9 2, Bolivia (Mapiri, Januar bis Marz; Songo). Coll. 
Schnuse. Ungarisches National-Museum. 

Stirne so breit wie ein Auge, kurz und fein behaart, matt 
ockrig bestiubt, in der Mitte mehr rétlich, an den Seiten heller 
goldgelb. Je ein Paar dunkelbrauner, runder Flecke an den 
Wurzeln der inneren Scheitel- und der Orbitalborsten; ein gleiches 
Paar liegt angedeutet am vordersten Drittel. des Augenrandes. 
Die vordere Halfte der Stirne ist, mit Ausnahme des goldgelben 
Fleckes zwischen Fiihlerwurzel und Auge, dunkler gelbrot. End- 
lich liegen zwischen den Orbitalborsten in der Stirnmitte 2 lang- 
ovale braune, nach vorne: konvergierende Flecke. 

Das ganze Untergesicht hell rostrot, nur am Augenrande und 
auf dem Clypeus hell goldgelb bereift. Letzterer mit einem braunen 
Querbande in der Mitte. Am unteren Augenrande liegen zwei 
kleine, am unteren Hinterkopfe ein gréfserer dunkelbrauner 
Schillerfleck. 

Fithler gelbrot, Prailabrum und Taster rotgelb, Riissel braun, 
sein Kinn glanzend pechbraun. Augen blaulichgriin, Unterrand und 
2 wagrechte Querbinden violettpurpurn. 

Thorax, Schildchen und Abdomen von schwarzbrauner Grund- 
farbe. Die beiden ersten goldockrig bestaéubt und mit grofsen, 
dunkelbraunen Flecken bedeckt. Beim @ sind die Riickenflecke in 
4 Querreihen geordnet. In der ersten stehen 5, in der zweiten 
bis vierten 4 Flecke. Die Flecken der letzten, etwas gebogenen 
Reihe sind am gréfsten und pantoffelformig. Aufserdem sind 
dunkelbraune Flecke am Humeralcallus und in der Suturaldepression 
zu sehen. Beim o sind die 2 letzten Riickenquerbinden zusammen- 
geflossen, so dafs die hintere Riickenhalfte einfarbig braun er- 
scheint. Schildchen aufser den 2 Apicalpunkten mit schwarz- 
braunen Flecken an den Seiten, welche in der Mitte auf den 
Riicken heriiberbiegen. Beim © ist es fast braun. 

Hinterleib (2) ohne Piinktchen, nur mit dunklen grofsen 
Flecken, welche am vierten bis sechsten Tergite vorherrschen und 
von der gelben Bestéubung nur 3 langliche quergestellte Flecke 
in der Mitte und je ein kleines Strichlein seitlich am Vorderrande 
freilassen. Das dritte Tergit ist vorherrschend gelb bestiubt 
und hat eine Querreihe dunkler Flecke am Hinterrande, die den 


Hendel, Ubersicht der bisher bekannten Arten der Pterocallinen. 37 


vorderen Rand nicht erreichen. Das erste Glied des Ovipositors 
ist herzférmig, ungefahr so lang wie breit und yon glinzend 
pechbrauner Farbe. 

Der Hinterleib des o ist an der Wurzel etwas gelbrot, sonst 
glainzend schwarzbraun. 

Hiiften und Beine rotgelb. Das Spitzenviertel bis -drittel 
der Hinterschenkel braun; seltener ist dies an den Mittelschenkeln 
der Fall. 

Beim o sind die 4 Endglieder der Hinterfiifse etwas ver- 
breitert und seitlich mit gekriimmten schwarzen, an den Spitzen 
gelblichen Haaren lang gefiedert. 

Das Fligelrandmal des o7 ist durch Abwiartsbiegen der Sub- 
costa sehr stark erweitert. Die Radialader ist kaum merklich 
geschwungen, vor der unverdunkelten Miindung aber deutlich nach 
aufwirts gebogen (45°). Die hintere Querader steht ziemlich 
schief, ist stark S-férmig geschwungen und um ‘/, ihrer eigenen 
Liinge von der kleinen Querader entfernt. 

Fliigel braun mit Langsreihen dunkler Flecke zwischen den 
Adern 1—5, welche beim @ stirker als beim © hervortreten, 
immer aber sehr deutlich sind und regelmiafsig verteilt sind. Je 
ein Paar gleichweit entfernter Augenpunkte liegt in der Unterrand- 
und ersten Hinterrandzelie, wobei das untere Paar gegen das 
obere um halbe Distanz gegen die Spitze zu verschoben ist. Das 
Auge des innersten der 4 Flecke ist manchmal rudimentir. Das 
Helle der zweiten Hinterrandzelle wird durch einen Zahn des 
Braunen in einen gréfseren inneren und kleineren dufseren Fleck 
am Fliigelrande geteilt. Die Posticalader bildet die untere Grenze 
des Braunen jenseits der Mitte der Discoidalzelle. 

Schwinger und Schiippchen wie bei P¢. oculata. 

Kérper 7—8 mm, Fliigel 8—9 mm lang, 1/, davon breit. 


go. Pierocalla sirrata n: sp. 


1 9, Peru (Vilcanota). Ungarisches National-Museum. 

Steht der Pt. quadrata Wulp aufserst nahe und ist nur durch 
foleende Unterschiede zu erkennen : 

Der Ricken ist nur in der Mitte dicht goldockrig bestiubt 
und zeigt dort nur 2 Punkte hinter und 4 Punkte als Querreihe 
auf der Quernaht, aufserdem Wurzelpunkte an Borsten und Haaren. 
Eine breite, tief kastanienbraune Binde fafst den Riickenschild 
vorne und an den Seiten, lings der Notopleuralnaht ein. Von 
gleicher Farbe sind die Pleuren unter einer glinzend goldgelben 
Langsbinde, die von den Vorderhiiften bis unter die Fliigelwurzel 
zieht. Humeralcallus oben und unten von einem goldigen Bogen 
eingefafst. Scbildchen vorherrschend schwarzbraun. 


38 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1909, Beiheft. 


Die Stirne ist lebhafter gefiirbt; von den Fiihlern bis zur 
Orbitalborste tief rotbraun, nur durch eine gelbliche Mittellinie 
oben etwas geteilt. Clypeus dunkelbraun. Uber den Mundrand 
und die Backen zieht eine scharf sich abhebende goldige Quer- 
binde, deren Fortsetzung obige Pleurenbinde darstellt. Fiihler 
noch dunkler braun. Augen griin, mit dunkelviolettem Schimmer 
und einer wagrechten hellgriinen Querbinde etwas tiber der Mitte. 

Hinterleib dunkler, namentlich an der Wurzel. Die 4 braunen 
Flecke stehen erst an dem vierten Tergit. Das erste Glied der 
Legeréhre ist etwas punktiert. 

Fliigel genau wie bei Pt. quadrata Wulp, nur dunkler. Die 
Radialader ist an der Miindung noch mehr als um einen rechten 
Winkel aufgebogen und zeigt dort einen viel weiter ausgedehnten 
schwarzbraunen Fleck. 

Vorder- und Hinterschenkel braun, namentlich erstere ziem- 
lich verdunkelt. 


37. Pterocalla quadrata Wulp. 
Biol. Centr. Amer., Dipt. Il. p. 394. Pl. XI. 1 (1899). 


11 o 9, Bolivia (Mapiri, Januar bis Marz), Peru (Urubamba- 
flufs, September; Callanga), Brasilien. Coll. Schnuse. Coll. 
Winthem. Ungarisches National-Museum. 

Stirne oben so breit wie ein Auge, vorne neben den Fiihlern 
schmialer, von rotbrauner Grundfarbe, ziemlich rauh behaart; an 
den Orbiten hell gelblich bereift. Die Wurzeln der Borsten stehen 
auf dunkelbraunen Punkten; ein ebensolcher Punkt weiter vorne 
am Augenrande. Scheitelplatten und Ocellendreieck hell bereift. 
Untergesicht von dunkelbrauner Farbe. Lunula, der Mundrand 
und die Backen gelb bestiubt, letztere teilweise dunkelschillernd. 
Augen griin, tief blauschimmernd, mit einer schmalen hellgriinen 
Querbinde, die wagrecht etwas iiber der Mitte liegt. 

Fihler rot, das dritte Glied dunkler braun. Die hellbraunen 
Taster stehen etwas vor. Riissel dunkelbraun. 

Thorax, Schildchen und Hinterleib von dunkelbrauner Grund- 
farbe, dicht ockergelb bestiubt. Riicken mit 3 Querreihen von 
4, 6 und hinten 2 kleinen runden braunen Flecken. Wurzelpunkte 
fehlen meist den Harchen und sind nur an den Borsten immer 
vorhanden. Beim co” ist der ganze Riicken und das Schildchen 
von einem silbrigen Tomente bedeckt, welches nur die Wurzel- 
punkte der Schildchenborsten, deren apicale zu einem gréfseren 
braunen Fleck zusammenfliefsen, frei lafst. Auf der Oberseite ist 
das Schildchen bei co und 2 ungefleckt. 

Hiiften und Beine einfarbig gelbrot. 


Hendel, Ubersicht der bisher bekannten Arten der Pterocallinen. 39 


Hinterleib des 9 an der Wurzel oft heller rotbraun. Aufser 
den Wurzelpiinktchen an den Haaren liegen vom dritten Tergite 
an am Vorderrande der Ringe je 4 runde, ziemlich grofse braune 
Flecke. Das erste Glied der Legeréhre ist glanzend pechbraun, 
oft heller und hat die Gestalt eines gleichseitigen Dreiecks mit 
etwas konvexen Seiten. Beim co” sind die ersten 3 Segmente matt 
hellgelb, ebenfalls wie der Ricken silbrigschimmernd. Kein Ring 
ist verlangert. 

Randmal des o7 nicht erweitert. Radialader deutlich wellig 
geschwungen und vor der Miindung steil nach aufwirts gebogen. 
An dieser Stelle liegt ein grofser schwarzbrauner Fleck. Hintere 
Querader liegt wenig schief, ist fast gerade und ungefihr °/, mal 
ihre eigene Linge von der kleinen entfernt. 

Fliigel hellbraun, nur in der vorderen Basalzelle mit ein paar 
wenig deutlichen dunkleren Querflecken gezeichnet. Zwischen diesen 
Flecken und an der Fliigelspitze ist das Braun oft bis zum Ocker- 
gelb erhellt. Die hellen Punkte in der zweiten und dritten Hinter- 
randzelle und die hintere Grenze des Braunen wie bei Pt. reticulata. 
3—4 Augenflecke. 2 am Oberrande der ersten Hinterrandzelle, 
einer in der Mitte zwischen diesen dartiber in der Unterrandzelle 
und sehr selten einer darunter, ebenfalls noch in der ersten Hinter- 
' randzelle. Bei manchen Stiicken zeigt sich auch in der dufsersten 
Spitze der Unterrandzelle ein kleiner dunkler Fleck. 

Schiippchen und Schwinger wie bei Pt. reticulata. 

K6rper- und Fliigellange 4—5 mm. 

Anmerkung: Aus der Beschreibung und Abbildung des 
Fliigels von Pterocalla undulata Cresson, Trans. Amer. Ent. Soc. 
Washington, XXXII. p. 283 (1906), aus Mexiko kann ich keine 
Verschiedenheit von der Art van der Wulps herausfinden, weshalb 
ich die Cressonsche Art als Synonym hierher stelle. 


39. Pterocalla oculata n. sp. 


3 o7 9, Peru (Callanga); ungar. National-Museum. 

Stirne so breit wie ein Auge, kurz und fein behaart, matt 
rotlich goldgelb bestéubt. An den Wurzeln der inneren Scheitel- 
borsten und der weiter vorne stehenden Orbitalborsten je 1 Paar 
rotbrauner, runder Flecke. Ein gleiches Fleckenpaar liegt, stark 
genahert , in der Stirnmitte. Die Lunula und 1 Fleck zwischen 
Auge und Fiihlerwurzel hellgelb schimmernd. Dariiber ist der 
Vorderrand der Stirne rotbraun. Clypeus, Wangen, Backen und 
Pralabrum von roter Grundfarbe, aber dicht hell goldgelb bestaubt. 
Hier und da zeigt sich die Grundfarbe an den Backen als dunkler 
Schiller. Augen wie bei Pt. plumitarsis gefiarbt. 

Fiihler und Taster rotgelb. Kinn des Riissels  glinzend 


40 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1909, Beiheft. 


schwarzbraun. Thorax, Schildchen und Abdomen von dunkel- 
brauner Grundfarbe, iiberall aber dicht ockergelb bestiubt. Diese 
Bestéubung wird am Thorax durch unregelmifsig stehende, dunkel- 
braune, kleine Wurzelpunkte an den Hiarchen und den Borsten 
unterbrochen, welche hier und da zu Flecken zusammenfliefsen. 
Auf der Mitte des Schildchenriickens ist meistens ein hufeisen- 
formiger brauner Fleck zu sehen. Die Zeichnung des Hinterleibes 
besteht aus einer tiber die Ringmitte der hinteren Segmente ver- 
laufenden Querbinde, die sich aus mehr oder weniger deutlich 
zusammengeflossenen 4 Doppelflecken zusammensetzt, welche ander- 
seits durch feine Piinktchen mit dem Hinterrande des Tergits 
verbunden werden. Beim o sind die 4 Doppelflecke mehr als 
beim @ aufgelést. Der vierte Ring desselben ist auf die halbe 
Hinterleibslainge vergrdfsert. Erstes Glied der Legeréhre herz- 
formig, nur so lang als breit, braun punktiert wie der Hinterleib. 

Hiiften und Beine gelbrot, weifslich bereift. Die mittleren 
und hinteren Schenkel sind mit Ausnahme der breiten Spitzen 
verdunkelt, braunlich. 

Das Fliigelrandmal des o ist durch Abwirtsbiegen der Sub- 
costa stark verbreitert. Die Radialader ist nur schwach wellig 
geschwungen und vor der Miindung kaum merklich aufgebogen. 
Die hintere Querader steht nicht sehr schief, ist sehr schwach 
S-formig geschwungen und um ihre doppelte Linge von der 
kleinen Querader entfernt. 

Fligel braun mit Liangsreihen dunkler Flecke zwischen den 
Lingsadern 1—4. Die dunkelsten in der vorderen Basalzelle _ 
(7—8 Flecke) und in der Unterrandzelle (3 Flecke, zwischen 
welchen dann die 2 Augenflecke liegen). Zweite Hinterrandzelle 
in der unteren Halfte glashell, die braune- Grenze ist zwei- 
buchtig. 

Schwinger gelb. Schiippchen dunkelbraun, gelb gewimpert. 

Korperlinge 6 mm. Fliigel 7 mm lang, 2 mm breit. 


IX. Genus: Pseudotephritis Johnson.') 
(= Stictocephala Loew., praeoc.) 
Entomol. News Philad., XIII. p. 144 (1902). 


2 Orbitalborsten. An der Analader liegen 2 schwarzbraune 


Flecken. Anal- und hintere Basalzelle glashell . . 1. 
1 Orbitalborste. Analader ungefleckt. Anal- und hintere 
Basalzelle schwarzbraum: 7297. os 2 eae Peer 


1) 4 nordamerikanische Arten, deren Beschreibungen bei Loew, 
Monogr. N. Am. Dipt., Part HI zu finden sind. 


Hendel, Ubersicht der bisher bekannten Arten der Pterocallinen. 44 


1. Fliigelspitze mit einem braunen Flecke an der Miindung der 
dritten und vierten Liangsader. Fliigel braun und gelb 
gefleckt. .|). . . « . 40 Pseudotephritis vau Say. 

Fliigelspitze glashell. Fligel nur braunfleckig, ohne Gelb. 
41. Pseudotephritis corticalis Loew. 

2. Der Saum der hinteren Querader verbindet sich mit der von 
der Miindung der Subcosta herabgehenden Querbinde in 
eine einzige zusammenhangende. Schienenspitzen und 
Mitte der Hinterschienen mit braunem Ringe. 

42. Pseudotephritis cribrum Loew. 


Der Saum der hinteren Querader isoliert von obiger Querbinde. 
Beine einfarbig gelb. 43. Pseudotephritis cribellum Loew!). 


X. Genus: Ca//opistromyia Hendel. 
(= Callopistria, Loew, praeoc.) 
Wiener entomol. Zeit. p. 98 (1907). 


44. Callopistromyia annulipes, Macquart 
Dipt. exot, Spl. V. p. 121 (1855), Nord-Amerika. 


XI. Genus: Pterocerina n. g. 


Hintere Querader aufserordentlich schief gestellt; Fliigel stark 
zugespitzt. (Subgenus Sympaectria n. sbg.) . . . 1. 


Hintere Querader fast senkrecht auf der Discoidalader stehend ; 
Flugel ander Spitze abgerundet. ©.-. . ....~, 2. 


1. Beine gelb. Fliigel im Wurzeldrittel glashell, dann schief 
abgegrenzt schwarzbraun, mit glashellen Langskernen 
zwischen den Lingsadern vor der Fliigelspitze. Randmal 
und der Zellenteil darunter glashell. 

45. Pt. acutipennis n. sp. 


Beine zum gréfsten Teil pechbraun. Fliigel hyalin mit braun- 
gesiumten Queradern, einem braunen Querbiandchen zwischen 
den Queradern, von der zweiten bis fast zur vierten Lings- 
ader reichend. Die Costa ist bis zur Miindung der 
Discoidalader gelbbraun gesiumt. 46. Pt. stylata n. sp. 


2. Fliigel vorherrschend schwarzbraun, mit glashellen Flecken 
SUC EM MANGeTIN;: ) iuiiecs atte sia ike Mikel Ale ee De 
Fliigel hyalin, mit dunkleren Flecken oder Querbindern. 


1) Zwei mir aus Bezzis Sammlung vorliegende Exemplare haben 
die Fliigelzeichnung von P. cribellum, die Beinfairbung von P. cribrum, 
weshalb mir die Verschiedenheit beider Arten zweifelhaft ist. 


Or 


oe 


Deutsch. Ent. Zeitschr. 1909, Beiheft. 


. Untergesicht glanzend schwarz, unter den Fithlern weils be- 


| 


stiubt. Ein eiformiger schwarzbrauner Fleck erfiillt ?/, 
des Fliigels von der Spitze an, reicht unten noch in die 
Discoidalzelle und umschliefst beide Queradern. Vor der 
Fliigelspitze liegt in der Unterrandzelle ein glashelles 
Fenster und unter demselben ein kleineres, mehr oder 
weniger verwischtes in der ersten Hinterrandzelle. 
47. Pt. fenestrata n. sp. 
Untergesicht;/gell oder rostrot. 54-9.) i: eh eee 


. Untergesicht unter den Augen der ganzen Breite nach samt- 


artig rostrot, dariiber abgegrenzt gelblich. Fliigel ganz 
schwarzbraun, mit Ausnahme des Randmales und eines 
glashellen, keilférmigen Fleckens an der Costa, von der 
Miindung der ersten Liingsader mit der Spitze schief nach 
aulsen |. ie AO ah. gre pers ee 
Untergesicht gelb. Fliigel mit Ausnahme des Basisdrittels 
schwarzbraun, mit 2 glashellen Querbinden: die erste 
vor der kleinen Querader von der ersten bis zur vierten 
Lingsader gehend, die zweite durchgehend, von der Miin- 
dung der Subcosta zwischen den beiden Queradern hindurch 
zum Hinterrande. ... . . 49. Pt. clarifascia n. sp. 


. Fliigel mit drei auffallenden, tief schwarzbraunen Flecken in 


der Randzelle, welche an der Costa zusammenhingen. 
Backen dunkelbraun ; Untergesicht gelbweifs; Vorderhiiften 
schwartz... 2. wo hee ne ZOO Pre. ng auds Maan: 


Fltgel: mit: dunklen Querbinden, @/sr0 <2) 15.4 os une 


. Fliigel aufser den 4 Querbinden am ganzen Vorderrande tief 


rotgelb. Filer und eine breite Querbinde unter denselben 
feurig rostrot. Mundrand weifslich. 
51. Pt. colorata o n. sp. 


Fitgel langsyder Costa mieht rotgelb 29.. 2s ae ee 
. Thorax gelb oder wenigstens dicht gelb bestéiubt. Schenkel 
ganz oder zum grofsten Teile gelb . - . .. . 8. 
fhorax “und.,Schenkell (schwarzi¥ <<) Tye loses see 
Thorax glinzend gelb . . . irk aes 3 


Thorax nur gelb bestaéubt, von dunkler Grundfarbe 10. 

Die Fliigelquerbinde tiber die kleine Querader geht bis iiber 
die Posticalader hinaus. Clypeus glinzend gelb. Lege- 
ronre lang <.).0 ein aoe. eh yerrugineaanmasT: 

Die zweite Querbinde endet gleich unter der kleinen Quer- 


ader. Clypeus mattgelb. Legeréhre kurz. 
53. Pt. ochracea n.’ sp. 


Hendel, Ubersicht der bisher bekannten Arten der Pterocallinen. 43 


10. Fliigel nur mit 2 schwarzbraunen Binden im Spitzendrittel, 
die unten und oben zusammenfliefsen. Schenkelspitzen 
und Schienen schwarzbraun. Scheitel schwarz. 

54. Pt. bifasciata n. sp. 

Fliigel mit 4 Querbinden, welche zum Teile unterbrochen 
sind. Schenkel und Schienen gelb, auch der Scheitel. 
55. Pt. interrupta n. sp. 

11. Fliigel nur mit 3 Querbinden, die basale fehlt. Untergesicht 


glinzend schwarz . . . . 56. Pt. trifasciata n. sp. 
Blues! anit 4 Ouerbinden "0% .-5 668 ae 2. 

12. Untergesicht gelb. . . . Nea PORN ete rah. (eae, SETS 
Untergesicht schwarz oder ee eis see La. 


13. Die beiden ersten Querbinden hangen an der Posticalader 
zusammen. Vorderhiiften gelb. Clypeus unter den Fiithlern 
Beusribestaubti.n te 2 2 a ts OREO fUrcala, nN. sp: 

Die beiden ersten Querbinden vereinigen sich nicht. Vorder- 
hiiften braunschwarz. Untergesicht unter den Fiblern 
Postrot. 2% 2). he UC Ddlvbey colerdtn O Sma. sp. 

14. Die zweite und fae Bhigemimdé konvergieren nach unten, 
die erste reicht bis zur Discoidalader. Die Guerbinden 
sind an der Costa nicht miteinander verbunden. 

58. Pt. picea n. sp. 
Die zweite und dritte Binde laufen parallel, die erste geht 
iiber die Posticalader hinaus. Die Querbinden sind an der 
Costa durch einen Saum miteinander verbunden. 
59. Pt. nigripes n. sp. 


45. Pt. acutipennis n.: sp. 

6 o7, Peru (Urubambaflufs , 23. IX.), Bolivia (Mapiri, Saram- 
prom 100"m+ 18. IM und: S.) Carlos, 800/m, 212 1:) Coll: 
Schnuse. 

Stirne seidenartig gelbrot, Scheitelplatten und Ocellendreieck 
schwach glinzend braungrau. Clypeus hellgelb, weifs schimmernd. 
Fiihler und Backen unter den Augen matt gelbrot. Hinterkopf oben 
an den Orbiten schwarz, grau bestiubt, unten weifsgelb schimmernd. 

Prilabrum, Riissel und die wenig verbreiterten Taster rotgelb. 

Augen hellgriin, unten blau, oben rétlich schimmernd. 

Thorax und Schildchen von schwirzlicher Grundfarbe, liickenlos 
dicht graugelb bestaubt. Riicken und Schildchen mit schwachem 
Glanze, letzteres an der Spitze mehr oder weniger rotgelb. Auf 
dem Riicken erscheinen in gewisser Beleuchtung zwei voneinander 
entfernte dunkle Lingslinien. Schulterbeulen rétlich. 

Beine und Hiiften gelb. — Hinterleib gelb, die Tergite meist 
schon vom zweiten an glainzend braun bis schwarz. 


44 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1909, Beiheft. 


Fligel von allen Arten am spitzigsten. Hintere Querader 
sehr schief gestellt. Eine breite schwarzbraune Querbinde durch- 
zieht schief den Fliigel. Ihre innere Grenze beginnt von der 
Miindung der Mediastinalader und geht iiber die Wurzel der 
Analader hinaus; ihre ‘aufsere Grenze, welche durch die Ver- 
langerung der hinteren Querader zur Costa gegeben erscheint, ist 
nicht scharf, sondern entsendet dunkle Lingsstreifen nach aufsen, 
welche die Fltigelspitze mit Ausnahme von hellen, dazwischen- 
liegenden Langskernen, namentlich zwischen der zweiten his 
vierten Langsader, ausfiillen. Fliigelwurzel, sowie auch das 
Randmal und der ganze darunterliegende Zellenteil glashell. 

Schwinger und Schiippchen gelb. 

Koérper- und Fliigellange 3,5—4 mm. 


46. Pt. stylata n. sp. 


2 9, Peru (Meshagua, Urubambaflufs, 29. IX. und 4. X.). 
Coll. Schnuse. 

Stirne seidenartig gelbrot, Scheitelplatten und Ocellendreieck 
glanzend braun.  Untergesicht ganz gelbrot, etwas weifs 
schimmernd. 

Hinterkopf oben an den Orbiten braun, tiberall weifsgelb 
bestaubt, am intensivsten unten. Backen und Fiihler gesittigter 
rotbraun. Augen am unteren Rande hellgriin, oben violett pur- 
purn; Grenze zwischen beiden Farben nicht scharf. 

Riissel, Prailabrum und Taster rotgelb. 

Thorax und Schildchen von glinzend schwarzbrauner Grund- 
farbe, aber ganz graubraun bestiubt. Riicken und namentlich 
das Schildchen schwach glinzend. In der Richtung der Dorso- 
zentralborsten wird in gewisser Beleuchtung jederseits eine dunkle 
Langslinie sichtbar. Quernahtaste und Supraalarregion des 
Riickens durch das Hervortreten der Grundfarbe dunkler er- 
scheinend. Schulterbeule rétlich. 

Hiiften und Schenkelringe rotgelb; Schenkel pechbraun, an 
der Wurzel etwas gelb, ebenso die ufsersten Kniespitzen; 
Schienen pechbraun; Fiifse gelb, gegen das Ende zu schwirzlich. 

Hinterleib glanzend gelb. 2 Hinterrandflecke am zweiten 
Tergit und alle folgenden vier mit Ausnahme der gelben Vorder- 
ecken glinzend schwarzbraun. Legeréhre (erstes Glied) etwas 
langer als der Hinterleib, mit herzférmiger Basis und schlanker 
Spitze, mit breit herzférmiger Basis und konkaven Seiten, am 
breiten Wurzelteile gelbrot, hinten schwarz, zweimal so lang wie 
die gréfste Breite. 

Fliigel weniger spitz als bei acutipennis, hintere Querader aber 
sehr schief gestellt und etwas bauchig nach aufsen gebogen 


Hendel, Ubersicht der bisher bekannten Arten der Pterocallinen. 45 


Von der Fliigelwurzel zieht sich ein schmaler braungelber Costal- 
saum bis zur Fliigelspitze, die hinter der hinteren Querader in 
der ersten und zweiten Hinterrandzelle verwaschen braun getriibt 
ist. Das Randmal und die Séumung der beiden Queradern ist 
braun. Ein Rudiment einer braunen Querbinde zeigt sich un- 
gefihr in der Mitte zwischen den beiden Queradern von der 


zweiten bis zur vierten lLiangsader. — Schwinger und 
Schiippchen gelb. 
Kérperlinge mit Legerdhre 9 mm. — Fliigel 8 mm. 


Ad. Pt. fenesiraia n. sp: 

9 o, Bolivia (Mapiri, Sarampioni, 700 m; 10.—16. III., 3. IV.), 
Peru (Urubambaflufs, 16. IX. Umahuankilia). Coll. Schnuse. 

Stirne seidenartig gelbrot, manchmal vorne und an den Seiten 
in verschiedener Ausdehnung in Schwarz tibergehend, an den Augen- 
rindern weifs schimmernd. Scheitelplatten und Ocellendreieck 
glanzend schwarz. Das ganze Untergesicht schwarz. Clypeus 
zwischen den Augen und Augenriindern weifs bestéubt, Backen 
und der vorspringende Mundrand tief samtschwarz. Hinterkopf 
oben dunkelbraun, unten gelblich, am Auge und hinter den schwarzen 
Backen dicht weifs bestaéubt. Auge dunkler olivengriin, violett- 
purpurn schimmernd. 

Fiihler gelbrot. Pralabrum, Riissel und die sehr _ breiten 
Taster mattschwarz, Bindehaut gelb. 

Thorax und Schildchen glanzend braunschwarz von Grund- 
firbung. Die braungraue Bestiubung des Riickens lafst die Schulter- 
beulen, Streifen unten an den Quernahtisten, 2 ovale, verwischt 
begrenzte Liingsflecke in der Mitte des Riickens und die Gegend 
vor dem Schildchen frei und zieht sich, intensiver werdend, schief 
auf die Mesopleuren herab, auf welchen sie ein Dreieck im oberen 
Hinterecke bildet. Prothorax weifs schimmernd. Schildchen kaum 
merklich bestaubt. 

Hiiften hellbraun, die vorderen weifs schimmernd. Beine 
pechbraun bis schwarz, die Fiifse der hinteren Beinpaare gelblich. 

Das basale Doppelsegment des Hinterleibes und die Vorder- 
ecken des dritten Tergits breit rotgelb, die tibrigen Tergite glanzend 
schwarzbraun. Manchmal ist auch der Vorderrand des dritten 
Tergites noch schmal gelb. Gewoéhnlich ist auch das fiinfte Tergit 
in verschiedener Helligkeit gelb gefirbt, was aber ins ganz dunkle 
Braun tibergehen kann. Auch das vierte Tergit zeigt seitlich einen 
mehr oder weniger deutlichen Stich ins Gelbliche. Sternite vor- 
herrschend gelb. 

Fligel glasig hyalin. Ein grofser, eiférmiger, braunschwarzer 
Fleck an der Costa erfillt weit mehr als die Spitzenhalfte des 


46 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1909, Beiheft. 


Fligels. Er beginnt unter der Miindung der Mediastinalader, das 
Randmal aber nur an der Spitze verdunkelnd, reicht nach hinten 
nur bis zur Mitte der Discoidalzelle und vereinigt sich mit dem 
breiten Saume der hinteren Querader. Gegen die Fliigelspitze 
ist die Farbung weniger dunkel und wird dort von einem grofsen 
glashellen Fleck unterbrochen, der sich von der Mitte der Rand- 
zelle bis zur Mitte der ersten Hinterrandzelle nach hinten er- 
streckt. Von diesem Flecke ist aber in der Randzelle meist fast 
gar nichts zu sehen und der grofse, helle Fleck der Unterrand- 
zelle wird dann durch einen Saum an der Cubitalader mehr oder 
weniger von jenem etwas verwischten in der ersten Hinterrand- 

zelle getrennt. Auch am Aufsenrande der zweiten Hinterrandzelle 
ist ein hellerer Raum unterscheidbar. 

Schwinger gelb, Schiippchen weifslich. 


Koérper- und Fligelliinge 5—6,5 mm. 


48.. Pt. nigripennis n. sp. 


2 o7, Bolivia (Mapiri, Sarampioni, 700 m; 13. III. und 4. IV.). 
Coll. Schnuse. 

Stirne seidenartig rostrot, am Vorderrande heller, mehr gelb. 
Scheitelplatten und Ocellendreieck dunkel, wachsartig glinzend. 
Die Backen und ein gleichbreiter Saum unter den Augen, quer 
tiber den Clypeus, samtartig rotbraun. Ein Querband dariiber 
unter den Fithlerwurzeln weifsgelb bestaéubt. Fiihler rotgelb, 
drittes Glied derselben hinter der Borste rotbraun. Hinterkopf 
oben dunkel, unten gelb, licht bestéubt. Augen etwas dunkler 
smaragderiin, oben violett, unten hellblau schimmernd. 

Pralabrum und die breiten Taster rotbraun, Riissel dunkel- 
braun. 

Thorax und Schildchen gliainzend schwarzbraun, am ganzen 
Riicken, am Schildchen und an den Pleuren bis zur Sternopleural- 
naht herab dicht ockergelb bestiubt. Der vertiefte Vorderteil der 
Mesopleuren ist noch tief dunkelbraun. Der Humeralcallus und 
ein breiter Rand des Schildchens sind rétlich durchscheinend. In 
der Reihe der Dorsozentralborsten sind je eine schwarze feine 
Langslinie in gewisser Beleuchtung sichtbar. 

Vorderhiiften samtschwarz, alle Schenkelringe und die hin- 
teren Hiiften gelbrot. Schenkel mit Ausnahme der schmal roten 
Knie pechschwarz. Schienen rotbraun, an der Basis, namentlich 
an den vordersten Schienen dunkelbraun. Fiifse rotbraun, die 
vordersten an der Wurzel dunkler. 

Hinterleib schwarzbraun, glinzend. Das basale Doppelsegment, 
die Vorderecken des dritten Tergites in geringer Ausdehnung und 


Hendel, Ubersicht der bisher bekannten Arten der Pterocallinen. 47 


vielleicht auch ein schmaler Vorderrandraum an demselben Tergit 
rotgelb. 

Sternite vorherrschend gelb. 

Fliigel intensiv schwarzbraun, nach hinten gegen die Anal- 
zelle zu heller werdend. Vorderrand bis einschliefslich des Rand- 
males hellbraun. An der Costa liegt mit seiner Basis bei der 
Miindung der ersten Lingsader ein keilférmiger glasheller Fleck, 
der mit seiner Spitze schief nach aufsen und hinten in den tiefen 
Bogen der Radialader hineinreicht. Unter der Posticalader liegt 
im dritten Viertel derselben ein verwaschener hellerer Fleck. 

Schwinger und Schiippchen gelblich. 

K6rper- und Fliigellinge 5 mm. 


AO elate GL art firs Gi May Sp: 

6 9, Bolivia (Mapiri, Sarampioni, 700 m; 23. II. bis 1. IV.), 
Peru (Meshagna, Urubambaflufs; 7. X.). Coll. Schnuse. 

Stirne seidenartig rotgelb. Ocellendreieck und Scheitelplatten 
glinzend dunkelbraun, etwas bestiubt. Clypeus und Backen tiefer 
gelbrot, in gewisser Richtung weifs schimmernd. Hinterkopf oben 
verdunkelt , unten gelb. — Filer gelbrot. Augen hell oliven- 
griin, purpurn schillernd. 

Prailabrum und die ziemlich verbreiterten Taster gelbrot, 
Riissel mehr rotbraun. 

Thorax von glanzend schwarzbrauner, Schildchen von dunkel 
rotbrauner Grundfirbung , beide ganz ockergelb bestiubt. Diese 
Bestiiubung ist am Schildchen und unter der Sternopleuralnaht 
am schiittersten. Auf dem Riicken zeigen sich die 2 gewéhnlichen 
schwarzen Lingslinien. Die Mesopleuren sind vorne, in der Ver- 
tiefung kastanienbraun. Prothorax weifs schimmernd. 

Vorderhiiften dunkelbraun, weifslich schimmernd. Beine pech- 
braun. Die beiden hinteren Hiiften und Fiifse, sowie die aufsersten 
Knie und Schienenspitzen rotbraun. Bei manchen Stiicken ist die 
rotbraune Farbung ausgedehnter, ja sogar vorherrschend. 

Das hbasale Doppelsegment des Hinterleibes, ein schmaler 
Vorderrandsaum und die Vorderecken des dritten Tergites rot- 
gelb, der tibrige Teil glainzend schwarzbraun. Bauch zum gréfsten 
Teile gelb. Legeréhre kurz und breit, nur so lang wie die gréfste 
eigene Breite und so lang als der halbe Hinterleib; schwarz- 
braun. 

Fliigel hyalin, etwas braunlich tingiert. Vorderrandzelle ganz 
und Randzelle mit Ausnahme der dunkleren Spitze gelblich. Der 
ganze Spitzenteil des Fliigels, welcher iiber einer von der Gabel 
der Radialader bis zur Miindung der Posticalader gelegenen Ge- 
raden liegt, ist tief schwarzbraun und wird von 2 glashellen 


48 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1909, Beiheft. 


Bandern durchbrochen: Ein Band von Flecken beginnt an der 
Miindung der Subcosta, zieht zwischen den beiden Queradern hin- 
durch bis zum Hinterrande des Fliigels und ist in der Unterrand- 
zelle in verschiedener Breite unterbrochen. Die erste Reihe heller 
Flecke beginnt unter der Mitte des Randmales, endet vor der 
kleinen Querader an der Posticalader und kann in gleicher Weise 
unterbrochen sein. — Schwinger gelb, Schiippchen weilsgelb. 
Korperlange mit Legerédhre 6—7 mm. Fliigel 5—6,5 mm. 


50.. Pt. angulatan. sp, 

1 o, Bolivia (Mapiri, Sarampioni, 700 m; 11. III.). Coll. 
Schnuse. 

Stirne seidenartig gelb, Ocellendreieck und Scheitelplatten 
dunkelgrau, etwas glinzend. Clypeus seidenartig weifs. Backen 
unter dem Auge samtartig sepiabraun. Hinterkopf oben verdunkelt, 
unten hinter den Backen gelblichweifs. Fihler gelb. Augen? 

Riissel, Praélabrum und Taster hellgelb. 

Thorax und Schildchen von gliinzend schwarzbrauner Grund- 
farbung. Eine graue Bestiéiubung zeigt sich: in geringer Dichte 
auf dem Riicken, von 2 feinen Lingslinien in der Richtung der 
Dorsozentralborsten unterbrochen und hinter den Quernahtisten 
seitlich die Grundfairbung kaum verdeckend, und dichter werdend 
in einem Dreiecke im oberen Hinterecke der Mesopleuren. Pro- 
thorax weifslich schimmernd. Schulterbeulen rétlich. 

Vorderbeine samt Hiiften und die Hinterbeine dunkelbraun, 
Mittelbeine gelb. 

Hinterleib rétlichgelb, an den Seiten des dritten bis fiinften 
Tergites in unregelmafsiger Abgrenzung pechbraun. 

Fliigel weifslich hyalin mit braun gesiumten Queradern und 
3 tief schwarzbraunen Querflecken in der Randzelle, die an der 
Costa durch einen schmalen Saum verbunden sind. Der erste 
Fleck ist ein rechtwinkliger Haken, dessen Scheitel der Miindung 
der Subcosta gegentiber an der zweiten Lingsader liegt. Der 
ktirzere Schenkel geht zur Costa hinauf und erfiillt noch die 
Spitze des sonst glashellen Randmales, der lingere zieht basal- 
warts lings der Radialader bis etwas tiber die kleine Querader 
hinaus. Der zweite Fleck reicht als Querbinde bis zur Cubital- 
ader herab; der dritte geht als Costalsaum bis zur Miindung der 
Radialader und von dort, die glashelle Fliigelspitze freilassend, 
als Schatten bis in die erste Hinterrandzelle hinein. Hinter und 
weniger ausgedehnt vor der kleinen Querader zeigen sich schwache 
braéunliche Wolken. 

Schiippchen und Schwinger gelblichweifs. 

Korper- und Fliigellange 5 mm. 


Hendel, Ubersicht der bisher bekannten Arten der Pterocallinen. 49 


bl Pt colorata n. sp. 


16 o@, Bolivia (Mapiri, Sarampioni, 700 m; 31. I1., 18. 
und 23. II., 16. IlI.), Peru (Ucayaliflufs; 24. X. — Pachitea- 
Miindung; 22. XI.). Coll. Schnuse. 


oO) 

Stirne vorne seidenartig hellgelb, in der oberen Halfte all- 
méhlich rot werdend. Scheitelplatten und Ocellendreieck wie bei 
trifasciata gebildet, braun. Augenradnder heller gefiarbt. 

Fiihler und eine Querbinde unter denselben feurig rostrot, 
samtartig. Scharf hebt sich davon ein seidenweifser Ring ab, 
der vom Mundrande bis zur Linie des unteren Augenrandes hinauf- 
reicht. Hinterkopf oben schwarz, namentlich an den Augenriandern 
dicht weifs bestaéubt. Augen smaragdgriin, in der Mitte mit tief- 
blauem, oben, unten und hinten mit purpurviolettem, abwechselndem 
Schiller. 

Pralabrum weifsgelb, Riissel und die etwas verbreiterten Taster 
pechbraun. . 

Thorax und Schildchen von glainzend dunkelbrauner Grund- 
farbung, am Riicken mehr schwarz, an den Pleuren unten heller 
werdend, zum gréfsten Teile aber gelblichgrau bestiubt. Diese 
Bestiéubung wird am Ricken nur an den Quernahtisten schmal 
unterbrochen, reicht, die ganze obere Halfte der Pleuren  he- 
deckend, fast bis zur Sternopleuralnaht nach abwiirts — darunter 
scharf abstechend tiefbraun — und ist am Schildchen am schiitter- 
sten. In einer gewissen Beleuchtung lassen sich auf dem Riicken 
zwischen einer braunen Mittellinie und 2 feinen tiefbraunen Seiten- 
linien 2 aschgraue Langsstriemen unterscheiden. Schultern und 
Prothorax rétlich. Bei manchen Stiicken ist auch das Schildchen, 
wenigstens unten, und der Metathorax ausgedehnt gelblichrot gefarbt. 


Vorderhiiften samtschwarz, alle Schenkelringe und die hinteren 
Hiiften, sowie die Fiifse gelbrot. Schenkel, mit Ausnahme des 
Spitzendrittels, und Schienen vor der Spitze schwarzbraun; am 
ausgedehntesten und am intensivsten am vordersten Beinpaare. 


Am Hinterleibe sind beim 2 das basale Doppelsegment, breite 
Vorderecken und ein schmaler Vorderrandsaum am dritten, schmale 
Vorderecken am vierten Tergit, dann das fiinfte und sechste Tergit 
rotgelb, das dritte und vierte Tergit, sowie Hinterrandsiume an 
den beiden letzten Ringen glanzend schwarz oder schwarzbraun. 
Der Bauch ist gelb. Das Gelb am dritten Ringe ist weifs be- 
staubt und viel dichter noch jenes am fiinften. Die Legeréhre 
(erstes Glied) ist deutlich kiirzer als der Hinterleib, rotgelb mit 
schwarzlicher Spitze und weniger schlank als bei trifasciata. Sie 
ist dreieckig mit herzformiger Basis und kaum linger als die 
grofste Breite. 

Deutsche Entomol. Zeitschrift 1909. Beiheft. 4 


50 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1909, Beihett. 


Beim © ist das Gelb am dritten Tergite sogar vorherrschend ; 
am vierten ist ebenfalls ein gelber Vorderrandsaum zu sehen und 
der gelbe fiinfte Ring ist stark silberig bestaubt. 

Fliigel des o braunlich hyalin, am Vorderrande breit intensiv 
rotgelb gefarbt, mit 4 zum Teile in Flecken aufgelésten Quer- 
binden. Die erste beginnt vor der Miindung der Mediastinalader 
als dunkler Fleck, bricht unter der Subcosta ab und findet seine 
Fortsetzung erst unter der Discoidalader, ohne den Hinterrand des 
Fliigels zu beriihren. Die zweite Binde liegt vor der Miindung 
der Subcosta und endet, in der Mitte verschwommen, als Saum 
der kleinen Querader. Die dritte und vierte Binde hingen iiber 
der Miindung der Radialader teilweise zusammen; die dritte zieht, 
mit der zweiten nach unten konvergierend, iiber die hintere Quer- 
ader zum Fliigelrande, die vierte mit einer vorspringenden Stufe 
an der Spitze der ersten Hinterrandzelle etwas bis iiber die Dis- 
coidalader hinaus. Hinter der Wurzelquerader liegt an der Costa 
bis in die vordere Basalzelle herab ein brauner Fleck. 

Beim @ fehlt der gelbe Saum. Die Querbinden sind viel 
intensiver braun und nicht in Flecke aufgelist. Die Verbindung 
der dritten und vierten Binde an der Costa ist vollsténdig und 
erfiillt die ganze Spitze der Randzelle. 

Schwinger und Schiippchen gelb. 

Koérperlange 5—6 mm 7, 9 mit Legeréhre 6—8 mm. — 
Fliigel 5—7 mm. 


52. Pt. ferruginea n. sp. 

1 9, Peru (Meshagua, Urubambaflufs; 2. X.). Coll. Schnuse. 

Stirne, Wangen und Backen seidenartig rotgelb, letztere 
weifsschimmernd. 

Ocellendreieck und Scheitelplatten glainzend gelb, ebenso wie 
der Hinterkopf, der nur unten weifs bestaubt ist. Fiihler rotgelb. 
Clypeus glinzend rotgelb. Von gleicher Farbe sind auch das Pra- 
‘labrum, die verbreiterten Taster und der Riissel. Augen hell- 
olivengriin mit violettem Schimmer. 

Auch der Thorax, das Schildchen, die Beine und der Hinter- 
leib sind von glanzend rotgelber Farbe. Der Riicken zeigt in 
gewisser Beleuchtung Spuren von Liingslinien, das Schildchen ein 
dunkelbraunes Lingsband von der Basis bis zur Spitze. 

Die Schienen tragen unmittelbar vor der Spitze einen dunkel- 
braunen Ring und verdunkeln sich mit Ausnahme der mittleren 
immer mehr gegen die Spitze zu. Metatarsus gelblichweils, Spitze 
desselben und die folgenden Fufsglieder schwarzlich. 

Hinterleib mit dunkelbraunen Hinterrandbinden vom zweiten 
bis sechsten Tergit. Die am zweiten Ringe ist in der Mitte 


Hendel, Ubersicht der bisher bekannten Arten der Pterocallinen. 51 


etwas verjiingt, jene am dritten und vierten ebendort nach vorne 
erweitert. Der fiinfte und sechste Tergit sind beinahe ganz 
schwarzbraun. Legerdhre rotgelb, gegen die Spitze zu gebraunt. 
Erstes Glied derselben spitz dreieckig, fast so lang wie der Hinter- 
leib und fast zweimal so lang wie breit. 

Bauch vorherrschend gelb. 

Fligel gelblich hyalin mit 4 dunkelbraunen Querbinden, wo- 
von die ersten 3 gerade und parallel sind. Die erste ist schwach 
entwickelt und geht von der Miindung der Mediastina bis zur 
Discoidalader ; die zweite geht von der Spitze des Randmales tiber 
die kleine Querader und bis tiber die Posticalader hinaus. Die 
dritte Binde ist breiter, zieht tiber die hintere Querader hin und 
ist durch die braune Spitze der Randzelle mit der vierten, eigentlich 
mehr einen breiten Spitzenfleck darstellenden Querbinde verbunden. 

Schiippchen und Schwinger gelb. 

K6rperlange mit Legeréhre 7,5 mm. — Fliigel 6 mm. 


53. Pt. ochracea n. sp. 

2 9, Peru (Meshagua, Urubambaflufs; 17. II., 30. IX.). 
Coll. Schnuse. 

Wie jerruginea, nur mit folgenden Unterschieden: Clypeus 
weifs bestaubt. Auch der Thoraxriicken und die Pleuren sind 
etwas bestéubt und glanzen nicht so stark wie bei ferruginea. Der 
Mittelfleck des Schildchens ist ausgedehnter. Die Schienen sind 
gelb, der dunkle Ring vor der Spitze derselben ist sehr schmal, 
der Metatarsus ist nicht auffallend heller als die folgenden Glieder. 
Augen hellgriin, mit blauem und violettem Schiller. 

Die Hinterrandbinden der Abdominaltergite beginnen erst am 
dritten Ringe und sind in der Mitte am breitesten. Das Basal- 
glied der Legeréhre ist wenig linger als breit und etwas linger 
der halbe Hinterleib. 

Am verschiedensten ist die Lagerung der 4 Fliigelquerbinden. 
Die erste geht von der Miindung der Mediastina, nach hinten 
breiter werdend, bis tiber die Posticalader hinaus, die zweite von 
der Spitze des Randmales bis zur Discoidalader an die kleine 
Querader. Die dritte Binde und der braune Spitzenfleck liegen 
wie bei ferrugmea, nur ist letzterer etwas ausgedehnter. Die ersten 
3 Binden laufen nicht parallel, sondern wiirden sich verlingert 
fast im Fliigelhinterrande treffen. 

K6érperliange mit Legeréhre 6 mm. — Fliigel 5 mm. 


54. Pt. bifasciata n. sp. 
3 9, Peru (Urubamaflufs; 10. II.). Coll. Schnuse. 
Stirne seidenartig gelbrot, am Augenrande weifs schimmernd. 
Scheitelplatten und Ocellendreieck glinzend schwarz, ebenso der 
4% 


52 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1909, Beiheft. 


obere Hinterkopf, etwas graulich bestaéubt. Untergesicht dunkel- 
braun, weils bereift. Backen rostrot, in gewisser Richtung seiden- 
artig weifsschimmernd. 

Fiihler gelbrot. Pralabrum und Riissel braun, die verbreiterten 
Taster rotgelb. Augen hellgriin, oben mehr violett, unten hell- 
blauschimmernd. 

Thorax von glinzend dunkelbrauner Grundfairbung , iiberall 
ziemlich dicht ockergelb bestaéubt. Am Riicken kénnen von vorne 
betrachtet 2 feine schwarze Liangslinien in der Richtung der 
Dorsozentralen und dazwischen nur ganz vorne 2 dunkle Keil- 
flecken gesehen werden. Schulterbeulen und Schildchen rotgelb. 

Hiiften und Beine gelb. Spitzenhalfte der Schenkel und die 
Schienen braunschwarz. ‘Tarsen wieder heller. 

Das basale Doppelsegment des Hinterleibes und die Vorder- 
ecken des dritten Ringes rotgelb, die folgenden Segmente glanzend 
schwarzbraun. Legeréhre gelb, in der Mitte und an der Spitze 
schwarz, die Halfte des Abdomens lang und nur so lang wie breit. 

Bauch vorherrschend gelb. 

Fliigel gelblich hyalin mit nur 2 schwarzbraunen Querbinden 
an der Fliigelspitze, die vorne und hinten sich vereinigen und so 
einen steifenformigen hellen Raum einschliefsen. Die erste der beiden 
Binden lauft iiber die hintere Querader. Auch die kleine Quer- 
ader ist braun gesiumt. Dort, wo sonst die ersten beiden Quer- 
binden liegen, sind an der Costa gelbe Flecke sichtbar. 

Schwinger und Schtippchen gelb. 

KG6rperlange samt Legeréhre 6 mm. — Fliigel 5 mm. 


bb, Biwi err pie ne Sp. 


7 2, Peru (Urubambaflufs, 24. IX.) und Bolivia (Mapiri- 
Sarampioni, 700 m, Januar bis Marz). Coll. Schnuse. 

Stirne, Clypeus und Backen matt seidenartig gelbrot. Augen- 
rander und Wangen weilslichschimmernd. Scheitelplatten, Ocellen- 
dreieck und Cerebrale glinzend dunkelgelb, Hinterkopf oben grau. 

Fiihler , Pralabrum, die verbreiterten Taster und der Riissel 
gelbrot. Augen hellgriin, oben mehr rot, unten mehr blau 
schillernd. 

Thorax von dunkelbrauner, glanzender Grundfarbe, itberall 
ziemlich dicht oekergelb bestiubt. Riicken mit den 2 feinen, 
dunklen Langslinien. Die Gegend an den Schultern, an den Seiten 
des Riickens und des Schildchens von rotgelber Grundfarbung. 

Hiften und Beine rotgelb. Vorder- und Hinterschienen mit 
einem verwischten dunklen Ring vor der Spitze. Tarsen etwas 
verdunkelt. 

Hinterleib rotgelb. Ein schmaler Hinterrandsaum am zweiten 


Hendel, Ubersicht der bisher bekannten Arten der Pterocallinen. 53 


Ringe pechbraun. Die folgenden Ringe haben einen trapezformigen 
pechbraunen Mittelfleck, welcher nur dreieckige, gelbe Vorder- 
ecken von der Grundfarbe freilafst. Legerdhre gelb, gegen die 
Spitze zu braun. Basalglied derselben so lang wie der halbe 
Hinterleib und wenig langer als breit. 

Bauch gelb. 

Fligel graulich hyalin mit 4 schwarzbraunen Querbinden. 
Die erste Binde besteht aus einer Reihe von 3 braunen Flecken 
unter der ersten, vierten und fiinften Liingsader, von welchen 
der erste am hellsten ist und der Miindung der Mediastina gegen- 
tiber liegt. Die zweite geht von der Spitze des Randmales bis 
zur Discoidalader an die kleine Querader. Die dritte Binde hingt 
an der Costa mit dem Spitzenflecke zusammen und erreicht die 
Discoidalader hinter der hinteren Querader, mit dem breiten Saume 
derselben eine Stufe bildend. In der Mitte der zweiten Hinter- 
randzelle liegt ein etwas verwaschener brauner Fleck, mit welchem 
die oben genannte dritte Binde ebenfalls durch einen Saum an 
der Discoidalader stufenformig zusammenhiinet. 

Schiippchen und Schwinger gelb. 

K6rperlinge mit Legeréhre 3,5— 4,5 mm. — Fliigel 4,5 bis 
5,9 mm. 


56. Pt. trifasciata n. sp. 


7 2, Peru (Urubambaflufs, Umahuankilia; 15. IX. und Meshagua, 
7. X.), Bolivia (Mapiri, S. Ernesto, 800 m; 25. III. — Saram- 
pion, (00 —m; 3. Ill —— Chimate, 650° m; 15.7 1). Coll: 
Schnuse. 

Stirne seidenartig gelbrot, Augenrander weifs. Scheitelplatten 
und Ocellendreieck scharf differenziert, gliinzend schwarz. Die 
ersteren tragen nur die oberste der beiden Orbitalborsten. Clypeus 
glanzend schwarz, unter den Fiihlern weifs bestéubt. Backen 
unter den Augen tiefbraun, seidenartig weifsschimmernd. Hinter- 
kopf schwarz, namentlich an den Augenrindern dicht weifs be- 
stiubt. Augen dunkelgriin, mit braunviolettem Schimmer. 

Fithler gelbrot. — Pralabrum, Riissel und die ziemlich ver- 
breiterten Taster schwarz. 

Thorax und Schildchen von glanzend schwarzer Grundfarbe. 
Dieselbe wird nur durch 2 Querbinden von hellockerfarbiger Be- 
staubung verdeckt, welche an den Quernahtisten des Riickens 
breit getrennt bleiben, in der Mittellinie aber durch einen schmalen 
Streifen zusammenhangen. Die erste dieser Querbinden bedeckt 
den ganzen Vorderrticken bis zur Quernaht, mit Ausnahme der 
Schulterschwielen und zieht sich, intensiver werdend, schief auf 
die Mesopleuren herab, auf denen sie ein Dreieck im borsten- 


54 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1909, Beiheft. 


tragenden oberen Hinterecke bildet. Die zweite Querbinde ist 
mehr ein Fleck vor dem Schildchen, dessen Bestéubung gegen die 
Fliigelwurzel herab sparlicher wird. Prothorax weifsschimmernd. 

Beine schwarz oder pechbraun; die dufsersten Kniespitzen, 
die Schenkelringe und die Fiifse der beiden letzten Beinpaare 
rotgelb. Vorderhiiften hellbraun, meist bestaubt. 

Hinterleib glanzend schwarz. Das basale Doppelsegment und 
die Vorderecken des dritten Tergites gelb bis rotgelb. Erstes 
Glied der Legeréhre langer als der Hinterleib, spitz dreieckig, 
etwas hinter der Wurzel so breit wie das vorletzte, fiinfte Seement. 
Sie ist an der Wurzelhalfte gelb, gegen die Spitze zu schwarz, 
zweimal so lang wie breit. Sternite gelb. 

Die braunlich hyalinen Fliigel haben 3 dunkelbraune Quer- 
binden, welche durch einen gleichfarbigen Saum an der Costa, 
der auch schon das ganze Randmal erfiillt, verbunden sind. Die 
erste lauft senkrecht herab iiber die kleine Querader, aber nur 
wenig tiber dieselbe hinaus (bis zur Lingsfalte in der Discoidal- 
zelle); die zweite zieht iiber die hintere Querader bis zum Hinter- 
rande des Fliigels, die dritte nimmt ungefahr die aufsere Hilfte 
des durch die zweite Querbinde abgeschnittenen Spitzenteiles ein 
und wird unter der Discoidalader verwaschen. Die Querbinden 
laufen parallel zueinander. Fliigelwurzel glashell. 

Schwinger, Schitppchen und Behaarung derselben gelb. 

Korperlange mit Wurzelteil der Legerédhre 8—10 mm. — 
Fligel 6—%7,5 mm. 


Di, Lt jure ata asp, 

2 2, Bolivia (Mapiri, Sarampioni, 700 m; 31. I. bis 18. IL.). 
Coll. Schnuse. 

Stirne seidenartig gelbrot, an den Augenrandern fein weils- 
schimmernd. Ocellendreieck und Scheitelplatten dunkelbraun, 
etwas glinzend. Fihler gelbrot, Clypeus rotgeb, weifslich bereift, 
namentlich oben unter den Fiihlern. Backen gelbrot, in gewisser 
Richtung weifsschimmernd. 

Hinterkopf oben dunkelbraun, unten gelb und hell bestiubt. 
Augen hell olivengriin, purpurschimmernd. 

Pralabrum und die verbreiterten Taster gelbrot. Riissel 
schwarzbraun mit helleren Labellen. 

Thorax und Schildchen von glinzend schwarzer Grundfarbe, 
mit Ausnahme des Schildchens am Riicken und den Pleuren bis 
zur Sternopleuralnaht relativ dicht ockergelb bestaubt. Auf dem 
Riicken treten in gewisser Beleuchtung die 2 gewdéhnlichen 
schwarzen Liangslinien in der Richtung der Dorsozentralborsten 
und dazwischen ein breiteres braunes Lingsband, ferner seitlich 


Hendel, Ubersicht der bisher bekannten Arten der Pterocallinen. 55 


hinter den Quernahtasten dunkelbraune Mondflecken hervor. Die 
vertiefte Stelle der Mesopleuren ist kastanienbraun, die Schulter- 
beulen sind rot. 

Vorderhiiften und alle Schenkelringe gelb. Schenkel und 
Schienen, mit Ausnahme der dufsersten Knie, die gelb sind, pech- 
braun. Mittelschienen an der Wurzel und Aufsenseite rotbraun, 
ebenso die Fiifse der 2 hinteren Beinpaare. Vordertarsen schwirzlich. 

Hinterleib mit der Legeréhre glainzend pechbraun. Das basale 
Doppelsegment, ein schmaler Vorderrandsaum und die Vorderecken 
des dritten Tergites rotgelb. Legeréhre (erstes Glied) kurz und 
breit, ein Drittel des Hinterleibes lang, breiter als lang. 

Fliigel hyalin mit 4 dunkelbraunen Querbinden. Die erste, 
breiteste, liegt vor der Miindung der Mediastinalader und zieht 
so nach abwirts, dafs sie sich mit der von der Miindung der 
Subcosta iiber die kleine Querader laufenden zweiten Binde an 
und hinter der Posticalader vereinigt. Die dritte Binde lauft 
parallel mit der zweiten vom Vorder- zum Hinterrande des Fliigels 
tiber die hintere Querader und steht an der Costa mit dem bis 
zur Miindung der Discoidalader sich hinziehenden Randsaume in 
Verbindung. An der Mitte des letzten Abschnittes der Discoidal- 
ader liegt ein isolierter brauner Fleck. Schwinger gelb. Schiippchen 
weifslich. 

K6rperlinge mit Legeréhre 7 mm. — Fliigel 5,5 mm. 


bo: Pipi ce an spy 

2 o 2, Bolivia (Mapiri, Sarampioni, 700 m; 3. II.). Coll. 
Schnuse. 

Kopf wie bei 14. Clypeus aber ganz braunschwarz und unter 
den Fiihlern weifsschimmernd. Fihler rotbraun, drittes Glied 
ziemlich dunkel. Augen griin, violettschimmernd. 

Thorax und Schildchen glainzend braunschwarz. Die graue 
Bereifung ist so zart, dafs sie nur an den Seiten des Riickens in 
den Vertiefungen merkbar ist. Schulterbeulen rétlich. 

Die ganzen Hiiften und Beine glanzend pechbraun. 

Hinterleib mit Ausnahme des etwas helleren Doppelsegmentes 
der Wurzel glinzend schwarzbraun. Legeréhre (erstes Glied) nur 
im durchfallenden Lichte an der Basis dunkel rotbraun, sonst 
schwarzbraun. Sie ist etwas linger als breit und so lang wie 
der halbe Hinterleib. 

Fligel hyalin mit 4 schmalen, schwarzbraunen Querbinden. 
Die erste geht von der Miindung der Mediastinalader bis tiber 
die Posticalader hinaus; die zweite von der Miindung der Sub- 
costa tiber die kleine Querader durch das letzte Drittel der Dis- 
coidalzelle bis zur Posticalader; die dritte vom Vorder- bis zum 


56 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1909, Beiheft. 


Hinterrande des Fliigels iiber die hintere Querader und die vierte 
Binde als schmaler Vorderrandsaum bis etwas iiber die Discoidal- 
ader hinaus. Die dritte und vierte Binde sind aber an der Costa 
getrennt voneinander. 

Schwinger gelb, Schtippchen weifslich. 

K6rperlainge o7 5 mm, 2 mit Legerdhre 6 mm. Fligel 5 mm. 


BOP Pt. mig Pipes Msp. 

4 9, Bolivia (Mapiri, Sarampioni, 700 m; 11. I. bis 16. IIL). 
Coll. Schnuse. 

Stirne seidenartig hellgelb, Ocellendreieck und Scheitelplatten 
dunkelbraun, etwas glinzend. Augenrander weifsschimmernd. 
Clypeus. glinzend braun bis braunschwarz, nur unten an den 
Seiten gelb. Wangen gelb, Backen unter den Augen samtartig 
kastanienbraun, in gewisser Richtung seidenartig weifsschimmernd. 
Hinterkopf unten gelb, weifs bestiubt, oben dunkelbraun. Fiihler 
rotgelb. Augen dunkler griin, violettschimmernd. 

Prilabrum von der Farbe des Clypeus, die verbreiterten 
Taster hell- bis dunkelbraun, Riissel schwarzbraun. 

Thorax und Schildchen glinzend braunschwarz. Der Riicken 
ist vor der Quernaht gelblich grau bestaubt. Diese Bestaiubung 
bildet ein Querband und zieht sich schief nach hinten auf die 
Mesopleuren herab, deren oberes Hintereck sie erfiillt. Hinter 
den Quernahtiisten beginnt die Bestéubung nicht gleich wieder, 
sondern lifst die Grundfarbe in der Mitte in geringerer, an den 
Seiten in gréfserer Ausdehnung sichtbar werden. 2 feine dunkle 
Liangslinien wie gewohnlich vorhanden. Das Schildchen ist un- 
bestiubt, ebenso der etwas rétliche Humeralcallus. 

Hiiften und Beine pechbraun. Die dufsersten Knie und die 
Wurzel der hinteren Tarsen etwas rétlichbraun. 

Am Hinterleibe ist das basale Doppelsegment, mit Ausnahme 
dessen schwarzer Hinterecken, und der schmale Vorderrand und 
die Vorderecken des dritten Tergits rotgelb, der tibrige Teil 
glanzend pechbraun. Legerdhre an der Wurzelhilfte rotgelb, am 
Rande und gegen die Spitze zu schwarzbraun. Erstes Glied der- 
selben hat eine herzférmige Basis und eine schlanke Spitze. und 
ist zweimal so lang wie breit und wenig ktirzer als der Hinterleib. 

Fliigel hyalin mit 4 schmalen schwarzbraunen Querbinden: 
Die erste geht von der Miindung der Mediastinalader bis zur 
Discoidalader; die zweite von der Miindung der Subcosta iiber 
die kleine Querader durch die Mitte der Discoidalzelle und itiber 
die Posticalader hinaus; die dritte vom Vorder- bis zum Hinter- 
rande iiber die hintere Querader und die vierte Binde als schmaler 
Vorderrandsaum von der dritten Binde an bis in die Spitze der 


Hendel, Ubersicht der bisher bekannten Arten der Pterocallinen. 57 


ersten Hinterrandzelle. Auch die zweite Binde ist an der Costa 
durch einen diinnen Streifen mit: der dritten verbunden. 
Schwinger gelb, Schtippchen weifslich. 


K6rperlinge mit Legeréhre 5—7 mm. — Fliigel 4—5 mm. 


XII. Genus: Paragorgopsis Gigl.-Tos. 
Boll. Mus. Torin., Vol. VIII, No. 158, p. 12 (1893). 


1. Die hellen Gitterfenster der Fltigel ohne dunklen Zentral- 
PREP MPM Ay ect tue 8 etc ip Oye. Unt ify Seete rad ae t/t ¥ If) oe. 
Die hellen Gitterfenster der Fliigel mit dunklem Kerne in der 
Bic Om we Iason Wee denibrae et Acie senior terenMine ta 
2. Spitzenhilfte der Discoidalzelle nur mit einem hellen Flecke. 
In der Randzelle liegen nur 2 helle Flecke; je einer unter 

den Miindungen der Mediastina und der Subcosta 
60. P. maculata Gig].-Tos. 
In der Spitzenhalfte der Discoidalzelle liegen 3 helle Flecke. 
In der Randzelle sind aufser obigen 2 Fenstern noch andere 
PUESOWEM: ay tie! oe coms) PERM a) Nl hE od Dads 


3. Erste Hinterrandzelle mit zahlreichen hellen Flecken, zweite 
jedoch nur mit einem einzigen 61. P. clathrata n. sp. 
Erste und zweite Hinterrandzelle mit 2—3 hellen Flecken 
62. P. Schnusei n. sp. 


4. Dritte Hinterrandzelle an der Basis von Gitterflecken unter- 
brochen. Discoidalzelle in der Spitzenhalfte mit tiber 10 
kleinen hellen Flecken . . . 63. P. cancellata n. sp. 

Dritte Hinterrandzelle an der Wurzel ganz glashell. Discoidal- 
zelle im ganzen nur mit héchstens 5 grofsen hellen Flecken 
64. P. mallea n. sp. 


60. Paragorgopsis maculata Gigl.-Tos. 
Boll. Mus. Torin., Vol. VIII, No. 158, p. 12 (1898). 


18 o7 9, Peru (Urubambafluls, September bis Oktober), Bolivia 
(Mapiri, Januar, Marz). Coll. Schnuse. — Surinam, Paraguay. 
Ungar. National-Museum. 

Der flachgedriickte Kopf kann beim o so stark verbreitert 
sein, dafs er um die Halfte breiter als hoch und 21/,mal so breit 
als lang ist. Die Stirne des o ist gewéhnlich der doppelten, 
die des 2 der einfachen Augenbreite gleich. Doch gibt es auch 
o”, deren Kopf kaum breiter als der der 2 ist. 

Die Stirne ist hell- bis dunkelgelb. Periorbiten und Ocellen- 
dreieck sind dunkelbraun und immer etwas glainzend, beim o” ver- 
breitern sie sich auch mit dem Kopfe. Bei manchen Stiicken 


58 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1909, Beiheft. 


zeigen sich auf der Stirne auch rotbraune Stellen, namentlich 
neben den Ocellen. Augenrander weifslich schimmernd. 

Von allen tbrigen Arten unterscheidet sich diese Art durch 
die Starke der Stirnbehaarung, nicht blofs in der Mitte der Stirne, 
sondern namentlich auch an den Seiten, unter den 2 Orbital- 
borsten. Dort stehen nach unten schwicher werdende Borsten, 
die oben noch nach riickwarts, weiter unten jedoch schon ein- 
wirts gebogen sind und als untere Orbitalborsten (wie bei den 
Tephritinen) bezeichnet werden kénnen. 

Clypeus weifslich bis rotgelb. Backen die Halfte der Augen- 
hohe breit, unter dem Auge mit einem in gewisser Richtung 
dunkel spiegelnden Fleck. Hinterkopf rotgelb, nur oben neben 
dem Cerebrale grau. Im Profile steht der Mundrand etwas vor. 

Augen griin, mit einer dunkelpurpurnen wagrechten Quer- 
binde vom Vorderrande des Auges bis zur Mitte. Uber dieser 
Querbinde und in der hinteren Halfte des Auges herrscht ein 
dunkler violetter Schimmer vor. Leider liefs sich die Augen- 
farbung nur bei einem Stiicke mehr hervorrufen, so dafs ich obiger 
Angaben nicht ganz sicher bin. 

Fiihler hellgelb bis gelbrot. Drittes Glied manchmal dunkler. 
Arista nur aufserst kurz und zart pubescent. Pralabrum und die 
verbreiterten Taster weifsgelb bis rostrot, Rtissel gelb bis braun. 

Thorax von pechbrauner Grundfairbung, tiberall dicht ocker- 
gelb bestiiubt. Diese Bestaéubung ist auf dem Riicken und auf 
den Mesopleuren von zahlreichen, an den Wurzeln der Harchen 
liegenden Punkten der Grundfarbe unterbrochen. Auf dem Riicken 
sind ferner einige Querreihen dunkelbrauner Flecken zu_ sehen. 
Je einer hinter dem Humeralcallus, 5 Flecke in einer Querreihe 
iiber der Quernaht, 2 weitere hinten und endlich 6 an den Wurzeln 
der Randborsten vor dem Schildchen, welches am Rande rotlich 
ist und nur in gewisser Beleuchtung oben gelb bereift erscheint. 

Hinterleib gliinzend pechbraun, an der Wurzel etwas gelb 
gefarbt. Bei den meisten Stiicken sehe ich an dem Vorderrande 
des dritten bis fiinften Tergits eine in der Mitte unterbrochene 
weilsbereifte Querbinde. Legeréhre ktirzer als die Halfte des Hinter- 
leibes, herzférmig zugespitzt, ungefahr doppelt so lang als breit. 

Hiiften und Beine rotgelb. Schenkel, namentlich die hinteren, 
vor der Spitze verdunkelt. Schienen mit 2 braunen Ringen. 

Fliigel schwarzbraun, von rundlichen, glasigen Flecken durch- 
brochen. Von diesen seien erwihnt: je einer unmittelbar hinter 
den Miindungen der Mediastina und Subcosta. LErsterer reicht auch 
in die Randzelle hiniiber. 3 Flecken in der Unterrandzelle, 2 
iiber der kleinen Querader, einer an der Fliigelspitze. Dieser 
kann auch fehlen. Je ein runder Fleck zu beiden Seiten der 


Hendel, Ubersicht der bisher bekannten Arten der Pterocallinen. 59 


kleinen Querader; einer tiber der hinteren Querader in der ersten 
Hinterrandzelle; 2 gleichfalls in der zweiten, 3 in der dritten 
Hinderrandzelle. 2 Fenster in der Discoidalzelle; einer davon 
basal, der andere unter der kleinen Querader gelegen. 

Beim o” sind die erste und zweite Langsader vor der Miin- 
dung zuerst bauchig nach abwiarts und dann steil zum Rande 
aufgebogen. Das Randmal ist daher stark erweitert. Beim Q ist 
das Randmal normal und die zweite Liaingsader nur flach wellig 
geschwungen. Schiippchen und Schwinger gelb. 


Korperlange 3,5—6,5 mm. — Fltigel 3,5—6 mm. 


61. Paragorgopsis clathrata n. sp. 


4 o@, Bolivia (Mapiri, 800—1000 m hoch, Februar bis 
Marz), Peru (Urubambaflufs, Oktober). Coll. Schnuse. 

Bei dem einzigen o7, das mir vorliegt, ist der Kopf so stark 
verbreitert , dafs er gut zweimal so breit wie hoch ist. Seine 
Stirne ist weitaus breiter als der doppelte Augendurchmesser, 
wihrend jene des 2 diesem ungefihr gleich kommt oder denselben 
bis um die Halfte tibertrifft. 

Die Stirne ist glatter als bei maculata und aufser den 
Borsten nur kurz behaart. Untere Orbitalborsten fehlen. Die 
Farbung des Kopfes gleicht jener der dunklen Stiicke von macu- 
lata. Backen ohne dunklen Fleck unter dem Auge. Der stark 
glinzende Hinterkopf stiarker vorgequollen als beim Gattungs- 
typus. Auch der Clypeus ist im Profile viel starker konkav und 
am Mundrande oft verdunkelt. Fiihler und Riissel wie bei 
P. maculata. 

Augen wie bei P. cancellata. 

Thorax von pechbrauner Grundfarbe, graugelb bestiiubt, aber 
noch wachsglanzend. Nur auf dem Riicken sieht man schwarze 
Wurzelpunkte an den Borsten und Haaren, die mehr graue Be- 
staubung der Pleuren ist unpunktiert. Die Riickenzeichnung 
besteht in je einem grofsen dunkelbraunen Fleck hinter der 
Schulterbeule, einer ebensolchen breiten Bogenquerbinde genau 
tiber die Quernaht verlaufend und einem rechteckigen Flecke in 
der Mitte des hinter der Naht liegenden Riickenteiles. Dieser 
Fleck steht mit der Bogenbinde durch eine Lingslinie in Ver- 
bindung, wodurch eine ankerahnliche Figur entsteht. Schildchen 
nur am Rande bestiaubt. 

Hinterleib einfarbig glinzend pechbraun, an der Wurzel ge- 
wohnlich gelbrot. Erstes Glied der Legeréhre wie bei maculata 
geformt. 

Hiiften gelbrot. Ebenso fast die ganze Spitzenhilfte der 


60 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1909, Beiheft. 


Vorder- und die Knie der hinteren Schenkel, sowie die Fiifse der 
hinteren Beinpaare. Alles tibrige glanzend schwarzbraun. 

Die Fliigelzeichnung erhalt durch Folgendes ihr Geprage : 
Vor der Miimdung der Mediastina beginnt ein gegen den Hinter- 
rand immer breiter werdendes dunkelbraunes Querband, das kein 
helles Fenster enthalt. Ein zweites solches Querband lafst sich 
von der Miindung der Subcosta abwiarts, die hintere Querader 
einschliefsend, bis zum MHinterrande unterscheiden. Zwischen 
diesen beiden dunklen Querbinden liegt ein durch je 3 helle vier- 
eckige Fenster zwischen den Lingsadern 1 bis 5 gebildetes, 
ziemlich regelmiafsiges Gitterband. Ein ahnliches Gitterband folet 
hinter der zweiten Querbinde, das aber in der Rand- und der 
zweiten Hinterrandzelle nur einen hellen Fleck aufweist. Das 
Randmal des o ist kaum gréfser als das des 2, seine Radialader 
vorne aber stirker aufgebogen. — Schtippchen braun, Schwinger gelb. 

K6rperlinge 6—7 mm. Fligel 5—6 mm. 


62. Paragorgopsis Schnusei n. sp. 

6 of 2, Bolivia (Mapiri, 700—800 m, Januar bis Marz). 
Coll. Schnuse. 

Diese Art steht dem Gattungstypus am niachsten, so dafs ich 
nur die Unterschiede anfiihre. Der Kopf ist bei den mir vor- 
liegenden Stiicken nie so hell gefiarbt wie bei maculata. Der 
Backenfleck ist aber heller, nur dunkel rotgelb spiegelnd. Die 
Grundbehaarung der Stirne ist nur kurz und fein, nie borsten- 
ahnlich. Augen blaulich griin, mit einem violettpurpurnen dunklen 
Schimmer. 

Die Pleuren sind unpunktiert. Von dunklen Riickenflecken 
sind nur zu sehen: 1 kleiner hinter der Schulterbeule, punkt- 
formig; je 1 Paar gréfserer Flecke an den Quernahtasten, in 
der Linie der Intraalaren, und 1 unregelmafsiger Fleck in der 
Suturaldepression. 

Hinterleib glanzend pechbraun ohne weifsliche Querbinden. 
Legeréhre (erstes Glied) etwas linger als breit, an der Wurzel 
herzférmig. ; 

Das basale Doppelsegment ist zum gréfsten Teile gelbrot. 

Hiiften und Beine rostrot; 2 braune Schienenringe kaum 
angedeutet. Hinterschenkel oft dunkler. 

Die Fliigelzeichnung unterscheidet sich konstant durch 
folgendes: In der Spitze der Randzelle liegt 1 heller Fleck. 
Aufser dem kleinen Basalflecke liegen in der Discoidalzelle 3 un- 
gleich grofse Flecke in der Spitzenhalfte. Zweite Hinterrandzelle 
mit einem grofsen Mittelflecke und 2 kleinen Seitenflecken. 
Dritte Hinterrandzelle nur mit 2 Flecken. 


Hendel, Ubersicht der bisher bekannten Arten der Pterocallinen. 61 


Die Schiippchen sind dunkel gerandet und gewimpert, bei 
P. maculata hell. 

Bei dem einzigen co” verlaufen die ersten beiden Laingsadern 
wie beim Typus, das Randmal wird sogar noch durch eine kleine 
Konvexitat der Costa erweitert. Bei diesem Stiicke enthalten die 
schwarzbraunen Fliigelpartien hellbraune Zellenkerne , so dafs die 
Laingsadern wie dunkel gesiumt erscheinen. Ich messe dieser 
Verschiedenheit aber keine Bedeutung bei. 

K6rperliange 5—7 mm. Fliigel 6—6,5 mm. 

Anmerkung: Dem Entdecker der zahlreichen schénen Dipteren 
mit Dank gewidmet. 


63. Paragorgopsis cancellata n. sp. 


1 ¢@, Peru (Meshagua, Urubambaflufs, September). Coll. 
Schnuse. 

Das einzige 2 gleicht dem bei P. mallea unter Var. @ be- 
schriebenen bis auf folgende Unterschiede. 

Der Clypeus ist einfarbig gelbrot; weniger glainzend, im 
Profile aber stirker konkav. Das erste Glied des Ovipositors 
ist viel linger; zweimal so lang wie breit und so lang wie der 
ganze Hinterleib. Die Schtippchen sind braun gerandet. Das 
Fligelgitter ist viel dichter, die dunklen Zentralkerne der vier- 
eckigen, glasigen Fenster haben keine rundliche Gestalt, sondern 
Kreuzform und sind meist durch den einen oder anderen Kreuz- 
arm mit dem Rahmen verbunden. Die schwarzbraune Querbinde 
der Wurzelhalfte beginnt ebenfalls vor der Mediastina, ist gut 
doppelt so breit wie bei P. mallea beider Varietiten, zeigt aber 
unter der Radialader kein helles Fenster mehr und erreicht ganz 
den Hinterrand. Letzteres ist bei P. mallea nicht der Fall. Das 
beste Kennzeichen ist aber die Gitterung auch in der Wurzel 
der dritten Hinterrandzelle hinter der Analzelle und das dichte 
Gitterwerk in der Discoidalzelle. Die Augen sind bliaulich gold- 
grin und haben 2 breite wagrechte Querbinden, sowie Ober- und 
Unterrand dunkelviolett purpurn. Je eine schmale griine Binde 
der Grundfarbe durchkreuzt obige Querbinden sowohl parallel den 
Stirn- als auch den Hinterhauptsorbiten. 

Kérperlange (mit Legeréhre) 9,5 mm. Fliigel 7 mm. 


64. Paragorgopsis mallea n. sp. 


9 o7 2, Peru (Meshagua, Urubambaflufs, Oktober, November), 
Bolivia (Mapiri, S. Carlos, Januar). Coll. Schnuse. 

Alle 9 Stiick scheinen mir einer einzigen Art anzugehéren 
und nur Variationen derselben vorzustellen. 

Als Typus fasse ich die nachbeschriebene Form auf. o7%: Der 


62 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1909, Beiheft. 


Kopf ist aufsergewéhnlich verbreitert , ttber zweimal so breit wie 
hoch. Die Stirne viermal so breit wie 1 Auge, fast kahl, selbst 
die Kopfborsten sehr schwach entwickelt. Die Strieme und das 
Cerebrale sind gelbrot, die querliegenden, wachsglinzenden 
Scheitelplatten dunkler braun und in gewisser Beleuchtung grau 
bereift. Ocellenhécker schwarz. Clypeus glanzend pechbraun, 
welche Farbung sich auch auf die matt werdenden Backen hiniiber- 
zieht. Letztere werden jedoch an der scharfen Seitenkante des 
Kopfes unter dem Auge gelbrot, wie der ganze untere Hinterkopf, 
wihrend der obere dunkelbraun ist. Die Fihler sind so weit 
voneinander entfernt, dafs sie in den Dritteln der Stirnbreite 
stehen (was tibrigens auch beim co von P. clathrata der Fall ist). 
Die Wurzelglieder und die als nackt zu bezeichnende Arista sind 
rostrot, das dritte Glied ist dunkler, braun. 

Clypeus, die verbreiterten Taster und die Labellen rostrot, 
das Kinn glainzend schwarz. Augen wie bei Parag. cancellata. 

Thorax von glanzend pechbrauner Grundfarbe, auf dem 
Riicken und den Pleuren bis zur Sternopleuralnaht herab dicht 
goldockrig bestiéiubt. Diese Bestaiubung wird auf dem Riicken 
von zahlreichen Punkten der Grundfarbe durchbrochen, welche in 
der Mitte, zwischen zwei in der Linie der Dorsozentralborsten 
durchschimmernden schwarzen Langsbinden in Langsreihen geordnet 
sind. Schulterbeulen schwarz. Eine dunkle Bogenquerbinde tiber 
der Quernaht samt einem damit zusammenhangenden Fleck dahinter, 
geben dieselbe ankeraéhnliche Zeichnung wie bei P. clathrata. 

Vordere Mesopleuren dunkel. 

Vorderhiiften, Wurzelhalfte der keulig verdickten Vorder- 
schenkel, Basisdrittel der Mittelschenkel, alle Knie und die Fiifse 
der hinteren Beinpaare rostrot. Der tibrige Teil der Beine pech- 
braun. 

Hinterleib pechbraun, an der Wurzel breit rotgelb. Vorder- 
rander der Tergite und damit zusammenhingend ein in der Mitte 
etwas nach vorne erweiterter Hinterrandsaum des vorhergehenden 
Tergites, gelb, matt bereift. 

Fliigel glasig durchsichtig. Die Spitzenhalfte wird von einem 
durch senkrecht sich kreuzende, schwarzbraune Quer- und Lings- 
linien gebildeten Gitterwerke, dessen Fenster dunkle Zentralkerne 
einschliefsen, gebildet. Charakteristisch erscheint mir ein schiefes 
dunkelbraunes Band, das, von der Fliigelwurzel herkommend, 
hinter der Wurzelquerader nach abwiarts biegt und durch die 
Mitte der Posticalader noch in die dritte Hinterrandzelle hiniiber- 
reicht, ohne jedoch den Fliigelhinterrand zu beriihren. 

Schiippchen und Schwinger gelb. 

K6rperlange 5 mm. — Kopfbreite 4 mm. — Fliigel 5,5 mm. 


Hendel, Ubersicht der bisher bekannten Arten der Pterocallinen. 63 


Die gleiche Fliigelzeichnung wie obiges o7 haben 3 2 und 
2 normalképfige 7. 

Das 2 hat normalen Kopf, vorne goldgelb bestaubte Scheitel- 
platten, unter welchen die Stirne verdunkelt ist, hell rostrote 
Fiihler, einen glinzend gelben Clypeus, der nur auf einer Mittel- 
linie und in den Seitenrinnen schwarzbraun ist. Die Mesopleuren 
sind wie der Riicken punktiert, was beim o7 nicht der Fall ist. 
Der Riickenfleck hinter der dunklen Quernahtbinde fehlt. 

An den Schenkeln ist die rote Farbung an der Spitze breiter, 
an der Wurzel schmiler als beim o%. Der Ovipositor (erstes 
Glied) ist dreieckig, ungefiihr 11/,mal so lang wie breit und 
wenig linger als der halbe Hinterleib. 

Die beiden normalképfigen o7 gleichen den 2 in allen Merk- 
malen. Nur der Clypeus und das schildférmige Prailabrum sind 
seidenartig weifslich, der erstere im Profil fast gerade, wahrend 
er beim @ ziemlich konkav ist. 

KG6rperlinge o 4,5 mm, 2 5,5 mm. — Fltigel 5—5,5 mm. 

Da auch bei P. maculata o& mit normalem Kopfe bis zu 
solchen mit ziemlich verbreiterter Stirne vorkommen und auch 
das Profil des Clypeus, sowie dessen Farbe Abstufungen unter- 
worfen sind, so zweifle ich nicht, dafs obige 3 o7 und die 3 Q 
zusammengehéren. (Var. @.) 

Etwas anderes ist es mit 2 co” und 1 9, welche sich durch 
die Fliigelzeichnung etwas unterscheiden (Var. @). Bei denselben 
beginnt niimlich die oben erwihnte schiefe Querbinde der Wurzel- 
hilfte des Fliigels nicht an der Wurzel, sondern vor der Miindung 
der Mediastina, und geht also viel weniger schief, aber desto 
breiter gegen den Fliigelhinterrand, einige helle Fensterchen ein- 
schliefsend; dieselben fallen namentlich in der Discoidalzelle auf 
und kommen bei Var. @ nicht vor. 

Der Thoraxriicken zeigt aufser den dunklen Punkten, die in 
der Mitte in Langsreihen geordnet sind, keine Zeichnung. Die 
Pleuren sind unpunktiert. 

Uber dem Mundrande stehen 2 schwarze Punkte. Auch die 
Schiippchen sind dunkler gerandet und gewimpert. 

Beim o sind Hiiften und Beine rotgelb, die Vorder- und 
Hinterschienen und die Spitzen der Hinterschenkel dunkelbraun, 
die Vordertarsen verdunkelt. Aufserdem ist das Durchsichtige 
des Fliigels ausgesprochen gelb. 

Die Beine des @ gleichen jenen des 2 der Var. a Der 
Fliigel ist glasig hyalin. 

Ich vermute unter Var. ( eine eigene Art, die sich beim 
Untersuchen gréfseren Materiales deutlicher erkennen lassen wird. 


64 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1909, Beiheft. 


XIII. Genus: E/apata n. g. 
65. EHlapata remipes n. sp. 

3 o7, Peru (Meshagua, Urubambaflufs, Oktober). Coll. Schnuse. 

Stirne rotgelb, zum Teile goldschimmernd; kurz _ behaart. 
Scheitelplatten und Ocellendreieck glainzend schwarzbraun. Unter 
den Fiihlern eine silbrige Querbinde von einem Auge zum andern. 
Auch die Fiihler fallen in diesen Silberschimmer hinein. Das 
ganze Untergesicht darunter, das ist unter den wagrecht liegenden 
unteren Augenrandern, samtartig kupferrot, mit weifsen Reflexen, 
namentlich am Clypeus. Die Backen erscheinen oft in weinrotem 
Schimmer. Unterer Hinterkopf gelb. Obere Augenorbiten braun. 
Augen oben purpurn, metallisch glinzend, am Unterrande blaulich 
smaragdgriin. 

Fithler gelbrot. Arista beiderseits weitlaufig gefiedert. Pra- 
labrum, die verbreiterten Taster und der Riissel gelbrot. 

Thorax und Schildchen mit Ausnahme der rétlichen Schulter- 
gegend glainzend dunkelbraun. Der Riicken, die Vorderbrust und 
am wenigsten das Schildchen sind mit einem zarten goldockrigen 
Tomente bereift. 

Hiiften und Tarsen hell gelbrot. Vorderschenkel gelbrot, mit 
einer braunschwarzen Lingsstrieme unten und vorne (antero- 
ventral). Vorderschienen gelbrot, mit einer gleichen Strieme 
postero-dorsal. Mittelschenkel im Wurzeldrittel, ja bis zur Halfte, 
Hinterschenkel in geringerer Ausdehnung gelb, sonst schwarzbraun. 
Die schwarze Farbung kann auch hier in Lingsstriemen auftreten. 
Schienen mit Ausnahme der Spitzen und der Knie schwarzbraun. 

Die Vorderfiifse des o& (Q unbekannt) sind wie die. Hiiften 
stark verlangert, aufserdem jedoch seitlich komprimiert und ver- 
breitert, und tragen am Ende der Glieder und am ganzen vierten 
und fiinften Gliede seitlich lanzettliche, hornige Blittchen. 

Hinterleib an der Wurzel gelb, sonst glanzend pechbraun. 

Fliigel lings der Costa von der Basis bis zur Spitze gelbrot 
gesiumt, am Hinterrande rauchbraun, in der Mitte glashell. Vor 
der Miindung der Posticalader liegen beiderseits je ein schwarz- 
brauner Fleck oder Lingswisch. Die dritte Lingsader ist hinter 
der kleinen Querader dunkel geséumt. In der Mitte der zitronen- 
formig erweiterten ersten Hinterrandzelle liegt ein schwarzer Punkt. 

Schiippchen und Schwinger gelb. 

K6rper- und Fligellinge 6—7 mm. 


XIV. Genus: Cyrtomostoma n. g. 
66. Cyrtomostoma gigas n. sp. 
8 oo, Bolivia (Mapiri, Sarampioni, 700 m; Januar bis 
Marz). Coll. Schnuse. 


Hendel, Ubersicht der bisher bekannten Arten der Pterocallinen. 65 


Stirne matt rotgelb bis gelbrot, gegen den Scheitel zu dunkler 
werdend, aufser den Borsten mittellang schwarz behaart, vorne 
neben den Augenrandern goldig schimmernd. Scheitelplatten und 
Ocellendreieck glianzend dunkelgelb bis rotbraun; ebenso der ganze 
Hinterkopf, der unten an den Seiten und dann an den Augen- 
randern gelbschimmernd bereift ist und nur oben an den Orbiten 
dunkelbraun sein kann. 

Clypeus, Wangen und Backen beim o7 matt samtschwarz mit 
weifsem oder auch gelblichem Schimmer -in gewisser Beleuchtung. 

Fiihlergruben intensiv weifsschimmernd. Nur der Teil des 
Clypeus iiber und zwischen den Fihlern, oder noch etwas darunter 
ist meist noch rotgelb. Beim 2 sind obige Teile gelbrot. Blofs 
die Fiihlergruben und ein Schatten unter dem Auge auf den 
Backen sind schwarz. Der weifsliche Schimmer des ganzen Unter- 
gesichts, einem Seidenglanze gleich, ist auch dem 2? eigen. Augen 
einfarbig violettbraun. 

Fiihler rostrot, deren drittes Glied manchmal verdunkelt. 
Arista kurz und fein behaart. 

Pralabrum schwarzbraun. Taster verbreitert, rostrot. Riissel 
heller oder dunkler rotbraun. 

Thoraxriicken, mit Ausnahme der rotgelben Schultern, und 
das Schildchen braun, ziemlich glinzend, von weifslichen bis gold- 
gelben Schillerflecken ein wechselndes Aussehen erhaltend. Von 
allen Seiten kénnen aber zwei durchgehende dunkle Langsstriemen 
in der Linie der Dorsozentralen und je eine abgektirzte seitlich 
davon hinter der Quernaht unterschieden werden. Die Pleuren 
werden nach unten Zu heller und sind durch lichtere Bestaéubung 
fleckig. 

Hiiften und Beine rotgelb. Schienen, namentlich die hinteren 
Paare, mehr braun; Tarsen meist auch dunkler als die Schenkel. 

Hinterleib an der Wurzel, am Seitenrande und zum gréfsten 
Teile auf dem Bauche rotgelb, auf dem Ricken schwarzbraun, 
beim © heller und mehr glinzend als beim 9. Die Querbinden 
lassen sich besonders gut bei letzterem wahrnehmen und bestehen 
aus weilsgrauer Bereifung. Hiervon werden die Wurzelsegmente 
und der Vorderrand des dritten Tergits, sowie die Tergite 5 und 6 
bedeckt. Der Saum am dritten Tergit erweitert sich an. den 
Seiten fleckenartig nach hinten. Der Basalteil der Legeréhre 
gleicht fast einem Sechseck, so stumpf ist die Spitze. Er ist 
fast so breit wie der Hinterleib, tiber die Halfte desselben lang 
und ebenso lang als breit. 

Fligel glasig oder gelblich hyalin. Randmal braun. Ein 
dunkelbrauner Fleck in der Gabel der Radialader. Von der Miindung 
der Subcosta eine dunkelbraune Querbinde bis zum oberen Ende 

Deutsche Entomol. Zeitschrift 1909. Beiheft. 5 


66 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1909, Beiheft. 


der nur schmal dunkel gesiumten hinteren Querader. Damit 
hingt an der Costa ein die ganze Spitze einfassender Randsaum 
zusammen. Von der Spitze des Randmals geht eine zweistufige 
Querbinde zur kleinen Querader, deren kraftiger Saum eben die 
zweite Stufe bildet. Das Randmal des © ist durch eine Kon- 
vexitait der Costa etwas erweitert. 

Schiippchen hell, Schwinger gelb. 

Koérperlange of 11—13 mm, 9 mit Legeréhre 13 mm; Fliigel 
13—15 mm. 


XV. Genus: Bothrometopa 0. g. 
67. Bothrometopa gamma n. sp. 


1 o&, Peru (Urubambaflufs, September). Coll. Schnuse. 

Stirne vorne, vor der Grube matt rétlich braun, hellgrau- 
schimmernd, mit mittellangen, schwarzen Haaren, die nach aufwirts 
gebogen sind, dicht bedeckt. Die Stirngrube matt braun. Am 
hinteren Augenecke, das ist hier auch vor den Scheitelplatten, 
liegt ein weifser Fleck. Der stark hinter den Augen vorgequollene 
Hinterkopf, sowie die Scheitelplatten glinzend braun. Clypeus an 
den Fithlerwurzeln gelb, unten matt weifslich. Wangen, Backen 
und unterer Hinterkopf gelb. Ocellar- und Postvertikalborsten 
fehlen. 

Fiihler gelb. Arista fast nackt. Pralabrum und Riissel braun. 
Die verbreiterten Taster gelbrot. Augen einfarbig metallisch oliven- 
grtin, schwach rétlich schimmernd. 

Thorax und Schildchen glanzend dunkelbraun. Schultergegend 
heller. Auf dem Riicken erscheinen, schief von hinten betrachtet, 
zwei sehr schlanke, gleichschenklige Dreiecke aus weifser Be- 
staéubung. Ihre Basen nehmen fast die ganze vordere Riickenbreite 
nebeneinander ein, ihre Héhen sind als scharfe dunkle Linien in 
der Richtung der Dorsozentralen zu sehen und ihre Spitzen reichen 
bis auf die Schildchenseiten hiniiber. Aufserdem sind noch be- 
staubt oder bereift: die Supraalargegend und die Vorderseite der 
Brust. 

Vorderhiiften gelblich. Beine braun; die vordersten heller 
als die hinteren. 

Hinterleib einfarbig glainzend schwarzbraun. 

Fliigel glasig durchsichtig. Eine dunkelbraune Binde beginnt 
breit an der Wurzel, erfiillt die Basalzellen, lauft lings der 
Posticalader zum Fliigelhinterrand, biegt im Bogen auf, schliefst 
die hintere Querader ein und gabelt sich tiber derselben. Der 
eine Gabelarm miindet zwischen der ersten und zweiten, der andere 
zwischen der dritten und vierten Liingsader am Vorderrande. 


Hendel, Ubersicht der bisher bekannten Arten der Pterocallinen. 67 


Ebenfalls aus der dunklen Wurzel entspringt eine andere 
Liingsbinde, die in ihrem weiteren Verlaufe ungefihr von der 
ersten und dritten Liingsader begrenzt wird und mit einem die 
kleine Querader weit umfassenden Fleck, von dem ein trapez- 
férmiger in die Mitte des grofsen Randmales hintiberreicht, plétz- 
lich endet. Im Gabelaste der zweiten und dritten Langsader 
liegt ein gelber Langswisch. Das Randmal ist durch Abwiirts- 
biegen der Subcosta erweitert. Eine tiberzahlige Querader fehlt. 

Schiippchen schneeweifs. Schwinger dunkelbraun. 

K6rperlinge 6 mm. — Fliigellinge 7 mm. 


68. Bothrometopa determinata Walker. 
Herina determinata Walker, Trans. Entomol. Soc. Lond. n. s. IV. 
p. 227 (1856—58). 

4 9, Peru (Meshagua, Urubambaflufs ; September und Oktober), 
Bolivia (Mapiri, S. Ernesto; Marz). Coll. Schnuse. 

Bei dem mir nur vorliegenden 2 ist die Vertiefung der Stirne 
vor den Ocellen nur auf eine seichte Mulde reduziert, aber den- 
noch wahrnehmbar und namentlich durch die im Vergleiche zur 
Vorderstirne viel schiitterere Behaarung kenntlich. Im Vergleiche 
mit 6B. gamma springt die Stirne im Profile viel weniger vor, 
weshalb auch anderseits das Untergesicht, welches hier mehr konkav 
als dort erscheint, weniger zuriickweicht. 

Sonst ist die Stirne mattgelb bis kupferrot; die Scheitel- 
platten, das Ocellendreieck und die oberen Augenorbiten glinzend 
dunkelbraun. Wangen, Backen und Clypeus braungelb, letzterer 
weifslich bereift. Ocellar- und Postvertikalborsten vorhanden. 

Fiihler braunrot, Wurzelglieder oft heller. Arista fast nackt. 
Pralabrum, Riissellabellen und die verbreiterten Taster heller oder 
dunkler rotbraun. Augen wie bei der vorigen Art gefarbt. 

Thorax und Schildchen glanzend dunkelbraun. Auf dem 
Riicken sieht man folgende Zeichnung durch weifslichgraue Be- 
staubung hervorgebracht : Je einen Bogenfleck hinter der Schulter- 
beule; eine nach vorne gebogene Querbinde in der Verlangerung 
der Quernahtiiste und 2 abgekiirzte Lingsbinden hinter der Naht 
in der Linie der Dorsozentralen. Die Vorderseite der Brust ist 
etwas fuchsrot bereift. 

Hiiften und Tarsen rotbraun, Schenkel und Schienen pech- 
braun. MHinterleib glanzend schwarzbraun. Eine schmale _hell- 
graue Vorderrandbinde am vierten und eine an den Seiten etwas 
verbreiterte am dritten Tergit. 

Erstes Glied des Ovipositors kurz, von der Form eines gleich- 
seitigen Dreiecks. Der Fliigel zeigt dieselbe Bogenhinde wie 
B. gamma, welche iiber die Posticalader lauft, sich dann am 


5* 


68 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1909, Beiheft. 


Hinterrande nach aufwirts biegt und tiber der Querader gabelt. 
Die Zeichnung wird aber dadurch anders, dafs eine tiber die 
kleine Querader gehende, auf dem Vorderrande fast senkrecht 
stehende Querader, sich mit obiger Bogenbinde am Hinterrande 
vereinigt, wihrend bei B. gamma parallel mit der schwarzen Bogen- 
binde eine glashelle durch die Discoidalzelle hindurchzieht. 

Bei B. determinata biegt sich die tiber die kleine Querader 
ziehende Querbinde an der Costa gegen die Fliigelspitze hin um 
und wird durch eine parallel mit ihr von der Miindung der 
Mediastina bis zur Posticalis gehende glashelle Binde vom Schwarz- 
braun der Fliigelwurzel getrennt. 

Randmal (2) nicht aufsergew6hnlich verbreitert. Zweite und 
dritte Lingsader sind in der Verlangerung der hinteren Querader 


durch eine Querader verbunden. — Schtippchen weifs. Schwinger 
braun. : 
Korperlange 6 mm. — Fliigel 8 mm. 


XVI. Genus: Coscinum n. g. 


69: Coscinum clavipes n. sp. 


2 o° 2, Peru (Urubamba- und Ucayalifiufs; September bis 
Oktober). Coll. Schnuse. 

Kopf mattrétlich ockergelb. Stirnstrieme etwas leuchtender ; 
kurz, aber rauh behaart. Scheitelplatten matt bestaéubt. Augen- 
rander weifsschimmernd. Clypeus, namentlich unter den Fihlern, 
und die Wangen schiitter weifslich bereift. Augen dunkelrotbraun, 
griinlich und rétlich metallisch schimmernd. 

Fihler gelbrot. Drittes Glied oben und an der Spitze braun. 
Arista fein und dicht mittellang behaart. Pralabrum, die ver- 
breiterten Taster und der Riissel gelbrot. 

Der ganze Thorax, mit Ausnahme des Schildchenrandes und 
der Schultergegend, die rétlich sind, wohl von dunkelbrauner 
Grundfarbe , aber iiberall aufserst dicht und gleichmafsig gold- 
ockrig bestaubt. 

Hiiften und Beine rotgelb, die vorderen dunkler. Vorder- 
schienen und Hinterseite (Aufsenseite) der Vorderschenkel des © 
zum Teile noch dunkler rotbraun. Vordertarsen des o verkiirat 
und verbreitert. Vorderschenkel verdickt und unten mit einer 
kurzbeborsteten, héckerartigen Erweiterung basalwirts. 

Hinterleib an der Wurzel rotgelb, dann hellbraun mit lichteren 
Hinterrandséumen. Der rotgelbe Ovipositor hat eine herzférmige 
Basis. 

Fliigel mit Ausnahme der glashellen Wurzel dunkelbraun, 
von farblosen runden Flecken regelmafsig durchbrochen. Davon 


Hendel, Ubersicht der bisher bekannten Arten der Pterocallinen. 69 


liegen 4 in der Vorderrand-, je 3 in der Unterrand-, ersten Hinter- 
rand- und Discoidalzelle und je 2 in der zweiten und dritten 
Hinterrandzelle am Fliigelrande. 

Schiippchen und Schwinger rotgelb. 

Korperlinge o7 6, 2 (mit dem ersten Gliede der Legeréhre) 
8 mm. — Fligel 6 mm. 


XVII. Genus: Ophtha/moptera n. g. 


1. Hinterleib metallisch violett, mit gekérnter Oberflache. 
* Ophthalm. elegans n. sp. 
Hinterleib glainzend pechbraun, glatt . . . . . . 2. 
2. Fliigel ungefihr dreimal so lang als breit. Oberer Winkel 
der Discoidalzelle an der Querader spitzig. Fliigel mit 
5 Augen. . . . . 70. Ophthalm. longipennis n. sp. 
Fliigel ungefaihr zweimal so lang als breit. Oberer Winkel 
der Discoidalzelle stumpf. Fliigel mit 2 Augen. 
71. Ophthalm. bipunctata n. sp. 


70. Ophthalmoptera longipennis n. sp. 


1 o, Bolivia (Songo). Ungar. National-Museum. 

Stirne seidenartig rotgelb, fast kahl. Scheitelplatten und 
Ocellendreieck glainzend braun, etwas bestaéubt. Clypeus unter 
den Fiihlern gelb. Das ganze Untergesicht (Clypeus und Wangen) 
unter einer durch die unteren, wagrechten Augenrinder gegebenen 
Geraden silberweifs glinzend. Hinterkopf unten, dann die Backen 
unter den silberweifsen Wangen und Augenorbiten glinzend gelb. 

Fiihler rotgelb. Drittes Glied an der Spitzenhialfte etwas 
gebraunt. Arista fast nackt. Das schmale Pralabrum, die ver- 
breiterten Taster und der Riissel rotgelb. Augen blaulichgriin, 
in den oberen */; purpurn. Parallel mit der Grenze eine wag- 
rechte purpurne Querbinde etwas unter der Mitte. 

Thorax, Schildchen, Hiiften und Beine glianzend rotgelhb. 

Riicken und Schildchenseiten mit sehr wenig auffallendem, 
gelblichem Reife diinn bedeckt. Pleuren unter der Notopleural- 
naht mit einem aus weifser Bestéubung gebildeten, ziemlich 
breiten Lingsbande. 

Hinterleib an der Wurzel und am Bauche rotgelb, sonst 
glanzend pechbraun. 

Fliigel zum gréfsten Teile dunkelbraun. Helle Flecke liegen 
an den Miindungen der Mediastina und Subcosta, 5 dunkel um- 
randete Augenflecke auf gelblichem Grunde in der Fliigelspitze. 
Die 4 dufseren bilden ein Kreuz; 2 davon liegen tiber, einer 
unter der Cubitalader und der vierte unter der Radialader. 


70 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1909, Beiheft. 


Der fiinfte innerste Augenfleck liegt auch unter der Cubitalader, 
in gleichem Abstand wie die 3 hinter ihm die Ader von oben 
oder unten beriihrenden Augenflecke untereinander. Vom untersten 
Augenfleck erweitert sich das helle Zentrum, dunkel umrandet, 
bis zum Fliigelhinterrande nach abwarts. Aufserdem finden sich 
noch glashelle Partien in der Wurzelhalfte der ersten Hinterrand- 
zelle, in der Mitte der Discoidal- und dritten Hinterrandzelle. 
Axillar- und Fliigellappen farblos. Schiippchen braunlich, Schwinger 
hellgelb. 
Kérperliange 6 mm. — Fliigel 8 mm. 


71. Ophthalmoptera bipunctata n. sp. 


3 92, Peru (Meshagua, September). Coll. Schnuse. — 
Bolivia. Ungar. National-Museum. 

Stirne so breit wie ein Auge, seidenartig gelb, nur kurz 
und zerstreut fein behaart. Scheitelplatten und Ocellendreieck 
elinzend schwarzbraun. Clypeus ockergelb, tiber dem Mundrande 
braun. Eine silberweifse Querbinde zieht tiber den Mundrand 
und iiber die Backen hin. Fihler rotgelb, das dritte Glied der- 
selben am Oberrande etwas gebraéunt. Arista fast nackt. Pria- 
labrum braun; die verbreiterten Taster gelbrot. 

Augen blaulichgriin, mit 2 tiber die Mitte laufenden wag- 
rechten purpurnen Querbinden. 

Thorax, Schildchen und Hinterleib glinzend schwarzbraun. 

Riicken und Schildchen etwas rétlich bestéubt. Pleuren 
unter der Notopleuralnaht mit einer breiten  silberglinzenden 
Langsbinde. Erstes Glied der Legeréhre von der Gestalt eines 
eleichseitigen Dreieckes, an der Basis etwas herzférmig , rétlich 
durchscheinend. 

Hiften und Beine einfarbig rotgelb. 

Fliigel in der oberen Wurzelhalfte schwarzbraun, in der oberen 
Spitzenhalfte gelb, mit 2 dunkel umrandeten glashellen Augen- 
flecken in der Unterrandzelle, parallel der Costa. Das Gelb der 
Fliigelspitze und die hintere Querader sind braun eingefafst. An 
den Miindungen der Mediastina und der Subcosta liegen helle 
Flecke; unter demjenigen der Subcosta noch 1—2 helle, kleine 
Punkte in der Randzelle. 


Diese Art unterscheidet sich von O. longipennis durch die 
viel kiirzeren und daher breiteren Fliigel und noch mehr durch 
die Lage der hinteren Querader, die bei O. longipennis oben schief 
nach aufsen, bei unserer Art aber schief nach einwiirts ge- 
neigt ist. 

Da aber vor allem der Kopfbau, sowie auch die tbrigen 


Hendel, Ubersicht der bisher bekannten Arten der Pterocallinen. 71 


generellen Merkmale tibereinstimmen, kénnen beide Arten in eine 
Gattung vereinigt werden. 
Schwinger und Schiippchen wie bei O. longipennis. 


Kérperlange 3 mm. — Fliigel 3,5 mm. 


XVIII. Genus: Goniaea n. g. 
72. Goniaea foveolata n. sp. 

1 o, Bolivia (Songo). Ungar. National-Museum. 

Stirne goldgelb, hellfilzig, kahl ; Borsten rudimentir. Vertikale 
und Postvertikale auf den Hinterkopf hinabgeriickt. Backen, 
Wangen und Clypeus ebenfalls goldgelb; letzterer in den Fiihler- 
eruben etwas braun, erstere unter den Augen mit einem braunen 
Spiegelfleck. Fiihler gelbrot. Arista nackt. Prilabrum, die ver- 
breiterten Taster und der Riissel rotbraun. Hinterkopf nur oben, 
hinter den Augen dunkler. Augen violettpurpurn, mit einem lang- 
ovalen, schief von oben nach unten, im Héhendurchmesser liegen- 
den blaugriinen Mittelflecke. 

Thorax von dunkel rotbrauner Grundfarbe, am Riicken vor 
der Quernaht matt schwarzbraun. Schulterbeulen, Quernahtiiste, 
deren Fortsetzung in der Mitte des Riickens durch die scharf 
abgegrenzte Langsgrube des Riickens, der Hinterrand- 
saum der Grube, die Supraalargegend und die Mesopleuren oben 
und lings der Naht ockergelb bestaubt. 

Pleuren unten, Hiiften und Beine heller, rétlichbraun. 

Schildchen ungewohnlich grofs, etwas aufgerichtet , an der 
Wurzel sehr breit, dann dreieckig zugespitzt; rotgelb, durch- 
scheinend, unten an den Seiten mit je einem dunkelbraunen 
Langsfleck. 

Hinterleib an der Wurzel rotgelb. Vom zweiten Ringe an 
dunkel metallisch, griinlich stahlblau glainzend, in gewisser Rich- 
tung wie mit einem roten Reif bedeckt erscheinend. Lings der 
Mitte eine undeutliche weifsbestéubte Linie. 

Fliigel in der Mitte glashell, hinten graulich, vorne intensiv 
rotgelb. Durch dieses Gelb zieht von der Wurzel, im allgemeinen 
langs der Subcosta, ein unregelmiafsig begrenzter braunschwarzer 
Langswisch bis in die Randzelle. Der scharfeckige Anallappen 
mit einem schwarzlichen Punkt im Scheitel. Schiippchen und 
Schwinger gelb. 

K6rperlange und Fliigel ungefaéhr 8 mm. 


72 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1909, Beiheft. 


Nachtrag. 
Megalaemyia radiata n. sp. 


3 9, Bolivia (Songo). Ungar. National-Museum. 

Diese Art steht der Meg. punctulata so nahe, dafs ich blofs 
die unterscheidenden Merkmale anfiihre. 

Die Bestiubung des Untergesichtsquerbandes und des Riickens 
ist mehr gelblich, das Schildchen in der Mitte dunkelbraun. 

Der wichtigste Unterschied liegt in der Fligelzeichnung. Das 
glashelle Dreieck in der Submarginalzelle ist kleiner und liegt 
knapp hinter der Miindung der Mediastina, jenes in der Marginal- 
zelle kiirzer und gleichseitig. Die beiden schwarzen Querbindchen, 
die vor der Fliigelspitze die Radial- mit der Cubitalader ver- 
binden, fehlen hier. Die schwarze hufeisenférmige Binde, die bei 
punctulata von der Miindung der Discoidalader bis zur Fliigelmitte 
aufsteigt und sich dann wieder iiber die hintere Querader herab- 
senkt, besteht hier aus 2 geraden Winkelschenkeln, deren Scheitel 
in der Radialader, ungefaihr unter der Spitze des glashellen Drei- 
ecks der Marginalzelle liegt. Der glashelle Fleck hinter der 
kleinen Querader dehnt sich bis zur Querbinde iiber die hintere 
Querader aus. Die Costa ist tiher der Submarginalzelle konvex 
emporgebogen. Die Radialader biegt sich hinter der hinteren 
Querader noch viel steiler auf und lauft dann mit der Costa 
parallel. Augen im Leben griin, mit purpurnem Unterrande und 
2 Purpurquerbinden in der Mitte. 

Schienen und Fiifse sind gelb. Die Gréfse ist die gleiche. 


Megalaemyia marginata n. sp. 


1 o7 aus Peru (Callanga). Ungar. National-Museum. 

Der Meg. bestifer aiufserst ahnlich, aber namentlich durch 
folgende Unterschiede in der Fliigelzeichnung verschieden: hinter 
der Wurzelquerader ist nur ein ganz kleiner heller Punkt zu 
sehen. Die glashelle, spitzige Querbinde hinter der hinteren Quer- 
ader dringt mit der éiufsersten Spitze noch iiber die Cubitalader 
hinaus in die Submarginalzelle ein. Der helle Punkt in letzterer 
Zelle fehlt. Dagegen liegt ein helles Fensterchen an der kleinen 
Querader und ein ebensolcher Punkt fast genau dariiber an der 
Radialader. Die Discoidalzelle ist fast ganz glashell, nur an der 
aufsersten Wurzel braun. Von dort zieht ein schmales schiefes 
Band tiber das erste Drittel des Unterrandes dieser Zelle in die 
dritte Hinterrandzelle bis zur Falte zwischen Anal- und Postical- 
ader. Bei Meg. bestifer ist die ganze Wurzelhilfte der Discoidal- 
zelle braun und ein bogiges Band zieht iiber die Mitte der Zelle 
bis zur Miindung der Analader. Die Radialader ist bei marginata 


Hendel, Ubersicht der bisher bekannten Arten der Pterocallinen. 73 


vor der Miindung nicht so stark zur Costa aufgebogen wie bei 
Meg. bestifer. 

Alles tibrige wie bei Meg. bestifer. Augen im Leben wahr- 
scheinlich einfarbig griinlich. 


Myennis cyaneiventris n. sp. 


1 2 aus Bolivia (Songo). Ungar. National-Museum. 

Steht der M. appendiculata sehr nahe. Augen im Leben wie 
bei dieser Art gezeichnet. Stirne samtartig rotgelb, in der Mitte 
mit einem mit der Spitze nach vorne gerichteten braunen Dreiecke, 
ohne Grundbehaarung; Kopfborsten sehr kurz. Wangen, Backen 
nnd unterer Hinterkopf rotgelb, seidenartig schimmernd. Unter 
dem Auge ein brauner Fleck. Clypeus braunlichgelb, in der Mitte 
jederseits ein rundlicher brauner Fleck. Lunula braun. Filer 
rotgelb. Das dritte Glied fehlt. Pralabrum und die verbreiterten 
Taster rostrot. Riissel rotbraun. 


Thorax pechbraun, Pleuren, Schildchen und Supraalargegend 
glanzend, sonst matt. Zwei breite Liingsstreifen am Riicken, die 
Gegend vor dem Schildchen, die Quernahtiste, die Umgebung des 
Humeralcallus, das obere Eck der Mesopleuren und das Post- 
scutellum goldgelb bestaiubt. Mein Exemplar ist etwas fettig ge- 
worden. Schildchen viel gréfser als bei allen anderen Arten, 
aufgeblasen, mit aufserst kurzer heller Pubescenz bedeckt, an der 
Spitze gelb, vierborstig; die seitlichen Borsten sehr kurz. —— 
Hiiften und Beine glanzend rétlich pechbraun, die dufsersten 
Knie und die Tarsen kaum etwas heller. 


~ 


Hinterleib mit 5 sichtbaren, fast gleichlangen Ringen, der 
sechste ist kaum sichtbar, an der Wurzelhalfte hellstahlblau, 
etwas glanzend, gegen die Spitze zu mehr violettschimmernd und 
matt, wie bereift. Die Grenze zwischen erstem und zweitem 
Tergit ist weifslich. Das erste Glied des Ovipositors ist glinzend 
schwarz, schlank dreieckig, ungefihr zweimal so lang wie an der 
Basis _breit. 

Der Fliigel gleicht jenem des 2“ von M. appendiculata mit 
folgenden Unterschieden: Der schwarzbraune Saum der Subcostal- 
zelle ist mit dem dunklen Braun der Fliigelwurzel verbunden, das 
sich bis tiber die Basalzellen hin verbreitert und nur die hintere 
Basalzelle und die Analzelle frei lafst. Die beiden Queradern sind 
noch mehr geni&hert und bilden fast eine Linie. Die tiberzihlige 
Querader zwischen der Subcosta und der Radialader erreicht erstere 
Langsader nicht ganz. 

Schwinger hellgelb. Schiippchen braun gerandet. 

Korper ohne Legeréhre und Fliigel 7 mm lang. 


74 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1909, Beiheft. 


Xanthacrona phyllochaeta n. sp. 


7 o 2 Paraguay. Ungar. National-Museum. 

Augen im Leben hellgriin, blauschimmernd, mit 2 schmalen, 
vorne abgekiirzten Querbinden in der Mitte. 

Stirne samtartig rotgelb bis gelbrot, am Augenrande und den 
Wangen auffallend seidenartig weifsschimmernd. Kopf sonst glinzend 
gelb. Ocellengegend schwarz. Die auf den Scheitelplatten stehende 
Orbitalborste ist blattartig erweitert. Die langeren Bérstchen 
weiter unten am Stirnaugenrande sind nicht nach einwiarts, sondern 
nach auswirts gebogen. Lunula matt gelb. Clypeus glianzend 
gelb, in der Mitte mit einer hufeisenférmigen ziemlich tiefen 
Querfurche , unter welcher das Epistom merklich im Profile vor- 
tritt. Auch der Quere nach ist der Clypeus viel stirker gewélbt 
als bei der Wulpschen Art. Pralabrum breiter, glianzend. 
Backenleisten am Rande schwarz. Backengruben samtartig rot. 
Fithler gelbrot, am Vorderrande gebraunt und etwas konkav. 
Riissel und Taster rostgelb. 

Thorax, Schildchen und Hinterleib rotgelb, sehr stark glainzend. 
Ricken mit 4 braunen bis schwarzen Lingsstriemen, die vorne 
und hinten etwas abgekiirzt sind und in der Mitte einen etwas 
breiteren Abstand haben. Die dufsersten Striemen sind an der 
Quernaht unterbrochen. Sternopleuren meist schwarzbraun. Das 
aufgeblasene halbkreisférmig umrissene Schildchen hat 2 schwarze 
Seitenflecke. 

Die Grundbehaarung des Riickens ist so lang, dafs derselbe 
nur mit Borstenhaaren bedeckt erscheint. Die 2 hintersten Dorso- 
zentralborsten sind wie die Frontorbitalborste blattartig erweitert. 
Vor denselben stehen auf dem gelben Zwischenraume zwischen 
den dunklen Liingsstriemen noch einige Borstenhaare bis vorne 
hin. Ebenso sind auf dem gelben Mittelstreifen des Ritickens 
vorne in der Fortsetzungslinie des Prascutellarpaares mehrere 
Borstenhaarpaare zu sehen. Aber auch in der Intraalarlinie sind 
hinter und vor der Quernaht borstenartige Haare vorhanden. 
Schildchen vierborstig. — Ocellarborsten klein. 

Hinterleib hellgelb, von der Wurzel her in gréfserer oder 
geringerer Ausdehnung gebriaunt, stiarker beim 9, minder beim Qo’. 
Die Tergite 3—5 haben beim 2 ziemlich gleiche Linge, das 
sechste ist kurz. Beim o7 ist das dritte Tergit etwas verlangert. 
Ovipositor und Beine wie bei X. bipustulata Wulp. 

Die Fliigelzeichnung charakterisiert sich dadurch, dafs die 
Costalzelle in der Wurzelhalfte glashell ist und dafs der braune 
Costalsaum nicht bis zur Radialader herabreicht, sondern nur 
die Subcostalzelle erfiillt und dann erst nach und nach wieder 
breiter wird. Dadurch wird die iiber die Queradern laufende 


Hendel, Ubersicht der bisher bekannten Arten der Pterocallinen. 75 


Querbinde, welche an der Radialader endet, vom Costalsaume 
durch die glashelle Marginalzelle isoliert. Mit Ausnahme des 
Verlaufes der Radialader, welche nicht nach aufwiarts gebogen 
der Costa genihert ist, sondern niher der Cubitalader, fast mit 
derselben parallel lauft, gleicht das Geider sonst jenem des 


Typus. — Schiippchen dunkler gerandet. Schwinger hellgelb. 
KG6rperlinge ohne Legerédhre 4—5 mm. — Fliigel 3,5 bis 
4,5 mm. 


Pterocalla nitidiventris n. sp. 


1 o aus Paraguay. Ungarisches National-Museum. 

Augen im Leben smaragdgriin mit blaulichem Schimmer, 
unbandiert. Kopf im Profile nicht so stark zusammengedriickt als 
bei den anderen Arten; die Augen erscheinen daher fast rundlich. 
Die Stirne verengt sich merklich nach vorne und ist neben den 
Fithlern deutlich schmaler als ein Auge. Die Fiihler sitzen genau 
der Augenmitte gegeniiber. Die Stirne ist in der Vorderhalfte matt 
ockergelb, oben mehr grau. Scheitelplatten und Ocellendreieck, 
sowie der obere Hinterkopf aschgrau. Die sehr lange und starke 
Frontorbitalborste steht in der Mitte des Augenrandes, also sehr 
weit vorne. Lunula und ein Fleck neben den Fiihlerwurzeln hell- 
gelb. Clypeus unter den Fiihlern mattbraun. Uber das Epistom 
und die Backen zieht ein silberweifses Querband. Der Mundrand 
tritt nicht vor. — Fihler an der Wurzel rotgelb, das dritte Glied 
oben zum gréfsten Teile braun. Sie sind etwas hiirzer als ge- 
woéhnlich. Das dritte Antennenglied ist kaum langer als breit 
und reicht mit der Spitze bis zur oberen Grenze des silberigen 
Querbandes. 

Thoraxriicken und Schildchen gelbgrau bestaéubt. Zeichnung 
wegen Fettigseins undeutlich. Humeralcallus und Suturaldepression 
rotgelb. 

Pleuren hell aschgrau bestaéubt. Liangs der Notopleural- und 
Sternopleuralnaht lauft eine kastanienbraune Langsbinde. Schildchen 
eiformig, mafsig gewdélbt, vierborstig. 

Beine einfarbig hell rétlichgelb. 

Hinterleib glainzend pechbraun, mit Ausnahme des dritten, 
hell gelblichgrau bestiubten Tergites. 

Subcostalzelle des o durch eine schwache Konvexitit der 
Costa und ein starkes Nach-unten-Biegen der Subcosta aufser- 
gewohnlich erweitert. Radialader mafsig wellig geschwungen, am 
Ende aber sehr steil zur Costa aufgebogen, mit dunklem Miin- 
dungsfleck. Discoidal- und Cubitalader wellig, erste Hinterrand- 
zelle an der Miindung nicht verengt. Hintere Querader nur etwas 
bauchig, mit der Discoidalader einen Winkel von 60° bildend; ihr 


76 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1909, Beiheft. 


Abstand von der kleinen Querader ist 11/, mal so lang wie die 
hintere Querader selbst. Der spitze Zipfel der Analzelle ist schlank 
und in gleicher Weise von der Zelle abgeschniirt wie bei den 
echten Pterocalla- Arten, aber viel ktirzer wie bei diesen Species, 
nur so lang wie die die Analzelle vorne begrenzende Querader. Der 
Fliigel ist einfarbig nufsbraun, ohne jedwede dunklere Strichlierung 
oder Punktierung. Vor der Mediastina und hinter der Subcosta 
liegen an der Randrippe glashelle Fleckchen; unter letzterem ein 
dunkelbrauner Wisch. 3 Augenflecke liegen an den Vierteln des 
letzten Cubitaladerabschnittes, der zweite oben in der Submarginal- 
zelle, der erste und dritte darunter in der ersten Hinterrandzelle. 
Die zweite Hinterrandzelle ist braun; ein kleiner Punkt an der 
Fliigelrandmitte und ein etwas gréfserer viereckiger Fleck an der 
Posticalader glashell. Das Braun des Fliigels tritt nur in der 
Gestalt von 3 Zihnen unter die Posticalader hinab. Axillarlappen 
ganz glashell. 
K6rperlainge fast 4 mm. — Fliigel 4,5 mm. 


Pterocalla punctata n. sp. 


4 9, Bolivia (Songo); Paraguay. Ungarisches National-Museum. 

Leicht mit /# ocellata F. zu verwechseln. Stirne etwas 
breiter und auffallender gefarbt. Lunula und daneben jederseits 
ein Fleck zwischen Auge und Fihlerwurzel hell gelbgrau; dariiber 
ist die Vorderstirne tief braunrot. Die Scheitelplatten sind eben- 
falls hell gelbgrau bestaéubt und tragen je 2 schwarzbraune Punkte 
an den Wurzeln der Orbital- und Scheitelborsten. In der Stirn- 
mitte liegen zwei schrige rotbraune Strichelchen, die durch eine 
helle Linie vom Ocellendreieck her getrennt werden. Clypeus 
heller und mehr grau als bei P?. ocellata und mit einer braunen 
Querbinde iiber dem Mundrande, die bei genannter Art fehlt. 
Augen im Leben griin, blauschimmernd: in der Mitte zwischen 
2 roten Reflexen ein hellgriines Querband. 

Thoraxriicken hell ockerig bestaubt, in der Mitte ohne Lings- 
linien. Eine Querreihe von 4 braunen Punkten vor, eine solche 
von 6 auf und endlich ein Paar gréfserer Punkte hinter der Quer- 
naht. Uberdies braune Wurzelpunkte an den Borsten und Flecken 
an den Riickenseiten. 

Hinterleib ahnlich wie bei P?. ocellata gezeichnet, nur ist die 
feine Punktierung viel ausgedehnter und dichter und liegen die 
4 braunen Flecke des dritten Tergites in gleichen Abstinden neben- 
einander, nicht in der Mitte durch einen breiteren Zwischenraum 
von einander getrennt. Vorderschenkel bréaunlich. 

Die auffallendsten Unterschiede bietet jedoch die Fliigel- 
zeichnung beider Arten. Bei Pt. punctata sind die Querstriche 


Hendel, Ubersicht der bisher bekannten Arten der Pterocallinen. 77 


zwischen den Liangsadern viel ktirzer, mehr punktférmig, und 
kleiner, nicht so auffallend wie bei Pt. ocellata. Bei dieser Art 
liegen unter der Posticalader im braunen Saume noch 4-—5 dunkle 
Striche, welche bei unserer Art fehlen. Hier ist der Axillar- 
lappen mit Ausnahme des dufsersten Winkels zwischen Analader 
und Axillarfalte ganz glashell, wahrend er bei Pt. ocellata in der 
ganzen Wurzelhialfte, auch hinter der Falte graulich ist und unter 
dem Zipfel der Analzelle 2 dunklere Flecke zeigt. Bei Pt. punctata 
ist der Abstand der beiden Queradern an der Discoidalader linger 
als die nicht so stark geneigte und etwas bauchige hintere Quer- 
ader, bei Pé. ocellata dagegen ktrzer als die stark schief liegende, 
fast gerade hintere Querader. Die Augenflecken haben bei beiden 
Arten die gleiche Lage, bei letztgenannter Art aber eine be- 
deutendere Gréfse, so dafs der Fleck in der Submarginalzelle 
beinahe so breit wie die Zelle selbst ist, wihrend er bei Pt. punctata 
ungefahr die halbe Zellbreite als Durchmesser hat. 
Korperlange 4,5—5 mm. — Fliigellainge ungefaihr 5 mm. 


Pterocalla radiata n. sp: 


2 oo Bolivia (Songo, Coroico). Ungarisches National- Museum. 

Augen im Leben griin; in der Mitte mit einer hellgriinen 
Querbinde zwischen violetten Reflexen. 

Stirne vorne so breit wie ein Auge, oben breiter. Die 
Frontorbitalborste steht etwas weiter vorne und die Scheitelplatten 
sind etwas langer als gewéhnlich. Die sehr schwachen Ocellar- 
borsten divergieren nach seitwirts und sind aufgerichtet. Die 
Grundbehaarung der Stirne ist sehr kurz und zerstreut. Stirne, 
firecax und Hinterleib beim co dicht hellgraiu, 
fast kreideweifls bestaiubt. Beim 2? ist die Bestaubung mehr 
gelblich- oder braunlichgrau. Stirne dunkelbraun  gefleckt ; 
3 rundliche Flecke an der Scheitelkante, und zwar an den Scheitel- 
borsten und am Ocellenhécker; je ein ebensolcher an der Basis 
der Frontorbitalborste. Aufserdem liegen noch 2 hellere Flecke 
zwischen diesen Borsten auf der Stirnmitte. Diese Flecke und 
je ein gréfserer am Vorderrande der Stirne, wo dieselbe in die 
Wangen tibergeht, sind mehr weniger verwischt und rdotlich. 
Lunula und Wangen dunkelrotbraun. Ebenso ein Wisch am unteren 
Hinterkopf. Clypeus etwas mehr ausgehéhlt als gewéhnlich, oben 
unter den Fiihlern schwarzbraun, matt, unten am Mundrand wie 
das tibrige Untergesicht hellgelblichweifs bestiubt. Fiihler ein- 
farbig rétlichbraun. Drittes Antennenglied fast scheibenrund. 
Tasterspitzen schwarzbraun. Backen ein Drittel der Augenhdhe 
breit. 

Thoraxriicken in der Mitte mit runden braunen Flecken ver- 


78 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1909, Beiheft. 


ziert. Ganz an den Seiten liegen gréfsere, weniger abgerundete 
Flecke vor und hinter dem Humeralcallus, ferner vor und hinter 
der Fliigelwurzel. Die runden Flecke bilden 3 Querreihen, wovon 
die ersten zwei je 4, die letzte aber nur 2 Punkte enthilt. 
Schildchen fast halbkreisférmig, mit 4 Borsten und braunen 
Wurzelflecken an denselben. Pleuren mit grofsen rundlichen 
braunen Flecken. 

Am Hinterleibe des o7 ist das zweite Tergit verlangert. Das 
erste Glied des Ovipositors ist so lang wie breit und herzférmig, 
wie der Hinterleib bestéubt und punktiert Vom dritten Ringe 
an sind die Hinterrander braun punktiert. Das zweite Tergit 
hat in der Vorderhalfte 2, die folgenden aber 4 runde braune 
Flecke in einer Querreihe. Beine briunlichgelb. Schenkel etwas 
grau bereift und vor der Spitze mit einem verwaschenen braunen 
Ring. Schienen mit 2 undeutlichen rétlichen Ringen. Tarsen hell. 

Fliigel von dem aller bekannten Arten durch die strahlige 
Zeichnung an der Spitze unterschieden, die sich besser im Bilde 
darstellen als beschreiben lafst. Ein Mittellangswisch von der 
Wurzel bis zur Hialfte der ersten Hinterrandzelle dunkelbraun, 
mit dunkleren Flecken in Liangsreihen zwischen den Liangsadern 
1 bis 5. Kleine Querader durchsichtig. Costa auch beim ©” ge- 
rade. Subcostalzelle normal, nicht besonders erweitert. Subcosta 
nackt, nicht weit hinter der Fliigelmitte mtindend. Radialader 
vor der steil aufsteigenden Miindung nach oben ausgebaucht und 
dort mit einem grofsen tief dunkelrotbraunen Fleck verziert, der 
zum gréfsten Teile in der Submarginalzelle liegt und ein glas- 
helles Auge einschliefst. Dieser Augenfleck bildet mit den 3 anderen 
der ersten Hinterrandzelle ein schiefliegendes Rechteck. Die Dis- 
coidalader biegt hinter der hinteren Querader aufwirts, verengt 
dadurch die erste Hinterrandzelle auffallend und geht dann mit 
der ziemlich geraden Cubitalader stark divergierend zum Fliigel- 
rande. Queradern stark genihert. Hintere schief und miafsig 
S-férmig gebogen. Die schlanke Spitze unten an der Analzelle 
ist fast so lang wie die Zelle selbst. Gegen den Rand zu diver- 
gierende Y-férmige schwarzbraune Strahlenpaare liegen hinter der 
Subcostamiindung, an der Radial-, Cubital- und Posticalader und 
in der Mitte der zweiten Hinterrandzelle. Unter der Posticalader 
ist der Saum des Braunen zahnartig ausgezackt. Schiippchen 
braun, Schwinger gelb. 

Korperlange 4—5 mm. — Fliigellinge 5—6 mm. 


Dasymetopa luteipennis n. sp. 


1 o%, Peru (Vilcanota). Ungar. National-Museum. 
In der Kopfform gleichfalls der D. sordida tihnlich. Stirne 


Hendel, Ubersicht der bisher bekannten Arten der Pterocallinen. 79 


matt rotgelb; Scheitelplatten und oberer Hinterkopf ockergelb. 
Fiithler, Riissel und Taster gelbrot. Thorax und Schildchen dicht 
ockergelb bestéubt. Sternopleuren grau. Hiiften und Beine rot- 
gelb. Hinterleib dunkelbraun, wachsglinzend, nur wenig bereift. 

Subcostalzelle durch eine Konvexitét der Costa und durch 
eine Ausbauchung der Subcostalader stark erweitert. Die kleine 
Querader steht ungefihr in der Mitte der Discoidalzelle, die 
hintere auf der vierten Lingsader fast senkrecht, so dafs der 
untere Winkel der Discoidalzelle noch gerade stumpf ist. Die 
Subcostalzelle und die Fliigelmitte ist ockergelb, die dufserste 
Basis, die Zellenspitzen am Fliigelrande und der Hinterrand glas- 
hell. Dunkler braune Flecken von geringer aber verschiedener 
Gréfse liegen vor der Miindung der Mediastina, an derjenigen der 
Subcosta, an der Costa zwischen der ersten und zweiten Lings- 
ader und an der Fligelspitze. Vier solcher Flecke am letzten 
Abschnitte der Discoidalader von der kleinen Querader an, ein 
geteilter in der Spitze der Discoidalzelle und ein Wisch in der 
Mitte der ersten Hinterrandzelle. Aufserdem ist die hintere Quer- 
ader braun geséumt. 

K6rperlange 3,5 mm. — Fliigellainge 3,5 mm. 


Dasymetopa fenestrata n. sp. 


1 2 aus Peru (Vilcanota). Ungar. National-Museum. 

Kopfform wie bei PD. sordida. Der Kopf weniger von vorne 
her zusammengedriickt als bei den andern Arten, die Stirne 
schmaler als ein Auge. Stirne matt rotgelb, Scheitelplatten und 
oberer Hinterkopf graulich, Cerebrale gelb. Clypeus und Backen 
weilsschimmernd, unterer Hinterkopf gelb. Fiihler rotgelb. Ebenso 
der Riissel und seine Anhinge. Thorax dicht gelblichgrau be- 
stiubt. Sternopleuren aschgrau, Humeralcallus und Schildchen 
rotgelb. Hiiften und Beine rotgelb.  Hinterleib dunkelbraun, 
wenig bereift, daher etwas glinzend. Erstes Glied des Ovipositors 
mit herzfo6rmiger Basis, so lang wie breit. 

Fliigel mit Ausnahme des Basisdrittels rauchbraun, mit 10 
viereckigen glashellen Fenstern: 3 tiber der zweiten, 2 tiber der 
dritten, 3 tiber der vierten Lingsader und 2 neben der hinteren 
Querader. Die Spitze der Costal- und Subcostalzelle ist dunkel- 
braun. Die Subcosta ist nackt. 

K6rper ohne Ovipositor 4 mm. — Fligel 4,5 mm lang. 


Rhyparella novempunctata n. sp. 
1 2 aus Bolivia (Mapiri; Januar); Koll. Schnuse. 
Diese Art unterscheidet sich von &. decempunctata durch fol- 
gendes: Scheitelplatten, oberer Hinterkopf, Pleuren, Riicken und 


80 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1909, Beiheft. 


Schildchen dicht aschgrau bestéubt. Nur die Gegend an der 
Notopleuralnaht ist etwas braunlich tingiert. 

Fliigelbasis und Costalzelle gelblich, nicht glashell. Der helle 
Zwischenraum zwischen den 2 braunen Flecken der Costalzelle 
bei decempunctata fehlt und ist auch braun; desgleichen der quadra- 
tische Fleck an der Basis der Discoidalzelle. Die beiden glas- 
hellen Flecke an der Miindung der Mediastina liegen nicht senk- 
recht untereinander, ein Rechteck bildend, sondern schief und 
bilden zusammen ein schiefes Parallelogramm. Die Anordnung 
der 7 glashellen, rechteckigen Fensterchen an der Fliigelspitze 
ist die gleiche wie bei 10-punctata, nur der aufsere Fleck der 
Submarginalzelle ist dem inneren vielmehr genahert, so dafs der 
dunkle Zwischenraum nur die Halfte des Fensters breit wird. 
Der braune Hinterleib ist in der vorderen Halfte der Tergite gelb- 
lichgrau bestiubt, was ohne scharfe Grenzen in den dunkleren 
Hinterrand iibergeht. Das glanzend braune erste Glied des Ovi- 
positors ist 11/, mal so lang wie breit, lanzettférmig und linger 
als der halbe Hinterleib. 

Kérper ohne Legeréhre und Fligel 5 mm lang. 


Die 5 Terpnomyia-Arten lassen sich wie folgt unterscheiden : 
1. Zwischen den Fiihlerwurzeln ein grofser samtschwarzer Fleck. 


Analzelle bauchig begrenzt. . .17. ZT. latifrons n. sp. 
Clypeus ohne schwarzen Fleck. Analzelle unten mit kurzer 
aber deutlicher Spitze . . . 2 


2. Augen doppelt so hoch wie lang. Die 2 mittleren Fligel- 
querbinden vereinigen sich am Fliigelhinterrande. 
16. 7. angustifrons n. sp. 
Augen rundlich. Querbinden isoliertt . . . =. . . & 
3. Cubitalader nackt. Costa in der Mitte konvex. 
T. costalis n. sp. 
Cubitalader beborstet. Costa gerade . . . . . . 4. 
4. Erste Hinterrandzelle an der Spitze verengt. Der schmale 
Spitzenfleck des Fliigels haingt an der Costa mit der 


dritten Querbinde zusammen . . . . TJ. nitens n. sp. 
Erste Hinterrandzelle tiberall gleichbreit. Der breite Spitzen- 
Fleck des Fltigels isoliert . . . . YT. bicolor n. sp. 


Terpnomyia bicolor n. sp. 


1 9, Peru (Callanga). Ungar. National-Museum. 

Stirne seidenartig gelbrot, mit kurzer Grundbehaarung, auch 
vorne etwas breiter als, ein Auge. Scheitelplatten, Ozellendreieck 
und oberer Hinterkopf mit Ausnahme des gelblichen Cerebrales 
dunkelbraun, wachsglinzend. Die 2 Orbitalborsten sind nach 


Hendel, Ubersicht der bisher bekannten Arten der Pterocallinen. 81 


vorne geriickt und stehen fast in den Stirndritteln. Kopfform 
wie bei der Gattung Pterocerina. Wangen, Backen und unterer 
Hinterkopf zitronengelb; Clypeus weilslichgelb. Fiihler rostrot, 
am Oberrande gebraunt. Arista pubescent. Taster rotgelb, Riissel 
pechbraun. Augen einfarbig hell olivengriin mit rétlichem Schimmer. 

Thorax und Schildchen sepiabraun, Schultergegend rétlich. 
Riicken ziemlich glinzend, etwas lichter bestaéubt. Diese Bestiu- 
bung ist an den Quernahtasten dichter und bildet in der Mitte 
zwei helle Lingsstreifen. Pleuren ziemlich dicht graulich bestaubt. 

Hiiften und Beine hell rotbraun, die hinteren etwas dunkler. 
Auch die Vorder- und Hinterschienen sind gegen die Spitze zu 
dunkler. 

Das basale Doppelsegment des Hinterleibes mit Ausnahme je 
eines schwarzlichen Hinterrandfleckes links und rechts am 2. Tergit, 
sowie die Basis des dritten und vierten Ringes gelb, sonst glan- 
zend schwarzbraun. 

Das erste Glied des Ovipositors ist so lang wie der halbe 
Hinterleib und von gleicher Farbe wie dieser, an der Basis und 
Spitze gleichbreit, in der Mitte erweitert, gleich dem Langsschnitte 
eines Fasses. 

Die Fliigelzeichnung ahnelt jener von /Prerocerina colorata ° 
sehr. Die erste Querbinde ist aber vorne schmialer, erfiillt nur 
die aufserste Spitze der Costalzelle und ist hinten breiter und 
erreicht den Fligelrand am Ende der Posticalader. Die zweite 
Querbinde ist nur linienartig schmal und zieht vom proximalen 
Ende der schwarzen Subcostalzellenspitze zur kleinen Querader. 
Die dritte Binde ist unten breiter und hat einen konvexen Innen- 
rand. Die Spitzenbinde ist ganz isoliert, durch einen hinten 
etwas breiter werdenden glashellen Zwischenraum von der dritten 
Querbinde getrennt. 

Auch das Geader ahnlich wie bei der genannten Pterocerina- 
Art, nur die erste Hinterrandzelle fast gleichbreit streifenformig. 
Subcosta der ganzen Linge nach lang beborstet. Cubitalader von 
der Wurzel bis tiber die kleine Querader hinaus schiitter beborstet. 
Schiippchen braunlichweifs. Schwinger gelb. 

K6rper ohne Legeréhre und Fliigel 6 mm lang. 


Terpnomyia costalis n. sp. 

1 o aus Bolivia (Songo). Ungar. National-Museum. 

Kopfform wie bei 7. bicolor, Stirne aber noch breiter, Backen 
'/, des lotrechten Augendurchmessers, nicht blofs 1/, wie bei dieser 
Art breit; die 2 Orbitalborsten stehen in der oberen Stirnrand- 
halfte. Der Clypeus ist im Profile fast gerade, tritt aber weiter 
iiber die Augen vor. Stirne; Wangen und Backen matt rotgelb; 

Deutsche Entomol. Zeitschrift 1909. Beiheft. 6 


82 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1909, Beiheft. 
noch gesattigter die Fiihler und die Taster. Clypeus weifsgelb. 
Scheitelplatten und oberer Hinterkopf glanzend hellbraun, unterer 
Hinterkopf glanzend gelb. Riissel rotbraun. Die Augen scheinen 
einfarbig griin mit blauem Schimmer zu sein. 

Thorax und Schildchen hell rotbraun, oben etwas verdunkelt. 
Riicken nur mit Spuren dunklerer Lingsstriemen, glanzend, nur 
mit sehr zartem gelben Tomente bedeckt. Pleuren dichter gelb- 
grau_bereift. 

Hiiften und Beine dunkel rotgelb. Alle Schenkel in der 
Mitte braun. Die hinteren Schienenpaare mit je 2 braunen 
Ringen, unter dem hellen Knie und an der Spitze. Vorderschienen 
und -Fifse dunkelbraun. Hintere Fiifse gegen das Ende zu ver- 
dunkelt. 

Hinterleib glanzend pechbraun. Die Basalhilfte bis zur 
Mitte des dritten Tergits rotgelb. 

Charakteristisch fiir diese Art ist, dafs die Costa im stumpfen 
Winkel, dessen Scheitel etwas vor der Miindung der Subcosta 
liegt , gebrochen erscheint. Die Radialader ist stark wellig ge- 
schwungen, die gerade Cubitalader nackt, die vierte Lingsader 
vor der Miindung etwas aufgebogen, die Subcosta der ganzen 
Linge nach dicht beborstet. Auf der Fliigelmitte liegt eine ab- 
gektirzte braune Querbinde, welche auf der sehr schiefen kleinen 
Querader beginnt und unter der Miindung der Subcosta endet ; 
an der Radialader ist sie unterbrochen. In gleichen Abstinden 
vor und hinter dieser Binde liegt je eine breite, in der Mitte 
spindelférmig erweiterte ganz durchgehende Querbinde, die beide 
mit den verjiingten Spitzen einerseits die Costa, anderseits etwas 
konvergierend und breiter den Hinterrand berihren. Das ganze 
Spitzendrittel des Fligels ist dunkelbraun, die innere Grenze 
desselben unter der Cubitalader verwaschen. Subcostalzelle hell. 


Zweite und dritte Lingsader gelb gesiiumt. — Schiippchen hell- 
braun. Schwinger gelb. 
Koérper 6 mm. — Fliigel 7 mm lang. 


Terpnomyia nitens n. sp. 

3 2 aus Bolivia (Songo). Ungar. National-Museum. 

Kopfform wie bei 7. bicolor, Stirne so breit wie 1 Auge. 
Backen fast die Halfte der Augenhéhe breit. Die 2 Frontorbital- 
borsten stehen in der oberen Stirnhalfte. Strieme der Stirne 
matt rotbraun, in gewisser Richtung weifsschillernd, vor den 
glanzend dunkelbraunen Scheitelplatten verdunkelt, am Augenrande 
weilfs gesiumt. Das ganze Untergesicht braun; der Clypeus dicht 
weifslich bestaéubt; die Backengruben weifsschillernd, sonst tief 
rotbraun, Epistom im Profile etwas vorspringend. Fihler und 


Hendel, Ubersicht der bisher bekannten Arten der Pterocallinen. 83 


Taster rostrot. Arista nackt. Oberer Hinterkopf dunkelbraun, 
unterer rétlich, weifs bereift. Augen im Leben griin, blau- 
schimmernd, mit 2 schmalen roten Querbinden in der Mitte und 
rotem Unterrande. 

Thorax und Hinterleib glinzend kaffeebraun. Riicken dicht 
hell gelblichgrau bestéubt, mit dunklen Punkten an den Borsten 
und den in Reihen gestellten Haaren. Aufserdem tritt die braune 
Grundfarbe in 3 hinten abgektirzten Liangsstriemen in der Mitte 
und in Querstriemen in den Quernahtisten hervor. Schultern 
rotlich. Schildchen nur in der Mitte bestaubt. Pleuren diinn 
grau bereift. Beine pechbraun; die Knie, die Vorderhiiften und 
die Fiifse der 2 hinteren Beinpaare heller rotbraun. 

Nur an der dufsersten Basis des Hinterleibes ist eine gelbe 
Farbung wahrnehmbar. Das glinzend dunkelbraune erste Glied 
des Ovipositors ist schlank lanzettformig, fast dreimal so lang 
wie breit und so lang wie der Hinterleib. 

Die Fliigelzeichnung ahnelt der von TY. bicolor. Die erste, 
dritte und die Spitzenquerbinde sind aber viel schmialer als bei 
dieser Art und auch schmiler als die hellen Zwischenréume, was 
bei 7. bicolor nicht der Fall ist. Die erste Binde ist fast gleich 
breit und hat unter der Subcosta 1 helles Fenster. Hinter der 
zweiten Querbinde liegt unter der Miindung der Subcosta ein 
schwarzer Punkt in der Marginalzelle, der bei 7. bicolor nur an- 
gedeutet ist. Der Innenrand der dritten Binde ist konkav. Die 
vierte Binde stellt einen mit der vorhergehenden zusammen- 
hangenden Costalsaum dar, der bis unter die Discoidalader herab- 
reicht. Der letzte Abschnitt dieser Liingsader ist gerade, nicht 
wie bei Jicolor geschwungen, konvergiert ziemlich stark zur Cubital- 
ader und ist doppelt so lang wie der Abstand der beiden Quer- 
adern, der bei bicolor kaum 11/, mal so lang ist. Die Subcosta 
ist nur jenseits der Mediastinamiindung behaart, die Cubitalader 
nur an der Wurzel beborstet. —- Schtippchen braun, Schwinger gelb. 

K6rper ohne Legeréhre und Fliigel 4,5 mm lang. 


Ophthalmoptera elegans n. sp. 


6 2, Bolivia (Songo), Venezuela. Ungar. National-Museum 
und Coll. Winthem in Wien. !) 

Stirne vorne merklich schmiler als 1 Auge; Strieme matt 
gelbrot, vorne meist in gréfserer Ausdehnung verdunkelt, etwas 
weilslich bereift, fein kurz und schwarz behaart. Ocellendreieck, 
Scheitelplatten und oberer Hinterkopf dunkel stahlblau. Clypeus 
unter den Fiihlern, sowie die Wangen rotbraun. Uber den Mund- 

1) Ortalis gentilis Loew in litt. 

6* 


84 Hendel, Ubersicht der bisher bekannten Arten der Pterocallinen. 


rand und die Backengruben zieht ein silberweifses Querband. 
Unterer Hinterkopf gelbrot, glénzend. — Fiihler rotbraun; ebenso 
die Taster. Augen im Leben hellgriin mit blauem Schimmer und 
2 schmalen roten Querbinden in der Mitte. 

Thorax und Schildchen schwarzbraun, metallisch violett 
schimmernd. Der Riicken zeigt in gewisser Beleuchtung einen 
fuchsroten Reif. Die Gegend des Prothoracalstigmas ist weifs 
bestaubt. 

Hinterleib schwarzviolett, stark metallisch glanzend, auf der 
Oberseite dicht mit kérniger Skulptur versehen. Das _ fiinfte 
Tergit ist etwas ktirzer als das vierte, das sechste fast ganz 
versteckt. Das erste Glied des Ovipositors hat die Farbe des 
Hinterleibs, eine herzformige Basis und ist ungefaihr so lang wie 
breit. 

Beine rétlich gelb, Mittel- und Hinterschenkel vorherrschend 
braun, Vorder- und Hinterschienen an den beiden Enden gebraunt. 

Das Fliigelgedider ahnelt in seinem Verlaufe mehr jenem von 
O. bipunctata als dem von O. longipennis. Die dritte und vierte 
Langsader divergieren an den Miindungen. Auffallend ist der 
Verlauf der Radialader, die vor der Miindung eine starke Aus- 
bauchung nach oben hin erfahrt. Die hintere Querader liegt der- 
mafsen schief, dafs der untere Winkel der Discoidalzelle stumpf 
ist, wenn auch nicht in gleichem Mafse wie bei O. longipennis. 
Fligel in der Wurzelbalfte iiber der Discoidalader dunkelbraun. 
Kin kleiner weifser Fleck an der Miindung der Mediastina, ein 
glashelles Dreieck an der Costa hinter der Subcosta, ein ebensolcher 
Punkt unter der Miindung letzterer Liingsader in der Marginal- 
zelle. Spitzenteil des Fliigels gelb, Randsaum braun, ebenso der 
Saum eines gebogenen glasigen Streifens im Gelben, der fast 
parallel mit der Costa in der Nihe der Fliigelspitze von der 
aweiten bis zur dritten Lingsader reicht. Hintere Querader breit 
braun gesiumt. Der glashelle Teil der zweiten Hinterrandzelle 
reicht mit einer oben abgerundeten Spitze bis an die Cubitalzelle 
heran und ist schmal braun gerdandert. Ein glasheller Fleck liegt 
jenseits der kleinen Querader in der ersten Hinterrandzelle. Der 
hintere Fliigel ist glashell. Die Subcosta ist mikroskopisch kurz 
behaart. 

Schiippchen braunlich. Schwinger rotgelb. 

Korperlange ohne Legeréhre und Fligellange 6 mm. 





Pet 
4s 


} 











Deutsch. Ent. Zeitschr. 1909. anna 


Uber eine neue palaarktische Cordylurinen - Gattung. 
(Dipt.) 
Von Friedrich Hendel, Wien. 


Unter den von Leder im Jahre 1892 in der nérdlichen 
Mongolei gesammelten Dipteren des Wiener Hofmuseums fand ich 
eine Cordylurinenform, welche durch ihre ganz eigentiimliche und 
vereinzelt dastehende Kopfform, sowie durch eine merkwiirdige 
Kombination von Merkmalen der verschiedenen Cordylurinensippen 
meine Aufmerksamkeit auf sich zog. 

Bei Benutzung der Beckerschen Scatomyziden-Monographie 
(1894) ergibt sich, dafs unsere Gattung die Beborstung der Sippe 
Cordylurinae, die Farbung und Tasterform der Hydromyzinae und 
den Legeapparat der Norellinae besitzt. Immerhin lafst sie sich 
nach der Tabelle fiir diese ,Unterabteilungen* bei den Cordylurinen 
einreihen, obwoh] man dann eigentlich keine Gattung zum naheren 
Vergleiche heranziehen kann. 

Da die Legeréhre an der Spitze feilenartig geriffelt und der 
sichtbare Endteil unten sogar gedérnelt ist, ganz wie bei der 
Gattung Norelha, so kann man mit grofser Wahrscheinlichkeit 
vermuten, dafs die Fliege ihre Verwandlung in Pflanzen durchmacht. 

So leben nach Gercke (Verh. d. Verein. f. naturw. Unterh. 
in Hamburg, Bd. 5 p. 68, 1880) die Larven von Norellia spini- 
mana Mg. und Onemopogon apicalis Meigen im Stengel von Rumer 
aquaticus I.., nach demselben Autor und nach de Meijere 
(Tijdschr. v. Entomol., vol. 38 p. 33, 1895) jene von Hydromyza 
livens Fall. minierend in Nupharblattern. Andere Phytophagen 
unter den Cordylurinen gehéren zur Gattung Parallelomma Becker. 
So zog ich selbst aus Blasen von Majanthemum bifolium D. C., 
Polygonatum multijflorum und Paris quadrifolia die Parallelomma media 
Becker in unserem Schlesien. Parallelomma albipes Fall., sehr 
haufig in der Wiener Gegend, wurde von Kaltenbach aufser 
aus Polygonatum multiforum noch aus Orchis mascula, Ophrys fuci- 
flora, Listera ovata und Convallaria majalis gezogen; siehe dessen 
,Pflanzenfeinde“. 

Kaltenbach zog ferner noch Cnemopogon apicalis Meig. aus 
der Schafgarbe und seine Cordylura convallariae aus dem Salomons- 
siegel. Letztere Art halt Brischke unwahrscheinlicherweise 
fiir Parallelomma albipes Meig. var. bilineata (,Die Blattminierer in 
Danzigs Umgebung“ 1880 p. 52) 

Mit diesen Bemerkungen wollte ich nur meine Vermutung, 
die neue Gattung sei eine phytophage, plausibel machen, ohne 
eine Vollstindigkeit in der Aufzihlung anzustreben. 





778 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1909. 


Nebenbei méchte ich nur anfiihren, dafs nach zweifelhaften 
Beobachtungen, die Brauer in den ,Zweifliiglern des Kaiserl. 
Museum‘ Pars 3 p. 93, 1883, zitiert, Norellia spinimana auch aus 
Larven von Anthomyia versicolor und Cnemopogon apicalis aus Raupen 
von Noctua phragnitidis geziichtet worden sein sollen. Ich bezweifle 
diese Angaben sehr! 

Was die Kopfform der mongolischen Fliege anbelangt, so 
hat sie unter den Cordylurinen nicht ihresgleichen. Wer unsere 
Macronychia agrestis Fall. oder noch besser unsere Deriosoma longi- 
facies Rond. zu vergleichen Gelegenheit hat, kann sich an diesen 
Tachinarien am besten eine Vorstellung vom Kopfe und Unter- 
gesicht der unten beschriebenen Art machen. Die Abbildungen, 
die Brauer und Bergenstamm im ersten Teile der ,Vor- 
arbeiten zu einer Monographie der Muscaria Schizometopa* auf 
Tafel VII in den Figuren 146 und 148 von den 2 genannten 
Arten gibt, ebenso wie die Figur 147, Megaprosopus rujiventris Mequ. 
aus Mexiko, veranschaulichen aber auch schon ziemlich gut die 
fiir eine Cordylurine abweichende Clypeusgestaltung. 

Ich nenne die neue Gattung 


Mivocordylura n. gen. 

Stirne wagrecht, so breit wie die doppelte Augenbreite (07) 
oder noch etwas dariiber (Q), parallelrandig. Die Scheitelplatten 
sind die Halfte der dazwischenliegenden Strieme breit (o7) oder 
schmiler (2) und gehen nach vorne zu allmahlich in die etwas 
schmaleren Wangenplatten ohne Absatz tiber. Strieme unbehaart, 
oben durch das eindringende Ocellendreieck, das einen deutlichen 
Hocker tragt, ziemlich stark gegabelt. Der Vorderrand der Strieme 
und der Stirne also iiberhaupt ist wulstig iiber die deutlich sicht- 
bare Lunula aufgestiilpt. Wangen ein Drittel des ganzen Unter- 
gesichtes breit. Im Profile tritt die Stirne wegen der breiten 
Wangen merklich vor die Augen vor und bildet mit dem zuriick- 
weichenden Untergesichte einen spitzen ,Stirnwinkel*. Die Stirn- 
spalte lafst, wie schon gesagt, oben eine deutliche Lunula iiber 
den Fiihlern frei und biegt dann in 2 fast parallelen Asten herab, 
knapp neben den Gesichts- (Facialia) und Backenleisten verlaufend. 
Thre Enden liegen in der Héhe des unteren Mundrandes und nicht, 
wie gewohnlich, in jener der Vibrissenecke. Die Gesichtsleisten 
sind scharf und wulstig abgesetzt, verengen den Clypeus etwas in 
seiner Mitte und stofsen dort mit den etwas nach oben konver- 
gierend aufsteigenden Backenleisten in einem deutlichen Vibrissen- 
eck zusammen. Der von diesen Leisten eingeschlossene Clypeus 
erhilt dadurch eine biskuitartige Form. Charakteristisch ist also, 
dafs das Vibrisseneck hoch itiber dem unteren Mundrande in der 


Hendel, Uber eine neue paladarktische Cordylurinen-Gattung. 779 


Mitte des Clypeus liegt, dafs dieser dort etwas verengt wird und 
unter dieser Stelle dann zwischen den Peristomalien nach hinten 
stairker als der obere Teil zuriickweicht. Der zwischen den Facialien 
liegende Teil ist etwas vertieft, im Profile schwach konkav, der 
Quere nach sanft gewélbt. Der zwischen den Backenleisten 
liegende Teil ist fast eben und kénnte fiir den inneren Mundrand 
gehalten werden, wenn nicht die Lage des deutlich vortretenden 
Pralabrums den untersten fiufseren Mundrand vom Vibrisseneck weit 
nach abwirts verlegen wiirde. Auch die starkere Chitinisierung 
dieses als Epistom zu bezeichnenden Teiles spricht fiir meine Ansicht. 

Halt man an der normalen Lagenbeziehung zwischen den 
Enden der Stirnspalteniste und den Vibrissenecken als den unteren 
Enden der Facialien fest, dann miifste man in diesem Falle die 
Gesichtsleisten bis zum untersten aufseren Mundrande annehmen 
und dort erst die Peristomalien beginnen lassen. Eine Begriindung 
scheint diese Deutung durch die verschiedene Richtung der Leisten- 
borsten zu erhalten. Uber dem Mundrande, also noch innerhalb 
der Spalteniaste, sind die 6 nicht ganz gleich starken Vibrissen- 
borsten nach unten und einwarts gebogen, unterhalb dieser Grenzen 
jedoch nach oben und aufsen. 

Die Backen sind fast so breit wie der vertikale Augendurch- 
messer und verjiingen sich allmahlich nach unten, so dafs das 
Kopfprofil durch ein mit der Spitze nach unten gerichtetes Drei- 
eck schematisiert werden kann. Der behaarte Teil der Backen 
ist ganz auf den unteren Hinterkopf zuriickgedrangt und unten 
nur auf die beborsteten, zum Vibrisseneck aufsteigenden Backen- 
leisten beschrankt. Den gréfsten Teil nehmen also die nackten, 
hier flachen und ebenen Backengruben (mediana R.D.) ein, die 
mit den Wangen zusammenfliefsen. Die vordere Grenze des be- 
haarten unteren Hinterkopfes laiuft hinter dem Auge fast lotrecht 
nach abwiarts zur tiefsten Stelle des Kopfes. Der Hinterkopf ist 
gewolbt, oben mit dem fast flachen Cerebrale weniger, unten 
starker. Dort tritt er auch merklich hinter den Augen hervor. 

Beborstung des Kopfes: Wangenplatten meist mit 6 nach vorn 
und einwiarts gebogenen unteren Frontorbitalborsten (= Striemen- 
borsten oder Frontalborsten bei Townsend u. a.); Scheitel- 
platten mit 3 oberen Frontorbitalborsten, die mit den unteren 
nicht in einer Reihe, sondern etwas gegen den Augenrand hin 
geriickt stehen. Die oberste derselben ist nach auswirts, die 
vorderen 2 sind nach vorn gebogen. Letztere wiirden den mitt- 
leren Frontorbitalborsten Townsends, und nur die oberste den 
,oberen* Frontorbitalborsten dieses Autors entsprechen '). — 


1) Ch. T. Townsend, The taxonomy of the Muscoidean Flies, 1908, 


780 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1909. 


Ocellarborsten lang und kraftig, nach vorn divergierend. Sie 
stehen hinter der ersten Ocelle. Scheitelborsten stark: die inneren 
gekreuzt, die aufseren divergierend. Die auffallenden langen Post- 
vertikalen stehen wenig hinter den Vertikalen, an der Basis ge- 
nihert und mit der Spitze sehr stark nach aufsen gebogen. Nur 
die Occipito-Zentralborste, das ist jene kleine Borste gleich unter 
den inneren Scheitelborsten, vorhanden. 

Fithler kurz, stark geneigt, etwas tiber der Augenmitte inseriert 
und dem unteren Augenrande ungefaihr gegentiber endend, an den 
Wurzeln stark genihert. LErstes Glied klein, aber deutlich; zweites 
oben mit dem Innenrande das dritte etwas tiberragend und dort 
unter kleineren mit einer langen abstehenden Borste versehen ; 
drittes Glied elliptisch, am Oberrande schwach konkav, ungefihr 
zweimal so lang wie breit. Die nackte Borste steht im Wurzel- 
drittel des Oberrandes und ist an der Basis spindelférmig verdickt. 

Taster auffallend lang und stark verbreitert, namentlich an 
der Unterseite dicht behaart. Riissel schlank, stark chitinisiert 
(Kinn) und mit kleinen, zuriickgeschlagenen Labellen. 

Thoraxriicken von oben besehen rechteckig, wenig linger als 
breit. Quernahtaiste etwas vor der Mitte senkrecht aufsteigend, 
in der Medianlinie ein merkliches Stiick voneinander getrennt. 
Schildchen in gleicher Ebene liegend, eiférmig zugespitzt, ca. 1/, 
des Riickens lang, oben gewélbt und kurz behaart. Postalarcallus 
deutlich abgesetzt. 

Pleuren ziemlich gleichmafsig gewélbt, Mesopleuren vorn 
nicht viel eingedriickt. 

Beborstung; Riicken: 3 aufsere Dorsocentrale hinter, 2—3 
vor der Naht, 1 Préscutellarpaar; 2 Langsreihen kurzer Harchen 
in der Medianlinie (Acrosticalbérstchen); 2 Humerale, 1 Post- 
humerale oben, 1 Priasuturale, 2 Notopleurale, 1 Borste auf dem 
Postalarcallus, 2 Borsten davor in einer Linie zur Prasuturalen 
und 2 Borsten darunter, weiter nach aufsen zu. Also aufser der 
Postalaren noch 4 Supraalare in 2 Reihen. — 4 Schildchen- 
borsten, die an der Spitze gekreuzt. — Je 1 starke Prothoracal- 
und Stigmaticalborste; 3 Mesopleurale oben, 1 Sternopleurale 
oben und hinten. Meso- und Sternopleuren behaart. 

Beine von mittlerer Linge, stark, mit etwas verdickten 
Schenkeln. Vorderschenkel posterodorsal mit 2, posteroventral 
mit 1 Lingsreihe langer Borsten unter der besonders aufsen und 
unten ziemlich dichten und langen Behaarung. Mittelschenkel 
unten dicht kurzhaarig, vorn mit einer Langsreihe kurzer Borsten 
und posterodorsal mit einer starken Borste vor der Spitze. Hinter- 
schenkel vorn mit einer Reihe langerer Borsten und an der Spitze 
dariiber noch ca. 3 Borsten anterodorsal. Anteroventral jenseits 


Hendel, Uber eine neue paliiarktische Cordylurinen-Gattung. 781 


der Mitte 3—4 lange Borsten. — Mittel- und Hinterschienen am 
Ende mit einem Kranze von 4—5 liangeren und einigen ktirzeren 
Endspornen (darunter die Priapicalborste). Aufserdem: Vorder- 
schenkel ad 3—4, pd 1 (co 0), pv 2; Mittelschenkel ad 2, 
pd 1 (o7 O), pv 1; Hinterschenkel ad 3, pd 3 Borsten. Vorder- 
hiiften breit und rel. kurz, vorn in der Unterhalfte beborstet. 
Fiifse normal. Beim o7 sind die Klauen langer als beim Q. 





Hinterleib etwas linger als der Thorax, beim o” streifen- 
formig mit kolbigen Genitalien, fiinfringlig, beim 2 schlank ellip- 
tisch, sechsringlig. Das fiinfte Segment des o ist stark ver- 
langert; auf dasselbe folgen die 2 Genitaltergite. Der erste 
derselben ist am linken Seitenrande asymmetrisch abgeschnitten, 
der zweite wird unten durch 2 grofse gewélbte Klappen, wie ge- 
wohnlich bei den Cordylurinen, véllig geschlossen. 

Beim 2 sind die Ringe mit Ausnahme des kiirzeren sechsten 
von ziemlich gleicher Lange. Den Legeapparat zeigt die Abbildung. 
Er stellt eine Sagevorrichtung dar. — Randmacrochaeten sind 
nur an den hinteren Hinterleibsringen langer und starker entwickelt. 

Fliigeladerung aus der Abbildung ersichtlich. Ich méchte nur 
hinzufiigen, dafs die Costa sehr zart gedérnelt und vor der 
Mediastina abgebrochen ist. Gleich hinter der Wurzel und etwas 
jenseits der Schulterquerader ist sie verdiinnt. 

Die typische und einzige Art heifst 


782 Hendel, Uber eine neue paliiarktische Cordylurinen-Gattung. 


Mivocordylura longifacies n. sp. 

Vorherrschend matt rétlich-ockergelb, auch die Fliigel — 
wiistenfarbig. Stirnstrieme mehr rot, das Untergesicht mehr gelb. 
Wangen-, Scheitel- und Ocellenplatten heller bestaéubt, ebenso der 
Hinterkopf. Fiihler und Taster gelb. Riissel pechbraun. Borsten 
schwarz. Haare der Taster und des unteren Hinterkopfes gelb. 
Jederseits eine Stelle am Scheitel, auf welchen die Vertikalborsten 
stehen, der Zentralteil des Thoraxriickens, der untere Teil der 
Sterno- und Hypopleuren, die Mitte des Hinterriickens, sowie die 
Tergite des Abdomens, letztere aber in verschiedener Ausdehnung, 
von schwiirzlicher Grundfarbe, die aber mit gelblichem Reife tiber- 
deckt ist. Gewéhnlich sind nur die Vorderrainder der Tergite 
2—5 dunkel, seltener dehnt sich diese Farbung fast bis zum 
Hinterrande aus. — Beine rétlichgelb, ebenso die Schiippchen 
und Schwinger. Fliigel intensiv rotgelb tingiert. Behaarung des 
K6rpers und der Beine schwarz, nur an den Vorderhiften und 
Schiippchen gelblich. 

Korper mit den Genitalien 7—9 mm, Fliigel 6—8 mm lang. 


Erklairung der Abbildungen. 
1. Fligel. 
. Ovipositor hinter dem sechsten noch sichtbaren Segmente. 
Das basale Doppelsegment wird fiir 2 Ringe gezihlt. Unter 
den behaarten Cerci des Endsegmentes sieht man den ge- 
dérnelten Teil. Unmittelbar darunter seine aufsen feilen- 
artig geriffelte Scheide. . 
Kopf des 2 im Profil. 
4. Kopf des 2 von vorn. 


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Deutsch. Ent. Zeitschr. 1909. A14 


Namensinderung. (Dipt.) 


Herr Dr. H. A. Kraufs in Tiibingen, der bekannte Ortho- 
pterologe, machte mir die freundliche Mitteilung, dafs schon 
C. Stal in der Recensio Orthopt. Vol. 1 p. 35 und 56 (1873) 
ein Acridiiden-Genus Goniaea aus Australien aufgestellt hat. Dies 
war mir entgangen. Ich nenne daher mein gleichnamiges Ptero- 
callinen-Genus, das ich im Beihefte dieser Zeitschrift (1909) p. 71 
beschrieb, Goniaeola. 

Noch einige Druckfehler meiner im Beihefte d. J. erschienenen 
,Ubersicht der Pterocallinen* méchte ich richtig stellen. 

Seite 14, Zeile 6 von oben: ,Sibiria“ statt ,Sibirica‘. 
mais 3 BS . JN Amer:* stati, QW." ¢. 

52: ,,Pt. interrupta n. sp.“ statt ,,Pt. interruptu. 

» 05, bei der Art Pt. picea, n. sp. lies ,Kopf wie bei 59. Pt. 
nigripes“ anstatt ,Kopf wie bei 14°. 
Friedrich Hendel. 












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Beitrag zur Kenntnis der Ulidiinen (Dipt.). 


Von Friedrich Hendel, Wien. 


Sonderabdruck aus der ,,Wiener Entomologischen Zeitung“, 
XXVIII. Jahrgang 1909. 





247 


Beitrag zur Kenntnis der Ulidiinen (Dipt.). 
Von Friedrich Hendel, Wien. 


Gern hitte ich simtlich bisher bekannt gewordene Ulidiinen 
in ihnlicher Weise wie die Pterocallinen in einer Arbeit zusammen- 
gefalit, da ich aber die Loew’schen Typen nicht vergleichen konnte, 
blieb mir nur der von mir eingeschlagene Weg iibrig. Ich schlof 
also vorderhand die Gattung Ulidia Meig. aus meinen Betrach- 
tungen aus und wandte mich nur jenen Gattungen zu, wo mir kein 
Typenmangel Schwierigkeiten entgegenstellte. So war es mir dennoch 
méglich, Ubersichten iiber alle artenreichen Genera zu geben und 
unsere Kenntnis durch zahlreiche neue Formen, fiir die ich auch 
einige neue Gattungen errichten mulfite, zu erweitern. 

Kine ,Synopsis der bisher bekannten Timia-Arten“ publizierte 
ich 1908 in der Zeitschr. fiir syst. Hymen. und Dipterol. Leider 
hatte ich damals die Hmpyelocera-Arten nicht mit aufgenommen. 
Nach meiner jetzigen Erkenntnis sind némlich die Arten beider 
Gattungen nicht von einander zu trennen. Loew kannte gar keine 
echte Timia-Art und vergleicht seine Gattung Hmpyelocera deshalb 
auch nur mit Chrysomyza, 

Hine Auseinandersetzung der Hua«esta-Arten erschien in den An- 
nalen des ungar. Nation. Museums 1909 p. 151—172 und eine ,, Revision 
der Chrysomyza-Arten“ im Zoolog. Anzeiger 1909 p. 612—622. 

Hier lasse ich die Bearbeitungen der restlichen Gattungen 
folgen, iiber deren Arten ich etwas Neues zu sagen habe. Beziiglich 
der ausfiihrlichen Gattungsbeschreibungen und der Abbildungen aller 
hier beschriebener Arten verweise ich auf die Genera Insectorum, 
Subfam. Ulidiinae. 

Zum Schluf} méchte ich einer angenehmen Pflicht geniige 
leisten, indem ich allen jenen Dank sage, welche meine Arbeit durch 
Ubersendung von Material firderten. Von 6ffentlichen Museen ist 
es aufier denen von Wien und Budapest das United States Nat.- 
Museum in Washington, von dem ich durch die hoch anzuschlagende 
Vermittlung der Herren Dr. L. O. Howard und D. W. Coquillett 
alle von mir erbetenen Dipteren zum Studium erhielt. Man sieht 
also, dai es doch noch modern denkende Musealverwaltungen gibt! 

Von Privatsammlungen standen mir die des Herrn W. Schnuse, 
mit den in Bolivia und Peru gesammelten Fliegen und jene des 
Herrn Prof. M. Bezzi, welcher mir auch die von A. A. Barbiellini 
in Brasilien erbeuteten Ulidiinen zur Verfiigung stellte, zu Gebote. 


Wiener Entomologische Zeitung, XXVIII. Jahrg., Heft VIL und VIII (25, September 1909), 


YA8 Friedrich Hendel: 


I. Die Acrosticta-Arten. 


Beine rotgelb, nur die Fulispitzen braun. Subkostalzelle und 
ein Spitzenfleck des Fliigels, der vor der Spitze der Radialader be- 
ginnt und zwischen der Kubital- und Diskoidalader endet, braun- 
schwarz. Kostalzelle nur lichtbraun. Kdérper matt dunkelgriin. 

Acr. fulvipes Coquillett, Nordamerika. 

Beine nie ganz rotgelb, hdchstens die Vorderschenkel, sonst 
rotbraun bis schwarz 1 

1. Die ersten drei Hinterleibsabscbnitte blutrot. Ovipositor me- 
tallisch schwarz. Schwingerkopf schwarz. Der braunschwarze 

Spitzenfleck des Fliigels reicht unten an die Diskoidalader 

hinan. Beine ganz schwarz. Kostal- und Subkostalzelle braun- 

schwarz. Acr. dichroa Loew, Nordamerika. 

Die ersten drei Abdominalsegmente nicht blutrot 2 

2. Schwingerkopf hell, gelblich oder weifilich. Die rote Stirn 
mit kleinen Hohlpunkten, die in der Stirnmitte am_ tiefsten 
sind, bedeckt. Die Umwallungen derselben flieien zu Quer- 

runzeln zusammen 3 

Schwingerkopf schwiarzlich. Die schwarzbraune Stirn von 

hinten bis vorn gleichmibig dicht mit groben, tiefen Hohl- 

punkten bedeckt, die keine Querrunzeln erzeugen. Vorder- 
fersen rotlich. Kostal- und Subkostalzelle gleichmafig schwarz- 


braun 5 
3. Vorderfiibe ganz schwarz. Der Spitzenfleck des Fliigels endet 
zwischen der dritten und vierten Liangsader 4 


Vorderfersen, mit Ausnahme der Spitze, rétlich. Der Spitzen- 

fleck des Fliigels beriihrt hinten die Diskoidalader. Kostal- 

und Subkostalzelle ganz schwarzbraun. Hinterleibsende und 
Ovipositor hell gelbrot. Acr. ruficauda n. sp. 

4. Kostal- und Subkostalzelle gleichmavig braunschwarz. Drittes 

Abdominaltergit des Q den grofiten Teil des Hinterleibes ein- 

nehmend, die folgenden Segmente verdeckend. Vorderschenkel 
rotbraun bis schwarzbraun. Acr. scrobiculata Loew. 

Kostalzelle nur an der Wurzel braun, sonst fast glashell; Sub- 

kostalzelle braun. Drittes und viertes Abdominalsegment des 

© fast gleichlang. Vorderschenkel rotgelb. 

Acr. pallipes Grimshaw. 

5. Letzter Abschnitt der Diskoidalader so lang wie der vorletzte. 
Acr. foveolata Loew. 

Letzter Abschnitt der 4. Lingsader ein- und einhalbmal so lang 


wie der vorletzte. Acr. profunda n. sp. 


Beitrag zur Kenntnis der Ulidiinen (Dipt.). 949 


Anmerkung: Acrosticta bicolor Cresson, Trans. Americ. Ent. 
Soc., Vol. 32, p. 285, Tafel 6, Fig. 8—10 (1906), ist keine Acrosticta- 
Art, sondern gehért einer neuen Gattung an. Abweichend ist nicht 
nur das Kopfprofil, sondern auch die glatte Stirn, der ,,g¢ekérnte“ 
Hinterleib u. a. m. 


1. Acrost. serobiculata Loew. 

Loew, Berl. Entom. Zeitschr. Vol. XI, p. 293 (1867). 

Mir liegen die Loewschen Typen der Kollektio Winthem 
vor ; es sind dies zwei 9 aus Brasilien. Ferner habe ich noch ein Q 
untersucht, das Herr W. Schnuse in Peru (Pichis; Dezember) 
sammelte, und eines aus Brasilien (Fruhstorfer). 

Dieses letztgenannte Stiick weicht nur in der Beinfarbung etwas 
ab, indem die Vorderhiiften und Vorderschenkel nicht wie bei den 
Typen nur teilweise, namentlich an der Innenseite, roétlich sind, 
sondern mit Ausnahme eines dunkleren Wisches vor der Spitze an 
der Aufienseite ganz hell rotbraun gefirbt sind. Auch das dritte 
Antennenglied ist fast ganz hellrot und die Taster an der Spitze 
etwas rotlich. 

Die Loewsche Beschreibung bedarf nur noch in bezug auf 
die Linge der Abdominaltergite eine Ergiinzung. Das auf das basale 
Doppelsegment folgende dritte Tergit ist nimlich so stark verlangert, 
dafi es die folgenden Tergite fast ganz tiberdeckt und unmittelbar 
an die Legerdhre zu grenzen scheint. 


2. Acrost. pallipes Grimshaw. 

Grimshaw, Fauna Hawaiiensis, Dipt., p. 44 (1901). 

Diese auf den Hawaiischen Inseln entdeckte Art habe ich in 
8 99 aus Bolivia (Songo und Mapiri; Mai) und Peru (Ucayaliflus ; 
Oktober) vor mir. Ungar. Nation. Museum und Koll. Schnuse. 

Der Aer. scrobiculata Loew sehr ahnlich und in allem mit 
folgenden Unterschieden gleich: Vorderhiiften und -schenkel ganz 
hell rotgelb. Das auf das basale Doppelsegment folgende dritte Ab- 
dominaltergit nur wenig linger als das folgende vierte, das an den 
Ovipositor zu grenzen scheint. Das erste Glied des letzteren kurz, 
breit herzformig, kaum linger als breit und an der Wurzel viel 
breiter als an der Spitze. Bei serobiculata ist es linglich oval, 
schlank, ein und einhalbmal so lang wie in der Mitte, wo die grifte 
Breite ist, breit und an der Wurzel kaum breiter als an der Spitze. 


Wiener, Entomologische Zeitung, XXVIII. Jahrg., Heft VIL und VIII (25. September 1909), 


250 Friedrich Hendel: 


Die Kostalzelle ist nur an der Wurzel dunkler braun, sonst ziemlich 
hell ausgewaschen. Die Subkostalzelle ist dann wieder etwas gesit- 
tigter tingiert. Der dunkelbraune Spitzenfleck des Fliigels hat die 
gleiche schiefe Lage und dieselbe Begrenzung wie bei der Loew- 
schen Art, nur ist er kleiner und schmiler und erfiillt nur die 
duberste Spitze der Marginalzelle, meist derart, dati die Kosta dort 
nicht ganz beriihrt wird. 


3. Acrost. ruficauda n. sp. 

9 Jd Q aus Peru (Vilcanota) und Bolivia (Mapiri; Jaénner). 
Ungar. Nationalmuseum und Koll. Schnuse. 

Stirn nicht wie bei serobiculata und pallipes vollkommen 
parallelrandig, sondern vorn deutlich verschmilert und dort dann 
schmiler als eine Augenbreite. Strieme glinzend gelbrot, hinten 
manchmal dunkler rotbraun. Der Vorderrand derselben ist nur 
schwach mit Hohlpunkten versehen, die Mitte zeigt einige deutliche 
Querrunzeln. Die Stirn ist also nicht so stark grubig-runzelig wie 
bei serobiculata. Scheitelplatten und Ozellendreieck glinzend blau, 
Augenrander weil} gesiumt. Wangen und Backengruben rot. Kly- 
peus metallisch btaugriin, oben weiflich bestiiubt, Epistom oft, Pri- 
labrum meist gelbrot, mit Metallschimmer. Taster braun, an der Spitze 
rotlich. Fiihler rot, drittes Glied derselben gegen die Spitze zu 
dunkler. 

Thorax und Hinterleib wie bei den anderen Arten gefirbt. 


Hiiften und Beine glainzend pechbraun. Vorderhiiften und -knie 
etwas roétlich; Schenkelspitzen der hinteren Beinpaare sowie deren 
Fiibve rotlich. Vorderfii%e mit Ausnahme des roten Metatarsus schwirzlich. 

Hinterleibssegmente und Ovipositor wie bei sc» obiculata geformt. 
Der Hinterrand des langen dritten Tergits, die darunter versteckten 
folgenden und das Basalglied der Legerdhre brennend rotgelb. 

Das dritte Tergit zeigt sehr feine Querrillen, die wenig auf- 
fallen und ist beim <j, ebenso wie bei pallipes Grims., ungefahr 
so lang wie die folgenden zwei Tergite 4 und5 zusammengenommen. 

Am Fliigel fallt uns die abgerundete Spitze, an der nicht wie 
gewohnlich die 4., sondern die 3, Liingsader miindet, ferner die be- 
sonders lange Subkostalzelle und der lange letzte Abschnitt der Dis- 
koidalader auf. Kostal- und Subkostalzelle gleichmifig schwarz- 
braun. Der schwarzbraune Spitzenfleck ist unter allen Arten 
am gréfiten und beriihrt unten die Diskoidalader. Er erfiillt schief 
die Spitze der Marginalzelle, die Hiilfte des Kostaabschnittes zwischen 


Beitrag zur Kenntnis der Ulidiinen (Dipt.) 951 


den Lingsadern 1 und 2 beriihrend, macht innen unter der Radial- 
ader eine Stufe und steht dann auf den Lingsadern 3 und 4 senkrecht. 
Schwingerkopf gelblich oder rétlich. 
Korper ohne Legeréhre und Fliigel 5—4 mm lang. 


4. Acrost. profunda n. sp. 

1 ¢d aus Bolivia (Songo). 

Diese Art und Acrost. foveolata Loew (Type Loews aus der 
Koll. Winthem) haben aufer den im Punkte 2 der Bestimmungs- 
tabelle angegebenen Merkmalen noch folgende gemeinsam: Ihr Profil 
des Klypeus ist fast gerade, nicht so deutlich konkav wie bei den 
anderen Gattungsgenossen; das dritte Antennenglied ist etwas langer 
und schmiler, oben und unten fast geradlinig begrenzt; die Stirn 
ist oben etwas breiter und im allgemeinen viel rauher behaart. 

Die von Loew gegebene Beschreibung seiner <Acr. foveolata 
palit mit folgenden Unterschieden vollstindig auf die neue Art. 


Das Ozellendreieck deutlich stahlblau. Bei foveolata steht die 
kleine Querader auf der Mitte der Discoidalzelle und ist der letzte 
Abschnitt der Discoidalader mit dem vorletzten gleich lang. Bei 
profunda dagegen liegt die kleine Querader deutlich jenseits der 
Discoidalzellenmitte und ist der letzte Abschnitt der 4. Lingsader 
gut ein- und einhalbmal so lang wie der vorhergehende. Auch der 
braune Spitzenfleck des Fliigels ist linger und breiter, innen aber 
auch fast senkrecht und nicht schief begrenzt. Er _ erfiillt einen 
eréberen Teil der Marginalzellenspitze als bei foveolata und reicht 
unten fast an die Discoidalader hinan. Die Trennung bildet nur ein 
etwas hellerer Schatten. 

Von den 5 vor dem Hypopyg sichtbaren Segmenten des 
Abdomens ist das 4. etwas verlingert. — Korper und Fliige 
4 mm lang. 

Bei Acr. foveolata Loew Q (das < kenne ich nicht) ist das 
dritte Hinterleibstergit zweimal so lang als das folgende vierte, das 
an den Ovipositor zu grenzen scheint. Das erste Glied der Lege- 
rohre hat den Umrifi eines gleichseitigen Dreieckes mit etwas kon- 
vexen Seiten. 


Ii. Cenchrometopa (n. g.) curvinervis n. sp. 
1 © aus Peru (Urubambafluii; September). Koll. Schnuse. 


Stirn ein- und einhalbmal so breit wie ein Auge, rauh schwarz- 
haarig, fast parallelrandig, gliinzend, dunkelrotbraun, mit Ausnahme 


Wiener Entomologische Zeitung, XXVIII. Jahrg., Heft VIZ und VIII (25. September 1909). 


252 Friedrich Hendel: 


der glatten Scheitelplatten dicht mit grofien und relativ tiefen Hohl- 
punkten besetzt, also grubig uneben. Zerebrale rotbraun, Scheitel- 
platten und oberer Hinterkopf glinzend schwarz. Wangen, Backen- 
eruben und ein lanzettformiger Lingstleck zwischen den Fiihlern 
goldfilzig. Lunula sonst glinzend rotgelb. Der unter den Fiihlern 
ausgehdhlte Klypeus dunkelbraun, etwas gelblich bestiiubt. Facialien 
neben der Stirnspalte dunkel rotbraun. Unterer Hinterkopf rotgelb, 
matt bestiubt. Die kurzen Fiihler sind mit Ausnahme des schwarzen 
ersten Gliedes rostrot. Pralabrum dunkelbraun. Die bei dem Stiicke 
allein sichtbaren, verbreiterten Tasterspitzen sind rot, weilischimmernd. 
tiissel schwarzbraun. Augen wie poliert, einfarbig rotbraun. 

Thorax und Schildchen glinzend blauschwarz; ein Streifen quer 
vor dem Schildchen, die Prisuturaldepression und ein verwaschener 
Streifen lings der Mesopleuralnaht herab auf die Pleuren, bis zu den 
Mittelhiiften hellgelb filzig. Die Pleuren sind iibrigens fast ganz mit 
einem gileichen Tomente spirlich bedeckt und schimmern dann bei 
gewisser Beleuchtung an dieser oder jener Stelle. 

Vorderhiiften rotbraun, weifi schimmernd. Beine glinzend 
metallisch blauschwarz, an den Schenkeln hie und da weiflich tomen- 
tiert, die aufiersten Knie rotbraun. Alle Fiifve, mit Ausnahme der 
dunkleren Spitzen, hell rotgelb. 

Vorderbeine etwas verkiirzt. Schienen seitlich kompref, etwas 
gebogen und unter der Mitte am breitesten. 

Hinterleib glanzend violett schwarz. Erstes Glied des Ovipo- 
sitors spitz dreieckig, etwas linger als breit. 

Fliigel glashell. Kostalzelle nur von der Fliigelwurzel an bis etwas 
tiber die Schulterquerader hinaus dunkelbraun. Subkostalzelle 
schwirzlich. Die Fliigelfalte darunter bis zur Gabel der 2. und 3. 
Langsader verwaschen braun gefirbt. Schief oben an der Fliigel- 
spitze liegt ein grofer dunkelbrauner Fleck, der bis in die Mitte 
zwischen der 3. und 4. Liingsader hinabreicht. Seine innere Grenze 
ist schief, macht an der Radialis eine Stufe und beriihrt ungefihr 
die Mitte des Kostaabschnittes zwischen der Subkosta und der 
Radialis. 

Schtippchen gelb, Schwinger schwarzlich. 

Korper ohne Legeréhre 6°5 mm, Fliigel 6 mm lang. 

Anmerkung: Cenchrometopa hat folgende wesentliche Merk- 
male: grubige, sehr breite Stirn, ausgehdhltes Untergesicht, dritte 
und vierte Langsader vor der Miindung nach aufwirts gebogen und 
merklich vor der Fliigelspitze miindend. 


Beitrag zur Kenntnis der Ulidiinen (Dipt.). 953 


III. Siopa (n. g.) longicornis n. sp. 
8 dQ aus Peru (Meshagua; Oktober), Koll. Schnuse. 


Stirn merklich breiter als ein Auge, parallelrandig, samt dem 
Cerebrale rotgelb oder gelbrot. Der tibrige Hinterkopf ist sonst 
schwiarzlich, mit metallisch griinem Schimmer, der sich auch auf die 
Scheitelplatten hiniiberzieht. Die glinzende Stirn ist mit Ausnahme 
der glatten Scheitelplatten dicht mit Hohlpunkten besetzt und daher 
erubig uneben. Ozellenhécker schwarz. Ein Ozellendreieck reicht 
mit der Spitze bis zum Stirnvorderrande. Seine Schenkel sind in 
der oberen Hilfte als schwarze Linien, auf welchen etwa ein Dutzend 
kurze schwarze Boérstchen stehen, besonders gekennzeichnet. — Wangen 
und Backengruben gelb, seidenartig weif schimmernd.  Stirn im 
Profile kaum vortretend. Klypeus mit einer scharfen Querrinne in 
der Mitte, im Profile also winkelig gebrochen, mit ziemlich stark 
vortretendem Epistom. Der Klypeusteil tiber der Querfurche weil 
bereift, zwischen den Fiihlern braun. Der schmale Streifen der 
Lunula gelb. Das glinzend gelbe Epistom zeigt unter der Furche 
seitlich je einen braunen Fleck. Unterer Hinterkopf rotgelb, dicht 
weib bestiitubt. An der Grenze desselben gegen die Backengrube liegt 
ein briunlicher Fleck gerade unter dem Auge. Pralabrum und 
Taster gelb. Riissel braun. — Fiihler linger als das Untergesicht, 
mit den Spitzen den unteren Mundrand tiberragend. Das besonders 
stark verliingerte 3. Glied fast linear und ungefaihr viermal so lang 
wie breit. 

Thorax und Schildchen dunkel metallisch blaugriin, mit blauen 
und violetten Reflexen. Riicken, mit Ausnahme des Schildchens, durch 
ein gelbliches Toment ziemlich matt, mit einem unmittelbar hinter 
der Quernaht befindlichen dunkelbraunen Bogenquerbande, welches 
sich seitwirts am Prialarcallus ziemlich verbreitert und eine Mittel- 
lingsstrieme bis zum Schildchen nach hinten aussendet. Pleuren oben 
weniger bereift als unten. — Hinterleib stark glinzend goldgriin. 
Diese Farbe ist jedoch nur seitlich sichtbar; breite Tergithinterrander 
und Riickenfliche sind dunkel blauviolett. Das erste Glied des Ovi- 
positors ist dem Riicken gleichfarbig und hat die Gestalt eines etwas 
abgeschnittenen, zugespitzten Dreieckes. 


Vorderschenkel und die Spitzenhilfte der hinteren Schenkel- 
paare gelbrot, die Wurzelhilfte der letzteren glinzend pechbraun. 
Hiiften und Schienen sowie die Vorderfiibe etwas lichter, mehr rit- 
lich braun. Die FiiSe der hinteren Beine hell gelblich, nur gegen 
die Spitze etwas verdunkelt. 


Wiener Entomologische Zeitung, XXVIII. Jahrg., Heft VIJ und VIII (25. September 1909). 


Dd4 Friedrich Hendel: 


Fliigel hyalin, nur gegen dunklen Grund betrachtet etwas 
rauchbraun tingiert; die Wurzel  erscheint dann leuchtend gelb. 
Fliigelvorderrand von der Wurzel bis inklusive Subkostalzelle schwarz- 
braun. An der Spitze des Fliigels liegt ein grofier schwarz- 
brauner Fleck, der unten die Diskoidalader beriihrt. Seine schiefe 
Innengrenze liegt an der Kosta in der Verlingerung der hinteren 
(Juerader, unten aber etwas jenseits der Mitte des letzten Diskoidal- 
aderabschnittes. 

Schwinger und Schtippchen gelb. 

Korperlinge 5—7 mm, Fliigel 4—5°5 mm. 

Anmerkung: Siopa steht der Gattung Acrosticta nahe, hat 
aber ein verlaingertes lineares drittes Antennenglied und ein bis 
nach vorn hin reichendes, an den Seiten mit Boérstchenreihen ver- 
sehenes Ozellendreieck. 


iV. Die Gattungen Chaetopsis Loew und Stenomyia Loew. 


Ist es schon nach den ‘Typen beider Gattungen schwer, 
durchgreifende Unterschiede zwischen denselben zu finden, so ver- 
wischen die neuentdeckten Formen auch die spirlichen Differenzen 
vollends. 

Chaetopsis aenea Wied. hat einen, durch eine spitzwinkelig 
gebrochene Querader an der Analzelle gebildeten spitzen, ziemlich 
lang tiber die Zelle vortretenden Ziptel, eine im Profile nur wenig 
vorspringende Stirn und einen stumpfen Stirnwinkel, ferner eine 
Amalfalte am Fliigel. 

Stenomyia tenuis Loew dagegen hat eine Analzelle, die vorn 
durch eine nur im stumpfen Winkel gebogene Querader begrenzt 
wird und deren Zipfel wenig spitz ist und nur etwas iiber die Zelle 
vorsteht; ferner eine im Profile stirker vortretende Stirn und bei 
stirkerem Zuriickweichen des Klypeus auch einen spitzen Stirn- 
winkel. Eine AarerHalte fehlt. 


Durch die Fiihlerform werden keine generellen Unterschiede 
bedingt. 

Die oben angegebenen Unterschiede in der Kopf- und Fliigel- 
bildung werden durch die vier neuen Arten vollsténdig ausgeglichen, 
so dali ich beide Gattungen in eine vereinigen mub. 

Die die Analzelle vorn abschliefiende Querader ist bald stirker, 
bald schwicher im Winkel gebogen und_ steht bald steiler und bald 
schiefer. Der Stirnwinkel ist bei der einen Art spitz, bei der anderen 
ein rechter, bei der dritten ein stumpfer. Die Ameadfalte fehlt, ist 


Beitrag zur Kenntnis der Ulidiinen (Dipt.). 955 


nur angedeutet oder deutlich sichtbar. Ebenso ist das dritte Fiihler- 
glied mehr oder weniger am Oberrande ausgeschnitten, die Vorder- 
ecke mehr oder weniger spitz abgesetzt. Endlich kann auch die in 
geringem Grade wechselnde Schlankheit des Koérpers als Merkmal 
nicht gebraucht werden. 

Verinderliche Merkmale sind ferner die Breite der Stirn, der 
Verlauf der Stirnrander zueinander, das Gesichtsprofil, die Richtung 
des Epistomes und die Beborstung der Vorderstirn. 

Aber auch die Gattung Hypoecta (longula) Loew, von der ich 
auSer der Type im Wiener Museum noch ein Stiick aus 8S. Paulo 
in Brasilien, von A.A. Barbiellini gesammelt, gesehen habe, unter- 
scheidet sich blofi durch die am spitzen Zipfel offene Analzelle und 
die plétzlich stumpf endende Analader, welche sich nicht als Falte 
bis zum Fliigelhinterrand fortsetzt. Es ist nicht ganz sicher, ob das 
auch konstante Merkmale sind. Die Figur 23 der Tafel der Berliner 
Entom. Zeitschr. 1867, gibt diese Verhiltnisse falsch wieder, indem die 
Analzelle ja wie bei Chaetopsis geschlossen erscheint. 

Anderseits ist auch ein Ubergang zur Gattung Euaesta Loew 
zu konstatieren, der durch Arten wie Kuz. acuticornis und arcuata 
(Hendel, Ann. Mus. Nat. Hung., Vol. 8, p. 158 und 159, 1909) mit 
mehr weniger scharfem dritten Antennenglied gegeben wird. 


Die Chaetopsis-Arten. 


Stirn vorn schmiler als ein Auge, gegen den Scheitel hinauf 
zu noch weiter stark verschmilert. Epistom winkelig vortretend 1 
— Stun parallelrandig, ungefahr von Augenbreite 2 

1. Fliigel mit vierschmalen, braunen Querbinden, die gegen den 

Fliigelhinterrand hin konvergieren. Kleine Querader auf der 
Mitte der Diskoidalzelle Chaet. praeceps n. sp. 

Fliigel nicht bandiert, vorherrschend hell graubraun und weif 

verwaschen, Fliigelspitze dunkelbraun, Randmal gelb. Kleine 

(Juerader jenseits der Mitte der Diskoidalzelle 

Chaet. mucronata n. sp. 

2. Fliigel mit dreibreiten braunen, parallelen und senkrechten 


(Juerbinden; eine Wurzelquerbinde fehlt 3 
— Fliigel nie bandiert, dunkler und heller braun mit weif 
verwaschen 5 


3. Die erste Querbinde des Fliigels ist so breit, da sie den 
Raum zwischen der kleinen Querader und den Wurzelzellen 
fast ganz ausfiillt. Die hintere Querader liegt am Innenrande 


Wiener Entomologische Zeitung, XXVIII. Jahrg., Heft VII u. VII (25. September 1909). 


256 


Friedrich Hendel: 


der 2. Querbinde. Analzelle unten ohne spitz vorspringenden 
Ziptel (Stenomyia). Chaet. laticauda n. sp. 
— Die erste Querbinde fiillt nur die distale Hilfte des obigen 
Raumes aus. Die hintere Querader liegt inmitten der zweiten 
Querbinde. Die Analzelle ist unten in einen die Zelle stark 
tiberragenden spitzen Zipfel ausgezogen (Chaetopsis) 4 


. Zweite und dritte Fliigelquerbinde vorn verbunden.  Fiihler 


braunschwarz mit hellerer Wurzel. Grodfere Art 

Chaet. aenea Wiedem. 
— Zweite und dritte Querbinde vorn getrennt. Fiihler ganz rot- 
gelb. Kleinere Art Chaet. debilis Loew. 


. Beine einfarbig gelbrot. Gegen dunkleren Hintergrund ge- 


halten erscheint der Fliigel hell rétlich braun, die Fliigelspitze 
an den drei Lingsadermiindungen dunkelbraun, eine Querbinde 
unmittelbar davor milchweil Chaet. apicalis Johnson. 
— Beine vorherrschend metallisch schwarz 6 


. Fliigel mit Ausnahme der weifien Wurzel dunkelbraun. Zwischen 


den beiden Queradern zieht eine deutliche weifSie Querbinde 
durch, von vorn bis hinten. Ein heller Fleck in der ersten 
Hinterrandzelle Chaet. angusta n. sp. 
— Fliigel ohne weifie durchgehende Mittelquerbinde. Nur ein 
Wisch unter der schwirzlichen Subkostalzelle und die obere 
Hialfte der Fliigelspitze dunkelbraun, die ganze untere Fliigel- 
halfte hell graubraun. Ein heller Fleck an der Postikalader. 
Chaet. tenuis Loew. 


1. Chaetopsis apicalis Johnson. 
Entomol. News, Philad., Vol. XI, p. 326 (1900). 
2 3 aus Georgia, Nordamerika; k. k. Museum in Wien. 
Diese Art ist in der Kopfform und Fliigeladerung dem Chae- 


topsis-Typus ganz gleich. 


Sehr charakteristisch ist fiir dieselbe die schon in der dicho- 


tomischen Tabelle angegebene Fliigelzeichnung. 


Uber die allgemein bekannte Chaetopsis aenea Wiedem. brauche 


ich nichts zu sagen. 


2. Chaetopsis mucronata n. sp. 


1 ¢ aus Brasilien (S. Paulo), gesammelt von A. A. Bar- 


biellini. Stirn nach oben hin merklich verschmiilert, vorn etwas 
schmiler als eine Augenbreite, oben am Scheitel nur ungefihr die 


Beitrag zur Kenntnis der Ulidiinen (Dipt.). 957 


Hilfte eines Auges breit. Strieme seidenartig gelbrot; Augenrinder 
sehr breit weil} schimmernd, fast ein Drittel der Stirn breit. Vorn und 
an den Seitenraindern der Stirn nur wenige Borstchen, noch kiirzer 
als bei daticauda. Die Frontorbitalborste und das Ozellarborstenpaar sind 
aber relativ linger und stirker als bei allen anderen Arten. Die 
durch die Stirnverschmiilerung aneinander geriickten Scheitelplatten 
und Ozellendreieck hellgriin, etwas weifilich bereift, ebenso der ganze 
Hinterkopf. Wangen und Backengruben rot. Klypeus_blaugriin, 
oben weili bereift. Im Profile tritt die Stirn nicht mehr als bei 
Chaet. aenea Wied. iiber die Augen vor; unter einer Querfurche 
des anfangs unter den Fiihlern zuriickweichenden Klypeus tritt aber 
das Epistom (Mundrand) wieder merklich winkelig vor. Der Stirn-, 
winkel ist ein stumpfer, das Klypeusprofil eine gebrochene Linie. 
Prilabrum kaum sichtbar. Taster rostrot. Ftihlerform wie bei tenwis 
Loew. Fiihler hell rostrot, nur die auberste Spitze etwas dunkler. 


Thorax hell metallisch griin. Riicken rétlich schimmernd, etwas 
matt bereift. Das ebene Schildchen und die gli&nzenden Pleuren 
mehr blau. Hinterleib glinzend dunkelgriin, nach hinten zu blau- 
schwarz und endlich ganz schwarz werdend. 


Hiiften und Schenkel metallisch griin. Schenkelringe, Knie, 
Schienen und Fiibe gelbrot. Schienen aber in der Mitte ausgedehnt 
verdunkelt und mit griinem Schimmer. 


Gegen dunklen Hintergrund gehalten, zeigt der Fliigel folgende 
zusammentiieiiende Zeichnung: milchweili erscheint die Wurzel mit 
der Kostalzelle und den beiden Wurzelzellen, ferner ein grofies gleich- 
seitiges Dreieck, dessen Basis jenseits der Subkostamtindung an der 
Kosta und dessen Spitze in der Mitte zwischen den zwei Queradern an 
der Diskoidalader liegt, endlich ein runder Fleck an der Postikal- 
ader vor der hinteren Querader. Der ganze tibrige Fliigel ist hell 
rauchbraun, was im durchfallenden Lichte von obigen milchweifen 
Flecken kaum unterschieden werden kann. Die obere Spitzenhilfte 
des Fliigels jenseits des weifben Dreieckes bis etwas tiber die Dis- 
koidalader herab dunkelbraun. In der ersten Hinterrandzelle liegt 
in der Mitte eines hellen diinnen Liingswisches ein lichterer Fleck. 
Subkostalzelle und der darunter befindliche Teil gelblich. Adern 
rotgelb, im Braunen schwarz. Die Querader vorn an der Analzelle 
scharf gebrochen, fast wie bei Chaet. aenea Wied. Der Zipfel der 
Zelle ist aber kleiner als bei dieser Art. Kleine Querader deutlich 
jenseits der Mitte der Diskoidalzelle. Schiippchen und Schwinger 
gelblichweifi. Korper 5 mm, Fliigel 4 mm lang. 


Wiener Entomologische Zeitung, XXVHI. Jahrg., Heft VH und VIII (25. September 1909) 


2d58 Friedrich Hendel: 


3. Chaetopsis praeceps n. sp. 


2 Q aus Brasilien (S. Paulo), gesammelt von A. A. Barbiellini. 

Stirn schmal, vorn nur die Hilfte eines Auges breit, nach 
oben hin noch bis auf den dritten Teil einer Augenbreite ver- 
schmilert. Strieme matt gelbrot, die weil} schimmernden Augenrinder. 
ein Drittel der Stirn breit. Vorn und an den Augenriindern nur, 
wenige Borstchen (ungefiihr 1-+-4). Die aneinander geriickten 
Scheitelplatten und Ozellendreieck blaugriin, weiblich bereift; ebenso 
der Hinterkopf. Die aufiere Scheitelborste fehlt hier wegen der Enge 
des Scheitels. Wangen und Backengruben rot. Klypeus_ blaugriin, 
unter den Fiihlern weiflich bereift. Stirnwinkel ein stumpfer; Kly- 
peusprofil gleich dem von Ch. mucronata, weil auch hier das Epistom 
winkelig vortritt. Prilabrum fast versteckt. Form der Fiihler wie 
bei tenuis Lw., nur ist die Spitze des dritten Gliedes noch stirker 
differenziert und gleicht fast einem aufsitzenden Dorne. Der Farbe 
nach sind die Fiihler hell gelbrot, desgleichen die Taster. 

Thorax und Schildchen hell blaugriin, ziemlich dicht weiblich 
bestaubt. Pleuren mit mehr Blau. Hinterleib glinzend dunkelgriin, 
nach hinten zu dunkler werdend. Beim anderen Stiicke ist das Ab- 
domen nur wenig dunkler blaugriin als der Thorax. LErstes Glied 
des Ovipositors viel schmiler als der Hinterleib, langer als breit, 
dreieckig zugespitzt. 

Hiiften und Beine metallisch blaugriin, Fiibe gelbrot, gegen das 
Ende zu dunkler werdend. Schienen etwas rotlich durchscheinend. 

Fliigel gegen dunklen Hintergrund milchig weifi erscheinend, 
mit vier braunen schmalen Querbinden. Die erste an der Schulter- 
querader, Die zweite, senkrechte, von der Submarginalzelle zum 
Hinterrande, fast die kleine Querader erreichend. Die dritte schlielit 
die schiefe hintere Querader ein, ist gerade und gleichbreit und hat 
vorn von der zweiten Querbinde den doppelten Abstand wie am 
Hinterrande. Die vierte liiuft von der Spitze der ersten Hinterrand- 
zelle, wo sie am breitesten ist, immer schmiler werdend lings des 
Fliigelrandes bis zur Miindung der Postikalader, wo sie sich mit der 
dritten Binde vereinigt. Aber auch am Fliigelvorderrande haingen 
beide Querbinden durch einen sehr schmalen Saum zusammen. Die 
kleine Querader liegt tiber der Mitte der Diskoidalzelle. Die Radial- 
ader ist dort, wo sie die dritte Querbinde kreuzt, etwas eingebogen. 
Die Querader vorn an der Analzelle ist spitzwinkelig gebrochen, der 
Ziptel der Zelle selbst aber nur sehr kurz. Schtippchen und Schwinger 
gelblich. 

Korper ohne Legeréhre 4 mm, Fliigel 3 mm lang. 


Beitrag zur Kenninis der Ulidiinen (Dipt.). 9959 


4. Chaetopsis (Stenomyia) tenuis Loew. 

Berlin. Entom. Zeitschr., Vol. XI, p. 321 (1867). 

2 3 Q aus Florida; Unit. States Nat.-Mus. Washington. 

Der Loewschen Beschreibung fiige ich nur-Folgendes an. 
Stirn parallelrandig, so breit wie ein Auge. Strieme unter den 
Ozellen wie bei Chaet. angusta etwas vertieft. Stirnwinkel ein 
spitzer. Die Stirntritt merklich tiber die Augen vor, der Klypeus 
weicht im Profile wieder geradlinig zuriick. Epistom nicht abgesetzt. 

Gegen dunklen Hintergrund gehalten, erscheint die Fliigelwurzel 
mit der Kostal- und den Basalzellen sowie ein ungefiahr  trapez- 
formiger Fleck in der Mitte des Fliigelvorderrandes, dessen breitere 
Basis der Kubitalader aufsitzt und endlich ein wenig deutlicher, 
rundlicher Fleck an der Posticalis vor der hinteren Querader milch- 
weil. Der tibrige Teil des Fliigels unter der Kubitalader sehr hell 
oraubraun, die obere Fliigelspitzenhalfte aber, jenseits des weifen 
Trapezes, sowie die diesseits desselben gelegene Submarginalzelle 
dunkelbraun. Der Ubergang des dunklen in das hellere Braun all- 
mihlich verwaschen. 


5. Chaetopsis (Stenomyia) laticauda n. sp. 

1 9 aus Paraguay (Puerto Max), ungar. Nation.-Museum. 

Stirn etwas breiter als ein Auge, parallelrandig; Strieme rot- 
braun, wachsglinzend, in der Mitte vorn und am Augenrande nur 
mit wenigen Borstchen. Augenrander breit weil bestaubt. Ozellen- 
dreieck und Scheitelplatten wie der ganze Hinterkopf schwarzgriin. 
Die Stirn springt im Profile etwas weniger als bei Chaet. (Stenom.) 
tenuis Loew vor; der Stirnwinkel ist schon ein Rechter. — Wangen 
und Backengrube rot. Klypeus dunkelgriin, im Profile gerade, zuriick- 
weichend, genau wie Loew von seiner Art beschreibt; Epistom gar 
nicht abgesetzt. Pralabrum kaum sichtbar. Taster rostrot. Fiihler 
von der Form wie bei tenuis Loew, rostrot. Drittes Glied derselben 
in der Spitzenhalfte verdunkelt. 

Thorax und Hinterleib diister schwarzgriin, mabig glainzend 
Das ebene Schildchen fast schwarz. Hinterleib nach hinten dunkler 
und matter werdend. Das erste Glied des Ovipositors schwarz, aut- 
fallend breit, so breit wie der Hinterleib, etwas langer als breit und 
sehr stumpf abgeschnitten. Bei Ch. tenuis Loew ist dasselbe linger 
und schirfer zugespitzt. 

Beine schwarz, die vorderen mit griinem Metallschimmer. 
Schenkelringe, aufierste Kniespitzen, Schienenspitzen und Fiibe gelb- 
rot. Hiiften nur etwas roétlich durchscheinend. 


Wiener Entomologische Zeitung, XXVIII. Jahrg., Heft VII und VIII (25. September 1909). 


260 Friedrich Hendel: 


Fliigelzeichnung in der Anlage wie bei Chaet. aenea Wied., also 
aus drei schwarzbraunen Querbinden bestehend. Die erste reicht von 
der sehr dunklen Subkostalzelle bis zum Hinterrande, ist nur ganz 
hinten etwas heller und beriihrt einerseits fast die Wurzelzellen, 
anderseits fast die kleine Querader. Die zweite und dritte Querbinde 
hangen vorn breit zusammen. An der senkrechten geraden inneren 
Grenze liegt die hintere Querader — zwischen beiden Quer- 
adern also ein glasheller Parallelstreifen der Quere nach. Der glas- 
helle Zwischenraum zwischen der 2. und 3. Querbinde ist senkrecht, 
erreicht den Hinterrand, oben kaum die Radialader und ist etwas 
schmiler als eine der beiden dunklen Binden. Die Fliigelwurzel ist 
ganz glashell, ohne jede Tingierung. Fhigeladerung und Form der 
Analzelle wie bei Chaet. (Stenomyia) tenuis Loew. 


Schiippchen weif, Schwinger gelb. 


Korper ohne Legeréhre 5 mm, Fliigel 3-5 mm lang. 


6. Chaetopsis (Stenomyia) angusta n. sp. 


2 dQ aus Brasilien (S. Paulo), gesammelt von A. A. Bar- 
biellini. 

Stirn parallelrandig, etwas breiter als ein Auge. Strieme 
ganz dunkelrotbraun, etwas glinzend und gewélbt, vor den Ozellen 
mit einer kaum merklichen, flachen Vertiefung, nur an den_breit 
weil gesiumten Augenrindern mit einigen Borstchen besetzt. Scheitel- 
platten, Ozellendreieck und der ganze Hinterkopf dunkel olivengriin, 
weiflich bereift. Wangen und Backengruben dunkelrot. Klypeus 
blaugriin, unter den Fiihlern weil bereift. Im Profile tritt die Stirn 
nur wenig tiber die Augen vor, nicht mehr als bei Ch. aenea Wied. 
Der Klypeus dagegen tritt viel stirker als bei dieser Art zuriick und 
ist nur ganz sanft konkav, ohne winkelig abgesetztes Epistom. Der 
Stirnwinkel ist ungefiihr ein Rechter. Prilabrum nur wenig’ sicht- 
bar. Taster dunkel rotbraun. Fiihler bei beiden Stiicken abgebrochen. 
Erstes Glied derselben hellrot. 


Thorax schwirzlich olivengriin, nur an den Pleuren etwas 
stirker glinzend. Schildchen schwarz, ziemlich eben. Hinterleib 
stirker als bei J/aticauda, weniger aber als bei mucronata glain- 
zend, metallisch schwarz, vorne noch deutlich griinlich und dann 
auch violett schimmernd. Beim Q = ganz _ pechschwarz. Erstes 
Glied des Ovipositors wie bei Ch. laticauda geformt, im Ver- 
haltnisse kaum etwas kleiner. Hiiften und Beine metallisch schwarz. 


Beitrag zur Kenntnis der Ulidiinen (Dipt.), 2°61 


Schienenspitzen und Fiibe, an den vordersten nur der Metatarsus mit 
Ausnahme der Spitze, gelbrot. 

Gegen dunklen Hintergrund gehalten, zeigt der Fliigel folgende 
Zeichnung: Die Fliigelwurzel mit der Kostalzelle und den Wurzel- 
zellen sowie eime oben etwas breitere Querbinde in der Fliigelmitte, 
deren senkrechter fast gerader Aufvienrand nur etwas vor der hinteren 
Querader liegt, wihrend der sanft gebogene innere von der Miindung 
der Subkosta nach hinten verliuft, ohne die kleine Querader zu er- 
reichen, sind milchig wei. Die Fliigelspitze, mit Ausnahme 
eines hellen rundlichen Fleckes in der ersten Hinterrandzelle, sowie 
der ganze Raum unter dem schwarzbraunen Randmale zwischen den 
zwei milchweifien Teilen sind dunkelbraun. Adern rotgelb, im Braunen 
schwarz. Die Querader vorn an der Analzelle wie bei Chaet. 
tenuis Loew nur im stumpfen Winkel gebogen, der Zipfel der Anal- 
zelle nur klein. Kleine Querader weit jenseits der Mitte der Dis- 
koidalzelle. 

Schiippchen und Schwinger rostgelb. 

Korper ohne Legeréhre 55 mm, Fliigel 4 mm lang. 


V. Paraphyola (n. g.) angustifrons n. sp. 

9 3S 9 aus Peru (Meshagua, Oktober; Pichis, Dezember); 
Koll. Schnuse. 

Stirn vorn neben den Fiihlern ungetihr so breit wie die 
halbe Augenbreite, nach oben hin aber noch viel schmiiler werdend. 
Strieme matt gelbrot, am Augenrande ziemlich breit weil} schimmernd, 
kurz und schwach beborstet, vorn in der Mitte noch kriftiger als 
an den Orbiten. Die Ozellenplatte ist mit den Scheitelplatten wegen 
der starken Verengung des Vertex eng zusammengedriingt und gleich 
dem Hinterkopfe blaugriin mit weiflicher Bereifung. Aufiere Scheitel- 
borste fehlt. Stirn im Profile bemahe gar nicht vor die Augen vor- 
tretend. Wangen und Backengruben sehr schmal, an die Augen ge- 
draingt, rot. Klypeus blaugriin, iiber der Querrinne in der Mitte 
weil} bereift. Lunula rétlich. Der Klypeusteil unter der Querrinne 
(Epistom) tritt winkelig vor, aber weder so stark noch in gleichem 
Mafie konvex wie bei der Gattung Aspistomella. Auch die Peristo- 
malienborsten sind schwiicher. Prilabrum dunkel; Taster verbreitert, 
rotgelb; Riissel schwarzlich. — Fiihler in der Grébe und Gestalt wie 
bei Aspistomella; das dritte Glied ist auch etwa zweimal so lang wie 
breit, am Oberrande aber kaum merklich konkay. 

Thorax und Schildchen glinzend goldig olivengriin, Riicken 
etwas rotlich bestiiubt. Hinterriicken dunkel. Hinterleib an der 


Wiener Entomologische Zeitung, XXVILL. Jahrg., Heft VII und VII (25. September 1909). 


962 Friedrich Hendel: 


Basis gelbrot, sonst metallisch dunkelgriin, am Hinterrande der Ter- 
gite violettschwarz, auch schon am zweiten. In gewisser Beleuch- 
tung erscheint der ganze Hinterleib durch einen zarten Reif einfarbig 
matt braéunlich, wihrend er sonst ziemlich glinzt. Erstes Glied des 
Ovipositors gleichfarbig, fast kiirzer als breit, herzformig, wenig breiter 
als die Hinterleibsspitze. 

Beine wie bei Aspistom. heteroptera gefirbt. Die Vorderhiiften 
sind jedoch zum groéfiten Teile metallisch griin, an der Vorderseite 
wei bestiiubt und die Fiifie von hellerem Rotgelb. 


Fliigel lang und schmal, vorherrschend schwarzbraun.  Fliigel- 
wurzel, die Kostalzelle mit Ausnahme der Spitze und die Basalzellen 
glashell. Kin braunes Querband tiber die Schulterquerader. Jenseits 
der Miindung der Subkosta liegt ein grobes hyalines Dreieck mit der 
Basis an der Kosta, mit der Spitze nach unten hin, gerade hinter 
der kleinen Querader etwas in die Diskoidalzelle hineinreichend. Vor 
der dunklen Fliigelspitze liegt eime ahnliche glashelle Bogenbinde 
wie bei Aspistom. lobioptera, Sie ist aber hier viel weniger schief 
und breiter. 

Die kleine Querader liegt deutlich vor der Mitte der Diskoi- 
dalzelle. Die letzten beiden Abschnitte der Diskoidalader sind unge- 
fahr gleich lang, der letzte kaum linger als die halbe Diskoidalzelle. 
Der Winkel der Posticalis mit der hinteren Querader ist stumpf. Die 
Radialis und Kubitalis sind deutlich zweimal wellig geschwungen. 

Schiippchen und Schwinger gelblich. 

Korperlange ohne Legeréhre 4°55—5'5 mm. Fliigel 4—5 mm. 

Anmerkung: Paraphyola ist durch die aufergewohnlich enge 
Stirn und die parallel mit dem Fliigelhinterrande auslaufende Anal- 
ader gekennzeichnet. 


Paraphyola crucifera n. sp. 

1 2 aus Peru (Meshagua; November). Koll. Schnuse. 

xleicht mit folgenden Unterschieden der vorigen Art. 

Hiiften und Beine einfarbig rotgelb. Hinterleib an der Wurzel 
auch gelbrot, sonst aber glinzend schwarzegriin, ohne jeden Reif, am 
Riicken violett schimmernd. 

Der Fliigel ist stark verschieden gezeichnet und auch abweichend 
geadert. Fliigelwurzel, mit der Kostalzelle und den beiden Basal- 
zellen glashell. Uber die Schulterquerader eine verwischte braune 
Querbinde. Der iibrige Fliigel ist dunkelbraun mit vier glashellen 
Fenstern, zwei gréfiere an der Kosta, zwei kleinere am Hinterrande. 


Beitrag zur Kenntnis der Ulidiinen (Dipt.). °63 


Der zwischen diesen vier hellen Flecken liegende braune Teil hat die 
Gestalt emes Kreuzes. Der erste Kostalfleck wird innen durch eine 
Linie von der Miindung der Subkosta bis knapp vor der kleinen 
Querader zur Diskoidalader, distal durch eine fast Senkrechte auf 
die Kosta, welche zwischen den beiden Queradern die Diskoidalis 
trifft, begrenzt. Der zweite, aufiere Kostalfleck ist etwas kleiner und 
endet in der Mitte der ersten Hinterrandzelle, wiihrend der erste mit 
der untersten Spitze sogar etwas in die Diskoidalzelle hineinragt. 
Die proximale Grenze des zweiten glasigen Kostafleckes liegt in der 
Verlingerung der hinteren Querader. Die beiden hyalinen Flecke 
des Hinterrandes sind kreisférmig und von gleicher Grobe. Der eine 
liegt an der Posticalis, gerade unter dem ersten Kostafleck, der dufiere 
in der zweiten Hinterrandzelle, deren Mitte gerade von innen 
beriihrend. 


Die kleine Querader liegt weit jenseits der Diskoidalzellenmitte. 
Der letzte Abschnitt der Diskoidalader ist gut dreimal so lang wie 
der vorletzte und so lang wie die ganze Diskoidalzelle. Der Winkel 
der Posticalis mit der hinteren Querader ist spitz. Radialis und 
Cubitalis nur einmal wellig geschwungen. 

Korper 5 mm, Fliigel 4 mm lane. 


VI. Polyteloptera (n. g.) apotropa on. sp. 

5 GQ aus Brasilien (S. Paulo), gesammelt von A. A. Bar- 
biellini. 

Die neue Gattung ist sofort daran zu erkennen, dali beide 
Fliigelqueradern weit jenseits der Fliigelmitte liegen, die hintere 
wenig vor der Miindung der Radialader steht und der letzte Abschnitt 
der Diskoidalader kiirzer als der vorletzte ist. 


Die Gesamtfairbung ist ein schénes, tiefes Stahlblau. — Die 
Stim ist vorn neben den Fiihlern etwas schmiiler als ein Auge 
und verjiingt sich gegen den Scheitel zu bis auf die Halfte der 
Augenbreite. Strieme matt rotbraun, an den Augenrindern nur 
schmal weifischimmernd, vorn und an den Seitenrindern lang und 
stark beborstet. AuGere Scheitelborsten nur klein, die iibrigen Kopf- 
borsten sehr stark. Scheitelplatten und Ozellendreieck zusammen- 
gedrangt, stahlblan und wie der Hinterkopf, aber spirlicher weil 
bestaubt. Fiihler gelbrot, unter der Augenmitte sitzend. Drittes Glied 
oben stark ausgebuchtet, vorn mit spitzer Vorderecke. Wangen und 
Backengruben rotbraun. Klypeus stahlblau, oben wie die Lunula 
weililich bereift. Im Profile tritt die Stirn kaum etwas vor, der 


Wiener Entomologische Zeitung, XXVIII. Jahrg., Heft VH und VIII (25. September 1909) 


264 Friedrich Hendel: 


Stirmwinkel ist ein sehr stumpfer. In der Mitte des Klypeus eine 
Querfurche. Der untere Teil tritt als Epistom winkelig vor. Pri- 
labrum stahlblau, breit sichtbar. ‘Taster rotbraun. 

Der Thoraxriicken ist etwas weiblich bereift, das Schildchen 
fast schwarz, oben vollkommen eben. Die Pleuren glinzen stark 
und haben etwas violetten Schimmer. 

Der Hinterleib ist dunkler blau als der Thorax, matter und wird 
nach hinten zu immer noch dunkler und matter, fast schwarz. Das 
erste Glied der Legeréhre ist schmiler als der Hinterleib, so lang 
wie breit, dreieckig zugespitzt, nur wenig abgestutzt. 

Hiiften dunkel rotbraun, metallisch schimmernd.  Schenkel 
dunkel stahlblau. Alle Schienen und die Vorderfii®e schwarzbraun, 
die tibrigen Tarsen rotbraun, gegen das Ende zu etwas verdunkelt. 

Fliigel mit keulenformigem Umrisse, vor der Spitze am brei- 
testen. Fliigelwurzel mit der Kostalzelle und den Wurzelzellen glas- 
hell, nur iiber die Schulterquerader herab zieht eine schwarzbraune 
(Juerbinde. Der ganze tibrige Fliigel ist tief schwarzbraun und _ hat 
zwei schiefe glashelle Querbinden an der Spitze, die von unten und 
auben nach vorn und oben, gegen die Miindung der Subkosta hin, 
ziehen, nach oben immer schmiler werden, durch einen schmiileren 
braunen Streifen von einander getrennt werden und noch einen 
schmalen Kostalsaum freilassen, der von dem genannten braunen 
Streifen an, an Breite etwas wachsend, bis unter die Miindung der 
4. Lingsader hinabzieht. Die grofie breite Mittelfliche des Fliigels 
bildet ein dunkelbraunes Trapez. Schwinger und Schiippchen gelblich 


~ 


Korper ohne Legerdhre 5—5°5 mm, Fliigel 4—4°5 mm lang. 


VII. Aspistomella (n. g.) lobioptera n. sp. 


3 9 aus Bolivia (Mapiri; Jaénner und April) und Peru (Ucayali- 
flu}; Oktober). Koll. Schnuse. 

Stim nur wenig schmiler als ein Auge, parallelrandig; Strieme 
rotbraun, etwas glinzend, in der Mitte schwicher, am Rande lang 
und stark beborstet und hier auch weil bestiiubt. Ozellendreieck und 
Scheitelplatten gliinzend stahlblau, ebenso der Hinterkopf, letzterer 
aber weiblich bereift. Aufere Scheitelborste vorhanden. Im_ Pro- 
file tritt die Stirn nur ganz wenig vor die Augen vor; Stirnwinkel 
sehr stumpf. — Wangen und Backengruben sehr schmal, an die 
Augen gedringt, rot. Klypeus dunkel stahlblau, oben unter den 
Fiihlern weililich bereift, unten, am Mundrande manchmal rot durch- 
schemend. Im oberen Drittel seiner H6he wird er von einer scharfen 


Beitrag zur Kenntnis der Ulidiinen (Dipt.). 265 


Rinne durchquert, unter welcher das Epistom (die unteren zwei Drittel 
des Klypeus) als gewolbter Schild weit nach vorn und unten hin vor- 
springt. Peristomalienborsten auffallend lang und stark. Prilabrum 
rot, blau schimmernd. ‘Taster gelbrot, stark verbreitert und beborstet. 
Riissel schwarz. — Die Fiihler erreichen die Mitte des Epistoms und 
sind gelbrot. Das dritte Glied ist lénglich oval, vorn abgerundet. 


Thorax und Schildchen diister schwarzgriin, glinzend. Der 
Riicken dagegen ist mit einem feinen braunen Tomente bedeckt. 
Schildchen und Hinterriicken fast schwarz. Hinterleib glinzend violett- 
schwarz. Erstes Glied des Ovipositors schmiler als der Hinterleib, 
von der Gestalt eines gleichseitigen Dreieckes, an der Spitze etwas 
abgestutzt. 


Vorderhiiften gelblichrot, nur oben und auben  schwiirzlich. 
Beine glinzend pechschwarz. Schenkelringe, die Basis der Schenkel, 
die iufiersten Kirie- und Schienenspitzen sowie die Fiifve der beiden 
hinteren Beinpaare mit Ausnahme der Spitze rotbraun. 


Fliigel grofi und breit, vorherrschend schwarzbraun.  Glashell 
ist die Wurzel mit der Kostalzelle und den Wurzelzellen, jedoch mit 
Ausnahme eines braunen Querbandes iiber die Schulterquerader, der 
dunkelbraunen Kostalzellenspitze und des Anallappens und der Alula, 
die hellbraun sind. Im Braunen des Fliigels liegen ferner noch 
folgende glashelle Figuren: ein Dreieck knapp hinter der Miindung 
der Subkosta, ein kleiner Halbkreis hinter der kleinen Querader, ein 
grofierer Kreisabschnitt in der Mitte des Fliigelhinterrandes vor der 
Posticalis und endlich ein schmaler flacher Bogen vor der dunklen 
Fliigelspitze, der bald hinter der Subkosta beginnt und sich bis in 
die Spitze der zweiten Hinterrandzelle hinabzieht. 


Die kleine Querader liegt jenseits der Subkostamiindung, etwas 
vor der Mitte der Diskoidalzelle und des Fliigels iiberhaupt. Der 
letzte Abschnitt der Diskoidalader ist nur wenig linger als der vor- 
letzte und die Hilfte der Diskoidalzelle. Hintere Querader gerade 
und fast senkrecht. Die Querader vorn an der Analzelle stark spitz 
winkelig hineingebogen. Der Analzellenzipfel kurz, aber schlank und 
spitzig. Fliigelhinterrand gleichmifig konvex gebogen. 

Schiippchen und Schwinger gelblich. 

K6érper ohne Ovipositor 455—5'5 mm, Fliigel 4—5 mm lang. 


Anmerkung : Das Genus Aspistomella ist durch den vorspringenden 
spitzen Fliigellappen an der Mediastina und das schildartig gewélbte 
Epistom geniigend charakterisiert. 


Wiener Entomologische Zeitung, XXVIII. Jahrg., Heft VH und VIII (25. September 1909), 


2°66 Friedrich Hendel: 


Aspistomella heteroptera n. sp. 


8 9 aus Peru (Meshagua; Oktober und Jaénner); Koll. Schnuse. 

Stirn vorn neben den Fiihlern merklich schmiler als ein 
Auge, nach oben hin aber bis auf die halbe Augenbreite verschmilert ; 
Strieme rotbraun, matt, am Augenrande sehr breit wei’ schimmernd 
die Beborstung derselben ist bei weitem ktirzer und schwiicher als 
bei dobioptera, namentlich am Augenrande, wahrend sie vorn in der 
Mitte fast kriftiger als seitlich ist. Ozellenplatte, Scheitelplatten 
und der ganze Hinterkopf griinblau, etwas bereift. Aufere Scheitel- 
borste fehlt. Stirnwinkel im Profile, Wangen und Backengruben wie 
bei lobioptera, letztere aber stark silberschimmernd. — Klypeus in 
der Form ebenfalls wie bei voriger Art, nur geht die Querrinne durch 
die Mitte. Oberhalb derselben ist der Klypeus mit der Lunula samt- 
schwarz, unterhalb metallisch blaugriin, am Mundrande etwas rot 
durchscheinend. Die Peristomalienborsten sind kiirzer als bei lobiopteru. 
Pralabrum griin, die verbreiterten Taster dunkelbraun, Riissel schwarz, 
Labellen rot. Fiihler braunschwarz, von gleicher Liinge und Form 
wie bei lobioptera. 

Thorax und Schildchen glainzend goldig olivengriin, Riicken 
etwas fuchsigrot bestiubt. Hinterriicken fast schwarz. Hinterleib 
dunkler griin als der Thorax, am basalen Doppelsegment rotgelb, am 
3. und 4. Tergit an der Wurzelhilfte weiblich bereift, am Hinter- 
rand violett und mit einer feinen unbestiiubten medianen Lingslinie. 
Ovipositor wie bei lobioptera, etwas bereitt. 

Beine metallisch griin; Hiiften, Schenkelringe, Knie, Schienen- 
spitzen und alle Fiifie mit Ausnahme der verdunkelten Spitzen gelbrot. 

Fliigel so lang wie der ganze Koérper und dadurch, dafi der 
Hinterrand vor der Spitze konkav statt konvex ist, eigentiimlich zugespitzt. 
Die Farbung ist in der Anlage die gleiche wie bei der vorigen Art, nur 
die glashellen Figuren im Braunen jenseits der hellen Wurzel sind 
verschieden. Das glasige Dreieck gleich jenseits der Mediastina- 
miindung ist breiter und reicht mit seiner Spitze unten nicht nur 
etwas tiber die Radialader, sondern bis an die Postikalader hinab. 
Fast parallel mit dem Vorderrande des Fliigels ist eine kaum ge- 
bogene hyaline Querbinde, die in der Spitzenhalfte der 2. Hinter- 
randzelle beginnt und sehr schief tiber die Liingsadern 4 und 3 hin- 
laufend in der Submarginalzelle tiber der hinteren Querader endet. 
Unten wird sie durch einen mit dem Braunen zusammenhingenden 
schmileren Zahn begrenzt. Dieser wieder bildet die eine Kathete 
eines hyalinen Dreieckes, dessen andere Kathete etwas jenseits der 


Beitrag zur Kenntnis der Ulidiinen (Dipt.). 267 


hinteren Querader und parallel mit ihr liegt und das bis zum Hinter- 
rande des Fliigels reicht. 

Die kleine Querader liegt der Subkostamiindung gegeniiber, 
auffallend weit vor der Mitte der Diskoidalzelle und des Fliigels 
iiberhaupt. Der letzte Abschnitt der Diskoidalader ist beinahe doppelt 
so lang wie der vorletzte und ebensolang wie die ganze Dis- 
koidalzelle. Hintere Querader sanft S-formig geschwungen und 
etwas schief. Die Querader der Analzelle ist weniger stark spitz- 
winkelig gebrochen. Die erste Hinterrandzelle ist im letzten Drittel 
plotzlich etwas erweitert, an der Spitze aber wieder verengt, nicht 
allmahlich verjiingt wie bei lodioptera. 

Schiippchen und Schwinger gelb. 


Kérper ohne Legeréhre 5 mm, Fliigel 5°5 mm lang. 


VIII. Oedopa ascriptiva n. sp. 


24 9 aus 8. Colorado, Nordamerika. 


Da die neue Art der Oedopa capito Loew Adulierst abnlich 
ist, fiihre ich blofi die Unterschiede von letztgenannter Art an. 


Die Gesamtfiirbung macht einen aschgrauen, dunkleren Eindruck 
als die gelbliche, wiistenfarbige der Oed. capito. Die schwirzliche 
Querbinde der Stirn ist fast gerade, kaum etwas gebogen, der dar- 
iiberliegende Stirnteil dichter mit viel gréSeren dunklen Wurzel- 
piinktchen besetzt, welche an der Scheitelkante zu einer zweiten 
dunklen Querbinde zwischen den beiden oberen Augenecken zusam- 
menflieien. Die bei Oed. capito unpunktierte Vorderstirn ist hier 
ebenfalls durch kleine schwirzliche Piinktchen an den Haarwurzeln 
geziert. Der Hinterkopf ist in der Mitte ausgedehnter schwarzlich 
gefiirbt. Der dunkle Querstrich unter den Fiihlern ist markierter 
und tritt kraftig auf die Wangen tiber. Die Backen sind in den 
unteren zwei Dritteln deutlich mit ziemlich langen schwarzen Hiirchen 
besetzt, welche teilweise ebenfalls dunkle Wurzelpiinktchen haben. 
Bei Qed. capito sind die Backen nackt oder fast nackt; auch der 
braune Strich, parallel mit dem unteren Augenrande an den hinteren 
Jacken, fehlt der Loewschen Art. 

Am aschgrauen Thorax sind die Léngsbinden der Pleuren 
breiter und dunkler, die Punktierung zwischen den Lingsstriemen 
des Riickens dichter. Der Hinterleib ist oben gleichfalls ziemlich 
dicht mit dunklen Wurzelpiinktchen besetzt. Beim Q zeigen sich 
zwei nicht scharf abgegrenzte dunklere und etwas glinzende Lings- 


Wiener Entomologische Zeitung. XXVIII. Jahrg., Heft VII und VIII (25. September 1909). 


268 Friedrich Hendel: 


striemen, die iiber den ganzen Hinterleib verlaufen. Das erste Glied 
des Ovipositors ist mit dem Hinterleibe gleich gefarbt. 

Vorderhiiften rétlich gelb, aufien grau. Schenkelringe rotgelb. 
Alle Schenkel, mit Ausnahme der gelben Spitze, schwiirzlich, dicht 
aschgrau bestiiubt und dunkel punktiert, nur hie und da etwas rotlich 
durchscheinend. Die Schienenringe sind sehr dunkel und scharf aus- 
gepragt. 

Submarginalzelle in der Spitzenhilfte schwarzbraun. Bei Oed. 
capito ist diese Zelle ganz glashell. 

Anmerkung: Die Abweichungen dieser Art von Oed. capito, die 
ich in mehreren Stiicken aus verschiedenen schon bekannten Lokalitéten 
besitze, scheinen mir spezifische zu sein. Schon dem Habitus nach 
kann man beide Formen von einander unterscheiden. 

Die dritte bis jetzt bekannte Art., Oed. elegans Giglio-Tos, kenne 


ich nur aus der Beschreibung. Durch die Fliigelzeichnung — ,,alis 
maculis parvis fuscis plurimis omnino adspersis“’ — ist sie wohl 


leicht kenntlich. 


IX. Stictomyia longicornis Bigot. 

Diese Art liegt mir in mehreren Stiicken aus Mexiko (St. Fe), 
von Bilimek gesammelt, und in einem Exemplar aus Neu-Mexiko, 
welches mir Herr E. T. Cresson jr. freundlichst mitteilte, vor. 
Letzteres Stiick unterscheidet sich in folgenden Punkten von den 
mexikanischen Tieren: Die Fiihler sind nicht ganz einfarbig dunkel- 
braun, sondern an den Wurzelgliedern und der Basis des dritten 
Gliedes rétlichgelb. Die bei Betrachtung gegen dunklen Hintergrund 
sichtbar werdenden weiben Punkte des Fliigels sind gréfier und 
weniger zahlreich. 


X. Axiologina (n. g.) ferrum-equinum n. sp. 

¢ 9, Peru (Meshagua; November, Dezember), Koll. Schnuse, 
und Brasilien, Exped. Wettstein. 

Stirn schmiéler als ein Auge, parallelrandig, ziemlich gleich- 
mabig rauh behaart. Strieme dunkel rotbraun, matt; Augenrander 
fein weil eingefafit. Scheitelplatten, Ozellendreieck und oberer 
Hinterkopf glinzend schwarz, metallisch griin oder blauschimmernd. 
Ebenso das Untergesicht. Wangen und Backengruben rot. Klypeus 
unter den Fiihlern weifilich bereift. Fiihler dunkelbraun, an der 
Basis ausgedehnt rétlich: 3. Ghed langlich oval. Prilabrum sehr 
erol, hoch und breit, metallisch schwarz. Riissel und die etwas ver- 
breiterten Taster schwarz, letztere borstig. 


Beitrag zur Kenntnis der Ulidiinen (Dipt.). 269 


Thorax glinzend griin- oder blauschwarz, auf dem Riicken durch 
eine briunliche Bestiiubung ziemlich matt. Die Quernahtiiste, der 
Supraalarcallus sowie der Hinterrand des Schildchens metallisch braun. 
Die Oberseite des Schildchens lichter bereift. 

Hinterleib schwarzbraun, wenig glanzend. Der 4. Ring etwas 
linger als die iibrigen. Erstes Glied des Ovipositors kiirzer als breit, 
stark abgestutzt. 

Hiiften und Beine pechbraun. Knie schmal rotbraun. Vorder- 
fiiie dunkelrotbraun, die hinteren gelbrot. 

Fliigel glashell mit vier schmalen, schwarzbraunen Querbinden. 
Die zwei mittleren biegen an der Kosta zusammen und vereinigen 
sich zu einem hufeisenférmigen Fleck. Die vierte Binde liegt oben 
an der Fliigelspitze, die erste an der Fliigelwurzel. 

Subkosta nicht konkav, sondern konvex aufgebogen in die 
Kosta miindend. Radialader im Endteil mit der Kosta parallel laufend. 
Kleine Querader in der Nahe der Basis der Diskoidalzelle gelegen. 
Analzelle unten mit einer’ schlanken Spitze. 

Schiippchen braun, Schwinger schwirzlich. 

Korper 3°5 mm, Fliigel 3 mm lang. 

Anmerkung: Die Gattung Axiologina kennzeichnet sich durch 
das eigentiimliche Fliigelgeider genitigend. 


XI. Eumecosomyia (n. g.) gracilis Coquillett. 


Epiplatea gracilis, Coqu. Journ. N. York Ent. Soc. Vol. 8, 
p: 25 (1900). 

6 39 aus Cuba (Havanna), Haiti (Santo Domingo), Brasilien 
(Iguape), Paraguay. Coquilletts Stiicke sind aus Mexiko. 

Zur Originalbeschreibung méchte ich noch hinzufiigen: die ersten 
zwei Fiihlerglieder nicht ganz schwarz, sondern die distale Hiilfte 
des zweiten schon rotgelb. Beine nicht blob einfarbig rotgelb, sondern 
die Vorderschienen in verschiedener Ausdehnung gebriiunt, die Vorder- 
fiibe mit Ausnahme des Endgliedes und der Spitzen der anderen 
Glieder dunkelbraun. Die hinteren Schienen haben vor der Spitze 
einen braunen Fleck resp. Ring. 

Die Gattung Eumecosomyia unterscheidet sich von allen Ulidiinen 
durch die rundliche Analzelle, die fehlende Analader und den rudi- 
mentiren Anallappen. 

Epiplatea ist eine Richardiinen-Gattung ohne Beborstung der 
unteren Stirn, mit ovalem, nicht zugespitztem 3. Fiihlerglied und 
einem zwischen deutlichen Fiihlergruben gekielten Klypeus. Auch 


Wiener Entomologische Zeitung, XXVIII. Jahrg., Heft VII und VIII (25. September 1909). 


270 Friedrich Hendel: Zur Kenntnis der Ulidiinen. 


ist die Stirn im Gegensatze oben breiter als unten und die Anal- 
ader und der Lappen deutlich entwickelt. 


Eumecosomyia lacteivittata n. sp. 


2 ¢S aus Mexiko (Orizaba; Marz); leg. Bilimek. Wiener Hof- 
museum. 

Stirn vorn so breit wie ein Auge, nach oben hin stark ver- 
schmilert, aber im ganzen etwas breiter als wie bei gracilis; Strieme 
gelbrot, am Augenrande weil} bereift, dort und vorne in der Mitte 
beborstet. Scheitelplatten, Ozellendreieck und oberer Hinterkopf 
metallisch blau. Wangen und Backengruben gelbrot. Klypeus winkelig 
gebrochen, metallisch blau, oben weifilich bereift, Lunula ebenfalls. 
Fiihler und Taster rotgelb. 

Thorax blaugriin, Riicken etwas bréunlich bereift. Hinterleib 
dunkelschwarzeriin, etwas rétlich durchscheinend. 

Hiiften gelbrot. Beine metallisch blaugriin. Knie, Schienen- 
spitzen und Fiive rot. 

Fliigel in der Spitzenhilfte braun. Die innere Grenze derselben 
ist bogig konvex; ihre Enden oben und unten an den Fliigelrindern 
liegen in der Verliingerung der hinteren Querader, der Bauch in der 
Mitte zwischen den beiden Queradern. In der Basishiilfte des Fliigels 
liegt ein dreieckiger brauner Fleck, dessen Spitze das braune Rand- 
mal, dessen Basis der Hinterrand des Fliigels ist. Der dubere 
Schenkel dieses Dreieckes beriihrt die kleine Querader, der innere lalit 
gerade noch die Wurzelzellen frei. Fliigelwurzel gelblich. In der 
Fliigelmitte erscheint der glashelle Zwischenraum gegen dunklen 
Hintergrund als oben und unten erweiterte milchweilie Querbinde. 

Schiippchen und Schwinger gelblichweili. 

Im iibrigen gleicht die Art ganz der Hwmecos. gracilis Coqu., 
so namentlich in der Kopf- und Fiihlerform und in der Fliigel- 
aderung. 

Die Unterschiede beider Arten liegen im samtschwarzen Lunula- 
fleck und in der anderen Bein- und Fliigelfarbung bei gracilis. 

Auch die Grifie ist bei beiden Arten gleich, Kérper- und 
Fliigellinge 45 —5 mm. 








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Uber acalyptrate Musciden. 
Von Friedrich Hendel in Wien. 


Mit Tafel I. 


Sonderabdruck aus der ,,Wiener Entomologischen Zeitung“, 
XXIX. Jahrgang 1910. 





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Uber atalyptrate Musciden. 
Von Friedrich Hendel in Wien. 


Mit Tafel I. 


I. Subfam. Ortalidinae. Gruppe Ortalidina. 


Zwei neue paliarktische Dorycera-Arten. 

In meiner synoptischen Ubersicht der bisher bekannten Dorycera- 
Arten, Zeitschr. f. Hymenopt. u. Dipterol., 1908, p. 104, hatte ich als 
neu die Dorycera tuberculosa u. die Perenomatia judaea beschrieben. 
Ich kann nun abermals zwei neue Spezies bekanntmachen, die eine 
aus der Sammlung des Herrn Kollegen Lichtwardt, die zweite 
aus der Kollektion des verstorbenen Prof. J. Mik, im k. k. Hof- 
museum. 


Dorycera nitida n. sp. 

2 JS aus Ak-Chehir (1900) in Anatolien. Koll. Lichtwardt. 

Diese Art steht durch Kopf und Fiihlerform der Dor. tuber- 
culosa Hend. und auch der Dor. brevis Loew am niachsten, unter- 
scheidet sich aber von allen Arten leicht dadurch, dai der ganze 
Korper glanzend schwarz ist und nur der Thoraxriicken zwei wenig 
auffallende schmale weifliche Langsbinden in den Linien der Dorso- 
zentralborsten zeigt, die dunkel punktiert und vorn tiber dem Humeral- 
callus etwas erweitert sind, riickwirts das Schildchen aber nicht er- 
reichen. Zwischen ihnen ist in der Medianlinie ein vorn und hinten 
abgekiirzter weiflicher Strich, in gewisser Beleuchtung aber sind drei 
derartige, nach vorn konvergierende feine Linien sichtbar. Alle diese 
Bestaubungen verhindern aber nicht, daB der Riicken als vorherrschend 
glanzend schwarz aussieht, was sonst bei keiner anderen Art der Fall 
ist. Uberdies sind auch die Pleuren und das Schildchen ganz unbe- 
stiubt und glinzend. Der Hinterleib erscheint nur durch die feine, 
aus Querrunzeln bestehende Skulptur der Tergite etwas matter. 

Der Kopf ihnelt sehr dem der Dor. tuberculosa Hend. Wie bei 
dieser Art ist er etwas héher als lang, hat lotrecht ovale Augen und 
keine ebene, sondern eine unter den Ozellen etwas konkave, vorn 
aber iiber den Fiihlern wieder aufgewélbte Stirn. Bei twbereulosa 
nimmt diese Konvexitiit des Stirnvorderrandes zwischen Fiihler und 
Auge sogar Beulenform an, was bei der neuen Art aber nicht der 


Wiener Entomologisvhe Zeitung, XX1X. Jahrg. Heft II und II (28. Februar 1910), 


102 Friedrich Hendel: 


Fall ist. Auch steht bei derselben die Stirn viel weniger, kaum den 
halben horizontalen Augendurchmesser vor die Augen vor. Stirn 
in der Mitte gelbrot, wachsgliinzend, mit einer dunkleren Median- 
linie vor den Ozellen; der ganze Hinterkopf, die Ozellen- und 
Scheitelplatten glinzend schwarz; Augenrinder dunkelrotbraun, stark 
glanzend, nach vorn hin und au: die Wangen herab etwas _heller 
werdend. Backen gelbrot, unter dem Auge mit einem grofen dunklen 
Fleck, ohne scharfe Begrenzung. Klypeus gelbrot, nur in den Fiihler- 
eruben bis zum Mundrand linienartig gliinzend schwarz. Fiihler rot- 
gelb, drittes Glied rot, an der Spitze gebriéunt. Zweites Glied diinn 
und schlank, gut dreimal so lang wie breit, merklich schmiiler als 
das dritte, was bei tuberculosa nicht der Fall ist. Das dritte Glied 
hat langlich eitérmige Gestalt und ist °/, des zweiten lang. Die Arista 
steht medial. 

Bei D. tuberculosa Hend. ist das Cerebrale weil bestiubt; es 
glinzen nur die Ozellen- und Scheitelplatten, die Augenrinder sind 
ebenfalls bestiubt und nur an den Beulen kommt der Glanz wieder 
zum Vorschein. 

Die rotgelbe Stirnmitte ist ganz matt. Die Wangen, der Klypeus 
und die Backen sind rotgelb. Der Lingskiel des Untergesichts zeigt 
hier einen schwarzen Fleck unter den Fiihlern und jede Rinne der 
letzteren nur ein kleines schwiirzliches Strichelchen. Der ganze Augen- 
umfang ist zart weil bereift, zwischen Fiihler und Auge liegt unter 
der Beule ein schwirzlicher Querstrich. Auch die Backen zeigen einen 
solehen unter den Augen. Der ganze untere Hinterkopf ist hier rot- 
gelb und nur der obere wie bei ntida schwarz. 

Der ganze Korper ist wohl auch von glinzend schwarzer Grund- 
farbe, aber der Glanz durch die vorherrschende, wenn auch zarte 
weililiche Bestiubung zuriickgedringt. Thoraxrticken mit sechs breiteren, 
stark glinzenden Liingsstriemen der Grundfarbe in der Bestéiubung, 
die hinter dem gliinzenden Humeralcallus am dichtesten ist. Schildchen 
oben in der Mitte, Pleuren in ihrer Giénze zart bereift. Am gliinzend 
schwarzen Hinterleib sehe ich bei einem besonders gut erhaltenen 
Stiicke (<j) eine weiligraue Querbinde an der Grenze des 1. und 2. 
Tergits, je eine spitz dreieckige solche Makel in der Mitte des 3. bis 5. 
Tergits, mit der Basis dem Vorderrande anliegend. 

Bei D. nitida sind die Beine nicht einfarbig rotgelb, wie bei 
tuberculosa, sondern die Schenkel mit Ausnahme einer breiten Spitze 
schwarz. 

Im Fliigel unterscheidet sich nétida ebenfalls von allen anderen 
Arten, ausgenommen die folgende, indem derselbe mit Ausnahme der 


Uber acalyptrate Musciden. 103 


schwach angerauchten Spitzen der Lingsadern 2 bis 4 einfach gelblich 
hyalin erscheint. , 
Koérper 7 mm, Fliigel 6 mm lang. 


Dorycera caucasica n. sp. 


2¢ Q aus Derbent und Talysch im Kaukasus, Mai 
1885, k. k. Hofmuseum. 


Durch die Form des dritten Antennengliedes, das sich jenseits 
der Arista plétzlich verjiingt und zuspitzt, der D. graminum Fab. 
ihnlich. Das dritte Fiihlerglied ist aber nur wenig linger als die 
Halfte des zweiten, die Augen sind deutlich senkrecht oval, die Stirn 
ist nicht eben, sondern wie bei tuberculosa Hend. geformt und vorn 
seitlich mit Beulen versehen; sie steht 7), des wagrechten Augen- 
durchmessers vor die Augen vor. 

Die Stirnmitte ist matt rotgelb und enthalt eine schwarze Mittel- 
linie. Oberer Hinterkopf mit Ausnahme des rotgelben Cerebrales, sowie 
die Ozellen- und Scheitelplatten und die Stirnbeulen glanzend schwarz. 
Augenrinder weil} bestaubt. Unterer Hinterkopf, Wangen, Backen 
und Klypeus rotgelb. Unter jedem Fiihler in der Rinne ein keil- 
formiger schwarzer Fleck und darunter ein ebensolcher Strich. Zwischen 
Fiihler und Auge, sowie unter dem letzteren auf den Backen ein 
schwiirzlicher Strich. Aber auch der Wangenrand an den Fazialien 
ist geschwiarzt. Fiihler wie bei D. nitida gefirbt. Das zweite Glied 
ist schlank, etwa viermal so lang wie breit. Die Arista steht vor der Mitte. 

Thorax, Schildchen und Hinterleib glinzend schwarz. Thorax- 
riicken sehr dicht grau bestiiubt, mit sechs schmalen Lingslinien der 
Grundfarbe. Schildchen oben wie der Riicken mattgrau. Kin Streifen 
von dem Humeraleallus bis zur Fliigelwurzel glinzend schwarz. Dar- 
unter sind die Pleuren weiflichgrau bereift. 

Beine rotgelb, FiifSe an der Spitze gebriunt. 

Hinterleib bei 9 3, eintarbig glinzend schwarz, beim < ahnlich 
wie bei D. nitida mit sehr fein querrunzelig ziselierten Tergiten. 

Fliigel intensiv gelblich tingiert. Die Liingsadern an der Fliigel- 
spitze, besonders die Radialis, merklich angeraucht. Die Tingierung 
der Fliigelfliche ist entschieden auffallender als bei mnitida, aber 
schwicher als bei tuberculosa. 


Korper 75 mm, Fliigel 6 mm lang. 


Wiener Entomologische Zeitung, XXIX Jahrg., Heft I1 und III (28. Februar 1910). 


104 Friedrich Hendel: 


Gruppe Ulidiina. 


Timia planiceps n. sp. 

292 aus Tscherwach, Marz1887, Turkmenien. K. k. 
Hofmuseum, Wien. 

Bei Beniitzung meiner ,Synopsis der bisher bekannten Timia- 
Arten“, Zeitschrift f. Hym. und Dipterol., 1908, p. 1, wiirde diese Ar 
auf Punkt 2, ,Schildechen ganz schwarz“, fiihren. Aber weder die dort 
angefiihrte Timia Jakowlewi Hend. noch die in der Synopsis noch 
nicht eimbezogenen Hmpyelocera-Arten mit schwarzem Schildchen 
konnen mit der neuen Art verwechselt werden, deren Kopf so stark 
von vorn her zusammengedriickt, daher so flach ist, dai er und die 
Augen im Profil gut zweimal so hoch wie lang sind. 

Kopf wachsgelb, mit sehr steil abfallender Stirn. Das Unter- 
gesicht tritt nur etwa 1/, des wagrechten Augendurchmessers vor die 
lotrecht gestellten Augen vor. Die Stirn ist die Hialfte des Kopfes 
breit, ohne Querfurche, von rotgelber Grundfarbe, die in zwei fast 
parallelen und gleichbreiten medianen Lingsstreifen und zahlreichen 
Wurzelpiinktchen der kurzen und zarten schwarzen Grundbehaarung 
sichtbar bleibt, sonst aber in dem mit den zwei roten Lings- 
streifen gleichbreiten und fast unpunktierten Zwischenraum der Mitte 
und den seitlichen Stirndritteln an den Augen dicht weifilich bestéubt 
ist. Ozellenfleck und die kurzen Scheitelplatten glainzend schwarz- 
braun. Scheitelkante ziemlich scharf. Cerebrale gelbrot. Hinterkopf 
in der Mitte und oben schwarz, licht bestiubt. 

Fiihler schwarzbraun. Klypeus relativ flach, nicht starker als 
die Stirn vortretend. Riissel und die langborstigen Taster schwarz- 
braun, letztere an der Wurzel rot. Fulcrum hell rotgelb. 

Thorax und Schildchen von glinzend metallisch griin-schwarzer 
Grundfarbe, Riicken und Schildchen dicht, Hinterriicken und obere 
Pleuren weniger dicht, untere Pleuren nicht hell gelblich-grau be- 
stiubt. Riicken und Schildchen sind dicht mit Wurzelpiinktchen der 
Grundfarbe an den Haaren bedeckt. 

Wihrend die Stirnbehaarung sehr kurz ist, sind der Riicken, 
namentlich aber die Oberseite des Schildchens, sowie die Rinder der 
Mesopleuren und Sternopleuren lang, ja man kann sagen borstig 
behaart, wodurch diese Art vor allem charakterisiert wird. 

Auch die Beborstung ist nicht wie gewohnlich bei den Timien 
rudimentiir, sondern wohl entwickelt. Am Kopfe sieht man 1 bis 2 
Frontorbitale, 1 Ozellarpaar, 1 inneres und ein AuSeres Vertikalpaar 
und ein kleines, paralleles Postvertikalpaar; am Thorax 1 Humerale, 





Wien. Entomol. Zeitung lriedr:Hendel : 


: AYLY Jahrgang 1910. Uber acalyptrale Muscidae. 


dane 





FHendel ad.natfec Lith.u.Kunstdruckerei v.Th.Bannwarth Wien 





Uber acalyptrate Musciden. 105 


2 Notopleurale, 3 Supraalare, 1 Paar Dorsozentrale und Priskutellare, 
1 deutliche Prothorakale, mehrere Mesopleurale an der Naht und 
eine stirkere Borste unter den Borstenhaaren oben an den Sterno- 
pleuren. Das gewolbte Schildchen hat aufverdem 4 lange Randborsten. 

Hinterleib glinzend metallisch blaugriin, ziemlich hell fiir eine 
Timia, ohne Punktierung. Das erste Glied des Ovipositors hat den 
gleichen Schimmer, scheint aber rétlich durch und ist ein- und ein- 
halbmal so lang wie das letzte Segment des Abdomens, breiter als 
lang, hinten sehr stumpf. Die schwarze Behaarung des Hinterleibes 
ist gegen die Spitze zu ziemlich rauh. Beine normal beborstet. Die 
Schenkel sind mit Ausnahme des Spitzendrittels gliinzend schwarz- 
ertin, sonst wie die Schienen und Fiifie rotgelb. Die Spitzen der vor- 
dersten Schienen und Fiibe sind merklich gebréunt. Hiiften schwarz. 
Schiippchen und Schwinger gelblich. Fliigel wasserklar mit gelben 
Adern. 

Koérper 9 5, ¢ 4mm, Fliigel Q 4°5, GQ 3:5 mm lang. 


Il. Subfam. Tephritinae. ') 


Urophora tenuis n. sp. 

2 ¢G aus Kungruily, April 1887, Turkmenien. K. k. 
Hotmuseum, Wien. 

Diese und die néachste Art gehéren zu der Gruppe mit quer- 
bandierten Fliigeln und schwarzen, nur an der Spitze gelben Schenkeln. 
Von allen bekannten Arten unterscheiden sie sich aber dadurch, dab 
die Discoidalis merklich vor der Fliigelspitze miindet und die braune 
Spitzenquerbinde gerade an der Spitze endet und nicht unter die- 
selbe herabreicht und daf die erste Hinterrandzelle an der Miindung 
ganz merklich verengt ist. 

Den Fliigel der Ur. tenuis zeigt Fig. 3, Taf. I. Die erste Quer- 
binde ist an der Analader nicht herabgezogen und beriihrt die zweite 
gerade erst an der Kosta; beide sind am Fliigelvorderrande durch 
eine rostbraune Stelle getrennt. Die zweite Querbinde ist gebogen, 
verschmilert sich nach hinten, ohne den Fliigelhinterrand zu 
erreichen, ist aufen und hinten scharf begrenzt, nicht verwaschen 
und an den Langsadern nicht ausgezackt. Das letztere gilt auch von 
der dritten Querbinde, die ganz gerade ist und sich am Hinterrande 
spitzig zusammenzieht. Die apikale Querbinde reicht, wie schon 
gesagt, nur bis zur Fliigelspitze, und ganz wenig unter die Discoidalis 








1) Nimmt man den iltesten Gattungsnamen, so muf man mit Czerny 
Huribiinae schreiben. 


Wiener Entomologische Zeitung, XXIX. Jahrg., Heft Il und III (28. Februar 1910). 


106 Friedrich Hendel: 


herab. Der glashelle Zwischenraum zwischen ihr und der 3. Binde reicht 
unten etwas in die Submarginalzelle hinein. Die Farbe der Quer- 
binden ist ein tiefes Braun; sonst ist der Fliigel glashell, an der 
Wurzel etwas gelblich tingiert. 

Stirnstrieme gelb, vorn oft rotgelb. Ozellenplatte, die Augen- 
rander, die Lunula, die Wangen und Backen weiligelb, porzellanartig gliin- 
zend. Fiihler, Taster und Riissel rotgelb, letzterer noch etwas linger als 
bei Ur, quadrifasciata’ Mg. und auch gekniet. Hinterkopf ganz 
schwarz. 

Die K6rpertirbung wie sonst bei den Urophora-Arten. Der Riicken 
ist ziemlich dicht gelblichgrau bestéubt. Das Schildchen ist fast ganz 
gelb, nur an den Seiten der Basis ein wenig schwirzlich. Schienen 
und Tarsen ganz hell rotgelb. Die Legeréhre ist so lang oder tast 
etwas langer als der Hinterleib. 

Korper ohne Legeréhre etwas tiber 3 mm, Fliigel 3 mm lang. 


Urophora nigricornis n. sp. 


co Q aus Ober-Murgab, April 1887, Turkmenien. K. k. 
Hofmuseum, Wien. 

Steht der Ur. tenuis sehr nahe. Ihr fehlt aber die erste 
Fliigelquerbinde vollstandig. Die Analzellen sind ganz glashell 
nur der Vorderrand des Fliigels ist an der Fliigelbasis rétlichgelb 
tingiert. Die zweite Querbinde ist gerade, noch schmiiler als bei Ux. tenuis 
und erreicht ganz den Hinterrand. Bei einem Stiicke bricht sie schon 
unter der Discoidalis ab. Auch die dritte Querbinde ist gerade und 
streifenformig. Der glashelle Zwischenraum zwischen beiden ist oben 
breiter als unten, oben viermal, unten dreimal so breit wie eine der 
(Juerbinden. Die apikale Binde hat dieselbe Lage wie bei tenis, der 
glashelle Zwischenraum vor ihr reicht aber bis in die Marginalzelle 
hinein. 

Fiihler tief braunschwarz. Die Legerdhre ist linger als der 
Hinterleib. Die Art ist etwas gréBer als Ur. tenuis, in allen tibrigen 
Merkmalen ihr aber gleich. 


Urellia augur Frfld. var. tridens n. v. 
Frauenfeld, Sitzber. k. Akad. Wissensch. Wien, XXII. Bd., p. 556, 
Taf., Fig. 10 (1856). — Loew, Berlin. Ent. Zeitschr., Vol. V, 
p. 304, Taf. 2, Fig. 30 (1861). 
36 2 von Ober-Murgab, Turkmenien. April 1887. 
K. k. Hofmuseum, Wien. -- 


Uber acalyptrate Musciden. 107 


Die von beiden Autoren von der aut der Halbinsel Sinai ge- 
fangenen Tephritine gegebene Beschreibung stimmt mit Ausnahme 
einiger Verschiedenheiten der Fliigelzeichnung ganz auf einige Fliegen 
aus Turkmenien, so dali ich in letzteren nur eine Varietét der 
Frauenteldschen Art erblicken kann. Diese Verschiedenheiten be- 
stehen, wenn man meine Figur 4, Taf. I, betrachtet, darin, dali vom 
Aderabschnitt der Discoidalis zwischen den Queradern drei und nicht 
blo zwei Bindenrudimente in die Diskoidalzelle hineinragen und dali 
auber dem grofen glashellen Fleck an dem genannten Aderabschnitt 
in der ersten Hinterrandzelle noch ein bis zwei helle Punkte zu sehen 
sind. Auch die Grofie der Turkmenischen Fliegen ist etwas grober, 
& iiber 3, Q iiber 4 mm, gegen G' 2:7, 9 4 mm der typischen Form. 

Ich hatte diese Form noch eher fiir eine selbstindige Art gehalten, 
wenn ich nicht an einer Reihe von Stiicken der Urellia stellata 
Fiiessl von derselben Lokalitiit und aus Kleinasien (Erdschias, 
Dr. Penther) ein vollstindiges Ubergehen der Fliigelzeichnung in 
jene der Urellia decora Loew aus Siidafrika konstatiert hatte, so daft 
mir auch letztere Art nur eine Varietaét zu sein scheint. 


Meracanthomyia nom. nov. 


fiir Meracantha, Macquart, Dipteres exotiques, Suppl. IV, p. 285, 
Pl. 26, Fig. 9 (1850), priiokkupiert durch Meracantha, Kirby, Faun. 
Boreal. Amer., IV, p. 237 (1837) (Tenebrionidae). 


Diese Dacinengattung wurde meines Wissens seit Macquart 
von keinem Dipterologen mehr aufgefunden. Loew hielt sie in den 
Monogr. of N. Amer. Dipt., Vol. 3, p. 23, ftir eine Richardiine, 
korrigiert aber auf p. 70 diese Auffassung, ohne einen anderen 
bestimmten Platz im System anzugeben. Van der Wulp zahit 
sie in seinem Catalogue of the descr. Dipt. from 8S. Asia (1896), 
pag. 193, wohl bei den Tephritinen auf, aber nicht in der Nachbarschaft 
von Dacus und Ceratitis, wohin sie gehéren wiirde. 

Mir liegt eine neue Art aus Ceylon vor, die ohne jeden Zweitel 
in die Macquartsche Gattung gehdort. 


Merac. gamma n. sp. 
1 JG aus Ceylon. K. k. Hofmuseum, Wien. 
Die Stirn ist sehr schmal, oben nur die Hilfte eines Auges 
breit, nach vorn hin wenig breiter werdend, der Quere nach etwas 
konkav, vorn fiir die grofe, vortretende Lunula bogig ausgeschnitten, 


Wiener Entomologische Zeitung, XXIX. Jahrg., Heft If und UI (28. Februar 1910). 


108 Friedrich Hendel: 


oben die eng zusammengedringten Ozellen ganz an der Scheitelkante 
tragend. Der Farbe nach ist sie gelbrot, nach oben hinauf immer 
dunkler bis schwarz, wie der obere Hinterkopf, gefarbt. Davon heben 
sich die weifilichen Scheitelplatten, die an der Spitze vorn je eine 
obere Frontorbitalborste tragen, und die weibgelben Augenriander 
scharf ab. Ozellarborsten und Postvertikalborsten fehlen. Von den zwei 
Scheitelborstenpaaren sind die inneren parallel. Untere Frontorbital- 
borsten sind zwei nach innen geneigte Paare vorhanden. Lunula und 
Klypeus glinzend schwarz, letzterer aber unter den Fiihlern und seitlich 
am Rande gelb. Wangen, Backen und unterer Hinterkopf gelb. Unter 
dem Auge auf den Backen ein schwarzer Fleck. Die Stirn und der 
Klypeus stehen im Profil etwas vor die Augen vor; letzterer ist im 
Profil winklig gebrochen, am Mundrande emporgezogen und vor- 
tretend, der Quere nach stark gewélbt. Wangen und Backen sehr 
schmal. Oberer Hinterkopf ziemlich flach, unterer gewoélbt. Augen 
linglich oval, etwas schief gestellt. 


Fiihler aubergewohnlich verlangert, vorgestreckt ; alle drei Glieder 
sehr deutlich. Erstes Glied eifoérmig, so lang wie das zweite, mit 
demselben ein schwaches Knie bildend; zweites oben ausgeschnitten 
und die Wurzel des dritten umfassend, an der Wurzel mit einer 
langen abstehenden Borste versehen; drittes Glied linear und schmal. 
allein schon linger als der Kopf, mit basaler, an der Basis verdickter 
und dann fein und kurz gefiederter Arista. Die ersten zwei Glieder 
der Fiihler rotgelb, das dritte schwarzbraun. Riissel und Taster rotgelb. 


Thorax linger als breit, mit emer vollstandigen, auch die 
Thoraxmitte tief durchfurchenden Quernaht. Schildchen ein Viertel 
des Riickens lang, spitz dreieckig, oben flach, zweiborstig. Auf dem 
Thorax sieht man 2 Notopleurale, 2 Supraalare und 1 Mesopleurale. 


Der Farbe nach ist der Thorax glinzend pechbraun. Uber die 
Riickenmitte verliuft eine lichtere, durch Bestéiubung und hellere, 
rote Grundfarbe erzeugte Lingsbinde. Der Humeralcallus und die 
Stigmengegend, sowie die Mesopleuren neben der Naht porzellan- 
weil}. Die Lateraleegend des Riickens, namentlich an und hinter der 
(Juernaht gelbrot, desgleichen das nur oben in der Mitte braune 
Schildchen. Der Riicken und das Schildchen verlieren durch die kurze, 
anliegende helle Behaarung etwas von ihrem Glanze und erscheinen 
auch wie fein punktiert. Der glinzend pechschwarze Hinterleib ist 
linger als der Thorax, schmal, gegen die Basis hin allmahlich ver- 
schmilert, flaumig, hell behaart, nur wenig von oben her zusammen- 
gedriickt. Das rundliche Hypopyeg ist nur sehr klein. 


Uber acalyptrate Musciden. 109 


Die rotgelben Beine sind lang und schlank, die Schenkel etwas 
verdickt, die mittleren jedoch merklich staérker und auffallend langer 
als die anderen. Die Vorder- und Hinterschenkel sind auf der Unter- 
seite nur in der Spitzenhilfte, die mittleren aber fast der ganzen 
Linge nach mit kurzen schwarzen Dornen zweizeilig besetzt. Mittel- 
schienen innen mit einem Endsporn. Die Wurzeln der beiden hinteren 
Jeinpaare sowie die Spitze der Hinterschenkel rotbraun. Vorder- und 
Mittelhiiften gelb. 

Das Fliigelgeider zeigt die Abbildung besser als es Worte be- 
schreiben kénnen. Der Fliigel ist ganz glashell mit braunen Adern; 
die Subkostalzelle sowie die Fliigelzeichnung an der Spitze sind 
rotbraun. Die Subkosta und die Gabelstelle der Cubitalis sind beborstet. 
Schwinger und Schiippchen weibgelb. 

Korper ohne Fiihler 8 mm, Fiihler 2 mm, Fliigel 7 mm lang. 

Anmerkung. Die Macquart sche Merac. maculipennis |. ¢. 
aus Indien unterscheidet sich auSver durch spezifische Farbung durch 
abweichende Linge der zwei antennalen Wurzelglieder und nament- 
lich durch die Form der ersten Hinterrandzelle, welche durch gerade 
Lingsadern begrenzt wird, und durch die Gleichheit der letzten zwei 
Abschnitte der Discoidalis. 


lil. Subfam. Sciomyzinae. Gruppe Sciomyzina. 


Uber Sciomyza virgata Haliday. 

Vor einigen Jahren sandte mir Herr Austen vom Brit. Museum 
in London einige 3 und Q einer aus der Umgebung von London 
stammenden Sciomyza-Art, welche mir bei der ,,Revision der pala- 
~ arktischen Sciomyziden* 1902 noch nicht bekannt war. Diese englische 
Art steht der von mir als Ditaenia Lichtwardti p. 68 loc. cit. be- 
schriebenen, besser aber wohl bei der Gattung Sciomyza unterzubrin- 
genden Fliege sehr nahe. Ich folge damit einer Anregung des englischen 
Dipterologen und genialen Illustrators der ,, British Flies“, J. E. Collin, 
durch dessen Belegstiicke ich auch in Kenntnis gesetzt wurde, dali die 
in Verralls List of British Diptera, 1901, p. 31, aufgezihlte Sezo- 
myza virgata Haliday gleich der von Austen gesammelten Fliege ist. 
Damit erscheint auch die von mir |. c. p. 42 gemachte Notiz berich- 
tiet, in der List sei pallidiventris Fall. mit rufiventris Schin. ver- 
wechselt; ich sah die echte Sciom. pallidiventris Fall. aus England. 

Anders steht die Sache, ob wir den Halidayschen Namen 
fiir die mir nun vorliegende Art annehmen diirfen. Ich habe in 


Wiener Entomologische Zeitung, XXIX. Jahrg., Heft If und III (28. Februar 1910). 


110 Friedrich Hendel: 


meiner Monographie Sciom. virgata als Synonym zu_ pallidiventris 
Fall. gesetzt. Dazu bewog mich nebst dem Ubereinstimmen der kurzen 
Halidayschen Beschreibung mit der von Fallén charakterisierten 
Fliege namentlich die Angabe ,the naked arista of this spe- 
cies (virgata) should be particularly observed*. Das stimmte 
mir damals nur auf padllidiventris Fall., weil mir die neue Art nicht 
bekannt war, deren Arista gleichtalls fast nackt ist und die auch in 
der Grobe, Korper und Fliigel bis 6 mm lang, mehr den Halidayschen 
Mafien gerecht wird, als die nur 3°5 mm lange pallidiventris Fall. 
Aber auch die von Haliday gekennzeichnete Beinfarbung palit besser 
auf die mir neue Art als im allgemeinen auf die Fallénsche, bei 
der bei manchen Stiicken auch die Schenkel und Schienen. stirker 
gebriunt sein kénnen. Freilich gibt es wieder Exemplare, aut welche 
die Halidaysche Beschreibung der Beine vollinhaltlich pabt. Nimmt 
man aber als wahrscheinlich an, dafi Haliday die in England nicht 
seltene echte Sc. pallidiventris Fall. wohl gekannt haben mag, so 
scheint die Deutung der mir bisher nur aus England bekannt gewor- 
denen Art als Sciom. virgata Hal. als nicht zu gewagt. 

Aber auch die Beschreibung der Sciom. albicarpa Rondani 
mochte ich, namentlich wegen der darin angegebenen zwei Merkmale : 
,ein schwirzlicher Punkt zwischen Fiihlerwurzel und Auge und die 
beiden Queradern dunkel geséumt“, auf die englische Art beziehen. 
Sie stimmt auch sonst ganz gut! 

Sciom. virgata Haliday (= albicarpa Rond.) will ich nun im Ver- 
gleich mit der ihr am nachsten stehenden Art Se.Lichtwardti charak- 
terisieren. Beide Arten haben in der Verlingerung der Ozellenplatte 
nach vorn hin eine zugespitzte, silberschimmernde Strieme, welche 
aber mehr eine Zeichnung als eine feste Chitinleiste ist, weshalb ich 
die beiden Arten zur Gattung Sciomyza und nicht zu Ditaenia stelle, 
wie oben angedeutet. 


Sciom. Lichtwardti Hendel. 

Stirnvorderrand wie die ganze 
Strieme samtartig, matt rotgelb, 
sehr fein und zerstreut behaart. 

Stirn beim < neben den 
Fiihlern deutlich schmiiler als 
ein Auge, beim 9 kaum breiter 
als ein Auge. 

Zwischen Fiihler und Auge 
fehlt ein dunklerer Fleck. 





Sciom. virgata Haliday. 

Stirnvorderrand breit wachs- 
artig glinzend, relativ dicht und 
rauh behaart. 

Stirn beim <% so breit wie 
ein Auge, beim Q _ deutlich 
breiter. 


co mit tiefgelbem, Q mit 
schwirzlichem Fleck zwischen 
Fiihlern und Auge. 


Uber acalyptrate Musciden. iletall 


Arista pubeszent. | Arista nackt oder fast nackt. 
Thoraxriicken in der Zentral- Lateralgegend deutlicher gelb- 
u. Lateralgegend einfarbig asch- lich als die mehr graue Zentral- 
erau. Desgleichen die Pleuren. region. Pleuren  gelblichgrau, 


oben mit einer meist deutlichen 
braunen Binde. 


2—3 Pteropleuralborsten in Vier Pteropleurale, ein un- 
einer Reihe. regelmifiges Viereck bildend. 

Hinterschenkel des <j' unten Hinterschenkel des <Q kurz 
kaum linger behaart. biirstenartig behaart. 

Fliigel glashell mit gelben Fliigel an der Kosta hinter 
Adern. Auch die kleine Quer- der Mediastina etwas gebréunt. 
ader gelb. Beide Queradern dunkel gerandet, 


| die kleine tief schwarz gefirbt. 

Sonst ist bei Se. virgata der gelblichgraue Thoraxriicken mit 
vier dunkleren Lingsstriemen, wovon die seitlichen vorn abgekiirzt 
sind, gezeichnet. 

Die Beine sind gelb. Die Vorderschienen an der Spitze etwas 
tiefer gelb. Beim Q ist der Metatarsus der Vorderfiifie weifigelb, an 
der Spitze und die folgenden 4 Glieder schwarzbraun. Beim <j’ sind 
die Vorderfiive fast ganz gelb, nur gegen die Spitze hin etwas dunkler. 

Die Sciom. scutellaris Roser wird in der ,,List of Brit. Diptera” 
als Sciom. pallidicarpa Rondani aufgezihit. Ich kann dem aber nicht 
zustimmen, da Rondani ja die Rosersche Art gekannt und auch 
gut beschrieben hat. Sciom. pallidicarpa steht dagegen der Sciom. 
Lichtwardti jedenfalls sehr nahe, unterscheidet sich aber nach der 
Beschreibung durch die nicht roten Schultern. Ohne die Rondanische 
Type gesehen zu haben, lift sich wohl kein sicheres Urteil fallen! 


IV. Subfam. Helomyzinae. Gruppe Leriina. 


Thyreophorella, eine neue Gattung der Helomyzinae. 

Unter den undeterminierten Dipteren der Winthemschen 
Sammlung in Wien entdeckte ich ein Stiick aus Brasilien, das durch 
die Linge und Starke der Borsten auf Kopf, Schildchen und Thorax- 


riicken — man betrachte die Riickenborsten der Figur 1, Tafel J, 
die aufgerichteten Spiefien gleichen — auffiel. Die sonderbare Kopt- 


gestaltung mit dem grubig vertieften Klypeus, dem stark vorsprin- 
genden Kpistom, die klemen runden Augen, die Fiihlerform, die 


Wiener Entomologische Zeitung, XXIX. Jahrg., Heft II und III (28. Februar 1910). 


112 Friedrich Hendel: 


stark beborsteten Mittel- und Hinterschienen, das verliingerte Schild- 
chen, die kaum beborstete Kosta, die eng beisammen verlaufenden 
Langsadern Mediastina und Subkosta, die vorn nicht bauchig, sondern 
gerade begrenzte, unten nicht zuriickweichende, sondern rechteckige 
Analzelle, das alles sind Merkmale, die sich nicht so schnell unter 
einen Hut bringen lassen. 

Da ich mich von dem systematischen Werte des Index-Charak- 
ters ,,Postvertikalborsten gekreuzt“ im Laufe meiner Studien geniigend 
iiberzeugt habe, kommen nur die Subfamilien der Acalyptratengruppe 
in Betracht, welche diese Borstenstellung zeigen. 

Die Subfamilie der Coelopinae') hat wohl auch eine ahnliche 
Koptform wie Thyreophorella, namentlich auch beborstete Schienen 
und eine nicht bauchige, sondern unten eckige Analzelle. Auch die 
Fuliendgheder sind im Vergleiche mit den anderen vergroéfert. Ein 
wesentliches Merkmal der Coelopinae scheint mir aber vor allem die 
ganz absonderliche Flachheit des ganzen Leibes, die geringe Hohe 
der Brust und damit verbunden das Ausgehdhlitsein derselben an den 
Pleuren tiber den Vorderhiiften zu sein, ein Merkmal, das nicht im 
entferntesten auf Thyreophorella pabt. Auch zeigt diese Gattung am 
Vibrisseneck nur eine einzige, starke Borste, wihrend die Coelopinen 
dort und an den Peristomalien eine Reihe gleichstarker Haare aufweisen. 

Kommt also die Gruppe der Coelopinae nicht in Betracht, so 
bleibt unter allen anderen mit gekreuzten Postvertikalen nur diejenige 
der Helomyzinae und zwar die Untergruppe Leriina derselben, in 
welche unsere Gattung eingereiht werden kann. Freilich zeigt keine 
der mir bekannten Helomyzinengattungen eine ihnliche Kombination 
der eingangs aufgezihlten Charaktere der Thyreophorella, doch der 
Monograph dieser Gruppe, Herr Abt L. Czerny, schrieb mir nach 
Untersuchung der Fliege, dafi die Gesichtsbildung derselben der bisher 
noch nicht charakterisierten Borboropsis fulviceps Strobl gleiche und 
er sie unbedingt fiir eine Leriine halte. Die dem Kollegen Czerny 
iibersandte Fliege war aber nicht das brasilianische Stiick, sondern die 
Wiedemannsche Type der Scatophaga diadema aus Montevideo, 
welche ich erst spiter als zur gleichen Gattung gehérig erkannt 
hatte und die vielleicht gar blofi das andere Geschlecht darstellt. 

Wiedemann schreibt am Schlusse seiner Beschreibung: .,[m 
Berliner Museum unter der Bezeichnung Diacia diademu, wohin auch 
die europiiische M. furcata Fab. gezihlt wird.“ 

1) Ich wihle diesen Namen, weil Coelopa die verbreitetste und ialteste 
Gattung dieser Gruppe ist und nicht Malacomyza Hal. (= Phycodroma Stenh. 
nach Czerny.) 


Uber acalyptrate Musciden. ist 


Daraus ist deutlich zu erkennen, dali die Scat. diadema tiir eine 
zu Thyreophora gehorige Art gehalten wurde. Veranlassung hiezu 
kann das verlingerte, spitze Schildchen geben, das aber bei den 
Thyreophorinen eine wesentlich andere Gestalt hat. Da aber diese 
Gruppe divergente Postvertikale besitzt, kommt sie in meinen Augen 
nicht in Betracht. 


Thyreophorella n. gen. 


Stirn fast wagrecht, gut dreimal so breit wie ein Auge, parallel- 
randig. Ozellenplatte allein deutlich differenziert, kurz und klein, 
eanz oben am Scheitel, die 3 Punktaugen nicht weit voneimander 
entfernt. Die Stirn ist mit ihrem Vorderrande etwas tiber die Wurzeln 
der Fiihler vorgezogen, bildet dort im Profile mit dem Klypeus einen 
ungefiihr rechten Winkel, ist der Liinge nach nicht, der Quere nach 
mibig gewélbt und geht oben ohne scharfe Scheitelkante in allmah- 
licher Wélbung in den konvexen Hinterkopf tiber. Ihre Grundbehaarung 
ist kurz und fallt wenig auf. Die Wangen und Backen sind aufier- 
ordentlich breit, erstere 2 Drittel, letztere 3 Drittel des Durchmessers 
der véllig runden Augen breit, beide nackt. Die Grenze des behaarten 
und etwas wulstigen unteren Hinterkopfes ist als eine schiefe Linie 
hinter den Augen bis zum tiefsten Punkt des Kopfes scharf abgesteckt. 


Der Klypeus liegt vertieft, hinter den Stirnvorder- und den Seiten- 
rand der Wangen zuriickgezogen, so dal} nur das dritte Glied der 
Antennen sichtbar bleibt. Das ist der Fall bei einem <j und einem 9, 
wihrend die Type der Scat. diadema Wied., ein Q, ein eben aus- 
geschliipftes Stiick mit Resten der Stirnblase in der Spalte tiber den 
Fiihlern einen nicht versenkten Klypeus wie die anderen 2 Stiicke 
zeigt. Der Klypeus ist im Profile winkelig gebrochen, das Hpistom 
unten tritt stark, fast wagrecht vor. In der Liingsmitte wird er von 
einem scharfen Kiele durchzogen, an dessen beiden Seiten mulden- 
artige Vertiefungen fiir die Fiihler liegen. Von vorn gesehen ist der 
Mundrand stark in die Hohe gezogen, fast in die Linie des unteren 
Augenrandes, seine seitlichen Begrenzungen sind die sehr kurz be- 
lhaarten Peristomalien bis zum Vibrisseneck, das jederseits seitlich 
neben dem Mundrande liegt. Das Epistom tritt aber noch tiber das 
Vibrisseneck hinaus vor und umschliefit ein deutlich vorstehendes, 
wenn auch kleines Prilabrum. Die Aste der Stirnspalte divergieren 
etwas nach unten und biegen beim <3 auch noch etwas tiber den 
Vibrissen auf die Backengruben um. 


Wiener Entomologische Zeitung, XXIX, Jahrg., Heft H und IIT (28. Februar 1910). 


114 Friedrich Hendel: 


Die Fiihler sind kurz, teilweise versteckt, aber abstehend. Das 
erste Glied ist becherartig, kurz aber breit; das zweite kleiner und 
schmialer, oben auch mit einer lingeren abstehenden Borste versehen ; 
das dritte grofi, von abgerundet beilformiger Gestalt. Der Oberrand 
ist gerade, der Unterrand hat eine rechtwinklige Ecke, die gerade so 
wie die vordere Spitze abgerundet ist. Arista an der Wurzel stark 
spindelig verdickt, dann diinn, tiberall fast nackt; sie steht etwas vor 
der Mitte des Oberrandes. 

Der Riissel ist gro, hat starkes, horniges Kinn und zuriick- 
gelegte breite Labellen. Die Taster sind von normaler Liinge, aber von 
ziemlicher und fast gleicher Breite, unten und an der Spitze langborstig. 

Beborstung. (<j: 2 Frontorbitalborsten in der oberen Stirmhialfte, 
hintereinander. Das vordere Paar auviergewohnlich lang und stark, 
mehr nach aufien als nach vorn gebogen; das hintere Paar schwicher, 
nach hinten und aufien gebogen. Ozellarpaar stark und lang, nach 
vorn geneigt und stark divergierend. Beide Scheitelborstenpaare 
stehen noch innerhalb der Verlingerung der Stirnaugenrinder, die 
inneren, stark gegeneinander geneigten vor den divergierenden dufieren. 
Die Postvertikalen sind lang und stark und mit den Spitzen gekreuzt. 
Am YVibrisseneck eine einzige starke Borste. Unterer Hinterkopi 
lang wollig behaart. 

Thorax. Dorsozentralborsten 3 Paar hinter der Naht, mit Aus- 
nahme des letzten Paares vor dem Schildchen senkrecht aufgerichtet, 
aufierordentlich verlingert und stachelartig verdickt. Vor der Quer- 
naht nur jederseits eine Reihe von cirea 5, nach vorn hin an Grobe 
abnehmender Borsten. Priskutellare fehlen. Akrostichalbérstchen 
zweireihig, nur vorn sichtbar. Humerale 1; Notopleurale 2; Pré- 
suturale 1; Supraalare 3; Intrahumerale 1, tiber der hinteren Noto- 
pleuralborste; Schildchenborsten 6, jene 2 an der Spitze auch 
splebiformic. 

Eine starke Prothorakale, 1 Stigmatikalborste. Mesopleuren sogar 
unbehaart, nackt. 2 Sternopleuralborsten nebeneinander. 

Die Beborstung der Q unterscheidet sich dadurch, da die 
Borsten nirgends die SpieSform annehmen, aber doch langer, wenn 
auch diinner sind als die nicht verdickten des <j. Der Hauptunter- 
schied besteht in der Zahl der Dorsozentralborsten, die beim Q 4-2 
betrigt, und in dem Vorkommen eines Priskutellarpaares. 

Der Thorax ist hoch und gewolbt, an den Pleuren vorn nicht 
eingedriickt. Der Riicken ist etwas linger als breit, das verlingerte 
Schildchen ungefihr die Hialfte des Riickens lang, beim <j kiirzer 


Uber acalyptrate Musciden. 115 


und nur so lang wie breit, beim Q linger und merklich linger als 
an der Basis breit, von dreieckiger Gestalt mit abgerundeter Spitze. 
Die Quernahtiste des Riickens steigen sehr schief von hinten nach 
vorn auf. 


Der Hinterleib ist ungefihr so lang wie der Thorax ohne 
Schildchen oder fast kiirzer, von eif6rmiger, gewoélbter Gestalt. Das 
basale Doppelsegment ist fast die Halfte des Abdomens lang. Auf 
dasselbe folgen beim (' noch 3, beim Q noch 5 sichtbare Ringe. 
Beim © sind die Hinterrinder des 4. und 5. Tergits mit einem 
Kranze abstehender, besonders seitlich sehr starker und langer, nach 
unten gebogener borsten besetzt. Das darunter liegende Hypopyg hat 
eine stumpf kegelige Gestalt. Beim Q sind die hinteren Tergite nur 
mit langen Borstenhaaren ziemlich dicht besetzt. 


Beine mittellang, aber sehr kriftig. Schenkel etwas verdickt. 
Schienen borstig. Vorderschenkel mit Ausnahme der Vorder-(Innen-) 
seite mit langen feinen Haaren dicht abstehend bedeckt. Unter diesen, 
besonders beim <j wolligen Haaren sind posterodorsal und -ventral 
je eine Liangsreihe etwas stirkerer Borstenhaare erkennbar. Mittel- und 
Hinterschenkel vorn kurz rauhhaarig, posteroventral fein haarig ge- 
wimpert, erstere an der Hinterseite mit 3—4 zur Spitze aut- 
steigenden und gebogenen kurzen Borsten besetzt. Vorderschienen 
aufer der Praapikalen ohne Borsten, nur etwas linger als gewoéhnlich 
behaart. Mittelschienen ad und pd mit 3—4 langen und starken 
Borsten, zwischen welchen namentlich beim © noch einige kiirzere 
auttreten kénnen, besetzt. Aufierdem hat die Schienenspitze rund 
herum einen ganzen Kranz borstenartiger Sporne, zu welchen ventral 
vor der Spitze noch einige starke, gekriimmte hinzukommen. Hinter- 
schienen auber der Praiapikalen ad mit 3—4. kiirzeren, aber starken 
sorsten, pd mit meist 3 Borsten in der oberen Hilfte, wovon die gerade 
etwas iiber der Schienenmitte stehende durch ihre besondere Linge 
auffallt. Fiibe krattig, die Glieder am Rande dornig, das letzte Glied 
relativ sehr grof. Klauen stark, Pulvillen normal. 


Fliigel gro und sehr lang. Kosta in der Mitte beim ¢j' mit 
sehr kurzen und zarten, aber doch deutlich wahrnehmbaren Borstchen 
besetzt, beim © minder gut oder kaum merklich beborstet. Vor der 
Miindung der Mediastina ist die Kosta eingeschniirt. Die Subkosta 
miindet wenig hinter der Fliigelmitte und in sehr geringer Ent- 
fernune vor ihr die in ihrer ganzen Linge getrennte, aber eng 
danebenlaufende und erst gegen das Ende hin etwas divergierende 
Mediastina. Die Subkostalzelle ist daher sehr schmal und an der 


Wiener Entomologische Zeitung, XXIX. Jahrg., Heft If und III (28. Februar 1910), 


116 Friedrich Hendel: 


Spitze durch Zusammenlaufen der Lingsadern hornig. Die Kostalzelle 
dagegen ist von besonderer Breite und Linge. Die Lingsadern 
2—4 sind sanft gebogen und fast parallel zu eimander. Die erste 
Hinterrandzelle ist gegen den Fliigelrand hin etwas verengt. Die 
kleine Querader steht etwas schief, unter der Miindung der Subkosta 
und jenseits der Mitte der Diskoidalzelle. Die hintere Querader steht 
sehr schief, der Winkel mit der Posticalis ist ein sehr stumpfer. Die 
Basalzellen sind grof. Die Analzelle wird vorn durch eine gerade 
(Juerader geschlossen, die mit der Analis unten einen rechten Winkel 
bildet. Die Analader erreicht den Fliigelrand nicht ganz. 
T'ypische Art 


Thyreophorella diadema Wiedemann. 


Q Scatophaga diadema,!) Wiedem., Aubereurop. Zweitl. Ins., 
Vol. Il, p. 448. 4 (1830). — < Thyreophorella ruficeps Hendel in 
litt. 2 O als Typen in der Wiedemannschen Sammlung des Wiener Hot- 
museums aus Montevideo und 1 (aus Brasilien, Koll. Winthem. 

Das Mannchen kannte ich zuerst und hatte es schon als Thyr. 
ruficeps beschrieben, als ich beim Betrachten der Wiedemannschen 
Art in derselben einen Gattungsgenossen entdeckte. Bei einer 
genaueren Vergleichung der Tiere zeigten sich mir folgende Unter- 
schiede des <j vom Q: 1. die stachelartige Borstenbildung des Riickens, 
Schildchens und Kopfes, 2. die verschiedene Zahl der Dorsozentral- 
borsten, 3. das Fehlen des Praskutellarpaares und 4. die geringere Linge 
des Schildchens. Da aber diese Unterschiede teils (1 u. 4) auf Geschlechts- 
dimorphismus, teils (2 und 3) auf individueller Variation beruhen 
konnen und die Fliegen sonst in Fiarbung und Gestaltung sehr gut 
iibereinstimmen, auberdem nur ein einziges © vorliegt, will ich die- 
selben vorliufig nur als Geschlechter ein und derselben Art auffassen. 

Kopf rotgelb bis gelbrot, oberer Hinterkopf, Ozellen- und 
Scheitelplatten bis zur oberen Orbitalborste schwarz, miébig glinzend : 
Mittelstrieme der Stirn ein Drittel derselben breit und vorn etwas 
verjiingt, mattschwarz. Wangen und Backen weibschimmernd. Fiihler 
schwarz. Mittelleiste und Mundrand des Klypeus schwarzbraun, ebenso 
das Prilabrum, der Riissel und die Spitzenhalfte der Taster. 

Der ganze Korper graulichschwarz, mit stellenweise braunen 
Reflexen und geringem Glanze. Hypopyg gelbrot. Beine glanzend 

1) Das Tier, das Rondani in seinen Dipteris exot., Arch. Zool. 


Modena, Vol. 3, p. 35 (1863) als Scatina diadema Wied. aus Labrador bestimmte, 
wird wohl eine Scopewma-Art, ganz wahrscheinlich aber nicht die obige Spezies sein, 


Uber acalyptrate Musciden. ay 


schwarz, alle Fubelieder an der Wurzel rotlich, am ausgedehntesten 
der Metatarsus. Fliigel gleichmibig graulichhyalin mit rotbraunen 
Adern. Der Aderanhang der hinteren Querader ist nur beim 
sichtbar. Schwinger briunlich mit dunklerem Kopfe. Schiippchen 
braun gerandet und gewimpert. 

Koérper G 9 mm, Q 6—7 mm; Fliigel 10 mm, QO 7 bis 
8 mm lang. 


V. Subfam. Lauxaniinae. 


Die Gattung Cestrotus Loew. 


Als ich in den Genera Insectorum, Subfam. Laux- 
aniinae, p. 12, die Charakteristik dieser durch einen turmartigen 
Scheitel auffallenden Gattung schrieb, kannte ich nur die ostindische 
Art C. frontalis Kertész. Seitdem hatte ich Gelegenheit, auch vier 
alrikanische Arten kennen zu lernen, so daf ich die damals gegebene 
Gattungscharakteristik etwas erweitern mul). 

Bei allen mir bekannten afrikanischen Formen ist der Stirn- 
hocker niedriger und stumpfer, das Untergesicht nicht so stark vor- 
tretend wie bei C. frontalis Kert. (Bei der Charakteristik dieser 
und der folgenden Gattungen habe ich den Genera Lauxanti- 
inarum die Linie der Gesichtsleisten (facialia) und der damit 
zusammenhingenden Backenleisten (peristomalia) irrtiimlich als 
Stirnspaltenausliufer bezeichnet. Die Spalteniste laufen wohl knapp 
neben den Fazialien, enden aber immer friiher und biegen nie unter 
den Augen nach hinten herum. Das tun eben die Backenleisten, 
deren Linie in meinen Figuren deutlich erkennbar ist.) 

Fiihler stark geneigt, kurz. Das dritte Glied ist oval, hochstens 
zweimal so lang wie breit. Die basale Arista ist auffallend lang und 
abstehend gefiedert. 

Das Prilabrum ist viel kleiner als bei fronéalis, schmaler und 
tritt nur etwas tiber den unteren Mundrand hervor. 

Die Ozellarborsten kinnen auch parallel oder etwas divergierend 
und auch oberhalb des Stirnhéckers inseriert sein. 

Bei C. oculatus ist die Priasuturale sehr schwach, aber die 
Praapikalborste der Hinterschienen stark entwickelt. Letzteres ist 
auch bei C. megacephalus und tibialis der Fall. C. striatus wieder 
hat 2 Sternopleural-, alle Afrikaner Priskutellarborsten. 

Bei dem schmalfliigeligen C. oculatus ist die Cubitalis nackt, 
bei den anderen Arten in der Wurzelhalfte beborstet. 


Wiener Entomologische Zeitung, XXIX. Jahrg., Heft Il und III (28. Februar 1910). 


as Friedrich Hendel: 


seim = Vergleiche der Beschreibung von Ephydra_ pictipennis 
Wiedemann, Aufereurop. Zweifl. Ins., Bd. II, p. 593 vom Kap mit 
der im k. k. Hofmuseum befindlichen Fliege stellte sich nachtriglich 
heraus, dali beide nicht zusammengehéren. Die Loewsche Type be- 
findet sich in Westermanns Sammlung und ist sehr wahrscheinlich 
doch eine Cestrotus-Art. 

Sie wiirde zu den Arten mit gelber Stirn zu stellen sein, sich 
aber dadurch von denselben unterscheiden, dali die Hickerspitze 
glinzend schwarz, nicht gelb, ist und aulier den grofien schwarzen 
Punkten an den Héckerseiten noch je ein kleiner, tiefsehwarzer Punkt 
zwischen Fiihler und Auge liegt. 


Ubersicht der Arten. 


Stirne weiblich oder hellgelb, nur oben am Cerebrale und beider- 
seits am Hocker braun oder schwarzlieb gefleckt. i 
— Stirne grau und braunfleckig, in der ganzen Vorderhiilfte samt- 
schwarz, mit 4—6 weilien und 2 gelben Flecken, die Hocker- 
spitze gliinzend schwarz. 3. 
1. Ostindische Art. Schildchen glinzend dunkelbraun, die Seiten 
hellbraun, die Spitze schwarz. Der Untergesichtshécker springt 
um den wagrechten Augendurchmesser vor die Augen vor. Der 
Stirnhécker ist ein Drittel der Augenhéhe hoch. 
Cestrotus frontalis Kertész. 
— Afrikanische Arten. Schildchen gelb, oben in der Mitte braun. 
Der Untergesichtshécker und der Stirnhécker treten nur einen 
geringen Bruchteil des entsprechenden Augendurchmessers tiber 
die Augen vor. 2: 
2. Mit jeder der beiden vorn am Stirnhécker liegenden dunkel- 
braunen Makeln ist eine gleichfarbige am Stirnaugenrande ver- 
bunden, die in der Mitte ein kleines ovales, weil} tomentiertes 
Fleckchen besitzt, auf dem die vordere der 2 Frontorbitalborsten 
steht. — Kopf und Thorax von hell ockerbrauner Grundfarbe, 
stellenweise zart weiligraulich bereift. Wangen gelb, Gesichts- 
leisten schmal, schwarz. Klypeus mit etwas dunkleren braunen 
Flecken, ebenso die Backen. Fiihler gelb, Basalglieder braun. 
Arista lang abstehend gefiedert. Thoraxriicken oben matt, in der 
Mitte mit zwei dunkleren, rotbraunen Liingsstriemen, die sich 
an der Aufenseite neben der Quernaht dreieckig, vor dem 
Schildchen aber rechteckig erweitern. Auch hinter der Quernaht 


Uber acalyptrate Musciden. 119 


an den Thoraxseiten zwei tibereinanderliegende braune Liings- 
streifchen. Humeraleallus gelb, dariiber ein brauner’ Fleck. 
Unter der Notopleuralnaht eine braune Liingsbinde von der 
Schulter bis zur Fliigelwurzel. Hinterleib braun, mit dunkleren 
Hinterrandbinden und graulicher Bestiubung der Basalhalfte der 
Tergite. Beine gelb. Schenkel mit Ausnahme der Spitze hell- 
braun. Schienen mit einem braunen Ringe an der Basis und 
an der Spitze. Tarsen gegen das Ende zu gebriunt. Fliigel, wie 
Tafel I, Fig. 10 zeigt. Schwinger gelb. 

Korper 6 mm, Fliigel 5°5 mm lang. 

1G aus Stidafrika, 8. XI. 1896 (Dunkersbosh). Dr. 
Penther, k. k. Hofmuseum Wien.  Cestrotus oculatus n. sp. 


Der Stirnhécker trigt jederseits nur die eine schwarze Makel, 
die zweite, einen weivien Augenfleck einschlieviende, fehlt. — 
Ascherau. Thoraxriicken mit 6 braunen Makeln. Hinterleib 
schwirzlich. 
Koérper 4 mm, Fliigel 5 mm lang. (Nach Loew.) 
Cestrotus turritus Loew. 

Untergesicht rétlich, weil bestiubt. 4. 
Untergesicht schwarzlich, weil} bestaubt. 5: 


Beine schwirzlich, Knie und Schienenwurzel roétlich. Hinter- 
schienen mit einem breiten, aber verwaschenen braunen Ringe 
in der Mitte. Fliigel ohne scharfrandige, isolierte schwarze (Quer- 
binde yor der Spitze, sondern ahnlich wie Figur 11, Tafel I, 
weify und schwarzscheckig. 
Korper und Fliigel nach Loew 4 mm. 
Cestrotus variegatus Loew. 

Schenkel mit Ausnahme der rotgelben Spitze dunkel rotbraun, 
aufien grau bereift. Schienen und Fiifie rotgelb, erstere an der 
Basis und an der Spitze mit einem braunen Ringe, letztere 
gegen das Ende zu gebriunt. Fliigel nach Figur 9, Tafel I, mit 
eimer schwarzen, scharf abgegrenzten und isolierten, am Rande 
nicht ausgezackten Bogenquerbinde vor der Spitze. Die samt- 
schwarze Vorderstirn mit 6 weiben Tomentflecken, 4 an den 
Wurzeln der Frontorbitalborsten, 2 zwischen Fiihler und Augen- 
rand. Auch die Lunula weifischimmernd. Fiihler gelb, Basalglieder 
braun. 3. Glied oben etwas verdunkelt. Arista besonders lange 
und abstehend gefiedert. Wangen und Backen grau. Hinterkopf 
und Oberstirn matt grau und braunscheckig. Thorax schwirzlich, 
aschgrau bestiiubt. Riicken mit grofien rotbraunen Flecken un- 


Wiener Entomologische Zeitung, XXIX. Jahrg., Heft II und III (28. Februar 1910). 


120 


Friedrich Hendel: 


regelmivig gezeichnet, bei dem einzigen Stiicke nicht gut er- 
kennbar. Schildchen am Rande rotlich, hell bestiubt, oben in der 
Mitte braun. Abdomen wie bei ocudatus gefarbt. Schwinger gelb. 
Korper und Fliigel 4 mm lang. 
1 ¢ aus Siidafrika, 8. XI. 1896 (Dunkersbosh). Dr. 
Penther, k. k. Hofmuseum, Wien. Cestrotus striatus n. sp. 


. Beine schwirzlich, aschgrau bestéiubt, Knie und Wurzel der 


Fiibe rétlich. Epistom unter den Backen schwirzlichgrau. Vorder- 
hiiften grau. Der samtschwarze Streifen der Vorderstirn ist deutlich 
hoher als seine halbe Breite, die weiben Tomenttlecke der Front- 
orbitalborsten sind durch den schwarzen Grund breit getrennt 
von einander. Fliigel wie Fig. 11, Tafel I, die schwarzliche 
Zeichnune tiberwiegt gegentiber dem graulichhyalinen Grunde. 

K6érper und Fliigel ungefaihr 4 mm lang. 

2 Stiicke vom Kap, Typen Loews, k. k. Hofmuseum, Wien. 

Cestrotus megacephaius Loew. 

Beine mit rotgelben Schienen und ‘Tarsen, erstere mit einem 
schwarzen Ringe an der Spitze, letztere gegen das Ende hin ge- 
briunt. Epistom unter den Backen rot. Vorderhiiften rot. Der 
samtschwarze Streifen der Vorderstirn ist gut zweimal so breit wie 
hoch, die weiblichen Tomentflecke der 2 geniherten Frontorbital- 
borsten beriihren einander. Fliigel in der Anlage der Zeichnung 
genau wie bel megacephalus, nur halt sich das schwarzliche mit 
dem hyalinen Grunde in der Ausdehnung so ziemlich das Gleich- 
gewicht, der Fliigel erscheint entschieden heller. 

Koérper und Fliigel 4 mm lang. 

2 Stiicke aus der Erythriia, Typen Bezzis aus dessen 
Sammlung. Cestrotus tibialis Bezzi. 

Bull. Soc. Ent. Ital:, Vol. 39, p. 126 (1908). 


Physogenia (Physegenua) congruens n. sp. 


2 ¢ aus Peru, Sammlung B. Lichtwardt in Berlin. 
Von den drei mit Sicherheit bekannten siidamerikanischen Arten 


steht der neuen Art die Phys. facialis Wiedem. aus Brasilien am 
nichsten und unterscheidet sich vor allem durch die bleichgelben 
Beine, waihrend bei Phys. congruens alle Schienen und die Vorder- 
fiibe schwarzbraun sind. 


Beziiglich der Gestalt erscheint unsere Art im Vergleiche mit 


dem Gattungstypus viel plumper, der Thorax breiter und hoéher, der 
Hinterleib kiirzer und breiter. Das Klypeusprofil ist weniger konvex, 


Uber acalyptrate Musciden. 11 


tritt auch nach vorn kaum iiber die Augen vor, wohl aber nach 
unten in gleichem Malie wie hei Ph. vittata Macqu. Das zugespitzte 
dritte Antennenglied ist ktirzer als bei dieser Art und oben sogar 
etwas konvex gerandet, die Arista ist merklich kiirzer und feiner 
gefiedert, die Fiederbreite kommt nur jener des dritten Fiihlergliedes 
gleich. Man ziehe zum Vergleiche die Figuren 14—16 auf Tafel I 
der Genera Lauxaniinarum* heran. 

Der ganze Leib ist von glinzend rotgelber Grundfarbe. Die 
punktformige Ozellenplatte, zwei ovale Flecke, parallel nebeneinander 
in den Dritteln der Stirnbreite vorn tiber den Fiihlern, worauf die 
vorderen, nach einwirts gebogenen Frontorbitalborsten stehen, sowie 
zwei parallele, nach unten etwas breiter werdende Mittellingsstriemen 
unter den Fiihlern, die auch auf das Priélabrum itibertreten, schwarz- 
braun. Auf dem Thoraxriicken zwei weit voneinander entfernte, schwarz- 
braune Lingsstriemen in der Linie der Dorsozentralborsten, die sich 
vorn etwas erweitern. Auf dem gelben Zwischenraum innerhalb 
dieser Striemen stehen sechs Lingsreihen von Haaren. 

Zweites Tergit des Abdomens jederseits am Hinterrande mit 
elmer dunkelbraunen bis schwarzen Makel; drittes Tergit mit Aus- 
nahme eines schmalen Streifens am Vorderrande fast ganz schwarz. 
Viertes bis sechstes Tergit mit eimer schwarzen Mittelbinde und 
schwarzen Seitentlecken von verschiedener Ausdehnung. Bauch gelb. 

Beine gelb, alle Schienen und Vorderfiivie schwiérzlich. 

Fliigel gelblich hyalin. Subkostalzelle, ei breiter Saum der 
hinteren Querader und das Spitzendrittel des Fliigels rauchbraun, 
In letzterem ist noch eine intensivere Sdumung der Liingsaderenden 
bemerkbar, die an der Radialis am weitesten basalwiirts vordrinet. 

Schiippchen braun gerandet. Schwinger hellgelb. 

K6rper und Fliigel 6 mm lang. 


Procrita sigma n. sp. 


1 9 von Costa Rica aus der Sammlung B. Lichtwardt 
in Berlin. 

Diese Art hat mit der bisher bekannten Pr. pectina Hend. aus 
Mexiko den spitzen Stirnwinkel, die wagrecht ovalen Augen und die 
an der Basis auffallend verschmiilerte Fliigelform, so dali Axillarlappen, 
Alula und Analader verkiimmert sind, sowie die Lage der hinteren 
(Juerader auf oder noch vor der Fliigelmitte gemein und kann deshalb 
sehr wohl als ein weiterer Vertreter dieser neotropischen Gattung 
betrachtet werden, obwohl einige Abweichungen vorhanden sind. 


Wiener Entomologische Zeitung, XXIX. Jahrg., Heft II und III (28. Februar 1910). 


122 Friedrich Hendel: 


So ist das dritte Fiihlerglied ca. dreimal so lang wie breit. 
geradrandig, gegen die runde Spitze hin etwas verjiingt und trigt 
eine besonders oben sehr lang und abstehend gefiederte basale Arista. 

Da das einzige Stiick etwas zerdriickt ist, kann ich die Riicken- 
beborstung hinten nicht erkennen. Das Schildchen ist breiter, fast 
halbkreisformig und linger als ein Drittel des Riickens. Den Hinter- 
schienen fehlen die Priapikalen. Die Mittelschenkel haben vorn in 
der Spitzenhilfte vier Borsten in einer Liingsreihe. Die Cubitalis ist 
nicht wellig geschwungen. Die Queradern sind noch weiter basalwirts 
geriickt, die hintere S-formig gebogen und ganz aufiergewohnlich 
schief gestellt, so dali die Diskoidalzelle unten emen spitzen Zipfel hat. 

Die ganze Fliege ist glanzend hellgelb. Der kleine Ozellenfleck 
und die Spitze des dritten Fiihlergliedes sind schwarz. Der Hinterleib 
scheint etwas dunkler zu sein, ist aber auch verdriickt. 

Fliigel glashell, der ganze Kostalrand bis etwas unter die 
Radialis herab, sowie die Lingsaderenden an der Fliigelspitze und 
die schiefe Querader schwarzbraun gesiumt. 

Korper und Fliigel ca. 3°'5—4 mm lang. 


Poecilohetaerus albolineatus n. sp. 


10 aus Siidafrika, Viktoria (1888). kK k. Hofmuseum, 
Wien. 

Die neue Art steht dem australischen P. Schinert Hendel in 
Gestalt und Farbung sehr nahe und ist habituell durch letztere schon 
allein leicht als zur Gattung gehérig kenntlich. Die Unterschiede 
sind folgende : 

Die Stirn ist parallelrandig und nur wenig schmaler als die 
halbe Kopfbreite. Der Klypeus ist schwach konvex und hat tiber dem 
Mundrande eine Querfurche, die seitlich noch vertieft ist. Das Pra- 
labrum ist gréber. Das vordere Orbitalborstenpaar ist viel weniger 
zusammengeneigt, die Ozellarborsten fehlen ganz. Das dritte Fiihler- 
elied ist oben deutlich konkavy, unten konvex, zweimal so lang wie 
breit. Der Thoraxriicken zeigt aufier der Beborstung gar keine Grund- 
behaarung. Am Humeralcallus sind zwei Borsten inseriert, die eine 
ist nach oben und hinten, die andere nach auben und hinten gebogen. 
Das flache ebene Schildchen ist sehr grofi und breit, die Halfte des 
Riickens lang, von viereckig abgerundeter Gestalt. 

Stirnstrieme samtartig rotbraun. Augenrinder der Stirn und 
des Hinterkopfes, sowie die Wangen leuchtend weil}. Als Fortsetzung 
der Stirnaugenriinder verlaufen in gleichem Abstande parallel zu- 
einander zwei gleichweibe Lingsstriemen tiber die Thoraxrtickenmitte 


Uber acalyptrate Musciden. 123 


und die Schildchenseiten. Klypeus glinzend hellbraun, Epistom und 
Prilabrum, sowie der untere Hinterkopf glinzend pechbraun. 

Fiihler rotgelb, drittes Glied an der Spitze verdunkelt. Arista 
fast nackt. Taster und Riissel ganz dunkel. Thorax und Schildchen 
kaffeebraun mit Wachsglanz. Durch beide Mesopleuren geht die Nadel, 
weshalb ich sie nicht gut betrachten kann. Langs der Sternopleural- 
naht verliuft eime weife Lingsbinde, aber auch die zwei weifen 
3inden der Mesopleuren kann ich vorn, wo die Nadel nicht steckt, 
erkennen. 

Hiiften und Beine rotgelb, nur die 3 Wurzelglieder der Vorder- 
fiibe schwirzlich. 

Hinterleib schwarz, stark glinzend. — Fliigel gelblich tingiert. 
Die kleine Querader steht etwas hinter der Mitte der Diskoidalzelle. 

Koérper und Fliigel 3 mm lang. 


VI. Subfam. Eurychoromyinae. 


Kurychoromyia u. gen., 
ein isolierter Gruppentypus acalyptrater Musciden. 


Kopf der Quere nach Achias-artig verbreitert (Fig. 5 und 8), 
breiter als die Linge des Thoraxriickens samt dem Schildchen und 
»/,mal so breit wie hoch. Yon oben gesehen hat er die Form einer an 
den Spitzen stark abgerundeten Mondsichel, mit der konkaven Seite 
dem Rumpfe ansitzend; von vorn betrachtet, die Gestalt eines gleich- 
schenkeligen T'rapezes, dessen obere Parallelseite ca. dreimal se 
lang wie die untere am Mundrande ist. Die kleinen, fast wagrecht 
ovalen Augen liegen an den oberen Ecken und sind stark konvex. 
Die Stirnbreite ist oben am Scheitel der fiinffachen, vorn neben den 
Fiihlern der vierfachen Augenbreite gleich. Die Stirn selbst ist véllig 
nackt, unbehaart und borstenlos, glatt g@linzend und chitinisiert und 
eigentlich der Linge nach in drei Teile geteilt. Der mittlere Teil, 
auf dem ganz oben am Scheitel die drei Ozellen eng zusammen- 
vedringt stehen, ist eine Fortsetzune des Cerebrales vom Scheitel 
her, entspricht der Ozellenplatte und reicht, indem er sich verjiingt, 
bis zum Vorderrande der Stirn vor. Die viel breiteren Seitenteile 
nehmen den ganzen Raum bis zum Augenrande hin ein und sind 
an ihrer imeren und vorderen Grenze schwach, doch merkbar empor- 
gewolbt. 

Zwischen der Stirn oben und dem ebenfalls chitinisierten Unter- 
gesicht unten schaltet sich eine weichhiutige, matte und etwas ver- 


Wiener Entomologische Zeitung, XXIX. Jahrg., Heft IL und IIL (28. Februar 1910). 


124 Friedrich Hendel: 


tieft liegende Strieme ein, die die Trennung quer von einem bis 
zum anderen Auge durchfiihrt. Ich halte dafiir, dafi diese Strieme 
funktionell Ersatz fiir die sonst normal vorkommende Strieme der 
Stirn bietet. Von der Stirnspalte ist nur eine kurze Strecke gerade 
iiber den Fiihlerwurzeln bemerkbar. Unmittelbar dariiber ist aber auch 
schon ein schmaler Striemenstreifen zu sehen, der in der Mitte etwas 
in den Vorderrand der Ozellenplatte eimdringt und an den Seiten 
sich zuniichst plétzlich erweitert, um dann allmahlich schmaler werdend 
zum unteren Stirnaugeneck emporzusteigen. In diese zwei seitlichen 
Striementeile verliert sich je ein Ast der Stirnspalte, ohne wie sonst 
zuerst nach abwirts zu gehen und sich dann unter dem Auge in der 
Backengrube (mediana R. D.) zu verlaufen. 

Der Abstand der Fiihlerwurzeln voneinander betrigt ungefihr 
i/, der vorderen Stirnbreite und eben so breit ist oben der Klypeus, 
der in gleicher Héhe und Wolbung mit den benachbarten Wangen 
und Backen liegt. Die gut erkennbaren Gesichtsleisten gehen als 
gerade Linien miibig divergierend bis zu den Ecken des fast wag- 
rechten Mundrandes, die durch etwas wulstiges Vortreten der nackten 
Backenleisten gebildet werden. Die Wélbung des ganzen Untergesichtes 
ist der Quere nach eine schwache und gleichmafiige und nur der 
Lange nach im Klypeusprofil durch flache Hocker, aber auch nicht 
bei allen Stiicken gleich deutlich, gestort. 

Die Seitenteile des Untergesichtes neben dem Klypeus sind mit 
den Backen nur eine Fortsetzung der Chitinplatte des unteren Hinter- 
kopfes, daher nicht den normalen Wangen homolog. Sie sind im 
Profile gesehen deutlich hoher als der lotrechte Augendurchmesser. 
Der obere Hinterkopf ist fiir den Thorax konkav ausgehohlt; die 
Scheitelkante der Stirn ist aber nur am Cerebrale scharf, seitlich 
davon abgerundet. 

Die Fiihler sind vorgestreckt und kurz. Das erste Glied ist 
deutlich sichtbar, ja sogar linger als das zweite, das oben eine ab- 
stehende Borste hat. Das dritte Glied ist linglich oval und ca. 
zweimal so lang wie breit. Die basale Arista ist gegen die Wurzel 
hin etwas stirker und in der Wurzelhilfte zart pubeszent. 

Das Prilabrum ist schmal, aber ziemlich hoch und von vorn 
und im Profile deutlich sichtbar. Die Taster erreichen mit ihren 
Spitzen den Mundrand nicht, sind kurz und fadenférmig, schwach 
beborstet. Der Riissel ist ziemlich voluminés und hat breite zuriick- 
geschlagene Labellen. 

Der Thorax hat fast die Gestalt einer Kugel, so gleichmabig 
ist er am Riicken und an den Pleuren gewolbt. Der Riicken ist 


Uber acalyptrate Musciden. 125 


quadratisch, sogar ein wenig kiirzer als lang, hat in der Mitte zwei 
vertiefte Lingslinien, die vorn und hinten abgekiirzt sind und seitlich 
von den etwas vor der Thoraxmitte senkrecht aufsteigenden (Quer- 
nahtisten getroffen werden. Das Schildchen ist breit und kurz, nur 
1), des Riickens lang, wulstig gewélbt und sehr stumpf. Die Pleuren 
sind stark der Linge nach verkiirzt, namentlich in der Vorderhialtfte 
und in der Stigmatikalgegend tiber den Vorderhiiften kaum sichtbar 
_vertieft. Sehr merkwiirdig erscheint die Lage der Mesopleuralnaht 
vor der Thoraxmitte, ferner, dafi die Mesopleuren hoher als lang 
sind und der Thorax an den Mittel- und Hinterhiiften nicht unter 
das untere Ende der Vorderhiiften herabgesenkt ist, sondern im 
Gegenteile etwas emporgehoben erscheint. 

Wiahrend der Kopf gar keine Beborstung zeigt, konnen am 
Thorax haarformige Borsten als 2 Notopleurale, 1 Dorsozentrale, 
4 Schildchenborsten und 1 deutliche Sternopleurale bezeichnet 
werden. Auch an der Mesopleuralnaht stehen Hirchen. 

Der Hinterleib( Q ) ist sehr breit eiférmig, von oben her zusammen- 
gedriickt und aus 7 sichtbaren Segmenten znsammengesetzt. Das 
siebente ist schmal und tritt wenig vor. Die Tergite greiten mit 


2 


breiten Rindern auf die Bauchtlache herum, ?/, derselben emnehmend. 
Im Zwischenraume sieht man von der Bindehaut eingeschlossene, 
sehr schmale Sternite, wovon nur die letzten drei die Tergite be- 
riihren. Hinter dem siebenten Segmente sieht man oben die zwei Cerci des 
Endsegmentes, unten die abnlich gestaltete und beborstete untere 
Legeklappe vorragen. 

Beine mittellang und kraftig. Alle Schienen, namentlich die 
mittleren und noch mehr die hinteren stark seitlich komprimiert und 
kreissegmentartig erweitert. Ihr Innenrand ist gerade, ihr Aufienrand 
ein Bogen. Nur die Vorderfiifie sind linger als die Schienen, die 
beiden hinteren blo ?/, derselben lang. Nirgends sieht man eine 
deutliche Borste oder einen Sporn. Die Vorderhiiften haben normale 
Form und Grébe, die hinteren sind relativ sehr klein und kugelig. 
Die Schenkel sind gerade und verdicken sich allmahlich gegen die 
Spitze hin. 

Die Fliigelform und Aderung ist am besten aus der Figur 6 
ersichtlich. Die Kosta ist gerade, nirgends unterbrochen oder geknickt 
und reicht bis zur Miindung der Discoidalis. Die Mediastina ist voll- 
stiindig getrennt und stark. Die Subkosta selbst bei stiirkerer Ver- 
eréberung nackt. Die Analzelle wird vorn durch eine gerade Quer- 
ader abgeschlossen, die Analader erreicht den Fliigelrand nicht. 


Wiener Entomologische Zeitung, XXIX. Jahrg., Heft If und III (28. Februar 1910). 


126 Friedrich Hendel: 


Nach dem ersten Eindruck, den die Fliege macht, kénnte man 
vor allem an eine Ortalidine im weiteren Sinne denken. Das Fehlen 
von Praapikalborsten an den Schienen, die Beborstung im allgemeinen, 
die Fliigeladerung und andere Charaktere wiirden eine solche Deu- 
tung ganz wohl zulassen, zumal ja gerade bei dieser Muscidengruppe 
sehr haufig bizarr geformte Koépfe beobachtet werden kénnen, wenn 
nicht das wesentlichste Merkmal — die dreigliedrige, hornige Lege- 
rohre des Q hier fehlen wiirde. Die Bildung des weiblichen Hinter- 
leibes weicht aber so weit von einer Legeréhre ab, dali an die Gruppe 
der mit hornigem Ovipositor ausgestatteten Acalyptraten, wie Ortali- 
dinen, Tephritinen, Lonchaeinen nicht gedacht werden kann. Ander- 
seits weist der Legeapparat von Hurychoromyia aber aut die Sciomy- 
zinen und ‘Tetanocerinen hin, mit welcher Gruppe auch noch die 
kurze, wenig herabreichende Stirnspalte, die wenig spezifizierte Glie- 
derung des Untergesichtes, die seichten Fazialien u. s. w., das Fehlen 
der Vibrissen, sowie teilweise die starke Entwicklung der Ozellen- 
platte gemeinsame Merkmale sind. Da aber die Sciomyzinen deutliche 
Préapikalborsten und an den Mittelschienenenden einen ganzen Kranz 
von Spornen besitzen, ELurychoromyia wieder anderseits mehrere nicht 
bei Sciomyzinen vorkommende Eigenheiten aufweist, kann ich unsere 
Gattung auch hier nicht einzwingen. 

Erschwert wird die Erkenntnis der systematischen Zugehdérigkeit 
besonders durch die spirliche Beborstung des neuen Tieres. Kopf- 
borsten fehlen ja ganz und Thoraxborsten fast ganz. Im iibrigen 
wissen wir iiber die verwandtschaftlichen Beziehungen der verschie- 
denen Acalyptratengruppen, tiber die tiberhaupt wertvollen Charaktere 
und deren Anwendung zur Herstellung natiirlicher Gruppen so wenig 
und iiber die Biologie derselben eigentlich noch gar nichts, so dati 
es mir vor der Hand am niitzlichsten erscheint, die Gattung Eury- 
choromyia in ihrer Isoliertheit zu belassen. Wiirde ich sie in eine 
der bestehenden Gruppen unnatiirlicher Weise einreihen, so wiirde 
ich sie der Gefahr aussetzen, von keinem der folgenden Dipterologen 
erkannt zu werden. 


Die speziellste Eigentiimlichkeit des neuen Genus ist die weich- 
hautige, quer tiber die Fiihler hinweg von einem zum anderen Auge 
ziehende bandférmige Strieme, mit der aufiergewohnlich kurzen, in 
sie auslaufenden Stirnspalte. Eine solche Strieme hat keine der bis 
jetzt bekannten Acalyptratengruppen. 


Uber acalyptrate Musciden. 127 


Eurychoromyia mallea n. sp. 


4 0, aus Bolivia (Mapiri; Sarampioni, 700 a), Jéinner und 
Marz 1903; Sammlung W. Schnuse in Dresden. 

Kopf, Thorax und Hinterleib glénzend pechbraun, ebenso die 
Beine. Letztere aber etwas rotlich durchscheiend und mit breit 
gelben Wurzeln der basalen Fufigleder der beiden hinteren Bein- 
paare. Erstes Fiihlerglied hellbraun, die anderen schwarzbraun. Die 
bogige Querstrieme unter der Stirn ist matt samtschwarz. Die Stirn- 
tliche hat ebenfalls oft rétlichen Schein. Die in Figur 5 und 8 dar- 
gestellte Zeichnung der Backen wird durch ein goldiges Toment her- 
vorgerufen und tauscht Querrunzeln vor. Auch der pechbraune Klypeus 
ist ziemlich stark tomentiert; seine Zeichnung unter den Fiihlern ist 
aber mattschwarz und wird nicht durch die Grundfiirbung hervor- 
verufen. 

Die Pleuren sind nur sehr schwach bereift. Die Seitenrainder 
des 3. und der folgenden Tergite sind oben und unten durch in 
teihen gestellte gelbe Tomentflecken hell punktiert. 

Fliigel ziemlich intensiv und gleichmibig rauchbraun tingiert, 
nur an der Basis und in der Subkostalzelle deutlich dunkler. Die 
Adern sind dunkel, die Schiippchen schwiirzlich und ebenso lang ge- 
wimpert, die Schwinger hell rotgelb. 

Ko6rper und Fliigel 5 mm lang: Kopt 2°5 mm breit. 


Erklarung der Tafel I. 
1. Thyreophorella diadema Wiedemann, c%. 
la. Schildchen des Q. 
2. Fltigel dieser Art. 


~ 


3. Fliigel von Urophora tenuis n. sp. 

4. Fliigel von Urellia augur Frtld. var. tridens. 

5. Hurychoromyia mallea n. sp. (nov. gen.), Kopf von vorn. 
6. Fliigel, 7. Hinterleibsende des 9, 8. Kopf im Profile. 

9. Cestrotus striatus n. sp., Fliigel. 


10. Cestrotus oculatus n. sp., Fliigel. 
11. Cestrotus megacephalus Loew, Fliigel. 
12. Procrita sigma n. sp., Fliigel. 


» 


3. Meracanthomyia gamina n. sp., . 


Wiener Entomologische Zeitung, XXIX. Jahrg., Heft II und IfI (28. Februar 1910). 






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K. u, K, Hofbuchdruckerei Karl Prochaska, 


307 


Uber die Nomenklatur der Acalyptratengattungen 
nach Th. Beckers Katalog der paliiarktischen 
Dipteren, Bd. 4. 


Von Friedrich Héndel. 


Durch eine mir von Herrn D. W. Coquillett soeben freund- 
lichst mitgeteilte Studie ,The Type-species of the North 
Amer. Genera of Diptera,“ Proc. U. 8. Nat. Mus. v. 37, pag. 
499—647, 1910, sehe ich mich veranlafit, die Gattungsbenennungen 
der paliarktischen Muscidae Acalypteratae, wie sie Th. Becker im 
4, Bde. des Dipterenkataloges verdffentlicht hat, zu revidieren und 
das Resultat dieser Durchsicht hier zu publizieren. 

Ich habe mich hiebei aus Griinden der leichteren Orientierung 
an die Reihenfolge des Kataloges gehalten und Coquilletts An- 
sicht, wo sie seine ureigene ist, immer angeftihrt. Die iibrigen 
Bemerkungen haben als meine zu gelten. 

Die Fialle, in welchen ich mit Coquillett nicht iiberein- 
stimme, moéchte ich, soweit sie nicht spiiter erwihnt werden, voraus- 
schicken. 

Madiza Fall. 1810. Von den drei Arten wurden zwei durch 
Siphonella Macqu. 1835 absorbiert, so dai der Fallénsche Name 
fiir MW. glabra mu gelten hat. 

Parallelomma Becker ist kein Synonym zu Mosina R. D., da 
letztere entschieden mehr zu Cordylura Fall. gehort. 

Nach Osten-Sacken stammt Tetanocera von Dumeril., Mag. 
Encyel. v. IV., pag. 433 (1798). Ich kenne diese Arbeit nicht. In 
der Zool. analyt. 1806 wird Musca reticulata F. angegeben, die 
Gattung aber Tetanocerus genannt; desgleichen in den Consid. 
gener. sur la classe des Ins, 1823, pag. 230. 312. Die auf 
Tafel 49, F. 3 als Tet. reticulata F, abgebildete Fliege ist aber 
Coremacera marginata F.! Welches ist also die Type? Latreille 
(1805) zitiert auch reticulata F. Wollte man nach Coquillett 
Latreille folgen, so miifite unsere Gattung Pherbina R. D. nun 
Tetanocera Dum. heiben. Welchen Namen wiirden dann die bis- 
herigen Tetanocera-Arten erhalten? Vielleicht Mycetomyza Fall. 1810, 
Type M. elata F. Die Sache bleibt unklar. 

Physiphora Fall. ist priokkupiert, daher bleibt Chrysomyza 
Fall. Ulidia Meig. ist hiezu kein Synonym. 

Nun die Bemerkungen zum Katalog selbst. 


Wiener Entomologische Zeitung, XXIX. Jahrg., Heft IX und X (15. Dezember 1910). 


308 Friedrich Hendel: 


Subfam. Cordylurinae. 


Wollte man den Altesten Namen wahlen, so miifite man 
Scopeumatinae gebrauchen. Der Name Scatomyzidae ist nicht zu- 
lissig. 

1. Cordylwra Fallén 1810. Coquillett behalt die von 
Fallén urspriinglich gewahlte Schreibweise Cordilura bei. Da der 
Name aber von xopdvAy = Keule abgeleitet ist, mufi man wohl die 
von Fallén 1819 selbst gemachte Korrektur annehmen. 

2. Megophthalmum Becker, statt Megaphthalmum. 

3. Scopeuma Meigen 1800, statt Scatophaga Meig. 1803. 

4. Norellisoma nom. nov, fiir Norellia auct. nec Rob. 
Desv. Der Name Norellia mul der einzig Robineau bekannten 
Art spinipes Meigen = (pseudo-narcissi) bleiben und kann nicht auf 
die anderen Arten bezogen werden. <Achantholena Rond. ist ein 
Synonym zu Norellia R. D. 


5. Okeniella Hendel fiir Okenia Zett. 


6. Trichopalpus Rond. 1856 statt Zricopalpus. Coquillett 
hat unnoétigerweise im Journ. N. Y. ent. Soc. v. 6, pag. 163, den 
neuen Namen Chaetosa vorgeschlagen, da er den Rondanischen 
Namen durch Tvrichopalpus Philippi 1865 fiir praiokkupiert hielt. 


7. Wenn Delina tibialis Rob. Desv. wirklich eine Clidogastra- 
Art in unserem heutigen Sinne ist, so miifite der Macquartsche 
Name weichen. 

8. Volusia Rob. Desv. ist ei Synonym zu unserer Gattung 
Tanypeza. 


Subfam. Coelopinae. 


9. Malacomyza Hal. Ann. Nat. Hist. v. 2, pag. 186 (1839) 
statt Phycodroma Stenh. 1855. Halidays spatere Emendierung in 
Malacomyia halte ich fiir unnétig und unstatthaft. 


10. Heteromyza Fall. fiir Oedoparea Loew. Coquillett hat 
hierin Recht. Fallén stellt nur zwei Arten in seine Gattung. Fiir 
eine, oculata Fall., errichtete Rob. Desvoidy 1830 die Gattung 
Thelida, weshalb Heteromyza fiir die zweite Art, buccata Fallén, 
bleiben mul, 

11. Von Coelopa Meigen ist die Gattung Fucomyia Hal. zu 
trennen. 


Uber die Nomenklatur der Acalyptratengattungen etc. 309 


Subfam. Cypselinae. 


12. Cypsela Meig. 1800 fiir DBorborus Meig. 1803. Weil 
Curtis 1833 Musca subsultans F. als Gattungstypus von Borborus 
annahm, gibt Coquillett unserer Gattung den Namen Copromyza 
Fallén 1810, wihrend er Sphaerocera Latr. 1805 als Synonym von 
Borborus auffabt. Da aber die Musca subsultans von Latreille 
schon 1805 zum Typus seiner Gattung angenommen wurde, kann 
sie 1833 von Curtis nicht zur typischen Art fiir Borborus gemacht 
werden und so bleibt der Name Cypsela (Borborus) fiir die anderen 
Arten, 

13. Heteroptera Macquart 1835 gehért als Synonym zu Limo- 
sina und nicht zu Sphaerocera. Vypus ist Borborus acutangulus 
Zett. (= pusillus Meig. nec, Fallén). 

14. Wenn Leptocera nigra Olivier (1813) wirklich eine Limo- 
sina-Art ist, so hat Leptocera die Prioritiét fiir Lemosina (1835). 


Subfam. Dryomyzinae. 


15. Newroctena Rondani 1868 ist von Dryomyza Fall. zu 
trennen. 

16. Helcomyza ustulata Curtis (1825) hat vor <Actora aestunm 
Meigen (1826) die Prioritit. 


Subfam. Clusiinae. 


17. Clusiodes Coquillett Proc. Ent. Soc. Wash., v. 6, pag. 93 
(1904) statt Heteroneura Fall. 1828, priokkupiert durch Heteroneura 
Fall. 1810, ein Synonym zu Callomyia Meig. 1804. 


Subfam. Helomyzinae. 


18. Suillia Rob. Desv. (1830) fiir Helomyza auct. Der Name 
Helomyza Fallén 1810 hat den Arten zu verbleiben, die wir bisher 
als Leria-Arten (Rob. Desv. 1830) oder als Blepharoptera-Arten 
(Macqu. 1835) bezeichneten, da von Fallén 1810 nur die Musca 
serrata Linné genannt wird. Coquillett nimmt Falléns urspriing- 
liche Schreibweise Heleomyza an, was doch wegen 20s —= Sumpf 
nicht angeht. 

19, Helomyza Fall. 1810 fiir Blepharoptera Macquart 1835. 

20. Heteromyiella nom. nov. fiir die Heteromyza-Arten der 
Autoren, von denen Fallén keine einzige kannte. 

21. Eurygnathomyia Czerny 1904 fiir Heterom. opomyzina 
Zett. Ich fing ein Q dieser seit Zetterstedt unbekannt geblie- 


Wiener Entomologische Zeitung, XXIX. Jahrg., Heft IX und X (15. Dezember 1910). 


310 Friedrich Hendel: 


benen Fliege im Mai bei Griinbach am Schneeberg. Czerny stellte 
sie mit Recht in die Nahe von Helcomyza Curtis. 


22. Lentiphora Rob. Desv. 1830. fiir Tephrochlamys Loew 1859 
und Actenoptera Czerny 1904 fiir Gymnomyza Strobl, nec Fallén,. 
die gleich Mosillus Latr. 


Subfam. Sciomyzinae. 


23. Sciomyza Fall. 1820 fiir Bischofia Hendel, da Robineau 
Desvoidy schon 1830 mit Melina (riparia = dubia Fallén) die 
Scromyza-Arten unserer bisherigen Auffassung ausgeschieden hat. 

Die Gattung Ditaenia Hendel ist nur als Subgenus von Melina 
R. D. aufrecht zu erhalten. 


Subfam. Ortalinae. 


24. a) Otites Latreille 1805 fiir Ortalis auct. Latreilles 
Typus ist seine elegans, ein Synonym zu Musca formosa Panzer. 
Der Name Ortalis Fallén 1810 hat fiir die Mechelia- oder Anacampta- 
Arten zu gelten. Typus Musca wrticae Linn. Fallén fiihrt 1810 
noch Musca vibrans L. auf, die aber schon 1817 von Kirby zur 
typischen Art der Ulidiinen-Gattung Scoptera Kirb. gemacht wurde. 
Coquillett ist daher im Unrecht, wenn er Seoptera Kirby nun 
Ortalis Fall. nennt, nur deshalb, weil Westwood 1840 Musca 
vibrans als Typus von Ortalis angab. 

24. b) Homalocephala Zetterstedt 1838 (nec 1840) statt Psae- 
roptera Wahlberg 1839. Kongl. Vet. Akad. Handl. for 1838, pag. 
18, nach Coquillett. 


Gruppe Myrmecomyiinae. 


25. Da Cephalia Meig. 1726 durch Cephaleia Panzer 1805 
praokkupiert ist, tritt der Name Myrmecomyia Rob. Desv. hiefiir 
ein. Die nordamerikanische Gattung Myrmecomyia Rob. Desv. sens. 
Loew nenne ich Myrmecothea nom. nov. 


Gruppe Platystominae. 


26. Platystoma Klein, Molluse. 1753 kann, als vor der Edit. X. 
von Linnés Syst. Nat. 1758 erschienen, den Meigenschen Namen 
nicht priiokkupieren, weshalb es nicht angeht, die Gruppe Mega- 
glossinae zu nennen, wie es in jiingster Zeit geschah. 


Uber die Nomenklatur der Acalyptratengattungen ete. 311 


Gruppe Ulidiinae. 


26. Seoptera Kirby 1817 statt Myodinu, Rob. Vesv. 1830. 

27. Die Gattung E’mpyelocera Loew ist mit Timia Wied. zu 
vereinigen. 

28. Coniceps carbonarius Loew hat <Acrometopia carbonaria 
zu heivien und ist zu den Ochthiphilinen zu stellen. 


Subfam. Tephritinae. 


Nach dem iiltesten Namen bezeichnet, hielie sie Trypaneinae.?) 

29. Ich schliefie mich hier Coquilletts Vorgang  teilweise 
an, den ich sonst fiir vollkommen korrekt halte. 

Latreille erwihnt bei seiner Gattung Tephritis (1805) nur 
Musca solstitialis Linn., weshalb unsere Urophora-Arten den Genus- 
namen Tephritis zu tragen haben. 

Die von Meigen 1803 bei 7rypeta = Ewribia 1800 aufgezihlten 
Arten sind: VW. arnicae, cerasi, wrticae und artemisiae. Von diesen 
schieden aus: 1810 urticae als Ortalis Fallén, 1830 artemisiae (ono- 
pordi) als Irorelia R. D. = Phorellia Rond. — die Spilographa- 
Arten Loews miissen diesen Namen erhalten —, 1862 cerasi als 
fTthagoletis Loew, bleibt also automatisch fiir arnicae der Name 
Kuriiia (Trypeta) Meigen, ftir jene Gattung, die die Autoren mit 
Tephritis Latr. bisher bezeichneten. 

Fiir unsere 7'rypeta-Arten hat der ilteste Gattungsname, das 
ist Terellia Rob. Desv., eizutreten, ein Name, der ja in diesem 
Sinne schon von Macquart und Walker gebraucht wurde. 

Warum Coquillett unseren Zephritis-Arten den Namen 
Spathulina Rnd. und den Spilographa-Arten den Namen Huribia 
(Lrypeta) beilegt, sehe ich nicht ein. 

30. Ich glaube auch wohl, dal Noeeta Rob. Desv. 1830 die- 
selbe Gattung wie Carphotricha Loew 1862 vorstellt. 

dl. Ein Alterer Name als Urellia Rob. Desv. ist nach Bezzi 
Trypanea Schrank 1795. 


Subfam. Sepsinae. 


32. Pandora Halid. fiir Saltella R. D. Saltella R. D. ist. fiir 
mich eine unbekannte Gattung. 

33. Megamerima Rnd. fiir Lissa Mg., priokkupiert durch Lissa 
Leach., Crust.. 1815. 


") Urophora tenuis Hendel 1910, nee Becker 1907, iindere ich in 
U. tenwior ab. 


Wiener Entomologische Zeitung, XXIX. Jahrg., Heft IX und X (15. Dezember 1910). 


312 Friedrich Hendel: 


Subfam. Tylinae. 
2 34. Trepidaria Meig. 1840 fiir Calobata Mg. 1803. 
35. Tylos Meig. 18¥0 fiir Micropeza Mg. 1803. Der Satz ,la 
téete prolongée en cédne* macht mir doch die Synonymie mit 
Micr. corrigiolata F. sicher 6. (zdhos, die Schwiele.) 


Subfam. Chloropinae. 

Uber diese Gattungen liegt uns Beckers neueste Monographie vor. 

36. Camarota Meig. statt Oscinis Latr. 1805. Oscinis Latr. 
ist doch ein offenbares Synonym zu Chlorops Meig. 1803 und 
darf daher nicht fiir andere Gattungen verwendet werden. Da miibten 
gar viele neue Gattungsnamen fallen, wenn man alle alten Syno- 
nyme wieder ins Leben riefe. 

Man kann nicht sagen, die von Latreille auch genannte 
Musca lineata F. kommt als Typus nicht in Betracht. Meigen 
hat die Art ja durch seine Gattung nicht spiiter ausgeschieden, so 
dab curvinervis iibrig blieb, sondern Chlorops ein Jahr friiher auf- 
gestellt. Oscinis Latr. ist keine andere Gattung als Chlorops Meg. 

3d7. Dagegen ist Beckers Vorgang ganz korrekt, wenn er 
das Genus Oscinis auct. neu benennt: Oscinella Beck. Es existieren 
zwar, wie auch Coquillett anfiihrt, mehrere Namen von Lioy; 
ich glaube aber mit Recht zu handeln, wenn ich die Arbeiten dieses 
Autors ignoriere. Coquillett hat das Machwerk Lioys leider zu 
ernst genommen; ich mag ihm hierin nicht folgen! 

38. Die Beschreibung von Titania Meig. 1800 stimmt wegen 
der angegebenen Bedeckung der Fiihlerborste nicht mit Chlorops 
Mg. 1803. Alle Arten haben nackte Arista! Chlorops Meig. ist 
daher beizubehalten. 

39. Ich halte Rondanis Gattung Siphunculima 1856 fiir ge- 
ntigend charakterisiert, um sie anzunehmen. Aicroneuruwm Becker 
ist hiezu ein Synonym. 


Subfam. Ephydrinae. 
40. Mosillus Latr. 1805 statt Gymnopa Fall. 1820. 
At. Psilopa Fall. 1823 statt Mphygrobia Schin. 1862. 
42. Discocerina Macqu. 1835 statt Clasiopa Stenh. 1844. 
43. Hydrina R. D. 1830 statt Hyadina Halid. 1839. 
44, Napaea R. D. 1830 statt Parydra Stenh. 1844. 


Subfam. Drosophilinae. 
45. Amiota Loew, Mai 1862 statt Phortica Schin., Dez. 1862. Coqu. 
46. Astia Mg. statt Asteca. 


Uber die Nomenklatur der Acalyptratengattungen etc. 313 


Subfam. Geomyzinae. 


47. Geomyza Fallén 1810 hat als angefiihrte Art nur JZ. com- ) 
binata L. Daher hat Balioptera Lw. den Namen Geomyza zu fiihren. 


Geomyza Lw. erhilt dann naturgemif den Namen Diastate—Meg— Jeistoseeke, 
und fiir das Genus Diastata Lw. ist ein neuer Namen aétig, Calop- Dormd 


terella Coquillett es ere Comer tei 
At ett reading, 


Subfam. Chamaemyiinae.; 
48, Chamaemyia Meig. 1803 statt Ochthiphila Fall. 1823. 


Subfam. Milichiinae. 


49. Milichiella Gigl. Tos fiir Stenoporomyia Hendel; nach 
Becker. Die Synonymie mit Ophthalmomyia Willist. konstatierte 


ich selbst friiher, ; 
50. Cerodonta Rnd. 1861 fiir Ceratomyza Schin. 1862. 


%) M och tras 1 Win: Grd. pete. 1917 p. 


Wiener Entomologische Zeitung, XXIX. Jahrg., Heft [IX und X (15. Dezember 1910). 


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Vier neue mediterrane Otites-Arten. 
Von Friedrich Hendel. 


Die vier mediterranen Otifes-Arten (Ortalis sens. Loew) cutho- 
myind, cinerosa, approximate wid iucescens bilden mit den mir un- 
bekannten Arten atripes Loew und dmaculata Rondani eine Gruppe, 
welche sich durch die ganz ungefleckten oder nur mit ganz zarten 
Nebelflecken versehenen Fliigel, die nie als ,gezeichnet* benannt 
werden kénnen, charakterisiert. 

Die ersten drei der oben genannten Arten weichen von dem 
Gattungstypus insofern ab, als ihr Thoraxriicken nicht blof hinter 
der Quernaht beborstet ist, sondern auch vor derselben Dorsozentral- 
borsten zeigt. Dadurch nahern sie sich der Gattung Heramyia R. D. 
(Carmocaris Loew). Aulierdem finde ich hier wie bei vielen anderen 
Ortalididen an allen Schienen Priéapikalbérstchen, klein, aber sehr 
deutlich ausgepragt. Aufier den Mittelschienen haben auch die vor- 
dersten eimen ganzen Kranz, freilich viel zarterer Endsporne. Im 
Habitus gleichen diese Arten mehr Anthomyiden als Ortalididen. 

Die Arten dieser Gruppe lassen sich wie folet unterscheiden : 
Hinterleib glinzend schwarz, unbestiubt. Fliigel ohne jeden 
Schatten und Nebel. Otit. immaculata Rond. 

— Hinterleib grau getieckt oder gebandert. ie 
1. Fiihler wenigstens an den zwei Wurzelgliedern rot, mindestens 
die Fiihlergruben glanzend. 2. 
— Fiihler ganz schwarz: Klypeus (Kiel und Fiihlergruben) matt 
bestiubt. 4. 
2. Beine ganz schwarz; Hinterleib quer bandiert. Be 
Die vier hinteren Schienen rotbraun. Gesichtskiel ganz glainzend 
rotgelb. Hinterleih gefleckt. Otit. anthomyina n. sp. 
3. Beine ganz schwarz. Gesichtskiel glinzend pechschwarz, nur 
oben zwischen den Fiihlern gelb. Otit. atripes Loew. 
— Alle Gelenke rot. Gesichtskiel rot, in der Mitte matt weil 
bestaubt. Otit. mucescens n. sp. 
4. Kleine Querader iiber der Mitte der Diskalzelle. Hinterleib 
vorherrschend eral. Otit. cinerosa n. sp. 
— Kleine Querader iiber dem letzten Drittel der Diskalzelle. Hinter- 
leib vorherrschend glinzend schwarz. Otit. approximata n. sp. 


Wiener Entomologische Zeitung, XXX. Jahrg., Heft I (31. Jinner 1911). 


10 Friedrich Hendel: 


1. Otites anthemyina n. sp. 


JQ aus Oristano, Sardinien (leg. Krausse) im Wiener 
Hofmuseum. 

Lingsmitte der Stirn (Strieme), ungefahr die Hilfte der Stirmn- 
breite einnehmend, gelbrot, auben dunkelbraun gesiiumt und nur dort 
etwas vom weiblichen Reif der Augenrinder zart tiberhaucht. Die 
breiten Stirnaugenrander und die damit zusammenhingenden Wangen 
dicht seidenartig wei’, der Hinterkopf briunlich weibegrau bestiubt. 
Die Grundfarbe der ersten ist wie die der Ozellen und Scheitelplatten, 
sowie die des Hinterkopfes schwarz, jene der Wangen rotgelb. Der ganze 
Klypeus ist vollkommen unbestiiubt, glinzt stark und ist in den Fiihler- 
rinnen schwarz, auf dem Lingskiele rotgelb. Backengruben unter 
den Augen rotbraun, hinten durch die lotrechte Leiste der Backen 
schwarz abgegrenzt. 

Fiihler gelbrot, drittes Glied schwarz. Taster und Riissel rot- 
braun. Die ziemlich dichte und rauhe Grundbehaarung der Stirn 
ist schwarz. Besonders langhaarig ist auch der untere Hinterkopf, 
resp. die Backen. 

Thorax und Hinterleib von glinzend schwarzer Grundfarbe, 
erobtenteils von emer dichten briunlichen oder graubraunlichen 
Bestaubung verdeckt. Thoraxriicken und Schildchen trotz der Be- 
stiubung aber ziemlich autfallend glinzend, mit zwei hinten abge- 
kiirzten Mittellangsstriemen zwischen den Dorsozentralborsten und je 
einer an der Quernaht unterbrochenen auferhalb derselben von der 
glinzend schwarzen Grundfarbe. Schildchen am Hinterrande und 
der Unterseite kaum bestiubt, glinzend. Die ganzen Pleuren, die 
Hiiften und der Metathorax dicht briunlich bestéubt. 


> 


Thoraxriicken bis vorn hin beborstet, 5—6 Borsten hinter, 2—3 
vor der Quernaht, lang, aber oft haarformig diinn. Liaings der Meso- 
pleuralnaht zirka fiinf lange Borsten. Zwei Sternopleurale neben- 
einander, die vordere schwicher. 

Am zweiten bis fiintten Abdominaltergit sieht man seitlich am 
Hinterrande je einen abgestumpft dreieckigen oder trapezférmigen, glin- 
zend schwarzen Fleck der Grundfarbe, der den Vorderrand der Ringe nicht 
erreicht und mit dem Fleck der andern Seite in der Tergitmitte een 
bestéubten graubraunen Lingsfleck einschlieft, der mit jenen der anderen 
Tergite eine zusammenhingende Medianstrieme des Abdomens _bildet. 
Auberdem sind die aufierhalb der glinzenden Lateralflecke liegenden 
dreieckigen Vorderecken der Tergite ebenfalls graubraun. Die Be- 


Vier neue mediterrane Otites-Arten. 11 


borstung der Hinterrinder der Tergite, der Seiten und des Bauches 
ist ziemlich lang und schwarz. Das sechste Tergit und das erste 
Glied des Ovipositors sind braun bestaubt. 

Schenkel glanzend schwarz, spirlich bereift; Knie, Schienen und 
Fiiie dunkelrotbraun, Tarsen gegen die Spitze hin dunkler. Fliigel 
etwas braunlichgrau tingiert, mit rotbraunen, gegen die Wurzel sogar 
rotgelben Adern, die alle verwaschen breit rostgelb umsiumt sind, 
Wurzel der Kostalzelle schwach bréunlich getriibt. Submarginalzelle 
und ein schwacher Nebel in der Spitze der Marginalzelle gleichtarbig 
rostgelb. Kleine Querader am dunkelsten gefiarbt. etwas jenseits der 
Diskoidalzellenmitte stehend. Erste Hinterrandzelle an der Miindung 
deutlich verengt. Letzter Abschnitt der Diskoidalis 11/,mal so lang 
wie der vorletzte. Schiippchen weil, Schwinger hellgelb. 


Korper und Fliigel 5—6 mi lang. 


2. Otites cinerosa n. sp. 


4¢ Q aus Mascara, Algerien, in der Sammlung Dr. 
Villeneuves. 

Der Otit. anthomyina auberordentlich abnlich und mit derselben 
leicht zu verwechseln. 

Die bei Otit. anthomyina briunliche Bestiubung ist aber hier 
hell aschgrau, oft blaulichgrau, die Fiihler sind ganz schwarz, die 
Stirn ist in der Mitte nicht eben, sondern vor den Ozellen flach 
muldig ausgehéhit. Die weifigraue Bestiitubung der Stirnseiten zieht 
sich viel dichter und weiter nach eimwirts auf die rote Stirnstrieme, 
dai diese viel weniger auffillt und undeutlich abgegrenzt erscheint. 
Die Augen sind viel rundlicher als bei der vorigen Art. Der Liangs- 
kiel des Klypeus und die Fiihlergruben sind dicht weililich bereiit, 
ohne jeden Glanz. Die Backengruben sind dichter weil) bestaubt, 
nur etwas braun schillernd. Thorax und Schild sind matt, fast ohne 
jeden Glanz. 


Die Hinterleibszeichnung ist die gleiche wie bei Of/t. anthomyina, 
jedoch sind die Grenzen viel verwaschener, die hier aschgraue be- 
stiubung ausgedehnter, die Mittelstrieme schmiler. Die schwarzen 
Flecken sind auch sehr zart graulich iiberhaucht, nicht so stark 
glinzend als wie bei Ot. anthomyina. Das Abdomen des Q_ ist 
breiter als bei Otit. anthomyina. 

Beine schwarz, nur die Kniespitzen rot, deutlich graulich an- 
gestiubt. 


Wiener Entomologische Zeitung, XXX, Jahrg., Heft I (31. Jinmer 1911). 


no . Friedrich Hendel: 


Am Fliigel ist die Triibung der Kostalzellenwurzel und der 
Nebel in der Marginalzelle etwas intensiver. Auch tiber der Radialis- 
gabel ein schwacher Schatten. Die schwarze kleine Querader ist un- 
deutlich schmal grau umsiumt und steht ungefahr tiber der Mitte 
der Diskalzelle. Die erste Hinterrandzelle ist an der Miindung noch 
stirker als bei Otit. anthomyina verengt und der letzte Abschnitt 
der Diskoidalis ist zirka zweimal so lang wie der vorletzte. Schiippchen 
und Schwinger hellgelb. 

Der Hinterleibriicken des <j, das ich fiir zugehorig halte, ist 
dicht emfach grau bestaéubt und sieht durch feine Querwurzeln und 
Hohlpiinktchen an den Haarwurzeln wie chagriniert aus. 

Korper und Fliigel 5--—6°5 mm lang. 


3d. Otites approximata n. sp. 

1 O aus Mascara, Algier, in der Sammlung Dr. Villeneuves. 

Unterscheidet sich von Ofttt. cinerosa durch folgendes: Die 
kleine Querader steht iiber dem letzten Drittel der Diskalzelle und 
der letzte Abschnitt der Diskoidalis ist dreimal so lang wie der vor- 
letzte. Die glinzend schwarzen Seitenmakeln des Hinterleibriickens 
erreichen beiderseits der schmalen grauen Medianstrieme den Vorder- 
rand der einzelnen Tergite und lassen seitlich aufien am Vorder- 
rande nur schmale graue Siume frei. Der Hinterleib ist also hier 
vorherrschend glinzend schwarz und nicht tiberwiegend grau wie bei 
Otit. cinerosa. 

Auch die Gesichtslingsleiste ist hier am Mundrande matt schwarz. 

Korper 4:5 mm, Fliigel 4 mm lang. 


4. Otites mucescens n. sp. 

20 aus Nyons (Dep. Drome in Siidfrankreich) aus der 
Sammlung Dr. Villeneuves. 

Bestiubung des Koérpers braéunlichgrau, in der Mitte zwischen 
dem Braun der Ofit. anthomyina und dem reinen Grau der fit. 
comerosa. 

Stim wie bei Otit. cinerosa gefirbt und geformt. Augen noch 
rundlicher, so dafi hier der lotrechte Augendurchmesser nur so grofi 
wie die Backenhéhe darunter ist, wiihrend derselbe bei den anderen 
Arten die Backenhohe iibertrifft. Backengruben deutlich rot. Klypeus 
rot, auch die Fiihlergruben. Diese und der oberste und unterste 
Teil des Liangskieles glanzend, unbestaiubt. Nur die Kielriickenmitte 
ist weili bereift. 


Nachtrag zu: Uber die Nomenklatur der Acalyptratengattungen ete. 13 


Erstes und zweites Fiihlerglied rotbraun. Thorax matt, so 
zlemlich glanzlos. Schild tiberall dicht bestiubt. 

Hinterleibsriicken dicht bestiubt. Die schmalen Hinterrand- 
linien der Tergite etwas rotlich, Am zweiten bis vierten Tergit 
sind am Hinterrande das Drittel bis die Hiilfte der Linge elanzend 
schwarz, was gegen den Vorderrand allmahlich durch die Bestéubung 
verschwindet. Das fiinfte und sechste Tergit. sowie der Ovipositor 
sind matt bestiubt. In gewisser Beleuchtune tritt eine den Hinter- 
leib durchlautende, hellere Medianlingslinie hervor. 

Beine schwarz, deutlich grau bestiubt. Alle Gelenke schmal rot. 

Thoraxriicken nur hinter der Quernaht mit drei bis vier Dorso- 
zentralborsten besetzt. 

Fliigel graulich, an der Wurzel etwas gelblich getriibt. mit 
gelbroten Adern. Nirgends kann ich eine intensivere Fiirbung, eine 
Wolke oder dergleichen wahrnehmen. Die erste Hinterrandzelle ist 
fast parallelrandig, die dunklere kleme Querader steht wie bei Of/t. 
anthomyina etwas jenseits der Mitte der Diskalzelle, der letzte 
Abschnitt der Diskoidalis ist nicht ganz zweimal so lane wie der 
vorletzte. Die Analzelle ist hier gréfier als bei den anderen Arten, 
bei denen die Analis fast doppelt so lane wie die Zelle ist. Die 
Subkosta miindet genau gegentiber der kleinen Querader, bei den 
anderen Arten jedoch etwas jenseits derselben. 

Schiippchen weil, der Rand desselben und die Schwinger hellgelb. 

Korper 9 mm, Fliigel 8 mm lane. 


Nachtrag zu: Uber die Nomenklatur der Acalyp- 
tratengattungen ete. 
(Wien. Ent. Zeitg. 1910, pag. 307.) 
Von Friedrich Hendel in Wien. 


Ich habe iibersehen, dali schon Rondani im Dipterol. Ital. 
Prodrom., Vol. 1, pag. 154, 1856, also schon vor Loew, fiir Diastata 
costata Meig. den Genusnamen Diastata Meig. beibehielt, fiir Geo- 
myza obscurella Fall. aber den Genusnamen T'rixoscelis neu aut- 
stellte. Dadurch wird Calopterella Coqu. iibertliissig und Geomyza 
sens. Loew heifbt nun Z'rixoscelis Rond. 


Wiener Entomologische Zeitung, XXX. Jahrg., Heft I (31. Jiamner 1911). 











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No. I. 
1. August 1912. 





Separatabdruck aus 


Supplementa Entomologica 


Herausgegeben auf Kosten der Jagor-Stiftung vom 


Deutschen Entomologischen Museum 
[Redaktion: S. Schenkling und H. Wagner] 


H. Sauter’s Formosa - Ausbeute 
I’. Hendel: Genus Dacus (Dipt.). Mit Tafel I 


Berlin-Dahlem 
Gossler-Str, 20 


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Supplementa Entomologica No. I, 1912. 13 


Genus Dacus, Fabricius (1805) (Dipt.) 
Von Friedrich Hendel, Wien. 


Bei der Untersuchung der artlich schwer voneinander abgrenz- 
baren Dacus-Arten, deren Variabilitét noch zahlreicher Untersuchungen 
bedarf, ist es ein grofer Vorteil, wenn zahlreiche Stiicke zur Ver- 
gleichung vorliegen. Dies war bei den meisten mir zur Determination 
tiberwiesenen Dacus-Spezies aus Formosa der Fall. 

Hierbei fand ich ziemlich konstant und zur Unterscheidung 
brauchbar: 

1. die Fleckung an den Wurzeln der Orbitalborsten — der braune 
Mittelfleck der Stirne stellt die Verdunkelung des oberen Endes 
der Stirnblase dar; 

2. die allgemeine Anlage der Kérperzeichnung ; 

3. die Stirnbreite und Zahl der Frontorbitalborsten; 

4. die Fliigelzeichnung. 


Unabiinderlich scheint mir die Zahl der Schildchenborsten zu 
sein. Wichtige Unterschiede gibt teilweise auch die Fliigeladerung. 
Ob die Verschiedenheit in der Fliigelzeichnung bei Stiicken ver- 
schiedener Provenienz, wie sie z. B. auch hier hei Dacus caudatus F. 
erwahnt wird, nur auf Artvariabilitat beruht oder verschiedene Spezies 
bedingt, kann ich derzeit nicht entscheiden. Bei den gréferen Serien 
der Formosaner-Arten fand ich keine bedeutenden Abweichungen in 
der Fliigelzeichnung. 

Wenig bekannt scheinen die sexuellen Unterschiede zu_ sein. 
Viele 6 — alle hier angefiihrten — haben am Hinterrande des dritten 
Abdominaltergites  seitlich eine Reihe abstehender Wimperborsten. 
Alle mir bekannten d zeigen an der Miindung der Analis eine Hin- 
kerbung des Fliigelhinderrandes, so daf dort die dritte Hinterrand- 
zelle einen vorspringenden Lappen bildet. Die beim 64 verkiirzte 
Analis tragt an ihrer Miindung einen grauen Fleck, den z. B. auch 
das d von Dacus oleae Gmel. besitzt, den ich aber nirgends er- 
wahnt finde. Die verkiirzte Analis ist kein spezifisches Merkmal, 
wie Prof. de Meijere (1911) annimmt, sondern nur ein sexuelles. 

Das Studium der Dacus-Arten wird durch die Arbeit Prof. Bezzis 
im Boll. Lab. Zool. Portici, Vol. 3, p. 273—313 (1909) sehr geférdert. 
Den bis dorthin beschriebenen Arten waren noch Dacus vespoides 
Doleschall (1859), Dacus F'rrauenfeldi Schiner, Novar. Dipt., p. 262, 95 
(1868) und Dacus xanthodes Broun, New Zeal. Dep. Apric. Bull. 4, 
p. 3 (1905) erginzend anzufiigen. 


14 Hendel, H. Sauter’s Formosa-Ausbeute. 


Im folgenden bringe ich eine Liste von als Dacus beschriebenen 
Arten, die in andere Gattungen gehéren und meist Ortalididen sind. 


Dacus acroleucus Wiedemann (1840) = Conradtina acroleuca Wied., 
Tephritid. 

Dacus addens Walker (1860) = Conicipithea-(n. g.) addens Walk., 
Platystomin. 

Dacus basalis Walker (1849), vielleicht eine Scotinosoma-Art. 

Dacus bicolor Walker (1849) = Icteracantha (n. g.) chalybeiventris 
Wiedem., Platystom. 

Dacus bicolor Wiedem. (1830), wahrscheinlich eine Melanoloma- 
Art, Richard. 

Dacus contrahens Walk, (1860) u. exigens Walk. (1860) sind 
zwei Arten der Platystominen-Gattung Pseudepicausta m., ihnlich 
chalybea Dolesch. 

Dacus detrudens Walk. (1865) u. expertus Walk. (1862), wahr- 
scheinlich ebendahin gehdrig. 

Dacus devius Walk. (1861), eine Antineura-Art, Platystom. 

Dacus divergens Walk. (1860), eine Philocompus-Art, Platystom. 

Dacus furcifer Walk. (1862), eine Lagarosia-Art, Tephritid. 

Dacus imitans Walk, (1860), eine Plagiostenopterina- (n. g.) Art, 
ahnlich aenea Wied. 

Dacus maptus Walk. (1860), eine Art der Gruppe Stenopterinina. 


Dacus inflecus Fabr. = Hlassogaster ')- Art. 

Dacus latifascia Walk. (1859), wahrscheinlich eine Xzrza-Art, 
Platystom. 

Dacus lativentris Walk. (1859), eine mir unbekannte Platy- 
stomine. 


Dacus lituratus Walk. (1861) = Clettamia liturata Osten-Sacken. 

Dacus longiwitta Walk. (1859), eine Plagiostenopterina - Art, 
Platystom. 

Dacus macilentus Wied. (1830), eine Rivellia-Art, Platystom. 

Dacus mutilloides Walk. (1859), eine Psewdepicausta-Art, Platystom. 

. Dacus obtrudens Walk. (1859) = Pseudepicausta chalybea Dolesch. 

Dacus pompilioides Walk. (1859) = Pseudepicausta-Art. 

Dacus pubiseta Walk. (1861), eine Antineura-Art, Platystom. 

Dacus sepsoides Walk. (1861) = Elassogaster') (unimaculatus 
Kertész). 

Dacus signatipes Walk. (1861), eine Elassogaster-Art, Platystom. 

Dacus sordidus Walk. (1861), eine Art der Gruppe Stenopterinina. 


1) Hpicausta Loew = Myiodella Rondani. ° 


_Supplementa Entomologica No. I, 1912. 15 


Dacus strigifer Walk, (1862), eine Antinewra-Art, Platystom. 
Dacus sucecimatus Wiedem. (1830), eine Rivellva-Art, Platystom. 
Dacus varialis Walk. (1865), eine Elassogaster-Art. 

Calantra smieroides Walk. (1860) stellt eine Dacus-Art mit ge- 
stieltem Abdomen vor, ahnlich wie D. sepedonoides Walk., 
longicornis Guér., vespoides Dolesch. und conopsoides de Meij. 
Ich kann iiber die Gattungsberechtigung gegenwiartig kein 
sicheres Urteil abgeben. 


1. Dacus cilifer n. spec., (Taf. 1, Fig. 1). 

22 36 2 aus Formosa, Alikang, Koshun; Juni-November. 

Schildchen nur mit dem apikalen Borstenpaar versehen, das 
basale fehlt. Hin Prascutellarpaar und zwei Paare untere Front- 
orbitalborsten vorhanden. Pteropleurale stark. 

Typische Dacus-Art. Kopf, Fiihler und Taster rotgelb. Stirne 
nur wachsglanzend, jederseits mit drei dunkelrotbraunen runden 
Flecken an den Wurzeln der drei Orbitalborsten und einem gleich- 
farbigen Mittellangsfleck von unregelmafiger Gestalt, der vorne ab- 
gekiirzt ist, hinten aber in einer Linie den Ocellenhécker und mit Seiten- 
ausliufern héufig die vorderen zwei der Seitenflecke erreicht. Scheitel- 
kante in einem Querbande glanzend schwarz (Ocellen- und Scheitel- 
platten). Lunula dunkelbraun, Gesicht beim d mit zwei dunkel- 
braunen bis glanzend schwarzen Querbandern, das obere in der Ge- 
sichtsmitte, das untere unmittelbar tiber dem schmal gelben Mund- 
rande. Beim @ sind beide Querbinden, mindestens aber eine von 
beiden in zwei Querflecke aufgelést, die verschiedene Entfernung von- 
einander haben kénnen. 

Drittes Fiihlerglied gegen die Spitze hin mehr oder weniger 
intensiv gebraunt. Arista nackt. Praelabrum nur in der Mitte gelb, 
seitlich dunkelbraun. Hinterkopf mit Ausnahme eines’ schmalen 
gelben Saumes am hinteren Augenrande und hinter der Scheitelkanto 
glanzend schwarz. 

Thorax und Hinterleib schwarz, dicht und fein chagriniert und 
anliegend gelblichweif pubesziert, daher wenig glanzend. Thorax- 
riicken mit zwei wenig deutlichen grauen Lingsstriemen in der Mitte 
und einer gleichen Querstrieme iiber die Quernaht. Weifgelb sind: 
der Humeral-, der Notopleural- und der doppelte Hypopleuralcallus, 
eine schiefe Querbinde am Hinterrande der Mesopleuren, die mit der 
Spitze etwas in die Sternopleura eindringt, das Schildchen und eine 
gerade Linie in der Supraalargegend des Riickens, von der 
Quernaht nach hinten bis zur innersten der drei Supraalarborsten. 


16 Hendel, H. Sauter’s Formosa-Ausbeute, 


Hinterrand des fiinften Abdominaltergits beim ¢d schmal gelbrot, beim 
2 héchstens rotbraun. Am Hinterrande des dritten Tergits 
stehen beim @ jederseits schwarze, abstehende Wimperborsten 
in einer Reihe. Sternite schwarz. Bauchhaut rotbraun. Erstes 
Glied des Ovipositors schmal, fast streifenformig, hinten wenig ver- 
jiingt, so lang wie das vierte und fiinfte Tergit zusammen, rotbraun. 
Fiinftes Tergit seitlich der Mitte nur etwas feiner chagriniert. 

Hiiften, Vorderschenkel, Hinterschienen und die Spitzen der vier 
hinteren Schenkel — die mittleren zu zwei Drittel, die hinteren zu 
ein Drittel — pechschwarz. Der Rest der Beine hell rotgelb. Die 
Mittelschienen, seltener auch die vorderen kénnen von der Basis her 
gebraunt sein. 

Fliigel glashell. Subkostalzelle, ein Randfleck an der Miindung 
der Cubitalis, der lings der Kosta nur durch einen sehr schmalen 
und helleren Saum mit ersterer zusammenhangt und ein Langswisch 
am spitzen Zipfel der Analzelle dunkelbraun. Der sich beim d daran- 
schliefende graue Fleck an der Miindung der Analis ist bald heller, 
bald dunkler und liegt zum grdferen Teile im Schulterlappen. Erste 
Basalzelle mit nackter Fligelhaut. Schtippchen weiflich, Schwinger 
rotgelb. 

Kérper 5—6 mm, Fliigel 4,5 bis fast 6 mm lang. 

Anmerk. Diese Art scheint dem ebenfalls schwarz gefirbten 
Dacus terminifer Walker, Proc. Linn., Soc. Lond., Vol. 4, p. 152, 
183 (1860) aus Makassar ahnlich zu sein. Walker erwahnt aber 
weder die gelbe Riickenlinie des Thorax, noch die gelbe Farbe von 
Schulter- und Hypopleuralbeulen, noch die Fleckung der Stirne, 


2. Dacus caudatus, Fabricius (Wiedemann), var. nubilus n. v. 

(Tat, Bigs. 2). ; 

16 d2 aus Formosa, Tainan, Fuhosho; Marz, August. 

Schildchen mit vier Borsten; ein schwacheres basales Paar ist 
vorhanden. Ein Paar Prascutellarborsten und drei Paare untere 
Frontorbitalborsten sind sichtbar; die vordersten zwei Paare stehen 
stark gendhert beisammen. Hin Paar paralleler, wenn auch kleiner 
Postvertikalborsten entwickelt. Pteropleurale schwicher. 

Kopf hellgelb, Fihler, Taster und Hinterkopfscheibe rostgelb. 
Stirne in der Mitte matt und dort mit einem runden, unscharf bo- 
grenzten rotbraunen Fleck. Orbiten ungefleckt. Scheitelkante 
mit dunkelbraunem Querbaéndchen. Lunula dunkelbraun. Gesicht 
mit zwei glanzend schwarzen, ungefaéhr runden Flecken tiber dem 
Mundrande, die beim ¢ etwas gréfer sind. Die Spitze des dritten 


Supplementa Entomologica No. I, 1912. 17 


Antennengliedes kann etwas verdunkelt sein. Arista nackt. Rand des 
Hinterkopfs hellgelb. Beiderseits des Cerebrales ein kleiner, brauner, 
nicht immer deutlicher Fleck. Cerebrale iiber dem Halse mit einem 
schwarzen V-Fleck. 

Thorax rostfarbig. Hellgelb sind dieselben Teile wie bei D. cilifer 
angegeben. Die Sternopleura ist aber am Oberrande in einem gréferen 
Querfleck gelb gefarbt und der Thoraxriicken zeigt hinter der Quer- 
naht drei gerade hellgelbe Langsstriemen. Die seitlichen liegen wie 
bei D. cilifer angegeben in der Supraalargegend, sind aber breiter; 
die mittlere erweitert sich nach hinten keilf6rmig und ist dort ab- 
gekiirzt. Pechschwarz oder dunkelbraun sind zum gréften Teil die 
zwei Zwischenriume zwischen diesen drei gelben Striemen, ein 
gréferer Fleck zwischen dem Humeral- und Notopleuralcallus, der 
sich nach abwarts auf die Pleuren streifig fortsetzt und die gelben 
Stellen derselben vorne einfaft; eine Liangsmittellinie des Riickens 
vor der Naht, zwei rostfarbige, graulich bereifte Langsstriemen 
trennend, sowie der Hinterriicken mit Ausnahme der Mitte. Riicken, 
Schild und Hinterleib sind fein goldig pubesziert. 

Hinterleib am Vorderrande des ersten bis dritten Tergites schwarz- 
braun gesaumt, desgleichen am Seitenrande der ersten zwei Ringe. 
Die Tergite vier und fiinf sind in den Seitendritteln des Vorder- 
randes gleichfalls, aber etwas breiter schwarzbraun eingefaft, was 
sich am Seitenrande ein wenig erweitert. Hine gleichfarbige Median- 
linie durchlauft die Tergite drei bis fiinf. Bauchhaut gelb. Sternite 
dunkelbraun. co seitlich am Hinderrande des dritten Tergits wie bei 
D. cilifer borstig gewimpert. Das fiinfte Tergit ist in den zwei 
lateralen Vertiefungen zwar matt, aber feiner chagriniert; dieselben 
reichen bis zum Hinterrande desselben. Erstes Glied des Ovipositors 
glanzend gelbrot, etwas linger als das fiinfte Tergit, schlank trapez- 
formig, an der Basis doppelt so breit wie am Ende. 

Hiiften und Beine hell rotgelb, Schienen gesiattigter, mehr rost- 
farbig. Mittelschienen an der Basis, Hinterschienen an beiden Enden 
schwarzbraun oder dunkelbraun gefarbt. Metatarsus auffallig heller 
als die anderen Fufglieder, weiflich behaart. 

Fliigel an der Wurzel glasig, gegen die Spitze hin gelblich- 
braun angelaufen. Subkostal-, Marginal- und obere Halfte der Sub- 
marginalzelle sowie ein damit zusammenhangender grofer Apikal- 
fleck an der Miindung der Cubitalis schwarzbraun, Analzellenzipfel 
mit einem braunen Langsschweif, der sich beim © an der Spitze 
deutlich erweitert, beim @ jedoch spitz ausgezogen ist. An der 
Posticalismiindung liegt ein verwaschener brauner Fleck. Die 


18 Hendel, H. Sauter’s Formosa-Ausbeute. 


Fliigelhaut ist in der ersten Basalzelle vor der Querader ausgedehnt 
behaart. 

Schtippchen weiflich, Schwinger gelb. 

Kérper 6,5—8 mm, Fliigel 6 bis fast 8 mm lang, 

Anmerkung 1. Nach Ausscheidung des © aus der Wiede- 
mann’schen Beschreibung des Dacus caudatus, das eine andere Art 
vorstellt, bleiben als typische Stiicke jene tibrig, deren hintere Quer- 
ader dunkel gesiumt ist und deren Schenkel vor der Spitze einen 
dunkelbraunen Punkt haben. Ich sah im Wiener Hof-Museum 8 o ¢ 
aus Ostjava, Montes Tengger, von Fruhstorfer gesammelt. Nur 
die hintere Querader ist breit braun gesiumt, was sich an der 
Posticalismiindung etwas erweitert. Der braune Kostalsaum reicht 
nur etwas unter die Radialis herab. Die braunen Querbinden an den 
Seiten des dritten bis fiinften Tergites sind breit, oft so breit, daf nur 
ein schmaler gelber Hinterrandsaum iibrig bleibt oder ganz schwarz 
bis hinten, Die Schenkel zeigen meist auch vorne einen braunen 
Fleck, so dafi ein dunkler Ring vor der Spitze entsteht. 

Fiinf Stiicke aus Ostindien, leg. Felder, ebenfalls im Wiener 
Museum, unterscheiden sich dadurch, daf die hintere Querader nicht 
gesiumt ist und nur an der Miindung der Posticalis ein dunkler 
Schatten liegt. Alle Schenkel haben posterodorsal vor der Spitze 
einen braunen Punktfleck. 

Von zwei Stiicken der Wiedemann’schen Sammlung aus Java 
hat das eine eine schmal gesiumte Querader, das zweite nur den 
dunkleren Wisch an der Posticalismiindung. Beide haben an den 
Schenkelspitzen braune Punkte. 

Die Formosaner Stiicke haben alle nur einen braunen Schatten 
an der Posticalismitindung und mit Ausnahme von drei Stiicken, die 
eine Spur von braunen Flecken posterodorsal an den Schenkelspitzen 
zeigen, einfarbig gelbe Schenkel. 

Die Fabricius’ sche Beschreibung deckt sich mit der von Wiedeo- 
mann nicht befriedigend. So erwahnt Fabricus auf dem Thorax- 
riicken nur zwei gelbe Langslinien und den dunklen Saum der 
hinteren Querader gar nicht. 


Anmerkung 2. Dacus apicalis de Meijere von Java ist sehr 
abnlich, hat aber nur zwei Schildchenborsten und an der Posticalis- 
miindung keinen braunen Fleck. 


3. Dacus dorsalis n. sp. (Taf. 1, Fig. 3.) 


119 & & aus Formosa, Koshun, September. 
Schildchen nur mit zwei Borsten, den apikalen, versehen; aufer- 


Supplementa Entomologica No. I, 1912. 19 


dem zwei untere Frontorbitalborsten, ein Paar Prascutellare. Ptero- 
pleurale schwach. 

Typische Dacus-Art. Kopf, Fiihler und Taster rotgelb. Stirne 
wachsglinzend, in der Mitte matt und dort mit einem unscharf be- 
grenzten rotbraunen Fleck, an den Orbiten jederseits mit drei rot- 
braunen Punkten an den Wurzeln der Borsten'), Ocellenhécker 
schwarz, Scheitelplatten daneben rot. Lunula dunkelbraun. Gesicht 
bei o& und © mit zwei rundlichen, glinzend pechschwarzen Flecken 
oberhalb des Mundrandes. Drittes Fiihlerglied am Oberrande und an 
der Spitze meist etwas gebraunt. Arista nackt. Hinterkopfscheibe 
rostfarben, am Rande hellgelb; beiderseits des Cerebrales mit einem 
verwischten dunkler braunen Flecken von geringer Ausdehnung, der 
auch ebensooft fehlt. Gegen den Hals zu laufen vier kurze rotbraune 
Linien zusammen, 

Thorax rostfarbig. Zitronengelb sind genau dieselben Stellen, 
wie bei D. cilifer angegeben, Es fehlt also dem Riicken die gelbe 
Mittelstrieme hinter der Quernaht. Der Riicken ist sonst gréftenteils 
schwarz, mit aschgrauer Reife bedeckt. Die rostbraune Grundfarbe 
zeigt sich nur rund um den hellgelben Humeraleallus, in den Quer- 
nahtasten, der Supraalargegend und einem Querstreifen vor dem 
Schilde, wo das Prascutellarpaar steht. Aus dem grauen Reife des 
Riickens treten drei dunkle Langslinien ziemlich deutlich hervor; die 
seitlichen sind an der Quernaht unterbrochen. 


Auch auf den Pleuren sind die hellgelben Stellen pechbraun ein- 
gefaBt, bei den dunkleren Stiicken ausgedehnter, ja vorherrschend. 
Die dichtanliegende Pubeszenz ist auf dem Riicken und dem Schilde 
goldgelb, sonst weif. Die rote Mittelstrieme des sonst schwarzen 
Hinterriickens ist nicht immer gut sichtbar. 


Hinterleib vorherrschend rotgelb bis rostrot, Seitenflecken am 
ersten, ein schmaler Vorderrandsaum am zweiten und ein breiter 
solcher am dritten Tergit, sowie eine von diesem bis zum Hinter- 
leibsende fiihrende Medianlinie schwarzbraun. Die Querbinde des 
dritten Tergits ist in der Mitte und an den Seiten am _ schmalsten 
und erweitert sich beiderseits dazwischen oft fleckenartig fast bis 
zum Hinterrande des Tergits. Seitlich am Vorderrande des vierten, 
seltener auch des fiinften ‘liegt ein schiefer, dreieckiger, schwarz- 
brauner Fleck. © seitlich am Hinterrande des dritten Tergites wie 
bei D. cilifer gewimpert. Bauch rotgelb, Sternite braun. Erstes 





1) Diese Punkte fehlten von den 119 Stiicken nur drei unaus- 
gefarbten Q. 


20 Hendel, H. Sauter’s Formosa-Ausbeute. 


Glied des Ovipositors trapezférmig, etwas kiirzer als das fiinfte 
Tergit. Dieses ist in den zwei lateralen, ovalen Vertiefungen, die in 
der Mitte zwischen Vorder- und Hinterrand liegen, vollstandig 
glatt und glanzend. 

Hiiften und Beine rotgelb. Vorderschienen an der Basis, die 
hintersten an beiden Enden mehr oder weniger ausgedehnt und intensiv 
‘ gebraunt. Fufenden bradunlich. Ferse hellgelb behaart. 

Fliigel glashell. Subkostalzelle und ein sich daranschlieSfender, 
iiberall gleich breiter Kostalsaum bis iiber die Miindung der 
Cubitalis hinaus, sowie ein Analzellenschweif dunkelbraun. Die 
Fliigelhaut ist in der ersten Basalzelle von der Querader ausgedehnt 
behaart. 

Schitippchen weiflich, Schwinger gelb. 

Ké6rper 6—8 mm, Fliigel 5—7 mm lang. 

Anmerkung: Dacus ferrugineus Fabricius unterscheidet sich 
nach Wiedemann’s Beschreibung durch rostgelbliche — also un- 
gefleckte Stirne. Der Thoraxriicken ist rostrétlichbraun und_ nicht 
ausgesprochen schwarz. 

Froggatt erwaéhnt nun aber in seinen ,Fruit Flies“, 1910, 
p. 13, die grofe Variabilitat dieser Art in der Farbung von rotbraun 
bis schwarz. Leider sagt er uns nichts dariiber, ob die Stirne ge- 
fleckt ist oder nicht. Sein Fliigelbild Pl. V, Fig. 8, stimmt mit den 
Formosaner Stiicken tiberein. 

Sehr charakteristisch fiir unsere Art sind die zwei glainzenden 
Flecke des fiinften Tergites. Es ist sehr wahrscheinlich, da® sie ein 
Teil dessen ist, was Froggatt u. a. fiir ferrugineus F. beschrieben 
haben. 


4. Dacus scutellatus n. sp. (Taf. 1, Fig. 4.) 

1 ~\ aus Formosa, Koshun, 

Schild mit vier Randborsten; drei untere Frontorbitalborsten, die 
vordersten zwei derselben eng beisammen, Kin Paar Prascutellare. 
Pteroplcurale stark. Die Stirne ist schmaler als gewohnlich, merklich 
schmialer als ein Auge und gut doppelt so lang wie breit. Postvertikal- 
borsten gut entwickelt. 

Typische Dacus-Art. Kopf, Fiihler und Taster rotgelb. Stirne 
in der Mitte matt und mit einem rotbraunen, rundlichen Flecke. Am 
Augenrande an den Borstenwurzeln jederseits drei dunkelrotbraune 
Punkte; der vorderste ist etwas linger, weil zwei Borsten tragend. 
Scheitelkante mit dunkelbraunem Querbandchen. Lunula dunkel- 
braun. Gesicht mit zwei grofen eiférmigen, glainzend schwarzen 


Supplementa Entomologica No. I, 1912. 21 


ho 


Flecken oberhalb des Mundrandes.  Drittes Fiihlerglied etwas ge- 
sittigter gefairbt, mehr rétlichbraun. Arista nackt, Hinterkopf- 
scheibe kaum dunkler als der Rand. Gegen den Hals zu laufen vier 
rotbraune Linien zusammen. 

Thorax wie bei D. dorsalis gefarbt, namentlich ist auch der 
Riicken im zentralen Teil schwarz, aschgrau bereift und mit drei 
dunklen Liangslinien versehen. Der Humeralcallus ist aber oben nicht 
rostfarbig umrandet, sondern wird vom Schwarz begrenzt; das obere 
Ende der Quernahtiste ist hellgelb, nicht rostrot. Hinter der Quer- 
naht auger den zwei seitlichen auch noch eine vorne und hinten zu- 
gespitzte mittlere schmale Langstrieme von hellgelber Farbe. Pleuren 
aufer den hellgelben Flecken vorherrschend pechschwarz, Metanotum 
schwarz, nur mit einer schmalen, dunkelroten Langslinie. Schild- 
chen an der Spitze, dort, wo die zwei apikalen Borsten stehen, 
mit einem gréferen, eiformigen, dunkelrotbraunen Fleck. 


Hinterleib rotgelb. Erstes Tergit an den Seitenrandern schwarz- 
braun, Die Vorderrander der Tergite zwei bis fiinf haben unter- 
einander gleichbreite schwarzbraune Quersiume, von denen nur der 
des fiinften Tergits in der Mitte schmal unterbrochen ist. Hine 
schwarzbraune Medianlinie durchzieht die Tergite drei bis  fiinf. 
Fiinftes Tergit seitlich gegen den Hinterrand zu glanzend. Bauch- 
haut rot, Sternite braun. Drittes Tergit (o’) seitlich bewimpert, wie 
bei D. califer. . 

Vorderhiiften und Beine hellgelb. Die vier letzten Fufglieder 
braunlich. Die vier vorderen Schienen an der Wurzel und die vier 
Hinterhiiften braun. Hinterknie und die Hinterschienen mit Ausnahme 
der Mitte dunkelbraun, 

Fliigel glashell; Subkostalzelle, ein sich daranschliefender gleich- 
breiter Kostalsaum bis tiber die Cubitalismiindung hinaus, der sich 
an dieser etwas fleckenartig erweitert, sowie ein Analzellenlangswisch 
dunkelbraun. Die hintere Querader ist von einem nach unten hin 
sich erweiternden, braunen Saum bedeckt. Fliigelhaut der ersten 
Basalzelle vor der Querader ausgedehnt behaart. 

Schiippehen gelblich, Schwinger rotgelb. 

Kérper 8 mm, Fliigel 7,5 mm lang. 


5. Dacus parvulus 2. sp. 

Fiinf d @ aus Formosa, Kanshirei, April, 

Schild mit zwei Randborsten. Zwei untere Frontorbitalborsten. Hin 
Paar Praescutellare und eine starke Pteropleurale vorhanden. Postverti- 
kale fehlen, Kopf- und Thoraxborsten rot. Stirne von normaler Breite. 


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Hendel, H. Sauter’s Formosa-Ausbeute. 


Typische kleine Dacus-Art, von der Farbung des Dacus scutellatus 
mit folgenden Unterschieden. Die schwarzen Gesichtsflecken sind 
lang-eiformig und gréfer. Die Hinterkopfscheibe ist von dem _hell- 
gelben Rand scharf abgesetzt, dunkel rotbraun. 


Das obere Ende der Quernahtiste ist hier schwarz. Das 
Schwarze herrscht tiberhaupt auf dem Thorax und Hinterleib vor. 
Auch die Supraalargegend ist sehr dunkel, die dortigen gelben Seiten- 
striemen sehr schmal, linienartig, Eine Mittelstrieme fehlt, Schild 
einfarbig gelb. 

Hinterleib pechschwarz. Das 1. Tergit ist am Hinterrande 
nur schmal linienartig rotgelb, das 2. aber dort breit, hellgelb ge- 
siumt. Die Hinterleibsspitze ist in geringerer oder gréferer Ausdehnung 
gelbrot oder rotbraun gefarbt und zeigt eine nur undeutliche, dunklere 
Medianlinie. 5. Tergit seitlich nur feiner chagriniert, 3. Tergit 
beim 6 hinten an der Seite bewimpert. Bauch rotlich gelb, Sternite 
braun. Erstes Glied des Ovipositors kurz trapezformig, rotbraun, 
merklich kiirzer als das 5. Tergit. 

Hiiften dunkelbraun, Beine hellgelb. Schenkel vor der Spitze 
mit einem schmalen schwarzbraunen Ring, der nur vorne so breit 
ist wie die halbe Schenkellaénge. Vorderschienen heller, Hinterschienen 
dunkelbraun, mittlere nur an der Basis gebraunt. Metatarsus weiBlich, 
FuSfenden braun. 

Fliigel glashell. Subkostalzelle dunkelbraun; ein sich daran- 
schliefender, gleichbreiter Saum der Kosta zunachst in der Marginal- 
zelle heller braun, dann an der Miindung der Cubitalis breiter und ge- 
sattigter werdend. Analzellenzipfel mit braunem Langswisch. Fliigel- 
haut der ersten Basalzelle distal behaart. Fliigel sehr ahnlich Fig. 1. 
Das Cubitalisende ist aber etwas wellig nach abwarts geschwungen 
und der Fleck dort etwas grofer. 

Schiippchen weiflich. Schwinger gelb. 

Kérper 5 mm, Fligel 4,5 mm lang. 


6. Dacus spez. a. 
1 ¢ aus Formosa, Koshun, September. 

Schild mit vier Randborsten. Zwei untere Frontorbitalborsten. 
1 Paar Praescutellare. Postvertikale nicht sichtbar. Stirne merklich 
schmaler als ein Auge, gut zweimal so lang wie breit. 

Kopf und Thorax wie bei Dacus @ gefarbt und gezeichnet. Die 
Stirnpunkte sind aber weniger prononciert. Oberhalb des Mundrandes 
drei schwarzbraune kurze Langsstriche. 


Supplementa Entomologica No. I, 1912. 23 


Das obere Ende der Quernaht ist nicht gelb. Die drei hellgelben 
Langsstriemen hinter der Riickenquernaht sind breiter und _ nicht 
ganz linienartig schmal. Schild an der Spitze mit einem rotbraunen 
Fleck. 

Hinterleib samt Ovipositor wie D. caudatus F. gezeichnet und 
geformt. 

Schenkel hellgelb, posterodorsal vor der Spitze mit einem rot- 
braunen Fleck. Schienen braun, besonders die hintersten, in der 
Mitte ein wenig heller. Fiife braunlich, Ferse weiflichgelb. 

Fliigel wie bei D. cilifer, Fig. 1. Die Marginalzelle ist aber nicht 
heller gefarbt und der Kostalsaum verbreitert sich ganz gleichmafig 
und ohne innere Erweiterung an der Cubitalis. Er endet in der 
Mitte der Miindung der ersten Hinterrandzelle, erste Basalzelle distal 
etwas behaart. 

Kérper 5 mm, Fliigel 4,5 mm lang. 


7. Dacus spez. B. 

1 @ aus Formosa, Koshun, September. 

Schild nur mit einem Paar Borsten. Drei untere Frontorbital- 
borsten, Hin Paar Praescutellare. Postvertikale klein. 

Typische Art. Kopf samt Anhangen rotgelb. Stirne weif- 
schimmernd, mit braunen Punkten an den Borstenwurzeln, undeutlichem 
braunen Mittelfleck und schwarzbraunen Querbiandchen an der Scheitel- 
kante. Lunula braun, Hinterkopfscheibe mit einem durch das Cerebrale 
unterbrochenen braunen Kreisbogen. Gesicht mit einem die halbe 
Héhe einnehmenden glinzend schwarzen Bande oberhalb des 
Mundrandes. Drittes Fiihlerglied gegen die Spitze hin etwas gebriunt. 
Arista nackt. 

Thorax wie bei Dacus scutellatus gezeichnet und gefirbt. 
Schildchen aber ganz gelb. 

Hinterleib rotgelb. Seiten des ersten Tergits, ein schmaler Vorder- 
randsaum des zweiten und die folgenden Tergite mit Ausnahme der 
Hinterleibsspitze schwarzbraun. Erstes Glied des Ovipositors so 
lang wie die letzten drei Tergite zusammen, sehr schlank 
trapezformig, rot. Bauch rotbraun, Sternite schwirzlich. 

Vorderschenkel mit Ausnahme der Wurzel, Mittelschenkel in der 
Endhalfte, Hinterschenkel im Enddrittel pechschwarz., Schienen dunkel- 
braun, in der Mitte heller. FiiSfe braunlich, Ferse weiflichgelb. 

Fliigel wie bei D. cilifer, Fig. 1. An der Miindung der Posti- 
calis ein kleiner Schatten. Erste Basalzelle teilweise behaart. 

Koérper 6,5 mm, Fligel 6 mm lang, 


24 Hendel, H. Sauter’s Formosa-Ausbeute. 


8. Dacus chrysotoxus, n. sp. (Taf. I, Fig. 5.) 

1 ¢ von den Key-Inseln, leg. Kiihn. Sammlung B. Lichtwardt 

Vier Schildchenborsten, drei untere Frontorbitalborsten, Post- 
vertikale ziemlich deutlich. Ein Paar Praescutellare. Die Grund- 
behaarung von Kopf und Leib ist relativ lang und abstehend, 
goldgelb, Stirne breit, nicht viel langer als breit. 

Kopf und Anhange hell gelbrot. Stirne ungefleckt. Scheitel- 
kante und Hinterkopfsscheibe rostfarbig. Gesicht mit zwei runden 
schwarzen Flecken oberhalb des Mundrandes. 

Thorax und Schild wie bei D. caudatus F. gefarbt. 

Hinterleib rotgelb. Am Vorderrande des 1.—3. Tergites eine 
schwarze schmale Querbinde; die des 3. am breitesten und _ inten- 
sivsten. Nur der 4. und 5. Tergit haben eine schwarze Medianlinie. 
4, Tergit seitlich im Vorderrande mit einer schwarzbraunen Querbinde. 
Ovipositor, erstes Glied, gelbrot, trapezformig, etwas linger als 
das 5. Tergit, konisch, nicht von oben her kompress. 

Hiiften und Beine rotgelb. 

Fliigel mit einer gelblich rotbraunen Zeichnung nach Figur 5. 
Adern rot. Schiippchen gelblich. Schwinger rotgelb. 

Korper 10 mm, Fliigel 9,5 mm lang. 

Anmerkung: Dacus discipennis Walker scheint eine sehr 
aihnliche Art zu sein, namentlich in der Fliigelzeichnung. Was aber 
Walker von der Thorax- und Hinterleibsfirbung sagt, paft nicht 
auf unsere Art. 


Supplementa Entomologica 1912 No.1; Pafelem 








5. 


F. Hendel, Dacus. 
1. D. cilifer nov. spec. 2. D. caud. v. nubilus nov. 3. D. dorsalis nov. spec. 
4. D. scutellatus nov, spec. ). D. chrysotoxus nov. spec. 





(5. as Us 


E. Wasmann, Pazssius. 
6. P. Sauteré nov. spee. 7, Ta. P. formosus nov. spec. 





i 








Band II, Nr. 12 


1. Dezember 1913 





Separatabdruck aus 


Eniomologische Mitteilungen 


Herausgegeben vom Verein zur Férderung des 
Deutschen Entomologischen Museums 
[Redaktion: S. Schenkling und C.Schaufuss] 


F. Hendel, 


Neue Drosophiliden aus Siidamerika und Neuguinea (Dipt.). 


Berlin-Dahlem 
Gossler-Str. 20 






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Neue Drosophiliden aus Siidamerika und Neuguinea (Dipt.). 
Von F. Hendel, Wien. 
(Mit 2 Figuren im Text.) 


Oxyleucophenga nov. gen. (Fig. 1). 

Die nackte Stirne und das Gesicht gleich breit, mit parallelen 
Augenriandern, erheblich schmiler als ein Auge. Kopf im Profile 
fast halbkreisférmig umrissen, da die Stirne nicht vorsteht, die 
Backen linear sind und das Vibrisseneck nur etwas sichtbar wird. 
Hinterkopf stark fiir den Thorax ausgehohit. Zwei kraftige, gleich 
starke, nach oben gebogene Frontorbitale, deren vordere etwas vor 
der Stirnmitte steht. In gleicher Héhe mit ihr, etwas einwarts 
geriickt, steht die ebenfalls gleich starke, nach vorne gebogene Borste. 
Ozellare und Vertikale normal. Postvertikale sehr klein. Lunula 
bedeckt. Gesichtskiel nur zwei Drittel des Gesichtes lang, niedrig, 
aber scharf, wenig auffallend; er driingt die Fiihler nicht auseinander, 
die an der Basis eng beisammen und noch etwas oberhalb der 
Augenmitte stehen. Fiihler etwas kiirzer als das Gesicht, nickend. 
Zweites Glied etwas kappig vortretend; drittes Glied oval. Arista 
oben mit sieben, unten mit fiinf oder sechs langen, abstehenden 
Fiederstrahlen versehen. Vibrissen gut entwickelt. Prdlabrum 
niedrig, etwas von vorne sichtbar. Taster fadlich. Riissel- und 
Mundéffnung kleln. 

Thorax wie bei den  Drosophiliden im allgemeinen hoch 
gewolbt. Die Riickenbehaarung ist sehr dicht und kurz, anliegend. 
Vor dem einzigen Dorsozentralborstenpaar steht noch ein kirzeres 
Borstenpaar. Schild fast halb so lang wie der Riicken, eiférmig, 
oben flach, nackt; am Rande mit vier Borsten, die apikaien gekreuzt. 
Auf dem Pleuren nur zwei Sternopleuralborsten nebeneinander. 
Hinterleib wie bei Lewcophenga, nach hinten verjiingt. 

Die auffilligsten Merkmale bietet der Fliigel, der an der 
Cubitalismiindung, wo auch die sonst dicke Kosta schon endet, eine 
scharfe Spitze zeigt. Subkosta sehr kurz, zirka ein Viertel der 
Fliigellinge, Radialis wellig, ziemlich weit vor der Fliigelspitze 


Entomol. Mitteilungen II, 1913, Nr. 12. 387 


miindend. Cubitalis hinter der vor der Mitte der Diskalzelle 
stehenden kleinen Querader aufgebogen, dann aber ganz gerade 
Discoidalis gerade, parallel mit der Cubitalis. Hintere Querader mi 
der Posticalis einen spitzen Winkel einschliefend, Die zweite Basal- 
zelle ist nur unvollkommen mit der Diskalzelle verschmolzen. [leine 
Querader weit vor der Mitte der Diskalzelle. 


Vorderbeine schwach und etwas verktirzt, Praapikalbérstchen 
nur an den Mittelschienen deutlich. 


Wie bei Leucophenga ist auch hier die Stirne und die ganze 
Oberseite der Fliege mit silberweifem Schimmer iibergossen. 


Gattungstypus O. wndulata nov. spec. 
1 ¢g aus Peru, Urubambafluf8, Umahuankilia, 11. November. 
Dresdner Museum. 
Das ganze Tier ist von hellrotgelber Farbe, das Gesicht am 
hellsten gefarbt. Borsten und Haare schwarz. 


Die Hinterrander der Abdominaltergite sind heller gelb, Der 
Schildeindruck des basalen Doppelsegmentes und je ein kurzes 
Strichlein in der Mitte des Vorderrandes des dritten und vierten 
Tergites, sowie kleine Mittelpunkte an den Seitenrandern der Tergite 
3 bis 6 sind schwarzbraun. 


Fliigel etwas braéunlich hyalin, mit braunen, nur an der Wurzel 
gelben Adern und dunkelbraunen Flecken nach der Figur. 


Koérper und Fliigel 3 mm lang. 





Bigg i: 





Drosophilura nov. gen. (Fig. 2). 

Stirne vorne so breit wie ein Auge, am Scheitel noch erheblich 
verbreitert. Von den Fiihlerwurzeln nach abwirts sind die Augen- 
viinder ziemlich parallel. Das Ozellendreieck ist scharf abgesetzt, 


388 F. Hendel, Neue Drosophiliden aus Stidamerika. 


oben die Halfte der Stirne breit und erreicht mit der Spitze den 
vorderen Stirnrand. Die schmalen, mit dem Augenrande parallelen 
Scheitelplatten sind etwas kiirzer. Die drei Frontorbitalborsten sind 
fast gleich lang und stark; die vorderste steht im ersten Stirndrittel 
und ist nach vorne gebogen; gleich dahinter steht die vordere der 
zwei nach oben gebogenen Borsten. Ozellare und Postvertikale 
kraftig entwickelt. Vertikalborsten normal. 

Gesichtskiel scharf und sehr hoch, im Profile in konvexem 
Bogen, der oberhalb des Mundrandes am starksten gekriimmt ist 
und am weitesten vorsteht, ganz auffallend nasenartig iiber die 
Fiihler vortretend, so lange wie das Gesicht, oben die Fiihler an der 
Wurzel auseinander keilend. Die Seitenrinder des Mundrandes 
stehen etwas fliigelartig vor. Fihlergruben tief eingefurcht, so lang 
wie das Gesicht, auffen kantig. 

Fiihler den Furchen angedriickt, ungefaihr der Augenmitte gegen- 
iiber inseriert. Zweites Glied nicht kappig, oben mit langer, abstehender 
Borste. Drittes Glied oval. Arista oben mit sechs, unten an der 
Spitze mit zwei langen Fiederstrahlen versehen. Vibrissen kraftig 
ausgebildet. Zwei Backenborsten. Das Pralabrum fiillt den Mund- 
rand von unten knopfig aus. Taster lang, diinn, am Ende 
erweitert, unten rauh beborstet. Riissel schlank und lang, 
deutlich langer als der Kopf, mit kleinen kopfigen Labellen. 
Wangen schmal, Backen zirka ein Drittel eines Auges hoch. Hinter- 
kopf stark ausgehohlt. 

Thorax oben stark gewélbt. Schild etwas iiber ein Drittel des 
Riickens lang, eiformig, oben flach gewélbt und nackt, am Rande 
mit vier Borsten, die apikalen gekreuzt. Drei Humerale, zwei 
Notopleurale, eine Prasuturale, vier Supraalare, zwei Paare Dorso- 
zentrale ganz hinten. Prascutellare fehlen. Grundbehaarung des 
Riickens in dichten Langsreihen stehend, kurz. Pleuren nur mit 
zwei Sternopleuralen nebeneinander, deren vordere etwas schwacher ist. 

Hinterleib beim ¢ breit eiformig, breiter als der Thorax. Das basale 
Doppelsegment ist ungefahr ein Drittel des Abdomens lang. Von 
den folgenden sieben sichtbaren Tergiten ist das letzte das kiirzeste. 
Aus diesem steht ein kurzes, flach zylindrisches und am Ende 
borstlich behaartes Tastorgarn, das die Hinterleibsspitze bildet, vor, 
Unter ihm, ventral, setzt in einem breiten, nach unten gerichteten 
Kegel der Ovipositor an, der dann sich hornartig verjiingt und 
mit schlanker Spitze nach hinten richtet. Das Ende ist dreieckig 
zugespitzt und am Rande dornig geziéhnelt, Der ganze Ovipositor 
ist ungefahr so lang wie der halbe Hinterleib und sein schlanker 
Endteil oben etwas rinnenartig hohl. 


Entomol. Mitteilungen IJ, 1913, Nr. 12. 389 


Subkosta kurz, der kleinen Querader gegeniiber miindend, 
Diese steht tiber dem ersten Viertel der Diskalzelle, die wieder mit 
der zweiten Basalzelle wegen Fehlens der Querader zusammenschmilzt, 
Radialis fast gerade, jenseits der Mitte des letzten Discoidalisabschnittes 
miindend, welcher nur wenig langer als der vorletzte ist. Die erste 
Hinterrandzelle ist an der Miindung deutlich verengt. Die Kosta 
reicht bis zur Mtindung der vierten Lingsader. 


Gattungstypus: D. caudata nov. spec. 


1 ¢ aus Bolivia. Firma Staudinger und Bang-Haas. 

Stirndreieck und Scheitelplatten glanzend, diese und die Orbiten 
braungelb. Die beiden Schenkel der Stirnstrieme samtig schwarzlich 
rotbraun. Gesicht, Backen, Riissel, Taster, Pleuren des Thorax, 
Metanotum, Hitiften und Beine hell ockergelb, glinzend. Fiihler vor- 
herrschend, Taster an der Spitze sepiabraun. Thoraxriicken und Ober- 
seite des Schildes sepiabraun. In der Linie der Dorsozentralen zwei 
durchlaufende gelbe Liingslinien, die vorne oberhalb der Schultern 
nach aufen und wieder nach riickwarts umbiegen. Hine feine gelbe 
Medianlinie ist weniger deutlich ausgepragt. AuSerdem sind noch 
die Lateral- und Supraalargegend des Riickens, sowie die Schild- 
rinder gelb. 

Der dreieckige Eindruck an der Wurzel des Hinterleibes und 
kleine auch dreieckige Seitenfleckchen vorne am fiinften und sechsten 
Tergit, dann der Bauch und der Ovipositor sind rotgelb. Haare und 
Borsten alle schwarz. 

Der Fliigel ist ziemlich gleichmaBig bréunlich tingiert, nur gegen 
die Wurzel hin etwas heller. Adern braun. Schwinger gelb. 

Korper und Fliigel 4 mm lang. 


Periscelis nebulosa nov. spec. 

Vier Stiicke aus Buenos Aires, Argentinien, an Baumjauche. 
Wiener Hofmuseum. 

Die Art ist in allen plastischen Merkmalen unserer P. annulata 
Fallen so ahnlich, daf sie in keine andere Gattung gebracht werden 
kann, Ein Zettel an der Nadel berichtet ,,.Durch die Augenmitte ein 
diinnes dunkelrotbraunes Querbindchen, Obere Facetten rotbraun, 
untere griin, etwas gréfer*. 

Stirne, Thorax und Hinterleib mit Ausnahme des gelben basalen 
Doppelsegmentes glanzend pechbraun, unbestaiubt, Stirne oberhalb 
der Fiihler mit Querfurche. Mundrand zum Unterschiede von den 
anderen Arten mit zwei vibrissenihnlichen Haaren. Arista oben mit 
fiinf, unten mit vier Kammstrahlen. 


390) I’. Hendel, Neue Drosophiliden aus Siidamerika. 


Hiiften und Beine gelb. Schenkel auSer der Wurzel und Schienen 
aufer der Spitze, sowie die zwei letzten Fufglieder pechbraun. 

Fliigeladerung genau wie bei der Fallen’schen Art. In der 
Fliigelmitte liegt zwischen den beiden Queradern eine braune Wolke, 
die sich schief nach oben in die Spitze der Subkostalzelle hineinzieht. 
Auch die Fliigelspitze ist an der zweiten und dritten Lingsader gebriunt. 

Schwingen hellgelb. 

Korper 2,5 mm, Fliigel 2 mm lang. 


Eostegana nov. gen. 

Gleicht mit folgenden Unterschieden der Gattung Stegana. Die 
Augen sind nicht wagerecht eifoérmig, sondern noch hoher als lang. 
Die erste Hinterrandzelle ist an der Miindung nicht verengt, sondern 
hat fast die Tendenz sich zu erweitern. 

Der gerade, tiber die Fiihlerwurzeln vorgezogene Stirnrand, die 
posterodorsal reihig beborsteten Mittelschienen und die getrennte zweite 
Basalzelle, sind ebenfalls charakteristische Merkmale unserer Gattung. 


Typus: Host. Bzroi nov. spec. 

Mehrere Stiicke aus Neu-Guinea, Sattelberg, Huongolf (Bzro) und 
Moroka, 1300 m (Loria) im Ung. Wat. Mus. und im Mus. Civ. Genova. 

Das ganze Tier ist pechbraun. Rot sind: der Scheitelrand und 
die Scheitelplatten, eine Stelle unter den Fiihlerwurzeln, stellenweise 
die hinteren Pleuren und das Metanotum. Der Hinterleib kann auch 
deutlich rétlichen Stich haben; die Hinterrandréiume der Tergite sind 
stets heller rot gefarbt. 

An den Beinen sind nur die Fiife abstechend hell rotgelb. 
Uber dem Mundrande liegt ein breites silbriges Querband. Oben 
meist acht, unten meist drei lange gelbliche Fiederstrahlen auf der 
Arista, Gesicht konkav, zurtickweichend. Vibrissen stark. 

Fligel tief schwarzbraun, nach hinten zu heller. Hyalin sind 
die zweite Basalzelle, dann die Schulterlappen und die Wurzel und 
der Hinterrand der dritten Hinterrandzelle. An der Fliigelspitze zwei 
milchweif schimmernde schiefe Querbinden. Die erste lauft ganz 
durch und durchquert die Mitte der ersten Hinterrandzelle; sie liegt 
an der Kosta weiter wurzelwarts als hinten. Die zweite Binde besteht 
aus zwei an der Cubitalis getrennten Flecken an der Fliigelspitze. 
Die obere Halfte der ersten Binde ist gew6hnlich deutlich gelb tingiert. 
Schiippchen rostfarben. Schwinger schwarz. Kleine Querader jenseits 
der Mitte der Diskalzelle, 

Koérper 4,5 mm, Fliigel 4 mm lang. 





s ti apy 


7” 





. 
| Deutsch. Ent. Zeitschr. 1913. 617 


Neue amerikanische Dipteren. 
1. Beitrag. 


Von Friedrich Hendel, Wien. 
Mit 5 Textfiguren. 


Durch die freundliche Vermittlung des Herrn Prof. K. M. Heller 

erhielt ich aus dem Kel. zoolog. und anthrop. Museum in Dresden 
eine Reihe von Dipteren aus der Gruppe der acalyptraten Musciden 
zur Bearbeitung, die alle durch die Sammeltitigkeit der Herren 
W. Schnuse und Garlepp im Andengebiete Siid - Amerikas 
zusammengetragen wurden. Es werden wohl noch Jahre vergehen, 
bis das reiche Material, das W. Schnuse sammelte und das 
sich jetzt zum grofsen Nutzen der Wissenschaft in besten Hinden 
befindet , vollstiindig aufgearbeitet sein und eine Ubersicht ge- 
statten wird. 

Im Anschlusse daran beschreibe ich auch einige mir von 
anderer Seite zugekommene Amerikaner, zum weitaus grdéfsten 
Teile neotropische Formen. 

Die Verhiltnisse bedingen eine Aufeinanderfolge der Arten 
in zwangloser Reihe. — Im besonderen mache ich in dieser Arbeit 
auf die seit Wiedemann (1830) unbekannt gebliebene Gattung 
Zygothrica und auf die Ubersicht tiber alle bisher bekannt ge- 
wordenen neotropischen Curtonotum-Arten aufmerksam. 


Trizoscelis dimidiata n. sp. 

4 o 2 aus Peru, Cuzco, 3700 m, 26. III. und Bolivia, Sorata, 
2300 m, 20. XII. Dresd. Mus. 

Stirnstrieme matt rotgelb; Scheitelplatten, wie auch der 
Hinterkopf hell aschgrau. Stirnaugenrand, Gesicht und Backen 
weifslich. Ocellenfleck dunkelbraun. Zwischen Fihler und Auge 
kein dunkler Fleck. Fithler orangerot; drittes Glied kurz oval. 
Arista schwarz, an der Wurzel etwas verdickt, wie nackt. Backen 
1/. eines Auges hoch. Taster rotgelb. Augen nur wenig héher 
als lang. 

Die Oberseite des Tieres ist hell aschgrau, die Unterseite 
scharf abgesetzt dunkel kaffeebraun. Die Grenze bildet am Thorax 
die Notopleuralnaht und am Hinterleib die geradlinige Fortsetzung 
nach hinten zu, wodurch nicht nur der Bauch, sondern auch ein 
schmaler Seitenrand des Hinterleibsriickens braun ist. — Auf dem 
Thoraxriicken Jaufen 3 braune Lingslinien nach hinten, die mittlere 
zwischen den 2 Acrostichalhairchenreihen, die 2 seitlichen in der 
Reihe der Dorsozentralborsten. Diese 3 Striemen vereinigen sich 
vor dem Schilde in eine breite, die dann auch auf das letztere 

Deutsche Entomol, Zeitschrift 1913. Heft VI. 49 


618 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1913. 


iibertritt. — In der Medianlinie jedes Abdominaltergites je ein 
langovaler kaffeebrauner Fleck, die auch eine Liingsstrieme bilden 
k6onnen. 

Beborstung und Behaarung schwarz, wie beim Gattungs-Typus 
angeordnet. 

Hiiften und Schenkel kaffeebraun, Schienen und Fiifse heller 
rotbraun. 

Fligel hyalin, milchweifsschimmernd, mit gréfseren braunen 
Flecken am Vorderrande und oben an der hinteren Querader und 
braunen Querfleckchen in den Zellen beiderseits des letzten Cubitalis- 
abschnittes und der Posticalis. Auch die Queradern sind braun 
gesiumt und in der Mitte der zweiten Hinterrandzelle liegt ein 
brauner Punkt. Die Marginalzelle ist bis auf 2—3 helle Zwischen- 





Fig. 1. Fltigel. 


raume ganz schwarzbraun. Costalzelle in der Spitze mit einem 
braunen Inselfieck. Radialis sanft wellig geschwungen. Kleine 
Querader auf der Mitte der Discalzelle. Schwinger und Schiippchen 
gelblichweifs. 

K6érper 3,5 mm, Fliigel 3 mm lang. 

Anmerkung: Die zweite neotropische Art dieser Gattung 
ist Triv. chilensis Schiner, Novara-Dipt. p. 235 (1868) (Diastata), 
nach den Untersuchungen Czernys zur Gattung Geomyza sens. 
Loew, das ist unsere Trivoscelis Rond., gehérig. 


Curtonotum Maequart. 
Macquart, Dipt. exot. vol. 2/3. p. 193. tab. 25. f. 9. 10 (1848). 


Tabelle der neotropischen Arten. 
2 Sternopleuralborsten, die vordere und obere schwiacher. 1. 
Nur 1 Sternopleuralborste; die vordere, obere fehlt . 6. 
1. Thoraxriicken, Pleuren und Schild ohne dunklere Punktierung. 
C, simplex Schiner '). 
Thoraxriicken und Schild stets dunkel punktiert . . 2. 


1) Schiner, Novara-Dipt. p. 237. 19 (1868). 


cr 


Hendel, Neue amerikanische Dipteren. 619 


. Fligel dunkelbraun, von zahlreichen weifsen Flecken durch- 


brochen Ate 2 ee ee C. trypetpenne! 1. sp: 
Fliigel nicht eaionartia) wellswoeteekts dg wie he ABR 


. In der braunen Fliigelspitze liegt an der Miindung der ersten 


Hinterrandzelle ein milchweifser Randfleck. Thoraxriicken 
und Schild von dunkelbrauner Grundfarbe. Hinterleib mit 
einer dunklen Lingsstrieme . . 2. C. apicale n. sp. 
Fliigel ohne weifsen Apicalfleck. Thorax und Schild von roter 
Grundfarbe. Hinterleib mit 3 dunklen Liingsstriemen. 4. 


Fliigel hellgraulich hyalin. Hinterleib mit schmalen Striemen 
und Hinterrandsiumen. Die 2 rechteckigen hellen Flecke 
am Vorderrande der Tergite dicht gelbgrau bestiubt und 
G@unkel -punktiert ~- .,.- © « 3. C, murnum.n. sp. 

Fliigel intensiv rauchbraun tingiert. Hinterleib mit breiten 
Striemen und Hinterrandsiumen. Die 2 rundlichen hellen 
Flecke am Vorderrande der Tergite schiitter blaugrau be- 
PMU MA NUMKCIONG . os . qe, wate cakes,’ o . DE 


Gesicht und Stirne gleichbreit. Die Abdominaltergite 3—5 
haben aufser in der Mitte noch 2 seitliche dunkle Lings- 
striemen, die den Vorderrand verbreitert erreichen. Wangen 
und Backen breiter. . . . . 5. © gibbum Fabric. 

Gesicht schmiler als die Stirne. Die Seitenstriemen der Ab- 
dominaltergite 3—5 erreichen den Vorderrand der Ringe 
nicht. Wangen und Backen sehr schmal. 

4. ©. pantherinum Walker. 

Thoraxriicken und Schild ohne dunkle Punktierung an den 


Haarwurzeln und auch ungestriemt. . . iP 
Riicken und Schild dunkel paniaeee und auf Pekea und 
Stirne mit dunklen Lingsstriemen. . . .. . Q. 


. Grundfarbe des ganzen Tieres rostgelb. Stirne ungestriemt. 8. 


Grundfarbe dunkel kastanienbraun. Stirne mit 2 braunen 
Langsstriemen . . . . . 6. C. impunctatum n. sp. 


. Fliigel fast ganz gleichmiéfsig braun tingiert. Hinterleib am 


dritten bis fiinften Tergit mit dunkelbrauner Medianstrieme. 
Schild oben dunkelbraun . . . 7. ©. fumipenne n. sp. 
Fliigel gelblich, mit braunen Flecken an den Miindungen der 
zweiten bis vierten Langsader und an der hinteren Quer- 
ader. Hinterleib ohne Medianstrieme. Schild oben rostgelb. 
8. C. vulpinum n. sp. 


. Notopleuralnaht mit brauner Liingsstrieme. Fliigel am ganzen 


Vorderrande scharf abgesetzt dunkelbraun gesiumt und mit 

ebenso scharfer, gleichbreiter Zickzackbinde an der hinteren 

Queraderw) 95-5 p20) OC bathimedum mn. sp: 
42* 


620 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1913. 


Notopleuralnaht ohne braune Liangsstrieme. Fliigel am Vorder- 
rande nur mit braunem Flecke an der Radialismiindung. 
10. C. taeniatum n. sp. 


1. Curtonotum trypetipenne n. sp. 


10 o§ aus Peru, Urubambaflufs, 15.—27. XI.; Pichis Pto. 
Permudes, 10.—15. XII.; Pinipini und Ucayali, Unini, Oktober. 
Dresd. Mus. 

Das Gesicht ist nur um etwas schmialer als die Stirne, diese 
mehr als doppelt so breit wie ein Auge. Die Scheitelplatten sind 
*/, der Stirne lang; die nach vorne gebogene Orbitalborste steht 
noch vor der Stirnmitte. Wangen und Backen viel schmiler als 
das dritte Fiihlerglied. Oberstes Mundrandhiarchen verstiirkt. Ge- 
sichtskiel nur in der oberen Gesichtshalfte kantig vorstehend, im 
Profile gerade und nicht tiber die Augenlinie vortretend. 2 Sterno- 
pleuralborsten; die obere schwiacher. Oben 13, unten 8 lange 
Fiederstrahlen an der Arista. 

Stirne rostfarben, mit 4 nicht sehr scharfen dunkelbraunen 
Lingsstriemen, 2 innerhalb der Scheitelplatten, je eine direkt am 
Augenrande. Die Spitzen der Scheitelplatten, feine Linien am 
Augenrande und breite Séiume an den Wangen, wie auch gréfsten- 
teils das Gesicht silbrigschimmernd. Die Grundfarbe des letzteren 
ist in der Mitte unter den Fiihlern dunkelbraun, an den Seiten 
und am Mundrande gelb. Fihler dunkel rotbraun, an der Wurzel 
und am Ende mehr oder weniger verdunkelt, schwarzbraun. 
Zweites Glied oben weifschimmernd. Taster schwarzbraun. 

Thorax und Schild von dunkelbrauner Grundfarbe, nur an 
den Schultern und am Schildrande rétlich. Der Reif ist zart 
weifsgrau. Die Mesopleuren und namentlich der Riicken sind 
dicht und ziemlich grob und vielfach zusammenfliefsend dunkel 
sepiabraun punktiert, das Schild oben ganz von dieser Farbe, die 
auch den Gesamtton des ganzen Tieres bildet. 

Hinterleib schwarzbraun, deutlich glanzend, seitlich mehr rot- 
braun und dort jederseits am Vorderrande mit einem gréfseren 
weilslich bereiften Fleck, der durch dunkle Wurzelpunkte an den 
Haaren durchbrochen wird. Die Hinterrander der einzelnen Tergite 
sind entschieden viel dunkler, fast schwarz gefarbt. Die Rand- 
borsten der Tergite sind hinten etwas aufgerichtet. 

Vorder- und Mittelschenkel rotbraun, die vorderen dunkler ; 
Hinterschenkel, Schienen und Fiilse rotgelb, erstere mit brauner 
Spitze, die Schienen vor der Mitte und an der Spitze mit braun- 
lichen Ringen, die Fiifse am Ende gebriaiunt. Hiiften an der Wurzel 
braun, sonst braunlichgelb. Haare und Borsten tiberall schwarz. 

Fligel schwarzbraun, vorn dunkler als hinten, mit je einer 


Hendel, Neue amerikanische Dipteren. 621 


Reihe von weifsen, viereckigen Flecken zwischen den Liangsadern. 
Costalzelle ungefleckt. Marginalzelle mit 4, Submarginalzelle mit’ 
7—8, erste Hinterrandzelle mit 2—3 Flecken oberhalb der hinteren 





Fig. 2. Fliigel. 


Querader und einem an der Miindung, Discalzelle mit 4—5 Flecken, 
zweite Hinterrandzelle nur mit einem grofsen Fleck, dritte Hinter- 
randzelle mit 3—4 Querflecken. Schwinger hellgelb. 

Kérper 5,5—7 mm, Fliigel 5—6,5 mm lang. 


2. Curtonotum apicale n. sp. 


8 o 2 aus Peru, Pachitea-Miindung, 150 m, 19.—26. XI. 
Dresd. Mus. 

Die Stirne ist nur um geringes breiter als das Gesicht und 
etwas breiter als die doppelte Augenbreite. Scheitelplatten und 
Stirnbeborstung wie bei Curtonotum murinum. Die Wangen und 
Backen sind schmiler als das dritte Fiihlerglied. Nur das oberste 
Haar am Mundrande ist etwas stiirker. Gesichtskiel flach, unten 
nicht sichtbar. Im Profile ist das Gesicht unter seiner Mitte 
schwach konvex, tritt aber nur wenig tiber die Augenlinie vor. 
Augen miafsig hoch. — Eine starke Sternopleuralborste ; oberhalb 
derselben und weiter vorn noch eine zweite, schwiichere Borste. 
Oben 11—12, unten meist 6 lange Fiederstrahlen an der Arista. 

Der Kopf ist wie bei C. murinum gefirbt; die Scheitelplatten 
und der Hinterkopf sind aber von dunklerer Grundfarbe. Das 
Gesicht schimmert unter den Fiihlern in der Mitte schwarzlich. 
Das dritte Fiihlerglied ist nicht gebriiunt. 

Thorax von dunkelbrauner Grundfarbe, an den Schultern 
rot. Die Bestéubung ist auf dem Riicken, dem Schild und den Meso- 
pleuren gelbgrau und iiberall von dichtstehenden, etwas gréfseren 
schwarzbraunen Wurzelpunkten an den Haaren durchbrochen. Nur 
selten treten undeutlich Spuren von 3 breiten dunkleren, scheinbar 
unter der Bestaéubung liegenden Liingsstriemen hervor. Die Be- 
stiubung der unteren Pleuren, des Metanotums und des Hinter- 
leibes ist aschgrau. Die Abdominaltergite 2—5 zeigen am Hinter- 


622 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1913. 


rande je 2, vorn bogig konvex begrenzte, dunkel sepiabraune 
Saumflecke , die am zweiten in der Mitte getrennt sind, an den 
Tergiten 3—5 aber durch eine durchlaufende, gleichfarbige Median- 
_ strieme verbunden werden. Randmacrochaten lang und abstehend. 

Hiiften und Beine briaunlich ockergelb. Vorderschenkel mit 
Ausnahme der Spitze, die Wurzel der mittleren Schenkel und die 
Spitzen der 4 hinteren dunkelbraun. Alle Schienen haben vor der 
Mitte und am Ende einen braunen Ring. Fiifse am Ende gebraunt. 

Fliigel grau tingiert, gegen dunklen Grund blauschimmernd. 
Die Spitze der ersten Hinterrandzelle schimmert in Form eines 
schmalen, elliptischen Fleckes milchweifs. Dunkelbraun ist die 
Costalzelle und ein sich daranschliefsender schiefer Fleck, der 
auch die kleine Querader einschliefst, ein allméhlich breiter 
werdender Zickzacksaum iiber die Posticalis, die hintere Querader 
und den letzten Discoidalisabschnitt , daranschliefsend der Saum 
der Fliigelspitze und der Costa. Letzterer ist am intensivsten 
und breitesten, reicht unten bis an die Liingsfalte zwischen ‘der 
zweiten und dritten Lingsader und ist wurzelwarts ein ziemliches 
Stiick vor der Subcosta plétzlich fast senkrecht abgeschnitten. 
Dort liegt an der Costa der hellste Teil des Fliigels. Die beiden 
letzten Abschnitte der Discoidalis sind wenig an Liinge verschieden. 
Schiippchen gelblichweifs, Schwinger gelb. 

Koérper 5—7 mn, Fliigel 4,5—6 mm lang. 


3. Curtonotum murinum n. sp. 


7 oY aus Peru, Chanchamayo, Mitte Jinner; Meshagua, 
Urubambaflufs, 9.—29. IX. Dresd. Mus. 

Stirn am Scheitel breiter als vorn und als das Gesicht; 
letzteres ist um #/, schmiiler als der Scheitel, der ungefiihr doppelt 
so breit als ein Auge ist. Die Scheitelplatten sind lang und 
schmal und lassen. nur das vordere Stirnviertel frei. Die nach 
vorn gebogene Frontorbitale steht auf oder noch etwas vor der 
Stirnmitte. Die Wangen und Backen sind schmal und etwas mehr 
als 1/, des dritten Fiihlergliedes breit. Von den kurzen Harchen 
am Mundrande ist das oberste etwas stirker und deutet die 
Vibrisse an. Gesichtskiel ziemlich stumpf, den Mundrand unten 
nicht erreichend. Im Profil ist das Gesicht gerade und tritt kaum 
iiber die Augenlinie vor. Augen miafsig hoch. Oberhalb der 
starken Sternopleuralborste und etwas weiter nach vorn geriickt 
steht eine zweite, viel schwichere Borste. — Oben 7—8, unten 
meist 4 lange Fiederstrahlen an der Arista. 

Stirnstrieme matt goldgelb, ohne Medianstrieme , am Innen- 
rande der Scheitelplatten rétlich gesiumt. Augenrand, Gesicht, 
Wangen und Backen, sowie die Spitzen der Scheitelplatten und 


Hendel, Neue amerikanische Dipteren. 623 


sehr deutlich auch die Oberseite des zweiten Fiihlergliedes silber- 
weifs. Scheitel- und Ocellenplatten, sowie der ganze obere Hinter- 
kopf hell gelbgrau bestiubt, schimmernd. Fiithler rostbraun, drittes 
Glied in der Endhilfte gebraunt. Taster schwarz. 

Thorax und Schild hell graugelblich, unten an den Pleuren 
und am Metanotum grau bestiubt. Riicken, Schild und Meso- 
pleuren sind an den Haarwurzeln sehr fein braun punktiert. 
Riicken ohne Liangsstriemen. 

Hinterleib mehr graulich bestiiubt als der Thorax. Zweites 
Tergit mit 2 breiten sepiabraunen Dreiecken, die dem Hinter- 
rande anliegen und sich in der Mitte mit den Basen _beriihren. 
Drittes bis fiinftes Tergit mit sepiabraunen Hinterrandséumen und 
je 3 durchlaufenden, senkrechten Lingsstriemen — einem in der 
Mitte und je einem weiter seitwirts —, welche mit denen der 
benachbarten Tergite 3 parallele, zusammenhiingende braune Liaings- 
streifen bilden. Die ventral umgebogenen Seitenrander haben keine 
braune Zeichnung. Hinterrandmacrochiten der Tergite lang und 
abstehend. 

Beine ockergelb, weifslich bereift. — Haare und Borsten des 
ganzen Tieres schwarz. 

Fliigel nur schwach graulich hyalin. Am Vorderrande in der 
Spitzenhalfte und an der Fligelspitze verwaschen braun gesiumt. 
Die Siéume beider Queradern sind intensiver braun. Von den 
beiden letzten Abschnitten der Discoidalis ist der vorletzte nur 
wenig lainger. Schwinger weifslich, Schiippchen rostgelb. 

Ko6rper 5—6 mm, Fliigel 4,5—5 mm lang. 


4. Curtonotum pantherinum Walker. 
Walker, List. Dipt. Brit. Mus. Vol. 4. p. 1090 (Helomyza) (1849). 


of aus Siid- Amerika, Coll. Wiedemann als H. ygibba 
Fab. — Nach Walker aus Brasilien. Wien. Mus. 

Die Stirn verschmalert sich etwas beim Uber- 
gang in das Gesicht und ist am Scheitel deutlich schmialer 
als die doppelte Augenbreite. Die Scheitelplatten reichen etwas 
vor die Stirnmitte vor; die nach vorn gebogene Orbitalborste steht 
ungefahr in der Laingsmitte der Stirne. Wangen und Backen 
ave Halite des: dritten Fuhlergliedes brgit. Das 
oberste Haar am Mundrande ist wenig linger als die anderen. 
Liingskiel in den oben ?/, des Gesichtes deutlich, im Profil gerade 
und nicht tiber die Augen vorstehend. 2 Sternopleuralborsten ; 
die obere viel diinner und kiirzer. Oben 13—14, unten meist 
7 lange Fiederstrahlen an der Arista. 

Stirnstrieme rétlich braungelb; 2 dunkler braune Liingsstriemen 
sind nicht immer deutlich erkennbar und nie scharf ausgeprigt 


624 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1913. 


oder durch eine gelbe Linie getrennt. Die Spitzen der Scheitel- 
platten, schmale Stirnaugenrinder, die Backen und das Gesicht 
weilsschimmernd bereift. Der Gesichtskiel zeigt mit einigem 
Glanze die wachsgelbe Grundfarbe des ganzen Gesichts. Fiihler 
rostgelb; drittes Glied gegen die Spitze hin mehr oder weniger 
gebriunt. Taster dunkelbraun. 

Thoraxriicken von rotbrauner Grundfarbe , oben dunkler, an 
den Seiten heller. Riicken vorn wie die Pleuren und das Meta- 
notum weifslich bereift, sonst aber matt ockerbraun und _ dicht 
mit gréberen sepiabraunen Punkten an den Haarwurzeln besetzt, 
die nach hinten mehr oder weniger, auf dem Schildchen aber 
stark zusammenfliefsen, so dafs letzteres fast ganz braun ist. Nur 
die Mesopleuren sind punktiert, wenn auch schiitterer. 

Hinterleib von sepiabrauner, glinzender Grundfarbe, die aber 
nur in Form einer Medianstrieme vom dritten Tergit an und in 
Hinterrandsiumen tibrigbleibt. Der Rest vorn seitlich an den 
Tergiten, namentlich die umgeschlagenen Rander sind aschgrau 
bestaéubt. Beiderseits der Medianstrieme dringen die Hinterrand- 
siume dreieckig bis zur oder selbst tiber die Mitte der Tergite 
(wie am zweiten und dritten Ring) hinaus vor, ohne dort sehr 
scharf ausgeprigt zu sein. Am ventral umgebogenen Seitenrande 
sind die Saume nur linienartig schmal. 

Beine hell ockergelb. Schenkel- und Schienenspitzen mehr 
oder weniger deutlich braun. Die Fiifse erscheinen nur durch die 
dichtere schwarze Behaarung dunkler zu sein. 

Fliigel rauchbraun tingiert. Die ganze Costalzelle und die 
erste Basalzelle bis um die kleine Querader, dann ein breiter 
intensiver Costalsaum beiderseits der Radialis, wurzelwirts nicht 
scharf begrenzt, zwischen den beiden Queradern beginnend, dann 
die Miindungsstiicke der dritten und vierten Liingsader, sowie ein 
breiter Saum der hinteren Querader schwarzbraun. Ubrigens sind 
alle Langsadern, am deutlichsten aber die Posticalis schmal braun 
gesiumt. Die beiden letzten Abschnitte der Discoidalis sind 
ungefahr gleichlang. Schwinger und Schiippchen gelb. 

K6rper 7 mm lang. 


5. Curtonotum gibbum Fabricius. 
Fabricius, System. Antl. p. 297. 70 (Musca) (1805). — Wiedemann, 
Aulsereurop. Zweifl. Vol. 2. p. 586. 1 (Helomyza) (1830). — Rondani, 
Ksami Ditt. Brasil, Torino p. 18 (Curtonotum) (1848). — Macquart, Dipt. 
exot. Vol. 2/3. p. 193. tab. 25. f. 6 u. 7 (Curtonotum) (18438). — Schiner, 
Novara-Dipt. p. 237. 18 (1868). 


Dem C. pantherinum Walk. mit folgenden Unterschieden gleich. 
Stirn und Gesicht sind gleichbreit, parallelrandig und doppelt so 
breit wie ein Auge. Die nach vorn gebogene Orbitalborste steht 


Hendel, Neue amerikanische Dipteren. 625 


etwas héher an der Stirn. Die Wangen und Backen sind breiter, 
ungefiihr so breit wie das dritte Fiihlerglied. 

Die Taster sind rostbraun. Am dritten bis ftinften Tergit 
sieht man aufser der Medianstrieme noch jederseits eine den 
Vorderrand der Tergite sogar verbreitert erreichende Seitenstrieme, 
durch welche die grau bereiften, unpunktierten Seitenflecke der 
Tergite in 2 véllig isolierte Teile gespalten werden. Der innere 
derselben liegt noch dorsal, der aufsere ventral am umgeschlagenen 
Seitenrande. 

Im Fliigel ist das Braun der Costal- und ersten Basalzelle 
nicht so auffallend intensiver als der tibrige Fliigelerund wie bei 
C. pantherinum Walk. 

Die Gréfse ist durchschnittlich bedeutender und_ betragt 
iG) nani. 

Anmerkung: Im Wiener Hofmuseum befinden sich Wiede- 
mannsche Stiicke der Helomyza gibba aus seiner Sammlung und 
aus der v. Winthems. Die in letzterer sind jene in Wiede- 
manns Werk erwihnten aus Brasilien; auf sie bezieht sich vor- 
stehende Beschreibung. Die andern Stiicke tragen nur den Zettel : 
Amer. merid. und stellen eine andere Art vor. Ich habe sie als 
C. pantherina Walker gedeutet und als solche beschrieben. 


6. Curtonotum impunctatum n. sp. 


2 oY aus Peru, Pachitea-Miindung, 4. XII. Dresd. Mus. 

Die Stirn verbreitert sich nach unten zu in das Gesicht tiber- 
gehend um ?/,. Der Scheitel ist 1'/,mal so breit wie ein Auge. 
Die Scheitelplatten reichen etwas tiber die halbe Stirne vor, die 
nach vorn gebogenen Orbitalborsten stehen in der Stirnmitte. Die 
Wangen und Backen sind viel schmiler als das dritte Fiihlerglied. 
Am Mundrande ist nur das oberste Haar etwas stirker. Gesichts- 
kiel flach, unten verwischt, im Profil nicht tiber die Augenlinie 
vorstehend, gerade abfallend. Nur 1 Sternopleuralborste. Oben 
12—14, unten 6—7 lange Fiederstrahlen an der Arista. 

Stirnstrieme rotgelb, in der Lingsmitte mit 2 rotbraunen 
Striemen, die durch eine gelbe Linie getrennt bleiben. Scheitel- 
platten vorn gelb bestiéubt. Stirnaugenrand nur vorn schmal 
weifs gesiumt. Gesicht weifslich, unbestiiubt und glanzend am 
Kiel. Wangen und Backen mehr gelblichweifs bereift. Fiihler 
rot; drittes Glied in den 2 Enddritteln braun. Taster schwarz. 

Riicken und Schild oben matt kaffeebraun, unpunktiert, 
mit 2 etwas dunkleren, hinten verkiirzten Lingslinien. Pleuren 
und Metanotum weifslich aschgrau bereift. 

Hinterleib mit breiten dunkel sepiabraunen Hinterrandsiiumen, 
die am dritten und vierten Tergit sogar breiter als der halbe 


626 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1913. 


Ring sind und auch auf den umgeschlagenen Seitenrand iiber- 
gehen. Uber den dritten bis fiinften Tergit lauft auch eine gleich- 
farbige Medianbinde. Der Rest des Hinterleibes, namentlich die 
am Vorderrande seitlich tibrigbleibenden rechteckigen Randflecke 
sind weifslichgrau bereift. Randborsten zarter und nicht ab- 
stehend. 

Beine ockergelb. Die Schenkel sind aufsen- intensiver gefarbt, 
mehr braunlich und die 2 hinteren haben braune Spitzen. Fufs- 
spitzen verdunkelt. — Alle Haare und Borsten des Tieres sind 
schwarz. 

Fligel gelbbraun tingiert. Der dunkelbraune Costalsaum be- 
ginnt plétzlich breit in der Endhalfte der Radialis und geht dann 
in den etwas lichteren und nur an den Adernenden gesiattigteren 
breiten Spitzensaum des Fliigels iiber. Hintere Querader und ihr 
Winkel mit der Posticalis fleckenartig braun gesiumt. Der letzte 
Abschnitt der Discoidalis ist nur 3/, des vorletzten lang. Schwinger 
gelb, Schiippchen weifslich. 

Korper 7 mm, Fliigel etwas tiber 6 mm lang. 


7. Curtonotum fumipenne n.-sp. 


5 o7 2 aus Bolivia, Mapiri, Sarampioni 700 m, 18. IIL, 4. VI. 
Dresd. Mus. 

Stirn und Gesicht gleichbreit, parallelrandig, etwas mehr als 
1'/,mal so breit wie ein Auge. Die Scheitelplatten reichen bis 
zur halben Stirnlange vor, die nach vorn gebogene Orbitalborste 
steht fast schon oberhalb der Stirnmitte. Wangen und Backen 
kaum die Halfte des dritten Fiihlergliedes breit. Oberstes Mund- 
randhairchen nur etwas starker. Gesichtskiel schmal und ziemlich 
kantig, im Profile gerade und nicht tiber die Augenlinie vor- 
tretend. Nur eine starke Sternopleurale; die zweite ist durch 
ein Harchen angedeutet. Oben 11—12, unten 5—6 lange Fieder- 
strahlen an der Arista. 

Stirnstrieme einfarbig samtig rot, bis an die Augen heran. 
Nur der Augenrand der Wangen und das Gesicht sind schimmernd 
hellgelb. Fiihler und Taster schwarzbraun, héchstens an der 
Wurzel des dritten Fithlergliedes dunkel rotbraun.  Gesichtskiel 
unbestiiubt. — Pleuren und Metanotum hell rotgelb, weifslich he- 
reift; ebenso die Hiiften und Beine, nur die Fiifse, namentlich 
die hinteren sind am Ende geschwirzt, wohl mehr durch die 
kurze Behaarung hervorgerufen. Riicken einfarbig mattrot, unpunk- 
tiert. Schild auf der Oberseite schwarzbraun, am Rande rot. 

Hinterleib gesittigt rotgelb, glinzend und unbestiubt. Die 
Tergite haben, vom zweiten angefangen, schmale und nach hinten 
zu immer breiter werdende, streifenformige schwarze Hinterrand- 


Hendel, Neue amerikanische Dipteren. 627 
siume und eine gleichfarbige Medianstrieme, die aber am zweiten 
Ringe nur mehr oder weniger deutlich auftritt und auch schon am 
dritten verwischt sein kann. Die Randborsten der Ringe sind 
zuriickgelegt. Behaarung und Borsten tiberall schwarz. 

Der Fliigel ist fast ganz gleichmafsig rauchbraun tingiert 
und nur im Endteil der Radialis allmahlich etwas intensiver braun 
gefiirbt. Bei dieser Art ist der einspringende Winkel zwischen 
Schulterlappen und Alula schon ganz verwischt, beide gehen flach 
ineinander iiber, ersterer ist sehr schmal, letztere fehlt ganz. Der 
letzte Abschnitt der Discoidalis ist kaum ?/, des vorletzten lang. 
Schiippchen und Schwinger hellgelb. 

Kérper 5-—6,5 mm, Fliigel 4,5 bis tiber 5 mm lang. 


8. Curtonotum vulpinum n. sp. 
| 


2 o 2 aus Peru, Pichis, Pto. Bermudes, 13. XII. Dresd. Mus. 

Stirn deutlich schmiler als das Gesicht, 11/,mal so breit 
wie ein Auge. Die Scheitelplatten sind etwas linger als die 
halbe Stirn. Die nach vorn gebogenen Orbitalborsten stehen in 
der Liingsmitte der Stirn. Wangen und Backen linear. Gesichts- 
kiel flach, im Profile gerade und nicht tiber die Augenlinie vor- 
stehend. Oberste Mundrandborste kaum etwas stirker. Oben 
11—12, unten 6 lange Fiederstrahlen an der Arista. Nur eine 
Sternopleuralborste. 


Stirnstrieme bis zum Augenrande matt gelbrot; dieser nur 
vorn und an den Wangen, wie auch das ganze Gesicht weils- 
schimmernd. Fiihler rot, drittes Glied in der Endhalfte gebriunt ; 
zweites oben ohne deutlichen weifsen Schimmer. Taster gelb. — 
Der ganze iibrige Kérper und die Beine sind rostgelb; die Ober- 
seite ist etwas dunkler gefarbt. Riicken und Schild matt, auch 
unpunktiert. Die Pleuren sind zart weifslich angehaucht. Am 
unbestaéubten Hinterleib sieht man ganz schmale schwarzbraune 
Hinterrandsiume an den Tergiten und vom dritten an in der 
Mitte derselben kleine, mit der Spitze.nach vorn gerichtete gleich- 
farbige Dreiecke, die beim o7 zu einer Medianstrieme zusammen- 
fliefsen. Die Randborsten liegen dem Leibe an. 

Fliigel graugelb tingiert, mit dunkelbraunen, eiférmigen 
Flecken an den Miindungen der zweiten bis vierten Liangsadern, 
die am Fliigelrande zusammenlaufen und innen relativ scharf ab- 
gegrenzt sind. Ein gleichfarbiger Fleck bedeckt die hintere Quer- 
ader nebst dem letzten Posticalisabschnitt. Der vorletzte Dis- 
coidalisabschnitt ist 11/,mal so lang wie der letzte. Schiippchen 
und Schwinger gelb. 

K6rper 7 mm, Fliigel 6 mm lang. 


628 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1913. 


9. Curtonotum bathmedum n. sp. 


8 o%Q aus Peru, Meshagua, 27. IX., Pachitea - Miindung, 
4. XI., Pichis, Pto. Bermudes, 18. XII., Ucayaliflufs, Oktober. 
Dresd. Mus. 


Stirn sehr breit, fast dreimal so breit wie ein Auge, mit 
dem Gesicht fast parallelrandig, letzteres kaum merklich breiter. 
Scheitelplatten kurz, die nach vorn gebogene Orbitale steht im 
obersten Stirndrittel. Wangen so breit wie das dritte Fihler- 
glied, Backen etwas breiter. Vibrissen fehlend, am Mundrand 
eine Reihe ganz kurzer Hiarchen. In den oberen ?/, des Gesichts 
ein scharfer Lingskiel; Profillinie deutlich iiber die Augen vor- 
tretend, gerade oder fast konvex, nach unten etwas zurtickweichend. 
Pralabrum stark vortretend. Augen relativ sehr hoch. — Nur 
eine Sternopleuralborste. Oben meist 12, unten 6 lange Fieder- 
strahlen der Arista. 

Stirnstrieme, Fiihler und Taster matt orangegelb. Ungefihr 
in den Dritteln der Stirnbreite 2 gerade, rotbraune Lingsstreifen, 
die sich scharf abheben und bis zur Scheitelkante reichen. Stirn- . 
augenrander, Wangen und der Oberrand des zweiten Fiihlergliedes 
silberweifs, Gesicht und Backen mehr gelblichweifs schimmernd ; 
unter den Augen ein rotbrauner Fleck auf den Backengruben. — 
Scheitelplatten, Hinterkopf und der ganze tibrige Leib goldig ocker- 
gelb, matt bereift und nur hinten auf den Pleuren und dem Meta- 
notum gliinzend. An den Haarwurzeln des Thoraxriickens isolierte 
braune Piinktchen. Riicken mit 6 kaffeebraunen Lingsstriemen. 
Die 2 mittleren sind die breitesten, einander genihert, werden 
nach hinten zu breiter und fliefsen oben auf dem Schilde derart 
zusammen, dafs dasselbe mit Ausnahme eines gelben Basalpunktes 
ganz braun ist. Die nachste Seitenlinie ist an der Quernaht 
unterbrochen, die aufserste verlauft an der Notopleuralnaht zwischen 
Schulter und Fliigelwurzel. — Pleuren ganz unpunktiert. 


Zweites bis fiinftes Abdominaltergit schmal schwarzbraun 
gesiumt. Die Siéiume der Tergite 3—5 sind in der Mitte nach 
vorn hin zu breiteren Liaingsstriemen ausgezogen, die einen fort- 
laufenden Medianlaingsstreifen des Hinterleibes bilden. Von den 
langeren Borsten an den Hinterriindern der Tergite stehen nur 
die des fiinften Ringes ab. 

Auch die Beine sind mit dem Leibe gleichgefarbt. Manchmal 
sind die 4 hinteren Schienenspitzen gebraéunt. — Die Haare und 
Borsten des ganzen Tieres sind schwarz. 

Fliigel am ganzen Vorderrande bis etwas unter die Radialis 
herab gleichmafsig breit schwarzbraun; dieser Randsaum tritt 
dann an der Cubitalismiindung fleckenartig wurzelwarts zuriick, 


Hendel, Neue amerikanische Dipteren. 629 


und ist wieder zwischen der dritten und vierten Laingsader ganz 
schmal. Eine auffillige scharfbegrenzte und gleichbreite sessel- 
formige Binde beginnt an der Cubitalis unterhalb der kleinen 
Querader und léauft dann iiber die hintere Querader und den 





Fig. 3. Fliigel. 


letzten Discoidalisabschnitt. Unterhalb des Costalsaumes und an 

den Liingsadern ist der Fliigel rotgelb tingiert, sonst glashell. 

Die beiden letzten Abschnitte der Discoidalis verhalten sich wie 

5:4. Schiippchen und Schwinger rotgelb. 
K6rper und Fliigel 6,5—9,5 mm lang. 


10. Curtonotum taeniatum n. sp. 


2 9 aus Peru, Urubambaflufs, Umahuankilia, 19.1X. Dresd. Mus. 

Stirn und Gesicht parallelrandig, 2!/,mal so breit wie ein 
Auge. Die nach vorn gebogene Orbitalborste und die Spitze der 
Scheitelplatten erreichen ungefahr die Stirnmitte. Die Wangen 
und Backen sind ungefaihr die Halfte des dritten Fiihlergliedes 
breit. Das oberste der sonst kurzen Harchen am Mundrande ist 
etwas linger und kraftiger, ohne eine Borste genannt werden zu 
kénnen. In den oberen ?/; des Gesichts ist ein stumpfer Lings- 
kiel sichtbar; die Profillinie tritt kaum itiber die Augen vor und 
ist gerade. Augen miafsig hoch. Nur eine Sternopleuralborste. — 
In der Regel oben 12, unten 6 lange Fiederstrahlen der Arista. 


Stirnstrieme, Fihler und Taster matt rotgelb. Vor dem 
Ocellendreieck eine weifsbestiéiubte, aufsen braun eingefafste, gleich- 
breite Stirnmittellangsstrieme. Augenrand silberweifs. Gesicht, 
Wangen und Backen und der Oberrand des zweiten Fiihlergliedes 
ebenfalls. — Scheitelplatten, Hinterkopf und der ganze Thorax 
matt goldockrig gefairbt und bestaiubt, nur die unteren Pleuren 
sind mehr weifslich bereift. An den Haarwurzeln des Thorax- 
riickens und der Mesopleuren liegen kaffeebraune Piinktchen 
dicht nebeneinander. Schild oben ganz braun.  Riicken mit 
4 braunen Langsstriemen, die nach hinten breiter werden. Die 


630 Deutsch. Hnt. Zeitschr. 1913. 


2 mittleren sind vorn diinn und stark abgekiirzt, die 2 seitlichen 
erreichen vorn kaum die Quernaht. 

Hinterleib mit dem Thoraxriicken gleichfarbig, aber ohne 
Haarwurzelpiinktchen. Der vierte und fiinfte Tergit haben schwarz- 
braune Hinterrandsiume und eine damit zusammenhangende Lings- 
mittelstrieme, die Tergite 2 und 3 schmilere Hinterrandsiume, 
die sich seitlich in je ein breites, nach vorn gerichtetes Dreieck 
mit unscharfen Grenzen verwischen, so dafs die Mitte dieser 
Tergite heller als die Seiten ist. Randborsten der Tergite deut- 
lich, aber nicht abstehend. 

Beine heller als der Thorax gefairbt. — Haare und Borsten 
des ganzen Tieres schwarz 

Fliigel graubraéunlich, am Vorderrande und an den Liings- 
adern gelblichbraun getriibt. Am Vorderrande ein schmaler brauner 
Saum, die Hilfte der Costal- und Marginalzelle breit. Etwas 
jenseits der hinteren Querader sind die Miindungsstiicke der zweiten 
und dritten Liingsader schweifartig braun gesiumt, besonders breit 
die Radialis. Ein ahnlicher Saum liegt auch an der vierten Lings- 
ader, nur hangt er mit der Saéumung der hinteren Querader und 
der schmalen der Posticalis zusammen. Alle diese Saume sind 
an den Grenzen verwaschen. Von den beiden letzten Abschnitten 
der vierten Liangsader ist der vorletzte nur um geringes langer. 
Schwinger und Schiippchen rotgelb. 

K6érper und Fligel 9 mm lang. 


Stegana magnifica n. sp. 

1 2 aus Peru, Meshagua, Urubambaflufs, 12. X. Dresd. Mus. 

Stirne breiter als lang, vorn rl. am Scheitel fast zweimal 
so breit wie ein Auge, ockergelb, wachsglinzend, um das Ocellen- 
dreieck herum braun, in der Mitte mit Quermulde, am glianzend 
schwarzen Vorderrand der Stirne erhéht und auch tiber die Fiihler- 
wurzeln etwas hinausragend. — Stirnbeborstung wie bei Orthostegana 
angegeben. Augen eiférmig, wagrecht oval, unterer Rand gerade 
abgeschnitten ; in seiner Verlingerung lauft tiber das Gesicht und 
den Hinterkopf eine schwarze Querlinie. Oberhalb derselben ist 
das Gesicht wie die Fithler rotgelb, unterhalb derselben wie die 
1/, eines Auges hohen Backen. silberweifs schimmernd. Drittes 
Fiihlerglied an der Spitze schwarz. Arista gelb, oben mit 11— 12, 
unten mit 8 langen Fiederstrahlen. Riissel und Taster rotgelb. 

Thorax rostfarbig. Riicken mit 6, Pleuren mit 2 pechschwarzen 
Laingsstriemen. Die 2 mittleren Riickenstriemen sind breiter als 
die seitlichen und so breit wie auf den Pleuren. Sie werden nach 
hinten zu breiter und treten auf das Schildchen tiber, das nur 
in der Lingsmitte gelb bleibt. 


Hendel, Neue amerikanische Dipteren. 631 


Hinterleib und Schenkel pechschwarz; die mittleren an der 
Basis gelb. Hiiften, Schienen und Fiifse rostgelb. Die 4 hinteren 
Schienen sind vor der Spitze breit pechbraun. 

Fliigel braungelb tingiert. Jenseits der Subcosta ist der 
Vorderrand zunichst bis zur Radialis, dann in der ersten Hinter- 
randzelle sogar bis etwas unter die Cubitalis schwarzbraun; in 
der Liingsmitte dieser Zelle liegen in den Dritteln 2 ovale schwarz- 
braune Flecke. Beide Queradern und die ganze Discoidalis sind 
breit schwarzbraun gesiumt; unter der kleinen liegt anschlielsend 
daran ein gréfserer brauner Fleck. Aufserdem ist der Aufsenrand 
der zweiten Hinterrandzelle mit unregelmafsiger Innengrenze breit 
braun, so dafs nur 2—3 hellere Streifen oder Flecke tibrigbleiben. — 
Schwinger rostgelb. 

Kérper und Fliigel 6 mm lang. 


Orthostegana n, gen. 


In Willistons Manual of N. Americ. Dipt., edit. 3, 1908, 
p. 300 fig. 1 und 2 sind Fliigel und Kopf dieser neuen Gattung 
als Phortica Schin.') abgebildet. Der Typus der letzteren Gattung 
weicht aber durch die breite Stirne, die breiter als lang ist, 
durch das noch gekielte Gesicht, das kurze dritte Fihlerglied, 
den ausgeschweiften hinteren Augenrand, den fehlenden Winkel 
des Gesichtsaugenrandes, das kriiftig entwickelte Priilabrum, den 
rundgewélbten Riicken und die Fliigeladerung ab. Die kleine 
Querader steht jenseits der Mitte der Discalzelle; die dritte und 
vierte Langsader sind nicht aufsergewohnlich konvergent. Der 
Hinterleib ist macrochatenlos. 

Die Gattung Steyana hat zwar auch eine an der Miindung 
ganz auffaillig verengte erste Hinterrandzelle, aber die Verengung 
geschieht hauptsiichlich durch die Kriimmung der Cubitalis, wihrend 
bei Orthostegana die Discoidalis Griphoneura-artig aufgebogen ist. 
Stegana unterscheidet sich durch die quer abgebogenen Fliigel, die 
kleine Querader steht auch noch jenseits der Discoidalzellenmitte, 
die Radialis ist stark wellig gebogen und die Augen sind eiférmig 
wagrecht oval. Der Thorax ist unproportional grofs. 

Bei der neuen Gattung ist der Kopf fast halbkuglig, hinten 
stark ausgehéhlt und auch unten nicht vortretend. Die Stirn ist 
doppelt so lang wie in der Mitte breit, vorn die Halfte eines 
Auges, oben am Scheitel so breit wie ein Auge. Neben den 
Fiithlerwurzeln bilden die Augenriinder einen stumpfen Winkel und 


1) Trotzdem nach Coquillett Phortica Schin. im Dezember, amiota 
Loew im Mai 1862 aufgestellt wurde, ziehe ich doch jetzt den ersten 
Namen vor, da Schiner seine Gattung auch beschrieben hat. 


632 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1913. 


divergieren am Gesicht nach unten. Gesicht ohne Kiel. Mund- 
rand nicht hinaufgezogen. Pralabrum klein und sehr _niedrig. 
Wangen und Backen von linearer Breite. Fiihler etwas kiirzer 
als das Gesicht. Zweites Glied oben mit abstehender Borste; 
drittes Glied zweimal so lang wie breit, linear, vorn abgerundet. 
Arista sehr lang und abstehend gefiedert, oben mit 8, unten mit 
6—7 Fiedern. — Kopfborsten bis auf die kleinen, stark ge- 
kreuzten Postvertikalen sehr kraftig. In der Stirnmitte eine nach 
vorn gebogene und gleich dariiber, in gleichem Abstande vom 
Auge, eine nach oben gebogene und weiter oben noch 2 solche, 
zusammen also 3 Frontorbitalborsten. Ocellare und 2 Paare 
Vertikale, sowie eine einzige lange Vibrisse vorhanden. 


Thoraxriicken im Profil gerade, gleichmiafsig dicht behaart. 
2 Humerale, 2 Notopleurale, 1 Prasuturale, 4 Supraalare, je 
1 Paar Dorsozentrale und Prascutellare. Schild eif6rmig, fast 
1/, des Riickens lang, oben flach, nackt, am Rande mit 4 Borsten, 
wovon die apicalen gekreuzt sind. — Mesopleuren unbehaart, 
nackt. 2 Sternopleurale; die hintere steht etwas tiefer. — Alle 
Schienen mit schwachen Praapicalborsten. Vorderschenkel postero- 
ventral, Mittelschenkel noch dichter anteroventral mit Borsten 
besetzt. Mittelschienen dorsal mit einer Reihe kurzer Bérstchen, 
an der Wurzel aber mit 2—3 langen und abstehenden Borsten 
versehen. — Hinterleib an den Hinter- und namentlich Seiten- 
randern der Tergite mit Borsten besetzt. 

Mediastina nur als Falte sichtbar, rudimentir. Costa ohne 
Randdorn. Kleine Querader itiber dem ersten Drittel der Discal- 
zelle stehend, der Subcostamiindung gegeniiber. Der Fliigel zeigt 
an den eng nebeneinanderliegenden Miindungen der dritten und 
vierten Lingsader einen spitzen Randwinkel. Die Discoidalis biegt 
gegen die Miindung hin fast spitzenqueraderartig auf und ist dort 
etwas verdtinnt. Beide Wurzelzellen deutlich abgegrenzt. Die 
Analis erreicht den Fliigelrand nicht. 


O. acutangula n. sp. 

2 2 aus Bolivia, Mapiri, Sarampioni, 700 m, 24.1. Dresd. Mus. 

Stirn matt rotbraun. Hinterkopf und Thoraxriicken rost- 
braun, Gesicht, Pleuren und Schild allmiéhlich heller, mehr rostgelb 
gefirbt. Je weiter unten, desto heller. Hiiften und Beine, Riissel 
und Taster gelb. Fiihler rotgelb. Borsten und Haare schwarz. 
Hinterleib pechschwarz und nur das basale Doppelsegment mit 
Ausnahme seines Hinterrandes rotgelb. 

Fliigel rauchbraun tingiert. Hyalin sind die Wurzel bis zur 
kleinen Querader, die Hinterrandsiitume der zweiten und dritten 


Hendel, Neue amerikanische Dipteren. 633 


Hinterrandzelle und mit ersterem zusammenhiingend ein rundlicher 
Fleck jenseits der hinteren Querader. Schwinger rotgelb. 
Korper 4 mm, Fliigel 3,5 mm lang. 


Zygothrica Wiedemann, 
Wiedemann, Achias Dipt. Genus, Kiliae 1830. p. 16. 3. tab. 2. fig. 2. — 

Osten-Sacken, Ann Mus. Nat. Genov. v. 16. p. 478 (1881). 

Die Gattung wurde seit Wiedemann nicht mehr auf- 
eefunden. 

Kopf an den Augen ahnlich wie bei der Platystominen-Gattung 
Asyntona O.-S. verbreitert, viel breiter als der Thorax samt dem 
Schilde lang. Die Augen sind nach aufsen zu vorn und hinten 
mit einer Schneide versehen und laufen endlich in eine horn- 
ahnlich nach aufwiirts gebogene zweischneidige Spitze aus. Die 
Stirnaugenrinder konvergieren stark nach vorn hin und_ bilden 
mit dem vorderen und hinteren Kopfrand einen Winkel von 45°. 





4. 
Fig. 4. Kopf. Fig. 5. Fliigel. 


Die schwach erhabene Ocellenplatte ist grofs, dreieckig mit kon- 
vexen Seiten und erreicht mit der Spitze vorn den Stirnrand. 
Die matte Stirnstrieme wird dadurch in 2 ebenfalls dreieckige 
Teile gespalten; ihre aufsere Grenze ist eine Linie vom vorderen 
Augenrande bis zur inneren Vertikalborste. Was aufserhalb der- 
selben liegt, ist wie die Ocellenplatte etwas erhaben und glanzend 
und enthalt die Scheitelplatten. 

Kopfbeborstung: Jederseits 2 Frontorbitalborsten hinter- 
einander, die obere steht ungefiihr in der Stirnmitte und ist nach 
hinten gebogen, die vordere ist nach vorn gebogen und ist noch 
weiter nach vorn geriickt. Ocellare kraftig. Postvertikale deut- 
lich sichtbar, gekreuzt. Innere und iufsere Vertikale stark ent- 
wickelt. Besonders lang sind die Postocularcilien entwickelt. 
Jederseits eine einzige deutliche Vibrisse und eine Backenborste. 

Lunula ganz verdeckt. Die Stirnspalteniiste laufen schief 
nach seitwirts und nicht lings der Facialien nach abwirts. Die 
Fiithler sind an der Basis einander geniihert. Das erste Glied ist 


634 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1913. 


sehr kurz, das zweite kappenartig vergréfsert, kiirzer, aber dicker 
als das dritte, oben mit abstehendem Bérstchen. Das dritte ist 
oval, ungefiihr 1//,mal so lang wie breit und wiirde unten den 
Mundrand nicht mehr erreichen. Die Arista ist basal, tragt oben 7, 
unten 4—5 Fiederstrahlen. Die Fiederbreite tibertrifft die des 
dritten Fiihlergliedes auffallend. Die namentlich an der Wurzel 
tiefen Fiihlergruben werden durch einen scharfen, im Profile stark 
nasenartig konvex vorspringenden Liingskiel des Gesichts von- 
einander getrennt. 

Prilabrum von vorn kaum sichtbar. Taster von miifsiger 
Breite, aber etwas verlingert, behaart und unten vor der Spitze 
mit je einer starken Borste. Riissel mit langem geraden Mittel- 
teil, der linger als der Kopf hoch ist und mit kurzen, nicht 
zurtickgeschlagenen Endlabellen. 

Thoraxrticken ungefahr quadratisch, stark gewdélbt. Schild 
mehr als 4/, desselben lang, eiférmig, oben nackt, schwach ge- 
wolbt, am Rande mit 4 Borsten; die apicalen gekreuzt. Pleuren 
nackt; nur 1 Sternopleurale. Humerale 2, Notopleurale 2, Pra- 
suturale 1; jederseits 2—3 Dorsozentralbérstchen ganz hinten. 
Acrostichalharchen dazwischen sechszeilig. 

Hinterleib eiférmig, vor dem kleinen Hypopyg mit 6 sicht- 
baren Ringen. Am Hinterrande der Tergite kurze Bérstchen. 

Beine von proportionaler Linge und Starke. Schienen ohne 
Praapicalbérstchen. 

Der Fliigel ist nach der Figur geadert. 

Die Gattung ist ohne Zweifel eine Drosophilide, wie das 
schon Osten-Sacken nach Untersuchung des im Wiener Museum 
befindlichen Stiickes, das aber ktirzere, stumpfere Augen besitzt, 
festgestellt hat. 


Zygoth, dispar Wiedem. 
Wiedemann, Aulsereur. zweifl. Ins. vol. 2. p. 556. 3 (Achias) (1830) et 
Achias Gen. Dipt. p. 16 (180). 
2 co aus Peru, Rosalina, Urubambaflufs, 29. VIII. leg. 
Schnuse. — Nach Wiedemann aus Brasilien. Dresd. Mus. 


Stirn braun, auf Scheitel- und Ocellenplatten glanzend. Die 
Oberseite des Tieres ist schwach glanzend rétlich ockergelb. 
Fiihler, Gesicht, Pleuren und Beine sind viel heller gelb gefarbt. 

Am Hinterleibe sind die Tergite 2—4 dunkel  sepiabraun. 
Am zweiten ist der Vorderrand in der Mitte, beim dritten und 
vierten je ein scharf abgesetztes Dreieck am Seitenrande gelb. 
Der fiinfte und sechste Tergit tragen nur kleine braune Flecke 
in der Mitte. — Behaarung und Beborstung iiberall schwarz. 


Hendel, Neue amerikanische Dipteren. 635 


Fliigel schwach graulich, gegen die Spitze hin deutlicher 
braunlich getriibt. Adern gelbbraun. Schwinger gelb. 


K6rper und Fligel 2,5 mm lang; Kopf 2 mm breit. 


Ortalis longicauda n. sp. 
2 of 2 aus Wells, Nevada, 12. VII., Prof. Aldrich. Meine S. 


Diese Art steht der Ortalis bimaculata Hend., Wien. Ent. Zeit. 
1911 p. 22, sehr nahe und besitzt wie diese aufser dem Fliigel- 
apicalflecke noch einen zweiten vor und unter der Mediastina- 
miindung, der sich jedoch auch noch unter die Discoidalis hinab 
erstreckt. Aufserdem ist bei dieser Art noch die Costalzelle an 
der Wurzel bis iiber die Schulterquerader hinaus schwarzbraun. 
Der Apicalfleck liegt nur am Miindungsstticke der Radialis und 
reicht an der Costa kaum unter die Miindung dieser Ader herah, 
wihrend er bei Ort. bimaculata als Costalsaum bis zur Cubitalis, 
ja selbst bis zur Discoidalis herabzieht. 


Die Knie und die Wurzel der Mittelschienen sind wie bei 
Ort. bimaculata rot gefairbt, die Fiifse sind aber ganz schwarz. 


Das erste Glied des Ovipositors ist bei Ort. bimaculata so lang 
wie breit, hinten breit abgestutzt, an der Wurzel herzférmig, 
also dort mit ausgebauchten Seitenkanten. Hier ist dieses Glied 
lang dreieckig, erheblich linger als breit, hinten spitziger, an den 
Seitenkanten gerade. 

Die Kérpergestalt ist robuster als bei der verglichenen. 

K6érper 8,5—9 mm, Fligel 7 mm lang. 


Euvesta sanguinea n. sp. 
1 2 aus Brigham, Utah, 4. VII, Prof. Aldrich. Meine S. 


Kopf und Anhange ganz und gar schwarz, an den unbe- 
stiubten Stellen mit dunkelblauem Schimmer. Ein breiter Augen- 
randsaum der Stirn, ein schmilerer der Wangen, die Scheitel- 
platten, die quere Scheitelkante, der Augenrandsaum des Hinter- 
kopfes, das ganze Gesicht von oben bis unten und das Prilabrum 
weils bereift. Die Stirn ist fast 1'/,mal so breit wie ein Auge, 
vorn kaum etwas breiter als oben. In der Mitte eine Querfurche 
und dariiber ein ovaler, ringsum abgesetzter flacher Querhécker, 
auf dessen oberen Abhang die Ocellen liegen. Drittes Fihlerglied 
1'/,mal so lang wie breit, vorn abgerundet. 

Riicken und Schild erzgriin, nirgends deutlich glanzend, 
sondern tiberall weifslich iiberreift und gedimpft im Glanze. 

Hinterleib lebhaft blutrot, nur das fiinfte und die hintere 
Halfte des vierten Tergits sind erzgriin; ebenso das erste Glied 


636 Hendel, Neue amerikanische Dipteren. 


des Ovipositors, das breit herzférmig und so lang wie breit ist ; 
seine Seitenrainder sind etwas aufgebogen. 

Hiiften und Beine erzfarbig. Fiifse dunkel rotbraun. 

Fliigel milchweifs mit gelben Adern. Costal- und Subcostal- 
zelle dunkelbraun. An der Fliigelspitze ein innen rechtwinklig 
begrenzter brauner Fleck wie bei Acrosticta foveolata Loew (Vel. 
Hendel, Gener. Ulid. Taf. 4, Fig. 62), nur etwas weiter nach innen 
gezogen, so dafs auch die Spitze der Marginalzelle hineinfallt. 
Der letzte Abschnitt der Cubitalis, ist fage@er 
Mitte deutlich hinabgebogen. Kleine Querader jenseits 
der Mitte der Discalzelle. Schiippchen und Schwinger weifs. 

Kérper 5 mm, Fliigel 4 mm lang. 


EKuvresta undulata n. sp. 

1 2 aus Paraguay, leg. Fiebrig im Ungar. Nat.-Museum. 

Stirn ein wenig schmiiler als ein Auge, vorn rot, in der 
Mitte rotbraun; Ocellen- und Scheitelplatten, Hinterkopf und 
Gesicht stahlblau. Vor den Ocellen eine Mulde in der Stirn- 
strieme. Augenrand von Stirn und Wangen linienartig weifs ge- 
siumt. Zwischen den Fiihlerwurzeln 2 weifse, durch einen dunklen 
Lingsstrich getrennte Keilfleckchen. Die Backen sind gut 14/, 
eines Auges hoch und zeigen 4 auffillige weifse Lingslinien, je 
eine oben am Augenrande und ganz unten, dann 2 in der Mitte 
auf den rotbraunen Backengruben, die auch teilweise unterbrochen 
sind. Auch das Pralabrum ist am Unterrande weifs gesiumt. 

Fithler rotbraun. 

Thorax und Schild stahlblau, zart weifslich tiberreift. Hinter- 
leib und das erste Glied des Ovipositors glinzend schwarzblau, 
fiinfter Tergit gréf{stenteils rotgelb. 

Vorderhiiften, die aufsersten Kniespitzen und die 4 hinteren 
Fiifse mit Ausnahme der gebriaunten Spitzen rotgelb; die 4 hinteren 
Schienen rotbraun. Die ganzen Vorderbeine tiefschwarz. 


Fliigel ganz glasig hyalin — auch die Costalzellen. Unmittel- 
bar vor der Miindung der Radialis liegt ein runder schwarz- 
brauner Punktfleck. — Schwinger und Schiippchen rostgelblich. 


Koérper 4 mm, Fligel 3,5 mm lang. 








Neue Beitriige 
nur Reiniuls der Pyrgotinen. 


Von 


- Friedrich Hendel, Wien. 
Mit einer Tafel und 5 Textfiguren. 


Ahdrack: aus dem ee 
_ Archiv fiir Naturgeschichte“. | , 


Herausgegeben 


yon 


Embrik Strand 
(Berlin). 


79, Jahrgang 1913 
| Abteilung A _ 
11. Heft. 


NICOLAISCHE 
ee ee aS BUCHHANDLUNG R. STRICKER 








Neue Beitriige zur Kenntnis der Pyrgotinen. 
Von 


Friedrich Hendel, Wien. 


Hierzu eine Tafel und 5 Textfiguren, 





Seit der Herausgabe der Pyrgotinae in den Genera Insectorum 
von Wytsman 1908 habe ich eine Reihe neuer Formen kennen ge- 
lernt, womit ich unsere Kenntnis von dieser merkwiirdigen Dipteren- 
gruppe nicht unerheblich erweitern kann. Das Interesse an diesen 
Sonderlingen der Gestalt wird durch die wichtige Entdeckung der 
Lebensweise der Fliegen durch 8. A. Forbes noch besonders geweckt. 
Im 24. Report of the State Entomologist on the Noxious and Bene- 
ficial Insects of the State Illinois, 1908 p. 162 berichtet der Forscher, 
wie Pyrgota undata die weiche Abdominalhaut der amerikanischen 
Maikafer (,,Maybeetles, Lachnosterna) unter den Fligeldecken an- 
bohrt und die Hier einsenkt, so daB sich die ganze Metamorphose im 
Kafer-Abdomen abspielt. 


Nun die Erginzungen zu meiner Pyrgotinen-Arbeit. 

Die Gattungen Bromophila Loew und Sphenoprosopa Loew 
scheiden aus und sind zu den Platystominen zu bringen. Ebenso ge- 
hort Dichromyza R. D. nicht in unseren Kreis hinein. 

Eupyrgota luteola Coqu. lernte ich kennen und konnte so fest- 
stellen, daB meine Auffassung dieser Gattung nicht richtig war. Hu- 
pyrgota kann ich von Adapsila nicht trennen. Fiir Eupyrgota Hendel 
1908 tritt nun der Name Apyrgota ein. Ob Prosyrogaster Rond. zu 
Campylocera oder Adapsilia als Synonym gehért oder eine selbstandige 
Gattung ist, kann ich bis jetzt nicht entscheiden. 

Durch die Giite des Herrn G. H. Verrall hatte ich seinerzeit 
auch die hierhergehérige Teretrura flaveola Bigot kennen gelernt. 
Auch die Gattung Epicerella Macquart ist mir inzwischen bekannt 
geworden. 

Nach meiner heutigen Auffassung der Gattungen kénnen dieselben 
in folgender Weise von einander unterschieden werden. 


Tabelle der Gattungen der Pyrgotinen. 


3. Fiihlerglied vorne abgerundet 1 

— 3. Fihlerglied vorne oben mit scharfer Spitze oder Ecke 12 

1. Kleine Querader vor der Fliigelmitte. Hintere Querader auf- 
fallend schief, ihr Winkel mit der Posticalis daher sehr spitzig. 
Ovipositor dorsalwarts aufgebogen 2 

— Kleine Querader auf oder hinter der Fliigelmitte. Hintere 
Querader nicht auffallend schief. Ovipositor ventralwarts 
eingebogen oder zylindrisch gerade 3 


11, Heft 


78 


Friedrich Hendel: 


. Schenkel unten bedornt. Analzelle in eine deutliche Spitze aus- 


gezogen. Cubitalis unbeborstet Eumorphomyia Hend. (1907) 
typ. tripunctata Dolesch. 
— Schenkel unbewehrt. Analzelle auBen bauchig begrenzt. 
Cubitalader beborstet Geloemyia Hend. (1908). 
typ. stylata Hend. 


. Radialis und Cubitalis nach aufwirts gebogen. Letztere miindet 


deutlich vor der Fliigelspitze. Backen sc breit wie der lot- 
rechte Augendurchmesser Diasteneura Hend. (1908). 
typ. laticeps Hend. 
— Radialis und Cubitalis nach abwiarts gebogen oder gerade; 
letztere miindet an der Fliigelspitze. Backen weit schmiéler 
als der lotrechte Augendurchmesser 


. Cubitalis ganz oder doch wenigstens an der Wurzel beborstet 5. 


— Cubitalis nackt & 
Ozellen vorhanden. Fiihlergruben in eine Vertiefung vereinigt. 
Ovipositor gerade, zylindrisch Teretrura Bigot (1885). 


typ. flaveola Bigot. 
— Ozellen fehlen. Fiihlergruben von einander getrennt. Ovi- 
positor ventral eingebogen 6. 


. Die Fihlergruben reichen bis zum Mundrande. Das basale Doppel- 


segment des Hinterleibes ist nur so lang wie die 2 folgenden 

Ringe zusammen. Ovipositor lang und schlank, linger als 

der Hinterleib Hypotyphla Loew (1873). 
typ. Loew: Hend. 

— Die Fiihlergruben enden weit iiber dem Mundrande. Das ba- 
sale Doppelsegment des Hinterleibes ist langer als alle fol- 
genden zusammen. Ovipositor kiirzer, aber viel breiter und 
volumin6ser Pyrgota Wiedemann (1830). 

typ. undata Wied. 

Analzelle bauchig begrenzt, ohne Spitze. Vorderstirne mit 2 
deutlichen vorderen Orbitalborsten. Backen hinten auf- 
fallend herabgesenkt, Gesicht stark zuriickweichend. Fiihler 
kurz Toxopyrgota Hendel!), 

typ. inclinata Hendel. 

— Analzelle unten mit Spitze 8. 

Die Fiihlergruben laufen in eine einzige Vertiefung zusammen 9. 

— Die Fihlergruben bleiben von einander durch einen mie 
riicken deutlich getrennt 

Alula wohl entwickelt. Radialis kiirzer als die Cubitalis. 

Apyrgota Hend. (1908). 
typ. scioida Hend. 

— Alula rudimentaér. Radialis langer als die Cubitalis. 

Leptopyrgota n. g. 
typ. amplipennis n. sp. 


1) Res. scient. voyag. Alluaud et Jeannel en Afr. Or. 


Neue Beitrige zur Kenntnis der Pyrgotinen. 19 


10. Die Kosta reicht bis zur 3. Langsader. Stirn schmal, Scheitel 
ohne Querwulst, aber mit groBem Ozellendreieck. Radialis 
ohne Aderanhang. Schild behaart 

Campylocera Macquart (1843). 

typ. ferruginea Macqu. 
— Die Kosta reicht bis zur Miindung der 4. Langsader. Ra- 
dialis meist mit Aderanhang aby 

11. Fligel braun, wei8 punktiert und gefleckt Tephritepyrgota n. g. 

typ. passerina n. sp. 

— Fliigel nicht wei8 punktiert und gefleckt. Stirne breit. Scheitel 

mit Querwulst, ohne gréBere Ozellenplatte. Schild nackt 

oder fast nackt Adapsilia Waga?) (1842), 
typ. coarctata Waga. 

12. Ozellen vorhanden. Hinterleib gestielt 13 

— QOzellen fehlen. Hinterleib breit ansitzend Acropyrgota n. g. 
typ. flavescens n. sp. 

13. Fliigel hyaln oder mit breiten braunen Querbinden 

Toxura Macqu. (1850). 
typ. maculipennis Macqu. 
— Fliigel dunkelbraun, mit zahlreichen weifen Punkten. 
Epicerella Macqu. (1850). 
typ. guttipennis Macqu. 


feretrura Bigot. 
Bull. Soc. Ent. France 1885 p. 165. 


Kopf so breit wie der Thorax. Die Stirne ist oben so breit 
wie beide Augen zusammengenommen und tritt im Profile ungefahr 
die Halite des wagerechten Augendurchmessers vor die Augen 
vor. Der Stirnwinkel mit dem Untergesichte ist deutlich spitz. 
Die Augenrander der Stirne sind parallel, mit eimer geringen 
Neigung, gegen das Untergesicht hin zu konvergieren. Wie 
bei allen Pyrgotinen bilden auch hier die Augenraénder neben den 
Fiihlerwurzeln keinen Winkel, sondern setzen sich fast gerade aufs 
Untergesicht fort, erst ganz unten nach hinten umbiegend. Die Scheitel- 
platten sind als ganz kurze, mit einer nach vorne und einwarts ge- 
bogenen Frontorbitalborste besetzte Platten oben neben dem Augen- 
eck entwickelt, ohne merklich in die Stirne vorzudringen. Die Ozellen- 
platte ist etwas gréBer, ein gleichseitiges Dreieck, trigt eng neben- 
einander 3 deutliche Ozellen, aber keine Ozellarborsten und liegt 
knapp vor der scharfen, emporstehenden Scheitelkante, kaum merklich 
vertieft. Stirnmittelstrieme mit kurzer, feiner Grundbehaarung be- 
deckt, eben; die von den Wangen aufsteigenden Orbiten sind mafig 
konvex. Die Lunula scheint nicht bedeckt zu sein, wird aber beim 
typischen Exemplare teilweise durch die stark vorgequollene Stirn- 
blase verdeckt. Der Klypeus ist unter den Fiihlern der Quere und 
Lange nach ausgehdhlt, die Fihlergruben sind nicht von eimander 


1) Inclusive Hupyrgota Coquill. 
11. Heft 


80 Friedrich Hendel: 


getrennt, sondern flieBen in eine zusammen. Unter der Mitte des 
Klypeus tritt von einer hufeisenformigen Rinne umgeben kegelig das 
Epistom hervor, im Profile einen vorspringenden Winkel bildend. 
Dadurch reicht die Grube nicht bis zum hinaufgezogenen Mundrand 
hinab. Der Umri8 der Klypeusspalte ist hufeisenformig, am Mund- 
rande etwas verengt. Facialien und Peristomalien stoBen neben dem 
letzteren in einem Bogen zusammen. Die Stirnspaltendste laufen 
in geringer Entfernung auSerhalb der Gesichtsleisten, fast parallel 
mit ihnen. Die Wangen und die Backen unter dem Auge sind nur 
schmal. Der Unterrand der letzteren ist stark geneigt, hinten durch 
den unteren Hinterkopf stark herabgesenkt. Backengruben kaum 
abgesetzt. Der Hinterkopf fallt an der Scheitelkante steil von der 
Stirne ab, tritt oben weniger, unten jedoch ziemlich stark hinter den 
Augen hervor; oben ist er schwach, unten stark konvex. Die Augen 
sind langlich oval, ungefahr senkrecht gestellt. 

Filer kiirzer als das Untergesicht, nach dem deutlich vorstehenden 
ersten Gliede herabhangend, an den Wurzeln einander ziemlich ge- 
nahert. Zweites Antennenglied ein Viertel kiirzer als das dritte, stiel- 
formig schmal, gegen das dritte Glied hin breiter, aber noch lange 
nicht so breit wie dieses, namentlich am Oberrande langer beborstet. 
Drittes Glied breit, rundlich oval, mit einer medialen nackten, an der 
Wurzel etwas dickeren Arista. Im Profile sitzen die Fiithler weit ober- 
halb der Augenmitte. 

Thorax von oben gesehen wenig langer als breit, abgerundet 
viereckig, oben ziemlich gewélbt. Grundbehaarung des Riickens kurz, 
wenig auffallend. Die Quernahtiaste liegen etwas vor der Mitte und 
steigen fast senkrecht, aber mit einer Neigung nach vorne, was sonst 
bei anderen Pyrgotinen nicht vorkommt, auf. Schildchen ein Drittel 
des Riickens lang, oben gew6lbt und nackt, am Rande mit 6 Borsten, 
wovon das Spitzenpaar gekreuzt ist. Postscutelium mittelgroB. Meta- 
notum gewolbt, abschiissig, von normaler Héhe. 

Beborstung: Humerale eine, Notopleurale zwei, Praesuturale 
eine, Supraalare drei. Hin Praescutellarpaar; auBerhalb und vor 
demselben, aber hinter der Riickenquernaht jederseits drei, nach 
vorne an GréBe abnehmende Dorsozentralborsten. Prothorax mit 
2 langen abstehenden, divergierenden Borsten. Je eine starke Meso- 
und Sternopleuralborste. 

Beine sehr lang und schlank. Vorderhiiften vorne nackt. Schenkel 
nicht verdickt, aber an der Spitze deutlich verjiingt. Mittelschenkel 
dorsal im Spitzenviertel mit einem Quereindruck. Hinterschenkel 
an der Wurzel etwas nach oben gebogen. Unterschenkel basal sehr 
diinn, dann allmahlich starker werdend. Mittlere innen ohne deutlichen 
Endsporn, hintere im Wurzeldrittel etwas nach einwarts gebogen. 
FiiBe lang und gegen die Spitze zu merklich staérker. Laingere Haare 
und Borsten fehlen iiberall an den Beinen. 

Der eigentlich streifenférmige Hinterleib ohne Legerdhre ist die 
Halfte derselben oder zwei Drittel des Thorax lang und hat sechs 
sichtbare Segmente, von welchen das letzte Tergit nur als ein schmaler 


Neue Beitriige zur Kenntnis der Pyrgotinen. 81 


Saum erscheint. Das basale Doppelsegment ist etwas langer als zwei 
der darauf folgenden gleich langen drei Tergite zusammengenommen. 
Der lange und dicke Ovipositor hat eine fast zylindrische Gestalt, 
die nur in der Mitte etwas weiter und vor dem Ende ein wenig ein- 
geschniirt ist. Dorsal ist diese Réhre jedoch der ganzen Linge nach 
rinnenformig eingedriickt und an ihren Randern nach innen gerollt. 

Fliigel lang und schmal. Kosta vorne gerade. Subkosta noch vor 
der Fliigelmitte sehr spitzwinkelig miindend, der ganzen Linge nach 
fein behaart. In geringer Entfernung vor ihr miindet die vollstandig 
getrennte und nur vor dem Aufbiegen zur Kosta mit ihr in einem 
Punkte verbundene Mediastina. Subkostalzelle daher sehr klein. 
Die Langsadern 2—4 sind im allgemeinen sanft nach unten gebogen, 
nur die Radialis an der Miindung nach aufwarts. Erste Hinterrand- 
zelle an der Spitze nur wenig erweitert. Beide Queradern gerade, 
unten etwas nach auBen gestellt, daher schief. Die kleine steht auf 
der Mitte des Fliigels und wenig hinter jener der Discoidalzelle. Hintere 
Basal- und Analzelle von gleicher Lange, letztere aber viel breiter, 
auBen durch eine im stumpfen Winkel nach innen gebrochene Quer- 
ader abgeschlossen, unten also mit einem kraftigen, aber kurzen 
spitzen vorspringenden Zipfel versehen. Die Analader reicht bis zum 
Rande. Axillarfalte lang und deutlich ausgepragt. Schulterlappen 
und Alula normal. Schiippchen kurz. 


Teretrura flaveola Bigot loc. cit. 
2, Chile. — Ohne Ovipositor 8 mm lang. Type Bigot’s. 
Ganz glainzend hellgelb. 3. Fliigelglied rotgelb. Stirnstrieme 


matt. Borsten und Haare gelbrot. Fliigel hell gelblich, langs der 
Adern intensiver gelb tingiert. 


Tabelle der Adapsilia- Arten. 
Schild auBer den Randborsten auch noch behaart 1, 
— Schild sonst unbehaart 2. 
1. Radialis mit Aderanhang; Fliigel mit einer iiber die kleine Quer- 
ader laufenden gebogenen Querbinde A. magnicornis n. sp. 
— Radialis ohne Aderanhang; obige Querbinde nur als Wisch 


angedeutet A. scutellata n. sp. 

2. Alle Haare und Borsten des Tieres rot 3. 

— Borsten und Haare schwarz 4, 

3. Vorderschenkel dorsal kurz behaart. Schild am Rande mit 
4 Borsten A. flavopilosa n. sp. 

— Vorderschenkel posterodorsal lang und dicht rauh behaart. 

Schild am Rande mit 10 Borsten  , A. vulpina n. sp. 


4, Backen hoher als ein halbes Auge. Die Fithlergruben enden ein 
zieinlich groBes Stiick oberhalb des Mundrandes : 

— Backen schmiler als ein halbes Auge. Die Fihlergruben 
enden in der Nahe des Mundrandes 7. 

Archiv fir Naturgeschichte L 
1912, A. 11. 6 11. Heft 


82 Friedrich Hendel: 


5, Fliigel intensiv rauchbraun tingiert, in der Vorderhalfte durch 

breite Saume der Adern noch dunkler braun. Schenkel schwarz 

A, fusca n. sp. 

— Fliigel nur braunlich hyalin mit einem dunkleren nelle 
Schenkel rotbraun 

6. Der Kostalabschnitt zwischen der 2. und 3. Langsader ist ihe 

so lang wie der zwischen der 3. und 4. Erste Basalzelle vor 

der kleinen Querader gebraunt A. Brahma n. sp. 

— Kostalabschnitt 2—3 ist nur etwas linger als der zwischen 

3 und 4; Basalzelle vor der kleinen Querader nicht gebraéunt 

A. luteola Coquillett. 


7. Schild zweiborstig. Lange und schlanke Art A. longina Hend. ) 
— Schild vierborstig. Gedrungene Arten 


8. Cerebrale am Oberrande mit 2 nierenformigen schwarzen sual 


Wangen glatt A. armipes n. sp. 

— Cerebrale ohne schwarze Flecken, gelb; Wangen mit Hobe 
punkten 9. 

9. Thoraxriicken an den Fligelwurzeln breiter als lang. Schild am 
Rande mit 6 langeren Borsten A. latipennis Walk. 

— Thoraxriicken deutlich langer als breit. Schild am Rande 
mit 4 langeren Borsten 10. 

10. 3, Fiihlerglied zweimal so lang wie breit. Thoraxriicken rotbraun, 
schwarz behaart A. ypsilon n. sp. 

— 3. Fiihlerglied dreimal so lang wie breit. Thoraxriicken rost- 
gelb, rot behaart A. caffra n. sp. 


A. fusca n.sp. (Fig. 1). 
2 9 aus Japan,’ Yokohama District (leg. H. Prior) im Brit. Mus. London. 


Stirne sehr breit, vorne neben den Fihlern gut dreimal so 
breit wie ein Auge, am Scheitel etwas verschmialert. Von vorne gesehen 
divergieren die Augenraénder allmahlich nach unten und bilden im 
Gesichte keinen Winkel. Scheitelkante wulstig emporragend, 
in der Mitte mit nach vorne gerichteten Haaren und mit stark gegen- 
einander gebogenen, fast liegenden inneren Scheitelborsten besetzt. 
Andere Kopfborsten fehlen. Stirn oben konkav; Strieme nur méBig 
lang behaart. Stirn und Wangen um den wagerech: ten Augendurch- 
messer vor die Augen vortretend; Gesichtsprofil fast gerade und lot- 
recht. Backen °/, eines Auges hoch: Peristomalien zum Mundrand 
stark aufsteigend. Hinterkopf am Halse um den wagerechten Augen- 
durchmesser vorstehend. Klypeus parallelrandig, schmiler als eine 
der Wangen; die Fiihlergruben sind 2/; des Gesichtes lang, ebenso 
lang die Fiubler. Das 3. Fuhlerglied ist am Oberrande gemessen so lang 
wie das 2., 2mal so lang wie an der Basis breit, gegen die abgerundete 
Spitze hin etwas verjiingt, oben gerade, unten konvex. Arista medial, 


1) Res. scient. voyag. Alluaud et Jeannel en Afr. Or. 


Neue Beitrige zur Kenntnis der Pyrgotinen. 83 


nackt, sehr lang und diinn. Taster sehr lang und breit, in der Mitte 
am breitesten, vorragend, dicht beborstet. 

Thoraxriicken relativ kurz, aber dicht und geneigt schwarz be- 
haart. Schild nackt am Rande jederseits circa 5 diinne und lange 
Borsten; 2—3 derselben stehen auch weiter oben. 

Das basale Doppelsegment des Hinterleibes verschmalert sich nur 
wenig und ganz allmahlich gegen die Wurzel hin und ist wenig linger 
als hinten breit, aber langer als die darauf folgenden, an GroBe nach 
hinten abnehmenden 4 Tergite 3—6 zusammen. Ovipositor so lang 
wie das basale Doppelsegment, breit und dick, von oben gesehen 
dreieckig, etwas langer als an der Basis breit, am ventral umgebogenen 
Ende stumpf. Ovipositor und Hinterleib, namentlich ersterer, sind 
lang und dicht, vorne schwarzlich, hinten rot behaart. 

Kopf, Fihler und Taster rotbraun. Stirnstrieme matt. Am oberen | 
Augeneck jederseits ein nach innen auf die Stirn gerichtetes und dann 
diinn nach vorne biegendes schwarzbraunes Querstriemchen. Wangen 
glanzend. Fiuhlergruben glanzend schwarz. Unter den Augen ein 
dunkler brauner Fleck. 

Thorax und Schild rotbraun. Auf dem Riicken sind eine breite, 
hinten abgekiirzte Mittelstrieme, je eine breite; vorne abgekiirzte, 
mit ersterer fast zusammenflieBende Seitenstrieme und die Noto- 
pleuralnaht schwarzbraun. Die Pleuren sind mit Ausnahme eines 
ovalen Fleckes auf den Mesopleuren und des Metapleuracallus ganz 
schwarzbraun, desgleichen das Metanotum.. 


Hinterleib rotbraun. Das basale Doppelsegment mit Ausnahme 
des Hinterrandes, sowie Vorderrandsiume der iibrigen Tergite schwarz- 
braun. ¢ unbekannt. 

Beine auBergewohnlich stark und kraftig. Alle Schenkel verdickt, 
am Ende dorsal oder posterodorsal lang und dicht beborstet, schwarz, 
nur ventral an der Spitze rot. Die Mittelschenkel tragen in der Spitzen- 
halfte an der Vorderseite eine rote Langsrinne. Schienen und FiiBe 
rot, leuchtend rot behaart. 

Der Fligel ist intensiv rétlichbraun tingiert, was gegen die Wurzel 
hin in ein Gelbrot iibergeht. Breit braun gesiumt sind die Enden 
der 2. und 3. Langsader jenseits der hinteren Querader, diese selbst, 
dann die Discoidalis von der Wurzel bis zur hinteren Querader, die 
kleine Querader und die Aste der Radialisgabel. Der letzte Abschnitt 
der Discoidalis und der Costa-Abschnitt der 1. Hinterrandzelle werden 
gegen ihre Miindung hin haardiinn. Radialis mit Aderanhang. 

Schiippchen und Schwinger rostfarbig. 

Kérper ohne Ovipositor und Fliigel 15 mm, Ovipositor oben ge- 
messen 5mm lang. 


A. luteola Coquillett. (Figur 2 und 3.) 


Eupyrgota luteola Coquillett, Proc. U. S. Nat. Mus. Vol. 21 p. 337 (1898). 
23g 2 aus Japan, Yokohama District (leg. H. Prior) im Brit. Mus. in 
London. 


6* 3. Heft 


84 Friedrich Hendel: 


Die Stirne und die Wangen stehen die Halfte des wagerechten 
Augendurchmessers vor die Augen vor, erstere etwas mehr, desgleichen 
der Hinterkopf hinter dieselben. Die Backen sind dice Halfte eines 
Auges hoch. Der Klypeus ist so breit 
wie eine Wangenplatte des Gesichts. Die 
Fiihlergruben und Fiihler sind gut ?/, des 
Gesichts lang. 

Das basale Doppelsegment des Hinter- 
leibes ist beim g von der Wurzel bis zur 
Mitte stielartig verjiingt und erweitert 
sich dann plotzlich; es ist erbeblich langer 
als hinten breit und langer als die folgen- 
den Ringe zusammen. Beim ¢ ist das 
letzt sichtbare 5. Tergit 11/, mal so lang 
wie das 4. oder 3. Beim Q ist Hinterleib 
und Ovipositor wie bei A. fusca geformt 
und behaart, aber an der Wurzel doch starker verjiingt, wenn auch 
nicht in gleichem MaBe wie beim g. Alle iibrigen plastischen Merk- 
male wie bei A. fusca angegeben. 

Kopf, Fiihler und Taster hell rotbraun. Am Augeneck des Scheitels 
je ein kleiner dunkelbrauner Fleck. Strieme matt, Wangen glanzend. 
Fiihlergruben glanzend dunkelbraun. Unter den Augen ein glanzend 
schwarzbraunes Dreieck. 


Thorax, Schild und Hinterleib rostfarbig, Auf dem Thorax- 
riicken eine breite, gespaltene braune Liangsmittelstrieme, die hinten 
stark abgekiirzt ist. Daneben je eine ebensolche, aber vorne verkiirzte 
Seitenstrieme, die sich hinten verjiingt und erst seitlich neben der 
Schildwurzel endet. Auch die Rinne vor dem Scutellum und die Quer- 
nahtaste dunkelbraun. Auf den Pleuren ist die Brust, eine Querstrieme 
hinter dem Prothorakalstigma, ein groBer Fleck auf den Pteropleuren 
und das Metanotum dunkelbraun. Thoraxriicken schwarz, Hinterleib 
rot behaart. Am Abdomen ist nur das basale Doppelsegment oben 
jn der Mitte gebraunt. 





Beine ganz rostrot, viel schwacher als bei A. fusca. Die lange 
und starke Beborstung im Endteile der Schenkel wie bei dieser 
Art, aber nur beim 9. Dem weiblichen Stiicke fehlen die Mittel- 
schenkel. 


Fliigel an der Spitze und am Hinterrande rostbraun, vorne und 
an der Wurzel rostgelb. Breit dunkelbraun geséumt sind nur die 
Enden der 2. und 3. Langsader jenseits der hinteren Querader; schwach 
gesiumt erscheint die kleine Querader. Der letzte Abschnitt der 
Discoidalis ist jenseits der hinteren Querader starker hinaufgebogen 
als bei A. fusca.’ Radialis mit Aderanhang. 


Schwinger und Schiippchen rostfarbig. 


Korper ¢ 14,5.mm, 9 ohne Ovipositor 12 mm, letzterer circa 3 mm, 
Fliigel 14 mm lang. 


Neuve Beitrige zur Kenntnis der Pyrgotinen. 85 


A. Brahma n. sp. 
1 ¢ aus Siid-Indien, Nilgiris (leg. Hampson) im Brit. Museum London. 


Stirne vorne fast 3 mal, am Scheitel zweimal so breit wie ein Auge. 
Scheitelkante wulstig vorstehend; Stirne nur vor dieser etwas konkav, 
sonst eben. Ohne Augenrandwinkel im Gesicht. Kopfborsten haar- 
formig und nicht linger als die zerstreute, mittellange Stirnbehaarung. 
Im Profile tritt die Stirne an den Fiihlern fast um die Lange des wage- 
rechten Augendurchmessers vor die Augen vor; die Wangen sind wenig 
schmaler und eine davon breiter als der Klypeus; dessen Prof] gerade. 
Fiihlergruben ?/, des Gesichtes lang. Backen gut die Halfte eines 
Auges hoch. 3. Fiihlerglied ungefaéhr so lang wie das zweite, Jenseits 
der medialen, nackten und diinnen Arista etwas schmaler, aber gegen 
die stumpf abgerundete Spitze hin nicht verjiingt. Taster verbreitert. 

Riicken kurz und sparlich behaart. Alle Borsten und Haare 
des Tieres sind gelbrot. Schildchen nackt, am Rande mit circa 
8 haarartigen Borstchen. Das basale Doppelsegment des Hinter- 
leibes ist fast doppelt so lang als hinten breit, vor der Mitte stielartig 
verjiingt und so lang wie die folgenden 3 Segmente, von denen das 
5. am langsten ist, zusammen genommen. Die Schenkel sind ventral 
kurz, aber nicht dornenartig beborstet. 

Stirnstrieme rotbraun, die Augenrander und eine breitere Quer- 
binde am Scheitel wie der tibrige Kopf gelbrot. Oben an der Stirn 
befindet sich jederseits am Augeneck ein kleiner dunkelbrauner Fleck. 
Die unterste Spitze der Fihlergruben und ein Fleck auf den Backen 
unterhalb der Augen glénzend schwarzbraun. Hine Querbinde oben 
am Cerebrale hinter der Scheitelkante und nach unten verwischte 
Grenzlangsstreifen auSen an demselben dunkelbraun. Fihler und Taster 
gelbrot. 

Thorax wie bei A. armipes gefarbt und gezeichnet. AuBerdem 
sieht man aber auf dem Riicken eine breite dunkelbraune Median- 
langsbinde vor der Naht und je eine schmale, schwarzbraune Seiten- 
strieme, die an der Quernaht breit unterbrochen ist. Hinterleib pech- 
braun, die Hinterrander der einzelnen Tergite rot. Beine gelbrot. 

Fliigel ahnlich wie bei A. ypsilon gezeichnet (Abbild. Fig. 4). 
Kostal-, Subkostal- und Marginalzelle, die auBerste Fliigelwurzel 
und. die Rander der Analzelle gelb. Erste Basalzelle gelbbraun. 
Apikalfleck dunkelbraun. Erste Hinterrandzelle an der Miindung 
weit schmaler als bei ypsilon. Der letzte Discoidalabschnitt ist nur 
etwas langer als der vorletzte. Schwinger rot. 

Korper 14mm, Fliigel 13 mm lang. 


A. flavopilosa n. sp. 


1 9 aus Japan, Yokohama-District (leg. H. Prior) im Brit. Museum 
in London. 


Dem Q der A. luteola bis auf folgende Unterschiede gleich. Die 
Stirn tritt an den Fiihlerwurzeln spitzig und etwas starker vor, das 


1l, Heft 


86 Friedrich Hendel: 


Gesicht weicht dann auch im Profile deutlich nach unten hin zuriick. 
Die Fiihler und deren Gruben sind langer, nur etwas kiirzer als das 
Gesicht. Das dritte Fihlerglied ist selbst am Oberrande gemessen 
langer als das zweite. 

Das basale Doppelsegment ist starker in der Mitte verengt und 
gleicht in dieser Beziehung mehr dem ¢ von luteola. 

Die allgemeine Farbung ist viel heller, rostgelb. Die Langsstriemen 
des Riickens sind nur angedeutet und nur die Seitenstriemen hinten 
deutlicher erkennbar; sie setzen sich auch auf das Metanotum fort. 
Sonst ist der ganze Leib rostgelb. 


Wesentlich ist, da8 alle Haare und Borsten des Tieres 
hellgelb bis rot sind, auch an den Beinen. An diesen fehlen die 
langen Haare und Borsten an den Schenkeln ganz. Nur die kurzen 
Borstchen ventral an den Vorderschenkeln sind schwarzlich. 

Im Fliigel liegt die kleine Querader n&her der hinteren; beider 
Abstand ist merklich kiirzer als die hintere Querader, die mit der 
Posticalis einen spitzen Winkel bildet. Der Abstand der Cubitalis- 
miindung von der der Radialis ist 1'/, mal so lang wie der von der 
Discoidalis. 

Der Fliigel ist 4abnlich wie bei A. luteola tingiert; es sind aber 
alle Langs- und Queradern schmal braéunlich gelb eingefaBt. Die 
breiten braunen Endséume der 2. und 3. Langsader fehlen. Der letzte 
Abschnitt der Discoidalis hat die Gestalt wie bei A. fusca, ist aber 
ebenso wie der Costalabschnitt der ersten Hinterrandzelle starker 
als bei dieser. Die hintere Querader ist aber nicht gerade, sondern in 
der Mitte etwas in die Discalzelle hineingebogen. Radialis mit langem 
Aderanhang. 


Schwinger und Schiippchen rostgelb. 
Kérper ohne Ovipositor 13 mm, dieser circa 3 mm, Fliigel 15 mm 
lang. 


A. vulpina n. sp. 
1 @ aus Sikkim (leg. F. A. Miller) im Brit. Mus. London. 


Stirn vorne deutlich breiter als die doppelte Augenbreite, am 
Scheitel etwas verengt, dort wulstig erhaben und oben konkav. Augen- 
rander allmahlich auf das Gesicht herab divergierend, ohne Winkel. 
Stirnbehaarung kurz. Auf dem Scheitelwulst sicht man in der Mitte 
einige nach vorn gebogene, seitlich je 2 eng nebeneinanderstehende, 
einwarts gebogene Borsten von geringer Lange und Starke. Die Stirn 
steht an den Fiihlerwurzeln etwas mehr als den wagerechten Augen- 
durchmesser, die Wangen stehen fast so weit tiber die Augen vor. 
Im Profile weicht das Gesicht nach unten zuriick und steigen die 
Peristomalien von unten zum Mundrande lang und steil auf. Die 
Backen sind ungefahr die Halfte eines Auges hoch, die Wangen sind 
fast so breit wie die wagerechte Augenlange und um eine gleiche Di- 
mension steht der gepolsterte untere Hinterkopf vor. Die Fihler- 
gruben enden ein wenig oberhalb des Mundrandes. Das dritte Fiihler- 


Neue Beitrige zur Kenntnis der Pyrgotinen. 87 


glied ist ungefahr so lang wie das zweite; der Oberrand ist nicht gerade, 
sondern noch vor der medialen Arista ausgebuchtet, sodaB er gegen 
die schmalere, aber abgerundete Spitze in einer Stufe abfallt; Unter- 
rand konvex. Arista nackt, lang und diinn. Taster lang und breit. 

Thoraxriicken lang und rauh behaart. Schildchen am Rande 
mit circa 10 langen, aufrechten, etwas nach vorne gebogenen Borsten 
besetzt, sonst ohne Haare. 

Der Hinterleib ist bei der Type leider stark seitlich zusammen- 
gequetscht, so daB iiber die Form des basalen Doppelsegmentes und 
des Ovipositors nichts Sicheres gesagt werden kann. Hs ist langer 
als die 4 folgenden Tergite zusammen genommen und so lang wie 
der Ovipositor, der einen mehr schmalen Hindruck macht und am Ende 
schwach ventral eingebogen ist. Behaarung wie am Thorax rauh. 


Das ganze Tier, mit allen Haaren und Borsten, ist lebhaft 
gelbrot gefirbt, auch die Fliigel sind feurig rotgelb tingiert. Das dritte 
Fihlerglied ist dunkler, mehr rotbraun. Die Peristomalien bis zum 
unteren Ende der Fiihlergruben, sowie je ein Querstreifen der Backen 
unterhalb des Auges sind schwarzbraun. 

Beine lang und kraftig, Schenkel gleichmaBig lang und dicht, 
dorsal oft borstenartig behaart. 

Die gelbe Tingierung des Fliigels ist am Vorderrande und gegen 
die Wurzel hin am lebhaftesten. Vordere Basalzelle mit einem braunen 
Langsschweif, der sich jenseits der Radialisgabel allmahlich verliert. 
Kleine Querader dunkler umschattet. Eine kaum merkliche dunklere 
Wolke zieht vom langen Aderanhang der Radialis bis oben an die 
hintere Querader heran und verwischt sich gegen die Fliigelspitze hin. 
Die Kosta reicht bis zur Miindung der Discoidalis. Schwinger rotgelb. 

Korper mit Ovipositor 15 mm, Fligel 14 mm lang. 


A. armipes n. sp. 


1 2 aus Sikkim, Kangra Valley (4500 Fu8), August (leg. Dudgeon) 
im Brit. Museum London. 


Stirn vorne doppelt so breit, oben am Scheitel 11/, mal so breit 
wie ein Auge; ihre Augenrander geradlinig auf das Gesicht fortgesetzt. 
Die Scheitelkante ragt zwar nicht wulstig empor, jedoch ist die Stirn 
vor derselben konkav. Kopfborsten haarférmig kurz, Stirnbehaarung 
fast fehlend. Im Profile tritt die Stirne an den Fiihlerwurzeln fast 
die Halfte des wagerechten Augendurchmessers vor die Augen vor, 
die Wangen in der Mitte mehr als ein Drittel derselben. Klypeus- 
profil fast gerade. Klypeus und Fihlergruben gut °/, des Gesichtes 
lang. Wangen so breit wie das 3. Fihlerglied, Backen circa 1/4 des 
Auges hoch. Fiihler so lang wie der Klypeus; drittes Glied oben ge- 
messen langer als das 2., 2 mal so lang wie breit, oben gerade, unten 
konvex, am Ende nicht verjiingt, stumpf abgerundet. Arista medial, 
diinn und nackt, so lang wie die Fihler. Taster lang und breit. 

Riicken nur kurz schwarz behaart. Schild nackt, am Rande 
mit 6 Borsten, von denen das mittlere Paar schwacher und weiter 


11, Ueft 


88 Friedrich Hendel: 


oben inseriert ist. Das basale Doppelsegment des Abdomens ist wenig 
langer als hinten breit, in der Wurzelhalfte aber stark verjiingt, wie 
gestielt. 3.—6. Tergit sichtbar; die letzten zwei sehr schmal. Ovi- 
positor so lang wie das basale Doppelsegment, */, mal so lang wie an 
der Wurzel breit, von oben gesehen fast dreieckig, schwach ventral 
elingebogen. Behaarung am ganzen Hinterleibe mittellang, iiberall 
am Leibe schwarz. 

Der Kopf rotgelb. Stirne oben mit 2 schwarzbraunen bogigen 
Striemen, die miteinander eine mit der Spitze nach vorne gerichtete 
pfeilformige Figur bilden. Die unteren Enden der Fiihlergruben 
und ein Fleck auf den Backen unterhalb der Augen glanzend schwarz- 
braun. Zwei nierenformige, in der Mittelllinie vereinigte Flecke 
oben am Cerebrale, sowie je eine Strieme seitlich desselben am Hinter- 
kopfe, die sich unten am Halse verbreitert, matt schwarzbraun. Fihler 
und Taster gelbrot. 

Thorax, Schild und Hinterleib, Beine ebenfalls heller oder etwas 
dunkler rotgelb. Hellgelb sind die Schulterbeulen, die mittleren Pleuren 
und die Metapleuren. Schwarzbraun: em Ring um den Hals herum, 
eine lotrechte Strieme quer tiber die Mesopleuren hinter dem Stigma, 
die oben langs der Notopleuralnaht nach hinten lauft, die Quernaht- 
aste braunt und die Rinne vor dem Schilde breit ausfillt. Dunkel- 
braun sind auch die Ptero- und Hypopleuren, sowie je eine Seiten- 
strieme des Metanotums. Hinterleib teilweise rotbraunlich verdunkelt. 

Alle Schenkel in der Spitzenhalfte ventral zwei- 
zeilig mit kurzen, dornahnlichen Borsten besetzt. Vorder- 
schenkel posterodorsal lang und rauh behaart. 


Fliigel wie bei ypsilon (Abbild. Fig. 4). Schwinger gelb. 
Korper tiber 11 mm, Fligel 10 mm lang. 


A. latipennis Walker. 


Oxycephala latipennis Walker, List Dipt. Brit. Mus., Vol. 4 p. 1087 (1849). 
2 aus Aequatorial - Afrika, Ruwenzori, Mubecki- River im Brit. Mus. 
London. 


Stirn vorne 7/, mal so breit wie ei Auge, am Scheitel etwas ver- 
engt. Augenrander der Stirn und des Gesichtes in einer geraden Fort- 
setzung gelegen. Scheitelkante wulstig erhaben; alle Kopfborsten 
nur haarartig kurz und schwach. Oberstirn konkav, ohne Scheitel- 
dreieck. Die Stirne tritt an den Fiihlern 1/,, die Wangen 4/, des wage- 
rechten Augendurchmessers vor die Augen vor; letztere sind dicht 
mit Hohlpunkten versehen und so breit wie das 3. Fiihlerglied. 
Die Backen sind etwas hoher als 1/, eines Auges. Der Klypeus ist 
parallelrandig, fast zweimal so breit wie eine Wange; die Fiihlergruben 
enden wenig oberhalb des Mundrandes, sind aber wie die Fiihler fast 
so lang wie das Gesicht. Das 3. Fiihlerglied ist oben gemessen so lang 
oder kaum langer als das 2., lang eiférmig, am Ende stumpf abgerundet 
und etwas schmiler als an der Wurzel. Arista etwas vor der Mitte 
inseriert, nackt, lang und diinn. Taster lang und breit. 


Nene Beitraigée zur Kenntnis der Pyrgotinen. 89 


Thoraxriicken merklich breiter als lang, mittellang 
abstehend schwarz behaart. Schild oben nackt, am Rande. mit 
8 Borsten besetzt. Hinterleib in der Mitte des basalen Doppel- 
segmentes, das linger als die noch sichtbaren Tergite 3—6 zusammen 
ist, stark verjiingt, also gestielt, kurz anliegend behaart. Tergit 3 
und 4 gleich lang, 5 und 6 kurz. Ovipostior so lang wie die Tergite 
3—6 zusammen genommen, von oben besehen dreieckig, 1*/, mal 
so lang wie an der Basis breit, an der Spitze etwas ventral umgebogen. 

Kopf braunlich gelb, Vorderstirn und Wangen verdunkelt. Backen 
unter dem Auge mit braunem Fleck. Fiihler und Taster rot. Cere- 
brale hellgelb, seine Grenznahte und 2 gegen den Hals zu konver- 
gierende Langsstriche auf demselben schwarzbraun. 

Thorax rostbraun, in gewisser Beleuchtung zart weiBlich bereift. 
Von der Riickenstriemung sind nur jederseits die 2 dunkelbraunen 
Seitenflecke vor und hinter der Naht deutlich sichtbar. Schild hell- 
gelb. Hinterleib rostbraun; der Vorderrand der einzelnen Tergite 
ist dunkelbraun, der Hinterrand gelb. 


Hiiften und Beine rostrot, schlank und lang. Schenkel nicht 
verdickt, nur ventral mit einigen kiirzeren, abstehenden Borsten- 
haaren besetzt. 

Fliigel wie bei ypsilon (Abbild. Fig. 4), die kleine Querader 
ist aber von der hinteren mindestens die Lange dieser entfernt. 
Schwinger gelb. 

K6rper mit Ovipositor 12 mm, Fliigel 11,5 mm entfernt. 


Anmerkung: Mir liegt ein von Mr. Austen als latipennis Walker 
bestimmtes Stiick vor. Walker sagt aber von seiner Art: clothed 
with very short yellow hairs, wahrend das Exemplar schwarz 
behaart ist. Walker erwahnt auch nicht die Riickenstriemen und 
das Aderrudiment der Radialis, wohl aber die punktierten Wangen- 
Da Mr. Austen die Type ja vergleichen konnte, schlieBe ich mich 
seiner Ansicht an. 


A. ypsilon n. sp. (Fig. 4.) 


1 9 aus West- Afrika, Sierra Leone, Marz (leg. Arbuckle) im Brit. 
Mus. London. 


Von der vorigen Art durch folgende Merkmale verschieden. 

Die Stirne ist breiter, vorne doppelt so breit wie ein Auge. Fiihler- 
gruben am Innenrande schwarz. 

Thoraxriicken deutlich langer als breit, ungestriemt, 
aber nach hinten zu deutlicher und dichter gelblich bereift. Schild 
sogar dunkler als der Thorax, mit 4 Borsten besetat. 

Stirn rotgelb, Scheitelkante und Cerebrale noch heller. Auf der 
Mitte des letzteren ist ein schwarzes, dem Halse aufsitzendes Y sicht- 
bar. Der iibrige Hinterkopf ist rotbraun. Fihler und Taster gelbrot. 

Hinterleib rostbraun. 

Fliigel nach Figur 4, gezeichnet. Die Kostal-, intensiver die 
Subkostal- und Marginalzelle rotgelb. An der Radialisgabel und 


90 Friedrich Hendel: 


oberhalb der kleinen Querader ein brauner Wisch. Apikalfleck des 
Fliigels dunkelbraun. Posticalis an der Wurzel und Analzelle gelb 
gesaumt. Schwinger rostfarbig. 

K6orper tiber 15 mm, Fliigel 13 mm lang. 


A. caffra n. sp. 
1 9 aus Port Natal, Siidafrika im Brit. Mus. London. 


Diese Art gleicht sehr der A. ypsilon und unterscheidet sich nur 
durch Folgendes. 

Das 3. Fithlerglied ist schlanker, circa 3 mal so lang wie breit, 
bei ypszlon nur doppelt so lang wie breit. Die punktierten Wangen- 
platten glanzen kaum und sind seitlich bereift. 

Thorax und Schild rostgelb, aber viel heller gefairbt. dichter 
bereift und ersterer gelbrot behaart. Auch das Schildchen 
ist bereift und glanzt nicht. Cerebrale wie bei A. latipennis 
Walk. beschrieben. 

Das basale Doppelsegment des Hinterleibes ist in der Mitte nur 
etwas eingeschniirt, der Hinterleib an der Wurzel daher nur viel 
weniger verjiingt. Der Ovipositor ist an der Basis sehr breit, wenig 
langer als breit, plump, von oben besehen nicht dreieckig, sondern 
an den Seiten hinter der dicken Wurzel eingebuchtet. Die Spitze ist 
ziemlich stark ventral eingebogen. 

Beine sehr kraftig, Schenkel merklich verdickt; die vor- 
dersten posterodorsal reihenweise beborstet. 

Fligel und GréBe wie bei ypsilon (Abbild. Fig, 4). 


A. magnicornis n. sp. 
4 $2 aus Ceylon, Pundalnoya (leg. E. E. Green) im Brit. Mus. 


Stirn parallelrandig, so breit oder etwas schmiler als ein Auge, 
1 und 1'/, mal so lang wie breit, oben nicht konkav, an der Scheitel- 
kante nur etwas wulstig emporragend. Die Augenrander nahern sich 
im Untergesichte etwas einander und biegen dann unten ohne Winkel 
nach auBen um. Stirnbehaarung lang und schwarz; ebenso die Be- 
borstung kraftig: je eine Frontorbitale, 4uB8ere und sehr lange innere 
Scheitelborsten, ein Postvertikalpaar und ein Ozellarpaar. Im Profile 
treten die Stirn nur etwas, die linearen Wangen sehr wenig vor die 
Augen vor; Klypeus konkav. Backen 1/, des Auges hoch, Fiihler 
und deren Gruben so lang wie das Gesicht. 3. Fihlerglied so lang 
wie das 2., groB, abgerundet rechteckig geformt, wenig linger als breit. 
Arista fast wie nackt, lang und diinn. Taster sehr lang und breit. 

Rticken und Schild mittellang, Hinterleib langer und rauher, 
schwarz behaart. Schild am Rande nur mit 4 kraftigen Borsten. Das 
basale Doppelsegment des Hinterleibes ist hinten merklich breiter 
als lang und verjiingt sich nur m&Big gegen die Wurzel.bin. Beim ¢ 
ist das 5. Tergit verlangert, beim @ sind die Tergite 3—5, namentlich 
aber das 4. und 5. sehr kurz. Ovipositor groB, so lang wie der Hinter- 
leib, stumpf£ konisch, schwach ventral eingebogen, von oben gesehen, 


Neue Beitrige zur Kenntnis der Pyrgotinen. 9] 


hinter der breiten Wurzel eingezogen. Er erscheint von der Seite 
breiter als von oben. Beim @ sind die Vorderschenkel lang u, dicht 
abstehend behaart, posterodorsal mit einer Reihe langer Borsten 
versehen. Alle Schenkel haben ventral an der Wurzel einige lange 
Borstenhaare. Beine und Brust des f nur behaart. 


Kopf hell braunlich gelb; Stirnstrieme matt und wie das stark 
glanzende Gesicht manchmal verdunkelt. Backengruben unter dem 
Auge mit braunem Fleck. Fiihler und Taster hell rotbraun. 

Thorax und Schild gelb. Riicken mit 4 breiten rotbraunen Langs- 
striemen; die mittleren sind hinten verkiirzt, die seitlichen an der 
Quernaht unterbrochen. Schild oben rotbraun. Mesopleuren mit 
einem groBen schwarzbraunen hufeisenformigen Fleck, der nach hinten 
Earl ist. Auch die unteren Pleuren sind teilweise dunkelbraun 
gefleckt. 


Hiiften gelb. Schenkel gelbrot, Schenkelspitzen, Schienen und 
FiiBe rotbraun. Schienen manchmal in der Mitte heller. 

Hinterleib gelbrot, in der Mitte gré8tenteils rotbraun. 

Fliigel beim ¢ graulich hyalin; Subkostalzelle, eine Querbinde 
darunter bis tiber die kleine Querader, unter der sie in der Discal- 
zelle wurzelwarts umbiegt und verschwimmt, ein Fleck an der 
Radialisgabel, ein breiter Saum der hinteren Querader und ein Apikal- 
fleck braun. Beim Q ist diese Zeichnung so verwachsen, da sie kaum 
bemerkbar ist. Schwinger rostgelb. 

Korper 6,5 mm, Fliigel 5,5 mm lang. 


A. scutellata n. sp. 
1 2 aus Indien, NW. Provinzen (leg. C. Horne) im Brit. Mus. London. 


Stirn flach, in der Mitte so breit wie ein Auge, am Scheitel wenig, 
vorne deutlich schmaler. Von vorne gesehen divergieren die Gesichts- 
augenrander in einem bogigen Winkel. Scheitel ohne Kante 
und Wulst, mit scharf abgesetztem, glanzendem Dreieck und ebenso 
deutlichen, schmalen, nach vorne hin konvergierenden Scheitelplatten, 
die an der Spitze eine Borstennarbe tragen. Hin paar groBe innere, 
kleinere auBere Vertikalborsten und auch Postvertikalborsten vor- 
handen. Strieme zerstreut und kurz behaart. Die Stirn steht un- 
gefahr ein Drittel des wagerechten Augendurchmessers vor die Augen 
vor; die Wangen sind schmiler als das 3. Fiihlerglied. Backen weniger 
als 1/; des Auges hoch. Gesichtsprofil gerade, etwas zuriickweichend. 
Hinterkopf unter dem Halse um den wagerechten Augendurchmesser 
vorstehend. Klypeus parallelrandig; Fiihlergruben bis zum Mundrande 
reichend. Das 3. Fithlerglied ist am Oberrande gemessen etwas langer 
als das zweite, dreimal so lang wie in der Mitte breit, oben gerade, 
gegen die stumpfe Spitze hin etwas verjiingt. Arista diinn, nackt, 
lang. Taster lang vorstehend, breit. 

Thoraxriicken, Schild und Hinterleib schwarz behaart. Am 
Hinterleibe schimmern die Haare teilweise rot. Schild 4-borstig. 
Das basale Doppelsegment des Hinterleibes verschmalert sich nur 


11. Heft 


92 Friedrich Hendel: 


allmahlich zur Wurzel hin und ist kiirzer als hinten breit. Die Tergite 

3—6 nehmen nach hinten zu an GréBe ab. Der Ovipositor ist. er- 
heblich langer als der ganze Hinterleib, von oben gesehen hinter der 
breiten Basis pl6étzlich seitlich kompreB; von der Seite gesehen relativ 
hoch und fast gerade. 

Kopf und seine Anhange rotgelb. Scheiteldreieck, Scheitelplatten 
und der cbere Hinterkopf mit Ausnahme eines gelben Mitteldreieckes 
braun. Unter den Augen ein dunkelbrauner Fleck auf den Backen. 
Drittes Fihlerglied gegen die Spitze hin gebraunt. — Thorax rotgelb. 
Kin breiter Schildchenrand, die Pleuren und die Brust hellgelb. Zentral- 
riicken und Mitte des Schildes rot. Quer iiber die Mitte der Pleuren 
lauft eine breite dunkelbraune Binde, die sich oben auf dem Riicken 
verwaschen bis iiber die Supraalargegend hinzieht. Hine Riicken- 
zeichnung ist nur ganz undeutlich erkennbar. Hinterriicken und die 
angrenzenden Pleuren rot gefleckt. Hinterleib und Ovipositor rot- 
braun. Die Wurzel des ersteren und eine dorsale Mittellinie rotgelb. 

Beine rotgelb. Schienen und Fii®e rotbraun. An den 4 hinteren 
Beinen sind auch die Schenkel an der Spitze von unten herauf heller 
gebraunt. 

Fliigel schwach braunlichgrau hyalin. Die 2.—4. Langsader 
sind jenseits der hinteren Querader in abnehmender Breite braun 
gesdumt. AuBerdem sind beide Queradern, ein zarter kurzer Wisch 
oberhalb der kleinen, die Radialisgabel und die Costicaliswurzel etwas 
braun gestumt. Radialis schwach wellig, ohne Aderanhang. 
Letzter Cubitalisabschnitt fast gerade. Queraderndistanz kleiner 
als die hintere Querader. Der Winkel dieser mit der Posticalis ist spitz. 

Schwinger und Schiippchen gelb. 

Korper mit Ovipositor 9mm, Fliigel 6 mm lang. 


Tabelle der Campylocera-Arten. 
Die Endabschnitte der 2. und 3. Langsader und die hintere Quer- 


ader sind auffallig intensiv und breit braun gesdumt i. 
— Obige Aderteile ungeséumt oder nur sehr schmal und unscharf 
gesaumt 5. 


— Die Kosta von der 1. bis 3. Langsader und beide Queradern 
schmal braun gestumt. Auffallend schlanke Art mit grossen 


Fiihlern C. gracilis n. sp. 

1. Thoraxriicken und Hinterleib dunkelbraun bis schwarz. Pleuren 
und Schild gelb 2. 

— Thoraxriicken und Hinterleib rostfarben 4. 

2. 2. Fihlerglied oben langer als das 3., dieses gegen die Spitze hin 
kaum verjiingt C. piceiventris!) Hendel. 


— 2. Fiihlerglied oben kiirzer als das 3., dieses an der Spitze 
stark verjiingt 3. 


1) Res. scient. voyage Alluaud et Jeannel en Afr.-Orient. 


Neue Beitrige zur Kenntnis der Pyrgotinen. 93 


3. Mesopleuren gelb, ungefleckt. Stirne vorne so breit wie ein Auge. 
C. ngriventris n. sp. 

— Mesopleuren gelb, oben mit einem groBen, glanzend schwarzen 
Fleck C. pleuralis n. sp. 

4, 2. und 3. Fihlerglied gleich lang, dieses am Ende kaum verjingt. 
Riicken mit 4 schwarzen Langsstriemen C. thoracalis n. sp. 

— 3. Fihlerglied viel langer als das 2. und am Ende stark verjiingt. 


Riicken ungestriemt C. myopa n. sp. 
5. Pleuren ungefleckt . 6. 
— Mesopleuren mit einer schwarzen Mittelquerstrieme, die das 
mittlere Drittel einnimmt C. maculifer un. sp. 


= 


Gesicht unter den Fiithlern zweimal so breit wie ein Auge; Wangen 
fast zweimal so breit wie das 3. Fiihlerglied C. latagenas n. sp. 
— Gesicht unter den Fiihlern erheblich schmiler als ein Auge, 
Wangen linear C. angustigenis n. sp. 
— Gesicht ungefahr so breit wie ein Auge; Wangen so breit wie das 


3. Fiihlerglied : 

7. Kleine Art, 6 mm. Ovipositor plump C. ferruginea Mequ. 
— Gréssere Art, 11 mm. Ovipositor schlanker, konisch 

C. oculata n. sp. 


Campylocera gracilis n. sp. 


1 Q aus §.-Nigeria. 21. Aug. (Dr. Mayer). Ent. Res. Comm. 

Stirn vorn so breit wie ein Auge, am Scheitel erheblich verengt. 
Innere Vertikale stark. Postvertikale und 1 Paar Orbitalborsten 
deutlich erkennbar. Strieme vorn lang behaart. Scheitel nicht wulstig. 
Die Stirn tritt 1/, des wagerechten Augendurchmessers vor die Augen 
vor, Stirnwinkel spitz, Gesicht geradlinig zuriickweichend. Backen 
1/, eines Auges hoch. Wangen in der Mitte viel schmaler als das 3. Fihler- 
glied. Klypeus nach unten etwas breiter werdend. Fihlergruben bis 
zum Mundrande. Fiihler schr lang und groB. Das 2. u. 3. Ghed zu- 
sammen so lang wie das Gesicht. Das 2. Glied ist zum gré8ten Teile 
griffelartig diinn, ?/, des 3. lang. Dieses breit, abgerundet rechteckig, 
etwa dreimal so lang wie breit. Arista lang und diinn, medial. Taster 
stark verbreitert und weit vorstehend. 

Thoraxriicken wenig lénger als breit, wie das Schildchen zart und 
nicht lang behaart. Letzteres am Rande 4-borstig. 

Hinterleib langer, aber viel schmaler als der Thorax, schlank, 
gegen die Basis allmahlich verjiingt. Basales Doppelsegment gut °/, des 
Abdomens lang, 3—5. Tergit allmahlich kiirzer werdend. Ovipositor 
schlank zylindrisch-konisch, an der Basis etwas breiter, so lang wie der 
Hinterleib, in der Mitte ventral eingebogen. 

Fliigel graulich hyalin. Adern an der Wurzel gelb, sonst braun. 
Schmal braun gesiumt sind: die Kosta zwischen der |. bis 
3.Langsader und die beiden Queradern. MRadialis ohne Anhang. 
Letzter Abschnitt der Cubitalis gleichmaBig sanft gebogen, in der 


11. Heft 


94 Friedrich Hendel: 


Fliigelspitze miindend; jener der Discoidalis jenseits der hinteren Quer- 
ader nur sehr schwach gebogen. Hintere Querader etwas wellig und sehr 
schief gestellt; der Winkel mit der Porticalis betragt 45°. Kleine Quer- 
ader oberhalb des letzten Drittels der Discalzelle. Der Fliigelrand 
zwischen der 3. bis 5. Liangsader ist nicht konvex, sondern in der 
Mitte eingebuchtet. Das ganze Tier ist bell rotgelb, schwarz be- 
haart und beborstet. Backen ohne dunklen Fleck. Spitze des 1. und 
3. Fithlergliedes, sowie das ganze 2. gebraunt. 

Fliigel 9 mm lang, K6rper ohne Legeréhre ungefahr gleichlang. 


Campylocera nigriventris n. sp. (Fig. 5). 


2 $92 aus Westafrika, Ashanti, Obuasi, Juni (leg. Dr. Graham) 
im Brit. Mus. London. 

Stirn vorn nur so breit wie ein Auge, am Scheitel deutlich 
verschmalert; ihre Augenrander sanft konkav. Von vorn gesehen 
biegen die Augenrander unterhalb der Fihlerwurzeln divergierend 
nach auBenum. Scheitel nicht wulstig emporragend, in der Hohe der 
Augen gelegen, abgerundet, mit einem scharf differenzierten, glanzen- 
den, mit der Spitze nach vorn gerichteten Dreieck. An der Stelle der 
Ozellen stehen drei nach vorn gerichtete Borsten. AuBerdem sind mit 
den Spitzen nach vorn gerichtet die 2 Postvertikale, divergierend und 
je eine obere Frontorbitale. Sehr Jang sind die inneren, kiirzer die 4uBeren 
Vertikalborsten. Stirnstrieme in der Mitte konkav, mittellang schwarz 
behaart. Die Stirn tritt an den Fiihlern 1/, des wagerechten Augen- 
durchmessers vor die Augen vor. Gesichtsprofil gerade, nach hinten 
zuriickweichend. Backen 1/, (2) bis 1/, ($) emes Auges hoch; Peristo- 
malien nach vorne aufsteigend. Hinterkopf am Halse um den halben 
wagerechten Augendurchmesser vortretend. Klypeus parallelrandig, 
gut doppelt so breit wie eine Wange, diese nur so breit wie das 3. Fihler- 
glied an der Arista, die Fihlergruben reichen bis zum Mundrande; 
ebenso lang sind die Fihler. Das dritte Fiihlerglied ist am geraden 
Oberrande gemessen 4/, mal so lang wie das 2. und gegen die runde Spitze 
hin stark verjiingt. Arista medial, nackt und diinn. Taster stark ver- 
breitert, beborstet. 

Thoraxriicken mittellang, geneigt, nach hinten zu linger schwarz 
behaart. Thorax und Schildborsten sehr lang. Schild auch behaart 
und am Rand mit vier Borsten versehen. 

Der Hinterleib verschmalert sich deutlich, aber nur ganz all- 
méhlich gegen die Wurzel hin. Das basale Doppelsegment ist beim 2 
etwas langer als die vier folgenden Tergite 3 bis 6 zusammen, beim 3 
so lang wie das 5., letzt sichtbare oder so lang wie das 3. u. 4. Tergit 
zusammen. Der Ovipositor ist so lang wie der ganze Hinterleib, 
schlanker, aber &hnlich geformt wie bei fusca; von oben gesehen hat 
er die Form eines Dreiecks, das zweimal so hoch wie basal breit ist. 
Hinterleib und Ovipositor sind wie der Thoraxriicken behaart, die 
letzten Tergite vor diesem aber tragen langere Randborsten. 

Kopf samt Anhangen rotgelb. Die matte Stirnstrieme satter 
gefarbt, mit zwei rotbraunen Liangsstriemen, die oben parallel sind, 


Neue Beitrage zur Kenntnis der Pyrgotinen. 95 


unten aber divergicren. Beim zweiten Stiicke sind dieselben in der 
Mitte zusammengeflossen. Das erwihnte glinzende Scheiteldreieck, 
sowie der obere Hinterkopf mit Ausnahme eines gelben Langsfleckes 
oberhalb des Halses dunkel rotbraun. Hin kleiner glanzend brauner 
Fleck unten am Auge. Gesichtskiel und untere Enden der Fiihler- 
gruben gebraunt. Beim ¢ sind die ganzen Backengruben und der untere 
Teil der Wangen glanzend schwarz. 

Thorax und Schild rotgelb. Der Riicken zeigt die bei fusca er- 
wahnten schwarzbraunen Liangsstriemen hinten bis zum Schildchen, 
die seitlichen vorn abgekiirzt, ist aber durch ZusammenflieBen der- 
selben fast ganz glanzend schwarzbraun zu bezeichnen. _ Gleich- 
gefarbt ist noch das Metanotum. Mesopleuren langs der ganzen Wulst 
und Sternopleuren oben schwarz und lang beborstet. 

Hinterleib glanzend schwarz. Ovipositor rot. 

Hiiften und Beine rotgelb, Schienen, namentlich dorsal dunkel- 
braun; Behaarung und Beborstung schwarz. Die FiiBe, besonders die 
vordersten sind dunkler rot gefarbt. Die Beborstung der Schenkel 
ist auch beim 2 an den Vorder- und Hinterschenkeln eine schwache. 

Fliigel graulich hyalin, mit dunkelbraunen Adersiumen nach der 
Figur 5. Radialis ohne Aderanhang. Schwinger rostfarben. 

K6rper mit Ovipositor 9 mm, Fliigel 8 mm lang. 


Campylocera pleuralis n. sp. 


1 3 aus Afrika, Gold-Kiiste, Weshiang, R. Dainsu, 26. Nov. (Dr. Ha- 
milton). Ent. Research Comm. 


Sehr ahnlich der C. nigriventris Hend. Die Stirn ist am Scheitel 
so breit wie ein Auge, vorn breiter und ganz und gar gelb, auch das 
glanzende Ozellendreieck. Die Backen sind mehr als 1/, eines Auges 
breit. — Das basale Hinterleibssegment ist 1/, des Abdomens lang. 
Backen und Wangen gelb. Pleuren, Schultern und Scheitel weiBgelb. 
Metanotum und Hinterleib und ein groBer Fleck auf dem Meso- 
pleuron glanzend schwarz. Thoraxriicken rotbraun, am AuBen- 
rande schwarz. 

Am Fliigel sind die dunklen Siéiume an der Spitze viel breiter 
und noch intensiver. Die Queradern sind ein wenig weiter von einander 
entfernt. 

Korper und Fliigel fast 7 mm lang. 


Campylocera thoracalis n. sp. 


2 $2 aus Maao Negros, Philippinen, 14. Mai leg. C. S. Banks im Brit. 
Mus. London. 


Stirn so breit wie ein Auge, am Scheitel kaum verschmilert; 
Augenrander sanft konkav. Beborstung und Kopfform Shnlich wie 
bei C. nigriveniris, doch kann ich keine genaueren Angaben machen, 
da beide Stiicke mehr oder weniger verdriickte Képfe besitzen. Die 
Fihler sind fast so lang wie das Gesicht; das zweite und dritte Glied 
sind oben gemessen gleichlang. Das dritte Glied ist an der Spitze ab- 


11, Heft 


96 Friedrich Hendel: 


gerundet und nur wenig verjiingt; es ist ungefahr 1*/,mal so lang 
wie breit. Arista medial, nackt und diinn. Backen 1/, eines Auges 
hoch. Der flache Augenrandwinkel liegt unten in der Mitte des Ge- 
sichtes. 

Schild behaart, am Rande mit vier Borsten. Der Hinterleib ver- 
jiingt sich allmahlich gegen die Basis hin. Das basale Doppel-segment 
ist bei g und Q so lang wie der halbe Hinterleib; das 5. Tergit des J 
ungefahr 11/,mal so lang wie das dritte oder vierte. Der Ovipositor 
ist so lang wie der ganze Hinterleib, dick, ventral eimgebogen; von 
oben gesehen an der Basis verbreitert, an der Spitze verjiingt, in der 
Mitte ziemlich gleichbreit. Er ist von oben her kompreB, ohne aber 
Seitenkanten zu bilden. 

Kopf samt Anhangen rostbraun. Stirnstrieme matt rostrot. 
Scheitelteile wenig glinzend. Beborstung und Behaarung des ganzen 
Tieres schwarz, hdchstens letztere teilweise mit rotem Schimmer der 
Spitzen. Thorax und Hinterleib glanzend rostfarbig. Lateralgegend 
des Thoraxriickens und Schild heller gefarbt. Auf ersterem sieht man 
vier glianzend schwarze einander stark genaherte Liangsstriemen; die 
zwei mittleren sind hinten stark abgekiirzt, die seitlichen an der Quer- 
naht unterbrochen. Sie bestehen aus einer Makel vor und einem 
bis nach hinten reichenden Keilstrich hinter der Wulst. Pleuren 
ungefleckt. 


Hiiften und Schenkel von der Farbe des Thorax. Schienen schwarz- 
braun, FiiBe rot. Schenkel, besonders beim 9 lang beborstet. 

Die Zeichnung des Fliigels ist die gleiche wie bei C. nigriventris, 
die Aderung verschieden. Die Radialis ist bemahe ganz gerade. Die 
Discoidalis miindet etwas tiefer unterhalb der Fliigelspitze. Die Quer- 
adern sind weniger genahert, ihr Abstand von einander ist nur etwas 
geringer als die Lange der hinteren. 

Korper und Fliigel 7 mm lang. 


Campylocera myopa n. sp. 
1 9 aus Siid-Afrika, Nyasaland (leg. Old). Ent. Res. Commit. 


Stirn am Scheitel so breit wie ein Auge, vorn etwas breiter, so wie 
bei gracilis beborstet. Scheitel nicht wulstig. Die Stirn tritt */, des 
wagerechten Augendurchmessers vor, Stirnwinkel ein Rechter, Gesicht 
sehr schwach konkav, zuriickweichend. Backen 1/, eines Auges hoch. 
Wangen in der Mitte so breit wie das dritte Fithlerglied. Klypeus fast 
parallelrandig, Fiihlergruben bis zum Mundrande. Filer lang, so lang 
wie das Gesicht; das dritte Glied ist oben ganz deutlich langer als das 
zweite, gegen die Spitze hin lanzettlich verjiingt, aber dort abgerundet. 
Arista lang und diinn, etwas vor der Mitte. 

Thoraxriicken kurz, fast breiter als lang, wie das Schildchen 
ziemlich dicht und relativ rauh behaart; letzteres vierborstig. Hinter- 
leib etwas langer, aber wenig schmiler als der Thorax. Das basale 
Doppelsegment ist ganz wenig langer als 1/, desselben; 3.—5. Tergit 
alliéhlich kiirzer werdend. Ovipositor allmahlich konisch verjiingt; 


Neue Beitrige zur Kenntnis der Pyrgotinen. 97 


zweimal so lang wie an der Wurzel breit, gerade und nur am Ende 
etwas ventral abgebogen. —- Beine kurz behaart und schwach beborstet. 

Das ganze Tier ist einfarbig rotgelb, tiberall schwarz behaart 
und schwarz beborstet. Unter dem Auge ein kleiner brauner Fleck. 
Der Hinterleib ist verdunkelt, mehr rostbraun. — Fliigel wie bei C. nagra- 
ventris, nur ist der Abstand beider Queradern langer und nur etwas 
kiirzer als die hintere Querader. 


Korper und Fliigel 7,5 mm lang. 


Campylocera oculata n. sp. (Fig. 6). 


2 $2 aus West-Afrika, Ashanti, Acra, 26./V1. (leg. Dr. Graham) und 
N. Nigeria, 4./IX. (leg Dr. Foy) im Brit. Museum London. 


Der Kopf gleicht mit folgenden Unterschieden dem von nigriventris. 
Das glénzende Scheiteldreieck ist etwas kleiner und zahlreicher be- 
borstet. Die oberen Frontorbitalborsten, je ein Stiick, sind kleiner 
und nach auBen gebogen. Die Stirne 
tritt an den Fihlern 3/, des wage- 
rechten Augendurchmessers vor die 
Augen vor; das Gesichtsprofil ist nach 
unten hin sanft konkav und weicht nach 
hinten zuriick. Backen niedrig, kaum 1/, 
des Auges hoch. Wangen so breit wie 
das dritte Fithlerglied an der Basis. 
Die Fiihiergruben enden etwas oberhalb 
des Mundrandes — um Wangenbreite. 
Das dritte Fihlerglied ist am geraden Ober- 
rande gemessen ungefaéhr so lang wie das 
zweite und verjiingt sich maBig gegen die abgerundete Spitze hin. 
Arista etwas vor der Mitte inseriert, lang und diinn. 

Die schwarze Behaarung des Thoraxrtickens, Schildchens und 
Hinterleibes ist weitaus langer, rauher und dichter als bei negriventris 
und aufrecht. Der Ovipositor ist bei beiden Exemplaren nicht ganz 
gleich und ist es vielleicht méglich, da zwei Arten vorliegen. Er ist 
weltaus langer als der Hinterleib, schlank konisch zugespitzt und 
von oben betrachtet nicht dreieckig, da seine Seiten nicht 
allmahlich in die Spitze iibergehen, sondern hinter der breiten Basis 
plotzlich stark eingezogen werden, so daB er sich plétzlich verjiingt. Im 
Profile ist er bei den 9 Exemplaren etwas verschieden geformt, aber 
bei allen nur schwach ventral umgebogen. Beim ¢ ist das basale Doppel- 
segment so lang wie das dritte und vierte Tergit zusammen, je eines 
von diesen aber nur 2/3 des fiinften lang. 





Campylocera angustigenis n. sp. 


2 2 aus Siid-Afrika, Natal, Malvern, Mai (leg. Marshall) u. aus West- 
Afrika, Sierra-Leone, Sherbro, Janner (leg. Dr. Hunter) im Brit. Museum 
London, 

Archiv fur Naturgeschichte 
1913. A. 11. 7 ll Heft 


98 Friedrich Hendel: 


Mit oculata leicht zu verwechseln, aber durch folgendes sicher ver- 
schieden. Das Gesicht ist unter den Fiihlern deutlich 
schmaler als ein Auge und die Wangen nur linear. Die 
Stirn tritt nur wenig, nur 1/, des wagerechten Augendurchmessers vor 
die Augen vor. Auch die Backen sind noch weit niedriger und nur 
einen geringen Bruchteil eines Auges hoch. 

Alles tibrige wie bei der genannten Art. Auch bei C. angustigenis 
kénnen Schienen und FiiBe verdunkelt sein, manchmal auch der Ovi- 
positor. 


Campylocera latigenis n: sp. 


1 ¢g aus N. Kamerun, Joh. Albrechtshéhe, leg. Conradt, in der 
Sammlung B. Liohtwardt. 


Das Gesicht ist unter den Fihlern doppelt so breit wie ein Auge, 
die Wangen in der Mitte ungefihr doppelt so breit wie das dritte 
Fiihlerglied; die Backen tber ein Drittel eines Auges hoch. Die Stirn 
tritt an den Fihlern mebr als den halben Augendurchmesser vor die 
Augen vor. 

Alles iibrige wie bei C. oculata m. 

Korper 11 mm, Fliigel 10 mm lang. 


Campylocera ferruginea Macquart. 


Diptéres exot., Vol. 2/3 p. 220, T. 30 Fig. 1 (1843). — Bezzi, Bull. Soc. 
Ent. Ital. V. 39 p. 133 (1908). 
1 2 aus Koren, Ost-Afrika (Coll. Bezzi) — Senegal (Macquart). 


Gleicht mit folgenden Unterschieden der C. oculata. Die Front- 
orbitalborste ist deutlicher entwickelt, nach vorne und auBen gebogen. 
Die Wangen sind deutlich schmaler als das dritte Fihlerglied. 

Der Ovipositor ist langer ais der Hinterleib, aber viel plumper 
als bei oculata, hinter der breiten Wurzel zusammengezogen und dann 
bis zur stumpfen Spitze hin fast gleichbreit, nicht schlank kegelig ge- 
formt. Von der Seite betrachtet ist er stumpf konisch, ventral nicht 
e ngebogen. 

Riickenstriemung deutlich sichtbar, rotbraun: zwei Mittellinien 
und zwei breitere, an der Quernaht unterbrochene Seitenstriemen. Der 
Kopf, der Leib und die Beine sind rotgelb. 

Fliigel graulich hyalin mit gelben Adern und der Nervatur von 
C. nigrwentris (Fig. 5). 

Korper mit Ovipositor 6 mm, Fliigel 5 mm lang. 


Macquart sagt zwar von seiner Art ,,3. Fiihlerglied doppelt so 
lang wie das zweite‘‘, wihrend hier beide gleich lang sind, doch ist diese 
Angabe deshalb nicht so genau zu nel:men, weil das 3. Fiihlerglied am - 
Unterrande gemessen weitaus linger als das 2. ist und Macquart nicht 
sagt, wo er beide Fiihlerglieder maB. Ich schlieBe mich daher Bezzis 


Determination an. 


Neue Beitrige zur Kenntnis der Pyrgotinen. 99 


Campylocera maculifer n. sp. 


1 3 aus Siid - Afrika, Natal, Estoourt, Sept.-Oot. (leg. Marshall) im 
Brit. Museum London. 


Mit folgenden Unterschieden gilt im tibrigen die Beschreibung von 
nigriventris. Stirn vorn viel breiter als ein Auge, 8/; mal so breit ,am 
Scheitel etwas verengt, im Profile etwas mehr als 1/, des wagerechten 
Augendurchmessers vortretend. Backen etwa !/, eines Auges hoch. 
Die Wangen haben in der Mitte die Breite des dritten Fiihlergliedes. 
Klypeus fast doppelt so breit wie eine Wange. Die Fiihlergruben 
enden etwas oberhalb des Mundrandes. Drittes Fihlerglied am Ober- 
rande gemessen so lang wie das zweite, an der Spitze breit abgerundet, 
nicht verjiingt. Arista etwas vor der Mitte inseriert, nackt, lang 
und diinn. 

Thoraxriicken und Oberseite des Schildes nur kurz und schiitter 
schwarz behaart. 

Kopf rotgelb, teilweise verdunkelt. Dunkelbraun sind: das 
Scheiteldreieck, die Rander der Fiihlergruben und des Mundes, das 
Praelabrum und ein glanzender Fleck unterhalb der Augen auf den 
Backen. Rotbraun sind zwei Lingsstreifen, die an den Seiten des Cere- 
brales bis auf den unteren Hinterkopf herablaufen und je ein Fleck 
seitlich am oberen Hinterkopf. Fiihler und Taster gelbrot. 


Thorax und Schild, wie der vorgequollene untere Hinterkopf 
heller gelb, der Riicken aber hell rotbraun, mit Ausnahme der ab- 
stechenden Schulterbeulen. Schild oben an der Wurzel mit einem 
dunkelbraunen Querfleck. Die Mesopleuren zeigen ein breites, scharf 
abgesetztes schwarzbraunes Querband in der Mitte.  Gleichfarbig 
sind die Seiten des Metanotums, das Postscutellum und die Hypo- 
pleuren, sowie der ganze Hinterleib. 

Hiifte hellgelb, Schenkel pechschwarz, Knie breit gelbrot, Schienen 
rotbraun, deren Spitzen und die FiiBe rot. Die Haarborsten an der 
Unterseite der Schenkel sind schwach und kurz. An den Hinter- 
schenkeln oben vor der Spitze nur einige Borsten. 


Fliigel graulich glashell, jenseits der hinteren Querader bis zur 
Spitze gesattigter grau. Die in diesem Apikalfleck gelegenen Enden 
der Costa, der Radialis mit ihrem Aderrudiment und der 
Cubitalis sind ebenso wie beide Queradern schmal dunkler gesdumt. 
Im iibrigen gleicht die Aderung der von C. nigriventris. 


Hypotyphla caudata n. sp. (Fig. 7). 


1 9 aus West - Afrika, Ashanti, Obuasi (leg. Dr. Graham) im Brit. 
Museum London. 


Stirn oben erheblich schmiler als ein Auge, vorn so breit wie 
eines. Die Augenrander divergieren dann noch weiter auf das Gesicht 
hinab, ohne einen Winkel zu bilden. Stirn oben etwas konkav, am 
Scheitelrande schwach erhaben, mit stumpfem, glanzendem Dreieck 
ohne Ozellen. Stirnbehaarung schwach. Orbitalborsten sehr klein. 


7* 11 Heft 


100 Friedrich Hendel: 


Innere Scheitelborsten lang und stark, 4uBere kleiner. Postvertikale 
lang, wenn auch diinn. Im Profil treten die Stirn etwa 1/, des Auges, 
die Wangen um die halbe Breite des dritten Fiihlergliedes vor die Augen 
vor; Klypeus geradlinig. Backen etwas niedriger als 1/; eines Auges. 
Fiihler und deren Gruben solang wie das Gesicht. Drittes Fiihlerglied 
so lang wie das zweite, abgerundet rechteckig, zweimal so lang wie breit, 
jenseits der Arista sehr schwach konkav, am Ende breit abgerundet. 
Arista lang, diinn, nackt. Taster lang und breit. 

Thoraxriicken und Schild zerstreut, aber linger schwarz behaart. 
Schildchen mit vier langen schwarzen Borsten. Hinterleib von fast 
zylindrischer Gestalt. Das basale Doppelsegment ist doppelt so lang 
wie hinten breit, die noch sichtbaren Tergite 3 bis 5 kurz und von gleicher 
Lange. Der Ovipositor ist doppelt so lang wie der ganze Hinterleib, 
sehr stark ventral eingebogen, hinter dem ersten Drittel plotzlicher, 
dann aber allmahlich sich verjiingénd. Abdomen und Ovipositor wie 
der Thorax behaart. 

Alle Schenkel sind ventral mit langeren und kiirzeren Borsten- 
haaren gewimpert und an der Spitze zweizeilig mit 5—8 kurzen, dorn- 
artigen Borsten besetzt. 

Das ganze Tier ist glanzend rotgelb gefarbt. Stirnstrieme matt. 
Hinterschienen und Fii®e etwas dunkler. Riickenstriemung an- 
gedeutet. 

Wie bei H. Loewi Hend. ist auch hier die Cubitalis an der Wurzel 
beborstet. Fliigel graulich hyalin mit braunen Adern. Abbildung Fig. 7. 
Braun sind die Subkostalzelle, die Spitze der Marginalzelle und schmale 
Saume der Kosta zwischen 2. und 3. Liangsader, der Spitze der letzteren, 
der beiden Queradern, der Radialisgabel und sehr zarte der Postical's. 
Die Kosta endet etwas unterhalb der Kubitalismiindung. Radialis 
mit Aderanhang. Die Querader der Analzelle ist spitzwinklig in 
diese Zelle hineingedrickt. 

Schwingerkopf braunlich. 

Korper etwa 11 mm, Fliigel 10 mm lang. 


Tabelle der Tephritopyrgota- Arten. 


Radialis mit Aderanhang. Stirn am Scheitel so breit wie ein Auge 
T. vesicatoria’) *Hend. 

— Radialis ohne Anhang ’ 1. 
1, Arista griffelartig kurz und dick. Stirn doppelt so breit wie ein 
Auge T. stylata*) Hend. 

— Arista lang und diinn 2. 

2. Sirn héchstens zweimal so breit wie ein Auge. Schild mit vier 
starken Randbortsen 
— Stirn mehr als dreimal so breit wie ein Auge. Schild hinten 
ohne Borsten 3. 


*) Res. scient. voyage Alluaud et Jeannel en Afr.-Orient. 


Neue Beitrige zur Kenntnis der Pyrgotinen 101 


3. Fiihlergruben die Halfte des Gesichtes lang. Stirn eben 4. 

Gruben 2/,; des Gesichtes Jang. Stirn konkav, im Profi] spitz- 
kegelig um Augenlange vorspringend (Fig. 9). 

T. tipuloides n. sp. 

4. Basales Doppelsegment des Hinterleibes gréBer als 1/. desselben. 

Stirn gut dreimal so breit wieein Auge. 1’. tephritoides n. sp. 

— Kiirzer als der halbe Hinterleib. Stirn viermal so breit wie ein 


Auge T. Muarz n. sp. 


5. Schenkel und Hinterleib samt Ovipositor glanzend pechschwarz 6. 
— nur teilweise und nie zugleich schwarz 7 


6. Stirn um den wagerechten Augendurchmesser vortretend. Backen 
mehr als 1/. des Auges hoch. GroBere Art. T. belzebuth n. sp. 

— Stirn weniger als ein Auge vorstehend. Backen héchstens 4/, 
eines Auges hoch. Kleinere Art. T. carbonaria n. sp. 

7. Schildchen oben auBer den Randborsten nackt. Stirn spitzkegelig 
um Augendurchmesser vorspringend. Kleine, schlanke Art 

T. tenuis n. sp. 

— Schildchen behaart 8. 


8. Rauh und lang behaarte Art. Im Fliigel herrscht das Braun den 


kleinen hellen Punkten gegeniiber vor. T. hirsuta n. sp. 
— Sparlicher und kurz behaarte Art. Im Fliigel herrschen die 
hellen Stellen weitaus vor T. passerina n. sp. 


Tephritopyrgota Muiri n. sp. 
1 9° aus Sid-Afrika, Durban (leg. Muir) im Zool. Museum Cambridge. 


Stirn viermal so breit wie ein Auge, sonst genau wie bei tephritoides 
m. beschrieben, der sie bis auf folgende Unterschiede gleicht. Die 
Stirn tritt um die Augenlange vor; da aber die Profillinien det Stirn 
und des zuriickweichenden Gesichtes gerade und nicht wie bei éepulordes 
konkave Linien sind, ist der Stirnwinkel viel weniger spitz. Backen 
fast 1/, eines Auges hoch, Wangen in der Mitte 1/; eines Auges lang. 
Arista wie nackt. 

Das basale Doppelsegment des Hinterleibes ist weitaus kiirzer 
als der halbe Leib, die folgenden vier Tergite sind fast von gleicher 
Lange. Der Ovipositor ist an der Wurzel schmaler, erscheint also 
schlanker als bei tephritordes. 

Die Kopf- und Korperfarbung ist sonst genau dieselbe wie bei 
tipuloides beschrieben. Fiihler und Taster jedoch dunkler rotbraun. 
Unter dem Auge auf den Backen eine dunkelbraune, lotrechte Strieme, 
die bei beiden vorhergehenden Arten fehlt. Thoraxriicken deutlich 
zart weiBlich bereift. Schild in der Mitte und an den Seiten braun, 
hinten ohne Borsten (auch ohne Narben), oben dicht kurz ge- 
schoren behaart. — Beine wie bei t#puloides, aber etwas kiirzer. 

Fliigel in der Zeichnung wie bei der genannten Art, nur fehlen der 
helle Fleck am Ende des Submarginalzelle und die Flecke in der Nahe des 


11. Heft 


102 Friedrich Hendel: 


Fligelhinterrandes. Der letzte Discoidalisabschnitt ist nur etwas langer 
als der vorletzte, bei tipuloides aber doppelt so lang. Schwinger gelb. 


Korper mit Ovipositor 12 mm, Fliigel 9 mm lang. 


Tephritopyrgota tipuloides n. sp. (Fig. 8 u. 9). 
1 2 aus §.-Afrika, Transvaal (leg, Chomley) im Brit. Mus. London. 


Stirn sehr breit, gut dreimal so breit wie ein Auge, am Scheitel 
kaum verengt. Die Augenrander der Stirn und des Gesichtes bilden 
zusammen gerade und parallele Linien. Scheitelkante erhaben. Stirn 
deutlich konkav. Beborstung nicht mehr genau erkennbar. Die Be- 
haarung des ganzen Tieres, auch des 
Schildes, ist kurz und schiitter, schwarz. 
Die Stirn tritt im Profil um den wage- 
rechten Augendurchmesser in Form eines 
sehr spitzen Kegels vor die Augen vor. 
Das Gesicht weicht dann nach unten 
in konkaver Linie stark zuriick. Backen 
- fast die Halfte eines Auges hoch. Wan- 

Ler, gen und Klypeus wie bei I. tephritoides. 
Die Fihlergruben und Filer sind aber 
*/, des Gesichts lang. Drittes Fiihlerglied linger als das zweite, 
hinter der Arista pl6tzlich zur Spitze hin verjiingt, am Ende 
abgerundet. Arista so lang wie die Fihler, zweigliedrig. Das 
Endglied an der Wurzel schwach spindelig verdickt, am langen 
diinnen Ende sehr kurz, aber dicht pubesziert. Taster kurz, ver- 
breitert. Riissel klein. 


Hinterleib und Ovipositor wie bei 7’. tephritordes, nur sind die 
Tergite 3—5 fast gleich lang, das sechste etwas linger. 

Kopf rostgelb. Stirn oben am Scheitel mit einem rund- 
lichen. schwarzen Fleck und mit zwei dunkelbraunen Mittellangs- 
striemen, die sich nach vorn hin spitzig verjiingen und schwach kon- 
vergieren. Zwischen Fihlerwurzeln und Auge ein breiter brauner 


Schillerfleck. 


Auf dem Hinterkopfe laufen vom Scheitelrande gegen den Hals 
zu konvergierend vier dunkelbraune Striemen, die oben breit und unten 
spitzig sind. Die zwei mittleren liegen auf dem Cerebrale und sind 
unten abgekiirzt, die zwei 4uBeren begrenzen das Cerebrale auBen. 
Auf dem Gesichte sieht man zwei parallele schwarze Linien von den 
Fithlern bis zam Mundrande. Fiihler, Taster und Riissel rot. 


Thorax und Hinterleib rostgelb. Thoraxriicken mit drei breiten 
schwarzbraunen Langsstriemen, die nur schmal getrennt und hinten 
gegen das Schildchen verjiingt sind. Die zwei seitlichen sind vorn 
etwas abgekiirzt, die mittlere tritt auch auf das Schildchen tiber. Wie 
bei T. tephritordes kann ich auch hier nicht genau sagen, ob das Schild- 
chen am Rande Borsten getragen hat oder ob es unbeborstet ist. Ich 
vermute aber letzteres. Die Pleuren sindunter der Noto-, tiber der 





Neue Beitrage zur Kenntnis der Pyrgotinen. 103 


Sternopleuralnaht gebraunt, ebenso die Brust, der Prothorax und 
das Metanotum. 

Die Beine sind auffallig lang und schlank, unbeborstet. Hinter- 
schienen im Basaldrittel verdiinnt und etwas abgebogen. 

Fliigel graulich hyalin mit braunlich grauer Zeichnung in. der 
Spitzenhalfte nach Figur 8. Kosta bis zur Discoidalismiindung. Radialis 
ohne Anhang. 

Schwinger rostgelb. 

Kérper mit Ovipositor 10 mm, Fliigel 9 mm lang. 


Tephritopyrgota tephritoides n. sp. (Fig. 10). 
© aus Siid-Afrika, Deelfontain (leg. Col. Sloggett) im Brit. Mus. London. 


Stirn sehr breit, mehr als dreimal so breit wie ein Auge, amScheitel 
etwas verengt. Die Augenrander der Stirn und des Gesichtes bilden 
zusammen gerade, nach unten hin schwach divergierende Linien. 
Scheitelkante erhaben, wenn auch nicht wulstig vortretend. Stirn 
ziemlich eben, mit einer vom Scheitel her nach vorn vordringenden 
Medianlinie, die etwas leistig erhéht erscheint. Die schwarze Beharung 
des ganzen K6rpersvonStirn, Riicken, Schild und Hinterleib ist kurz und 
schiitter. Die Stirn tritt an den Fihlern 4/, des wagerechten Augen- 
durchmessers spitzig vor die Augen vor. Das Gesicht weicht dann nach 
unten geradlinig zuriick. Backen 2/, eines Auges hoch. Wangen die 
Halfte des wagerechten Augendurchmessers breit. Klypeus kaum 
so breit wie eine Wange, parallelrandig, Fiihlergruben nur die Halfte 
des Gesichtes lang; ebensolang die Fihler. Das kurzelliptische 
dritte Fiihlerglied ist etwas linger als das zweite, am Oberrande ge- 
messen. Arista zweigliedrig, medial, lang, diinn, 4uBerst kurz pubesziert. 
Taster und Riissel kurz, erstere verbreitert. 

Hinterleib gegen die Wurzel hin allmahlich verschmilert: das ba- 
sale Doppelsegment ist so lang wie die vier folgenden, an GrofBe nach 
hinten abnehmenden Ringe zusammen genommen. Der Ovipositor ist 
so lang wie der halbe Hinterleib, von oben gesehen dreieckig und am 
Ende mittelmaBig ventral eingebogen. 

Kopf rostgelb; Stirnstrieme schwach glinzend. Scheitelfleck 
braun. Fiihler und Taster rot, drittes Fiihlerglied schwarz. Gesichts- 
leisten fein braun gerandet. 

Thorax und Schild hellgelb. Pleuren an der Sternopleuralnaht 
und an der Brust braun gefleckt. Auf dem Riicken ist ein hinten 
abgekiirzter Liangsstreifen in der Mitte und seitlich davon je eine in zwei 
isolierte Flecken vor und hinter der Quernaht, wovon der vordere ei- 
formig ist, aufgeléste Strieme, sowie das Metanotum rotbraun. 

Hinterleib und Beine rostfarbig. Letztere lang, schlank und un- 
beborstet. 


Im Fliigel reicht die Kosta deutlich bis zur Discoidalismiindung. 
Radialis mit Aderrudiment. Die Grundfarbe des Fliigels ist hellbraun 
und wird durch weiBlich schimmernde und dunkler braune Flecke, 
wie die Abbildung 10 zeigt, unterbrochen. 


11. Hof 


104 Friedrich Hendel: 


Schwinger rostfarben. 
K6orper mit Ovipositor 11 mm, Fliigel 10,5 mm lang. 


Tephritopyrgota passerina n. sp. 
4 9 aus Sid-Afrika, Nyasaland, Mt. Mlanje, Dezember. Ent.Res.Comm. 


Stirn 14/,mal so breit wie ein Auge, wie das Gesicht parallel- 
randig. Scheitel ohne Wulst. Stirn eben. Kopfborsten kraftig: innere 
Vertik., Postvertik., Ozellare und ein Paar Orbitale. Stirn und Thorax 
sonst ziemlich kurz und schiitter behaart. Alle Borsten und Haare 
schwarz. Die Stirn tritt an den Fihlern deutlich weniger als der hori- 
zontale Augendurchmesser betragt, vor die Augen vor. Das Gesicht 
weicht nach unten in gebrochener Linie zuriick. Die Fiihlergruben 
sind etwas langer als die Halfte des Gesichtes. Klypeus ungefaéhr von 
Wangenbreite. Backen 4/, des Auges hoch. Drittes Fiiblerglied eif6rmig 
zugespitzt, oben so lang wie das zweite Glied. Arista lang und diinn, 
fast nackt. Taster und Riissel relativ klein und kurz. Riicken ab- 
gerundet quadratisch. Schild 1/, desselben lang, etwas behaart und mit 
vier starken Randborsten. Thoraxbeborstung kraftig. 

Basales Doppelsegment des Abdomens kiirzer als die Halfte 
desselben. 3.—6. Tergit allmahlich kiirzer werdend. Ovipositor etwas 
langer als 1/, des Abdomens, konisch, ventral eingebogen, von oben 
besehen dreieckig. 

Kopf braungelb. Stirn matt dunkelbraun, ein Dreieck vor dem 
Scheitel, dieser und das Cerebrale gelb. Darauf drei schwarze Flecke 
an den Borstenwurzeln nebeneinander. Cerebrale auSen braun gesaumt. 
Die vorn aufsteigenden Peristomalien schwarz. Fiihler und Taster rot- 
braun. 

Thorax braungelb, vorherrschend dunkelbraun gefleckt und 
bandiert. Auch das Schild mit solchem Mittelfleck. Riieken mit zwel 
genaherten durchlaufenden Median- und zwei breiteren und vorn ver- 
kiirzten, unterbrochenen Seitenstriemen. MHinterleib rostfarben, teil- 
weise verdunkelt, noch am starksten vom ganzen Leibe behaart. — 
Hiiften und Beine braungelb. In verschiedenem Grade gebraunt sind 
die Schenkelspitzen, die Schienen und FiiBe. 

Radialis weniger gebogen als in Fig. 10 bei tephritocdes und ohne 
Aderrudiment. Die hellen Flecke sind gré8er und weniger zahlreich, 
die Subkosta miindet deutlich jenseits der kleinen Querader. 

K6rper und Fliigel 8 mm lang. 


Tephritopyrgota belzebuth n. sp. 
1 § aus Siid-Afrika, Nyasaland, Mt. Mlanje. Dezember. Ent. Res. Comm. 


Stirn doppelt so breit wie ein Auge, parallel. Die Stirne tritt 
um den wagerechten Augendurchmesser vor. Fiihlergruben 1/, des 
Gesichtes lang. Klypeus schmiler als eine Wange. Backen */3 eines 
Auges hoch. Drittes Fiihlerglied kiirzer als das zweite, am Ende ver- 
jiingt, eif6rmig. Arista diinn, nur so lang wie die Fiihler, wie nackt. 
Schild unbehaart, vierborstig, dazwischen noch zwei kurze Harchen. 


Neue Beitrage zur Kenntnis der Pyrgotinen. 105 


— 5, Abdominaltergit fast so lang wie das 3. und 4. zusammen. — 
Schenkel, besonders die vorderen verdickt. Beine sehr kraftig. 

Dunkler als 7. passerina gefarbt. Backengruben und Filer 
dunkelrotbraun. Auch der Langskiel des Gesichtes schwarz. Hinter- 
leib und die Schenkel mit Ausnahme der Spitze pechschwarz. 

Alles iibrige wie bei 7. passerina angegeben. 

K6rper und Fliigel 10 mm lang. 


Tephritopyrgota carbonaria n. sp. 
1 Q aus Siid-Afrika, Nyasaland, Mt. Mianje. Dezember. Ent. Res. Comm. 


Auch diese Art ist der 7. passerina sehr ahnlich und durch folgendes 
verschieden. Das Cerebrale ist mit Ausnahme eines helleren Langs- 
fleckes ganz schwarzbraun. Das dritte Fiihlerglied ist kiirzer als das 
zweite, die Borste nur von Fihlerlange. Die Farbung des ganzen Tieres 
ist dieselbe wie bei 7’. belzebuth, also im allgemeinen viel dunkler, vor- 
herrschend pechbraun und schwarz. Hinterleib samt Ovipositor schwarz. 
Letzterer stumpfer als bei passerina. Schild auSer den vier Borsten 
nicht behaart. Schwinger hellgelb. Schenkelringe rostgelb. FiiBe 
rotbraun. Die Endabschnitte der Adern 2—4 sind weniger gebogen 
als bei den zwei verglichenen Arten. 


Korper und Fliigel 6 mm lang. 


Tephritopyrgota hirsuta n. sp. 
1 Q aus Siid-Afrika, Bothaville, Dr. Brauns. Meine S. 


Diese Art fallt nicht nur durch die Lange der Beborstung, sondern 
auch durch die Dichte und Rauhigkeit der Behaarung auf. So sind die 
Stirn, das zweite Fihlerglied, die Taster und die ganzen Beine besonders 
auffallend behaart und beborstet. — Stirn vorn etwas breiter, am 
Scheitel etwas schmaler als die doppelte Augenbreite; sie tritt ?/, des 
wagerechten Augendurchmessers vor. Gesicht zuerst fast lotrecht, 
unten dann schrag abfallend. Backen 1/, eines Auges hoch. Fiihler- 
gruben %/, des Gesichtes lang, so breit wie die Wangen. Drittes Fiihler- 
glied kurz eiformig zugespitzt, kiirzer als das zweite. Arista lang, diinn, 
wie nackt. — Thoraxriicken breiter als lang. 1+-3 Supraalare, zwei 
Dorsocentrale. Schild auBer den 4 Randborsten nur noch mit zwei 
Harchen. 


Beine und FiiBe fast zottig behaart. Alle Schenkel unten reihig 
lang beborstet. — Das basale Doppelsegment des Abdomens ist kiirzer 
als+/, desselben ; das 5. Tergit kiirzer als das dritte und vierte zusammen. 

K6rperfarbung wie bei T. passerina angegeben, nur sind die 
Schenkel gesiattigter gefarbt. — Fliigel braun, mit wenigen kleinen, 
isolierten und weit von einander entfernten hellen Punkten. Kosta, 
1. und 2. Langsader sowie die Queradern dunkel gesiumt. Radialis 
ohne Anhang. Letzter Discoidalisabschnitt wenig gebogen, diinn und 
hell; die Kosta reicht aber deutlich bis zu seiner Miindung. 

Korper und Fliigel 8 mm lang. 


11. Heft 


106 ' “Friedrich Hendel: — 


Tephritopyrgota tenuis n. sp. 
1 Q aus Stid-Afrika, Bothaville, Dr. Brauns. Meine S. 


Kleine und schlanke Art. — Stirn 1?/,mal so breit wie ein Auge, 
wie das Gesicht parallelrandig, im Profil spitzkegelig, mehr als der 
wagerechte Augendurchmesser betragt, vorspringend. Gesicht stark 
zuriickweichend. Fiihlergruben kaum 1/, des Gesichtes lang, so breit 
wie die Wangen. Backen etwa 4/, eines Auges hoch. Drittes Fiihler- 
glied so lang wie das zweite, langlich elliptisch, oben gerade, am Ende 
deutlich verjiingt. Arista so lang wie die Fiihler, diinn, nackt. 

Thoraxriicken breiter als lang. Schild +/, des Riickens lang, nackt, 
vierborstig. — Hinterleib und alles iibrige wie bei 7. passerina be- 
schrieben. 

Fliigel mit kleineren und zahlreicheren hellen Flecken, mehr wie 
bei tephritoides gezeichnet. Radialis ohne Anhang. 

Korper 6,5 mm, Fliigel 5 mm lang. 


Apyrgota Marshalli n. sp. 
1 $ aus Siid-Afrika, Nyasaland; Mt. Mlanje. 21. Nov. Ent. Res. Comm. 


Stirn am Scheitel doppelt so breit wie ein Auge, vorn viel breiter, 

fast geradlinig divergierend auf das Gesicht herablaufend. Scheitel- 
kante wulstig erhaben. Stirn ohne deutliche Borste, oben konkav und 
nur vorn behaart, im Profil fast um den doppelten horizontalen Augen- 
durchmesser vor die Augen vorstehend. Wangen daher auBerordentlich 
breit, erheblich breiter als der Klypeus, glatt. Stirnwinkel spitzig, 
Gesicht stark zuriickweichend, gerade. Backen mehr als die Halfte 
eines Auges hoch. Auge doppelt so hoch wie lang. Die zusammen- 
flieBenden Fiihlergruben sind etwas kiirzer als das Gesicht, ebenso die 
Fiithler. 2. und 3. Fiihlerglied oben gleichlang, 3. dreimal so lang wie 
in der Mitte breit, gegen die abgerundete Spitze hin verjiingt. Arista 
lang und diinn, nackt. — Riissel dick, Taster verbreitert. 
_ Thoraxriicken abgerundet viereckig, etwas langer als breit, sehr 
sparlich und zart behaart. Zwei kurze Dorsozentrale hinten. Keine 
Praescutellare und keine Praesuturale. Schild nackt, etwa 4/, des 
Riickens lang, mit 4 Borsten, die apikalen gekreuzt. Das basale Doppel- 
seginent des Hinterleibes ist schlank, mehr als doppelt so lang wie 
hinten breit und 1/, des Abdomens lang. Tergit 3 und 4 gleichlang, 
5 langer. 

Beine kraftig, sehr kurz und sparlich behaart. Alle Schenkel 
ventral an der Spitze kurz zweizeilig behaart. 


Die ganze Fliege ist lebhaft rotgelb, der Hinterleib mehr rot- 
braun. Jederseits ein mattschwarzer runder Fleck auf der Stirn oben 
am Augenrande und ein solcher hinten in der Mitte der Scheitelkante. 
Stirnstrieme matt. Die unteren Ecken der Fiihlergruben schmal 
glanzend schwarz. Unter dem Auge jederseits ein glanzend pech- 
schwarzer lotrechter Streifen auf den Backen. — Borsten und Be- 
haarung der Fliege schwarz. 


Neue Beitrige zur Kenntnis der Pyrgotinen. 107 


Kosta bis zur Discoidalis kraftig. Fliigeladerung ahnlich wie 
meine Figur 4 von Adapsilia ypsilon darstellt. . 

Radialis mit starkem Anhang. Der Endabschnitt der Cubitalis 
ist aber gleichmaBig sanft gebogen und die kleine Querader steht 
ungefahr oberhalb der Mitte der Discalzelle. — Kostal-, Subkostal- 
und Marginalzelle, sowie deren Adern gelb; sonst ist der Fliigel deut- 
lich rauchig getriibt. Dunkel geséumt sind: die Enden der Langsadern 
3—5, alle Queradern, auch die der Wurzelzellen, die Posticalis, die 
Radialisgabel und Wische in der Submarginal- und Discalzelle. Cubi- 
talis nackt. Schiippchen und Schwinger rostgelb. 


Korper und Fliige] fast 15 mm lang. 


Apyrgota pictiventris n. sp. 
1 Q aus Ceylon (leg. Green) im Brit. Museum in London. 


Stirn vorn doppelt so breit wie ein Auge, am Scheitel merklich 
verengt, so lang wie in der Mitte breit, fast eben, am Scheitel mit kaum 
erhabener Kante, in deren Mitte zwei lange und starke nach vorn ge- 
bogene und divergierende Borsten auBer den zwei langen inneren und 
den zwei kurzen 4uBeren Scheitelborsten stehen. Je eine deutliche, 
nach vorn gebogene Frontorbitalborste jederseits. Stirnbehaarung 
mittellang und schwarz, schiitter. Ein schwaches Paar Postvertikal- 
borsten. Die Stirnaugenrander biegen im Gesichte divergierend ohne 
Winkel nach auBen. Im Profile tritt die Stirne an den Fuhlerwurzeln 
fast die Halfte des lotrechten Augendurchmessers vor die Augen vor. 
Die Wangen sind so breit wie das dritte Fiihlerglied, die Backen etwas 
hoher als 1/, des Auges. Fiihler so lang wie das Gesicht. 2. und 3. Glied 
oben gleichlang; 3. Glied 21/, mal so lang wie breit, an der Wurzel wenig 
breiter, oben gerade, unten konvex, an der Spitze breit abgerundet. 
Arista lang und diinn, nackt. Taster sehr lang, vorragend, verbreitert. 


Thoraxriicken nur sparlich rauh schwarz behaart. Jederseits 
hinten drei bis vier nach vorn an GréBe abnehmende Dorsozentral- 
borsten. Schild nackt, nur mit zwei Borsten am Ende. Das 
basale Doppelsegment des Abdomens ist hinten schméaler als es lang ist 
und gegen die Wurzel hin nicht unerheblich verengt. Die noch sicht- 
baren Tergite 3 bis 6 nehmen nach hinten stark an Lange ab. Ovipositor 
3/, des Hinterleibes lang; von oben gesehen dreieckig, 1*/, mal so lang 
wie basal breit, etwas ventral eingebogen. Die Behaarung desselben 
ist rauh, der Hinterleib selbst ist grob beborstet. Alle Schenkel sind 
ventral zweizeilig gleichmaBig kraftig beborstet; die Lange dieser 
Borsten nimmt gegen die Spitze hin stark ab. Die Vorderschenkel sind 
auch posterodorsal reihig lang beborstet. 

Der ganze Korper samt Anhingen ist hellgelbrot. Oben auf der 
matten Stirn liegen an den Augenecken zwei nach vorn und innen 
gerichtete dunkelbraune Bogenflecke. Das Cerebrale hat oben einen 
schwarzen, elliptischen Querfleck und schwarze Langslinien an den 
Grenzen. An den Enden der Fiihlergruben und auf den Backen unter 
dem Auge ein glainzend schwarzer Fleck. Fiihler etwas dunkler rot, 


11. Hett 


108 Friedrich Hendel: 


namentlich die Spitze des zweiten Gliedes. — Thoraxriicken mit schwarz- 
brauner Langsfleckung; zwei kurze Mittellinien ganz vorn, die sich nur 
als hellbrauner Schein nach hinten fortsetzen. Je ein groBerer eiformiger 
Fleck seitlich vor der Quernaht und ein Maanderstreifen, der aus der 
Fortsetzung dieses Fleckes hinter der Naht, der Verbindung dieser 
beiden Striemen in der Schildchenrinne hinten und den kurzen Quer- 
striemen in den Nahtasten nach auBen gebildet wird, ebenfalls schwarz- 
braun. Die Meso- und Sternopleuren sind vorn, die Brust unten 
schwarz. Dieselbe Farbe haben das Metanotum, ein Fleck auf den 
Pteropleuren und die breiten Vorderrander der Abdominaltergite, die 
in der Mitte verschmalert sind und dort eine nach hinten gerichtete 
dreieckige Spitze zeigen. Von der rotgelben Grundfarbe sind dann 
also eigentlich nur die Hinterrénder an den Tergiten, die in der Mitte 
fast unterbrochen sind, sowie die Wurzeln des 1. und 2. Segmentes 
und die Legeréhre. 

FiiBe etwas dunkler, mehr rotbraun. — Fliigel graulich hyalin; die 
Spitze der Radialis, deren Anhang und Basisgabel braun geséumt. 
Schwinger gelb. 

Korper und Fliigel 8 mm lang. 


Apyrgota unicolor n. sp. 
1 § aus Ceylon (leg. Col. Yerburg) im Brit. Mus. London. 


Sie gleicht in den plastischen Merkmalen bis auf folgende Unter- 
schiede sonst ganz der vorigen Art. Die Stirn ist vorn etwas schmaler 
als die doppelte Augenbreite. Das dritte Fiihlerglied ist schlanker und 
an der Spitze etwas verjiingt. 

Der Ovipositor ist so lang wie der Hinterleib, gro8er und breiter, 
sparlich behaart. Wurzelwarts an seiner Miindung sieht man jederseits 
einige dicke schwarze Borsten, deren Spitzen hakenformig umgebogen 
sind. Die zweizeiligen Borsten der Schenkel sind so kurz, dass sie fast 
dornenartig aussehen. 

Der ganze Korper ist einfarbig glinzend gelbrot. Stirnstrieme 
streifenartig abgesetzt mattrot. Drittes Fiihlerglied dunkler. Untere 
Enden der Fiihlergruben mit kleinem schwarzlichen Flecke. Backen 
und Hinterkopf ungefleckt, desgleichen der Thoraxriicken. — An den 
Beinen sind die Fie rotbraun. 

Am Fliigel ist das Ende der Radialis mit dem Aderanhang nicht 
braun geséumt. 

Korper samt Ovipositor und Fligel 8 mm lang. 


Apyrgota pubiseta n. sp. 


1 2 von unbekannter Lokalitaét, sicher aber aus der indischen Region im 
Brit. Mus, London. 


Stirn oben und vorn gleichbreit, >/; eines Auges breit; Augenrander 
konkav, unter den Fiihlern sich etwas nahernd und dann bogig nach 
auBen laufend, einen abgerundeten Winkel bildend. Die Stirn ist der 
ganzen Linge und Breite nach konkav, am Scheitelrande aufgeworfen, 


Neue Beitrige zur Kenntnis der Pyrgotinen, 109 


fast nackt. Kopfborsten lang. aber diinn: Ein Paar nach auBen di- 
vergierende Postvertikale, etwas langere, gegenemander gebogene 
innere, dann 4uBere Vertikalborsten und je eine nach vorn und innen 
gebogene Frontorbitalborste. Im Profil steht die Stirn an den Fihler- 
wurzeln spitzwinklig etwa 1/; des wagerechten Augendurchmessers vor 
die Augen vor. Die Wangen sind in der Mitte kaum so breit wie das 
dritte Fiihlerglied. Die Backen sind 1/; eines Auges hoch. Fiihler sehr 
lang, so lang wie das Gesicht. Erstes Glied 1/, des zweiten, dieses 4/3 
des dritten lang; alles oben gemessen, denn am Unterrande ist das 
dritte Glied langer als das zweite. Drittes Glied etwa dreimal so lang 
wie breit, abgerundet rechteckig, an der Wurzel kaum breiter. Arista 
langer als das dritte Fiihlerglied, dicht kurz und mehr anliegend be- 
haart. Taster von normaler Lange, etwas. verbreitert. 

Thoraxriicken lang dicht und rauh behaart. Hinten nur ein 
Dorsozentralborstenpaar. Schild auBer den vier langen Randborsten 
noch mit eimigen langeren Haaren auf der Oberseite. Das basale 
Doppelsegment des Hinterleibes ist etwa 1°/, mal so lang wie die 
noch folgenden Tergite 3—6 zusammen, die stark nach hinten an 
GroBe abnehmen. 


Ks ist gegen die Wurzel hin stark verengt, so lang wie hinten 
breit und so lang, wie der, von oben besehen, dreieckige Ovipositor. 
Dieser ist 1*/, mal so lang wie breit, dick und ventral nur schwach 
elngebogen. 

Alle Schenkel ventral lang und dicht rauh behaart oder fast be- 
borstet, an der Spitze kurz und zweizeilig geordnet. Die Hinterschenkel 
tragen dorsal in der Mitte ein Biischel langerer Borsten. 

Hinterkopf, die Fiihler, die Backengruben unter dem Auge, ein 
groBes Scheiteldreieck, das mit der Spitze fast bis zur Stirnmitte vor- 
reicht, die Stirnseiten, nach vorn breiter werdend ein Fleck vorn an 
der Stirn pechbraun. Die 4uBersten Stirnaugenrander und der Rest der 
Stirn, sowie das Gesicht gelbrot. Der Mundrand und die Fiihlerrinnen 
glanzend schwarz. Die Mitte der gemeinsamen Grube ist aber gelb. 
Taster rot. 


Thorax und Schild dunkel rotbraun. Riickenmitte pechbraun, 
Seiten und Schultern heller. Hinterleib pechbraun, an der Wurzel 
und der Spitze des Ovipositors heller, rotbraun. Beine rotbraun, 
Schenkel pechbraun. Alle Haare und Borsten des ganzen 
sind rot. 


Am Fligel sind alle Langs- und Queradern hell rotbraun ge- 
saumt, an der Wurzel und am Vorderrande breiter, so da’ dort die 
Saume zusammenflieBen und der Fliigel von der Kosta bis zur Discoidalis 
herab rotbraun gefarbt erscheint. Die zwei Wurzelzellen sind in der 
Mitte glashell. Der Zipfel der Analzelle wird aber von einem breiten 
Fleck eingeschlossen. Langskerne in der Submarginal- und ersten 
Hinterrandzelle, sowie deren Spitzen, namentlich die der letzteren 
hyalin, graulich. Radialis mit kurzem Aderanhang. Erste Hinterrand- 
zelle an der Miindung weit offen. Kleine Querader von der hinteren 


-110 Friedrich Hendel: 


weiter entfernt, aber jenseits der Mitte der Discalzelle. Cubitalis sehr 
wenig gebogen. Schwinger gelb. 
Fliigel 12 mm, Kérper etwa 13 mm lang. 


Leptopyrgota n. gen. 


Eine abweichende, sehr interessante Form, von der mir leider nur 
ein nicht gut erhaltenes 2 vorliegt. 

Die Augenriinder haben am Scheitel und am Gesicht gleichen 
Abstand von Augenbreite, wahrend sie sich seitlich der Fiihlerwurzeln 
deutlich ausbauchen. Die Stirn ist relativ kurz, konkav, die Scheitel- 
kante ragt empor. Von Kopfborsten sehe ich nur eine schwache, nach 
innen geneigte Vertikale. Strieme wie nackt. Im Profil steht die Stirn 
spitzig, aber nur sehr wenig, die linearen Wangen gar nicht vor die 
Augen vor; Gesicht vollig gerade, etwas zuriickweichend. Backen 1/, 
eines Auges hoch. Beide Fiihlergruben bilden eine gemein- 
same, fast die ganze Gesichtsbreite einnehmende Kon- 
kavitaét ohne Langsleiste, von der Lange des ganzen Gesichtes. 
Fiihler so lang wie das Gesicht. Erstes und zweites Glied diinn; erstes 
fast die Halfte des zweiten lang, dieses oben gemessen merklich langer 
als das viel breitere dritte. Letzteres parallelrandig, zweimal so lang 
wie breit, vorn stumpf abgerundet. Arista? 

Mundéffnung, Riissel und Taster relativ klem. Letztere etwas 
verbreitert. . 

Thorax fast nackt, sehr kurz und zerstreut behaart und sehr sparlich 
und schwach beborstet. Von Borsten sehe ich nur eine Supraalare 
und eine Pteropleurale. 

Hinterleib lang und schlank. Basales Doppelsegment stielartig 
diinn, mehr als doppelt so lang als die folgenden Tergite 3 bis 6 zusammen- 
genommen. Diese nehmen nach hinten zu an Lange ab, an Breite zu. 
Ovipositor ungefahr so lang wie der ganze Hinterleib, leider verquetscht. 

Beine borstenlos, sehr lang und diinn; besonders verlangert sind 
die zwei hinteren Paare, an denen Schenkel und Schienen an der 
Wurzel diinn, am Ende etwas keulig verdickt sind. 

Am charakteristischsten ist der Fliigel gestaltet. Alula rudi- 
mentaér, Schulterlappen schmal. Die Radialis ist die langste 
Ader. Sie lauft zunachst knapp unterhalb der Kosta und parallel 
mit ihr, um sich dann jenseits der hinteren Querader plotzlich in einer 
flachen Welle herabzubiegen und der Cubitalis sich zu néihern. Nur 
die Subkosta beborstet. Die Kosta endet an der Discoidalismindung. 
- Die Querader der Analzelle ist S-f6rmig gebogen und der untere Zipfel 
dieser Zelle ist sehr kurz und klein. 


Typische Art: 


Leptopyrgota amplipennis n. sp. (Fig. 11). 
1 Q aus Bolivien, Yungas de la Paz, 1000 m, im Brit. Mus. London. 


Kopf und Thorax samt Schild rotgelb, Hinterleib und Beine 
gelbrot. Stirn glanzend, in dem vertieften Teile, den oberen zwei 


Neue Beitrige zur Kenntnis der Pyrgotinen. > 1 


Dritteln pechschwarz. Fiihler rotbraun. Unter dem Auge auf den 
Backen ein brauner Fleck. Riissel und Taster gelb. 


Thoraxriicken zart ockrig bereift, mit folgender dunkelbrauner 
Zeichnung. Vor der Quernaht in der Mitte ganz vorn eine trapez- 
formige Langsbinde, die mit der ausgewischten Spitze nach hinten 
zeigt. Seitlich beriihren sie zwei grosse eif6rmige Flecke, in deren Ver- 
langerung hinter der Naht zwei sich nach hinten verjiingende Lings- 
striemen verlaufen. Eine Querbinde vor dem Schilde in der Rinne. 
Auch die Schildchenseiten, das Metanotum, ein Fleck vor dem Pro- 
thorakalstigma, eine lotrechte Querlinie der Meso- und Sternopleuren 
und ein rundlicher Fleck auf den Pteropleuren sind dunkelbraun. 

Hinterleib teilweise verdunkelt. 


Fliigel graulich hyalin, an der Wurzel und am Vorderrande gelb, 
Adern gelbrot; ebenso Schiippchen und Schwinger.  Apikalfleck 


schwarzbraun. 
Fliigel 13 mm, K6rper samt Ovipositor ungefahr gleichlang. 


Acropyrgota n. gen. 


Diese Gattung steht Tovura Macquart am nachsten, hat wie diese 
allein ein spitziges drittes Fiithlerglied, aber keine Ozellen. 
Der ganze Kérper ist gedrungen, plump, der Hinterleib breit 
ansitzend, nicht gestielt, der Kopf fast kugelig rund, auf- 
geblasen. . 

Die meisten plastischen Merkmale der [ype sind folgende. Stirn 
vorn dreimal so breit wie ein Auge, am Scheitel etwas verengt und vor 
demselben mit einer kleinen und seichten Mulde. Augenrander von vorn 
gesehen unten divergierend, ohne Winkel. Scheitel abgerundet, all- 
mahlich in den gleich von oben an konvexen, blasigen 
Hinterkopf tibergehend. Die Stirn steht im Profil den wagerechten 
Augendurchmesser vor die Augen vor, keineswegs aber kegelig spitz, 
sondern mit dem ganzen Gesichte stumpf und massig, ebenfalls wie 
blasig vorgetrieben. Der Klypeus ist schmiler als eine der breiten 
Wangen, die etwa schmialer als die Augenliénge sind. Backen 2/3 eines 
Auges hoch. Die Augen selbst sind elliptisch. Die Fiihlergruben sind 
nur die Halfte des Gesichtes lang, durch einen hohen Kiel getrennt, 
der im Profile oberhalb der Gesichtsmitte einen konvexen Vorsprung 
bildet. Klypeus darunter quergerunzelt, am schwach ausgeschnittenen 
Mundrande etwas aufgeworfen. Praelabrum von geringer GrdéBe, 
wenig sichtbar. Fiihler deutlich kiirzer als das halbe Gesicht, zweites 
und drittes Glied von gleicher Lange; zweites Glied so lang wie am 
distalen Ende breit; drittes Glied dreieckig, wenig linger als basal 
breit, oben gerade, unten konvex, vorn scharf zugespitzt. Arista medial, 
nackt, lang, gegen die Wurzel hin etwas verdickt. Taster von normaler 
Lange, verbreitert. Stirn sehr kurz und sehr zerstreut und sparlich 
behaart. Borsten von mittlerer Starke. Jederseits eine nach auSen 
und hinten gebogene Frontorbitale. “Ein Paar langere und gekreuzte 


11. Heft 


112 Friedrich Hendel: 


innere und ein Paar kleinere 4uBere Vertikalborsten. Postvertikale 
klein, nach vorn geneigt und divergierend. 

Thoraxriicken ziemlich lang und rauh behaart; nur ein Paar 
Dorsozentralborsten. Schild oben sparlich behaart, am Rande mit 
sechs Borsten. Hinterleib ungefahr so lang wie der Thorax. Das basale 
Doppelsegment ist nur 1/, des Abdomens lang, hinten erheblich breiter 
als lang, basal etwas verengt. Das vierte Tergit ist etwas kiirzer als 
das dritte oder fiinfte. 

Fliigeladerung nach der Abbildung. Cubitalis nackt. Borsten- 
reihen finden sich an den Vorderschenkeln postero-ventral und -dorsal, 
stairker an den Hinterschenkeln anteroventral. Beine von proportionaler 
Lange und Starke. 

Typische Art: 


Acropyrgota flavescens n. sp. 
(Fig. 12). 


Das ganze Tier ist von ziemlich gleichmaBig 
hell rostgelber Farbe. Am hellsten ist die 
wachsglanzende Stirn und das Gesicht. Der 
iibrige Korper ist glanzend und unbereift. 
Fliigel hyalin mit gelben Adern. Arista und 
Schwinger gelb. Behaarung und Beborstung 
iiberall schwarz. Schiippchen weiSlich. 

Korper 12 mm, Fligel 9,5 mm lang. 





Tabelle der Toxura- und Epicerella- Arten. 


Fliigel dunkelbraun mit zahlreichen weiSen Punkten. 
Epicerella Macqu. 1 
— Fiilgel hyalin oder mit breiten braunen Querbinden 
Toxura Macqu. 2. 
1. GroBe Art, 19 mm, Schild mit 10—12 langen Randborsten. 
E. punctulata n. sp. 
Kleinere Art, 10—11 mm. Schild mit vier Randborsten 
E. miliacea n. sp. 


2. Fliigel ungefleckt, gleichmaig hyalin 3. 
— Fliigel mit breiten braunen Halbbinden 4, 
3. Backen breiter als ein Auge T. microps n. sp. 
— Backen etwas niedriger als 1/, Auge T. longipalpis Hend. 
4. Stirne 41/, eines Auges breit T. angustifrons n. sp. 
— Stirn breiter als ein Auge T. variegata Hend. 


Epicerella miliacea n. sp. (Fig. 13). 
7 $Q aus Queensland, Townsville und Burpengary (leg. Dodd u. Bancroft) 
im Brit. Mus. London. 
Stirn vorn 1*/,mal, am Scheitel so breit wie ein Auge. Die Augen- 
rinder bilden unten im Gesicht einen abgerundeten u. sehr stumpfen 


Neue Beitriige zur Kenntnis der Pyrgotinen. 113 


Winkel. Die Scheitelkante ragt nicht wulstig empor, tragt in der Mitte 
ein kleines Dreieck und auf demselben zwei bis drei deutliche 
Ozellen. Stirn oben eben, nicht konkav. Jederseits eine kleinere, 
nach aufen gebogene Frontorbital- und auBere Vertikalborste und 
eine lange und starke aufrechte innere Scheitelborste. Postvertikalpaar 
schwacher, aber sehr deutlich. Stirnbehaarung kurz und wenig auf- 
fallend. Im Profil steht die Stirn an den Fiihlerwurzeln fast die Halfte 
des wagerechten Augendurchmessers vor die Augen vor, die Wange 
etwas weniger. Das Klypeusprofil ist von den Fiihlerwurzeln bis zum 
unteren Ende des Gesichtskieles, das buckelig vorspringt, konkav. 
Die untere Halfte des Gesichtes fallt von hier bis zum Mundrand nach 
hinten ab. Backen 7/,, eines Auges hoch. Peristomalien hoch und 
schief aufsteigend. Die Fiihlergruben sind etwa die Halfte des Gesichtes 
lang, parallel und zusammen wenig breiter als eine Wange. Fiihler 
etwas kiirzer als das halbe Gesicht; drittes Glied so lang wie das zweite, 
dreieckig zugespitzt, unten konvex. Arista medial, kaum so lang wie 
die Fiihler, etwas spindelig verdickt, an der diinneren Endhalfte sehr 
kurz und dicht pubeszent. Taster von mittlerer GroBe, etwas ver- 
breitert. Augen 3/; so lang wie hoch; sonst doppelt so hoch wie 
lang oder noch héher. Taster der § kiirzer und dinner als be*m 9. 

Thorax oben kurz behaart; Schild nackt, vierborstig, manchmal 
dazwischen jederseits eine schwachere Borste, dann sechsborstig. 
Hinterleib beim 2 wie bei millepunctata beschrieben. Ovipositor aber 
kiirzer, nur etwas langer als vorn breit. Beim ¢ ist das letztsichtbare 
5. Tergit etwas linger als das 3. oder 4. allein. 

Kopf heller und dunkler gefiarbt. Bei zwei Stiicken ockergelb mit 
leuchtenderer matter Stirn. Auf dieser zwei schmal getrennte, durch- 
gehende Parallellangsstreifen, die oben schwarzbraun, unten rot sind. 
Die Wangen zwischen Fiithler und Auge, sowie die Backengruben vorn 
und hinten mit dunkelbraunem Schillerfleck. Der obere Hinterkopf 
ist seitlich vom Cerebrale, dieses in der Mitte in zwei breiten Langs- 
streifen schwarzbraun. Fiihler rotbraun, Fihlergruben dunkelbraun, 
Taster rot. Bei anderen Stiicken sind die Stirnstriemen ganz schwarz- 
braun, die Kopffarbung wird allmahlich dunkler, bis bei den dunkelsten 
Formen Stirn und dasGesicht ganz schwarz erscheinen. Auch die Fiihler, 
weniger die Taster und der untere Hinterkopf nehmen an der Ver- 
dunkelung teil. 


Thorax heller oder dunkler rétlich braun, oben schwach glanzend 
und mit vier dunkleren Liangsstriemen, die schmal durch heller bereifte 
Linien getrennt werden. Die zwei mittleren flieBen vor und auf dem 
Schilde in eine Flache zusammen. Metanotum und Brust heller gefarbt. 
Behaarung des ganzen Korpers schwarz. 5; 


Hinterleib dunkel rotbraun bis pechbraun, bei einem ¢ viel heller 
gefarbt. 


Hiiften und Beine hell rotbraun; Schenkel gegen die Spitze hin 
und Schienen von der Wurzel her verdunkelt. Beim 9 sind alle Schenkel 
ventral lang, kraftig und dicht beborstet; die Vorder- und Hinter- 

Archiv fiir coe 8 en 


114 Friedrich Hendel: 


schenkel auch auf der Oberseite, letztere aber nur vor der Spitze. 
Die Beborstung der dunkleren Stiicke ist kraftiger als die der helleren. 
Fliigel nach Figur 13 auf dunklem, braunem Grunde heller punktiert 
Diese hellen Punkte sind aber nicht wei8, sondern nur hell gelblichbraun. 
Adern rotbraun. Radialis mit Anhang. Schwinger hellgelb. 
Korper und Fliigel 10—11 mm lang. 


Epicerella punctulata n. sp. (Fig. 14). 
1 Q aus W.-Australien (leg. G. Clifton) im Brit. Mus. London, 
Stirn vorn 1*/,mal so breit wie ein Auge, am Scheitel etwas ver- 


engt. Augenrander im Gesicht keinen Winkel bildend, gerade. Scheitel- 
kante wulstig vortretend, mit emem Postvertikalborstenpaar, emem 
diuBeren und einem langen und starken inneren Scheitelborstenpaar 
versehen. Jederseits auch eine sehr deutliche, nach hinten und auBen 
gebogene obere Frontorbitalborste vorhanden. Sonst ist die Stirn- 
behaarung kurz und mehr anliegend. Stirn schwach konkav, im Profil 
3/; des wagerechten Augendurchmessers vor die Augen vortretend, 
aber mit einer umso auffalligeren Spitze, als sowohl die Stirn, als auch 
der Klypeus eine relativ stark konkave Linie bilden. Der Gesichts- 
kiel bildet am unteren Ende der Fihlergruben im Profil einen iiber 
den Mundrand hinaus vortretenden Buckel, der im unteren Drittel des 
Gesichtes liegt. Die Fiihlergruben nehmen also nur die zwei oberen 
Drittel ein, sind parallelrandig und breiter als eine Wange. Diese ist 
etwa +/, des wagerechten, die Backe fast die Halfte des lotrechten Augen- 
durchmessers breit. Das dritte Fiihlerglied ist kaum langer als das 2., 
oben nach dem geraden Wurzeldrittel, an dem die Arista steht, konkav, 
unten konvex, am Ende mit scharfer Spitze. Arista gegen die Wurzel 
hin spindelig verdickt, etwas langer als die Filer, auBerst kurz 
pubesziert, Taster lang und breit. 

Thoraxriicken lang, dicht und fein behaart, Schild nackt, jederseits 
am Rande mit 5 bis 6 langen und starken Borsten besetzt. 

Das basale Doppelsegment des Hinterleibes ist hinten breiter als 
lang, verschmilert sich nur allmahlich und wenig gegen die Wurzel 
hin und ist so lang wie die folgenden noch sichtbaren vier Segmente 
zusammen genommen, Behaarung kurz, nur seitlich am Hinterrande 
einige Borsten. Linger und viel dichter ist der Ovipositor behaart, 
der deutlich kiirzer als der Hinterleib und von oben betrachtet hinter 
der Basis nicht zusammengeschniirt ist. Sein Ende ist sanft ventral 
umgebogen; er ist fast doppelt so lang wie an der Basis breit. 


Kopf rotbraun. Scheitelwulst, ein nach unten offener hufeisen- 
formiger Fleck am Cerebrale, seitlich von diesem je ein groBerer Fleck 
am hinteren Augenrande, die Fihlergruben und der Mundrand schwarz- 
braun. Stirn matt gelbrot, mit zwei parallelen durchgehenden rotbraunen 
Langsstreifen in der Mitte, mit denen sich oben vor der Orbitalborste 
jederseits eine gleichartige schiefe Seitenstrieme vereinigt, die unten 
fleckenartig auf den Wangen endet. Der schmale Augenrand und die 
Zwischenraume zwischen den Striemen schimmern goldgelb. Fiihler 


Neue Beitrige zur Kenntnis der Pyrgotinen. 115 


dunkelbraun, das dritte Glied schwarzbraun. ‘Taster rotbraun mit 
dunkler Spitze. 


K6rperbehaarung schwarz. Thorax rotbraun; Riicken mit zwei 
durch einen schmalen Zwischenraum getrennten durchgehenden, 
vor dem Schilde verbreiterten und auf diesem sich vereinigenden 
schwarzbraunen Langsstriemen. Schméalere Seitenstriemen nur hinter 


dem Schilde deutlich. 


Hinterleib und Ovipositor schwarzbraun. Beine lang und kraftig, 
dunkel rotbraun. Schenkel ventral, die vorderen und hinteren auch 
dorsal mittelstark beborstet. Hinterschienen an der Basis plotzlich 
verjiingt, gerade. 


Fliigel (Figur 14) rauchbraun!) mit zahlreichen helleren Punkten 
besetzt. Radialis mit kurzem Anhang, an der Miindung der Cubitalis 
genahert. Discoidalis vor der kleineren Querader stark bauchig 
eingedriickt. Fliigelwurzel gelb. Schwinger rotgelb. 


K6rper mit Ovipositor 19 mm, Fliigel 17 mm lang. 


Toxura microps n. sp. (Fig. 15). 


2 § aus Australien, Sydney und Moreton Bay (leg. Damel) im Brit. 
Mus. London. 


Kopf und Thorax samt Schild feurig glanzend gelbrot, Hinterleib 
glanzend schwarz. Augen klein, lotrecht oval. Die Stirn ist fast doppelt 
so breit wie ein Auge und steht im Profil um Augenlange vor die Augen 
vor. Die Strieme ist beinahe matt und zeigt 
in der Langsmitte vor dem schwarzen Ozellen- 
hécker einen braunen kurzen Wisch. Behaarung 
derselben kurz und sparlich; Beborstung: 
zwei Frontorbitale eng beisammen, ein rudi- 
mentares Ozellarpaar, ein langes inneres und 
ein kurzes 4uBeres Vertikalpaar. Fiihler deut- 
lich kiirzer als das halbe Gesicht, an der Basis 
rot, drittes Glied dunkel rotbraun, oben gerade, 
vorn mit scharfer Spitze, fast zweimal so lang 
wie das zweite. Arista zweigliedrig, nur so lang 
wie die Fiihler, zweites Glied an der Wurzel ASe 
verdickt, sonst kurz pubesziert. Fihlergruben 
die Halfte des Gesichtes lang, durch einen scharfen, niedrigen Kiel 
getrennt. Gesichtsprofil fast gerade, unter den Gruben bis zum 
Mundrand nur wenig abschiissig. Taster von normaler Linge, ver- 
breitert, gelb, am Ende breit rotbraun. 

Brustseite und Metanotum des Thorax schwarz. Der Riicken und 
beim 2 auch die Oberseite des Abdomens sind auffallig lang und 
rauh schwarz behaart. Schild am Rande nur mit vier Borsten. 
Die iibrige Beborstung wie bei den anderen Arten. 











1) Aber heller als in der Figur zum Ausdruck kommt! 


8* 11. Heft 


116 Friedrich Hendel: 


Beim ¢ ist das 5. Tergit verlangert; beim 9 sieht man die Tergite 
3—6 von fast gleicher Lange. Der Ovipositor ist stark ventral. ein- 
gebogen, ungefahr so lang wie basal breit, wichst ganz allmahlich aus 
dem Hinterleib heraus und verjiingt sich gleichmassig. Wie bei T. an- 
gustifrons ist auch hier die Spitze mit der Offnung seitlich 
nach links herausgedreht. 


Hiiften und Beine pechbraun, Knie und Fiife rotbraun. 


Fliigel schwach graulich hyalin, Subkostalzelle und Wurzel gelblich, 
Adern meist gelb. Die Subkosta miindet der klemen Querader gegen- 
uber, diese steht itiber oder fast tiber dem letzten Drittel der Discal- 
zelle. Der letzte Abschnitt der Cubitalis ist wenig gebogen und miindet 
etwas oberhalb der Fliigelspitze. Schwinger gelbrot. 


Korper und Fligel 5 mm lang. 


Toxura angustifrons n. sp. 


2 2 aus S. Queensland, Burpengary (leg. Dr. Bancroft) im Brit. Museum 
London. 


Stirn und Cerebrale gelb; erstere matt, nach vorn hin dunkler, 
mehr rot, ganz vorn rotbraun. Stirnaugenrander schmal weil- 
schimmernd. Gesicht, Taster, Riissel und Hinterkopf rotgelb, am hellsten 
das Epistom. Backengruben etwas verdunkelt. Jederseits des Cerebrales 
ein brauner Fleck. Fiihler schwarz; erstes Glied und die Gruben rot- 
braun. Die Fiihler sind kiirzer als die Halfte des Gesichtes. Das dritte 
Glied ist so lang wie das zweite und etwas langer als breit, oben nicht 
konkav, unten konvex, vorn mit deutlicher Spitze. Arista im Wurzel- 
drittel, nackt, lang und diinn. Die Fiihlergruben sind die Halfte des 
Gesichtes lang, durch einen scharfen Langskiel von einander getrennt. 
Unterhalb derselben tritt das Gesicht im Profil konkav vor und {allt 
dann bis zum Mundrande nach hinten ab. Die Stirn ist nur die 
Halfte eines Auges breit, parallelrandig, aber am Scheitel etwas 
breiter. Backen 4/,; eines Auges hoch. Kopfborsten: Je eine Front- 
obitale, ein Paar sehr kleine Ozellare und zwei Paar Scheitelborsten. 
Taster ziemlich lang, verbreitert. 

Thorax und Schild glanzend gelb. Riicken etwas ockerig bereift 
und mit zwei vollstandigen inneren und zwei breiteren, an der Naht 
unterbrochenen 4uBeren Langsbinden von rotbrauner Farbe, die wenig 
von dem Gelb freilassen. Oberseite des Schildes gleichfalls rotbraun; 
desgleichen heller rot die Pleuren unten und vorn am Thorax, sowie 
das Metanotum. Thorakalbeborstung wie bei den anderen Arten. 

Hiiften und Schenkel gelbrot; letztere in der Spitzenhalfte ver- 
waschen begrenzt rotbraun. 

Hinterleib dunkelbraun, an der Wurzel und an den Hinterrandern 
der Tergite rot. Ovipositor glanzend schwarz, an der Spitze rotbraun, 
fast so lang wie der Hinterleib, von oben besehen allmahlich sich ver- 
jiingend, also dreieckig, nicht ganz zweimal so lang wie basal breit, 
schwach ventral eingebogen, sehr zart und auBerst kurz. behaart, 


Neue Beitrage zur Kenntnis der Pyrgotinen. 


117 


wahrend die Randborsten der Tergite ziemlich kraftig sind. Die Tergite 
3 bis 5 sind ungefahr gleichlang, das 6. viel kiirzer. 

Fligel wie bei Tox. variegata Hend., Gen. Pyrgot. Taf. 1, Fig. 22. 
Jedoch liegt in der Mitte des ersten braunen Querfleckes ein runder 
glasheller Fleck am 1. Cubitalabschnitt und sieht man in der ersten 
Hinterrandzelle zwei hellere Langsflecke unten an der Cubitalis und 
ein bis zwei solche noch an der Miindung der Zelle. AuBerdem erscheint 
aber auch die zweite und dritte Hinterrandzelle sehr verwaschen heller 
und dunkler grob gefleckt. Schiippchen und Schwinger gelb. 

Korper samt Ovipositor 10 mm, Fliigel 8,5 mm lang. 


WI 


eee 


Abbildungen. 


Adapsilia fusca n. sp. Filiigel. 
us luteola Coqu. Kopf. 
5 * ti Fliigel. 

a ypsilon n. sp. Fliigel. 


Campylocera nigriventris n. sp. 
Fliigel. 
n oculata n.sp. Kopf. 


Hypotyphla caudata n.sp. Fliigel. 
Tephritopyrgota tipuloides n. sp. 
Fliigel. 


9. 
10. 
11. 
12. 
13. 


14, 
15. 


Tephritopyrgota tipuloides n. sp. 
Kopf. 

Tephritopyrgota tephritoides n. sp. 
Fliigel. 

Leptopyrgota amplipennis n. sp. 
Fligel. 

Acrometopa flavescens n. sp. Kopf. 

Epicerella miliacea n. sp. Fliigel. 

re punctulata n. sp. Fliigel. 
Toxura microps n. sp. Kopf. 


Die Abbildungen von den Fliigeln siehe Taf. I. 


Erster Versuch einer Einteilung 
der exotischen Aphodien in Subgenera und 
als Anhang einige Neubeschreibungen.’) 
Von 
Adolf Schmidt, Berlin. 





I. Aphodien mit sehr langem Schildchen, 


welches ein Drittel bis ein Fiinftel der Fliigeldeckenlange einnimmt. 


1) Hine tabellarische Unterscheidung der Subgenera erfolgt in meiner 
Arbeit im ,,Tierreich“. 


11. Heft 


118 Adolf Schmidt: 


1. Subgenus Megatelus Reitter. 


Verh. Ver. Briinn XXX 1892 p. 172. 

Kleine, schwarze Arten, mit gelblichen Fliigeldecken; diese sind 
nur so lang als das Halsschild und haben eine schwarze Makel von ver- 
schiedener Ausdehnung. 


Arten: 


1. contractus Klug, Symb. Phys. V 1845t. 42 £3 Nordostafrika, Syrien 
2. scolytoides H. Lucas, Explor. Algier, Zool. II 

1846 p. 259 Algier 
3. Doriae Harold, Col. Hefte VIII 1871 p. 18 Abessinien 
4. brahminus Harold, Col. Hefte XVI 1879 p. 227. Birma 

scolytiformis Reitter, Verh. Ver. Brinn 
XXX 1892 p. 179. S 

5. bostrichoides Harold, Ann. Soc. ent. Fr. (3) VIII 


1860 p. 615 Nordindien 
6. dimidiatus Roth, Arch. Naturgesch. XVII 1 Tigré, Abessinien, 
1851 p. 133 Senegal 


2. Subgen. Colobopterus Mulsant. 


Hist. nat. Col. Fr. Lamell. 1842 p. 165. 

GroBe und mittelgroBe Arten mit tieferliegendem Schildchen, 
Kopf nur mit Mitteltuberkel, Fliigeldecken auf dem Riicken abgeflacht, 
an der Spitze mehr oder weniger deutlich abgestutzt. 


Arten: 


1. scrutator Herbst, Natursyst. Ins. II 1789 Mittel- u. Siideuropa 
p. 161. Azoren, Kaukasus 
var. aequinoctialis Harold, Berliner ent. Zeitschr. V 1861 p. 98. 
,, submaculatus Mulsant, Hist. Nat. Col. Fr. Lamell 1842 p. 169. 
5, migricollis Mulsant, Hist. Nat. Col. Fr. Lamell 1842 p. 169. 
», brunnipes Mulsant, Hist. Nat. Col. Fr. Lamell. 1842 p. 169. 
,, latemarginatus DallaTorre, Ber. Ver. Nat. Oberdsterreichs 
X 1879 p. 106. 
»» angustemarginatus DallaTorre, Ber. Ver. Nat. Oberdster- 
reichs X 1879 p. 106. 
2. subterraneus Linné, Syst. Nat. ed. X 1 
1758 p. 348. Europa, Asien 
var. coerulescens Harold, Berlin. ent. Zeitschr. V 1861 p. 103. 
,, fuscipennis Mulsant, Hist. Nat. Col. Fr. Lamell. 1842 p. 171. 
3. antiquus Faldermann, Mém. prés. Ac. Pétr. Sibirien. 
II 1835 p. 367. 
4. maculicollis Reiche, Voy. Ferr. et Galin. ITI Kiistenlander Afrikas. 
1847 p. 341. 
5. indagator Mannerheim, Bull. Soc. Moscou  Sibirien. 
XXII 1 1849 p. 233. 
apicalis Harold, Berlin. ent. Zeitschr. V Japan, China, Korea, 
1861 p. 93 u. 96. Ostsibirien. 


Archiv fiir Naturgeschichte, 79 Jahrg. 1913, Abt. A. Hendel 





Hendel phot. 


Hendel: Neue Beitrige zur Kenntnis der Pyrgotinen. 








Krolls Buchdruckerei, Berlin, 


Sebastianstrasse 76, 





217 


Neues iiber afrikanische Chrysomyza-Arten. 
Von Friedrich Hendel, Wien. 


1. Chrysomyza sericea n. sp. 

1 dG aus Abyssinia, Dire-Dana, November, leg. Kovacs, im 
Ungar. Nat.-Museum. 

Stirne nur wenig breiter als ein Auge, in der Mitte des Augen- 
randes mit weifviem, halbkreisférmigem Fleckchen, am Vorderrande 
wie auch die Lunula glinzend pechschwarz, dartiber mit einem 
eroben samtig matten, violettschwarzen Fleck, der sich nach oben 
verliert, nach vorne mit einer Spitze in der Mitte vordringt. Vor 
den Ozellen ist die Stirne violett-purpurn, seitlich davon griinblau, 
iiberall, wie auch auf dem Thoraxriicken und den oberen Pleuren 
nur mit schénem und lebhaftem seidenartig matten Schimmer, ohne 
Polierglanz wie auf den unteren Pleuren und dem Hinterleibe. 

Hinterkopf samt Cerebrale metallisch schwarz, Gesicht am 
Mundrande erztarbig, zum gréfiten Teile dicht weiflich bestaubt. 
Die Grenze ist aber nicht geradlinig, sondern dreilappig. Fiihler rot, 
das 3. Glied rotbraun, schlanker, 2 mal so lang wie breit. Arista 
an der Wurzel rot. ‘Taster schwarzbraun. Stirne oben glatt, ohne 
die Spur der gewohnlichen 4 Lingswiilste. 

Thorax smaragdgriin, mit tiefblauem Schimmer und auf dem 
Riicken mit purpurnen Liingsstriemen, deren Verlauf das grofe 
Nadelloch verbirgt. Schild schwarzlich, oben gewélbt. Hinterleib 
schwarzeriin. 

Hiiften und Beine metallisch schwarz. Vorderfiifie ganz schwarz, 
die 4 hinteren gelbrot. 

Der Fliigel ist wie bei Chrys. demandata F. geadert, weicht 
aber dadurch von allen bekannten Arten ab, dali der Kostalrand 
von der Miindung der 2. Liingsader bis zur Fliigelspitze deutlich 
braun gesiumt ist. Schwinger und Schiippchen gelblichweil}. Korper 
5 mm, Fliigel 4 mm lang. 


2. Chrysomyza demandata Fab. 
5 3S Q aus Aden haben auch die Scheitelplatten rot. 


3. Chrysomyza smaragdina Loew. 
2 S Q aus Abyssinia, Val Djerrer, November, leg. Kovacs 
im Ungar. Nat.-Museum. 


Wiener Entomologische Zeitung, XXXII. Jahrg., Heft VII, VIII u. IX (15, Juli 1913). 


918 Friedrich Hendel: Neues iiber afrikanische Chrysomyza-Arten. 


4. Chrysomyza obscura, n. sp. 


oS Q aus Mozambique. Samml. Mus. in Cambridge. 

Dunklen Exemplaren der Chr. demandata F. abnlich. Der 
Thoraxriicken ist aber ungefaéhr von der Quernaht nach riickwirts 
samt dem Schilde véllig matt-schwarz und zeigt von hinten besehen 
5 noch dunklere Lingsstriemen: die mittlere linienartig, die 2 
seitlichen breiter und hinten + abgekiirzt. Auch die Mitte der 
Mesopleuren ist matt. Schulterbeulen und Notopleuralnaht glanzen. 
Pleuren blauschwarz, Hinterleib und Kopf glinzend schwarzblau. 
Kopf an den Fiihlern teilweise, an Wangen und Backen deutlich 
rotbraun. Der Gesichtsriicken ist im Profile nicht winklig gebrochen 
und oben unter den Fiihlern auch nicht zusammenhingend mit den 
Fiihlergruben weil bestiubt, sondern dort nur mit einem kleinen, 
diinnen, mit der Spitze nach oben gerichteten V versehen. 

Hiiften, Schenkel und die ganzen Vorderbeine, mit Ausnahme 
des weifien Metatarsus derselben, schwarz. Die 4 hinteren Schienen 
rotbraun, mit schwirzlichen Spitzen. Hinterfiifie gelb, Enden ge- 
schwarzt. 

Letzter Abschnitt der Cubitalis ganz gerade. Alles tibrige wie 
bei Chr. demandata F. Kéorper 5 mm, Fltigel 4 mm lang. 


5. Chrysomyza aenea Fab. 
Ich sah Stiicke dieser Art aus Siid-Afrika, Durban, aus der 
Samml. Mus. Cambridge. Bisher war diese Art mit Sicherheit noch 
nicht vom afrikanischen Kontinente bekannt. 


Sonderabdruck aus der ,,Zeitschrift fiir wissenschaftliche Insektenbiologie':, 


friiher: ,,Allgemeine Zeitschrift fiir Entomologie’. 
(bd EX, [l. Folge Bd. XVITI], 1913, Heft 11, p. 345.) 
Selbstverlag des Herausgebers H. Stichel, Berlin-Schoneberg. 








Angituloides n. gen. (Dipt.). ; : , 

Diese Gattung steht Angitu/a Walker sehr nahe und soll im Vergleiche mit 
dieser beschrieben werden. pie: 

Der Hinterkopf ist noch starker geschwollen, das Epistom aber niedriger 
und weit weniger vortretend als bei Angitula, bei der es schildartig die. Mund- 
6ffmung iiberragt. Das dritte Fiihlerglied ist elliptisch, zweimal 
so lang wie breit, oben und unten konvex; die Arista fehlt leider. Bei 
Angitula ist das dritte Fiihlerglied dreimal so lang wie breit, schlanker, oben und 
unten fast gerade. Wie bei dieser Gattung ist der Prothorax vorne oben in eine 
halsartige Rinne ausgezogen, die aber in 4 gegen den Kopf hin gerichtete, 
gerade Zahnspitzen endet und nicht wie bei Angitu/a ganzrandig abschliesst. 

Das konvexe  Schildchen 
tragt hinten ebenfalls 2 ge- 
rade, divergierende Spitzen 
fast von Schildchenlange. 
Ebenfalls mit» Angitula ge- 
meinschaftlich ist der sehr 
charakteristische Verlauf der 
Sternopleuralnaht; die Me- 
sopleura  dringt von 
oben spitzwinkelig in 
die Sternopleura ein. 

Auch der Bau des Hinter- 
leibes ist derselbe. Das 
basale Doppelsegment ist 
gestielt, tragt dorsal unmittel- 
bar hinter der Wurzel zwei 
stumpfe Zahnchen, hat in 
der Mitte eine Abschniirung 
und ist vor derselben wulstig 
aufgetrieben. Die daraut 
folgenden Tergite 3 bis 6 
Rie el nehmen nach hinten zu an 
Lange ab; Terg. 6. ist nur kurz 
und ist schon ventral ein- 
gebogen. Das erste Glied des Ovipositors ist schlank trapezférmig, so lang 
wie das 4. Tergit, von oben her flach zusammengedriickt. 

In der Fliigeladerung besteht zwischen den beiden Gattungen ein wesent- 
licher Unterschied. Bei Angitula liegen Mediastina, Subcosta und die Radialis 
vor der Gabelung so eng nebeneinander, dass sie kaum unterschieden werden 
konnen, wahrend bei Angituloides die Radialis weiter entfernt ist und auch die 
beiden anderen Adern deutlich erkannt werden kénnen. Hier ist die Radialis 
kurz, bei Angitula lang. Bei letzterer ist die kleine Querader kurz und steht vor 
der Mitte der Discalzelle und die Analzellenspitze ist nur so lang, dass die 
Analis fast doppelt so lang wie die Analquerader ist. Bei Angituloides dagegen 
ist dig kleine Querader lang und steht jenseits der Mitte der Discalzelle und die 
Spitze der Analzelle ist so lang, dass sie beinahe den Fliigelhinterrand erreicht. 
Alles iibrige wie bei Angitu/a Walker. 

Typische Art: A. Austenin.sp. 1 @ von den Salomons-Inseln (leg. Wood- 
ford) im Brit. Museum London. 

Kopf samt Anhangen, Hiiften und Beine rotgelb. Fiisse am Ende gebraunt, 
desgleichen die hinteren Kniespitzen. Der iibrige Korper schwiarzlich stahlblau, 
zum Teil violett schimmernd, glatt und glaénzend, nackt. Bauchhaut rotbraun. 

Fliigel braunlich hyalin mit schwarzbraunem Vorderrandsaume, der in der 
Kostalzelle heller ist. Schiippchen rudimentiér. Schwingerkopf dunkelbraun. 

Korper 9 mm, Fliigel 8 mm lang. 

Ich widme diese interessante Form Herrn E. E. Austen in Anerkennung 
der wertvollen Unterstiitzung meiner Arbeiten, die er mir durch Heraussuchen 
von Studien-Material aus den reichen Schitzen des British Museum zuteil 
werden liess. Friedr. Hendel (Wien). 




















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66 


Analytiseche Ubersicht iiber die Anastrepha- 
Arten (Dipt.). 
Von Friedrich Hendel, Wien. 


Unter Beniitzung der von Prof. Bezzi bekannt gemachten 
Tabelle tibergebe ich hier eine durch elf neue Arten erweiterte Synopsis 
der Offentlichkeit. — Die Fliegen haben durch den an Orangen, 
Kern- und Steinobst, Ps¢diwm-Arten und anderen Friichten ange- 
richteten Schaden héchstes dkonomisches Interesse. 

Subgenus: Pseudodacus n. sbg. Nur eine Frontorbitalborste. 
Fiihler mindestens so lang wie das Gesicht. Die Fliigel- 
zeichnung ist braun und besteht nur aus einem zusammenhin- 
genden Kostalsaume von der Wurzel bis zur Fliigelspitze und 
aus je einer isolierten Strieme an der Analis und lings der 
hinteren Querader (Typus: daciformis Bezzi). ..... 1 

— Subgen. Anastrepha Schiner s. str. Zwei obere Frontorbital- 
borsten. Fiihler kiirzer als das Gesicht. Die Fliigelzeichnung 
ist gelb und braun scheckig, der Kostalsaum meist unterbrochen 
und immer sind auberdem noch S- oder V-formige schiefe 

Querbinden (,,Biiche*) vorhanden ... . seo Seam 

1. Der Kostalsaum wird unten durch die Radialis ear abgegrenzt. 

Ebenso ist der dunkle Saum der hinteren Querader streifen- 

artig abgesetzt, von gleicher Breite. Hinterleib mit gelben 

(Juersiumen an den Hinterriindern der Tergite. Ovipositor 

etwas linger als der Hinterleib. — Brasilien, Argentinien, 

Paraguay. A. daciformis Bezzi. 

— Der Kostalsaum reicht unten bis an die Kubitalis herab. An 
der hinteren Querader liegt ein verwaschener, unregelmibiger 
braunlicher Wolkenfleck. Hinterleib schwarzbraun mit gelber 

Medianbinde. Ovipositor zweimal so lang wie der Hinterleib. 


— Paraguay. A. macrura n. sp. ° 
2. Hintere Basalzelle glashell . . ..... Se ee 
— Hintere Basalzelle in das Gelbbraun der Tueclwnne mit 

elnpeschlossen i)! je.) 45. RAs, aedlnces ss 


3d. An die Siumung der hinteren Querader schliefit sich oben 
eine schiefe, durch die zweite Hinterrandzelle herablaufende 
(Juerbinde an, wodurch eine deutlich V-formige, wenn auch 
oben oft offene Zeichnung entsteht .......... 4 
— Obige \V-férmige Zeichnung unvollstindig aunel Fehlen des 
distalen Schenkels oder mindestens undeutlich . . . . . 21 


or 


Se 


10. 


Analytische Ubersicht tiber die Anastrepha-Arten (Dipt.). 67 


Eine von der zweiten Basalzelle schief nach aufwirts ziehende, 
ununterbrochene glashelle Bogenbinde miindet gleich hinter der 
Subkosta oder etwas darunter und ist in der Mitte nicht unter- 


brochen .. . . : Siglo 
Obige glashelle Paroubinde oe in ae Mitte ire oiler weniger 
breit unterbrochen und daher in Flecke aufgelést. . . . 9 


Die in 4 beschriebene glashelle Bogenbinde erreicht oben die 
Kosta nicht ganz und verschmilert sich nach oben zu. Ovipositor 
langer als der Korper. — Brasilien, Venezuela. 

A. integra Loew. 
Obige glashelle Bogenbinde miindet breit in die Kosta ein . 6 


. Auf dem Thoraxriicken vor dem Schilde und auf jedem der 


Tergite drei bis fiinf je zwei schwarze Flecke. — Paraguay. 
A. punctata n. sp. 
Riicken und Hinterleib ohne schwarze Punktflecke. . . 2.) 7 


. Die V-formige, in 3 beschriebene braune Binde ist in der 


ersten Hinterrandzelle geschlossen . . . Di Aer 8 
Diese Binde ist oben offen und in zwei Pomennde Aste eae. 
— Brasilien. A. soluta Bezzi. 
Unmittelbar jenseits der kleinen Querader ist die Submarginal- 
zelle durch eine wellige Biegung der Radialis und einen Aufbug 
der Kubitalis merklich verengt. Die V-férmige Binde kann 
oben (meist Q) mit dem Kostalsaume an der Kubitalis +. ver- 
bunden sein. — Mexiko, Brasilien, Paraguay. 
A. parallela Wiedem. 

Submarginalzelle jenseits der kleinen Querader nicht verengt. 
Kuba, Brasilien, Venezuela, Peru, Paraguay. 

A. obliqua Macqu. (= munda Schiner). 


. Die Binde iiber die hintere Querader ist am Hinterrand des 


Fliigels mit jener iiber die kleine Querader laufenden verbunden. 
Analwisch isoliert. Thorax und Metanotum schwarz gestriemt. 
— Peru. A. lambda n. sp. 

Die Binde iiber die hintere Querader hinten frei. Dagegen ist 
der Analwisch mit der Querbinde iiber die kleine Querader 
verbunden .... BN UPSD AOR TTY OO 
Die in 3 Besutieinbene V Smear 3inde hangt oberhalb der 
Kubitalis mit dem Spitzenrandsaume des Fliigels zusammen 11 
Die V-formige Binde bleibt am Scheitel durch einen parallelen 
hyalinen Zwischenraum vom Spitzenrandsaume getrennt . . 15 


. Das hyaline Kostaldreieck jenseits der Subkosta reicht unten 


mit der Spitze nur bis an die Radialis ........ 14 


Wiener Entomologische Zeitung, XX XIII. Jahrg., Hoeft I u. Il (1. Janner 1914). 


68 


12. 


13. 


14, 


15. 


LG: 


Friedrich Hendel: 


Der hyaline, trapezférmige Fleck jenseits der Subkostamiindung 
bertiirt’ “unten ‘die Kubitalise cre ce, we oon ca ree eee ens 
Fiihler so lang wie das Gesicht; drittes Glied mehr als vier- 
mal so lang wie das zweite. Hinterleib hellbraun, schwarz 
behaart. Taster gelb, schwarz beborstet. — Jamaika, Florida. 
A. Acidusa Walker. 


Fiihler kiirzer. Hinterleib und Taster hell behaart. . . . 13 
Subkostamiindung und die Spitze des in 10 erwihnten trapez- 
formigen hyalinen Fleckes vor der kleinen Querader. — Peru. 


A. distans n. sp. 

Subkostamiindung und Spitze des hyalinen Kostalfleckes der 

kleinen Querader gegeniiber gelegen. — Bolivia. 

A. conjuncta n. sp. 

Schildspitze und zwei Flecke am Metanotum schwarz. — Mexiko. 
A. tripunctata V. d. Wulp. 

Schild und Metanotum gelb. Das Randmal und der darunter- 

liegende Teil des Fliigels bis zur Cubitalis schwarzbraun. — 


Peru. A. cryptostrepha n. sp. 
Kopf-, Thorax- und Beinborsten auch rotgelb. . . . . . 20 
Borsten dunkelbraun bis schwarz. . _ . : yo eRa6 


Zweite und dritte Liingsader mit ihnlicher peas seen der 
kleinen Querader wie in 8 beschrieben. Die Ovipositorlinge 
verhilt sich zur Abdominalliinge wie 1 : 1-4 (teste Loew). — 
Brasilien. A. consobrina Loew. 

Zweite und dritte Lingsader ohne obgenannte Biegungen . 17 


. Taster schwarz. — Peru, Bolivia. A. nigripalpis n. sp. 
Taster gelb, schwarz oder gelb behaart . ....... 18 

. Taster schwarz behaart. — Brasilien. A. Ethalea Walker. 
Taster gelb behaart ... . ROE BLE ARGES 


. Ovipositor linger als der halbe latent F iinftes Tergit des J 


kiirzer als das dritte und vierte zusammen genommen, — 

Mexiko, Kuba, Costa-Rica, Portoriko, Nicaragua, 

Neu-Granada, Columbien, Bolivia, Peru, Brasilien, 
Paraguay, Argentinien. A. fraterculus Wiedemann. 
Ovipositor kiirzer als der halbe Hinterleib. — Brasilien. 
A. pseudoparallela Loew. 

Fiinftes Tergit des ¢ linger als das dritte und vierte zusammen. 

Ovipositor linger als der iibrige Hinterleib. — Mexiko. 

A. ludens Loew. 

Toraxriicken vor dem Schilde und jedes der Tergite drei bis 

fiinf mit zwei schwarzbraunen Punktflecken. — Paraguay. 
A. punctata n. sp. 


21. 


24. 


27. 


Analytische Ubersicht tiber die Anastrepha-Arten (Dipt.). 


oS 
<© 


Thorax und Hinterleib unpunktiert. — Brasilien. 

A. xanthochaeta n. sp. 
Die apikale Fliigellingsbinde begleitet das Ende der Kubitalis 
und wird von der Kosta durch einen hyalinen Saum getrennt. 
— Neu-Granada. A. grandis Macqu. 
Die apikale Fliigelbinde begleitet die Kosta... . . . 22 


. Die Binde iiber die hintere Querader hingt mit dem Kostal- 


saume des Fliigels nicht zusammen. . ....... =. 24 
Ist oben mit dem Kostalsaume verbunden ... . pea 


. Die Fliigelquerbinde iiber die hintere Querader ek vorn mit 


einer schief nach abwiirts iiber die kleine Querader zur Postikalis- 
wurzel verlautenden verbunden. —- Brasilien. 

A. hamata Loew. 
In der Wurzelhilfte des Fliigels keine schiefe Querbinde. — 
Sitid-Texas. A. pallens Coquillett. 
Kin ununterbrochenes hyalines Bogenband beginnt jenseits der 
Subkostamiindung und endet in der zweiten Basalzelle. — 


Bolivien. A. leptozona n. sp. 
Obiges hyalines Band nie ohne Unterbrechung, sondern in 
EC or MIMMelOSh shh eat a lee tla) a eee ede neues lala 
. Taster pechbraun. — Jamaika. A. Ocresia Walker. 
plaster welll: gees 1% Mie et ars Stine ay We cee 


>. Der fubere Schenkel ne V- formoen Bide: dae ist. die schiefe 


Querbinde durch den letzten Abschnitt der Diskoidalis, fehlt 
ganz. ‘Thorax und Hinterleib vorherrschend schwarzbraun. 
Ersterer mit drei gelben Liingsstriemen auf dem Riicken und 
solchen an der Noto- und Sternopleuralnaht; letzterer mit gelben 
Hinterrandsiumen am ersten und zweiten Tergit und einer 
solchen Medianstrieme am dritten bis fiinften. — Brasilien, 
Peru. A. serpentina Wiedemann. 

Der jiufere Schenkel der V-férmigen Binde ist wenigstens in 
der zweiten Hinterrandzelle etwas sichtbar. . . . wine 
Thoraxriicken mit zwei schwarzen oder Saracen Liings- 
striemen. Hinterleib ohne schwarze Querbinden. . . . . 28 
Thoraxriicken ungestriemt. Hinterleib gelb mit drei schwarzen 
(Juerbinden. — Haiti? A. tricincta Loew. 

Jenseits der Subkostamiindung ein hyaliner Fleck. Der gelbe 
Spitzenrandsaum des Fliigels ist schmal, von der Breite der 
Marginalzelle. — Bolivia, Peru. A. striata Schiner. 
Der ganze Fliigelvorderrand von der Wurzel bis zur Spitze ist 
bis herab zur Kubitalis gelb. — Bolivia. A, Schineri n. sp. 


Wiener Bntomologische Zeitung, XXXIII. Jahrg., Heft I u. Il (1, Jiinmer 1914), 


70 Friedrich Hendel: Analytische Ubersicht tiber die Anastrepha-Arten (Dipt.). 


29. Der V-formige Fleck an der hinteren Querader ist in seinen 


beiden Schenkeln entwickelt . . . . . eae ee ae 
— Der dufiere Schenkel des Gabelfleckes ane Dit iveea -}fo0 
30. Jenseits der Subkostamitindung ein glasheller Fleck. el braune 
Binde iiber die hintere Querader ist isoliert. — Brasilien. 


A. bivittata Macqu. 
— Der hyaline Fleck neben der Subkostamiindung fehlt. Die 
braune Binde iiber die hintere Querader ist teilweise mit dem 
Braun der Wurzelhilfte des Fliigels verbunden. — Surinam. 
A. atrigona n. sp. 
31. Hinterleib rostgelb und gelb behaart. — Mexiko, Kuba, 
Brasilien, Venezuela. A. suspensa Loew. 
— Hinterleib braun und schwarz behaart. — Jamaika, 
Florida. A. Acidusa Walker. 








Deutsch. Ent. Zeitschr. 1914. 151 


Neue amerikanische Dipteren. 
2. Beitrag’). 
Von Friedrich Hendel, Wien. 


Mit 16 Textfiguren. 


Neodryomyza noy. gen. (Dryomyz.) 
Typus: N. lentiphora n. sp. 


Aus der Subfamilie der Dryomyzinae. 

Stirne breiter als lang, parallelrandig, doppelt so breit wie 
ein Auge, sehr flach gewélbt. Scheitelplatten wenig deutlich ab- 
gesetzt, dem Auge anliegend, 
kiirzer als die halbe Stirne. 
Ocellendreieck kaum kiirzer. Kopf 
so breit wie der Thorax, im Pro- 
file erheblich héher als lang; 
der Stirnwinkel ist ein rechter, 
vorne nicht tiber die Augen vor- 
tretend. 

Kopfborsten alle stark und 
lang: je eine nach oben gebogene 
obere Frontorbitale, ein Paar 
weit vorgebogener Ocellarborsten 
zwischen den Punktaugen inse- Fig. 1. Kopf. 
riert. Aufsere divergierende und 
innere konvergierende Vertikale. Postvertikalpaar kraftig, stark 
divergierend , etwas hinter der Linie der Scheitelborsten stehend. 
Strieme nur vorne kurz und rauh behaart. Unterer Hinterkopf 
am Rande mit einigen Bérstchen. Vibrissen fehlen. Scheitelkante 








Fig. 2. Fliigel. 


abgerundet, unmittelbar vor ihr die Ocellen in einem kleinen 
Dreieck. Oberer Hinterkopf sanft gewélbt, unterer starker, unten 
auch gepolstert. Gesichtsprofil gerade, am Mundrande nicht 
winklig, sondern stark abgerundet. 


1) 1. Beitrag: Deutsch. Entom. Zeitschr. 19138, p. 617—636. 
Deutsche Entomol. Zeitschrift 1914. Heft II. 12 





152 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1914. 


Fithlergruben deutlich ausgehéhlt, parallel. Der zwischen 
ihnen liegende Gesichtsteil schmal, wenig erhdht, ziemlich flach, 
aufsen kantig. Die Stirnspalte geht flachbogig tiber die Fihler 
hinweg, ihre Aste laufen mit geringer Divergenz nach abwiirts. 
Zwischen ihnen und dem Auge Wangen von mittlerer Breite. 
Lunula sichtbar, aber niedrig. 


Fithler etwas geneigt, an den Wurzeln voneinander entfernt, 
in den Dritteln der Stirnbreite und oberhalb der Augenmitte 
stehend. Erstes Glied kaum sichtbar, zweites kurz, oben mit 
stark aufgerichteter Borste, drittes grofs, fast kreisrund, oben 
etwas abgeflacht und vor der Mitte mit einer nackten, zwei- 
eliedrigen Borste, deren Wurzelglied dicker ist. 

Pralabrum nur von vorne sichtbar, schmal und _niedrig. 
Taster streifenformig, etwas verbreitert, an der Spitze langer 
behaart. Riissel von mittlerer Gréfse, mit zuriickgeschlagenen 
Labellen. 

Thoraxriicken langer als breit. Quernahtiste gut entwickelt, 
vor den Seitenmitten, wie bei Dryomyza Dorsozentrale 2 + 3, 
1 Paar Préascutellare; 1 Humerale, einige Posthumerale, 1 Pra- 
suturale, 2 Notopleurale; 4 Supraalare. — 1 Prothoracale, 2 auf- 
gebogene Sternopleurale. Pleuren oberhalb der Sternopleuralnaht 
nackt, darunter zottig behaart. Rtickenhirchen undeutlich ge- 
ordnet, zwischen den Dorsozentralen ca. 8 Reihen. Schildchen 
eif6rmig, oben gewélbt, am Rande rauhhaarig und mit 3 Paaren 
von Borsten, deren apicale gekreuzt sind. 

Hinterleib eiférmig, so breit, aber etwas kiirzer als der 
Thorax. Das basale Doppelsegment ist beim o7 fast so lang 
wie der halbe Hinterleib, beim 9 ktirzer. Darauf folgen beim © 
noch 3 sichtbare Tergite von fast gleicher Linge, beim 2 deren 4. 
Der Ovipositor erinnert an die Bohrfliegen, ist dreigliedrig und hat 
ein flachgedriicktes konisches Basalglied. Der Hinterleib des 
ist abstehend, fast wollig behaart, der des 2 nur kurz und zeigt 
an den Tergithinterraéndern langere Borstenhaare. Tergite am 
Rande ventral umgeschlagen. Sternite nur !/, des Bauches breit. 
Hypopyg kuglig. 

Schenkel, besonders die vorderen und hinteren verdickt und 
beim o7 zottig, vornehmlich die vorderen. Diese auch posterodorsal 
und -ventral mit einer Reihe von Borsten. Hinterschenkel ventral 
jenseits der Mitte mit starker Borste und anterodorsal mit 1 bis 
2 Bérstchen. Mittelschienen am Ende mit einem gekriimmten 
Endsporn. Priapicalbérstchen der Schienen fehlen ganz. 


Costa unmittelbar vor der Mediastinamtindung unterbrochen. 
Subcosta nackt. Die Analis erreicht nur als Falte den Hinterrand 


Hendel, Neue amerikanische Dipteren. 153 


des Fliigels. Die Analzelle ist bauchig begrenzt, ihre Querader 
an der Analis stark zur Basis zuriickgezogen. Die tibrige Nervatur 
zeigt die Figur. 


Neodryomyza lentiphora n. sp. 


4 o, 42 aus Chile, Punta Arenas, 7. Februar. Dresd. Mus. 

Kopf und Thorax samt Schild rostgelb. Stirnstrieme rot, 
matt. Drittes Fiihlerglied am Oberrande etwas gebriiunt. Gesicht 
und Backengruben und noch intensiver ein Fleck oberhalb des 
Halses auf dem Cerebrale weifsschimmernd. Pleuren mehr gerétet 
als der Riicken; dieser durch Reif im Glanze geschwicht. Borsten 
und Haare des ganzen Tieres schwarz. 

Hinterleib dunkel rotbraun, gegen die Hinterrander der Tergite 
zu und am Bauche dunkelbraun. 

Beine hell rotbraun. An den Vorder- und Hinterbeinen sind 
die Schenkel und teilweise auch die Schienen verdunkelt. 

Fliigel schwach gelbgrau hyalin mit rotgelben Adern. 
Schwinger und Schiippchen rostgelb. 

K6érper 6—6,5 mm, Fliigel 6,5—7 mm lang. 


Triconopsis un, g. (Laucan). 
Typus: 7. longicornis n. sp. 

Diese Lauxaniinengattung wird durch die 3 spitzkegligen 
Gesichtshicker leicht kenntlich gemacht. Figur 3. 

Stirne doppelt so breit wie ein Auge, parallelrandig, breiter 
als lang, eben. Augenrinder neben den Fihlerwurzeln ausgebuchtet. 
Ocellen in der Nahe der scharfen 
Scheitelkante, nicht weit voneinander 
entfernt. Oberer Hinterkopf stark 
ausgehohlt , konkav, unterer konvex. 

Der mittlere Gesichtskegel steht 
unterha!b und zwischen den weit von- 
einander entfernten Fiihlerwurzeln, die 
2 anderen darunter, oberhalb des 
Mundrandes. Pralabrum schmal, aber 
deutlich sichtbar vorstehend. Taster 
diinn, an der Spitze beborstet. Riissel Fig. 3. 
an der Type verletzt. 

Fithler lang vorgestreckt. Erstes Glied viel langer als das 
zweite, aufgerichtet, unten mit abstehender Borste; zweites normal, 
drittes lang linear, gerade, allein schon langer als das Gesicht. 
Arista weifs, zart und mehr anliegend, weifs gefiedert und auf 
der Oberseite von der Wurzel her lang schwarz und abstehend 
gekimmt. 





12 





154 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1914. 


Thoraxriicken abgerundet viereckig, flach gewélbt, langer als 
breit, vorne abschiissig. Schild ca. 1/, des Riickens lang, eiférmig, 
oben nackt. 

Hinterleib wie bei Lauwania. 

Beborstung lang und stark, Behaarung des Riickens rauh, 
in der Mitte in 6 Lingsreihen geordnet. Die obere Orbitalborste 
steht in der Stirnmitte und ist nach aufwirts gebogen, die untere 
steht weiter vorne und etwas weiter innen und ist nach vorne 
und einwiarts gebogen. Ocellare stark, nach vorne gebogen. 
Scheitelborsten und Postvertikale normal gerichtet, wohl entwickelt. 
— 1 Humerale, 2 Notopleurale, 3 Supraalare, 2 Paar Dorso- 
zentrale, 4 Schildborsten, die apicalen divergent. — Je eine 
starke Borste auf dem Meso- und Sternopleuron. 

Beine proportional. Vorderschenkel posterodorsal und -ventral 
beborstet. Vorder- und Mittelschienen mit kraftigen Priapical- 
borstchen. 

Mediastina und Subcosta eng beisammen, im ersten Fliigel- 
viertel und vor der kleinen Querader miindend. Diese jenseits 
der Mitte der Discalzelle, tiber dem zweiten Drittel dieser Zelle 
stehend. Letzter Abschnitt der Discoidalis so lang wie die Discal- 
zelle. Erste Hinterrandzelle parallelrandig. Radialis sanft gebogen, 
bis zur Miindung mit der Cubitalis parallel. 


T. longicornis n. sp. 


1 o aus Paraguay, S. Bernhardino (lee. Fie brig). Wiener 
Hof-Museum. 

Das Stiick hat. durch Schimmel gelitten, weshalb die Farben- 
angaben keine bestimmten sein kénnen. 

Stirne, Thorax, Schild und Hinterleib von schwarzbrauner 
Grundfarbe. Letzterer glinzend, die ersteren matt, wie dunkel- 
grau bereift. Stirnvorderrand, Fiihler, Gesicht, Pialabrum und 
Backen gelb. Drittes Fiihlerglied mit Ausnahme der Wurzel 
schwarz. Die 2 unteren Gesichtskegel sind am Aufsenrande 
braun. Taster schwarz. Borsten und Haare schwarz. 

Hiiften und Beine gelb. Dunkelbraun sind: die Spitzen 
der Vorderschenkel, weniger intensiv die der 4 hinteren, dann 
die Vorderschienen und die Vorderferse, sowie die Wurzeln der 
4 hinteren Schienen. Vorderfufs sonst weifs. 

Fliigel dunkelbraun. Weifs sind die Wurzel, die Subcostal- 
zelle und ein Randfleck darunter, ein Dreieck in der Mitte des 
Fliigelvorderrandes, das mit seiner Spitze die Cubitalis unten 
nicht mehr erreicht, je ein Fleck neben der Posticalismiindung, 
ein Fleck an der Miindung der Analisfalte, Siume an den beiden 
Queradern, sowie endlich ausgebuchtete Randséume an der Fliigel- 


Hendel, Neue amerikanische Dipteren. 155 


spitze zwischen der zweiten und dritten, dritten und vierten und 
noch unterhalb der vierten Lingsader. Schwinger hellgelb. 
Kérper ohne Fiihler 3'/, mm, Fliigel 2,5 mm lang. 


Celypholauxania ne (Laucran), 
Typus: C. scutellata n. sp. 


Die Gattung unterscheidet sich von allen Lauxaniinen durch 
die Celyphus-aihnliche Schildbildung. Das charakteristische Kopf- 
profil zeigt die Figur 4. 

Stirne breiter als lang, eben, parallelrandig, doppelt so breit 
wie ein Auge. Augenrainder im Gesichte ohne Winkel, kaum 
mehr genihert als an der Stirne. Stirne ganz glainzend glatt, 
mit schwach abgesetzter Medianfurche, aber ohne differenzierte 
Scheitelplatten. Ocellen eng beisammen, wenig erhdht, an der 
konvexen Scheitelkante liegend. Hinterkopf durchaus konvex. 
Stirne im Profile in spitzem Winkel stark vorspringend, Untergesicht 
zuriickweichend, kurz, breiter 
als lang, mit schwach welliger 
Profillinie; Mundrand gerade. 
Riissel grofs, dick, Taster 
auffallend verbreitert, spatel- 
formig. 

Fiihler vorgestreckt, lang, 
der Augenmitte gegeniiber, 
an den Wurzeln entfernt von- 
einander inseriert. Erstes 
Glied deutlich sichtbar, unten mit abstehender Borste; zweites 
Glied so lang wie das erste, normal geborstet ; drittes lang, linear, 
oben an der Borstenbasis ausgerandet. Arista weils, zart und 
mehr anliegend weifs gefiedert und auf der Oberseite mit ca. 
9 langen schwarzen Strahlen gekaémmt. 

Riicken und Schild im Profile fast geradlinig , hauptsachlich 
der Quere nach gewdélbt. Riicken vorne héckerartig abschiissig, 
viereckig abgerundet, wenig linger als breit. Das Schild ist 
linger als der halbe Riicken, abgerundet viereckig, flach gewoélbt 
scharfrandig und tiberragt dachartig die Hinterleibswurzel. 

Hinterleib (o7) breit eiférmig, ungefiihr so lang wie der Thorax. 
Drittes Tergit so lang wie das vierte und fiinfte zusammen. 

Beborstung: Scheitel- und Postvertikalborsten normal. Ocellare 
fehlen. Oberes Orbitalpaar etwas oberhalb, unteres etwas vor 
der Stirnmitte. Ersteres stairker und nach riickwarts, letzteres 
schwicher und einwirts gebogen und nach einwarts  gertickt. 
1 Humerale, 2 Notopleurale, 3 Supraalare, 2 Dorsozentrale und 
1 Paar Priscutellare. Hiirchenreihen am Riicken im ganzen 8. — 





Fig. 4. 





156 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1914. 


1 Meso- und 1 Sternopleurale. — 4 Scutellare, 2 an den Seiten 
und 2 an den abgerundeten Hinterecken desselben. — Hinterleib 
abstehend borstiich rauh behaart, auch in der Mitte der Tergite. 


Beine proportional. Alle Schienen mit Praapicalbérstchen. 
Vorderschenkel posterodorsal und -ventral mit Borstenreihe gegen 
die Spitze hin. 


Mediastina und Subcosta eng beisammen, vor der im ersten 
Fliigeldrittel (vor der Discalzellenmitte) stehenden kleinen Quer- 
ader miindend. Dritte und vierte Lingsader sanft gegeneinander 
gebogen, konvergierend. Letzter Abschnitt der vierten so lang 
wie die ganze Discalzelle. Radialis fast gerade. 


C. scutellata n. sp. 
1 oO aus Peru, Pichis, Pto. Bermudas, Dezember. Dresdner Mus. 


Kopf, Fiihler, Thorax und Beine gelbrot, glinzend. Stirne 
zart violett schimmernd, Fithler am Unterrande und an der Spitze, 
Taster ganz schwarz. Der Riicken schimmernd vorne auch schon 
metallisch blau und violett, wird aber in der hinteren Halfte 
wie das ganze Schildchen dunkel stahlblau, purpurn schillernd. — 
Hinterleib stahlblau mit griinem Schimmer. Borsten und Haare 
schwarz. 

Fliigel intensiv gelb tingiert, an der Wurzel schwarzbraun. 
Adern gelbbraun. Das Braun der Fliigelwurzel erreicht hinten 
die Fliigelfalte der Analis, vorne nur die Mitte der Costalzelle. 


Korper ohne Fithler 3,5 mm, Fliigel kaum 3 mm lang. 


Peltopsilopa un. g. (Ephydr.). 
Typus: P. aspistes n. sp. 
Aus der Gruppe der Notiphilinae und durch den Celyphus-artigen 
Habitus ganz besonders auffallend. 


Kopf so breit wie der kurze Thoraxriicken, stark von vorne 
her zusammengedriickt, im Profile viel héher als breit, von vorne 
aber erheblich breiter als hoch. Er ist hinten fiir den Thorax 
sehr stark ausgehéhlt, konkav, so dafs die Scheitelkante und der 
obere Rand der Augen sehr scharf sind. Stirne und Gesicht 
gehen ohne Winkel in einer einzigen W6lbung ineinander iiber. 
Erstere ist durch 2 Liingsfurchen dreiteilig, letzteres gleichmiifsig 
gewolbt. Siehe Figur 6. Die Stirnaugenrander laufen nach vorne 
zusammen und nahern sich am meisten in der stark verengten 
Mitte des Gesichtes. Oberhalb dieser Stelle sind sie etwas aus- 
gebuchtet, auf der Stirne gerade. — Die Fiihler stehen hoch 
oberhalb der Augenmitte. Das zweite Glied zeigt innen ein 
deutliches, nach vorne gebogenes Dérnchen und oben ein auf- 


Hendel, Neue amerikanische Dipteren. 157 


gerichtetes Haar. Das dritte ist linglich rund, ca. 1!/,mal so 
lang wie breit, am Ende abstehend behaart. Arista oben lang 
und abstehend gekimmt, mit 7 Strahlen. — Prilabrum etwas 
vorstehend. Mundéffnung nicht grofs. Taster und Riissel an der 
Type nicht gut sichtbar. 

Beborstung des Tieres sehr spirlich und schwach. Am 
Kopfe sieht man aufser einer leider abgeknickten Borste am 





Scheitelrande und einem konvergenten Borstenpaare unter der 
Gesichtsmitte am Augenrande keine Borsten. Am Thorax kann 
ich nur 2 Mesopleuralborsten unterscheiden. 

Thoraxriicken viel breiter als lang, abgerundet rechteckig, 
mit dem Schilde in gleicher Wélbung verlaufend. Quernahtiiste 
senkrecht, vor der 

Mitte aufsteigend. 
Schild Celyphus - artig 
entwickelt, im Umrisse 
kreisrund, breiter 
als Riicken und Kopf, 
kaum kiirzer als der 
Hinterleib und flacher mat met 
gew6lbt als eine Halb- Fic. 7. 
kugel. Sein Hinter- : 
rand erreicht den nach hinten gerichteten Fliigel an der hinteren 
Querader. Hinterleib rundlich im Umrisse, von oben her flach, 
scheinbar dreiringlig. Aufser dem basalen Doppelsegment ist nur 
noch das dritte und das etwas liingere vierte Tergit (o7) sicht- 
bar. — Im Profile ist der Thorax viel héher als lang. 





Beine relativ schwach, ohne besondere Beborstung.  Fliigel 
nach der Figur 7 geadert, so lang wie das ganze Tier. Costa 
basal beborstet, bis zur Miindung der vierten Liingsader reichend. 
Alula am verdicktem Rande ebenfalls borstlich gewimpert. 


158 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1914. 


Pas pi ste seman ispe 
1 o aus Columbia, Aracataca, Februar. Ungar. Nat.-Mus. — 


Stirne und Gesicht glanzend glatt poliert, metallisch dunkel- 
griin. Ebenso der Hinterleib, purpurn schimmernd. — Fihler, 
Schienen, Knie und Fiifse ockergelb. Schenkel schwarz. Thorax 
und Schild metallisch blauschwarz, Riicken schwacher, Schild 
dichter mit Hohlpunkten versehen, chagriniert, aber doch glanzend. 

Fliigel, namentlich am Vorderrande braunlichgelb tingiert, 
an der Wurzel gebraunt. 

K6rper und Fligel 2 mm lang. 


Psaeropterella n, g. (Myrmecomyiinae). 
. Typus: macrocephala n. sp. 

Im Habitus und im Fliigelgeider der Gattung Homalocephala 
Zett. (== Psaeroptera Wahlb.) sehr ahnlich. Der Kopf ist im all- 
gemeinen rundlich, etwas aufgeblasen, im Vergleiche mit dem Thorax 
relativ grofs, breiter als derselbe; im Profile verhalt sich die Hohe zur 
Linge wie 11:9, von vorne 
die Hohe zur Breite wie 
6:5, wahrend bei Jomalo- 
cephala der Kopf linger und 
viel breiter als hoch ist. Die 

Se Se egal ee Augen sind etwas linger als 

Fig. 8. hoch und liegen schief. Die 

ebene Stirne ist oben wenig 

breiter als ein Auge und erweitert sich etwas nach vorne hin, wo 

sie an den Fiihlerwurzeln nur schwach in stumpfem Winkel tiber 

die Augen vorsteht. Gesichtsprofil ganz gerade, auch am Mund- 

rande; etwas zuriickweichend. Fiihlergruben tief eingedriickt, 

parallel, */, des Gesichts lang, durch einen steil gewélbten, etwas 

vorstehenden Lingsriicken getrennt. Hinterkopf gewélbt. Backen 
fast die Halfte eines Auges hoch, unten konvex. 





Lunula halbkreisformig, frei. Fiihler nur geneigt, etwas 
langer als das halbe Gesicht, noch unterhalb der Augen und 
an den Wurzeln voneinander entfernt inseriert. Drittes Glied 
etwas mehr als doppelt so lang wie das zweite, langlich ei- 
formig, oben hinter der nackten, wurzelwirts deutlich verdickten 
Arista eine Strecke gerade. 

Kopfborsten von mittlerer Lange, aber diinn. 2 obere Front- 
orbitale im obersten Stirndrittel, 1 Ocellarpaar, nach vorne 
divergierend, 1 Paar sehr deutliche, parallele Postvertikale und 
2 Paar Scheitelborsten. Die Ocellen liegen eng beisammen in 
der Héhe des hinteren Augenrandes. Scheitelplatten unscheinbar. 


Hendel, Neue amerikanische Dipteren. 159 


Riissel sehr klein, Taster relativ kurz, etwas verbreitert. 
Prilabrum nicht vorstehend. 

Thorax schwach. Riicken kaum linger als breit, viereckig. 
Quernahtiiste etwas vor der Seitenmitte. Schild kurz, ca. 1/, des 
Riickens lang, breit eiférmig, oben gewélbt und nackt; vierborstig. 
Riicken in Lingsreihen behaart. In der Linie der Dorsozentral- 
borsten eine durchlaufende Reihe langerer Borstenhaare. 1 Humerale, 
2 Notopleurale, 3 Supraalare. Keine Prothorakale. Meso- 
und Sternopleuren behaart, letztere hinten mit 1 langeren Haare. 

Hinterleib 9 linger als der Thorax, langlich eif6rmig, mit 
6 sichtbaren Segmenten. Erstes Glied des Ovipositors trapez- 
formig, flachgedriickt. 

Beine von proportionaler Stirke, ohne besondere Beborstung. 

Fligel nach Figur 8. Das Ende der Subcosta ist zart 
behaart oder wie nackt. Erste Hinterrandzelle parallelrandig. 
Analzelle aufsen stumpf, bauchig begrenzt. 


Anmerkung: Ich habe in den Genera Insectorum, 
Pierocallinae p. 47 gesagt, dafs Hiatus Cresson sehr wahrscheinlich 
ein Synonym von Psaeroptera Wahlberg sei. 

Da ich unterdessen besser erhaltene Stiicke von letzterer 
Gattung gesehen habe, méchte ich dies nicht mehr behaupten. 
Die Cressonsche Beschreibung weicht in einigen Punkten ab. 

Hiatus hat eine Prothorakalborste, die Homalocephala und 
Psaeropterella fehlt. 


PS, Maer o ce phala in. sp: 


3 2 aus Claremont (leg. Baker), Verein. Staat. v. Nord- 
Amerika, von Prof. Aldrich. 

Stirne, Fiihler, Gesicht, Backen, Hiiften und Beine rotbraun. 
Stirnstrieme matt. Drittes Fiihlerglied in der Spitzenhialfte, 
Ocellenfleck und Hinterkopf dunkelbraun. Taster schwarz. Gesicht, 
Stirnorbiten und Backen unbestiaubt, glinzend. 

Thorax, Schild und Hinterleib metallisch griinschwarz, alle 
oben durch graulichen zarten Reif im Glanze gemildert. Borsten 
und Behaarung schwarz. 

Vorderschenkel mit Ausnahme der Spitze griinschwarz. Bei 
einem Stiicke sind auch die Hinterschenkel, noch undeutlicher 
die hinteren Schienen in der Mitte gebraéunt. Fufsspitzen braun. 

Fliigel gleichmafsig bréunlichgrau getriibt, an der Cubitalis 
mit sehr verwaschenem dunkleren Miindungsflecke. Adern dunkel- 
braun, an den Wurzelzellen gelblich. 

Schiippchen weifs, Schwinger dunkel rotbraun. 

K6rper und Fliigel 4 mm lang. 


160 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1914. 


Ps. punctifrons n. sp. 

1 Q aus Vernon, Britisch Columbia, 5. Mai leg. Miss Ricardo 
im Brit. Mus. London. 

Der vorigen Art bis auf folgendes gleich. Die Stirne ist 
hier glanzend und deutlich mit Hohlpiinktchen versehen, auch 
dunkler rotbraun. Das dritte Fiihlerglied ist oben fast etwas konkay, 
vorne aber auch rund. Die Arista ist in der Basalhilfte spindlig 
verdickt, nicht allmahlich. 

Die Grundfarbe des Leibes ist rein schwarz. Schenkel mit 
Ausnahme der Spitze, Schienen aufser beiden Enden und die 
Fufsspitzen schwarz, der Rest rotbraun. 

Fliigel hyalin, nur vorne an der Wurzel etwas gebraunt, bis 
zur Mitte der Costalzelle. An der Miindung der Cubitalis liegt 
ein scharf sich abhebender dreieckiger brauner Randfleck, der an 
der Costa die Discoidalis beriihrt. 

Sonst wie Ps. macrocephala. 

Gréfse nur 3 mm. 


Megaloprepemyia') excellens n. sp. 
2 2 aus Bolivia, Yungas von Coroico, 1000 m, 18. November. 
Dresd. Mus. 
Stirnstrieme rotbraun. Ocellen- und Scheitelplatten wie der 
obere Hinterkopf dunkelbraun. Fiihler, Pralabrum und Taster 





rotgelb bis lederbraun. Gesicht und Backen wachsgelb, ersteres 
mit Glanz. 

Thorax, Schild und Hinterleib glainzend pechbraun; Pleuren 
ins Rétliche neigend. Riicken nur zart bereift. Hinterleib oben 
durch feine vertiefte Piinktchen sehr schwach chagriniert. Erstes 


1) nom. nov. fiir Megalaemyia Hendel praeoce. durch die gleich- 
namige Dipterengattung Bigots. 
Siehe schon Gener. Pteroc. Taf. 1. Fig.1 Megaloprepemyia Elsae Hend. 





Hendel, Neue amerikanische Dipteren. 161 


Glied des Ovipositors gleichfirbig, herzférmig, so lang wie breit. — 
Alle Borsten und Haare schwarz. 

Hiiften und Beine gelbbraun. Alle Schenkel in der Mitte, 
die Vorderschienen, die Hinterschienen mit Ausnahme der Spitze 
und die Enden der Fiifse braun. 

Fliigel nach der Figur 9. Subcosta dicht und fein, kurz 
geschoren behaart. 


Neomyennis ne ge 
Typus: N. appendiculata Hendel. 

Die neotropischen Myennis appendiculata Hend., zebra Hend. 
und nigra Hend. weichen von der typischen palaarktischen Form, 
wie auch von Xanthacrona vy. d. Wulp durch nackte Subcosta, 
eine Stirnmittelleiste und gekriimmte Hinterschienen, von Myennis 
aufserdem noch durch viel kiirzeren Analzellenzipfel ab. Ich 
halte diese Arten fiir generisch verschieden von Myennis octopunctata 
Coqueb. 


Chondrometopum leve n. sp. 


1 2 aus Bolivia, Mapiri, S. Carlos 800 m; Dresd. Mus. 

Diese Art veriindert einigermafsen die von Ch. arcuatum Hend. 
entnommenen Gattungsmerkmale, indem ihre Stirne glatt und 
ungekérnt und oben nur so breit wie ein Auge ist; vorne neben 
den Fiihlern ist sie noch etwas enger. Die Unterscheidungs- 
charaktere der Gattung liegen im Fliigelgeader. 

Thre Legerdhre ist mit dem Hinterleibe gleichfarbig. Hiiften 
und Beine hell rotbraun, Schenkel in der Mitte breit verdunkelt. 

Die hintere Querader steht etwas weniger schief. Die tiber 
sie laufende Querbinde ist ganz gerade, die erste Hinterrandzelle 
ist an der Miindung weniger verengt; der abgebogene Endteil 
der Radialis ist hier viel kiirzer. Die Queradern der 2 Wurzel- 
zellen sind braun gesiumt. Alles Ubrige wie beim Gattungs-Typus. 

Kérper und Fliigel kaum 3 mm lang. 


Pterocalla ophthalmoptera n. sp. 


2 2 aus Peru, Pichis, Pto. Jessup, Janner und Ucayaliflufs, 
Unini, 22. Oktober. Dresd. Mus. 

Stirne am Scheitel etwas schmiler als ein Auge, vorne nur 
3/; eines solchen breit, vorne matt hell rotbraun, oben derart 
dunkelbraun, dafs die Borsten auf dunkleren Flecken zu stehen 
scheinen. 

1 Keilfleck vor den Ocellen, je 2 Flecke am Augenrande, 
vor und hinter den Orbitalborsten und die Lunula samt schmalen 
Augenrandsitumen yorne oberhalb der Fiihler weifslich bereift. 
Gesicht und Backen rotbraun, weifs schillernd. 


162 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1914. 


Fithler und Taster rotbraun, am Rande etwas gebriunt. 
Korper kaffeebraun. Die Zentralregion des Riickens zum gréfsten 
Teile, die Basis des Schildchens und breite Hinterrandsiiume der 
Tergite hell oliven- oder beim anderen Stiicke am Riicken gelbgrau 
bereift. Riicken mit Liingsreihen dicht stehender feiner dunkel- 
brauner Punkte an den Haarwurzeln, die stellenweise fleckig 
zusammenfliefsen. Ebenso sind die Hinterleibstergite fein punktiert. 
Pleuren oberhalb der Sternopleuralnaht mit 2 punktierten grauen 
Langsbinden. Schild im tibrigen ganz kaffeebraun, ziemlich glinzend. 
Erstes Glied des Ovipositors so lang wie breit, herzférmig, glinzend 
und unbestiubt braun. 

Hiiften und Beine gelbbraun, Schenkel mit Ausnahme beider 





Fig. 10. 


Enden dunkler gefirbt. Hinterschienen mit 2 undeutlichen dunk- 
leren Ringen. Fiifse gelblich. 

Fliigel nach der Figur 10 geadert und gezeichnet. Die 
dunklern Schatten sind sepiabraun, die helleren ockergelb. Beider- 
seits des letzten Cubitalisabschnittes 3 leuchtend schneeweilse, 
braun geringelte Augenflecke ; der basale derselben hat einen innen 
offenen braunen Ring. Schwinger rotgelb. Schtippchen braun, 
dunkler gerandet. 

Kérper 4—5 mm, Fliigel 4,5—5,5 mm lang. 


Pterocalla pentophthalma n. sp. 


1 2 aus Bolivia, Yungas von Coroico 1000 m, 18. Februar. 

Der Pt. plumitarsis Hend. 2 bis auf folgende Unterschiede 
gleich. Der Gesichtsaugenrandwinkel ist ein rechter, bei plumitarsis 
deutlich stumpf. Die Fiarbung des Stiickes ist eine hellere, die 
Zeichnung tritt daher nicht so kontrastreich hervor. Die 2 lang- 
ovalen, nach vorne konvergierenden braunen Flecke der Vorder- 
stirne fehlen. — Das Gesichtsquerband ist nur angedeutet. 

Die Zeichnung des Riickens mit grofsen braunen Flecken ist 





Hendel, Neue amerikanische Dipteren. 163 


die gleiche, nur sind die Flecke ein wenig kleiner. Das Schild 
hat auf der Oberseite einen grofsen, in der Mitte zusammenhingenden, 
bis zur Basis reichenden braunen Doppelfleck, nicht 2 kleinere 
runde Mittelflecke, die mit dem Seitenrande zusammenhingen. 

Hinterleib hell olivengrau, matt, am Vorderrande der Tergite 
2—5 mit 4 gerofsen, rechteckigen, durch kleinere Zwischenraéiume 
getrennten dunkelbraunen Flecken in gleichen Abstinden. Der 
Hinterrand der Tergite, mehr als '/, derselben breit, bleibt grau 
und ist in der Mitte sparlich braun punktiert. 

Erstes Glied des Ovipositors auch grau und braun punktiert, 
breiter als lang. 

Hiiften und Schenkel, diese mit Ausnahme der Spitze, dunkel- 





Fig. 11. 


braun. Sonst sind die Beine hell ockergelb. Vorderfiifse 
erheblich kiirzer als die Schienen, bei plumitarsis 
dagegen linger als die Schienen. 

Fliigel nach der Figur 11 geadert und gezeichnet ; braungrau, 
mit schwarzbraunen Flecken. 2 Augenflecke in der Submarginal-, 
3 in der ersten Hinterrandzelle. Der spitze Zipfel der Analzelle 
ist kiirzer als der Rest der Analis bis zum Fligelrande. Hintere 
Querader weniger geschwungen. 

Schwinger hellgelb. Schiippchen braun, schwarz gerandet. 

Kérper 6 mm, Fliigel 7*/, mm lane. 


Pterocalla provima na, sp. 


3 2 aus Peru, Meshagua, Urubambaflufs, 13. November. 

Hierher gehéren auch die Stiicke, die ich in der Deutsch. 
Ent. Zeitschr. 1909, Beiheft p. 31 als var. von Pt. ocellata F. 
mit breiterer Stirne beschrieben habe. 

Die 3 sehr nahe stehenden Arten lassen sich folgendermafsen 
unterscheiden : 

Grofse Art, Fliigel 8 mm. Stirne relativ schmal, steil ab- 


164 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1914. 


fallend, nicht vortretend. Fiihler unterhalb der Augenmitte sitzend. 
Kopf viel héher als lang. Thoraxriicken oft mit braunen Lings- 
linien. Beide Queradern héchstens die Liinge der hinteren von- 
einander entfernt, diese sehr schief. Kleine Querader der Miindung 
der Subcosta gegentiber. Dritte Hinterrandzelle gréf{stenteils braun, 
unterhalb der Posticalis mit kraftigen braunen Querstrichen. Fliigel- 
fliche lebhaft perlmutterartig irisierend. Pt, ocellata Fabr. 
Mittlere Art, Fliigel 6,5 mm. Stirne breiter, weniger 
abfallend, vorne mit deutlichem Winkel vortretend. Fiihler der 
Augenmitte gegeniiber. Kopf nur wenig hoéher als lang. Riicken 
mit Punktquerreihen. Beide Queradern die doppelte Linge der 
hinteren voneinander entfernt, diese sehr schief. Kleine Quer- 
ader weit vor der Miindung der Subcosta. In der dritten 
Hinterrandzelle ist nur ein deutlich braun gestrichelter Saum 
Jenseits der Posticalis braun. Fliigelflache wenig merklich irisierend. 
Pt. proxima n. sp. 
Kleine Art. Fliigel 5 mm lang. Beide Queradern sind 
etwas mehr als die Linge der hinteren voneinander entfernt ; 
diese ist viel weniger schief gestellt als bei den 2 vorigen Arten. 
Kleine Querader der Subcostamiindung gegeniiber. In der dritten 
Hinterrandzelle ist nur ein nicht oder kaum punktierter Saum 
unterhalb der Posticalis braun. Sonst wie vorige Art. 
Pt. punctata Hend. 
Ks stehen also die beiden letzteren Arten niaher als die 
ersten 2. Sie haben hellere Fliigel, kleinere, mehr punktartige 
braune Querstriche in den Zellen und einen anderen Kopfbau. 
Pt. punctata hat auch zum Unterschiede von den beiden anderen 
Spezies eine bis auf das aufgebogene Ende gerade Radialis. 


Paragorgopsis discrepans n. sp. 

1 o7 aus Bolivia, Yungas von Coroico, 1600 m, 19. Oktober. 
Dresd. Mus. 

Diese Art weicht durch die nicht gegitterte Fliigelzeichnung 
von den Paragorgopsis-Arten etwas ab und kénnte bei oberflachlicher 
Betrachtung fiir eine Apterocerina- Art gehalten werden. Thre 
parallele Stirne ist aber doppelt so breit wie ein Auge; von 
oberen Frontorbitalborsten ist nur eine vorhanden; vor dieser 
sind einige schwiichere Hiirchen sichtbar, deren stirkste noch 
oberhalb der Stirnmitte steht. Die Ocellaren sind kurz. Der 
Kopf ist merklich breiter als der Thorax. Am Fliigel ist das 
Miindungsende der Radialis aufgebogen und die Cubitalis ist 
unbeborstet. 

Kopf und Anhinge ockergelb. Stirne schwach glianzend, 
schwarz behaart. Clypeus heller gelb.  Scheitelplatten und 


te eel 





Hendel, Neue amerikanische Dipteren. 165 


Hinterkopf glinzend. Backen ca. 1/, eines Auges breit. Gesichts- 
profil schwach konkay. Fiihlerborste sehr kurz behaart. 
Thorax kaffeebraun; Prothorax und die Umgebung der Hiiften 





Fig. 12. 


rotgelb hindurchscheinend. Alles bedeckt ein zarter ockeriger 
Reif. Hinterleib glanzend pechbraun, an der Wurzel breit rétlich. 

Beine braunlichgelb. Schenkel und Schienen mit Ausnahme 
der beiden Enden, Tarsen gegen die Spitze hin braun. 

Fligel hyalin, an der zweiten und dritten Lingsader gelb 
tingiert, nach Figur 12, gezeichnet. Die Zeichnung ist von 
sepiabrauner Farbe. 

Koérper 5 mm, Fliigel gut 6 mm lang. 


Paragoryopsis argyrata n. sp. 
1 o aus Peru, Pichis, Pto. Jessup, Jinner. Dresd. Mus. 
Kopf deutlich breiter als der Thorax. Stirne vorne zirka so 
breit wie ein Auge, oben breiter, breiter als lang. Die Augen- 





Fig. 13. 


rander biegen in der Héhe der Fiihlerwurzeln wagrecht nach 
aufsen um. Strieme der Stirne matt rotgelb. Scheitelplatten 
und Hinterkopf glanzend wachsgelb. Gesicht und Backengruben 


166 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1914. 


von weifser Grundfarbe, silberweifs schimmernd; ebenso die Taster. 
Fiihler abgebrochen. 

Schild und Metanotum samt Umgebung pechbraun, der tibrige 
Thorax hell rotbraun und dicht ockergelb bestiubt. Riicken mit 
dunklen Punkten, die nicht genau in Lingsreihen geordnet sind. 
Hinterleib glanzend pechbraun, an der Wurzel rot. 

Hiiften und Beine rotgelb. Schienen mit 2 verwaschenen 
braunen Ringen. 

Fliigel nach der Figur 13. 

Korper und Fliigel 5 mm lang. 


Ophthalmoptera undulata n. sp. 


1 @ aus Bolivia, Yungas von Coroico, 1700 m, 28. Oktober; 
leg. Schnuse. Dresd. Mus. 

Gleicht mit einigen Unterschieden der O. longipennis Hendel, 
Deutsch. Ent. Zeitschr. 1909, Beiheft p. 69. 70, und Gen. Insect. ; 
Subfam. Prerocallinae Taf. 4, Fig. 78—80. 

Auf der Stirne sind die Augenrander schmal weifs eingefafst, 
die Scheitelplatten und die Lunula deutlich weifs bestiubt. Thorax- 
ricken und Schild gesattigter als die Plevren und die Beine 
gefarbt, mehr rostbraun. 

Die auffalligsten Unterschiede bietet der Fliigel. Die Radialis 
ist gegeniiber der hinteren Querader stark und weiter spitzenwarts 
nochmals, aber schwacher wellig gebogen. Die erste Hinterrand- 
zelle gleicht fast jener der O. elegans Hendel, siehe Gen. Insect., 
Subfam. Ulidiinae, Taf. 3, Fig. 93, und ist an der Miindung 
erweitert; der Endabschnitt der Discoidalis ist aber an der 
Miindung deutlich nach unten gebogen. Hintere Querader gerade 
und etwas weniger schief als bei O. longipennis liegend. Von den 
5 Augenflecken dieser Art fehlt hier jener an der Radialis. Der 
gegeniiberliegende an der Cubitalis ist nicht wie bei O. longipennis 
mit dem hyalinen Hinterrande der zweiten Hinterrandzelle ver- 
bunden, da dieser nicht einmal die Discoidalis beriihrt. Dagegen 
zeigt unsere Art einen unvollkommen abgesonderten fiinften weifsen 
Punkt gleich jenseits der kleinen Querader in der ersten Hinterrand- 
zelle. Die Grundfarbe um die 4 Augenflecke der Fliigelspitze ist 
hellbraun, nicht gelb. Die breite braune Querbinde iiber die 
hintere Querader zum Fliigelhinterrande ist aufsen beiderseits 
scharf begrenzt und parallelrandig. 

K6rper 5 mm, Fligel 6 mm lang. 


Parophthalmoptera (hn, g.) piced n. sp. 


2 2 aus Bolivia, Yungas von Coroico, 1000 m, 16. November ; 
leg. Schnuse. Dresd. Mus. 


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Hendel, Neue amerikanische Dipteren. 167 


Der O. bipunctata Hendel, loc. cit. p. 70. 71 et Gen. Insect., 
Subfam. Pterocall. Taf. 4, Fig. 81, ahnlich. Stirne dichter behaart. 
Gesicht und Pralabrum ganz gelb, ohne silbrige Querbinde. Die 
Augen sind kaum linger als hoch, wodurch diese Art von den 
anderen Gattungsgenossen abweicht. 

Thorax, Schild und die Endhilfte des Hinterleibes glanzend 
pechschwarz, ohne jede Bestaéubung. Auch die silbrige Lings- 
strieme oben an den Pleuren fehlt. Hinterleib an der Wurzel- 
hilfte rot bis rotbraun, bei einem Stiicke mehr verdunkelt. Erstes 
Glied der Legeréhre herzformig, linger als breit. Hiiften und 
Beine rotgelb. 

Fliigelzeichnung auch in der Wurzelhalfte gelb. Braun sind 
nur die vordere Basalzelle, Siitume an den Wurzelqueradern, der 
hinteren Querader, an der Fliigelspitze und an den weifsen Flecken 
der Wurzelhalfte des Fliigels, sowie ein rundlicher Schattenfleck 
vor der Miindung der Analis. An der Miindung der Mediastina 
und unter der Mitte der Subcostalzelle in der Marginalzelle je 
ein braun gerandeter weifser Augenfleck. Gleich jenseits der 
Subcostamiindung liegt ein gleichfalls braun gerandeter weifser 
rechteckiger Einschnitt, der unten die Cubitalis bertihrt und an 
der Costa etwas erweitert ist. Beim anderen Stiicke ist er durch 
die Radialis in 2 Flecke geteilt. Die 2 Augenflecke der O. bipunctata 
Hend. an der Spitze der Submarginalzelle sind zu einem langlichen 
Flecke verschmolzen, der nicht braun geséumt ist. Der braune 
Saum der hinteren Querader ist so breit, wie diese Ader lang ist. 

Kérper 3 mm, Fliigel 3,5 mm lang. 

Anmerkung: Diese Gattung griinde ich auf Ophthalmoptera 
bipunctata Hend. Sie unterscheidet sich namentlich durch die 
Stellung der hinteren Querader, die mit der Posticalis einen 
spitzen Winkel bildet, und durch die kiirzeren und breiteren Fliigel. 


Pterocerina anastrepha n. sp. 


1 o aus Peru, Meshagua, Urubambaflufs, 30. Septemb. 
Dresd. Mus. 

Kopf und Anhinge rotgelb, Fithler gesiattigter gefarbt. Die 
Stirne zeigt mit Ausnahme des Vorderrandes in gewisser Richtung 
einen dunkelbraunen Schimmer und sieht wie angebrannt aus. 
Arista sehr lang gefiedert. 

Kérper und Beine wie der Kopf rotgelb gefairbt, auf den 


Pleuren und am Riicken ockerig bestéubt und auf letzterem mit 


undeutlich brauner Zeichnung, die aus 2 Lingslinien und einer 
an der Quernaht unterbrochenen breiten Strieme besteht, versehen. 
Hinterleib auf dem dritten und vierten Tergit mit einem 


168 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1914. 


breiten braunen Hinterrandsaume, der sich in der Mitte nach 
vorne erweitert, und einem schmalen Saume am fiinften Tergite 
gezeichnet. 

Fiifse gegen das Ende hin gebraunt. 

Der Fliigel ist durch seine Aderung charakterisiert. 


Der letzte Abschnitt der Cubitalis ist von der kleinen Quer- 
ader an allmahlich und sanft aufwirts gebogen und miindet 
deutlich oberhalb der Fliigelspitze. Die kleine Querader steht 
nur wenig jenseits der Mitte der Discalzelle. Radialis normal 
wie bei Péterocerina. Die Fliigelzeichnung ahnelt dem in Figur 56 
auf Taf. 3 der Gen. Pterocall. abgebildeten. Er ist schwach 
rauchig getriibt, zeigt einen schwacheren Schatten an der Radialis- 
gabel, einen intensiven braunen Fleck, der die Spitze der Subcostal- 
zelle und den ersten Wellenberg der darunterliegenden Radialis 
einschliefst, aber nicht tiefer reicht. Die Fliigelspitze ist braun, 
nach unten hin allmahlich heller. Vor der Spitze der Submarginal- 
zelle liegt ein rundlicher hellerer Fleck. Jener in der ersten 
Hinterrandzelle ist kaum angedeutet. 

Schiippchen weifs, Schwinger gelb. 

Koérper 5,5 mm, Fliigel 5 mm lang. 


Pterocerina ruficauda n. sp. 
1 ¢ aus Mexico, Jalapa, leg. Crawford, Samml. Prof. Bezzi. 


Durch die unterhalb der Posticalis zusammenfliefsenden basalen 
Fliigelquerbinden der Pt. furcata Hend. nahestehend. 

Kopf gelb. Stirne seidenartig, am Augenrande breit weifs- 
schimmernd. Gesicht weifslich bereift. Fiihler und Taster rotgelb. 
Ocellenfleck allein braun. Hinterkopf oben seitlich braun, ockerig 
bestaubt. 

Thorax und Schild dunkel rotbraun, Pleuren nach unten hin 
allmahlich pechbraun. Bestiubung dicht, ockerfarbig. Hinterleib 
seplabraun, glinzend, am Vorderrande der Tergite blaulichgrau 
schimmernd. Erstes Glied des Ovipositors gelbrot, breit trapez- 
formig. 

Beine rotgelb. Schenkel mit Ausnahme der Spitze, dann 
die Vorderschienen und die Spitzen der hintersten Schienen 
dunkelbraun. 

Der Fliigel gleicht mit folgenden Unterschieden dem von 
Pteroc. furcata Hend., Gen. Pteroc. Taf. 3, Fig. 47. Die beiden 
basalen Querbinden sind von der Costa bis zur Posticalis durch 
einen fast gleich breiten hyalinen Streifen getrennt, der gemeinsame 
Stiel ist viel breiter und beriihrt die Analis. Die erste Querbinde 
ist breit streifenférmig, die zweite von der kleinen Querader 





Hendel, Neue amerikanische Dipteren. 169 


abwirts linienformig. Die dritte, tiber die hintere Querader 
laufende Querbinde verbreitert sich am Hinterrande des Fliigels 
und beriihrt dort fast die zweite. Die durch die Mitte der 
zweiten Hinterrandzelle laufende Halbbinde ist bei dieser Art 
oberhalb der Discoidalis mit der dritten Fliigelquerbinde verbunden. 
Die Spitzenrandbinde geht noch unter die vierte Langsader herab. 
Alle braunen Querbinden zeigen am Fliigelvorderrande breite braun- 
gelbe Kerne eingeschlossen. Die Queradern der Wurzelzellen sind 
braun gesiumt. 

Schiippchen weifs, Schwinger gelb. 

Kérper ohne Ovipositor 3,5 mm, Fliigel tiber 4 mm lang. 


Pierocerina basalis n. sp. 


1 2 aus Peru, Madre de Dios. Dresd. Mus. 

Auch durch die Fliigelzeichnung der Pt. furcaia Hend. sehr 
aihnlich, aber durch das schwarze Gesicht verschieden. Stirne 
und Fiihler rot. Augenrand schmal weifsgelb schimmernd. Hinter- 
kopf, Clypeus, Pralabrum und Taster braunschwarz. Clypeus in 
der oberen Hialfte weifs bereift, unten glinzend. Backengruben 
rotbraun. 

Der iibrige Kérper und die Beine schwarzbraun. Thoraxriicken 
dicht ockerig bestiubt, das Schild nur zart. 

Am Hinterleibe ist das basale Doppelsegment und der Vorder- 
rand des dritten hellgelb. Ovipositor breit trapezformig. 

An den mittleren Beinen sind die Fiifse braunlich. Die 
Hinterbeine fehlen. 

Am Fliigel sind auch die 2 Querbinden iiber die Queradern 
am Hinterrande schmal verbunden. Die Halbbinde der zweiten 
Hinterrandzelle fehlt. Die Spitzenrandbinde ist breiter, geht unter 
die vierte Lingsader herab; ihre innere Grenze ist fast senkrecht 
auf den Adern. 

Schiippchen weils, Schwinger gelb. 

K6érper mit Ovipositor 5,5 mm, Fliigel fast 5 mm lang. 


Pterocerina Townsend n, sp. 
1 o aus Yahuarmayo, Peru, 3. Februar. Coll. Townsend. 
Fiihler, Gesicht, Backengruben, Pralabrum und Tasterspitzen 
samtartig leuchtend orangerot. Stirne matt braungelb. Ein Fleck 
oberhalb der Lunula, die Scheitel- und Ocellenplatten und je ein 
dreieckiger Fleck beiderseits des Cerebrale pechbraun. Augenrand 
schmal weifsgelb schimmernd. Rest des Kopfes rotgelb. Arista 

abstehend gefiedert. Mundrand winklig vorstehend. 
Thorax pechbraun, auf dem Riicken und in einem Streifen 


170 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1914. 


vor der Mesopleuralnaht dicht ockerbraunlich bestiubt. Schild 
schwach bereift. Pleuren vorne und unten stark glanzend. 


Hinterleib am dritten und vierten Tergit samtschwarz, an 
der Basis, an den Vorderecken des dritten Tergites und an der 
Spitze des fiinften gelbrot. 

Hiiften und Beine gelb. Vorderschenkel an der Spitze — 
schwach gebraunt. 

Der Fliigel ist hyalin, zwischen der Subcosta und Costa 
oben, der Discoidalis unten und der Radialisgabel innen lebhaft 
orangegelb tingiert. Costalzellenspitze schwach gebréunt. Ein 
Spitzenrandsaum, der jenseits der Subcosta schmal beginnt, sich 
dann verbreitert und an der Cubitalis das aufserste Drittel deren 
letzten Abschnittes einnimmt, ist dunkelbraun. Er endet an der 
Lingsfalte der ersten Hinterrandzelle und steht an der Spitze 
derselben mit einem gleichfarbigen Zickzacksaume in Verbindung, 
dey den Endteil der Discoidalis, die hintere Querader und einen 
kurzen Teil der Posticalis bedeckt. In der Submarginalzelle 
liegt in der Verlingerung der hinteren Querader ein grofser, ab- 
gerundet viereckiger weifser Fleck. 

Schiippchen weifslich, Schwinger gelb. 

Kérper 6 mm, Fliigel 6,5 mm lang. 


Apterocerina noy. subgen, 
Typus: A. argentea n. sp. 
Dieses Subgenus unterscheidet sich von Pterocerina nur durch 
die nicht gefiederte, blofs kurz behaarte bis nackte Arista. Cubitalis 
beborstet. 


Apterocerina argentea n. sp. 

2 2 aus Bolivia-Mapiri, Sarampioni, 700 m, und 8. Antonio, 
1000 m, Februar. Dresd. Mus. 

Stirnstrieme oben dunkel wachsgelb, vorne, dann die Lunula 
und die obere Hilfte des Gesichts, sowie die Wurzelhalfte der 
Fiihler lebhaft gelbrot. Die ganze Stirne ist zart weifs tiber 
reift, an den Seiten und am Scheitel dichter. Drittes Fihler- 
glied in der Endhilfte allmahlich rotbraun. Unterhalb des Augen- 
randes sind das Gesicht und die Backengruben scharf abgesetzt 
lebhaft silberweifs. Cerebrale und unterer Hinterkopf braun- 
lich gelb, oberer Hinterkopf seitlich schwiarzlich. Taster hell 
rotbraun. 

Thorax und: Schild kaffeebraun, dicht gelbgrau_bestiubt. 
Metanotum und Pleuren unter der Sternopleuralnaht glanzend 
pechbraun. 


Hendel, Neue amerikanische Dipteren. {7i 


Hinterleib rotgelb. Drittes und viertes Tergit mit Ausnahme 
des Vorderrandes und das erste Glied des Ovipositors pechbraun. 
Letzteres breit trapezférmig. Fiinftes Tergit weifs bereift. 

Hiiften und Beine schwarzbraun. Die 4 hinteren Schenkel- 
ringe und Fufswurzeln braunlichgelb. 

Fliigel mit folgenden Unterschieden dem von Pterocerina furcata 
Hend., Gener. Pterocall. Taf. 3, Fig. 47, gleich. Der gemeinsame 
Stiel der Gabelbinde erreicht den Fliigelhinterrand nicht. Die 
Halbbinde in der Mitte der zweiten Hinterrandzelle fehlt. Die 
Spitze der Marginalzelle ist ganz braun. Die zweite und dritte 
Querbinde sind an der Subcostamiindung breit getrennt. 

Schwinger und Schtippchen gelblichweifs. 

Kérper ohne Ovipositor und Fliigel 4 mm lang. 


Apterocerina recta n. sp. 
2 2 aus Bolivia, Jungas von Coroico, 1800 m, 20. November 
Dresd. Mus. 


Durch die Fliigelzeichnung der Pt. colorata Hend. 9, Gener. 
Pterocall. Taf. 3 Fig. 48 nahestehend, aber wegen der wie nackten 
Arista zum Subgenus Apterocerina gehiorig. 


Kopf rotbraun, lederfarbig; oberer Hinterkopf dunkelbraun, 
graulich bestiiubt. Stirnstrieme in gewisser Richtung weifsschim- 
yaernd ; Scheitelplatten dunkelbraun, etwas glanzend, vorne durch 
samtartige Farbe der Strieme eingefafst. Augenrand weils. Ge- 
sicht und Backengruben weifslich bereift. Untere der 2 Front- 
orbitalborsten in der Stirnmitte. Ocellare relativ kurz. Fiihler 
und Taster lebhafter rotbraun. 


Thorax, Schild und Hinterleib von glanzend pechbrauner 
Grundfarbe. Pleuren aschgrau, Schild und Riicken des Thorax 
gelbgrau bereift, letzterer mit deutlichen Wurzelpunkten der 
Grundfarbe an den Haaren und Borsten und einer undeutlichen 
dunklen Liingsstriemung. 

Erstes Glied des Ovipositors schlank und fast so lang wie 
der Hinterleib. 

Hiiften, Knie und die 4 hinteren Fiifse mit Ausnahme der 
Spitze rétlich. Vorderfiifse an der Basis rotbraun. Rest der Beine 
pechbraun. 

Die Fliigelzeichnung unterscheidet sich von obengenannter 
Art (2) durch die geringere Breite der Querbinden, so ist nament- 
lich die iiber die hintere Querader lJaufende vorne stark ver- 
schmialert. Beide Queradern der Wurzelzellen sind braun gesiéumt. 
Die Endabschnitte der dritten und vierten Lingsader sind gerade 


172 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1914. 


und konvergieren. Unterhalb der Subcostamiindung liegt an der 
Welle der Radialis ein brauner Punktfleck. 

Schiippchen etwas gebréiunt, Schwinger hellgelb. 

K6rper mit Ovipositor 6 mm, Fliigel 5 mm. 


Aciuroides noy. gen, (Perocall.). 
Typus: Ac. insecta n. sp. 

Mit Ausnahme der folgenden Unterschiede gilt fiir dieses 
Genus die Beschreibung von Pterocerina Hend., Genera Pterocall. 
p. 24. 8 (1909). 

Das Gesicht hat keine Querfurche, ist im Profile geradlinig 
und tritt am Mundrande nicht vor. Die Backen sind niedriger 
als 1/, der Augenhéhe. — Die Arista ist nur kurz behaart. 

Die Mittelschenkel sind hinten nicht langer gewimpert. Die 
erste Hinterrandzelle ist an der Mindung nicht verengt, sondern 





Fig. 14. 


ganz parallelrandig. Queradern gerade, einander geniihert, auf 
der Posticalis senkrecht stehend; ihre Entfernung voneinander 
betriigt ca. 1/, der Discalzellenlinge. 


Die Analzelle ist aufsen ganz bauchig begrenzt. Die Cubitalis 

ist unbeborstet. 
Aciuroides insecta n. sp. 

1 o aus Paraguay, Hohenau, 250 m, 21. Oktober. Dresd. Mus. 

Kopf hellrétlich ockergelb, auf der Stirne und dem Clypeus 
etwas gebraunt. Stirnstrieme wachsglinzend, am Augenrande 
schmal gelbschimmernd gesiumt. Gesicht schwach weifslich bereift. 
Fihler und Taster rotgelb. 

Thorax rétlich kaffeebraun, Schild rotbraun; Hinterleib pech- 
braun. Der Glanz wird iiberall durch eine helle, gelblichgraue 
Bestaéubung stark beeintrachtigt. Behaarung kurz, wie die Borsten 
schwarz. 

Hiiften und Beine rétlich ockergelb. Schenkel in der Mitte 
breit braun, ebenso die Schienen mit Ausnahme der beiden Enden. 





Hendel, Neue amerikanische Dipteren. 173 


Fliigel nach Figur 14 gezeichnet, ahnlich der Tephritinen- 
gattung Aciwra. Die Zeichnung ist braun, die hyalinen Stellen 
schimmern gegen dunklen Grund betrachtet milchweifs. Die hellere 
Stelle in der Spitze der Costalzelle und die darunterliegende 
sind gelb. 

' Schwinger hellbraun. 
K6rper 4,5 mm, Fliigel 5 mm lang. 


Micropterocerus un. g. (Pterocall.). 
Typus: M. longifacies n. sp. 

Schon durch die Gréfse abweichend. — Oberer Hinterkopf 
nicht hohl, sondern hinter der abgerundeten Scheitelkante flach 
gewolbt, unten stark gewélbt, unterhalb der Mitte inseriert. Ge- 
sicht lang, so lang wie die Stirne, im Profile ganz gerade, 
ohne Querfurche, nach unten zuriickweichend. Wangen 1/, des 





Gesichtes breit. Fitihlergruben deutlich vertieft, parallel zu- 
einander. 

Stirne nach vorne verbreitert, dort doppelt so breit 
wie ein Auge. Fihler ca. '/, des Gesichtes lang. Backen breit, 
hinten herabgesenkt und dort !/, der rundlich ovalen Augen hoch. 
Arista mit Ausnahme der dickeren Wurzel kurz pubesciert. Vor 
der einzigen Orbitalborste auf den Scheitelplatten steht jederseits 
eine Reihe nach vorne hin an Linge abnehmender Haare, die 
nach aufsen gebogen sind. Die oberste derselben gleicht einer 
schwachen Orbitale. Die tibrige, ziemlich dichte Behaarung der 
Vorderstirne ist nach vorne gerichtet. 

Cubitalis an der Wurzel beborstet. Subcosta am Ende der 
Costa stark genaihert, Randmal dort sehr schmal. Kleine Quer- 
ader schief, weniger von der hinteren entfernt als die Liinge dieser 
Ader betragt. 

Alles tibrige wie bei Pterocerina Hend. 


174 Deutsch. Ent. Zeitschr. 1914. 


M. longifacies n. sp. 
1 2 aus Bolivia-Mapiri, Lorenzopata, 11. Mai. Dresd. Mus. 
Das ganze Tier ist lebhaft rotgelb. Stirne, Fiihler, Gesicht 
‘und Backen matt, sonst glinzend; auch Ocellen- und Scheitel- 
platten glanzen. Unter dem Auge ein roter Querfleck hinten 
an den Backengruben. Thoraxriicken und Schild gesattigter 
gefarbt. 

Zweites bis fiinftes Hinterleibstergit mit nach hinten zu immer 
breiter werdenden glinzend schwarzen Hinterrandsiumen. Erstes 
Glied des Ovipositors glanzend schwarz, herzformig, breit abge- 
stutzt, fast so lang wie der halbe Hinterleib. 

Spitzen der Vorder- und Hinterschienen, sowie alle Fufsenden 
dunkelbraun. Fliigel an der Wurzel gelb. Querbinden sepiabraun. 

Schtippchen braun gerandet, Schwinger gelb. 

Koérper samt Legeréhre und Fliigel 8,5 mm lang. 


Antineuromyia n. g. (Richardiinae), 
Typus: A. clavata n. sp. 
Stirne am Scheitel so breit wie ein Auge, vorne die Hilfte 
so breit, eben. Die schmalen Scheitelplatten reichen bis zur 





Fig. 15. 


Stirnmitte vor, das Ocellendreieck ein wenig weiter. Vordere 
Ocelle in der Stirnmitte, die geniherten 2 oberen liegen der ab- 
gerundeten Scheitelkante etwas néaher als der vorderen. Die 
starken Ocellaren und das Orbitalborstenpaar steht in der Liangs- 
mitte der Stirne. Sonst sind nur noch 2 Paare Scheitelborsten 
vorhanden. Augen schief oval liegend. Uber deren Umrifs tritt 
die Stirne und der flache obere Hinterkopf gar nicht, der konvexe 
untere Hinterkopf nur mafsig vor. Gesicht in der Mitte winklig 
gebrochen, am Mundrande etwas stiarker als an den Fiihlerwurzen 
vortretend, Unterrand des Kopfes gerade, wagrecht. Wangen 
linear, Backen sehr schmal. Prialabrum stark vorstehend. 

Fithler langer als das Gesicht, so lang wie dieses samt dem 


Hendel, Neue amerikanische Dipteren. 175 


Pralabrum , nickend; die 2 Wurzelglieder kurz, drittes streifen- 
formig, an der Spitze rund, ca. viermal so lang wie breit. Arista 
basal, locker und abstehend gefiedert, Fiederbreite gut jener des 
dritten Fiihlergliedes gleichkommend. Taster etwas verbreitert; 
Lunula schmal. 

Thoraxriicken vorne verjiingt, am Vorderrande nur so breit 
wie die Stirne in der Mitte, aber auch zwischen den Fliigelwurzeln 
schmaler als der Kopf. Schild oben abgeflacht, vierborstig. 
1 Humer., 2 Notopl, 3 Supraal. kraftig. 1 Meso- und 1 Sterno- 
pleuralborste, 1 Priiscutellare und 2 Paare Dorsozentrale sehr 
schwach und diinn. 

Hinterleib wenig linger als der Thorax, keulenférmig, ge- 
stielt. Den Petiolus bildet das erste Segment; das zweite (die 
andere Hilfte des basalen Doppelsegmentes) erweitert sich dann 
allmahlich bis zur vollen Breite des Hinterleibes. Von den noch 
sichtbaren Tergiten 3—5 ist der mittlere etwas kiirzer. Auf 
den Seitenmitten des zweiten Tergites linger abstehende Haare 
in der Querreihe. 

Schenkel nicht verdickt. Mittelbeine fehlen der Type. Vorder- 
schenkel in der Endhalfte, Hinterschenkel mit Ausnahme des Basal- 
drittels ventral zweireihig bedornt. 

Fliigeladerung nach Fig. 16. Radialis gerade, ebenso die 
einzelnen Abschnitte der anderen Lingsadern. Die beiden 
Queradern stehen tibereinander und bilden eine 
fast gerade Linie. Analis kurz. Gattungstypus 


Ant. clavata n. sp. 


1 o aus Trinidad, Port of Spain, 5. Febr. (G. A. K. Mar- 
shall). Brit. Mus. London. 


Kopf und Anhiange hell rotbraun; Stirne ziemlich glanzend, 
vorne etwas gebriiunt, Ocellenpunkte schwarzbraun. Hinterkopf 
teilweise fleckig braun. Gesichtsaugenrander weils. 

Schultern und Prothorax hellgelb. Pleuren und Metanotum 
glinzend schwarz. Der Riicken und das Schildchen wachsglanzend. 
Ersterer zwischen den Schultern, zusammenhangend damit eine 
breite Medianstrieme des ganzen Riickens und das Schildchen 
pechbraun. Jederseits neben der Medianstrieme noch eine schwarz- 
liche Linie. Hinterleib pechbraun, oben zart punktiert. Behaaruug 
und Beborstung dunkel rotbraun. 

Hiiften gelbbraun, vordere dunkler. Schenkel und Schienen 
pechschwarz. Vorderschenkel in der Endhialfte, Hinterschenkel 
im Basis- und Endviertel gelb oder rotgelb. Fiifse weifsgelb, End- 
glied dunkler gefarbt. 


176 Hendel, Neue amerikanische Dipteren. 


Fliigel hyalin mit sepiabrauner Bandierung nach der Figur. 
Adern nur in der dunklen Zeichnung dunkel-, sonst hellbraun. 

Schwinger weifs, Schtippchen hellgelb. 

Kérper 5 mm, Fliigel tiber 4 mm lang. 


Poecilomyia annulata n. sp. 


1 2 aus Trinidad, Port of Spain, 5. Febr. (G. A. K. Mar- 
shall). Brit. Mus. London. 

Unterscheidet sich von der typischen Form durch dunkel 
rotbraune, oben offene und ziemlich breite Ringe vor den Schenkel- 
spitzen. 

Kérper ohne Fliigel und Ovipositor 7 mm, Fliigel 6 mm lang. 


Richardia podagrica Fab. co 2, Richardia proxima Schiner, Euresta 
stigmatias Lw. und Hucxesta annonae F. Alle aus Trinidad, S. Fernando 
(anfangs Mai). Brit. Mus. London. 








Die Gattungen der Bohrfliegen. 


(Analytische Ubersicht aller bisher bekannten 
Gattungen der Tephritinae). 


Von Friedrich Hendel, Wien. 


Sonderabdruck aus der ,,Wiener Entomologischen Zeitung“, 
XXXIIL. Jahrgang, 1914. 





73 


Die Gattungen der Bohrfliegen. 
(Analytische Ubersicht aller bisher bekannten 
Gattungen der Tephritinae.) 

Von Friedrich Hendel, Wien. 


Anmerkung: I= Palaarktisches, II — athiopisches, III = indo-australisches, 
IV = nearktisches, V = neotropisches Gebiet. 


Beborstung unvollstindig. Es fehlen am Kopfe die Ocellarborsten 
und Postverticalen -— die Occipitalbérstchen sind fast ver- 
kitimmert —, am Thorax die Humerale, die Prisuturale, die 
Dorsozentralen (1) und die Sternopleuralen. — Fiihler verlingert. 
Didcimansilates:. © to. ho. of 
— Beborstung vollstindig. Nur ausnahmsweise fehlt eine oder die 
andere der folgenden Borsten, nie alle zugleich: Ozellare, 
Postverticale, Prisuturale, Dorsozentrale oder Sternopleurale. (2) 
Occipitalbérstchen mehr oder weniger stark entwickelt. Fiihler 
gewohnlich kurz. Tephritiniayssstr.., :...)/+, .. 8 
1. Schenkel ventral mehr weniger gedornt. Thoraxquernaht durch- 
laufend. Hinterleib lang, zylindrisch. 


Cierra Mia tea sin bay = os 2 
— Schenkel ventral nicht gedornt. Thoraxquernaht in der Mitte 
unterbrochen. Hinterleib eiférmig oder keulenformig. . . .3 


2. Fiihler aubergewohnlich verlingert, zweimal so lang wie das 
Gesicht und vorgestreckt. Ovipositor flach gedriickt. 
Meracanthomyia Hendel (1910) III. 
typ. maculipennis Macqu. 
— Fiihler nicht besonders verlingert, so lang wie das Gesicht, 
herabhingend. Ovipositor konisch. 
Adrama Walker (1859) III. 
typ. selecta Walk. 


3. Hinterleib keulenformig, an der Basis gestielt . . . . . .4 
— Hinterleib eiférmig umrissen, nicht gestielt. 
Dacinassesi: (ore een 


— Hinterleib lang gestreckt, schlank, Q mit sechs sichtbaren 
Seementen vor dem Ovipositor. Auf dem Kopfe sind nur vier 
aufrechte Borsten vorhanden, zwei Orbitale in der Stirnmitte 
und zwei Scheitelborsten. Arista langgefiedert. 

Neosophira Hend. (1914) III. 
typ. distorta Walk. 


Wiener Entomologische Zeitung, XX XIII. Jahrg., Heft IIT u. LV (30. April 1914). 


74 


4.*) 


Friedrich Hendel: 


Discoidalis an der Miindung etwas aufgebogen, die erste Hinter- 
randzelle dort etwas verengt. Radialis wellig geschwungen, mit 
Aderanhingen versehen. Q mit iiber kérperlangem, gebogenem, 
zylindrischem Ovipositor. | Toxotrypana Gerst. (1860) V. 

typ. curvicauda Gerst. 
Discoidalis am Ende nicht aufgebogen, erste Hinterrandzelle 
nicht verengt. Radialis normal. Ovipositor von anderer Gestalt. 

Calantra Walker (1860) III. 
typ. smicroides Walk. 


Priscutellarborsten fehlen, Scapulare rudimentir . . . . .6 
Bede. Borstenarten vorhanden... 40/6: si; u, 4k Seen 


. Ovipositor flach. Hinterleib kurz und gerundet, mit deutlicher 


Segmentation. Dacus Fab. (1805) I. 

typ. oleae Gmel. 
Ovipositor zylindrisch. Hinterleib linglich, mit verwischter 
Segmentation. Leptoxyda Macqu. (1835) IL. 

typ. longisty'a Wiedem. 


. Fliigel ohne Querbinden. | Chaetodacus Bezzi (1913) III. 


typ. ferrugineus Fab. 
Fliigel mit Querbinden. Bactrocera Guér. Meny. (1838) TIL. 
typ. wmbrosa Fab. 


. Fliigel nicht ,gegittert*, sondern bandiert oder braungefleckt 


oder glashell (38); sind sie braun mit gréfveren weifien Flecken und 
Randeinschnitten, so dab ein Zweifel entstiinde, dann sind zu- 
gleich sechs Schildborsten vorhanden oder das Dorsozentral- 
borstenpaar steht ganz hinten und mindestens hinter der vor- 
dersten Supraalarborste und zugleich ist die Cubitalis be- 
LOS Re Aiea Miah dhs Para eae ee Ee Ee a see 
Fliigel ,gegittert® oder wenigstens mit gegitterten Querbinden. 
Das Dorsozentralborstenpaar steht stets vor der ersten Supra- 
alaren, der Quernaht des Riickens nahe. Cubitalis beborstet 
OMEREMACKG. (ce go cma e. Ril oe eile ein kre gets ee 


. Das Dorsozentralborstenpaar steht ganz hinten, etwas vor dem 


Prascutellarpaar, mindestens aber noch hinter der geraden Ver- 





=) Sind die Augen lang gestielt, so kime Pelmatops Ender]. 1912. (typ. 


ichneumoneus Westw.) O. Indien in Betracht, die ich fiir eine Tephritine halte. 


Diplochorda O.S. (1881) ist keine Dacine, wie ich in den Genera Pyr- 


gotinae angab, sondern bildet nach meiner jetzigen Anschauung mit Phytalmia, 
Angitula, Angituloides u. a. eine eigene Subfamilie Phytalmiinae Bigot, die 
zwischen Tephritinae und T'ylinaé (Micropezinae) zu stehen kommt. 


Cardiacera Macqu. (1847) (typ. dispar Mequ., Tasmanien) halte ich fiir 


eine Pyrgotine. 


10. 


at. 


12. 


f 


Die Gattungen der Bohrfliegen. 15 


bindungslinie der vordersten Supraalarborste oder es fehlt auch 


PCE ae) acl sev’) | 2 RNY RAY Sar aT rey. 20 
Das Dorsozentralborstenpaar seht in oder vor der geraden 
Verbindungslinie der vorderen Supraalarborsten. . . . . 72 
PulpnKelvenimameeeGornt ye Se OS NL 
Schenkel ohne Bedornung. . . mele 


Fiihler linger als das Gesicht. Hinterleib fast  streifentérmig 
schlank. Kleine Querader jenseits der Mitte der Discalzelle. 
mules schenkel.Starksbedornty othasc). . . a. s 0 ~.. 12 
Fiihler kiirzer als das Gesicht. Kleine Querader vor der Mitte 
der Discalzelle. Hinterleib eiformig, oben stark gewélbt. Priiscu- 
tellare fehlen. Nur die vier hinteren Schenkel zart bedornt. 


Callistomyia Bezzi (1913) IIL. 
typ. pavonina Bezzi. 


Fliigel mit vier schmalen braunen Querbinden, 
Conradtina Enderl. (1911) II. 
typ. longicornis Enderl. 
Fliigel an der Spitze breit braun, mit ein bis zwei weilien 
Apicalflecken, an der Wurzel mit ein bis zwei braunen Quer- 
binden. Celidodacus n. g. II. 
typ. apicalis n. sp. 8. Nigeria. 

Veratitis-ihnliche Fliegen. Der Fliigel ist in der Nahe der 
Basis erheblich verbreitert, die Mediastina entfernt sich in 
ihrem ganzen Verlaufe in einem konvexen Bogen von der 
Subkosta, die kleine Querader steht nie jenseits 
der Mitte der Discalzelle, die hintere Querader_ bildet 
mit der Posticalis nie einen stumpfen, meist aber einen 
spitzen Winkel, die Analzelle ist aufien durch eine ,wurm- 
firmig“ gekriimmte Querader abgeschlossen; stets nur vier 
Scutellare. — Fliigel an der Wurzel meist durch punkt- 
und strichartige Zellkerne hell und dunkel gefleckt, jenseits 
derselben mit folgenden vier, mehr oder weniger vollstiindigen 
schiefen Querbinden, die strahlig vom Vorderrande des Fliigels 
aus zum Hinterrande laufen: erste Binde durch die Wurzelhilfte 
der Discalzelle tiber die kleine Querader zur Analis- 
miindung, zweite Binde iiber die hintere Querader zur Posticalis- 
miindung, dritte Binde schief durch den letzten Abschnitt der 
Discoidalis (kann auch rudimentir sein oder fehlen), vierte 
3inde langs der Kosta zur Fliigelspitze ........ 14 


*) Atopognathus Bigot (1881) IIL (typ. platypalpus Big., Ternate) hat 


fliigelartige Anhinge an den Backen (). Wahrscheinlich Phuthalmyide. 


Wiener Entomologische Zeitung, XXXIIT. Jahrg., Heft IIL u. LV (30. April 1914) 


76 


Friedrich Hendel: 


— Fliegen, auf dieder Komplex obiger Merkmale nicht 


14. 


16. 


17. 


18. 


19. 


zugleich pafit. Ist die Fliigelbandierung ‘hnlich, so bildet 
die hintere Querader mit der Posticalis einen stumpfen 
Winkel, oder die erste Binde geht nicht tiber die kleine, 
die zweite nicht tiber die hintere Querader ...... 16 


Drittes Fiihlerglied verlingert, oben gerade und vorne mit 
schanfer Heke. uh tqill: Muceos) ont a2 “eed aati 


Drittes Fiihlerglied vorne abgerundet, ohne Ecke und Spitze. 
Ceratitis Mc. Leay (1829) sens. lat. I, I, III, V. 
typ. capitata Wied. 


. Die durchlaufende Querbinde iiber die hintere Querader senk- 


recht und der ganzen Linge nach von der vorhergehenden ge- 
trennt, auch an der Kosta. Kleine Querader auf der Mitte der 
Discalzelle. Acroceratitis Hend. (1913) IL. 

typ. plumosa Hend. 
Die Querbinde tiber die hintere Querader schief und vorne 
mit dem zusammenhangenden Kostalsaume verbunden. Kleine 


(Querader vor der Mitte der Discalzelle. 
Chelyophora Rond.*) (1875) IIL. 
typ. borneana Rond. 


Arista, lanes eehedertiin ..2¥P. Aladihe Wane. ed 
Arista nicht gefiedert, héchstens behaart. . . ... .. 46 
Sechs “Schildchenborstem il) 20. eh I ES ads 
Vier Schildchenborsten 0. e. of) ns) es oe 
Radiahs wellic seschwungeny. oe ini ks is) dene, See 


tadialis nicht wellig geschwungen. (Dorsozentralborsten vor- 
Randen), <meta sl . egies uals wher ee 0k 6 aici Sl a 0 
(ueradern einander stark genihert, weniger als die Linge der 
klemen voneinander entfernt. Erste Hinterrandzelle an der 
Miindung durch ploétzliches Zusammenbiegen der zwei Lings- 
adern stark verengt. MRadialis beiderseits mit Aderanhingen 
versehen, welche Briicken mit der ersten und dritten Lings- 
ader herstellen. Polyara Walker (1859) IIL 
typ. insolita Walk. 


Fliigeladerung anders gestaltet . ......2. 2.2... 20 


. Endabschnitt der Discoidalis wellig aufgebogen, erste Hinter- 


randzelle daher an der Miindung verengt. Fliigel mit Quer- 


*) syn. Stictaspis Bezzi (1913). 





21. 


22. 


23. 


24. 


Die Gattungen der Bohrfliegen. Te 


binden. Basalzellen sehr lang und schmal. Nur eine untere 

Orbitalborste. Colobostroter Enderlein (1911) LI. 
typ. pulchralis Enderl. 

Erste Hinterrandzelle an der Miindung nicht verengt. Fliigel 

dunkelbraun mit gréberen weiben Flecken am Rande und einigen 

wenigen in der Mitte ..... Rey ob hae ph 2 


Gesicht stark konvex, am Mandranie Faichanmiee Fiihler 
kiirzer als das halbe Gesicht. Vordere obere Orbitalborste im 
vordersten Stirnviertel stehend, sehr stark. Vier Supraalare. 
Sechs gleichstarke Scutellare. Stirne nach oben hin verengt. 
Posticalis nackt. Radialis schwach geschwungen. 
Themaroides n. g. III. 
typ. quadrifera Walk. 
Gesicht konkav, mit vortretendem Mundrande. Fiihler etwas 
kiirzer als das Gesicht. Vordere der oberen Orbitalborsten weiter 
hinten stehend. Drei Supraalare. Die mittleren Schildborsten 
schwach. Stirne parallelrandig oder vorne verengt .. . 22 


Sternopleuralborste vorhanden. Winkel der hinteren Querader 
mit der Posticalis spitz. Dritte und vierte Lingsader nach 
aufien mehr weniger deutlich divergierend. 

Themara Walker (1857) II, III. 

typ. maculipennis Westw. 

Sternopleurale fehlend. Winkel der hinteren Querader mit der 
Posticalis stumpf. Dritte und vierte Lingsader parallel. Fliigel 
vorne rotgelb, hinten braun mit zwei hyalinen Buchten. 


Themarictera n. g. II. 
typ. rufipennis n. sp. 8. Nigeria. 


Erste, dritte und fiinfte Lingsader beborstet . . ... . 24 
Posticalis nicht beborstet ..-.... wet? eh dae 2D 
Fiihler linger als das halbe Gesicht. ee Orbitalborsten 


nach vorne und einwiirts gebogen. Mittel- und Hinterschienen 
ohne besondere Borsten. Drei Supraalare. Mittelschienen am 
Ende ahnlich wie bei folgender Gattung, aber schwacher gedornt, 
nur mit zwei stirkeren Endspornen. 
Trypanocentra n. g. III. 
typ. migripennis 0. sp. 
Fiihler und Gesicht wie bei Themaroides angegeben. Untere 
Orbitale nach aufwirts gebogen, sehr stark. Mittelschienen mit 
einem Kranze von Enddornen, darunter drei starke und posterior 
mit drei Borsten. Hinterschienen antero-ventral mit zwei bis 
drei Borsten, dorsal mit der gewéhnlichen Borstenreihe. Mittel- 


Wiener Entomologische Zeitung, XX XIII. Jahrg., Heft IIT u. TV (30. April 1914). 


73 


25. 


26. 


27. 


28. 


29. 


Friedrich Hendel: 


schenkel vorne stark beborstet. Hinterschenkel ventral mit zwei 


starken Borsten. Themarohystrix n. g. IL. 

typ. erinaceus n. sp. 
Fliigel braun, mit weifien Einschnitten am Rande. . . . 27 
Fliigel hyalin und ockergelb, mit braunen und gelben Lings- 
striemen und Wischen ... . Nie Sly ine SRO ae 
Kleine Querader auf der Mitte rE Discalzelle. Prisuturale 
fehlt. Sophiroides n. g. III, 


typ. flammosa n. sp. Ceylon. 


Kleine Querader jenseits der Mitte der Discalzelle. 
Sophira Walker (1857) IIL. 
typ. venusta Walk. 


Augen schmal und hoch. —Diarrhegma Bezzi (1913) IIL. 
typ. modestum Fabr. 


Ancenanindhich (20.18) Sides Ae eee Se 2 
Arista gekimmt, nur auf der Oberseite mit Fiederstrahlen. 
1. Hinterrandzelle an der Miindung durch eine Aufbiegung der 
Cubitalis erheblich erweitert. Winkel der hinteren Querader 
mit der Posticalis stumpf. Thorax im Verhiltnis zum Kopfe 
sehr massig. Rioxa Walker (1857) III, 

typ. lanceolata Walk. 
Arista beiderseits gefiedert. Letzter Abschnitt der Cubitalis nach 
abwarts gebogen. Winkel der hinteren Querader mit der Posticalis 
meist. spitz. Rioxoptilona n. g. II, 

typ. vaga Wieder 
Kleine Querader viel langer als ihr Abstand von der hinteren. 
Ihr gegentiber ist die Radialis in kurzer Welle stark gebogen 
und mit der Miindungsstelle der Subkosta verbunden. Vor ihr 
ist die Discoidalis in die Discalzelle eingebaucht. Erste Hinter- 
randzelle an der Miindung plotzlich stark zusammengezogen. 

Henicoptera Macquart (1847) IL, 
flava Macqu. 


Fliigelgeider nicht derartig kompliziert . . . . . soo 


. Die Fliigelzeichnung besteht aus einem grofien henner Quer- 


fleck, der beide Queradern umschlieft und den Hinterrand 

erreicht, aus einer kurzen braunen Querbinde an der Wurzel 

des Fliigels, vom Randmale bis zu den Queradern der Wurzel- 

zellen und aus einem bis zwei schiefen apikalen oder subapikalen 

Spitzenrandstriemen. Lagarosia V. d. Wulp. (1891) IIL. 
typ. lacteata V. d. Wulp. 

Fliigel. anders: gezeichnétyrca col, tue lero sayeaetf tee oe 





dl. 


36. 


Die Gattungen der Bohrfliegen. 719 


Fliigel mit Querbindern, wenigstens mit einem solchen in der 
Mitte, das auch hinten mit dem Braun des Fliigels mehr weniger 


verbunden sein kann. ...... her, QASE meth, oo 
Fliigel braun mit hyalinen Peete eaten sia Flecken in 
der Witte. 8% : Ee ee ct eee es A 
Fliigel hyalin mit Nae Ha braunen Lehane -Flecken 
quer’ -Waschen 2%, |. cha hls SY Par Wh kM 2 


. Ocellarborsten kriftig vorhanden. Drei untere Orbitale. Priisu- 


turale und Dorsozentrale vorhanden. Drittes Fiihlerglied oben 


am Ende spitz. Phaeospila Bezzi (1913) IIL. 
typ. varipes Bezzi. 


Piece CMOrsten: TOMMGN, a8. ie 0 wate ery UR nC tthe She 


. Zwei bis drei untere Orbitale. Dorsozentrale vorhanden. Hinter- 


schenkel ventral meist mit zirka vier Borstenhaaren. Cubitalis 


ganz beborstet. Ptiloniola n. g. IL. 
typ. Preussi n. sp. Kamerun. 


Eine untere Orbitale. Prisuturale und Dorsozentrale fehlen. 
Ptilona v. d. Wulp (1880) IIL. 
typ. brevicornis v. d. Welp. 


mecellare jehlen .--9d¢ aghiadas ie ayo RWOT woHrH (0°35 
Ocellare vorhanden, wenn auch kleiner ..... . oo 
. Humerale fehlen. Dorsozentrale und Sternopleurale eee 


Fliigel mit Ceratitis-artiger Zeichnung. 
Anoplomus Bezzi (1913) ILL. 
typ. flexuosus Bezzi. 


Humerale vorhanden. Fliigelzeichnung nicht Ceratitis-artig . 36 
Arista nur aut der Oberseite gefiedert. Fiihler unterhalb der 
Augenmitte inseriert. 
a) Keine unteren Orbitalborsten. 
Chaetellipsis Bezzi (1913) IIL. 
typ. paradoxa Bezzi o. 
é) Untere Orbitalborsten vorhanden. 
Poecillis Bezzi (1913) II. 
typ. judicanda Bezzi 9. 
Arista beiderseits gefiedert. Fiihler gegeniiber oder oberhalb 
der Augenmitte inseriert ..... wi otis MA Get 


. Sternopleurale fehlt. Nur eine untere Orbitalborste. Dorso- 


zentrale vorhanden. Ovipositor flach. Radialis wellig. 
Colobostrella n. ¢. III. 
typ. ruficauda n. sp. Celebes. 


Wiener Entomologische Zeitung, XX XIII. Jahrg., Heft IIL u. [V (30, April 1914), 


80 


Friedrich Hendel: 


— Zwei bis drei untere Orbitale. Sternopleurale vorhanden. Dorso- 


40. 


40 a. 


41. 


zentrale fehlen mindestens dem 9. Ovipositor konisch. Radialis 


nicht wellig. Euphranta (4) Loew (1862) I, IIL. 
typ. connexa Fabr. 


. Fiihler so lang wie das Gesicht. Drittes Glied lang linear. 


Hinterleib mit schwarzen Flecken. Die mit dem Spitzenrand- 

saume zusammenhingende, fast senkrechte Fitigelquerbinde lauft 

iiber die hintere Querader. Molynocoelia Gigl.-Tos. (1893) V. 
typ. /utea Gigl.-Tos. 

Ptihler kirzersals* dastGesicht "629° 1s, “Waly Se S59 


. Beide Queradern gerade. Hinterleib gelb mit schwarzen Quer- 


binden oder wenigstens basal gelb. Fliigel hyalin mit braunen 
(QJuerbinden oder wenigstens basal gelb. Fliigel hyalin mit 
braunen Querbinden . . . . . AO 
Beide Queradern wurzelwirts bine sehen: lamtcrien aliveend 
schwarz. Fliigel dunkelbraun mit einer weifien Langsstrieme, 
die schief hinauf durch die Discalzelle in die erste Hinterrand- 
zelle zieht und hier stumpfwinklig nach unten umbiegt. Hintere 
(Juerader mit der Posticalis einen stumpfen Winkel bildend. 41 
Ende des dritten Fiihlergliedes rund ....... =. 40a) 
Drittes Fihlerglied mit scharfer Ecke. 


Acrotaeniostola n. g. II. 
tpp. sexvittata n. sp. Formosa. 


Ocellare rudimentir. Gastrozona Bezzi (1913) IIL. 

typ. fasciventris Macqu. 
Ocellare stark entwickelt. Taeniostola Bezzi (1913) IL. 

typ. vittigera Bezzi. 
Ocellare fehlen. Acht untere Orbitalborsten; die vorderste der 
zwei oberen im obersten Viertel der Stirne. 

Carpophthorella n. g. UL 

typ. magnifica n. sp. Formosa. 

Ocellare vorhanden. Drei untere Orbitale; die vorderste obere 


steht in der Stirnmitte. Carpophthoromyia Austen (1910) II (5). 
typ. vittata Fabr. 


. Kleine Querader auf oder vor der Mitte der Discalzelle stehend. 


Cubitalisende abwiarts gebogen . . . ; eres 
Kleine Querader jenseits der Mitte der nisexteale een 45 


5. Nur eine untere Orbitalborste. Radialis gerade. 


Dimeringophrys Enderl. (1911) II. 
typ. ortalina End. 
Zwei bis drei untere Orbitalborsten. Radialis wellig, an der 


Basis und vor der Miindung der Cubitalis naher als in der 


44. 





49. 





Die Gattungen der Bohrfliegen. S1 


Mitte. Fliigel mit drei gegen die Spitze hin divergierenden 
gelben Langsstriemen ...... . 4 Moines 5.44 
Ocellare fehlen. Kleine Querader bet a der Mitte der 
Discalzelle stehend. Xanthorrachis Bezzi (1913) II. 

typ. Annandalei Bezzi. 
Ocellare vorhanden. Kleine Querader iiber dem ersten Fiinftel 
der Discalzelle stehend. Kopf balancierend, unterhalb der Mitte 
inseriert, hoher als lang. Xanthorrachista n. g. II. 

typ. cephalia n. sp. O.-Afrika. 


5. Erste Hinterrandzelle parallelrandig. 


Euphranta (4) Loew (1862) I, IIL. 
typ. connexa Fabr. 
Erste rintetanivallé an der Miindung durch Aufbiegen der 
Cubitalis erheblich erweitert. Icteroptera v. d. Wulp. (1898) III. 
typ. limbipennis v. d. Wulp. 
Erste Hinterrandzelle durch Zusammenbiegen der dritten und 
vierten Liingsader auffallig verengt. Radialis gerade. Fliigel 
lang und schlank, braun, nur am Hinterrande hyalin. Ocellare, 
Dorsozentrale und Prasuturale fehlen. 


Felderimyia n. g. III. 
typ. fuseipennis n. sp. O.-Indien. 


. schild mit sechs oder mehr Randborsten ....... .47 
Schild: mit zwer bis vier, Randborstemy..) 9.5. 2 «0 ..58 
. Fiihler eineinhalbmal so lang wie das Gesicht. Arista im ganzen 


verdickt. Kleine Querader im Wurzelviertel der Discalzelle 


stehend. Ceratodacus n. g. V. 
typ. longicornis n. sp. Peru. 


Fiihler kiirzer als das Gesicht, hdchstens so lang wie dieses . 48 


. Schildchen zirka die Hialfte des Thoraxriickens lang, flach, oben 


dicht und fast rauh behaart und am Rande mit zehn starken 
Borsten besetzt. Fltigel ganz braun, nur an der Spitze und 
am Hinterrande heller gefirbt. Ocellare fehlen. 
Xarnuta Walker (1857) III. 

typ. lewcotela Walk. 
Schild kiirzer, oben nackt oder fast nackt, am Rande mit sechs 
Borsten... Ocellare nicht vorhanden . . .... -,.. -4 +49 
Radialis deutlich wellig geschwungen. Posticalis nackt. Fliigel 
dunkelbraun, mit gréfieren weifen Randeinschnitten und kleineren 
weifien Flecken in der Mitte. Themara Walker (1857) II, III. 

typ. maculipennis Westw. 

Budvalimarchitwellign, ayy Sve. ee 28 ee 0 


Wiener Entomologische Zeitung, XX XIII. Jahrg., Heft III u. IV (30. April 1914). 


82 


50. 


51. 


5D. 


Friedrich Hendel: 


Stirn mindestens so breit wie der halbe Kopf. Beide Queradern 
einander genihert. Posticalis nackt. Die Fliigelzeichnung be- 
steht aus wenigen unregelmafbigen braunen Flecken. 


Xenochaeta Snow (1894) IV. 
typ. dichromata Snow. 


Stirn viel schmiler als die Kopfhalfte, Die kleine Querader 
steht um die Mitte der Discalzelle herum. Fliigelzeichnung 
nicht getleckt ... «. £ ut, Oe 
Spitze der Analzelle feet ale fen Rost ae Analis. Die vor- 
dere der zwei oberen Orbitalborsten oberhalb der Stirnmitte. 
— Fliigel nicht auffillig verbreitert, in der Spitzenhilfte glas- 
hell, mit einer breiten braunen Querbinde iiber die hintere 
(Juerader, die aber auch breit mit dem Braun der Fliigelwurzel 
zusammenhiingen kann. Mit ihr ist vorne mindestens ein Spitzen- 
randsaum oder auch noch eine schiefe Subapikalbinde verbunden. 


Hexachaeta Loew (1873) V 
typ. eximia Wiedem. 


Fliigel breit und abgerundet, an der Spitze nicht bandiert, 
sondern dunkelbraun mit gréfieren weilien Flecken am Rande 


und kleinen in der Mitte ... . Sao eg 
Hinterschenkel ventral beborstet. Mpalpalloniprel kiirzer als 
der Rest der Analis. Hexacinia n. g. III. 


typ. stellata Macqu. 
Hinterschenkel ventral ohne Borsten. Analzellenzipfel linger 
als der Rest der Analis. Die vordere der zwei oberen Orbi- 


talen steht auf der Stirnmitte. Blepharoneura Loew (1873) V. 
typ. poecilosoma Schiner. 


. Analzelle bauchig begrenzt. Posticalis nackt. Radialis stark 


wellig gebogen. Discoidalis vor der kleinen Querader bauchig 


hinabgebogen. Neoacanthoneura n. g. V. 
typ. magnipennis n. sp. Peru. 
Analzelle unten in eine Spitze ausgezogen ..... . . 54 


Posticalis beborstet. Kosta gewimpert. Radialis wellig ge- 
schwungen. Kopf beim <j verbreitert, weniger beim Q. 
Acanthoneura Macquart (1843) III. 
typ. fuscipennis Macqu. 
Posticalis nicht beborstet. Kosta nicht gewimpert . . . . 55 
Kopf aufgetrieben, besonders der Hinterkopf hinter den Augen 
vortretend. Stirn vorne zweimal so breit wie ein Auge, der 
Linge nach vertieft, die beim © mit griffelartigen Borsten 
besetzten Stirnorbiten leistenartig erhdit. 
Straussia Rob. Desv. (1830) IV. 
typ. longipennis Wiedem. 


Die Gattungen der Bohrfliegen. 83 


— Hinterkopf oben am Scheitel nicht geschwollen, nicht hinter 
den Augen vortretend.... . » deergh 3°56 
56. Stirn neben den Fiihlern erh apie fey Ae ein Auge . 57 
— Stirn dort kaum schmiiler bis zweimal so breit wie ein Auge . 59 
57. Stirn parallelrandig, mehrfach linger als breit . .. . . 58 
— Stirn gegen den Scheitel hin breiter werdend. Stirn des ¢j 
mit fbnlicher Bildung wie bei Straussia angegeben. 
Vidalia Rob.-Desv. (1830) IIL. 
typ. impressifrons Rh. D 
58. Kleine Querader in der Mitte der Discalzelle. Fliigelvorderrand 
gelb, zwei schiefe Binden der Spitze und ein Saum der hin- 
teren Querader braun. _ Poecilothea n. g. Il. 
typ. angustifrons n. sp. Formosa. 
— (ueradern einander stark genihert. Fliigelzeichnung schwarzbraun. 
a) Rostfarbige Art mit gepolstertem Hinterkopf. 
Acidiella n. g. II. 
typ. longipennis n. sp. Formosa, 


@) Hinterkopf auch unten flach, nicht gepolstert. Schwarze 
Arten. Pseudospheniscus Hend. (1913) IL. 
typ. angulatus Hend. 
— Kleine Querader etwas jenseits der Mitte der Discalzelle. Gelbe 
Arten.*) Fliigel hyalin mit gelben Querbinden. 
Acidoxantha n. g. III. 
typ. punctiventris n. sp. Formosa. 
59. Hinterleib lane und sehr schlank, nach hinten zu etwas keulig 
verdickt. Fliigel fast hyalin. Untergesicht stark eingedriickt, 
ohne Mediankiel, an den Seiten durch scharfe Randleisten be- 
erenzt, vorne wallartig in die Hohe gebogen. 
Coelopacidia Enderl. (1911) II. 
typ. madagascariensis End. 





— Fliegen von anderem Typus ...:- . . 60 
60. Backen mindestens die Hilfte eines nee ora ourerer ime 
kopf stark vortretend, gepolstert . . . . sol 


— Backen niedriger. Unterer Hinterkopf nicht eters conolstert 62 
61.**) Drittes Fiihlerglied vorne abgerundet. Hinterschienen antero- 
dorsal ohne Borstenreihe. Keine Sternopleurale. Radialis gerade. 


Augen lotrecht oval. Ovipositor konisch. Platyparella n. g. I. 
typ. discoidea Fabr. 











*) Fliigel braun, mit einigen weiben Flecken und Randeinschnitten und 
einem schwalbenschwanzartigen Zipfel am Hinterrande. Machaomyia n. g. III, 
typ. caudata n. sp. Formosa. 

#*) Hieher gehért wahrscheinlich auch die mir unbekannte, nicht einreih- 
bare Gaiane Macrotrypeta Portschinsky (1892) I, typ. ortalidina Portsch, 


Wiener Entomologische Zeitung, XX XIII. Jahrg., Heft IMI u. 1V (30, April 1914), 


84 


Friedrich Hendel: 


— Drittes Fiihlerglied vorne oben mit Spitze. Hinterschienen antero- 


64. 


6D. 


66. 


67. 


68, 


dorsal mit Borstenreihe. Sternopleurale vorhanden. Radialis 
geschwungen. Augen queroval. Ovipositor flach, mit Seiten- 


kanten. Platyparea Loew (1862) I. 
typ. poeciloptera Schrank. 


2. Discoidalis an der Miindung mehr weniger aufgebogen, die- 


selbe verengend. Dorsozentralborsten ganz hinten  stehend. 


Ovipositor lang und drehrund. 
Anastrepha (6) Schiner (1868) V. 
typ. serpentina Wiedem. 


Discoidalis nicht aufgebogen. Ovipositor mit Seitenkanten. 63 


3. Subkosta vor der Miindung plotzlich rechtwinklig aufgebeugt 


und verdickt. Hintere Querader so sehr schief gestellt, dal die 
Discalzelle oben nicht linger als die zweite Basalzelle ist. 
Phagocarpus Rondani (1871) I, III. (Anomoea Walk.) 
typ. permundus Harris. 

Subkosta spitzwinklig miindend. Hintere Querader nicht auf- 
fallig schief gestellt. Discalzelle linger . ...... 2. 64 
Entfernung beider Queradern von einander viel kleiner als die 
Linge der hinteren Querader betrigt. Cubitalis der ganzen 
Linge nach beborstet. Stirn parallel, so breit wie ein Auge, 


11/,mal so lang wie breit. Neanomoea n. g. IIL 
typ. approximata n. sp. Formosa, 


Queradern weiter von einander entfernt. ...... . 65 
Ocellarborsten fehlen. Nur eine obere Frontorbitalborste . 66 
Ocellare vorhanden. Zwei obere Orbitale. . . . 68 
Matt bestiubte Arten. Kopf des ( ohne besondere. Be- 
borstung: . 7... - Ot 


Glanzende Arten. "Kopf he 3 mit “ahnlicher BAe wie 
bei Straussia beschrieben. Stemonocera Rond. (1870) I. 
typ. cornuta Scop. (1772). 
Drittes Fiihlerglied dreimal so lang wie breit. Koérper schlank, 
verlingert. Staurella Bezzi (1913) II, II. 
typ. crux Fabr. 
Drittes Fiihlerglied 11/,mal so lang wie breit. Korper gedrungen. 
Rhacochlaena Loew (1862) I, IL 
typ. toxoneura Loew. 
Drittes Fiihlerglied. linear, viermal so lang wie breit. Augen 
fast doppelt so hoch wie lang. Kleine Querader_ stark schief 


gestellt. Cryptodacus n. g. V. 
typ. obliquus n. sp. Bolivia. 


Die Gattungen der Bohrfliegen. RH 


— Drittes Fiihlerglied oval. Augen mehr rundlich. Kleine Quer- 
BacmenemMechinwaterenthc \\ Size) aliee alidvvaliey iby belie. 669 
69. Drittes Fiihlerglied vorne oben mit scharfer Kcke. 
Zonosema Loew (1862) I, III. 
typ. Mezgeni Loew. 
— Drittes Fiihlerglied vorne abgerundet ......... 170 
70. Kleine Querader deutlich vor der Discalzellenmitte stehend. 
Peristomalien, namentlich beim <j’, beborstet. 
Chaetostoma Rond. (1856) I. 
typ. curvinervis Rond. 
— Kleine Querader nicht vor der Mitte der Discalzelle stehend. 
Peristomalien ohne stiirkere Borsten ......... «Ti 


71. Fliigel mit ,Bichen*, d. h. Querbinden, die abwechseld bald 
vorne, bald hinten zusammenhingen. An der Spitze stets mit 


einer schiefen Querbinde durch die Discoidalis. 
Acidia Rob. Desv. (1830) I, IIf?. 
typ. cognata Wiedem. 


— Fliigel mit in isolierte Flecke aufgelésten Querbinden. 
Phorellia Rob. Desv. (1830) (Spilographa Loew) |, IU, IV, V. 
typ. artemisiae Fabr. 


feeocuild= mit sechs. Borstew' ls si Wee 8 
a SeiAWweborscen. SGU, ee ries eevee Bes ee 
SSM VEECODOIStE. | 8. ee ee ee ee NEVER “8S 
73. Arista lang gefiedert. Themara Walker (1857) I, III. 


typ. maculipennis Westw. 
Aisin NOCnStens PUbeSZent <= 2 poe a 2 as 14 
74,.*) Wurzelzellen lang und schmal, zirka viermal so lang wie breit 
und beide gleichlang. Phorelliosoma n. g. III. 
typ. hexachaeta n. sp. Formosa. 
— Wurzelzellen kurz, Analzelle kiirzer als die zweite Basalzelle. 
(Siehe auch bei Nr. 50.) Xenochaeta Snow. (1894) IV. 
typ. dichromata Snow. 
75. Kleine Querader erheblich von der Mitte der Discalzelle stehend. 
Diese kiirzer als der letzte Abschnitt der vierten Lingsader. 
Rhithrum n. g. V. 
typ. rivulatum n. sp. Peru. 


— Kleine Querader jenseits der Mitte der Discalzelle . . . 76 

*) Von diesen zwei Gattungen mag sich durch unbeborstete Cubitalis 
und spitzenlose Analzelle die mir unbekannte Gattung Rhyncheterus Rond. 
(1865) I, typ. damascenus Rond. unterscheiden. 


Wiener Entomologische Zeitung, XXXIIT. Jahrg., Heft III u. TV (30. April 1914). 


86 


C0: 


77. 


78. 


9. 


80. 


Friedrich Hendel: 


(Jueradern fast tibereinanderstehend, senkrecht auf den Langs- 
adern. Sie werden von einer gemeinsamen durchlaufenden 
(Juerbinde bedeckt, die mit zwei Lingsbinden zusammenhinegt, 
welche teils langs des Fliigelvorderrandes, teils lings der Posti- 
calis bis zur Wurzel hinziehen. An der Fliigelspitze noch eine 
Querbinde und ein Apikalfleck. 

Phaeogramma Grimshaw (1901) IIL 

typ. vittipennis Grimsh. 

Queradernymicht, so stark. cendhert <> 2 7. 2 eed 
tiissel stark verlingert und gekniet. Fliigel braun gefleckt, 


~Mundrand hinaufgezogen. Hetschkomyia n. g. V. 


typ. maculipennis n. sp. Peru. 
Russel micht verlangert, und gekmiet) san. . «.anpe oeale 
Fliigel auffallend breit und an der Spitze rund, vorne konvex, 
dunkelbraun, in der Wurzelhilfte vorne und hinten mit weifien 
tandeinschnitten, in der Mitte mit weiBen Punkten und an oder 
vor der Spitze mit weiber ,Sichelrandbinde*. 

Pseudeutreta n.g. V. 

typ. adspersa Wiedem. 

Fliigel schlanker, nicht von rundlichem Umrisse, stets ohne 


wellie .Sichelrandbimde” der Spitze, sf) sdene. vent ehenee = emo 
Glainzend schwarze, unbestéubte Arten ........ 81 
Thorax, und Schild. matt: bestaubi.cy....2 -ateenil sate eee 


Fliigel mit vollkommenen Querbinden. 
Pseudoedaspis n. g. V. 
typ. biseta n. sp. Argentinien. 


— Fliigel mit braunen Flecken. Celidosphenella n. g. V. 


Ol: 


82. 


typ. maculata n. sp. Chile. 


Postocularcilien schwarz oder dunkel. 
Aciura Rob. Desv. (1830) I, UH, U1. 
typ. coryli Rossi. 
Postocularcihen’ gel {Rae La ae ae Piet he eee) 
Radialis und Discoidalis gerade. 
Tephrella Bezzi (1913) II. 
typ. decipiens Bezzi. 
Radialis aufgebogen. Discoidalis jenseits der stark schiefen 
hinteren Querader aufgebaucht. Xanthaciura n. g. IV, V. 
typ. chrysura Thoms. 


3. Hintere Querader stark schief gestellt, mit der Posticalis emen 


spitzen Winkel bildend,.so dafi die Discalzelle oben gemessen 
kiirzer als der letzte Abschnitt der Discoidalis ist. Erste Hinter- 








87, 


88. 


89. 


90. 


Die Gattungen der Bohrfliegen. 87 


randzelle unter der Fliigelspitze miindend und dort erweitert. 
Kine weilie Sichelquerbinde an der Fliigelspitze oder vor der- 
selben. Sonst besteht die Fliigelzeichnung aus weifien Ein- 
schnitten am Rande und einigen Punkten in der Mitte. 
Polymorphomyia Snow (1894) V. 
typ. basilica Snow. 

Hintere Querader nie so schief gestellt, dali die Discalzelle 
kiirzer als der letzte Abschnitt der vierten Liingsader ist . 84 


. Cubitalis von der Basis her oben in gréferer Ausdehnung 
genuuel beborstet . °°. : Ge: Med oo 
Cubitalis oben nackt oder fast Ba (7) ee ets 
Schild stark gewélbt, glinzend, wie ee Ske jg Whiuingn esa8 OO 
Schild nich t»geschwollen).<jc)<i4 syed is Ay A087 


. Schild ohne Medianvertiefung. Fliigel mit vier bis faint schiefen 


dunkelbraunen Querbinden und genaherten Queradern. 
Cecidochares Bezzi (1910) V. 
typ. rufescens Bezzi. 
Schild mit Medianfurche, zweihéckerig. Die Fliigelquerbinden 
sind gelb und teilweise braun gerandet. 
Peronyma Loew (1873) V. 
typ. sarcinata Loew. 
Kopf linger als hoch, Augen wagrecht oval. Fiihler doppelt 
so lang wie das kurze Gesicht, herabhingend. Sehr lange und 
schlanke Art. Vorderbeine verkiirzt. Mittelschenkel verlingert 
und verdickt. Mesopleura hinter den Vorderhiiften mit einer 
beborsteten Kante. Phantasmiella n. ¢. III. 


5 
typ. cylindrica n. sp. Formosa. 


Wonsandcrer “Gestalt Sy le eo BOMMOY, PIANOS! 88 
Arten, deren Riicken der Linge nach und deren Hinterleib 
der Quere nach schwarz gebindert sind. Ocellare stark. Arista 
lang gefiedert. Taeniostola Bezzi (1913) IIL. 

typ. vittigera Bezzi. 
Nicht derart schwarz gestriemte Arten. Arista nicht lang 


eehiedertit) mike lox Mitsithy Ane wpe SS 
Am Thorax ganz set ieeataubte. tent st gee 80 
Glinzende oder wenig bestiubte Arten. ........91 


Zwei Paare Dorsozentralborsten, ein Paar vor der Naht, ein 
Paar gleich dahinter. Subkostalzelle spitzwinkelig. Fliigel mit 
dunklem Spitzenrandsaum und zwei schiefen subapikalen Quer- 
binden. Polionota v. d. Wulp. (1899) V. 

typ. mucida Gigl. Tos. 


Wiener Entomologische Zeitung, XXXIIL. Jahrg., Heft IIT u. [IV (30. April 1914), 


88 


oie 


94. 


95, 


Friedrich Hendel: 


Nur ein Paar Dorsozentralborsten hinter der Naht. Subkosta 
vor der Miindung plotzlich rechtwinklig aufgebogen, die Zelle 
daher sehr kurz, nicht linger als breit. Kosta im Wurzel- 
abschnitt bis zur Mediastina beborstet. Augen doppelt so hoch 
wie lang. Stenopa Loew (1873) IV. 
typ. vulnerata Lw. 

Fliigel mit meist fiinf sehr schiefen, gelben, braun gesiiumten 
(Juerbinden und einander geniherten schiefen und fast paral- 
lelen Queradern. 

Tomoplagia Coquillett (1910) (Plagiostoma Loew) IV, V. 

typ. obliqua Say. 

Fliigel mit schwarzbrauner, anderer Zeichnung. Queradern 
ungefiihr senkrecht stehend. . . .. . oe 


2. Arista kurz gefiedert, Fiederbreite gleich ahi des de itten Fibhler- 


gliedes. Dieses ist viermal so lang wie breit und hat oben an 
der Spitze eine scharfe Ecke. Kleine Querader etwas vor der 
Mitte der Discalzelle. Fliigel mit sechs schmalen, braunen 
(Juerbinden. Acrotaeniostola n. g. IIL. 
typ. sexvittata n. sp. Formosa. 

Arista nicht gefiedert. Kleine Querader jenseits der Mitte der 
Discalzelle. Drittes aie Sl viel kiirzer und vorne abge- 
11010 2) Fiat ra sans Peey mee es 


. Ocellare tfehlen. Subeosth an der Miindung plbialieh senkrecht 


aufbiegend, Randmal daher nur so lang wie breit. Winkel der 
hinteren Querader mit der Posticalis auffallend stumpf. Zipfel 
der Analzelle nur wenig kiirzer als der Rest der Analis. ‘ 
Parastenopa n. g. V. 
typ. carinata n. sp. Bolivia. 


Ocellare vorhanden. Subkostalzelle spitzwinklig auslaufend, 
schlankk....', :-\\srs faust sane) See onedyk. Sutale creer =: 
Gesicht nur die Halfte der Stirn lang, Fiihler unterhalb der 
Augenmitte inseriert. Augen am Hinterrande ausgeschweift. 
Letzter Abschnitt der Discoidalis nur die Hilfte der Discalzelle 
lang. Der Winkel der Posticalis mit der hinteren Querader ist 
spitz und beriihrt mit seimem Scheitel den Hinterrand des 
Fliigels. Calosphenisca n. g. III. 
typ. volucris n. sp. Formosa. 


Gesicht linger. Augenrand hinten nicht ausgeschweift. Letzter 


Ausliufer der Posticalis deutlich sichtbar . ..... . .95 
Hinterkopf flach. Stirn zwei bis zweieinhalbmal so lang wie 
breit, schmal. Pseudospheniscus Hend. (8) (1913) IU. 


typ. angulatus Hend. 


Die Gattungen der Bohrfliegen, 89 


— Hinterkopf gepolstert. Stirn kiirzer, ungefihr so breit wie ein 


96. 


97. 











98. 





100. 


101. 





UC ermieE ras: Muito ig Loh ajut elect. jlo, 4.96 


Fliigel lang und schlank, dreimal so lang wie breit, dunkel- 
braun und nur am Hinterrande breit hyalin, ohne Querbinden- 
rudimente daselbst. Liingsadern gerade, dritte und _ vierte 


parallel. Ocneros 0. Costa (1844) I, Il, TIL. 
typ. dimidiata O. Costa. 


Fliigel mit braunen, manchmal miteinander verbundenen Quer- 
Biotin sytentent he, otal. ghey anti alicia ls). yawithe id 


Discoidalis vor der kleinen Querader gerade. Die Querbinde 
tiber die kleine Querader ist in der Discalzelle mit dem Braun 


der Fliigelwurzel verbunden. — Queradern einander genihert. 
Letzter Abschnitt der Discoidalis ungefihr so lang wie die 
Discalzelle. Philophylla Rond. (1870) I, Il, IV. 


typ. heraclei Linné. 


Discoidalis vor der klemen Querader Jtivellia-artig in die 
Discalzelle hineingebaucht. Die tiber die kleine Querader lau- 
fende Querbinde ist von dem Braun der Fliigelwurzel voll- 
kommen getrennt. Die schiefe Querbinde unter dem Spitzen- 


randsaum fehlt. Epochra Loew (1873) IV. 
typ. canadensis Loew. 


Analzelle aufen durch eine gerade oder konvexe Querader 
begrenzt, so dafi unten keine winklig vorstehende Spitze ent- 
erly ON AP UOBOIROMIRE, ore yee ee Ss 4199 
Analzelle aufien durch eine konkave Querader abgeschlossen, 
unten im eine Spitze ausgezogen. ...... =. eesti 
mussel mormals micht verlangert. “i)ih. dis tee is, .“100 
Riissel verlingert und knieartig geknickt. Kleine Querader 
auf oder vor der Mitte der Discalzelle ....... .104 
Kleine Querader vor der Mitte der Discalzelle . . . . . 101 
Kleine Querader jenseits der Mitte der Discalzelle . . . 102 


Zwei Paare Dorsozentrale. Backen niedrig, Kopf nicht aufge- 
blasen. Erste Hinterrandzelle an der Miindung nicht verengt. 
Trigonochorium Becker (1913) L. 
typ. oculatum Beck. 
Ein Paar Dorsozentrale. Backen so hoch wie ein Auge. Kopf 
aufgeblasen. Erste Hinterrandzelle an der Miindung stark ver- 
engt. Nearomyia Becker (1913) L. 
typ. flavovaria Beck, 


Wiener Entomologische Zeitung, XXXIII. Jahrg., Heft I1I u IV (30. April 1914), 


90 


102. 


104. 


105. 


106. 


107. 


108. 


109. 





Friedrich Hendel: 


Letzter Abschnitt der vierten Lingsader gerade. Fliigel glas- 
hell, meist mit drei bis vier braunen Querbinden. 
Tephritis Latreille*) (1805) I, I, V. 
typ. solstitialis Linn. 
Letzter Abschnitt der Discoidalis jenseits der hinteren Quer- 
ader auffillig aufgebogen .. . . 103 


3. Augen rundlich. Hinterkopf flach. Hliimelzetehnnee donee -artig. 


Tetraciura n. gen. V. 
typ. quadrisetosa n. sp. Bolivia. 
Augen erheblich hdher als lang. Hinterkopf konvex. Fliigel 
dunkelbraun mit zwei hyalinen Buchten am Hinterrande beider- 


seits der Posticalis. Hypenidium (9) Loew (1862) I 
typ. graecum Loew. 
Erste) Hinterrandzelle: nicht, verenget.) . chest). “ieee h OS 


Erste Hinterrandzelle an der Miindung erheblich verengt, ober- 
halb der Fliigelspitze miindend. Augen rund. Fliigel mit 
mehreren fleckenartigen Halbbinden. 
Myiopites Brebisson (1827) I. 
typ. Blotii Breb. 
Schild mit sechs Borsten, die zwei mittleren kleiner. 
Rhyncheterus Rondani (1865) I 
typ. damascenus Rond. 
Schild mit vier Borsten. ... . . 106 
Gesicht schnauzenartig vorgezogen, mi Deere On Mittellings- 
kiel. Fliigel mit vier ganzen (Querbinden. 
Gonioglossum Rondani (1856) I 
typ. Wiedemanni Meig. 
Gesicht ohne obige Bildung. Asimoneura Czerny (1909) I. 
typ. Stroblii Czern. 
Arista kurz; aber dicht gefiedert. Priscutellare fehlen. Thorax 
und Hinterleib schlank. Staurella Bezzi (1913) IIL. 
typ. crux Fabr. 
Arista nur kurz pubesziert. Préscutellare vorhanden. Thorax 
und Hinterleib nicht schmal und verlingert . . . . . 108 
Kleine Querader in der Nihe der Discalzellenmitte datigna: 
Drittes Fiihlerglied vorne oben meist mit einer Spitze . . 109 
Kleine Querader der hinteren genihert. Drittes Fiihlerglied 
vorne abgerundet oder oben hédchstens mit einer Ecke. . 111 
Gelbe Arten mit schwarzen Flecken auf dem Riicken und dem 
Schilde und gelben Fliigelquerbinden. 
Carpomyia (10) A. Costa (1854) [, IIL. 
typ. vesuviana A, Cost. 
*) Urophora Rob. Desv. 1830, 


Die Gattungen der Bohrfliegen. 91 


~— Glanzend schwarze Arten; hoéchstens das Schild gelb: Fliigel 
miteschwarzbraunen Querbinden ~) i ..0.0 wo. 4okreea?. 110 
110. Stirn so breit wie ein Auge, linger als breit. 
Rhagoletis Loew. (1862) I, IV, V. 
typ. cerasi Linn. 
— Stirn breiter als lang, doppelt so breit wie ein Auge. Thorax 
mit gelben Stoppelhaaren bedeckt. 
Neorhagoletis n.g. V. 
typ. latifrons n. sp. Bolivia. 
111. Erste Hinterrandzelle an der Miindung durch Herabbiegen der 
Cubitalis deutlich verengt. Fliigel hyalin, mit zwei gelben 


Lingsstriemen, an der Kosta und Posticalis. 
Craspedoxantha Bezzi (1913) IIL. 
typ. octopunctata Bezzi. 


— Erste Hinterrandzelle nicht verengt. Fliigel anders gezeichnet . 112 
112. Fliigelzeichnung Aciwra-artig. Fliigel kurz und breit. Thorax- 


) behaarung und Occipitalborsten gelb. 
| Platensina (11) Enderl. (1911) III. 
typ. suwimbana Enderl. 


Sel TMG CONICEDINGON 6 ope la ste eye yee LIB 
113. Schildchen stiirker gewoélbt, wie aufgeblasen, stark glinzend 
ICT rime MON Ak io oe ee eee es 


— Schildchen oben abgetlacht, nicht aufgeblasen und nach hinten 
zu mehr zugespitzt, wenig ee Stirn eee neben den 
Fiihlern verengt. ... . SpecretamsgS oc. 114: 

113.2) Stirn sehr breit, deutlich Heéiter als lang. Lunula auffallend 
ero, hoch ausgeschnitten. Kérper, namentlich das Schildchen, 
gelb, mit schwarzen Flecken, Dritte und vierte Fliigelquerbinde 
hinten gegabelt. Oedaspis Loew (1862) I 

typ. multifasciata Loew. 

— Stirn hoéchstens so lang wie breit. Lunula maébig ausgeschnitten. 

Fliegen von gliinzend schwarzer Grundfarbe. 
Procecidochares n. g. IV, V. 
typ. atra Loew. 

114. Fiihler an der Wurzel einander genihert; Fiihler des 
Penge eters), SIG TIMII A Lh, SE OES ETS 

— Fiihler an der Basis weiter voneinander entfernt. Zweites Fiihler- 
elied < innen mit einem langen, nach vorn gerichteten Fort- 


satz, der oben dornartig beborstet ist. 
Ceriocera Rond. (1856) I 
typ. ceratocera Hend. 


Wiener Entomologische Zeitung, XX XIII, Jahrg., Heft 111 u, IV (30, April 1914), 





92 


115. 


Friedrich Hendel: 


Oceipitalborstchen! gelb ai vail. sete cesta. See) Gila 


— Occipitalbérstchen schwarz. Von glinzend arene Grundfarbe. 


Lb: 


alge 


118. 


119. 


120. 


Fliigel schwarzbraun mit hyalinen Ausschnitten am _ Vorder- 
und Hinterrande. Queradern einander stark genahert. 
Spheniscomyia Bezzi (1913) (Spheniscus Beck.) 1, Il, U1. 
typ. quadrincisa Wiedem. 
Fliigelzeichnung wie bei Spheniscomyza, Drittes Fiihlerglied fast 
dreimal so lang wie breit. Der ganze Koérper von metallisch 
schwarzer Grundfarbe, der Hinterleib glinzend und ganz un- 
bestiubt. Metasphenisca n. ¢g. I. 
typ. gracilipes Loew. 
Fliigel glashell oder mit Querbinden, die auch nur als Flecken- 
rudimente vorhanden sein kénnen. Kérper nie glinzend 
schwarz... opie mate 
Discalzelle ennen finer se dee Tene Shecaure der Dis- 
coidalis. Fliigel nicht milchig getriibt. 
Terellia Rob. Desv. (1830) (Trypeta Loew) I, Il, IV. 
typ. serratulae Linn. 
Discalzelle so lang wie der letzte Abschnitt der Discoidalis. 
Weibgrau bestaubte Arten mit milchigen Fliigeln. 
Neoaspilota Ost.-Sack. (1878) IV. 
typ. alba Loew. 
Vorderrand des Fliigels, entsprechend der Mediastina, ein- 


geschlitzt, so dai ein beborsteter Zipfel vorragt . . . . 119 
Fliigelvorderrand ohne abstehenden Zipfel . . . . . . . 121 
Analzelle unten ohne Spitze. Erste Hinterrandzelle an der 
Miindung auffillig erweitert. Beborstung normal . . . . 120 


Analzelle unten spitzig. Erste Hinterrandzelle beinahe parallel- 
randig. Beborstung bald haarfein, bald stark verdickt. 
Rhabdochaeta de Meij. (1904) Il. 
typ. pulchella de Mei. 
Stirn und Mundrand stark vorspringend. Vier Schildchenborsten. 
Die Cubitalis miindet an der Fliigelspitze. 
Schistopterum Becker (1903) IL. 
typ. Mébiusi Beck. 
Stirn nicht vorspringend, Mundrand ein wenig vorgezogen. 
Sechs Schildchenborsten. Die Cubitalis miindet vor der Fliigel- 
spitze. Rhochmopterum Speiser (1910) II. 
typ. neuropteripenne Speis. 


. Gesicht und Wangen, meist auch die Stirn mit schwarzen 


Flecken und Punkten. Cubitalis beborstet. Arista wie nackt . 122 


122. 


123. 


124. 


125. 


126. 


127. 


Die Gattungen der Bohrfliegen. 93 


Stirn und Gesicht ohne schwarze Punkte, héchstens zwischen 
Fiihler und Auge ein dunkler Fleck .... . = Lea 
Kleine Querader vor der Mitte der Discalzelle sehen “Filer 
fast bis zum Mundrande verliingert. Stirn konisch, vorstehend, 
Gesicht zuriickweichend. Hinterschenkel unten _ ,,brevissime 
spinulosa‘ , Ischyropterum Bigot (1883) V 
typ. nigricaudatum Big. 
Kleine Querader jenseits der Mitte der Discalzelle. Kopf anders 
eerie sn. en, a eM 
Fliigel lang und SERIA paralioloseitermig? auben oh 
abgerundet. Hintere Querader sehr schief, mit der Posticalis 
einen stumpfen Winkel bildend. Alle Schenkel ventral mit 
gelben Borsten besetzt. Rhachiptera (12) Bigot (1859) V. 
typ. limbata Big. 

Fliigel von normalem, mehr eif6rmigem Umrisse, kiirzer und 
RRR OTe a hry hee a ote Se eM ood es. co ee 
Die Scheitelplatten und die darauf stehenden zwei oberen Orbital- 
borsten dringen nach vorn zwischen den die unteren Orbitalen 
tragenden, dem Augenrande anliegenden Wangenplatten vor. 125 
Bleiben dem Augenrande genihert und dringen nicht nach 
vorn innerhalb der unteren Orbitalen vor ..... . .126 


Untere Frontorbitale stirker als die oberen, autrecht stehend 
und nach hinten gebogen. Fliigel am Rande strahlig gezeichnet, 
innen mit Augenflecken. Paracantha Coquillett (1899) IV, V. 

typ. culta Wiedem. 
Untere Orbitale kiirzer als die oberen, nach vorn und einwirts 
gebogen. Fliigel fein gegittert. 

Dictyotrypeta n. g. V. 

typ. syssema n. sp. Peru. 
Stirn zirka doppelt so breit wie ein Auge, parallel, gewélbt, 
mit breitem und stark gliinzendem Ocellendreieck, Scheitelplatten 
und Lunula, die beulig konvex vortreten und glanzend schwarze 
Flecke zeigen. Strobelia Rondani (1868) V. 

typ. baccharidis Rond. 
Stirn schmiler, seicht konkav oder flach, matt und ohne 
schwarze Flecke, vorn etwas verengt. Fliigel sehr breit, vorn 
und hinten stark konvexrandig. 

Eutreta Loew (1873) V 

typ. sparsa Wiedem. 
Fliigel mit folgenden dunklen und mehr oder weniger deutlich 
hell gegitterten Striemen: einer gemeinsamen Querstrieme tiber 


Wiener Entomologische Zeitung, XX XIII. Jabrg., Heft I1I u. IV (30. April 1914). 


94 


123: 


129. 


130. 


131. 


132. 


133- 


Friedrich Hendel: 


beide Queradern und einem Spitzenrandsaume. Riissel knie- 
artig einschlagbar, mit verlingerten Labellen. 
Sphenella*) Rob.-Desvoidy (1830) I, IIL. 
typ. marginata Fall. 


Fliigel ohne obige, heller punktierte Querstrieme . . . . 128 
Schildchen blasig gewélbt, glinzend (schwarz), wie poliert. 
Korper ,stoppelhaarig* . . ag deg 
Schildchen nicht blasig und wih nnn elatt oe a a) 


Zwei Paar Dorsozentalborsten, nur zwei Schildborsten, drei 
untere und zwei obere Frontorbitale. 
Ditricha Rondani (1856) (Carphotricha Loew) I, 
typ. guttularis Meig.**) 

Kin Paar Dorsozentralborsten. Vier Schildborsten. Ein bis drei 
Paar untere und vier Paar obere Orbitalborsten, letztere auf 
einwarts geriickten Scheitelplatten. 

Hoplogaster Rondani (1856) (Carphotricha Loew) I. 

typ. pupillata Fall. 
Fliigel im Verhiltnisse zur Linge sehr breit, braun, dicht und 
fein heller punktiert, an der Spitze breit gerundet, dort gelb 
mit hyalinen Einschnitten oder Randflecken. 
Acrotaenia Loew (13) (1873) IV, V. 
typ. latipennis Wiedem. 
Fliigel von normalem Umrisse oder sehr lang und schmal. 131 
Analzelle aufien durch eine gerade Querader abgeschlossen, 
unten daher ohne Spitze. Fliigel sehr lang und schmal, parallel- 
randig, mit stumpfer Spitze. Stirn neben den Fiihlern viel 
schmiiler als ein Auge. Elaphromyia (14) Bigot (1859) I, UL 
typ. ulula Loew. 

Analzelle unten mit einer Spitze. Fliigel nicht von schmaler 


streifenformiger Gestalt .... . ote A eit 
Stirn viel breiter als die Hilfte fe Kops, aes bis some 
so breit wie ein Auge .. . pe ecaat” bE nae cca Ey 


Stirn schmiiler, hichstens cee so coer wie ein Auge . 134 
Drittes Fiihlerglied verlingert, vorn mit scharfer Ecke. Gesicht 
zurtickweichend. Acidogona Loew (1873) IV. 

typ. melanura Loew. 
Fiihler kurz, kaum ein halb des Gesichtes lang, drittes Glied 
vorn abgerundet. (Fiihler an der Basis etwas entfernt von 
einander.) Eurosta Loew. (1873) IV. 

typ. solidaginis Fitch. 


*) Sind die Fliigel milehig und an der Spitze mit ein bis zwei ausgezackten, 


wenig dunklen Querbinden versehen, so liegen Neoaspilota-Arten vor. 


**) Ich glaube, daB Carphotricha Andiieuxi Tavares (1901) dieselbe Art ist. 


134. 


135. 


136. 


138. 





Die Gattungen der Bohrfliegen. 95 


Fliigel dunkelbraun, im Innern mit mehr weniger zahlreichen 
erdBeren und kleineren gelben Tropfen, die dort auch vor- 
herrschen und das Braun zu einem zerrissenen Gitter gestalten 
kénnen. Der Spitzen- und Hinterrand des Fliigels bleibt aber 
braun und enthilt nur weifie Punkte. Zwischen Fiihler und 
Auge hiufig ein schwarzer Punkt. 
Icterica Loew. (1873) IV, V. 

typ seriata Loew. 
Fliigel gelb, mit hyaliner Zeichnung, bestehend aus Einschnitten 
vom Rande des Fliigels her und aus einigen gréberen Flecken 
in der Mitte. Baryplegma*) v. d. Wulp (1899) V. 

typ. gilva v. d. W. 
Fliigel mit braunem bis schwirzlichem Gitterwerk auf hyalinem, 
resp. weifem Grunde oder umgekehrt . ....... .135 
Stirn konvex itiber die Augen emporgewolbt. c Vorderschenkel 
verdickt. Hinterleib in der Endhilfte plotzlich fast zylindrisch 
verjiingt. Q Ovipositor konisch. Riissel von normaler Linge, 


nicht gekniet. Camaromyia n.¢g. I, V. 
typ. bullans Wiedem. 


Stirn flach bis konkav. Hinterleib des C am Ende nicht 
plotzlich zusammengezogen. Ovipositor flach. . . . . . 136 
Fliigelgitter an der Spitze durch radiér zum Rande hin aus- 
strahlende braune Bindchen mehr weniger sternformig gestaltet. 
Sind die Strahlenbiindchen nicht entwickelt, die Spitze und 
der Hinterrand des Fliigels also hyalin, so bleibt nur der 
verschieden lange dunkle Kernfleck in wechselnder Intensitat in 
der Vorderhilfte des Fliigels, meist subapikal gelegen, tibrig 142 
Fliigelgitter nicht sternformig gestaltet. Der Spitzen- und 
Hinterrand des Fliigels bleiben nie hyalin, vom braunen 


ipiiemInuvedecmis cen To i tte ene eS Tae 
. Riissel stark verlingert, die Labellen knieartig zuriickgeschlagen 
PVeVOUMOpiAnCee ted | oe. fee oes Se 188 
Riissel normal lang, Labellen kurz, und wenn etwas verlingert 
und zuriickgeschlagen, so doch kiirzer als der Kopf . . . 141 


Augen wagrecht oval liegend. Die Stirne tritt an den Fiihlern 
weit iiber die Augen vor, der Kopf ist doppelt so lang wie 
hoch, die Stirn dreimal so lang wie das kurze, schnauzen- 
artige Gesicht. Protensina n. g. V. 

typ. longiceps n. sp. Peru. 
Augen lotrecht- oder schief oval. Stirn nur wenig tiber die 
Augen vorstehend, Kopf’ und Stirn viel kiirzer . . . . . 139 





*) nec Baryphlegma. 


Wiener Entomologische Zeitung, XX XIII. Jahrg., Heft LIL u. IV (30. April 1914). 


96 


Friedrich Hendel: 


139. Hinterleib ganz poliert, glinzend schwarz, beim <j zylindrisch- 


140. 


141. 


142. 


konisch. Genitalien grofi, mit drei Paaren ventral lang vor- 


stehender Lamellen. Lamproxyna n. g. V. 
typ. nitidula n. sp. Peru. 


Hinterleib nie unbestaubt glanzend schwarz, beim (nie 
zylindrisch & wa. °F Biagio Ghee ee ene 
Backen und Wangen sehr schmal; zwei bis drei untere Front- 
orbitale. Kopfrand unten gerade und lang, Mundrand stark 
vortretend. Stirn durchschnittlich linger als breit, schmal. 
Fliigel schlank, hyalin bis gegittert. Die Larven in Bliiten- 
béden von Compositen. 
Ensina (15) Rob.-Desv. (1830) I, Il, IL, IV, V. 
typ. sonchi Linné. 
Backen und Wangen reiativ breit; nur eine untere Orbitale. 
Kopfrand unten konvex und kiirzer, Mundrand nur wenig 
vorstehend. Stirn so breit wie lang oder fast breiter. Fliigel 
eiformig, breiter. Die Larven erzeugen Stengelgallen an Compo- 
siten. Oxyna (16) Rob.-Desv. (1830) I. 
typ. flavescens Rob.- Desv. 
Cubitalis auf der Oberseite deutlich beborstet. 
Xyphosia (17) Rob.-Desv. (1830) (Oxyphora s. Loew) I. 
typ. flava Geoftr. 
Cubitalis oben nackt oder nur undeutlich beborstet. 
Euribia Meigen (1800) (Tephritis s. Loew) I, Il, III, IV, V. 
typ. arnicae Linn, 
Endlappen des Riissels etwas verlingert und zuriickgeschlagen. 
Das Braun des Fliigels wird von vielen kleinen weilien 
Punkten durchbrochen. Die braunen Strahlen am Rande und 
an der Spitze des Fliigels sind kurz und breit, gleichartig 
und werden durch ziemlich gleich grobe runde Tropfen 
separiert, die nicht tief eindringen. 
Campiglossa Rondani (1870) I, II. 
typ. irrorata Fallen. 


Die braunen Randstrahlen sind lang und schmal, die sie tren- 
nenden hyalinen Einschnitte keilformig und tief, nicht runde 
Pleeke 2. 1h, On . 143 


. Fliigel mit Ausnahme der dubersten Wurzel dunkelbraun, in 
Do 


der Mitte nur mit wenigen hyalinen Tropfen, die kein 
Gitter bilden, am Rande und an der Spitze strahlig. Fliigel 
von eiférmiger, vielfach breiterer Gestalt. Zwei bis vier Scu- 
tellare. Cubitalis oben nackt oder beborstet. 


Euaresta Loew (1873) I, IV, V. 
typ. festiva Loew. 


Die Gattungen der Bohrfliegen. q 97 


— Fliigel mit einem dunklen Kernfleck in der Oberhilfte, meist 


nur vor der Spitze gelegen und gewéhnlich dunkle Strahlen- 
bandchen zur Fliigelspitze und zum Rande aussendend. Wurzel- 
wirts davon ist der ganze Fliigel aber glashell oder seltener 
mit einem mehr weniger zerrissenen hell braunen oder gelben 
Gitterwerk, das von dem dunklen Kernfleck absticht, versehen. 
Ausnahmsweise ist auch der Strahlenkern fast ganz verschwunden. 
Fliigel von schlanker, mehr streifenformiger Gestalt. Zwei bis 
vier Scutellare. Cubitalis nackt oder nur unten beborstet. 
Trypanea (18) Schrank (1796) (Ureilia s. Loew) I, I, Il, IV, V. 
typ. stellata Fuessly. 


Anmerkungen. 


. Das Dorsozentralborstenpaar steht stets mehr oder weniger weit 


vor dem Priscutellarpaar, so dafi dann dieses leicht irrtiimlich 
fiir ein erstes, jenes fiir ein zweites Paar gehalten werden 
konnen. 


. Die Sternopleuralborste fehlt auch so manchen Tephritinen, 


wie Z. B. Acidia cognata, Platyparella discoidea, den meisten 
Arten von Anastrepha, Colobostrella, Henicoptera, Themarictera. 
Neosophira usw. 

Eine echte Prothorakalborste, unmittelbar oberhalb der Vorder- 
hiiften fehlt allen Tephritinen sens. lat. durchwegs. 


- Ist der Fliigel glashell oder fast glashell, so ist es angezeigt, 


beide Alternativen zu verfolgen, denn manche ’rypanea-Arten 
haben fast ungezeichnete Fliigel. Ist der Riissel stark verlingert 
und gekniet, so kommt eine Hnsina-Art in Betracht. 


- Den Vorderschenkeln fehlt normal die posteroventrale Borsten- 


reihe. Die hieher gehirende Ptilona Bischofi Kertész besitzt 
sie jedoch. 


. Ich rechne zu Carpophthoromyia Austen s. str. nur noch tritea 


und seutellata Walker. Die anderen Arten gehéren zu Ceratitis 
sens. lat. 


. Als Subgenus: Pseudodacus n. subg. typ. daciformis Bezzi 


habe ich Arten mit nur einer oberen Orbitalborste und ab- 
weichender Fliigelzeichnung abgetrennt. 


. Bei manchen Lhagoletis-Arten ist die Cubitalis oben mit ein- 


zelnen Borsten bedeckt. Bei Platensina Enderl. stehen im 
Wurzeldrittel einige Borsten. 


. Fiir diejenigen Arten hier nochmals aufgefiihrt, deren D, Z.- 


Borste ungefiihr in der Hohe der Supraalaren steht. 


Wiener Entomologische Zeitung, XX XIII, Jahrg., Heft III u. LV (30. April 1914), 


98 


oO 


10. 


de 


12. 


i 


18. 


Friedrich Hendel: Die Gattungen der Bohrfliegen. 


Zu Hypenidium gehoren die verkannten Arten Hemilea Novaki 
Strobl (= Acidia pulchella Tavares 1901) und Hemilea Roborowyi 
Becker. 

Myiopardalis Bezzi (1910), typ. pardalina Bigot unterscheidet 
sich von Carpomyia durch den Besitz starker Ocellarborsten und 
durch ganz kurzen Aderanhang an der Radialis. Carpomyia 
vesuviana besitzt nach meinen Untersuchungen an vielen Stiicken 
nur Rudimente von Ocellaren, dagegen Carpomyia Schineri 
deutlich entwickelte Ocellenborsten, aber keinen Aderanhang 
an der Radialis. Der Unterschied beider Gattungen wird dadurch 
unscharf gemacht. 

Tephrostola Bezzi (1913), typ. acrostacta Wiedem. ist hiezu 
ein Synonym. 

Percnoptera Phil, (1873), typ. angustipennis Phil. ist hiezu 
ein Synonym. 


. Subgen. nov. Pseudacrotaenia (typ. vespillo Schiner): Fliigel- 


spitze nicht mit gelben Querbinden, sondern mit gelben, nach 
allen Seiten radiir auslaufenden Strahlen. 


. Paralleloptera Bezzi (1913), typ. pterocallaeformis Bezzi ist 


hiezu ein Synonym. — Ich halte El. melas Bigot fiir gleich 
mit wula Loew. 


. Ensina ist hier nicht auf den Typus sonchi beschrinkt 


(Loew 1862), sondern im Sinne Loew’s, Monogr. N. Amer. 


' Dipt. v. 3 p. 292 (1873) erweitert. 
16. 


Hieher gehéren noch O. parietina L., proboscidea L. und 
O. lutulenta Loew. 

Xyphosia Rob.-Desv. hat fiir Oxzyphora Loew, nec. Rob.-Desv. 
einzutreten, wie Rondani meiner Ansicht nach richtig sagt, 
wenn man tiberhaupt diese Gattung aufrecht erhilt. 

Die mir untergekommenen amerikanischen Arten konnte 
ich auf Grund der Cubitalisbeborstung nicht in die zwei Genera 
Xyphosia und Luribia verteilen, die Paliéarkten aber wohl. 

Ist Oxyphora cardui Rob.-Desv. = Westermanni Meig., 
dann wire vielleicht Jcterica Loew und Oxyphora identisch. 
Acinia Rob.-Desy. faillt mit Xyphosia zusammen. 

Will man Acanthiophilus Becker aufrecht erhalten, so gehort 
dazu auch Trypanea eluta Meig.—Euribia (Tephritis) lauta Loew, 
die gleich Tephritis veliformis Becker ist, hat meiner Ansicht 
nach eine von eluta Meigen sehr verschiedene Fliigelzeichnung. 








No. 3. 
27. Januar 1914. 





Separatabdruck aus 


Supplementa Entomologica 


Herausgegeben auf Kosten der Jagor-Stiftung vom 
Deutschen Entomologischen Museum 
[Redaktion: S. Schenkling] 


H. Sauter’s Formosa-Ausbeute. 


F. Hendel, Acalyptrate Musciden (Dipt.) U1 


Berlin-Dahlem 
Gossler-Str. 20. 


H. Sauter’s Formosa- Ausbeute. 


Acalyptrate Musciden (Dipt.) LII*). 
Von Friedrich Hendel (Wien). 
Mit 7 Textfiguren.) 
Celyphinae. 
Genus Celyphus Dalman (1818) (Typus: C. obtectus Dalm.). 

Die uns derzeit vorliegenden Beschreibungen der Celyphus-Arten 
sind so wenig charakteristisch und meist so nichtssagend, daf man 
ohne typische Stiicke keine Klarheit tiber die Zugehérigkeit zu einer 
bestimmten Spezies gewinnen kann, Da ich in der gliicklichen Lage 
war, die Wiedemannschen Exemplare zu untersuchen, kénnen meine 
Angaben eine Erganzung der Beschreibungen bringen. 

Der obere Hinterkopf ist flach (eben) und fallt hinter der ab- 
gerundeten, nicht erhabenen Scheitelkante, schief nach unten zu ab. 
Der vordere Stirnrand ist nicht iiber die Lunula emporgewdlbt, steht 


*) Siehe Entom, Mitteil. v. 2, p. 33—48 (1913); dann Suppl. Entomol. 
v. 1, p. 18—24 und v. 2, p, 77—112. 


Supplementa Entomologica No. III, 1914. 91 


auch nicht tiber die Augen vor. Das Gesicht fallt gerade und lot- 
recht ab, fast etwas nach hinten geneigt, hat in der Mitte eine 
seichte gebogene Querrinne und steht am Mundrande gar nicht 
vor; dieser ist flach konvex. Der untere Hinterkopf tritt um den 
horizontalen Augendurchmesser hinter den Augen vor, Backen also 
stark gepolstert. Pralabrum sehr niedrig, wenig von vorne, noch 
weniger von der Seite sichtbar. Taster von proportionaler Linge, 
schmal, an der Spitze mit einigen abstehenden Haaren. Riissel dick. 

Von Borsten sieht man am Kopfe nur die divergierenden duferen 
und die konvergierenden inneren Scheitelborsten, sowie ein Paar nach 
innen hin einander gendherter und nach innen geneigter Borstenhaare 
auf der Vorderstirne; am Thorax nur die zwei Supraalarborsten, 

Das basale Fihlerglied ist schlank, griffelartig und so lang wie 
das dritte Glied. 

Das Schildchen ist halbkugelig gewélbt und aufgeblasen; es 
uberragt hinten den Hinterleib und ist doppelt so breit wie der Thorax 
an den Schultern. 

Im Fliigel sind die beiden Wurzelzellen relativ lang, ein Drittei 
der Discalzelle lang. Die Radialismiindung ist nur sanft aufgebogen. 

Alula auffallend gro, durch tiefen Hinschnitt getrennt. Schiippchen 
und Schwinger normal. 

Vorder- und Hinterschiene mit Praapikalborste (Haar), Mittel- 
schienen mit einem langeren Sporn. Vorderschenkel posterodorsal 
beborstet. 


Celyphus obtectus Dalman (1818). 

Zahlreiche G2 aus Kosempo, Mai. Noch nicht aus Formosa 
bekannt. 

Die Fliegen sind alle ganz und gar rotlich wachsgelb, nur mit 
Spuren metallischen Schimmers auf Stirn und Riicken versehen, 
bilden also eine konstante gelbe Varietaét, unterscheiden sich aber 
sonst in nichts von der metallisch blauen Grundform. 

In der Mitte des glattpolierten Thoraxriickens zeigt sich haufig 
eine Braunung in wechselnder Form und Teilung, die von den 
darunterliegenden vertrockneten Muskelteilen herriihrt (C. Dohrni 
Bigot, 18807). 

Das Gesicht ist jederseits vor den braunen Flecken zwischen 
Auge und Unterrand des Kopfes abstehend zart behaart. Taster- 
Spitzen etwas gebraunt. 

Der Fliigel ist hyalin, im Spitzendrittel zitronengelb. Die beiden 
letzten Abschnitte der Dicoidalis sind ungefahr gleich lang. Schtippchen 
und Schwinger gelb. 


9? Hendel, Acalyptrate Musciden. 


Die gelbe Arista ist bis zu Dreifiinftel ihrer Lange lanzettlich 
verbreitert, deutlich schmialer als das dritte Fiihlerglied. In der Figur 
de Meijere’s, Tijdschr. v. Entomol., v. 54, Tafel 20, fig. 36 (1911), 
ist das Basalglied etwas zu kurz geraten. 

Der Thoraxriicken ist vorne kugelig gewélbt, viel breiter. als 
lang, vorne breiter als der Kopf. Quernahtaste in den Seitenmitten. 
Schildchen oben narbig, doch in der Tiefe der Skulptur etwas. 
wechselnd, da es auch Stiicke gibt, deren Schildmitte ganz glatt er- 
scheint, mit Randfurche. 

Ohne Fihler durchschnittlich 5 mm lang; Schilddurchmesser 
4 mm. 


Celyphus punctifer nov. spec. 

Hin Stiick aus Hoozan. 

Der gelben Varietét von C. obtectus, wie vorne beschrieben, 
sonst in allem gleich. Die Arista ist aber nur im Enddrittel haar- 
fein. Die Fiife sind nicht ganz gelb, sondern an den Vorderfiifen 
ist nur das Basalglied gelb, der Rest schwarzbraun. Auch die Enden 
der vier hinteren FiiSe sind gebraiunt. Der Hinterleib ist ganz 
glanzend schwarz. Die Sternopleuren tragen vorne am Oberrande 
einen grofen runden schwarzen Fleck. Das Schildchen ist fast glatt 
und zeigt in ganz gleichmafigen Abstinden verteilt braune Punkte 
eingestochen, wodurch die Art sehr leicht kenntlich wird. 


Genus Spaniocelyphus nov. gen. (Typus: Sp. scutatus Wiedem.). 

Die Scheitelkante ist sehr scharf und in der Mitte erhoht, 
der obere Hinterkopf stark ausgehéhlt. Der vordere Stirn- 
rand steht vor und ist tiber die Lunula emporgewélbt. Der Mund- 
rand tritt erheblich nach vorne vor, das Gesicht ist also konkav 
im Profile. Der untere Hinterkopf ist nicht gepolstert und steht nur 
etwas hinter den Augen hervor. Pralabrum hoch, von vorne und 
seitlich als vorstehend sichtbar. 

Das basale Fiihlerglied ist auffallend kiirzer als das dritte und 
dicker als bei Celyphus. 

Das Schildchen ist von eiférmigem Umrisse, linger als breit, 
seichter gewolbt, nur etwas breiter als der Thorax und ktirzer als 
der Hinterleib. 

Im Fliigel sind die beiden Wurzelzellen (die zweite Basal- und 
die Analzelle) nur ein Viertel der Discalzelle lang. Die Radialis- 
miindung ist steil aufgebogen. 


Alles tibrige wie bei Celyphus. 


Supplementa Entomologica No. III, 1914. 93 


Spaniocelyphus scutatus Wiedemann (1830). 

13 6@ aus Pilam und Chipun, Juli. Noch nicht aus Formosa 
bekannt. Stimmt mit der Interpretation de Meijere’s, Tijdschr. v. 
Entomol., 1911, p. 385, Java. 

Kopf rot, Stirne violett schimmernd, die seitlichen Mundrand- 
beulen und das Pralabrum violettschwarz. Fiihler rotbraun, nament- 
lich das dritte Glied verdunkelt. Arista und Taster, diese mit Aus- 
nahme der Wurzel dunkelbraun. Die Arista ist so breit wie das dritte 
Fiihlerglied und nur im Enddrittel dtinn. Ihre Behaarung schimmert gelb. 

Der Thorax ist vorne so breit wie der Kopf, nicht auffallend 
verbreitert und nicht kugelig, sondern zylindrisch gewélbt. Quer- 
nahtaste vor den Seitenmitten. Die Lingsmitte desselben und das 
ganze Schildchen sind narbig; letzteres mit Randfurche! Riicken 
und Schild lebhaft metallisch, meist stahlblau, etwas violett, nur ein 
Stiick griin. 

Pleuren und Hinterleib mehr schwarz und letzterer nur seitlich 
und am Ende lebhafter metallisch glanzend. 

Vorderhiiften, Schenkelspitzen, Schienen und Fiife rot. Schenkel 
metallisch braun bis schwarz. Schienen mit drei dunklen Ringen, 

Fliigel am Vorderrande und auch an der Spitze gelb gefarbt. 
Der letzte Discoidalisabschnitt linger als der vorletzte. Schiippchen 
braunlich, Schwingerkopf schwarz. Stigma nicht gebréunt, hellgelb. 

Koérper ohne Fiihler 3,5 mm lang, 

Anmerkung. Die Karsch’sche Auffassung des  scutatus 
Wiedemann ist eine irrige. Arista und Schildskulptur weichen ab. 
Im iibrigen sind die Arten dieses Autors wenig mehr als Katalog- 
mamen. Es hat infolgedessen auch Réder den hyalinus Karsch 
nochmals als Karschii, freilich, nicht viel ausfihrlicher beschrieben, 

Anmerkung, Die Celyphinae stehen in jeder Hinsicht den 
Lauxaniinae sehr nahe und unterscheiden sich eigentlich nur durch 
die abnorme Schildbildung. Die Fiihlerform von Celyphus finden 
wir bei Cerataulina Hend., die lanzettformige, subapikale Arista bei 
Kertésziella Hend., das Anfangsstadium des vergréferten Schildchens 
bei einer neuen siidamerikanischen Lauxaniinen-Gattung mit einem 
Camptoprosopella-Kopfe. 

Im iibrigen gibt es auch eine Konvergenzform bei den Nof?- 
philinen, eine ebenfalls neue neotropische Gattung mit celyphus- 
artigem Schilde. 


Spaniocelyphus stigmaticus nov. spec. 
4 3@ aus Tappani, Kankau, September, Suisharyo, Oktober. 


94 Hendel, Acalyptrate Musciden. 


Das erste Fiihlerglied ist noch kiirzer und dicker als bei scu- 
tatus Wied., die Borste wie bei dieser Art, doch gelb oder wenigstens 
hellbraun. Das Schildchen ist etwas stirker gewdlbt und nicht so 
stark verlangert. Wahrend es bei scutatus anderthalbmal so lang 
wie breit ist, ist es hier nur zirka vierdrittelmal so lang wie breit. 
Ks zeigt beinahe keine Skulptur, namentlich oben. Die Randfurche 
fehlt. Der Thoraxriicken ist ganz glatt poliert. 

Die Gesamtfarbung des Rumpfes ist ein glainzendes Schwarz 
mit olivengriinem Schimmer. 

Fliigel mit dunkelbraunem Stigma. Alles iibrige wie bei 
scutatus Wiedem. 


Diopsinae. 
Teleopsis Bigotii nov. spec. syn. Teleopsis belzebuth Hendel, En- 

tom. Mitteil., II, p. 37, 25 (1913). 

Ich habe mir durch die Giite des Herrn Kollegen Collin in 
Newmarket Kenntnis von den Bigotschen Typen verschaffen kiénnen 
und kann nun die mir brieflich gemachte Mitteilung Prof. Bezzi’s 
bestatigen, daf eine Identitaét mit der Formosaner Art nicht besteht. 

Bei T. belzebuth Big. sind die Augenstiele linger und diinner, 
von der Wurzel bis zu den Fiihlern doppelt so lang wie das Gesicht 
zwischen den Stielen; die Borstenwarzen sitzen vor der Stielmitte 
auf. — Die helle Fliigelspitze ist nicht so stark abgesetzt hyalin, 
sondern nur heller braunlich. Die aufere Grenze des grofen dunkel- 
braunen Fleckes vor der helleren Spitze schneidet oben die Radialis 
ein ziemliches Stiick vor der Miindung. Die innere Grenze derselben 
ist tiberall auch in der ersten Hinterrandzelle isoliert und hangt 
dort nicht mit der braunen Mittelquerbinde des Fliigels zusammen. 
Die Wurzelquerbinde ist nur hinten an den Queradern der Wurzel- 
zellen und an der Analis sichtbar, fehlt aber nach vorne hin. Die 
Mittelquerbinde des Fliigels ist an der kleinen Querader nur schmal 
und zieht sich auch nur schmal nach aufwarts. Sie berihrt die 
Kosta nur jenseits der Verlangerung der Querader. — Der Mund- 
rand ist beiderseits des Pralabrums in eine ziemlich auffallende 
scharfe Spitze ausgezogen. 

Das Exemplar der 7. fulviventris Bigot gleicht in den an- 
gegebenen Merkmalen der 7’. belzebuth mit folgenden Unterschieden. 
Die Borstenwarzen sitzen jenseits der Augenstielmitten. Die helle 
Fliigelspitze hebt sich kontrastreicher vom braunen Subapikalflecke 
ab, dessen aufere Grenze oben die Radialismiindung beriihrt. Die 
Mittelquerbinde des Fliigels wird oberhalb der kleinen Querader wieder 


Supplementa Entomologica No. III, 1914. 95. 


breiter und beriihrt jenseits der Verlingerung der Querader in 
groferer Breite die Kosta. Ob die Wurzelquerbinde bis zur Kosta 
hinaufreicht, kann ich wegen Verschimmelung des typischen Exemplars 
nicht erkennen, 

Die Formosaner-Art ist also nach diesen Vergleichen fiir neu zu 
halten. 

Die Augenstiele sind von der Wurzel bis zu den Fiihlern un- 
gefahr so lang wie das Gesicht oben breit. Die Borstenwarzen mit 
der Frontorbitalborste sitzen zwischen Wurzel des Stieles und Augen- 
rand. — Der Mundrand ist seitlich des Pralabrums abgerundet und 
in keine Spitze ausgezogen. 

Die helle Fliigelspitze ist kontrastreich abgesetzt. Die aufere 
Grenze des braunen Querfleckes davor beriihrt oben die Radialis- 
miindung. Die Mittelquerbinde geht in gleichmafiger, erheblicher 
Breite durch den ganzen Fliigel hindurch und ist in der ersten 
Hinterrandzelle mit der nur wenig breiteren, aber intensiveren sub- 
apikalen verbunden. — Die basale dunkle Querbinde erreicht auch 
oben den Fliigelrand. 

Rot sind die Hiiften, Beine, Fiihler und Schwinger. Von glanzend 
pechbrauner Grundfarbe sind der Kopf, der Thorax samt Schildchen, 
mehr schwarz der Hinterleib. Thoraxriicken, Schild und obere Pleuren 
durch braunliche Bereifung fast matt. Hinterleibspetiolus in der Mitte 
mit schmalem weiflichen Reifring. Ebenso ist am dritten Tergit ein 
in der Mitte unterbrochener Vorderrand- und ein Seitensaum silber- 
weif bereift. 

An den Beinen sind die Schienen, namentlich die vordersten 
und hintersten, dann ein oben offener schmaler praapikaler Ring 
an allen Schenkeln, sowie mehr weniger deutliche Langslinien vorne 
und hinten an den Hinterschenkeln dunkelbraun. Die Schilddorn- 
spitzen und haufig auch die Thoraxdorne sind rot. 

In der Farbung zeigt sich eine ziemliche Variabilitét darin, dab 
zunichst der Kopf, dann der Hinterleib von der Basis her und aus- 
nahmsweise auch der Thorax in verschiedener Ausdehnung statt 
pechbraun rotbraun gefarbt sein kann. 

Koérper 5—6 mm, Fliigel 3,5—4,5 mm lang. 


Sphyracephala cothurnata Bigot (1874). 

Aus Celebes und den Philippinen bekannt. 

4 3@ aus Kosempo, Mai. Man vergleiche die Bemerkungen 
Osten-Sacken’s in der Berl. Ent. Zeitschr., 1882, p. 234. 


96 Hendel, Acalyptrate Musciden. 


Milichinae. 
Genus Desmometopa Loew. 

Die Desmometopa-Arten mit deutlichen Chitinleisten der Stirne 
sind nur schwer und nur bei genauer Vergleichung miteinander sicher 
zu bestimmen. Ich will hier meine Beobachtungen an den drei bis- 
her bekannten Arten geben. 

— Schwingerknopf wirklich hellgelb, weiflich iiberhaucht, Stiel 
dunkel. Scheitel, Rticken und Schild dicht aschgrau bereift, 
Schild ganz matt, Riicken mit kaum merklichem Glanze, nur 
in gewisser Richtung sichtbar. Fligel rein milchig getriibt, 
mit hellgelben, durchscheinenden Adern. 

— Schwingerkopf gréStenteils dunkelbraun oder rotbraun, oben 
gesattigter als an der Verbindungstelle mit dem schwarzen 
Stiele. Scheitel, Riicken und Schild durch eine zarte dunkel- 
olivenbraune Bereifung im Glanze wenig alteriert, von glinzend 
pechschwarzer Grundfarbe. Fliigel wenig milchig, etwas rauchig 
getrtibt. Adern entschieden dunkler, braéunlich gefarbt 

D. sordida Fall. 

1. Fife gegen hellen Hintergrund gehalten durchscheinend gelbrot 
gefarbt (die zwei Endglieder verdunkelt), Backen rot. Taster 
nur an der Wurzelrot. Fiihlerschwarz . . JD. tarsalis Loew. 

— Fiife gegen hellen Grund gehalten dunkel, nicht durchscheinend, 
braun bis schwarz. Gegen dunklen Hintergrund betrachtet, 
tauscht oft die rote kurze Pubeszenz. Backen schwarz, wenn 
auch am Unterrande grau tiberstiubt. Taster hellrotgelb, mit 
schwarzer Spitze. Fiihler an der Wurzel oft rot D. M-nigrum Zett. 


Desmometopa tristicula nov. spec. 

3 aus Anping, Mai. 

Die neue Art gleicht der weitverbreiteten und nicht seltenen 
D. sordida Fall. ganz auferordentlich und ist nur durch relative 
Unterschiede kenntlich zu machen. 

Die braunliche Bereifung des Riickens und Schildes ist noch 
schiitterer, so daf der Glanz dieser Teile auffallt. Der Kopf ist bei 
sordida Fall. viel héher, fast zweimal so hoch wie lang, hier ist er 
mehr abgerundet, deutlich niedriger, hinten weniger hohl, die Backen 
sind noch schmaler, linear, wie bei sordzda schwarz, wie auch die 
Taster; der Mundrand ist weniger vorgezogen, die Kopfborsten sind 
zarter und ktirzer. Die Fiife sind bei sordida und tristicula wie 
bei M.-nagrum gefarbt. Bei unausgefirbten Stiicken ist die Farbe 
freilich nicht dunkel und ist darauf Riicksicht zu nehmen. 

Koérper 2—2,5 mm lang, bei D. sordida Fall. 2,5 bis fast 3 mm. 


Supplementa HEntomologica No. ILI, 1914. 97 


Prodesmometopa Wulpi Hendel, Wien. Ent. Zeitschr., 1907, p. 242. 

Syn. Agromyza minutissima V. d. Wulp. (1897) prioce. 

Durch die Liebenswiirdigkeit Dr. Kertész’ konnte ich die 
typischen Stiicke dieser Art untersuchen und trotz der schlechten 
Erhaltung derselben noch folgendes erkennen. Besondere Chitin- 
leisten der Stirne fiir die Kreuzborsten fehlen, die Stirne ist ganz 
schwarz. Riicken und Schild sind wie bei D. sordida vorherrschend 
glinzend pechschwarz, noch weniger als bei dieser Art bestaubt. 
Fiife mit Ausnahme der Spitze und Schwingerkopf rotgelb. Taster 
schwarz. Fliigel etwas milchig, Adern braunlich. Der letzte Discoidalis- 
abschnitt ist doppelt so lang wie die Discalzelle; siehe Fig. 1. 

Die kleine Querader ist der hinteren genihert, steht erheblich 
jenseits der Mitte der Discalzelle. Die vierte Langsader ist vor dieser 
Querader etwas eingebaucht, nicht gerade. 

Etwas tiber 1 mm lang. 

Fiir die Arten ohne besondere Chitinleisten der Stirne und mit 
verkiirzter Discalzelle, die nur die Halfte des letzten Discoidalisabstandes 
lang ist, stelle ich die Gattung Prodesmometopa nov. gen. auf, Typus 
P. latipes Meign. 

Phyllomyza epitacta nov. spec. 

3 Stiick aus Chipun und Paroo, Juli, August. 

Die Gattung Phyllomyza steht Desmometopa so nahe, dai & 
der ersteren hiufig in letztere Gattung gestellt wurden. 

Als Unterscheidungsmerkmale habe ich stets verlaflich gefunden: 
Allo drei oberen Orbitalborsten sind nach auswarts gebogen, bei 
Desmometopa nur die zwei vorderen, wahrend die oberste der drei 
viel kleiner und nach einwiarts und aufwarts gerichtet ist. Die 
Augen sind bei Phyllomyza deutlich behaart. 

Zum weiteren Vergleich siehe auch meine Bemerkungen in der 
Wien. Ent. Ztg., 1903, p. 251. Die Divergenz der Schildborsten als 
wesentliches Merkmal von Phyllomyza habe ich nicht konstant ge- 
funden. Ebenso nicht die Zahl der Supraalaren. Dagegen fehlt das 
bei Desmometopa vorhandene Prascutellarpaar bei Phyllomyza. 
Kine Sternopleurale ist bei beiden Gattungen vorhanden. 

Von Ph. securicornis Fall., der sie sonst ganz gleicht, unter- 
scheidet sich unsere Art dadurch, daf die Taster mit Ausnahme 
der Spitze ganz gelb sind und daf nur zwei Dorsozentrale hinten am 
Riicken vorkommen. Ph. securicornis Fall. hat schwarze Taster und 
vier Dorsozentralborsten. 

Das dritte Fiihlerglied ist unten teilweise rotbraun. Sonst ist 
das ganze Tier von schwarzer Grundfarbe, maig glanzend, 


- 


Supplementa Entomologica II. / 


98 Hendel, Acalyptrate Musciden, 


Stirnstrieme einfarbig samtschwarz; Kreuzbérstchen nicht auf 
farbig abgesonderten Chitinleisten. Riicken etwas graulich bereift. 
Die Spitzen der kurzen schwarzen Grundbehaarung des Riickens und 
Hinterleibes schimmern in gewisser Beleuchtung rot. Sonst sind alle 
Borsten und Haare schwarz. 


Vorderhiiften teilweise, dann die Schenkelspitzen, die Schienen 
und die Fiife bleich gelb. Schenkel und die Mitte der hintersten 
Schienen schwarz. 


Fliigel milchig getriibt, mit hellgelben Adern. Schiippchen und 
Schwingerkopf gelb. 


Nicht ganz 2 mm lang. 


Canaceinae. 


Genus Canace Hal. sens. lat, 


In den heurigen Ferien fing ich Canace salonitana Strobl bei 
Abbazia und sah jetzt, dafi die bisher bekannt gewordenen Arten 
generisch nicht vereint bleiben kénnen. Die gleiche Ansicht duferte 
mir gegeniiber auch mein verehrter Freund Dr. Kertész. 


So bilden die friiher von mir aus Formosa beschriebenen Arten 
C. orventaks und C. magna mit C. ranula Loew, sowie auch 
C. biseta Hendel fiir sich je eine neue Gattung. 


1. Canace Halid. s. str. (1839) (typ. C. nasica Halid.). Gesicht 
am Mundrande gerade abgeschnitten, nicht viereckig ausgebuchtet, 
so hoch wie breit, Pralabrum  niedrig. Backen, Ozellendreieck 
und Pleuren beborstet, Riicken bis vorne hin beborstet, Schild 
vierborstig. Beborstung stark, wie die rauhe schiittere Behaarung 
schwarz, Vierte Langsader jenseits der hinteren Querader nicht auf- 
gebogen, gerade. 


2. Chaetocanace n. g. (typ. C. biseta Hend.). Gesicht am Mund- 
rande viereckig ausgeschnitten, die Bucht vom Pralabrum erfiillt. 
Gesicht etwas breiter als hoch. Backen und Pleuren nackt, un- 
beborstet, Schild nur mit zwei Borsten. Sonst wie vorige Gattung. © 


3. Xanthocanace nov. gen. (typ. ranula Loew). Gesicht zweimal 
so breit wie hoch, Mundrand stark viereckig ausgeschnitten, vom sehr 
grofen Pralabrum erfiillt. Borsten kurz und zart, wie die dichte, 
kurze und feine Behaarung des ganzen Tieres, namentlich auch des 
Ocellendreieckes hellgelb. Riicken nur hinten mit Borsten. Vierte 
Langsader jenseits der hinteren Querader mehr oder weniger stark 
aufgebogen., 


Supplementa Entomologica No. III, 1914. 99 


Ephydrinae. 
Psilephydra nov. gen. (Fig. 2 u. 3, Typus: P. cyanoprosopa Nov.spec.). 
Die Gattung zeichnet sich durch die auffallend sparliche Be- 
borstung und Behaarung von allen Gattungen der engeren Sippe 
Ephydrinae aus. 


SO: 





if 


iaennhs fh 
esa 


Untergesicht einfach kugelig oder gleichmifig schildférmig ge- 
Wolbt, stark vorstehend, unbeborstet und nur kurz und fein pube- 
sziert, unten gerade abgeschnitten, das Prailabrum ganz verdeckend, 
mit sehr grofer Mundéffnung. Stirne flach, nur oben am Augen- 
rande, an den Scheitelplatten etwas wulstig erhaben, doch sind weder 
Ozellendreieck noch jene abgesetzt. Die Stirne ist vorne neben den 
Fiihlern mehr als doppelt, oben mehr als dreimal so breit wie ein 
Auge, in der Mitte dreimal so breit wie lang; sie ist nackt und 
zeigt nur folgende Borsten: die starksten sind die divergierenden 
auferen und die konvergierenden inneren Scheitelborsten; dann noch 


ein Paar etwas schwacherer, nach vorne divergierender Ozellarborsten, 
7* 


100 Hendel, Acalyptrate Musciden. 


zwischen den eng beisammenliegenden, oben an der abgerundeten 
Scheitelkante befindlichen Ozellen inseriert, und endlich zwei kleine, 
nach aufen gebogene obere Orbitalborsten, deren vorderes so klein 
ist, daf es schwer erkennbar bleibt. 

Fiihler kurz und klein, der Augenmitte gegeniiber, an den 
Wurzeln entfernt voneinander inseriert. Das zweite und dritte Glied 
bilden zusammen ein kurzes Oval. Das dritte ist kaum linger als 
breit, das zweite tragt oben ein kurzes, abstehendes feines Harchen. 
Arista kurz, so lang wie das zweite und dritte Glied der Fiihler zu- 
sammen, gebogen, nackt, spindelig. 

Wangen linear, Backen die Halfte eines Auges hoch. Augen 
schiefliegend, am Hinterrande etwas ausgeschweift. Hinterkopf oben 
flach ausgehohlt, unten stark vorgequollen. 

‘Riissel dick, mit halbkugeligen chitindsen Kinne und kurzen 
Labellen. 

Riicken etwas linger als breit, nackt. Nur eine Notopleurale 
und ein Supraalare sowie drei Dorsozentrale hinter der Naht, nach vorne 
hin an Starke abnehmend. Pleuren nackt, nur eine Mesopleurale. 

Schild eiformig, ein Drittel des Riickens lang, oben gewédlbt 
pubesziert, am Rande mit vier Borsten, die basalen kurz, die api- 
kalen parallel. 

Hinterleib so lang und so breit wie der Thorax, oval. 6: Zweites 
bis viertes Tergit gleich lang, erstes und fiinftes kiirzer. 

Beine von normaler Linge und Starke, fast wie nackt. Die 
Vorderschenkel sind etwas dicker als die hinteren vier, Klauen ge- 
kriimmt, Pulvillen vorhanden. : 

Fliigel nach der Figur 2 geadert. Costa bis zur vierten Liangs- 
ader reichend, vor der Miindung der Subcosta wohl unterbrochen, 
aber nicht eingeschnitten. Alula wohlentwickelt. Die Mediastina 
verschmilzt erst. knapp vor der Miindung der Subcosta mit dieser. 


Psilephydra cyanoprosopa nov. spec. 

12 d2 aus Hoozan. 

Von stahlblauer Grundfarbe, am Riicken und auf der Stirne 
weniger, am Hinterleibe lebhafter glanzend, weil bei ersteren der Glanz 
durch zarten, matt rotbraéunlichen Schimmer gemildert wird, was beim 
Hinterleib in geringerem Mafe der Fall ist. 


Pleuren und Metanotum graulich iiberreift, noch dichter der 
Hinterkopf. Am lebhaftesten ist die Farbung des Gesichtes; dasselbe 
ist zwar matt, zeigt aber prachtvollen tiirkisblauen Schimmer. In 
gewisser Richtung schimmert es auch weif, in anderer erscheint es 


Supplementa Entomologica No. III, 1914. 10J 


ganz dunkel. Seine kurze Pubeszenz ist schwarz. Alle Borsten 
schwarz. 

Fiihler schwarz. Beine erzfarben, Fiibe rotbraun, am Ende 
schwarzlich. 

Fliigel graulich hyalin, Adern schwarzbraun. Schwinger gelb. 

Koérper iiber 3 mm, Fliigel 3 mm lang. 


Notiphilinae. 
Notiphila similis de Meijere. 

Tijdschr. v. Entomol, v. 51 (1908), p. 162, 1. Aus Java be- 
schrieben. Zahlreiche Stiicke aus Tainan, Mai. 

Eine Mittellinie der Stirne und die Augenrander sind hellgrau, 
die Strieme mit dem Thoraxriicken und Schilde gleichformig. Diese 
sind hell olivengrau und mehr oder weniger stark braunlich tiber- 
reift. An den Borstenwurzeln keine deutlichen braunen Punkte. Stirne 
wenig breiter als lang, neben den Fiihlern ungefahr so breit wie cin 
Auge. Gesicht hellgrau. In sciner oberen Halfte ist der Mittelkiel 
ziemlich scharf ausgeprégt. Taster weifgelb. Arista mit 11 bis 
12 Kammstrahlen. Drittes Fiihlerglied am Ende oft etwas gebraunt. 
Mesopleuren mit kleinem braunen Mittelfleck. 

Am Hinterleibe sind die mittleren der vier braunen Flecke der 
einzelnen Tergite meist schmiler als die auferen, doch auch gleich- 
breit. Selten sind sie paarweise am Vorderrande verbunden. 

Fliigel hyalin, hintere Querader nicht gesiumt. Der vorletzte 
Abschnitt der Discoidalis nur um geringes linger als der 
letzte. Wangen und Backen schmal, Gesicht nur mit zwei 
starken Borsten. Das nach vorne gebogene Orbitalbérstchen vor der 
starken Borste ist winzig klein oder fehlt ganz. 

Kérper 3—4 mm, Fliigel 2,5—3 mm lang. 


Notiphila phaea nov. spec. 

Tainan, Mai. 

Unterscheidet sich von der N. similis durch folgendes: Stirne 
und Oberseite des Thorax noch deutlicher braunlich bereift, mit deut- 
lichen braunen Wurzelpunkten an allen Borsten. Gesicht lederbraun. 
Mesopleuren stirker braun gefleckt. 

Fliigel rauchbriunlich getriibt, hintere Querader fein grau ge- 
siumt. Der vorletzte Abschnitt der Discoidalis ist ganz erheblich 
linger als der letzte. 

Das fiinfte Tergit ist fast ganz glanzend braun, 

Kirper 3,5 mm, Fliigel 5 mm lang. 


102 Hendel, Acalyptrate Musciden. 


Notiphila latigenis nov. spec. 

Anping, Mai. 

Auch diese Art gleicht der N. s¢milas in allem sehr. Da ihr 
aber der braune Hauch der Oberseite fehlt, ist sie im Gegensatze zu 
voriger Art mehr hell olivengrau. Der Gesichtskiel ist ganz flach. 
Die Backen sind breit, in der Augenachse ein Drittel des Auges, 
hinten, wo sie herabgesenkt sind, die Halfte eines solechen hoch. Arista mit 
nur acht Fiederstrahlen. An den Borstenwurzeln dunkle Punkte. 
Mesopleuren ungefleckt oder fast ohne braunes Fleckchen. Stirne 
erheblich breiter als lang, neben den Fiihlern viel breiter als ein 
Auge. 

Der letzte Discoidalisabschnitt ist etwas kiirzer als bei stmzlzs Meij. 

Kérper 3,5—4,5 mm, Fliigel 3—3,5 mm lang. 


Notiphila maculifrons nov. spec. 

1 3 aus Tainan, Mai. 

Hine sehr charakteristische, leicht kenntliche Art. 

Stirne breiter als lang; unter den Fihlerwurzeln biegen die 
Augenrainder gegeneinander und verengen das Gesicht, das viel 
schmaler als ein Auge ist. Stirne mit hellem Augenrande und 
solcher Mittellinie, oben am Scheitel jederseits zwischen Ocellen und 
Augenrand ein grofer runder samtschwarzer Fleck. Strieme, 
Riicken und Schild hellolivengrau, etwas briunlich bereift, Zwischen 
Fiihlerwurzel und Auge noch ein kleines schwarzes Dreieck. Gesicht 
goldockerig bereift; Léangskiel scharf, im Profile konvex; die Seiten 
ohne Borsten, aber dort bis tiber die Mitte hinauf mit einer Reihe 
von fiinf bis sechs kurzen feinen Haaren besetzt. Taster hellgelb, 
Fihler gelbrot. Arista mit 11—12 Kammstrahlen. Wangen und Backen 
sehr schmal. Augen relativ hoch. 

Unterer Hinterkopf, Pleuren, Metanotum, Hiiften und am Hinter- 
leib eine schmale Medianstrieme am 3. bis 5. Tergit, sowie die Hinter- 
rander an den Seiten des 2. bis 5. Tergites weiflich griinlichgrau. 
Abdomen sonst sepiabraun. Thoraxriicken mit fiinf braunen Liangs- 
striemen. Die mittleren drei linienartig, die folgende nach aufen 
erst hinter der Quernaht beginnend und breiter, die duferste am 
breitesten, oberhalb der Notopleuraldepression, ganz durchlaufend. 
Schild braun, eine Mittellinie und breitere Seitenrinder hellgrau. 

Schenkel mit Ausnahme der Spitze schwarzbraun; ebenso die 
Vorderschienen, ausgenommen die Wurzel. Hinterschienen unterhalb 
der Mitte breit braun. VorderfiiBe gebriunt. Sonst sind die Beine 
gelb, 


Supplementa Entomologica No. LI, 1914. 103 


Fliigel grau, am Vorderrande jenseits des Dornes breit, an allen 
Adern normal dunkelbraun gesiumt. Adern schwarz. Schwinger- 
kopf weifgelb. 

Korper 3,5 mm, Fliigel 3 mm lang. 


Notiphilacantha nov. gen. 
(Typus: N. dorsopunctata Wied.) 

Von Notphila durch den gekimmten ersten Costalabschnitt und 
durch die deutliche, wenn auch kurze Beborstung der ganzen Costa 
Jenseits des Randdornes kenntlich. 

Die Palaéarkten zeigen keine so ausgesprochene Gesichtsbeborstung 
wie die hier genannten vier Arten. 

In diese Gattung gehért auch noch Notiphila ciliata v. a. Wulp, 
Dipt. Sum. Exped., p. 55, 1 (1881). 


Notiphilacantha dorsopunctata Wiedemann. Aufereurop. Zweifl., 
v. 2, p. 591, 5 (1830); Ana). Ent., p. 58, 134 (1824); v. d. 
Wulp, Tijdschr, v. Entom., v. 34, p. 215; de Meijere, ibidem 
Men Oude pe lG3e 53: 

3 6 aus Tainan, Mai. Bekannt aus Ostindien und Java. 

Gleicht in der Faérbung ganz der N. similis de Meij., nament- 
lich in der Fleckung des Hinterleibes, nur liegen an allen Borsten- 
wurzeln dunkelbraune Punkte. Der Fliigel ist vorne und an den 

Lingsadern etwas zart gelbbraun tingiert. 

Das nach vorne gebogene Stirnbérstchen ist deutlich vorhanden. 

Stirne breiter als lang, neben den Fiihlern breiter als ein Auge. 
Gesicht jederseits mit 3—4 Borsten, die unterste schwicher. 
Sein Riicken in der oberen Halfte des Gesichtes gut ausgeprigt. 
Backen in der Verlangerung der Achse nicht ganz ein Viertel 

eines Auges hoch, hinten héher. Arista mit 10—12 Kammstrahlen. 
Koérper und Fliigel 4—5 mm lang, 


Tabelle der orientalischen Paralimna-Arten. 

Fliigelqueradern deutlich braun gesiumt . P. picta Kertész. 

= BOUne dame SaumMe. 56% 2) “a oilcis! wun beeen ace Oe 
1. Je ein grofcr samtschwarzer Fleck zwischen Fiihler und Auge 
und einer zwischen den Fiihlerwurzeln; erstere silberig eingefaft. 

P. hirticornis de Meij. 

— Vorderstirne ohne diese drei Samtflecke, héchstens mit einem 
dunklen Fleck zwischen Fiihler und Auge. .... . Q, 
2. Thorax mit dunklen Punkten an Haaren und Borsten . . 3. 


ae 


——- horaxt HMpUnKien Sh k. AAG, gee, dau. ot, Eaves) eae 


104 Hendel, Acalyptrate Musciden. 


3. Jederseits zwei gleich starke, nach vorne gebogene Frontorbital- 


boratems. his 26 =. Rae Pees BARR aca n eee 
— Jederseits nur eine starke, nach vorne gebogene Orbitalborste, 
die obere fehlt oder ist nur schwach vorhanden. . . . 5. 
4. Gesicht jederseits mit vier bis sechs Borsten. Zweites Fiihler- 
glied ohne weifen Punkt . . . . . . BP. major de Meij. 
— Gesicht jederseits nur mit zwei sehr langen, gleich starken 
Borsten Sacra , care he 33.) GP. -boseta snovemspec. 
5. Zweites Fihlerglied shen mit einem silberweifen, schimmernden 
Plockx £) tao obit Ree WH ebdeee ts uy Lt) cles male 
— Dieser weife panes fehlt Ben) ie Males SITS ee) NON. 


6. Brustseiten weifgrau, unpunktiert und ungefleckt. 

. P. punctata de Meij. 
— Mesopleuren braun punktiert und gefleckt . . . . . . 7. 
i. Thoraxriicken von matt gelbgrauem Aussehen; die feine braune 

Punktierung herrscht nicht vor; auch der Hinterleib ist vor- 

herrschend matt gelbgrau. Die Tergite 3—5 zeigen nur 

am Vorderrande eine in der Mitte unterbrochene, in zwei 

Flecke zerlegte braune Binde .. . Atte aes: 
— Thoraxriicken durch die dichte und dunk PBpmiaienige von 

vorherrschend dunkelbraunem Aussehen.  Hinterleibstergite 

sepiabraun, etwas glanzend, am Hinterrande mit scharf ab- 
gesetzten, in der Mitte unterbrochenen gelbgrauen S&éumen. 
P. simensis Schiner. 

8. 6,5.°mm. lang 5.2 8 a ee 2 eR einenellarmovemspec: 

Ammualange 0% » a, ae EPL minor nov.ispec. 
9, Untergesicht und Brneweiten weifgrau. Tarsen gelb. 

P. javana V. 4. Wulp. 

Gesicht und Brustseiten gelbgrau. Tarsen schwarz. 

P. lineata de Meij. 


Paralimna hirticornis de Meijere i. litt. 

12 d2 aus Kankau, September. 

Die Stirne ist dreimal so breit wie ein Auge, die Backen die 
Halfte eines Auges hoch. Die Augen sind nur etwas hoher als 
lang. Die Profillinie des Gesichtes ist nur schwach konvex gestaltet, 
fast gerade. Die Stirne steht tiber die Augen kaum vor; die Wangen 
sind linear. Seitlich am Gesichte, auf den Facialien nur ein 
starkeres, kurzes Haar und darunter noch zwei bis drei zarte 
Harchen, Von den zwei nach vorne gebogenen Frontorbitalen steht 
die vordere vor der Stirnmitte, die hintere ist haarartig fein und 
unscheinbar, 


Supplementa Entomologica No. HI, 1914. 105 


Grundfarbe schwarz. Eine Lingsstrieme der Stirne, die das 
mittlere Drittel einnimmt, scharf abgesetzt, gliinzend schwarz. An 
den Borstenwurzeln schwarze Punkte auf hellgrauem Grunde. Die 
iibrige Stirne ist matt sechwarzbraun. Vorne zwischen Fiihler und 
Auge je ein grofer samtschwarzer Fleck, der oben und unten weif 
eingefaft ist. Gleichfalls samtschwarz ist ein Fleck zwischen den 
Fiihlerwurzeln, Die Scheitelkante glinzt, der iibrige Hinterkopf ist 
grau. Gesicht, Backen, Prilabrum, die Lateralgegend des Thorax- 
riickens und die Pleuren sind einfarbig weiflich aschgrau bestiubt. 
Fiihler schwarz; zweites Glied oben mit silberweifem Punkte. Arista 
mit zehn Kammstrahlen. Der Thoraxriicken ist vorne matt, nach 
hinten zu aber allmahlich glanzend schwarzbraun. Aus gelben 
Punkten werden vier helle Lingslinien gebildet, zwei in der Mitte, 
je eine in der Richtung der Dorsozentralborsten. Schildchen in der 
Wurzelhalfte aschgrau, etwas dunkel punktiert, an der Spitze matt 
sepiabraun. 

Hinterleib hell gelblichgrau. Die Tergite 2—5 haben scharf 
abgesetzte sepiabraune Vorderrandsiume, die seitlich die Halfte der 
Ringe breit sind, gegen die Mitte hin aber schmialer werden. Die 
Tergite 3—6 durchlauft eine gleichfarbige Medianlinie. 


Hiiften und Beine schwarz, graulich bestaiubt. FiiSe rotbraun. 
Die Schienen schimmern dorsal silberweif. 


Fliigel glashell mit lichteren Adern. Schwingen heligelb. 

Bei dieser Art allein ist der letzte Abschnitt der Discoidalis 
nicht kiirzer als der vorletzte, sondern gleichlang. 

Koérper 2,5—3,5 mm lang. 


Paralimna biseta nov. spec. 

Zahlreiche Stiicke aus Tainan, November. 

Die Stirne ist nur ganz wenig breiter als der doppelte Augen- 
durchmesser. Die Backen sind '/, eines Auges hoch, Die Augen 
sind senkrecht oval, erheblich héher als lang. Die Profillinie des 
Gesichtes ist ganz gerade und senkrecht. Seitlich am Gesichte, 
auf den Facialien, stehen jederseits nur zwei, aber kraftige, 
gleich starke Borsten, die nach vorne und einwirts ge- 
bogen sind. Die beiden nach vorne gebogenen Frontorbitalborsten 
sind gleich stark und die vordere derselben steht schon etwas vor 
der Stirnmitte. Stirne an den Fiihlern nicht iiber die Augen vor- 
stehend. Wangen sehr schmal, liniar. 

Grundfarbe des Tieres schwarz, Bestéubung iiberall dicht, hell 
aschgrau. Von brauner Farbe sind zarte Schatten im Gesichte, je 


106 Hendel, Acalyptrate Musciden. 


ein Fleck auf den Mesopleuren und dorsal auf dem Dreieck vor der 
Quernaht, Punkte an den Borstenwurzeln, eine gespaltene und hinten 
abgekiirzte Mittellingslinie und undeutliche, an der Quernaht unter- 
brochene, oft nur fleckenartige Seitenbinden. Stirne dunkelgrau, am 
Scheitel dunkelbraun. Der vordere Augenrandsaum und zwei nach 
vorne konvergierende Linien vor den Ozellen weifgrau.  Fiihler 
schwarz, graulich bereift. Zweites Glied oben ohne weifen Punkt. 
Arista mit 7—8 Kammstrahlen. Hinterleib mit in der Mitte sehr 
schmalen, an den Seiten etwas verbreiterten, mattbraunen Vorder- 
randséumen., 

Hiiften und Beine schwarz, aschgrau bestéubt, Die aufersten 
Knie und die Wurzeln der Fiife, besonders der vier hinteren, rot- 
braun. Die oberste der zwei dorsalen Mittelschienenborsten steht be- 
trachtlich unterhalb des Gelenkes. 

Fliigel ganz hyalin. Adern an der Wurzel braunlichgelb. Ebenso 
Schiippchen und Schwinger. 

Koérper 3,5 mm, Fliigel 23/, mm lang. 

Anmerkung: Prof. de Meijere hat die Art mit javana 
v. d. Wulp verglichen und schreibt mir: ,[hre Art unterscheidet sich 
durch mehr gelbliches Gesicht mit bréaunlichen Stellen, auch am 
Mesopleuron und auf dem Notopleuraldreieck finden sich braune 
Flecken. Bei P. javana sind alle diese Teile einfarbig blaulich- 
weifgrau; dagegen hat P. javana breitere braune Vorderrandbinden 
am Hinterleibe. “ 


Paralimna sinensis Schiner. Novara Dipt., p. 241, 27 (Notiphila). 

Zahlreiche Stiicke aus Kankau, September. Aus Hongkong be- 
schrieben. 

Die Stirne ist dreimal so breit wie ein Auge u. 1'/,mal so breit 
wie lang. Die Backen sind gut ‘/, eines Auges hoch, Die Augen 
sind nur °/, der Héhe lang. Die Profillinie des Gesichtes ist 
eine ziemlich stark vorgewdélbte, konvexe Linie, die unter der 
Mitte einen schwachen Absatz zeigt. Seitlich am Gesichte, auf den 
Facialien jederseits eine Reihe von zirka fiinf nach unten und 
einwarts gebogenen Borstenharchen, von denen das oberste 
stiirker ist. Die hintere der zwei nach vorne gebogenen Frontorbi- 
talen ist schwacher als die vordere, in der Stirnmitte stehende. Die 
Stirne steht an den Fihlern etwas tiber die Augen vor. Die Wangen 
sind ein wenig schmaler als das dritte Fiihlerglied. 


Grundfarbe der Fliege schwarz. Kopf tiberall rétlich, ockerbraun, 
am Hinterkopfe aschgrau bestéubt. Zwischen Fiihlerwurzel und Auge 


Supplementa Entomologica No. IL], 1914. 107 


ein schwarzer Fleck. An allen Borstenwurzeln der Stirne grofe 
schwarze Punkte. Die zwei ockergelben Linien an den Ocellarborsten 
sind aufen durch schwarzbraune Saéume begrenzt und laufen am 
Vorderrande der Stirne glinzend schwarzbraun aus. Auch die 
vorderen Stirnaugenrander sind ockergelb. — Der Thoraxriicken und 
die Mesopleuren sind graugelb bestéiubt und an den Haarwurzeln 
dicht schwarzbraun punktiert. Auferdem stehen an den Borsten- 
wurzeln gréfere braune Punkte. Diese braunen Punkte fliefen zwischen 
den Dorsozentralborsten zu drei einander stark genaherten Lings- 
striemen zusammen. Seitlich daran sieht man hinter der Quernaht 
je eine dhnliche Strieme. Das Schild ist auf der Oberseite mit Aus- 
nahme einer hellen Mittellinie dicht braun punktiert und glanzt an 
der Spitze und am Seitenrande deutlich. Mesopleuren ganz braun- 
fleckig. Die iibrigen Pleuren und das Mesonotum sind einfarbig hell 
olivengrau, unpunktiert. 

Fiihler dunkelbraun, die zwei Wurzelglieder schwarz. Zwei oben 
mit silberweifem Punkte. Arista gewoéhnlich mit vierzehn Kamm- 
strahlen. 

Hinterleib sepiabraun, deutlich glanzend, am dritten bis fiinften 
Tergit mit hell olivengrauen, in der Mitte unterbrochenen Hinterrand- 
saumen, die '/, bis ?/. der Tergite breit sind. Zweiter Tergit oliven- 
grau mit braunem, in der Mitte unterbrochenem Vorderrandsaum, 

Hiiften und Beine schwarz, schwach grau bereift. Fife mit 
Ausnahme der Spitze rot. Die oberste der zwei dorsalen Mittel- 
schienenborsten steht unmittelbar unter dem Gelenke. 

Fliigel gleichmafig rauchbraun tingiert, mit an der Wurzel roten 
Adern. Meist sind auch alle Adern etwas braunlich gesdumt. 
- Schwinger hellgelb. 

Korper 6 mm, Fliigel 5 mm lang, 


Anmerkung: Steht der P. insignis de Meij. sehr nahe, Diese 
hat aber keinen silberigen Punkt oben auf dem zweiten Fiihlerglied. 

P. punctata de Meij. hat keine Streifung am Riicken und die 
Backen sind bedeutend schmialer. 


Paralimna cinerella nov. spec. 

Zahlreiche Stiicke aus Tainan, Mai. 

Stirne dreimal so breit wie ein Auge und 1!'/,mal so breit 
wie lang. 

Backen ?/, eines Auges hoch. Die Augen sind fast ebenso lang 
wie hoch, Die hintere der zwei nach vorne gebogenen Frontorbital- 
borsten ist sehr schwach und kurz. Die Stirne steht an den Fiihlern 


108 Hendel, Acalyptrate Musciden. 


ein ziemliches Stiick tiber die Augen vor. Die Wangen sind so breit 
wie das dritte Fiihlerglied. Die iibrigen plastischen Merkmale wie 
bei P. sinensis angegeben, 

Grundfarbe schwarz. Die Bestéubung ist iiberall sehr dicht, 
matt- und von hell gelblich olivengrauer Farbe. An allen Borsten- 
wurzeln der Stirne und des Leibes stehen schwarze Punkte. Stirne 
wie bei P. sinensis gezeichnet, aber von anderem Kolorit, heller 
und dunkler olivengrau. Zwischen Fiihlerwurzel und Auge nur ein 
brauner Schillerfleck. — Der Thoraxriicken, die Mesopleuren und das 
Schildchen sind mit scharf abgesetzten dunkelbraunen Piinktchen an 
den Haarwurzeln besetzt, dio nicht zusammenfliefen, aber doch dicht 
beieinander stehen. Zwischen den Dorsozentralborsten sieht man drei 
Langslinien von dunklerer Grundfarbe, auf die auch die Piinktchen 
verteilt und geordnet erscheinen. Jederseits eine ebensolche kurze 
Langsstrieme hinter der Naht. Wie bei P. sinensis stehen auch 
hier in der Lateralgegend des Tboraxriickens und in der Mitte der 
Mesopleuren noch braune Flecke und ist der Oberrand der letzteren 
auch braun gesdéumt. Wahrend aber P. sinensis einen kaffee- 
braunen Eindruck macht, ist hier das Aussehen hell olivengrau. — 
Der Rest der Pleuren ist unpunktiert. 

Hinterleib am Vorderrande der Tergite mit je zwei sepiabraunen, 
in der Mitte breit getrennten Flecken, die hinten kreisbogig begrenzt 
sind und nach hinten zu an Gréfe abnehmen. 

Fiihler schwarz, drittes Glied hell seidenartig schimmernd; 
zweites Glied oben mit silberweifem Punkte. Arista mit 13 bis 
14 Kammstrahlen. 

Bei manchen Stiicken zeigen das Gesicht, der Thorax und das 
Schildchen zarte, lederfarbige Flecke und sind die Flecke des Hinter- 
leibes hinten weniger scharf begrenzt. Auch kann die Farbe der 
Punktierung zwischen sepia- und rotbraun wechseln. 

Fliigel hyalin, etwas gelbgrau tingiert. Schwingerkopf wei6- 
lichgelb. 

Hiiften und Beine schwarz, wie der Kérper bereift. Knie und 
Fife rotbraun. Die oberste der dorsalen Mittelschienenborsten steht 
gleich am Gelenk. 

Kérper 6—6,5 mm, Fliigel 5 mm lang. 


Paralimna minor nov. spec. 

Zahlreiche Stiicke aus Tainan, Mai. 

Diese Form gleicht in allen Merkmalen und in der Farbung bis 
iuf folgende geringe Unterschiede ganz der vorigen. Vor allem ist 


Supplementa Entomologica No, III, 1914. 109 


sie bestiindig kleiner und wird nur 4 mm lang. Die Backen sind 
etwas niedriger und wenig mohr als die Hiilfte eines Auges hoch. 
Die dunklen Hinterleibsbinden sind schmaler und stets verwaschen, 
nie scharf ausgepragt. Der Fliigel ist heller. 


Clasiopella nov. gen. (Fig. 4 u. 5) (Typus: C. uncinata nov. spec.). 

Steht einerseits der Gattung Discocerina Macqu. (Clasiopa Stenh.), 
anderseits Psilopa Fall. am nachsten. 

Die Stirne ist doppelt so breit als lang und verschméalert sich 
nach vorne nur wenig, Unter den Fiihlern aber biegen die Augen- 
rinder einwiarts gegeneinander, wodurch das Gesicht auf die Hialfte 
der Stirne verengt wird. In der Stirnmitte stehen eng nebeneinander 
die zwei Orbitalborsten, die nach vorne gebogene aufen, die nach 
oben gebogene innen. Alle iibrigen Kopfborsten stehen an der 
scharfen Scheitelkante, an der auch die obersten zwei der Panktaugen 
liegen. Zwischen diesen sind die divergierenden Postvertikalen in- 
seriert, nach hinten geneigt, knapp auferhalb der zwei Ocellen- 
wurzeln die grofSen, nach vorne gebogenen, ungefahr parallelen Ocellar- 
borsten. Die zwei Paare Vertikalborsten normal. Gesicht jederseits 
mit zwei starken Borsten, deren oberes Paar gekreuzt ist. Von den 
Backenborsten ist die unterste besonders lang. Oberer Hinterkopf 
stark ausgehohit. Gesicht in der Mitte mit einem nasenartig vor- 
stehenden Hicker, unter den Fiihlern konkav, Mundéffnung nicht 
grof. Pralabrum vorstehend, allseits sichtbar. Mittlerer Riisselteil, 
an dem die kurzen Labellen stehen, verlangert, so lang wie der 
Kopf, relativ schlank. Taster nicht untersuchbar. Backen mabig breit. 


Fiihler hoch oberhalb der Augenmitte inseriert. Der nach vorne 
gebogene Dorn des zweiten Gliedes sehr stark und so lang wie die 
Fiihler selbst. Arista sehr lang gefiedert (9 Kammstrahlen). 

Eine Humerale, zwei Notopleurale, eine Prisuturalborste. In halber 
Schildlange stehen vor dem Schilde vier Borsten in einer Reihe, die 
iuferen davon linger, Schild dreieckig zugespitzt, '/, des Rickens 
lang, oben flach, nackt, am Rande mit vier langen Borsten, die 
apikalen divergierend. Mesopleuren mit einigen Bérstchen, unten mit 
einer langen Borste. Zwei Sternopleurale nebeneinander, 

Hinterleib linglich oval, linger als der Thorax, mit fiinf sicht- 
baren Tergiten, der fiinfte am laingsten und hinten beborstet. Be- 
gattungsorgane des 3 kompliziert, vorstehend. 

Vorderschenkel postero-, die vier hinteren Schenkel antero-ventral 
beborstet, die hintersten am schwichsten. 

Fliigel nach der Figur geadert. Kosta bis zur vierten Langs- 


110 Hendel, Acalyptrate Musciden. 


ader. Erster Kostalabschnitt beborstet. Alula flach, mit hornigem, 
gewimpertem Rande. 


Clasiopella uncinata nov. spec. 

30’O aus Anping, Mai. 

Glanzend schwarz, Stirne blauschwarz. Lunula und Gesicht 
weif bestaéubt. Fiihler mattschwarz. Oberseite des Kérpers kaum 
merklich mit braunlichem Reife iiberhaucht.  Hiiften und Beine 
rotgelb. 

Haare und Beborstung des ganzen Tieres schwarz. Hinter der 
Schulter ein silberweifer Strich. Fliigel grau, vorne rauchbraun ge- 
triibt. Schwinger und Kopf weif. 

Kaum 2 mm lang, Fliigel etwas kiirzer, 


Trimerogastra noy. gen. (Fig. 6 und 7) (Typus: 7’. cincta nov. 
spec.) 

Der Gattung Tvimerina Macquart am niachsten stehend. Wie 
bei dieser besteht hier der Hinterleib scheinbar aus drei Segmenten, 
indem hinter dem basalen Doppelsegment nur noch das dritte und 
vierte Tergit sichtbar bleiben. Auch die beiden Frontorbital- 
borsten sind weit voneinander getrennt und stehen ungefahr 
in den Stirndritteln, die vordere ist nach vorne, die obere nach aufen 
gebogen. Die Ocellen stehen an der Scheitelkante;. neben den vorderen 
Ocellen stehen die nach vorne geneigten Ocellarborsten. Postvertikale 
klein. Vertikale normal. Stirne breiter als lang; ihre Augenrander 
gehen konvergierend ohne Winkel auf das Gesicht iiber, das dann 
nur '/, des Scheitels breit ist. Der innerhalb des Hufeisens der 
Stirnspalte gelegene Gesichtsteil tritt eigenartig wulstig hervor. Ge- 
sicht unter den Fiihlern vertieft, in der unteren Halfte, oberhalb des 
ausgeschnittenen Mundrandes, buckelig vorstehend. Pralabrum vor- 
stehend, Munddéffnung klein. Seitlich am unteren Gesichte, an den 
aufsteigenden Peristomalien jederseits zwei konvergierende Borsten ; 
eine dritte weiter unter. Ocellenplatte breit trapezfo6rmig, Stirnspalten- 
iste daneben nur sehr schmal. 

Fiihler kurz, rundlich, drittes Glied nicht langer als_ breit, 
zweites ohne besondere nach vorne gebogene Borste, nur mit einem 
nach oben und aufen gerichteten Borstchen. Arista oben mit vier 
Kammstrahlen. Riissel normal. 

Riicken fast kugelig, sehr hoch gewolbt, Schiid halb- 
rund, '/, des Riickens lang, gewdlbt, mit sechs Randborsten; die 
apikalen am langsten, die mittleren kurz. Riickenbeborstung kurz. 
Vor dem Schilde vier Borsten in einer Reihe. Die Harchen scharf 


Supplementa Entomologica No. III, 1914, 1 det 


in sechs Lingsreihen geordnet. Hine Meso- und eine Sternopleural- 
borste. 

Hinterleib flach, kurz oval, so lang wie der Thorax und so breit 
wie dieser, ohne Anhinge und Borsten. Das ganze Tier bietet ein 
kahles Aussehen. 

Vorderschenkel posteroventral, Mittelschenkel anteroventral 
schwach beborstet. 

Fliigel nach Figur 7 geadert, ohne Randdorn. Kosta bis zur 
vierten Langsader. Die Posticalis erreicht den Fliigelhinterrand nicht. 


Trimerogastra cincta nov. spec. 

Zwolf Stiicke aus Anping, Juni. 

Von glanzend pechschwarzer, etwas ins Olivengriine neig ender 
Farbe, Fiihler teilweise rotbraun. Fiife rot. Borsten und Haare 
schwarz. Fliigel hyalin mit dunklen Adern. Schwingerkopf dunkel- 
braun, Hinterleib am dritten und vierten Tergit mit weifgrauen, an 
den Seiten breiteren Vorderrandbinden. 

1*/, mm lang. 


Tetramerogasira nov. gen. (Typus: fumpennis nov. spec.). 

Mit folgenden Unterschieden der Tvimerogastra gleich, Hinter- 
leib mit sichtbaren Tergiten 3—5 hinter dem _ basalen Doppel- 
segment. Ocellenplatte dreieckig, Stirnspaltenaste daneben breiter. 

Riicken weniger gewolbt als das Schildchen, rauher nnd linger 
behaart. Harchen dichtstehend, in zahlreiche Laingsreihen geordnet. 
Vor dem Schilde auf dem Riicken nur die zwei auferen Borsten 
vorhanden. Nur zwei apikale Schildborsten. 

Fliigel genau wie Figur 7, nur ist die Radialis linger und 
miindet naiher gegen die Fliigelspitze hin. 


Teiram. fumipennis nov. spec. 

Zwei Stiicke, Anping, Mai. 

Matt olivenbraune Art. Augenrander, Gesicht und Backen heller 
gelbgrau bereift. Hicker und Occllarplatte etwas glanzend.  Fiihler 
rotbraun. Riicken mit vier grauen Langsstriemen, die auferen an 
der Naht unterbrochen. Hinterleib graulich tiberhaucht, an den 
Vorderrindern der Tergite weifgraue Querbinder, die seitlich breiter 
als in der Mitte sind. 

Fliigel graulich getriibt. Schwingerkopf dunkelbraun. 

Fast 2 mm lang. 


112 Supplementa Entomologica No. III, 1914. 


Drosophilinae. 


Thaumastophila nov. gen. 


Eine ganz eigenartige Gattung, die durch den Habitus und die 
glasklaren Fliigel entfernt an Platypeziden erinnert, Cyrtonotum aber 
am nachsten steht. 


Kopf flachgedriickt halbkugelig, hinten ausgehdhlt, doppelt so hoch 
wie lang. Im Profile sieht man nur das Auge; die Backen sind linear, 
der Mundrand steht kaum vor und ist vibrissenlos. Ein zartes, kurzes 
Harchen deutet die rudimentare Vibrisse an. Die Stirne ist beim d 
vor den Ozellen fast linienartig schmal zusammengezogen, 
was bei acalyptraten Musciden ein Ausnahmefall ist. Sie erweitert 
sich dann etwas gegen die Fiihler hin zu bis auf die Halfte einer 
Augenbreite. Die gleiche Breite behalt das parallelrandige Gesicht. 
Beim ¢ sind Stirne und Gesicht véllig parallelrandig und so breit wie 
ein Auge. Das Gesicht zeigt einen von oben bis unten durchlaufenden 
streifenférmigen und wenig erhabenen Langsriicken, der im Profile 
fast gerade ist und nur oberhalb des Mundrandes eine kleine Konvexitat 
bildet. Wangen linear. — Stirne nur mit einer starken, nach oben 
gebogenen Frontorbitalborste im obersten Drittel. Ozellare stark, Post- 
vertikale klein. Vertikale normal. Praelabrum schmal und niedrig, 
aber auch von der Seite sichtbar vorstehend. Taster fadenformig, 
am Ende etwas verdickt, Riissel proportional. 


Thorax von fast kugeligem Aussehen, so stark ist der Riicken 
emporgewolbt. 

Kine Humerale nach riickwarts, eine zweite nach abwarts 
gebogen; zwei Notopleurale, drei Supraalare, ein Prasuturale, zwei 
Paare Dorsozentrale ganz hinten, das vordere Paar schwicher, ein 
Paar Prascutellare. Vier Scutellare, das apikale Paar divergent; 
zwei starke Borsten am Rande der behaarten Mesopleuren; 
eine Sternopleurale riickwarts und nach unten geriickt. 


Schild ein Drittel des Riickens lang, eiférmig, oben behaart. 
Hinterleib langer als der Thorax, schlank, von konischer Form. 


Fliigel wie bei Cyrtonotum geadert. Die Mediastina bleibt 
vollstandig getrennt und miindet an der gleichen Stelle mit der 
Subkosta, im ersten Fiinftel der Fliigellinge. Noch weiter basalwarts 
ist die kleine Querader geriickt, wahrend die hintere Querader dem 
Fliigelrande so nahe steht, daf der letzte Discoidalisabschnitt ganz 
erheblich kiirzer als der vorletzte ist. Die Langsadern sind beinahe 
gerade und divergieren allmahlich gegen die Spitze hin. Die Ent- 


Supplementa Entomologica No. III, 1914, 113 


fernung der Miindungen 2—3 ist kleiner als die zwischen 3 und 
4, Alula fehlt. Der Einschnitt vor ihr ist flachbuchtig. Kosta ohno 
Bedornung. 


Th. hyalipennis nov. spec. 

Drei Stiicke, d Q aus Pilam und Chipun (Formosa). Juli, Sauter. 

Stirne beim Q dunkelrotbraun mit fiinf bronzegelb bestaubten Langs- 
linien, Beim 2 ist diese Zeichnung eng zusammengeprebt. Gesicht, 
Prilabrum, Taster, Riissel und Hinterkopf schwarz; ersteres silberig 
schimmernd. Fiihler schwarzbraun; drittes Glied an der Wurzel rot, 
Arista, alle Borsten und Haare des Tieres schwarz. 

Thorax und Hinterleib von schwarzer Grundfarbe. Pleuren unten 
aschgrau, oben mehr braunlich, Riicken und Schild dicht ockerig braun 
bestiubt. In der Langsmitte des Riickens drei dunkelbraune Liangs- 
linien eng beisammen, die auch auf die Wurzel des Schildes iiber- 
treten. Die mittlere Linie ist die dtinnste und vorne abgekiirzt. Da 
aber die drei Stiicke durch Feuchtigkeit gelitten haben, ist diese Zeichnung, 
auch die des Hinterleibes, nur mehr wenig deutlich zu erkennen. 

Hinterleib dicht braunlichgrau bereift, vom zweiten Ringe an 
mit umgekehrt T-férmigen schwarzbraunen Flecken versehen, die nur 
auf der Oberseite gelagert sind. 

Hiiften und Beine ockergelb, weiflich bereift. Hinterschenkel vor 
der Spitze mit dunkelbraunem Ringe. 

Fliigel vollkommen glasig und durchsichtig, mit braunen Adern. 
Schwinger gelb. 

Kérper 3,5—4,5 mm, Fliigel 2,5—3,5 mm lang. 


Drosomyiella nov. gen. 

Die Type dieser Gattung ist die Drosophila abbreviata de Meij., 
die mir in einem Stiicke aus Tappani, Formosa (Sauter) vorliegt. 
Die Gattung ist der Oxyleucophenga ahnlich, hat auch zwei nach 
oben gebogene, aber auffallend starke Frontorbitale, deren oberste 
linger und starker als die Vertikalborsten ist. Postvertikale sehr klein. 
Die nach vorne gebogene Borste steht vor und einwiarts der unteren 
aufgebogenen Orbitalborste. Gesicht parallelrandig, schmaler als die 
Stirne am Scheitel und als ein Auge. Gesichtskiel schwach entwickelt. 

Hinterleib eif6érmig, nicht konisch zugespitzt. 

Die Spitze des Fliigels an der Cubitalismiindung ist weniger 
scharf als bei Oxyleucophenga, aber sehr deutlich, Die Radialis ist 
nur sanft gebogen. Die Discoidalis bricht vor dem Fliigelrande 
ab und verlauft. Siehe die Abbildung von Mezjere, Tijdschr. v. 


Entom. 1911, Taf. 21, Fig. 41. 
Supplementa Entomologiea III. 8 


114 Hendel, Acalyptrate Musciden. 


Leib ohne Silberschimmer. Sonst wie bei der verglichenen Gattung, 


Paraleucophenga nov. gen. 


Mit folgenden Unterschieden der friiher beschriebenen Oxyleu- 
cophenga gleich, Die nach vorne gebogene Frontorbitalborste stcht 
vor und etwas einwarts von der in der Stirnmitte inserierten unteren 
der zwei nach oben gebogenen Borsten. Die Arista ist nur auf 
der Oberseite lang gefiedert, unten an der Spitze nur mit ganz 
kurzen Harchen versehen, die nach aufen gerichtet und nicht leicht 
zu sehen sind, Taster verbreitert. Gesicht mit sehr flachem, niedrigem 
Riicken. 

Schild aufer den Borsten seitlich etwas behaart, — Drei Sterno- 
pleuralborstén, zwei starke untereinander riickwarts, eine schwiachere 
Borste vorneo. 

Fliigel ohne scharfe Spitze, wenn auch etwas zugespitzt. Radialis 
lang, sanft, einfach gebogen, mit der Cubitalis parallel. 

Kérper mit Silberschimmer beim d. 

Praéapikalbo6rstechen der Schienen deutlich entwickelt. 


Gattungstypus: Paraleuc. triseta nov. spec. 


Drei Stiicke aus Kankau (Koshun), Formosa, Mai und September. 
Sauter. 


Kopf und Anhiange hell ockergelb. Schcitelplatten, Gesicht und 
Pralabrum weif schimmernd. MHinterkopf oben in der Mitte dunkel- 
braun, Stirnec mit einer braunen Medianlinie. Drittes Fiihlerglied 
am QOberrande etwas gebriunt. Arista oben mit meist elf langen 
Strahlen. Die Fiederchen an der Unterseite der Spitzo sind sehr zart 
und kurz. ‘Taster schwarz. 


Pleuren, Hiiften und Beine hell ockergelb, erstere weiflich bereift. 
Die Lateralgegend des Riickens und der Schildrand sind hellgelb. 
Die Mitte beider rostbraun, durch Bestéubung etwas im Glanze gemildert. 
Alle Haare und Borsten schwarz, Hinterleib rostgelb. Hine Mittel- 
lingslinie, die zwei Aufenrandlinien und schmale Hinterrandsiume 
der Tergite sind beim @ schwarzbraun. Beim anderen ¢ sind diese 
braunen Teile so breit und ausgedehnt, daf sie vorherrschon. Bei 
dem miannlichen Stiicke ist der Hinterleib an dem Seitenrande und an 
der Spitze schwarzbraun. 


Fliigel rauchig getriibt, am Vorderrande jenseits der Subkosta 
noch intensiver, Hintere Querader dunkler gesiumt. Adern dunkel- 
braun. Vor der Subkostamiindung cin Randdorn, Schwinger hellgelb. 

Koérper 4,5 mm, Fligel 4 mm lang. 


Supplementa Entomologica No. III, 1914. 115 


Orthostegana curvinervis nov spec. 

Kin Stiick aus Kosempo, Formosa. Mai. Sauter. 

Kopf und Anhinge gelb.  Stirne glinzend, Drittes Fiihlerglied 
groBtenteils dunkelbraun. Taster am verbreiterten Ende tiofschwarz. 
Arista oben mit sicben, unten mit vier Kammstrahlen. Thorax und 
Schild oben glanzend gelbbraun, Pleuren hellgelb. Durch die Mitte 
der Mesopleuren zieht von vorne bis zur Schwingerwurzel ein breites 
dunkelbraunes Lingsband. Auch der Oberrand der Sternopleuren ist 
dunkelbraun, Hinterleib dunkel rotbraun, seitlich rostfarben, Hinter- 
rander der Tergite schwiarzlich. 

Beine gelb, Die Spitzen der Vorderschenkel und die vier hinteren 
Sechenkel mit Ausnahme der Spitzen und Wurzeln dunkelbraun. 

Fliigel an der Wurzel und am ganzen Hinterrande weniger, nach 
vorne hin immer intensiver rauchbraun getriibt. Der obere Randsaum 
der Spitze zwischen der zweiten bis vierten Langsader ist ausgehellt. 
Die Cubitalis ist wellig geschwungen. Die erste Hinterrandzelle 
ist nur ganz schmal offen. Der letzte Abschnitt der Discoidalis ist 
doppelt so lang wie der vorletzte. Die kleine Querader steht etwas 
vor der Mitte der Discalzelle. Schwinger gelb. 

Kérper und Fliigel etwas iiber 2 mm lang. 


Orthostegana convergens de Meijere. 

Drosophila ead., Meij., Tijdschr. v. Entomol. Nero. p:- 400), 211 
(1910). Aus Java beschrieben, vier Stiicke aus Kosempo, Formosa. 
Mai. Sauter. 

Die Querader vor der Discalzolle ist deutlich vorhanden. Die 
erste Hinterrandzelle ist weniger stark verengt als bei den genuinen 
Formen.  Radialis lang und fast gerade. Kleine Querader weit vor 
der Mitte der Discalzelle. 

Wahrscheinlich gehéren in diese Gattung auch noch andere der 
de Meijere ‘schen Stegana-Arten, 


Orthostegana nigripennis nov. spec. 

Zwei Stiicke aus Sokutsu; Formosa, Juni. Sauter, 

Kopf und Anhange rotgelb. Stirno etwas glanzend. Die Um- 
gebung der (Qzellen, der Vorderrand der Stirne und der Mundrand 
sind dunkelbraun. Drittes Fiihlerglied am Oberrande etwas gebraunt. 
Arista sehr lang gefiedert. Oben elf bis zwilf, unten sechs bis sieben 
Kammstrahlen, 

Thorax rotgelb, an den Pleuren mit ciner schwarzbraunen Langs- 
strieme vom Prothoraxstigma zum Schwinger. Unmittelbar iiber der 
Notopleuralnaht ebenfalls eine solche Lingsstrieme, die vorne iiber 

Q* 


116 Hendel, Acalyptrate Musciden. 


die Schulterbeulen hinaufgeht, In der Lingsmitte des Riickens zwei 
vorne schmal zusammenhangende, nach hinten sich stark verbreiternde 
schwarzbraune Langsstriemen bis zum Schilde, die median nur durch 
eine gelbe Linie getrennt werden und deren jede in der Linio der 
Dorsozentralborste hinter der Quernaht durch cine gelbe Lingslinie 
gespalten wird. Schildchen oben dunkelbraun, am Rande gelb. 


Hinterleib vorherrschend schwarzbraun, seitlich am Vorderrande 
der Tergite mehr weniger ausgedehnt rostbraun. Hypopyg rostgelb. 


Hiiften und Beine gelb. Schenkel an der Spitze etwas gebraunt. 

Fliigel an der Wurzel und am Hinterrande gelbbraun tingiert, 
nach vorne und gegen die Spitze hin allmahlich dunkler braun und 
am Vorderrande endlich schwarzbraun. Runde gelbe Punkte liegen 
zwei in der ersten Hinterrandzelle, einer oberhalb der hinteren Quer- 
ader, einer weiter spitzenwarts. Ein anderer solcher Fleck liegt oben 
in der Discalzelle, ungefihr in der Mitte zwischen den zwei Queradern; 
jenseits der hinteren Querader cin fhnlicher an der Discoidalis. Unter- 
halb der Posticalis und oberhalb der kleinen Querader in der Radialis- 
gabel liegt je ein gréferer gelblicher Wisch. Radialis lang, fast 
gerade. Erste Hinterrandzelle an der Miindung verengt, aber nicht 
so stark wie bei Stegana. Die letzten Abschnitte der dritten und 
vierten Lingsader sind sanft gegeneinander gebogen. Kleine Querader 
im ersten Drittel der Discalzelle. Letzter Abschnitt der Discoidalis 
deutlich langer als der vorletzte. Schwinger rostgelb. 

Kérper und Fliigel 5,5 mm lang, 


Almiota orientalis nov. spec. 

Hine Reihe von Stiicken aus Kankau (Koshun), Formosa, Juni. 
Sauter. 2 

Gleicht unserer heimischen Am. variegata Fall ganz auferordentlich. 
Der Stirne fehlt aber der grofe schwarze Fleck in der Mitte. Es 
sind nur der Ozellenpunkt und kleine Flecke am oberen Augeneck 
der Stirne schwarzlich. Die Mittelstirne ist gelbrot gefarbt. 

-Die Grundfarbe des Thorax ist nicht schwarz, sondern rostgelb; 
die Fleckung ist rotbraun, 

Der Hinterleib ist hellgelb. Die Tergite sind vom zweiten an 
mit Ausnahme einer weifen Randlinie am Hintefrande mit breiten 
schwarzbraunen Querbinden versehen, von denen nur die des zweiten 
in der Mitte unterbrochen ist. Am zweiten und dritten, seltener am 
vierten Tergite sieht man auch eine dunkelbraune Medianlinie. Die 
Vorderrinder der Tergite schimmern bei gut erhaltenen Stiicken 
silberweif. 


Supplementa Entomologica No. III, 1914. La 


Hiiften und Beine hellgelb. Die Schenkel sind bei A. variegata 
schwarz. 


Der letzte Abschnitt der Discoidalis ist nicht gerade, sonst erheblich 
noch zur Cubitalis hin gebogen, 


Alles tibrige wie bei der Fallen’schen Art, auch die Grofe. 


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